Sparkasse startet Bitcoin-Handel ab Oktober

Sparkasse startet Bitcoin-Handel ab Oktober

Der Bitcoin Bankensektor in Deutschland erreicht mit der Sparkassen-Finanzgruppe ab Oktober 2026 einen neuen Meilenstein: Über die App können Kunden dann Bitcoin, Ethereum, Solana, Polygon und XRP handeln. Verantwortlich ist die DekaBank, die eine feste Ordergebühr von 99 Cent plus Spread erhebt.

Sparkasse startet Bitcoin-Handel ab Oktober

Die Sparkassen-Finanzgruppe bringt den Bitcoin-Handel ab Mitte Oktober 2026 in die eigene App, das bestätigen mehrere Berichte vom 9. September 2026 übereinstimmend. Kunden können dann direkt über die Sparkassen-App Bitcoin sowie Ethereum, Solana, Polygon und XRP kaufen und verkaufen. Eine erste Testphase mit ausgewählten Nutzern läuft bereits seit September. Der Bitcoin Bankensektor in Deutschland bekommt damit einen neuen, gewichtigen Akteur.

Verantwortlich ist die DekaBank, eine hundertprozentige Tochter der Sparkassen-Finanzgruppe. Das Angebot läuft unter dem Namen Krypto powered by Deka. Nach der internen Testphase beginnt Mitte Oktober der gestaffelte Rollout an die teilnehmenden Institute. Pro Order fällt eine feste Gebühr von 99 Cent an, hinzu kommt ein von der DekaBank festgelegter Spread.

Deutschlands größtes Bankennetzwerk integriert Bitcoin

Der Bitcoin Bankensektor in Deutschland bewegt sich damit deutlich schneller als noch vor wenigen Jahren. Die Sparkassen-Finanzgruppe ist mit rund 50 Millionen Kunden und knapp 350 eigenständigen Sparkassen das größte Bankennetzwerk des Landes. Technisch stützt sich das Angebot auf die 2025 ausgebaute Partnerschaft der DekaBank mit der Börse Stuttgart Digital, die die Handelsinfrastruktur für den Bitcoin Bankensektor bereitstellt.

Jede Sparkasse entscheidet eigenständig, ob und wann sie die Funktion für ihre Kunden freischaltet. Einen verbindlichen bundesweiten Starttermin gibt es deshalb nicht. Für Bestandskunden entfällt trotzdem erstmals der Umweg über eine separate Krypto-Börse oder einen Broker.

Bitcoin-Zugang für Millionen privater Sparer

Millionen Sparkassen-Kunden können künftig Bitcoin kaufen, ohne ihre Hausbank zu wechseln oder ein neues Depot zu eröffnen. Die Verwahrung der Coins übernimmt dabei die DekaBank über die Infrastruktur der Börse Stuttgart Digital, nicht der einzelne Kunde selbst. Für viele Sparer ist es der erste direkte Kontakt mit Bitcoin überhaupt.

Wer Bitcoin über die Sparkassen-App hält, gibt die Verwahrung an die Bank ab, statt den privaten Schlüssel selbst zu kontrollieren. Diese Abwägung zwischen einfachem Zugang und Selbstverwahrung bleibt jedem Sparer selbst überlassen.

Erstmals macht die Sparkassen-Finanzgruppe Bitcoin damit für einen Großteil der deutschen Bevölkerung ohne Umweg zugänglich. Am festen Angebot von 21 Mio. Bitcoin ändert der neue Vertriebsweg nichts, nur der Zugang dazu wird einfacher.

Offen bleibt, wie viele der knapp 350 Sparkassen die Funktion tatsächlich zeitnah freischalten. Der gestaffelte Rollout ab Mitte Oktober entscheidet, wie schnell aus dem Angebot ein flächendeckender Standard wird.

Wir berichteten über die Krypto-Verwahrlizenz deutscher Banken.

Bitcoin-Besteuerung: Linke fordert Steuer auf Altbestände

Bitcoin-Besteuerung: Linke fordert Steuer auf Altbestände

Die Linke fordert eine Bitcoin-Besteuerung auch für Altbestände: Finanzpolitikerin Isabelle Vandre verlangt neben dem Ende der Haltefrist auch die Abschaffung des geplanten Bestandsschutzes für bereits gekaufte Kryptowerte. Betroffen wären Anleger, die ihre Coins schon vor einer Gesetzesänderung erworben haben.

Isabelle Vandre fordert Besteuerung von Altbeständen

Die Linksfraktion hat ihre Forderung nach einer schärferen Bitcoin-Besteuerung in dieser Woche verschärft: Finanzpolitikerin Isabelle Vandre verlangt, dass auch bereits gehaltene Kryptowerte rückwirkend besteuert werden, nicht nur künftige Käufe. Bislang sieht der Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums für Altbestände einen Bestandsschutz vor, der nach Vandres Vorstellung ersatzlos entfallen soll.

Aktuell bleiben Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin nach einem Jahr Haltefrist gemäß Paragraf 23 Einkommensteuergesetz steuerfrei, ebenso wie bei Gold oder Devisen. Das Bundesfinanzministerium plant im Rahmen der für 2027 angekündigten Reform, diese Frist für Neuerwerbe abzuschaffen. Für Bestände, die vor dem Stichtag gekauft wurden, sollte die bisherige Regelung nach dem bisherigen Entwurf weiterlaufen.

Haltefrist genügt nicht: Neue Forderung nach retroaktiver Krypto-Steuer

Die Linke geht mit ihrer Forderung deutlich über den Regierungsentwurf hinaus. Kryptowerte sollen nach ihrem Modell künftig in den Katalog des Paragrafen 20 Einkommensteuergesetz aufgenommen werden, rückwirkend zum Tag der Gesetzesverkündung. Die schärfere Bitcoin-Besteuerung soll laut Vandre unabhängig vom Erwerbszeitpunkt für alle Bestände gelten. Damit entfiele nicht nur die Haltefrist, sondern auch der persönliche Steuersatz zugunsten einer pauschalen Kapitalertragsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag.

In einer Stellungnahme der Linksfraktion wirft Vandre der Regierung vor, mit dem Bestandsschutz der Krypto-Lobby entgegenzukommen. Zusätzlich fordert die Linke eine Wegzugsbesteuerung nach Paragraf 6 Außensteuergesetz, wie sie bereits für Aktienbestände gilt. Wer Deutschland verlässt, müsste demnach auch unrealisierte Bitcoin-Gewinne versteuern, bevor er sein Vermögen mitnehmen darf.

Rückwirkung ohne Übergangsfrist: Das fordert die Linke von Bitcoin-Haltern

Für Anleger, die ihre Coins über Jahre in Selbstverwahrung gehalten haben, würde der Vorstoß bedeuten, dass Planungssicherheit nachträglich entzogen wird. Die Bitcoin-Besteuerung von Altbeständen ohne Übergangsfrist träfe damit gerade jene, die sich bewusst gegen kurzfristigen Konsum und für langfristiges Sparen entschieden haben. Wie stark der Staat auf bereits abgeschlossene Kaufentscheidungen zugreifen darf, bleibt eine offene Frage zwischen Dezentralität und Staatskontrolle über privates Eigentum.

Eine rückwirkende Steuerpflicht ohne Vertrauensschutz verschiebt das Risiko einseitig auf den Sparer, der auf geltendes Recht vertraut hatte. Wer Vermögen langfristig plant, muss künftig auch mit nachträglichen Eingriffen in bereits getroffene Entscheidungen rechnen.

Ob sich die Forderung der Linken im weiteren Gesetzgebungsverfahren durchsetzt, ist offen. Die Koalition hat sich bislang nicht dazu positioniert.

Wir berichteten über die geplante Abschaffung der Krypto-Haltefrist im Finanzbericht 2027.

Bitcoin & Ethereum mit Scam Pump?

Bitcoin & Ethereum mit Scam Pump?

Bitcoin & Ethereum haben gestern kurz Hoffnung bekommen, als es Meldungen gab, dass der Clarity-Act kurz vor der Genehmigung stand. Diese Hoffnung hat die Kurse nach oben getrieben, bis es heute Nacht dann hieß: Die Demokraten haben abgelehnt! Somit müssen wir uns wieder auf das wesentliche konzentrieren, dass sieht jedoch nicht besser aus … 

In Kürze

  • Bitcoin Chartanalyse
  • Bitcoin Ausblick
  • Ethereum Chartanalyse

Bitcoin Chartanalyse

Quelle: Tradingview*

Die Inflation steigt, der Krieg geht weiter & die ÖL-Preise explodieren. Die Probleme an den Märkten werden immer größer und trotzdem hält sich Bitcoin (BTC) weiterhin stabil in unserer Range seit Wochen.

Letzte Woche gab es sogar einen Pump nach den Inflationsdaten, welcher jedoch nur wenig später wieder massiv abverkauft wurde. Trotzdem können wir uns im Bereich zwischen 77.000 – 78.000 USD stabil halten.

Die Marktteilnehmer scheinen damit zufrieden sein, trotzdem wächst im Hintergrund der Druck immer weiter und auch die Anleihen-Märkte sprechen mehr und mehr für Risk-Off, was für Bitcoin noch ein Problem werden könnte.

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Bitcoin Ausblick

Quelle: Tradingview*

Somit bleibt für mich auch der Ausblick unverändert. Wir sollten noch vor einem weiteren Abverkauf stehen! Die FED wird morgen die Zinsen um 0,25% erhöhen, dass ist mit hoher Wahrscheinlichkeit sicher.

Dann wird es auf die Rede von Warsh ankommen. Ist er extrem Hawkish und kündigt sofort weitere Erhöhungen an oder hält er sich zurück. Der Markt erwartet mittlerweile mindestens 3 Erhöhungen. Dies könnte zu weiteren Druck im Anleihemarkt führen und zu sinkenden Kursen.

Somit gilt es Bitcoin vor allem im Bereich zwischen 65.000 – 70.000 USD zu beobachten und die Reaktion abzuwarten. Sollten wir uns hier stabilisieren, ist es ein gutes Zeichen, ansonsten könnte weiterhin ein tieferes Tief bevorstehen.

Ethereum Chartanalyse

Quelle: Tradingview*

Bei Ethereum (ETH) sehen wir die gleiche Price-Action. Auch hier haben wir einen massiven Wick letzte Woche hinterlassen, welchen wir nun gestern Abend gefüllt haben, zumindest zu großen Teilen.

Seitdem sehen wir auch hier wieder einen leichten Abverkauf. Die Marktlage lässt es einfach nicht zu und es fliesst kein neues Kapital in den Altcoin-Markt, weshalb auch Ethereum noch ordentlich unter Druck geraten könnte.

Wir haben eine massive Ineffizienz unter uns liegen. Diese sollte sich der Markt bis ca. 2.000 USD noch holen, bevor wir uns über einen Boden Gedanken machen sollten. Bisher sieht die Akkumulation sehr schwach aus und bei einem Bitcoin Crash, wird es Ethereum direkt mitziehen.

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Aufbau einer Bitcoin-Transaktion: Daten und Signatur

Aufbau einer Bitcoin-Transaktion: Daten und Signatur

Eine Bitcoin Transaktion besteht aus zwei Bestandteilen: Basisdaten und einem digitalen Zeugen. Der Artikel erklärt, wie beide zusammenwirken und wie Upgrades wie Lightning darauf aufbauen.

Die zwei Bestandteile einer Bitcoin-Transaktion

Jede Bitcoin Transaktion enthält zunächst die Basisdaten: die Anzahl der Bitcoin und die Zieladresse. Diese Angaben legen fest, wie viel Wert wohin fließen soll. Die Adresse ist kein Konto im klassischen Sinn, sondern ein kryptografisch abgeleitetes Ziel, das nur der Empfänger mit dem passenden Schlüssel weiterverwenden kann. Ohne Basisdaten gäbe es keine Transaktion.

Der zweite Bestandteil ist der Zeuge, im Sprachgebrauch Witness genannt. Er besteht aus Code beziehungsweise einer digitalen Signatur, die beweist, dass der Absender über die eingesetzten Bitcoin verfügen darf. Erst durch den Zeugen wird aus einer Behauptung ein gültiger Übertrag. Das Netzwerk prüft die Signatur gegen den öffentlichen Schlüssel, bevor eine Transaktion bestätigt wird.

Der Zeuge: Signatur statt Vertrauen

Die Trennung von Basisdaten und Zeuge folgt einem Upgrade, das als SegWit bekannt ist. Seitdem wird die Signatur separat von den Transaktionsdaten gespeichert, was Kapazität freisetzt und technische Schwächen behebt. Wer den Ablauf nachvollziehen will, findet bei learnmeabitcoin eine strukturierte Aufschlüsselung der Felder.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Bitcoin und Krypto insgesamt: Nicht jedes Netzwerk trennt Daten und Zeuge gleich. Die Struktur der Bitcoin Transaktion ist öffentlich einsehbar, jeder Teilnehmer kann sie in der Blockchain nachvollziehen. Das schafft Transparenz, ohne dass Identitäten preisgegeben werden.

Erweiterbar ohne Vertrauen: Upgrades wie Lightning

Das Grundgerüst aus Basisdaten und Zeuge lässt sich erweitern, ohne das Prinzip zu verändern. Lightning nutzt signierte Transaktionen außerhalb der Haupt-Blockchain, um Zahlungen schneller abzuwickeln. Die Logik aus Betrag, Adresse und Signatur bleibt erhalten, nur die Ausführungsebene ändert sich.

Damit zeigt die Bitcoin Transaktion im Kleinen, was das System ausmacht: eine feste Regelbasis, die Innovation zulässt, ohne die Grundlage preiszugeben. Übertragen auf die Österreichische Schule erklärt sich dieser Aufbau aus dem Prinzip der spontanen Ordnung: feste Regeln ermöglichen freiwillige Kooperation ohne zentrale Genehmigungsinstanz. Friedrich August von Hayek beschrieb, wie aus dezentralen, regelgebundenen Handlungen eine Ordnung entsteht, die kein Zentralplaner hätte entwerfen können. Genau das leistet die Signatur als Zeuge: Sie ersetzt Vertrauen in eine dritte Partei durch überprüfbaren Nachweis.

Bitcoin ist damit die technische Umsetzung eines ökonomischen Prinzips: Eigentum muss nachweisbar sein, ohne dass eine Autorität es bestätigt. Die feste Obergrenze von 21 Mio. Bitcoin und das Proof-of-Work-Verfahren sichern, dass diese Nachweisbarkeit nicht durch beliebige Angebotsausweitung entwertet wird. Offen bleibt, wie weit sich das Grundgerüst erweitern lässt, ohne die Basisebene zu gefährden. Lightning ist in der Praxis etabliert, weitere Upgrades sind Gegenstand technischer Debatten, keine gesicherte Zukunftsgewissheit.

Im vorherigen Bildungsartikel berichteten wir ueber Kontrolle über Bitcoin: Warum Nutzer stärker sind als Miner.

Telegram-Marktplatz-Sperre: Secret Service friert 52,8 Millionen Dollar ein

Telegram-Marktplatz-Sperre: Secret Service friert 52,8 Millionen Dollar ein

Die Telegram-Marktplatz-Sperre des US Secret Service erfasst 52,8 Mio. US-Dollar in Stablecoins aus 52 Wallets des Handelsplatzes Xinbi. Das US-Finanzministerium stufte Xinbi am selben Tag als kriminelle Organisation ein.

Xinbi-Telegram: Wie der Scam-Marktplatz lief

Die Telegram-Marktplatz-Sperre des US Secret Service, der in den USA auch Finanzdelikte verfolgt, traf am Dienstag, 8. September 2026, 52,8 Mio. US-Dollar in Tether, einem an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin. Betroffen sind 52 Wallets des chinesischsprachigen Handelsplatzes Xinbi Guarantee. Die Ermittler stützten sich auf Daten der Blockchain-Analysefirma Elliptic, die Xinbis Wallet-Infrastruktur seit mehreren Jahren beobachtet. Am selben Tag stufte das US-Finanzministerium Xinbi als transnationale kriminelle Organisation ein.

Xinbi arbeitete als Treuhand-Marktplatz: Ein Garantiedienst hielt Zahlungen zwischen Anbieter und Käufer bis zur Lieferung. Über die Plattform wurden nach Angaben von Elliptic Erlöse aus Anlagebetrug, Geldwäschedienste, gestohlene Daten und Ausrüstung für Betrugszentren in Südostasien gehandelt. Seit 2022 setzten Xinbi und seine Händler mindestens 24 Mrd. US-Dollar um.

Damit ist Xinbi der zweitgrößte bekannte illegale Online-Marktplatz. Nur Huione Guarantee lag mit 31 Mrd. US-Dollar davor, bevor Telegram den Kanal im Mai 2025 sperrte.

Telegram-Kanal als zentraler Marktplatz-Knotenpunkt

Der Marktplatz lief nicht über eine eigene Webseite, sondern über Telegram-Gruppen und -Kanäle. Dort liefen Angebot, Bewertungssystem und Streitschlichtung zusammen. Diese Bündelung macht den Betreiber angreifbar: Fällt der Kanal weg oder werden die Wallets identifiziert, bricht das Geschäft zusammen.

Genau hier setzte die Telegram-Marktplatz-Sperre an. Weil die Gelder in nur 52 Adressen lagen, konnte der Emittent von Tether die Bestände nach dem Hinweis der Ermittler einfrieren. Die zugrunde liegende Datenbank der Stablecoin wird zentral geführt, Guthaben lassen sich auf Anweisung sperren. Die Sanktionsbekanntmachung veröffentlichte das US-Finanzministerium auf seiner Liste der jüngsten Maßnahmen.

Die zuständige US-Justizeinheit Scam Center Strike Force beziffert die seit November 2025 sichergestellten Werte nun auf 938 Mio. US-Dollar. Xinbi nannte das Einfrieren unrechtmäßig.

Zentralisierte Verwahrung in dezentralem Gewand

Der Fall zeigt, wie weit die behördliche Kontrolle über Krypto-Bestände reicht, sobald diese bei einem Emittenten liegen. Ein Stablecoin wie Tether wird über öffentliche Netzwerke übertragen, seine Deckung und seine Sperrfunktion liegen aber bei einem Unternehmen. Wer solche Einheiten hält, trägt ein Gegenparteirisiko wie bei einem Bankguthaben.

Die Telegram-Marktplatz-Sperre erreichte kriminelle Erlöse, weil dieselbe zentrale Technik jedes Guthaben auf Anweisung einfrieren kann. Bitcoin kennt keine solche zentrale Sperrstelle, dafür fehlt die feste Bindung an einen US-Dollar-Wert, und die Menge bleibt auf 21 Mio. Einheiten begrenzt.

Ob die Sperre dauerhaft Bestand hat, hängt von den laufenden Verfahren ab; die bislang 938 Mio. US-Dollar sind Sicherstellungen, keine rechtskräftigen Einziehungen.

Wir berichteten über die Sperrung von Huione Guarantee im Mai 2025.

Bitcoin Steuerbefreiheit: Gesetzentwurf plant Befreiung von Altbeständen

Bitcoin Steuerbefreiheit: Gesetzentwurf plant Befreiung von Altbeständen

Ein Gesetzentwurf sieht eine Bitcoin Steuerbefreiheit für alle bis 31. Dezember 2026 erworbenen Altbestände vor. Ab 2027 gekaufte Kryptowerte sollen die einjährige Haltefrist verlieren.

Bitcoin Steuerbefreiheit für Altbestände

Ein im September 2026 bekannt gewordener Gesetzentwurf zur höheren Besteuerung von Kryptowerten sieht eine Bitcoin Steuerbefreiheit für alle bis zum 31. Dezember 2026 erworbenen Altbestände vor. Wer Bitcoin bis zu diesem Stichtag kauft, bleibt nach dem Entwurf unter der bisherigen Regel: Nach einer Haltefrist von zwölf Monaten sind Veräußerungsgewinne im Privatvermögen steuerfrei. Beschlossen ist der Entwurf noch nicht.

Für Kryptowerte, die ab dem 1. Januar 2027 angeschafft werden, soll die einjährige Haltefrist entfallen. Gewinne aus diesen Beständen wären dann bei jedem Verkauf steuerpflichtig, unabhängig von der Haltedauer. Die Neuregelung soll nach dem Entwurf ab 2028 greifen.

Die Bundesregierung begründet den Schritt mit der Angleichung an andere Kapitaleinkünfte und einer erwarteten Mehreinnahme für den Fiskus. Den Verzicht auf eine rückwirkende Erfassung bestehender Bestände stützt der Entwurf auf den Vertrauensschutz der Anleger.

Haltefrist bestimmt die Steuerbefreiung

Bitcoin und andere Kryptowerte gelten im deutschen Steuerrecht bislang als andere Wirtschaftsgüter nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Ein Verkaufsgewinn bleibt steuerfrei, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung mehr als ein Jahr liegt. Unterhalb der jährlichen Freigrenze von 1.000 Euro bleiben Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften ohnehin steuerfrei.

Diese einjährige Haltefrist will der Gesetzentwurf für neu erworbene Kryptowerte streichen. Der Entwurf trennt damit zwei Gruppen. Wer Altbestände hält und die Haltefrist erfüllt hat, behält die Bitcoin Steuerbefreiheit dauerhaft. Das geht aus dem Gesetzentwurf hervor, der dem Bundestag vorliegt. Wer ab 2027 kauft, fällt unter die reguläre Besteuerung der Gewinne.

Altbestände bekommen eigene Regeln

Der Entwurf verzichtet darauf, vorhandene Bestände rückwirkend zu erfassen. Für die Zuordnung von Alt- und Neubeständen bei späteren Teilverkäufen sieht er eine Reihenfolge nach dem Prinzip zuerst angeschafft, zuerst veräußert vor. Damit hängt die Steuerlast künftig vom genauen Anschaffungsdatum jeder einzelnen Position ab. Wer vor und nach dem Stichtag kauft, muss beide Tranchen getrennt dokumentieren.

Für bestehende Bitcoin-Bestände bleibt die Bitcoin Steuerbefreiheit erhalten, sofern sie bis Jahresende 2026 angeschafft und mindestens ein Jahr gehalten wurden. Ab 2027 entfällt der steuerliche Vorteil der langen Haltedauer, was den Anreiz zum mehrjährigen Halten mindert.

Offen ist, ob der Stichtag 31. Dezember 2026 das parlamentarische Verfahren unverändert übersteht. Bis zu einem Beschluss bleibt die zwölfmonatige Haltefrist die geltende Regel für alle Bestände.

Wir berichteten über die geplante Abschaffung der Krypto-Haltefrist.

DATUM: 10.09.26