Mastercard hat am 11. März das Krypto Partner Program vorgestellt – eine globale Initiative, die über 85 Unternehmen aus der Krypto- und Finanzbranche zusammenbringt. Das Programm soll On-Chain-Innovation mit bestehender Zahlungsinfrastruktur verbinden.
In Kürze
- Das Programm fokussiert sich auf drei Bereiche: Remittances, B2B-Zahlungen und globale Payouts
- Binance, Circle, PayPal, Ripple und Kraken gehören zu den Launch-Partnern
- Visa expandiert Stablecoin-Karten, Mastercard setzt auf ein breites Partner-Ökosystem
Das Programm fokussiert sich auf drei Bereiche: Remittances, B2B-Zahlungen und globale Payouts
Mastercard richtet das Programm gezielt auf drei Anwendungsfälle aus: grenzüberschreitende Überweisungen, Business-to-Business-Zahlungen und globale Auszahlungen. In allen drei Bereichen sollen die Geschwindigkeit und Programmierbarkeit von digitalen Assets mit Mastercards bestehenden Karten-Rails zusammengeführt werden.
Die Teilnehmer arbeiten dabei direkt mit Mastercard-Teams an der Entwicklung zukünftiger Produkte und Services. Es geht also nicht um ein reines Label-Programm, sondern um Co-Development.
Mastercard spricht von einer „neuen Phase“ für digitale Assets – weg vom Parallelsystem, hin zur Integration in den bestehenden Zahlungsverkehr für reale Anwendungsfälle. Mastercard beschrieb die Details auf mastercard.com.
Binance, Circle, PayPal, Ripple und Kraken gehören zu den Launch-Partnern
Die Partnerliste liest sich wie ein Who’s who der Krypto-Industrie: Binance, Circle, PayPal, Ripple, Kraken, Crypto.com, OKX, MetaMask, MoonPay, Nexo und Paxos sind dabei. Dazu kommen Blockchain-Netzwerke wie Solana, Polygon, Stellar und Tron sowie Infrastruktur-Anbieter wie Fireblocks, BitGo und der Wallet-Spezialist Dfns.
Auch Compliance-Firmen wie Chainalysis, TRM Labs und Elliptic sind Teil des Programms. Ein klares Signal dafür, dass Mastercard regulatorische Sicherheit von Anfang an mitdenkt.
Borderless.xyz, ein Stablecoin-Orchestrierungsnetzwerk, wurde als Launch-Partner bestätigt und unterstützt bereits globale Payouts für Dfns. Das Programm entstand aus Mastercards Start-Path-Accelerator für Blockchain-Startups, der im September 2025 die ersten fünf Unternehmen auswählte.
Visa expandiert Stablecoin-Karten, Mastercard setzt auf ein breites Partner-Ökosystem
Bemerkenswert ist das Timing: In derselben Woche, in der Visa seine Stablecoin-Karten-Expansion auf über 100 Länder ankündigte, reagiert Mastercard mit einem eigenen Krypto-Vorstoß. Die Ansätze unterscheiden sich jedoch deutlich. Visa setzt auf ein konkretes Produkt: Stablecoin-gestützte Karten über die Bridge-Infrastruktur von Stripe.
Mastercard dagegen baut ein Ökosystem auf, in dem über 85 Firmen gemeinsam an der Zukunft von On-Chain-Zahlungen arbeiten. Nach der Verabschiedung des Genius Act im Juli 2025 fiel die Mastercard-Aktie kurzzeitig, weil Investoren befürchteten, Stablecoins könnten Kreditkarten-Netzwerke überflüssig machen. Das Krypto Partner Program ist Mastercards strategische Antwort: Integration statt Disruption.
Dass die beiden größten Zahlungsnetzwerke der Welt in derselben Woche ihre Krypto-Strategien offenlegen, zeigt, wie schnell sich die Dynamik verschoben hat. Noch vor zwei Jahren galten Krypto und TradFi als getrennte Welten. Heute bauen Visa und Mastercard aktiv an der Brücke dazwischen.
Die Ironie dabei: Die Infrastruktur, die Bitcoin geschaffen hat, um Mittelsmänner überflüssig zu machen, wird jetzt von genau diesen Mittelsmännern übernommen. Wir berichteten bereits über Visas Stablecoin-Expansion in über 100 Länder und die wachsende Rolle von Blockchain-Infrastruktur im globalen Zahlungsverkehr.





