Iran verlangt von Öltankern an der Straße von Hormus erstmals eine Durchfahrtsgebühr, die in Bitcoin bezahlt werden kann. Die Maut beträgt 1 US-Dollar pro Barrel Öl. Damit wird die wichtigste Ölroute der Welt zum ersten staatlich kontrollierten Zahlungskorridor, der Bitcoin als Abrechnungsmittel akzeptiert.

Iran Bitcoin Zahlungen statt SWIFT: Warum Teheran den Dollar umgeht

Hamid Hosseini, Sprecher der iranischen Öl-, Gas- und Petrochemie-Exporteure-Union, erklärte gegenüber der Financial Times, dass Iran während der zweiwöchigen Waffenruhe jedes Schiff an der Meerenge kontrollieren und eine Gebühr erheben will.

Tanker müssen vorab per E-Mail ihre Frachtdaten einreichen. Nach Prüfung durch die Behörden erhalten sie die Zahlungsanweisung in Bitcoin. Leere Tanker passieren kostenlos.

Die Gebühr von 1 US-Dollar pro Barrel klingt gering. Ein voll beladener Supertanker transportiert jedoch bis zu 2 Mio. Barrel. Das ergibt bis zu 2 Mio. US-Dollar pro Durchfahrt. Iran akzeptiert neben Bitcoin auch chinesischen Yuan, aber der US-Dollar ist als Zahlungsmittel ausgeschlossen.

Die Abwicklung läuft komplett außerhalb von SWIFT und dem westlichen Bankensystem. Teheran nutzt damit eine Zahlungsinfrastruktur, die kein Staat einfrieren oder blockieren kann.

Iran Bitcoin Zahlungen als Präzedenzfall: Erstmals verlangt ein Staat BTC für eine Handelsroute

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Durch die Straße von Hormus fließen rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels. Vor der Waffenruhe passierten täglich etwa 135 Schiffe die Meerenge. Unter den neuen Regeln wären es laut Schätzungen nur noch 10 bis 15 pro Tag. Jedes Schiff wird einzeln geprüft, die Entscheidung über die Durchfahrt trifft der Oberste Nationale Sicherheitsrat Irans.

Das Verfahren ist kein Pilotprojekt und kein Experiment. Es ist ein staatlich durchgesetztes Zahlungssystem für eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Hosseini erklärte, dass Tanker nach der Freigabe nur wenige Sekunden Zeit haben um die Zahlung in Bitcoin abzuschließen.

Saudi-Arabien hat bereits klargestellt, dass jede Form iranischer Kontrolle über die Meerenge eine rote Linie darstelle. Die Golfstaaten fordern ungehinderten Zugang zu den Weltmärkten.

Iran Bitcoin Zahlungen zeigen wofür Bitcoin gebaut wurde: Wertübertragung ohne Mittelsmann

Iran nutzt Bitcoin nicht als Spekulationsobjekt, sondern als das was es technisch ist: ein Zahlungsnetzwerk, das Wert in Minuten über Grenzen hinweg überträgt, ohne dass eine Bank, ein Staat oder ein Zahlungsdienstleister zustimmen muss. Dass Iran die Transaktionen als nicht verfolgbar bezeichnet, ist technisch ungenau.

Bitcoin-Zahlungen sind auf der Blockchain öffentlich einsehbar. Aber sie sind nicht blockierbar. Kein SWIFT-Operator und keine Zentralbank kann eine Bitcoin-Transaktion stoppen, nachdem sie abgeschickt wurde.

Ob andere Staaten diesem Beispiel folgen, ist offen. Aber der Präzedenzfall ist gesetzt: Ein Staat erhebt eine Gebühr auf einer globalen Handelsroute und akzeptiert BTC statt USD. In einem Geldsystem, in dem der Zugang zu Zahlungsinfrastruktur als politisches Werkzeug eingesetzt werden kann, ist ein neutrales Netzwerk keine Ideologie, sondern eine technische Notwendigkeit.

Genau dafür wurde Bitcoin entworfen: Wertübertragung ohne Erlaubnis, ohne Mittelsmann, ohne Abschaltknopf. Wir berichteten über die wachsende Dollar-Dominanz im digitalen Zahlungsverkehr und Europas Antwort darauf.

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