Nach der ersten Zinserhöhung im Juni erwarten Marktteilnehmer am 23. Juli eine zweite Anhebung der EZB. Die Inflation bleibt über der Zielmarke, die Wirtschaft schwächelt.

Warum die EZB nach dem Iran-Krieg zur Zinserhöhung greift

Die EZB Zinserhöhung im Juni war die erste seit September 2023: Der Einlagesatz stieg von 2,00 auf 2,25 Prozent. Auslöser war der Energiepreisschock durch den Krieg im Nahen Osten, der die Inflation über die Zielmarke von 2 Prozent trieb. Für die Sitzung am 23. Juli erwarten Marktteilnehmer eine zweite Anhebung, eine Entscheidung steht jedoch noch aus.

Die Inflation lag im Mai bei 3,2 Prozent. Nach Projektionen der Zentralbank soll die Teuerung 2026 im Schnitt bei 3,0 Prozent liegen, erst 2028 wird die Zielmarke von 2,0 Prozent wieder erreicht.

Zur Einordnung: Eine zweite Zinserhöhung im Juli ist eine Markterwartung, kein Beschluss. Die Zentralbank betont ausdrücklich, sich nicht auf einen festen Zinspfad festzulegen.

Bitcoin Geldpolitik Risiko: Wie steigende Zinsen Fiat-Systeme unter Druck setzen

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Laut dem geldpolitischen Statement der EZB vom 11. Juni bewertet der Rat die Aufwärtsrisiken für die Inflation höher als die Abwärtsrisiken für das Wachstum. Das Bitcoin Geldpolitik Risiko zeigt sich hier strukturell: Eine Zentralbank, die zwischen Preisstabilität und schwacher Konjunktur abwägt, agiert reaktiv statt regelgebunden.

Diese Stop-and-Go-Mechanik ist kein neues Phänomen. Seit Juni 2024 hatte die EZB ihren Leitzins acht Mal gesenkt, bevor der externe Schock eine Kehrtwende erzwang. Ein Geldsystem auf Basis diskretionärer Entscheidungen bleibt strukturell unvorhersehbar.

Von 2,25 auf 2,50 Prozent: Was die Julisitzung bedeuten könnte

Sollte die EZB im Juli erneut um 25 Basispunkte anheben, läge der Einlagesatz bei 2,50 Prozent. Ratenkredite und Baufinanzierungen würden teurer, während Tages- und Festgeld attraktiver werden könnten. Fest steht das nicht: Die Zentralbank entscheidet datenabhängig von Sitzung zu Sitzung.

Warum steigende Zinsen kein Ende der Geldentwertung bedeuten, zeigt die Bilanzsumme der EZB: Sie wuchs von rund 1,3 Bio. Euro im Jahr 2007 auf zeitweise 8,8 Bio. Euro und liegt aktuell bei rund 6 Bio. Euro. Eine einzelne Zinserhöhung kehrt diese strukturelle Geldmengenausweitung nicht um.

Aus Sicht der Geldordnung zeigt sich hier ein wiederkehrendes Muster: Zentralbanken reagieren auf externe Schocks mit Zinsanpassungen, während die zugrunde liegende Anreizstruktur, kurzfristiger politischer Nutzen gegen langfristige Kaufkraft, unverändert bleibt. Bitcoin bietet dem ein programmatisches Gegenstück: Sein Angebot ist auf 21 Mio. Einheiten begrenzt und kann von keiner Institution durch Beschluss erweitert werden.

Wir berichteten bereits über die strukturelle Fehlallokation hinter den steigenden Anleiherenditen.

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