Russlands Zentralbank verschiebt das Krypto Gesetz auf den 1. September 2026. Bitcoin wird damit für den Außenhandel legal, bleibt im Inland aber verboten.
Warum Russland Bitcoin statt US-Dollar für Handelssettlements wählt
Das Russland Krypto Gesetz nimmt konkrete Form an. Auf dem Finanzkongress der Zentralbank kündigte Duma-Ausschussvorsitzender Anatoli Aksakow am 1. Juli an, dass die Regulierung digitaler Währungen zum 1. September 2026 in Kraft treten soll, drei Monate später als ursprünglich geplant.
Der Entwurf erlaubt russischen Unternehmen, digitale Währungen als Gegenleistung in Außenhandelsverträgen einzusetzen, etwa für Waren, Dienstleistungen oder geistiges Eigentum. Innerhalb Russlands bleibt ausschließlich der Rubel gesetzliches Zahlungsmittel.
Hintergrund ist die Abkopplung großer russischer Banken vom SWIFT-System seit 2022. Vielen Unternehmen fehlt seither ein verlässlicher Kanal für Zahlungen in US-Dollar oder Euro. Bitcoin Handelssettlement bietet einen Weg, der unabhängig von westlicher Bankinfrastruktur funktioniert.
Bitcoin als Fluchtventil aus dem Dollar-System
Laut Parlamentskaja Gaseta passierte der Entwurf „Über digitale Währung und digitale Rechte“ bereits am 21. April die erste Lesung in der Staatsduma. Die Verzögerung auf September resultiert laut Aksakow aus der Abstimmung zwischen mehreren Behörden.
Das Motiv ist nicht neu: Seit 2022 suchen sanktionierte Staaten verstärkt nach Alternativen zum dollarbasierten Zahlungssystem. Dedollarisierung Bitcoin ist damit kein isoliertes russisches Phänomen.
Zur Einordnung: Bislang handelt es sich um eine Ankündigung des Inkrafttretedatums, nicht um ein verabschiedetes Gesetz. Zwei weitere Lesungen, die Zustimmung des Föderationsrats und die Unterschrift des Präsidenten stehen noch aus.
Wie Sanktionen Russlands Zentralbank zum Umdenken zwangen
Russlands Haltung zu Kryptowährungen hat sich seit 2022 gewandelt. Ursprünglich verfolgte die Zentralbank einen strikt ablehnenden Kurs. Eingefrorene Devisenreserven und der Ausschluss aus internationalen Zahlungsnetzwerken veränderten diese Position schrittweise.
Die Zentralbank erhält weitreichende Aufsichtsbefugnisse: Sie lizenziert Börsen, Broker, Verwahrer und Wechselstellen und entscheidet, welche digitalen Währungen zugelassen werden. Russlands Krypto Gesetz ist damit kein Freibrief, sondern ein staatlich kontrolliertes System.
Aus Sicht der Geldordnung zeigt der Fall ein Muster: Verweigert eine Zentralmacht den Zugang zu etablierten Zahlungssystemen, suchen Betroffene Alternativen mit geringerer zentraler Kontrolle. Genau diese Anreizstruktur treibt Staaten wie Russland zu Bitcoin.
Bitcoins zentrale Eigenschaft bleibt dabei unverändert: Das Angebot ist durch Programmcode auf 21 Mio. Einheiten begrenzt, keine Institution kann das ändern. Dass ausgerechnet ein historisch ablehnender Staat nun eine regulierte Nutzung vorbereitet, unterstreicht diese Eigenschaft eher, als sie infrage zu stellen.
Wir berichteten bereits über die erste Lesung des Gesetzentwurfs im April.





