Nixon-Schock einfach erklärt zeigt, wie die USA am 15. August 1971 die Goldbindung des Dollars aufhoben und damit das reine Fiat-Geld begründeten. Der Beitrag erklärt die Ursachen, den Vergleich mit 1933 und was daraus für Bitcoin folgt.

Vietnamkrieg, Defizite und der Run auf das Gold

Nixon-Schock einfach erklärt bedeutet: Am 15. August 1971 setzte Präsident Nixon die Goldbindung des Dollars aus und beendete damit das System von Bretton Woods. Ausländische Notenbanken konnten ihre Dollar nicht mehr zum festen Kurs von 35 US-Dollar je Unze in Gold tauschen.

Dahinter standen anhaltende US-Defizite und steigende Inflation, getrieben unter anderem durch die Ausgaben für den Vietnamkrieg und Sozialprogramme. Als immer mehr Staaten Gold für ihre Dollar forderten und die US-Goldreserven schwanden, schloss Nixon das Goldfenster. Der Vietnamkrieg war eine wichtige Ursache, der unmittelbare Auslöser war der Run auf das Gold.

Radikaler als die Konfiskation von 1933

Der Schritt von 1971 war radikaler als die Goldkonfiskation von 1933. Damals zog der Staat das private Gold ein und wertete den Dollar ab, hielt international aber einen Goldanker bei 35 US-Dollar. 1971 fiel dieser Anker ganz, und der Dollar wurde zur reinen Vertrauenswährung. Die Ereignisse beschreibt das US-Außenministerium unter https://history.state.gov/milestones/1969-1976/nixon-shock.

Aus Sicht der Österreichischen Schule beginnt die Abkehr von hartem Geld aber früher. Murray Rothbard datierte den entscheidenden Bruch auf die Gründung der Federal Reserve 1913, die eine elastische, also ausweitbare Geldmenge schuf und die Geldschöpfung zentralisierte. Der formale Goldstandard bestand zwar bis 1933 fort, institutionell war der Weg zum Fiat-Geld aber schon angelegt. 1933 und 1971 waren in dieser Lesart nur die letzten Schritte.

Wie der Goldpreis zu schwanken begann und Bitcoin als hartes Geld

Nach 1971 war Gold nicht mehr fixiert. Der Preis schwankte frei und stieg über die Jahrzehnte stark, während die feste Wechselkursordnung zerfiel und die Währungen ab 1973 flexibel wurden. Die Folie verbindet damit die These, Aktienmärkte stiegen, sobald Geld in Umlauf komme.

Diese These ist zu vereinfacht. Geldausweitung kann Vermögenspreise langfristig heben, wirkt aber nicht mechanisch. Gerade die 1970er Jahre brachten trotz hohem Geldwachstum schwache reale Aktienrenditen und einen schweren Einbruch 1973 und 1974. Der Zusammenhang ist eine umstrittene Tendenz, kein Gesetz.

Bitcoin lässt sich als digitale Rückkehr zu hartem Geld einordnen. Sein Anker ist nicht eine Behörde, sondern das feste Angebot im Protokoll selbst, das sich nicht wie 1971 per Dekret kappen lässt. Saifedean Ammous sieht darin den entscheidenden Unterschied zu staatlichem Geld.

Einzuschränken ist zweierlei. Die populäre Erzählung, alles habe sich 1971 verändert, überzeichnet die Monokausalität, denn viele Entwicklungen haben andere Ursachen wie Globalisierung und Technik. Und Bitcoins starres Angebot ist eine bewusste Wahl mit eigenen Nachteilen, etwa fehlender Flexibilität in Krisen. Was hartes Geld in der Praxis leistet, bleibt eine offene Frage.

Im vorherigen Bildungsartikel ging es um Bretton Woods und wie der Dollar zur Weltreservewährung wurde.

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