Strategy-Gründer Michael Saylor hat angekündigt, die ausstehenden Convertible Notes in Höhe von rund 6 Milliarden Dollar nicht in Cash zurückzuzahlen, sondern vollständig in MSTR-Aktien umzuwandeln. Das Unternehmen hält zum Zeitpunkt der Ankündigung 714.644 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 76.056 Dollar. Bei einem aktuellen Bitcoin-Kurs von rund 68.400 Dollar steht Strategy mit etwa 5 Milliarden Dollar im Buchverlust. Die Umstrukturierung läuft parallel zum laufenden Zukauf: Saylor kaufte zwölf Wochen in Folge Bitcoin – zuletzt 1.142 BTC für 90 Millionen Dollar.
In Kürze
- Gläubiger werden Aktionäre: Was die Konvertierung konkret bedeutet
- Gesamtschulden von 8,2 Milliarden Dollar als realistischere Ausgangsgröße
- Bitcoin als primäre Deckungsmasse gegen Dollar-denominierte Verbindlichkeiten
Gläubiger werden Aktionäre: Was die Konvertierung konkret bedeutet
Convertible Notes sind Anleihen, die unter bestimmten Bedingungen in Aktien des ausgebenden Unternehmens umgewandelt werden können. Die Entscheidung liegt beim Gläubiger, nicht beim Unternehmen.
Wenn MSTR über dem jeweiligen Conversion Price handelt, ist die Konvertierung für Gläubiger attraktiv. Sie tauschen ihre Forderung gegen Aktien und partizipieren an einer möglichen weiteren Kursentwicklung. Liegt MSTR dauerhaft unter dem Conversion Price, behalten Gläubiger die Bonds bis zur Fälligkeit und verlangen Cash-Rückzahlung.

Saylors Plan funktioniert also nur unter einer Bedingung: MSTR muss bis 2028 wieder deutlich über den jeweiligen Conversion Prices handeln. Gelingt das, verschwinden die Schulden vom Balance Sheet ohne Liquiditätsabfluss.
Scheitert es, braucht Strategy 2028 erhebliche Barmittel. Saylor ersetzt die Convertibles gleichzeitig durch Preferred Stocks, konkret die Produkte STRF, STRC und STRK. Diese bringen jedoch fixe Dividendenkosten und ein eigenes Marktrisiko. Der Tausch verlagert nicht nur das Risiko, sondern erhöht dieses sogar aufgrund der Zinskosten.
Gesamtschulden von 8,2 Milliarden Dollar als realistischere Ausgangsgröße
In der öffentlichen Diskussion wird häufig die Zahl von 6 Milliarden Dollar Schulden genannt. Diese bezieht sich ausschließlich auf die ausstehenden Convertible Notes. Die Gesamtverbindlichkeiten von Strategy liegen jedoch bei rund 8,2 Milliarden Dollar, wenn alle Verbindlichkeiten einbezogen werden. Die Differenz ergibt sich aus weiteren Finanzierungsinstrumenten und aufgelaufenen Verpflichtungen. Für die Bewertung des Risikos ist die Gesamtzahl die relevante Größe.
Strategy hält dem eine Cash-Reserve von 2,25 Milliarden Dollar gegenüber, die nach eigenen Angaben für 2,5 Jahre Dividenden- und Schuldendienstkosten ausreicht. Das gibt dem Unternehmen operationalen Spielraum bis mindestens Mitte 2028, unabhängig vom Bitcoin-Kurs.
Großen Fälligkeiten stehen erst ab 2028 an. Saylor kauft Zeit, und er hat sie gekauft, bevor der Markt einbrach.
Bitcoin als primäre Deckungsmasse gegen Dollar-denominierte Verbindlichkeiten
Strategy hält 714.644 Bitcoin mit einem aktuellen Marktwert von rund 49 Milliarden Dollar. Den Gesamtschulden von 8,2 Milliarden Dollar steht damit eine Bitcoin-Reserve gegenüber, die diese Verbindlichkeiten rechnerisch um das 6-fache übersteigt. Die von Saylor kommunizierte Coverage Ratio von 8,3x bezieht sich auf die engere Schuldendefinition.
Bitcoin müsste auf rund 8.000 Dollar fallen, also um etwa 88 Prozent vom aktuellen Niveau, damit die Deckung rechnerisch nicht mehr ausreicht. Dieser Puffer ist erheblich, aber nicht unbegrenzt.
Der entscheidende strukturelle Punkt ist ein anderer: Strategy verwendet Bitcoin bewusst als Reservemedium gegen Dollar-denominierte Verbindlichkeiten. Das ist keine klassische Unternehmensbilanz, sondern ein Modell, das auf der Annahme basiert, dass Bitcoin langfristig an Kaufkraft gewinnt, während Dollar-Verbindlichkeiten real entwertet werden.
Ob dieses Modell im aktuellen Zyklus aufgeht, hängt von einem Faktor ab: dem Bitcoin-Kurs bis 2028. Saylor wettet nicht auf Quartalsergebnisse, sondern auf den Zyklus. Das ist der Plan. Ob er aufgeht, ist offen.
Jonas ist Gründer des Krypto-Guru Blogs. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als Industrie-Meister ist er für das Personalmanagement zuständig. Er führt mit den anderen Gründern Hand in Hand neue Produkte ein und ist Entscheidungsträger im strategischen Management.






