Währungsmanipulation und Handel: Warum Staaten ihre Währung absichtlich schwächen
Währungsmanipulation und Handel stehen in einem direkten Zusammenhang. Wenn ein Staat seine Währung gezielt abwertet, verbilligt er seine Exporte auf dem Weltmarkt. Was auf den ersten Blick wie ein wirtschaftspolitischer Vorteil wirkt, hat Konsequenzen für Handelspartner, für die eigene Bevölkerung und für die Stabilität des internationalen Handels insgesamt. Das Fiat-Geldsystem ermöglicht diese Eingriffe, weil Wechselkurse nicht mehr an einen physischen Anker gebunden sind.
Wer von einer schwachen Währung profitiert
Eine abgewertete Währung macht Exportgüter für ausländische Käufer billiger. Unternehmen, die in der abgewerteten Währung produzieren und in Fremdwährung verkaufen, erzielen höhere Margen.
China hält den Yuan seit Jahrzehnten durch Devisenmarktinterventionen niedrig, indem die Zentralbank große Mengen an US-Dollar aufkauft und so das Angebot an Yuan auf dem Devisenmarkt erhöht.
Japan verfolgt eine ähnliche Strategie mit dem Yen. Das Ergebnis sind chronische Exportüberschüsse, die auf Kosten der Handelspartner entstehen. In der Ökonomie wird dieses Vorgehen als Beggar-thy-Neighbor-Politik bezeichnet: Der eigene Vorteil wird durch die Benachteiligung anderer erzielt.
Die Profiteure sind exportorientierte Industrien und die Regierungen, die über steigende Handelsüberschüsse ihre wirtschaftliche Position stärken. Die Kosten tragen die Handelspartner in Form von Defiziten und Arbeitsplatzverlusten.
Fiat-Geld und die Logik der Währungskriege
Währungsmanipulation und Handel sind im Fiat-System strukturell miteinander verknüpft, weil es keine natürliche Begrenzung für Wechselkurseingriffe gibt. Unter dem Goldstandard war der Wechselkurs an den Goldgehalt einer Währung gebunden. Abwertungen erforderten eine reale Verringerung der Goldreserven und waren dadurch begrenzt.
Im Fiat-System entfällt diese Schranke. Zentralbanken können über Leitzinsen, Anleihekäufe und Devisenmarktinterventionen den Wert ihrer Währung nahezu beliebig steuern. Das Nakamoto Institute analysiert die ökonomische Logik hinter der Abkehr vom Goldstandard und die Folgen für internationale Währungsverhältnisse mit Fokus auf dem bekannten Slogan:
End the FED.
Diese Möglichkeit erzeugt einen Anreiz zur kompetitiven Abwertung. Wenn ein Land seine Währung schwächt, reagieren Handelspartner mit eigenen Abwertungen. Das Ergebnis ist ein Abwertungswettlauf, bei dem sich die Vorteile gegenseitig aufheben, aber die Unsicherheit für Unternehmen und Investoren steigt.
Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega erklärte 2010 offiziell den Ausbruch eines globalen Währungskriegs. Die Währungskriege der 1930er Jahre zeigten, wohin solche Spiralen führen können: zum Zusammenbruch des internationalen Handels.
Warum Abwertung die eigene Bevölkerung trifft
Die Kosten einer Abwertung werden selten offen kommuniziert. Wenn die eigene Währung an Wert verliert, steigen die Preise für importierte Güter. Energie, Nahrungsmittel und Rohstoffe, die in Fremdwährung gehandelt werden, werden teurer.
Der Lebensstandard sinkt, weil die Kaufkraft des Einkommens fällt. Auslandsreisen und in Fremdwährung denominierte Schulden werden ebenfalls teurer. Die Bevölkerung zahlt den Preis für einen Wettbewerbsvorteil, von dem primär exportorientierte Unternehmen profitieren.
Friedrich August von Hayek sah in der staatlichen Kontrolle über das Geld die Wurzel dieses Problems. Solange eine zentrale Instanz den Wechselkurs steuern kann, wird sie es im eigenen Interesse tun.
Hayek forderte deshalb einen Wettbewerb der Währungen, in dem sich das stabilste Geld am Markt durchsetzt, nicht das politisch nützlichste.
Bitcoin entzieht sich diesem Mechanismus vollständig. Es gibt keinen Wechselkurs, der von einer Zentralbank manipuliert werden kann, keine kompetitive Abwertung und keinen Währungskrieg. Der Bitcoin-Kurs schwankt zwar erheblich gegenüber Fiat-Währungen, doch diese Schwankungen entstehen am Markt, nicht durch politische Entscheidung.
Die Geldmenge ist im Protokoll festgelegt und für jeden Teilnehmer überprüfbar. Ob Bitcoin damit langfristig als neutrales Tauschmittel für den internationalen Handel dienen kann, ist eine offene Frage. Was es jedoch strukturell ausschließt, ist genau das Problem, das Währungsmanipulation und Handel seit Jahrzehnten belastet: die Möglichkeit, Geld als geopolitische Waffe einzusetzen.
Im vorherigen Artikel haben wir erklärt, warum Bankeinlagen im Fiat-System kein sicheres Geld sind.