Bitcoin Steuerbefreiheit: Gesetzentwurf plant Befreiung von Altbeständen

Bitcoin Steuerbefreiheit: Gesetzentwurf plant Befreiung von Altbeständen

Ein Gesetzentwurf sieht eine Bitcoin Steuerbefreiheit für alle bis 31. Dezember 2026 erworbenen Altbestände vor. Ab 2027 gekaufte Kryptowerte sollen die einjährige Haltefrist verlieren.

Bitcoin Steuerbefreiheit für Altbestände

Ein im September 2026 bekannt gewordener Gesetzentwurf zur höheren Besteuerung von Kryptowerten sieht eine Bitcoin Steuerbefreiheit für alle bis zum 31. Dezember 2026 erworbenen Altbestände vor. Wer Bitcoin bis zu diesem Stichtag kauft, bleibt nach dem Entwurf unter der bisherigen Regel: Nach einer Haltefrist von zwölf Monaten sind Veräußerungsgewinne im Privatvermögen steuerfrei. Beschlossen ist der Entwurf noch nicht.

Für Kryptowerte, die ab dem 1. Januar 2027 angeschafft werden, soll die einjährige Haltefrist entfallen. Gewinne aus diesen Beständen wären dann bei jedem Verkauf steuerpflichtig, unabhängig von der Haltedauer. Die Neuregelung soll nach dem Entwurf ab 2028 greifen.

Die Bundesregierung begründet den Schritt mit der Angleichung an andere Kapitaleinkünfte und einer erwarteten Mehreinnahme für den Fiskus. Den Verzicht auf eine rückwirkende Erfassung bestehender Bestände stützt der Entwurf auf den Vertrauensschutz der Anleger.

Haltefrist bestimmt die Steuerbefreiung

Bitcoin und andere Kryptowerte gelten im deutschen Steuerrecht bislang als andere Wirtschaftsgüter nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Ein Verkaufsgewinn bleibt steuerfrei, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung mehr als ein Jahr liegt. Unterhalb der jährlichen Freigrenze von 1.000 Euro bleiben Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften ohnehin steuerfrei.

Diese einjährige Haltefrist will der Gesetzentwurf für neu erworbene Kryptowerte streichen. Der Entwurf trennt damit zwei Gruppen. Wer Altbestände hält und die Haltefrist erfüllt hat, behält die Bitcoin Steuerbefreiheit dauerhaft. Das geht aus dem Gesetzentwurf hervor, der dem Bundestag vorliegt. Wer ab 2027 kauft, fällt unter die reguläre Besteuerung der Gewinne.

Altbestände bekommen eigene Regeln

Der Entwurf verzichtet darauf, vorhandene Bestände rückwirkend zu erfassen. Für die Zuordnung von Alt- und Neubeständen bei späteren Teilverkäufen sieht er eine Reihenfolge nach dem Prinzip zuerst angeschafft, zuerst veräußert vor. Damit hängt die Steuerlast künftig vom genauen Anschaffungsdatum jeder einzelnen Position ab. Wer vor und nach dem Stichtag kauft, muss beide Tranchen getrennt dokumentieren.

Für bestehende Bitcoin-Bestände bleibt die Bitcoin Steuerbefreiheit erhalten, sofern sie bis Jahresende 2026 angeschafft und mindestens ein Jahr gehalten wurden. Ab 2027 entfällt der steuerliche Vorteil der langen Haltedauer, was den Anreiz zum mehrjährigen Halten mindert.

Offen ist, ob der Stichtag 31. Dezember 2026 das parlamentarische Verfahren unverändert übersteht. Bis zu einem Beschluss bleibt die zwölfmonatige Haltefrist die geltende Regel für alle Bestände.

Wir berichteten über die geplante Abschaffung der Krypto-Haltefrist.

DATUM: 10.09.26

PayPal startet PYUSDx: Plattform für unternehmenseigene Stablecoins

PayPal startet PYUSDx: Plattform für unternehmenseigene Stablecoins

Die PayPal Stablecoin Plattform PYUSDx hat am 9. September 2026 nach Angaben des Infrastruktur-Partners M0 die Marke von 100 Millionen US-Dollar an verarbeitetem Volumen überschritten. Über die Schnittstelle bauen bereits drei externe Projekte eigene, PYUSD-gedeckte Token.

PayPal eröffnet Stablecoin-Plattform für Unternehmen

Die PayPal Stablecoin Plattform PYUSDx hat nach Angaben des Infrastruktur-Partners M0 vom 9. September 2026 die Marke von 100 Millionen US-Dollar an verarbeitetem Volumen überschritten. Über die Plattform können Unternehmen eigene, an PayPals Stablecoin PYUSD gekoppelte Token ausgeben, ohne eine eigene Abwicklungs- und Verwahrinfrastruktur aufzubauen. Bereits drei externe Projekte nutzen die Schnittstelle produktiv.

Vorgestellt wurde die PayPal Stablecoin Plattform bereits am 27. Februar 2026, gemeinsam mit den Infrastruktur-Anbietern M0 und MoonPay. M0 stellt die technische Ausgabe- und Abwicklungsschicht. MoonPay verwahrt die PYUSD-Reserven, die als Deckung hinter den neuen Token stehen, und liefert Transparenzberichte über die Sicherheiten. PayPal bezeichnet sich damit nach eigenen Angaben als erste große Zahlungsmarke, die ihren Stablecoin für fremde Anwendungen öffnet.

Von PYUSD zu PYUSDx: Der nächste Schritt

PYUSD ist PayPals eigener, US-Dollar gedeckter Stablecoin und existiert seit August 2023. Ausgegeben wird der Token von der Paxos Trust Company, die der Aufsicht des New York State Department of Financial Services untersteht. PYUSD ist nach Unternehmensangaben vollständig durch US-Dollar-Einlagen und kurzlaufende US-Staatsanleihen gedeckt.

Mit PYUSDx verschiebt sich PayPals Rolle: Statt nur eigene Zahlungen abzuwickeln, liefert das Unternehmen Deckung und Infrastruktur für fremde Stablecoins. Details zu Aufbau und Sicherheitenstruktur hat M0 in einer Pressemitteilung veröffentlicht. Zu den ersten Projekten zählen laut M0 die Anwendungen Saturn, Concrete und Cap, die Kredit-, Anlage- und DeFi-Produkte auf Basis PYUSD-gedeckter Token abbilden.

Dezentralisierte Zahlungen unter zentraler Kontrolle

Die Unternehmens-Zahlungen, die über PYUSDx entstehen, laufen technisch auf öffentlichen Blockchains, bleiben in Deckung und Ausgabe aber vollständig zentralisiert. Wer über die PayPal Stablecoin Plattform einen eigenen Token ausgibt, ist von PayPals Reserven, von Paxos als Emittentin und von MoonPays Verwahrung abhängig. Einfrieren oder der Ausschluss einzelner Adressen bleibt technisch möglich, weil eine zentrale Stelle über die Deckung entscheidet. Für Unternehmen, die eigene Token ausgeben wollen, ersetzt das den Aufbau eigener Reserven, nicht aber die Abhängigkeit von einer dritten Partei.

Die Kontrolle über Geldmenge und Deckung liegt bei PYUSDx weiter bei einzelnen Unternehmen, nicht bei einem für alle einsehbaren, regelbasierten Protokoll.

Bitcoins Obergrenze von 21 Millionen Einheiten hängt dagegen von keiner Verwahrstelle und keiner Unternehmensentscheidung ab.

Wir berichteten über PayPals Kryptodienste für US-Unternehmen.

Kontrolle über Bitcoin: Warum Nutzer stärker sind als Miner

Kontrolle über Bitcoin: Warum Nutzer stärker sind als Miner

Kontrolle über Bitcoin lag historisch nicht allein bei den Minern, sondern bei den Nutzern des Netzwerks. Am Beispiel der Block Size Wars und des User Activated Soft Fork von 2017 zeigt sich, wie die wirtschaftliche Mehrheit die Regeln von Bitcoin durchsetzt.

Kontrolle über Bitcoin vor 2017

Kontrolle über Bitcoin lag in den ersten Jahren scheinbar bei den Minern, die mit ihrer Rechenleistung neue Blöcke fanden. Diese Annahme prägte lange die öffentliche Wahrnehmung des Netzwerks. Die Block Size Wars von 2015 bis 2017 stellten das infrage. Am Ende stellte sich heraus, wer die Regeln im Bitcoin-Netzwerk tatsächlich durchsetzt.

Der Streit drehte sich um die technische Erweiterung Segregated Witness, kurz SegWit. Ein Teil der Miner verweigerte über ein Jahr lang die Zustimmung, obwohl Entwickler, Börsen und ein Großteil der Full Nodes die Änderung befürworteten. Für die Miner ging es auch um wirtschaftliche Interessen, etwa um Hardware-Optimierungen, die durch SegWit unbrauchbar geworden wären. Der Stillstand machte deutlich: Zustimmung der Miner allein verändert die Netzwerkregeln nicht.

Wirtschaftliche Mehrheit entscheidet

Im Frühjahr 2017 formierte sich ein Gegenvorschlag: der User Activated Soft Fork, kurz UASF, festgehalten in BIP148. Nutzer und Node-Betreiber legten ein festes Datum fest, ab dem ihre Software Blöcke ohne SegWit-Signal ablehnen würde. Ab dem 1. August 2017 verlor jeder nicht angepasste Miner den Anschluss an die von Wirtschaft und Nutzern akzeptierte Kette. Miner lenkten daraufhin ein, ohne dass sich an ihrer Rechenleistung etwas geändert hätte.

Ausschlaggebend war nicht die Hash-Rate, sondern die wirtschaftliche Mehrheit: Börsen, Zahlungsdienstleister, Entwickler und Nutzer, die eine Kette erst durch ihre Nutzung wertvoll machen. Der genaue Einfluss der Miner auf das Regelwerk gilt seither als Referenzpunkt für Diskussionen über Bitcoin-Governance. Miner produzieren Blöcke, doch sie bestimmen nicht, welche Regeln gültig sind.

Kontrolle über Bitcoin als Marktprinzip

Die Ereignisse von 2017 zeigen: Kontrolle über Bitcoin liegt am Ende bei denjenigen, die das Netzwerk nutzen und ihm damit einen Wert zuschreiben. In der Österreichischen Schule beschreibt Ludwig von Mises ein verwandtes Prinzip, die Konsumentensouveränität. Danach entscheidet die Nachfrage der Marktteilnehmer über Erfolg oder Scheitern eines Angebots, nicht die Produzenten allein.

Bitcoin überträgt dieses Prinzip auf Geld: Die Geldpolitik ist durch ein festes Angebot von 21 Millionen BTC und Proof-of-Work vorgegeben und entzieht sich jeder einzelnen Interessengruppe. Miner sichern das Netzwerk ab, können die Spielregeln aber nicht einseitig ändern, solange Nutzer und Node-Betreiber widersprechen. Diese verteilte Kontrolle unterscheidet Bitcoin von zentral gesteuerten Geldsystemen.

Ob sich ein vergleichbarer UASF-Fall wiederholen ließe, ist Theorie und bleibt in der Bitcoin-Community umstritten, keine bewiesene Praxis. Auch der faktische Einfluss einzelner Gruppen wie großer Mining-Pools oder Entwickler-Teams ist debattiert. Belegt ist nur der historische Befund von 2017: Nutzer statt Miner setzten die Regeln durch.

Im vorherigen Bildungsartikel berichteten wir über Bitcoin Governance: Wie Nodes über die Regeln entscheiden.

Block Banklizenz: Dorseys Zahlungskonzern beantragt Trust-Bank bei der OCC

Block Banklizenz: Dorseys Zahlungskonzern beantragt Trust-Bank bei der OCC

Die Block Banklizenz ist beantragt: Der Zahlungskonzern von Jack Dorsey reichte am 8. September 2026 bei der US-Bankenaufsicht OCC einen Antrag für eine unversicherte nationale Trust-Bank ein. Builders Bank & Trust soll Bitcoin und Stablecoins verwahren.

Nationale Banklizenz: Blocks Wendung zur Finanzregulation

Der von Jack Dorsey gegründete Zahlungskonzern Block hat am Dienstag, 8. September 2026, bei der US-Bankenaufsicht OCC einen Antrag auf eine Block Banklizenz eingereicht. Geplant ist eine unversicherte nationale Trust-Bank mit dem Namen Builders Bank & Trust, N.A. Das Institut soll keine Einlagen entgegennehmen, sondern Verwahr- und Treuhanddienste anbieten, darunter für Bitcoin und Stablecoins.

Mit dem Schritt will Block Teile seines bestehenden Geschäfts unter eine bundesstaatliche Aufsicht stellen. Als Präsident und Vorstandschef der geplanten Bank ist Lee Woolley vorgesehen, derzeit bei Block für die Digital-Asset-Strategie zuständig. Einen Zeitplan für eine mögliche Genehmigung nannte das Unternehmen nicht.

OCC-Lizenz: Warum Fintech-Unternehmen zur Bank werden

Block reiht sich in eine Serie von Anträgen ein. Seit 2025 gingen bei der OCC nach Behördenangaben 40 neue Charter-Anträge ein, 21 wurden genehmigt und zwei abgelehnt. Mehrere Krypto- und Zahlungsunternehmen streben eine bundesweite Lizenz an, um Verwahrung, Stablecoin-Geschäft und Zahlungsabwicklung ohne ein Geflecht einzelstaatlicher Genehmigungen zu betreiben.

Eine nationale Trust-Bank untersteht direkt der OCC und darf Vermögenswerte treuhänderisch für Kunden halten. Sie nimmt keine klassischen Spareinlagen an und ist deshalb nicht über die Einlagensicherung FDIC abgesichert. Für Block würde die Block Banklizenz bedeuten, dass die Verwahrung von Bitcoin und Stablecoins künftig nach bundeseinheitlichen Regeln erfolgt. Die Rahmenbedingungen des Verfahrens veröffentlicht die Lizenzierungsstelle der OCC.

Regulatorische Hürden auf Blocks Weg zur Bankenlizenz

Der Antrag ist ein erster Schritt, keine Genehmigung. Die OCC prüft Eigenkapital, Geschäftsmodell, Führungspersonal und Geldwäschekontrollen, bevor sie einen Charter erteilt; solche Verfahren dauern in der Regel viele Monate. Ob Builders Bank & Trust die Block Banklizenz erhält und wann ein Betrieb starten könnte, ist offen. Auch welcher Teil des heutigen Verwahrgeschäfts in die Bank wandert, ist noch nicht beziffert.

Der Kern des Schritts ist die Kontrolle über die Verwahrung. Wer Bitcoin über einen regulierten Treuhänder hält, verlagert die Verfügung über die privaten Schlüssel auf ein Institut und dessen Aufsicht, statt sie selbst zu halten. Eine bundeseinheitliche Lizenz senkt für Block die Kosten der Regelbefolgung und rückt das Geschäft zugleich näher an die staatliche Aufsicht.

Für Kunden verschiebt eine regulierte Verwahrbank die Vertrauensfrage von der Technik hin zur Institution und ihrer Aufsicht. Das auf 21 Mio. Einheiten begrenzte Angebot von Bitcoin bleibt davon unberührt, gleich wer die Coins hält.

Kurzfristig entscheidet die noch ausstehende Prüfung der OCC über den weiteren Weg. Bis zu einer Genehmigung ändert sich am bestehenden Verwahrangebot von Block nichts.

Wir berichteten über die Welle von Charter-Anträgen bei der OCC.

Nu Global: Sygnum bringt Kryptowährungen in den Zahlungsverkehr für Lateinamerika

Nu Global: Sygnum bringt Kryptowährungen in den Zahlungsverkehr für Lateinamerika

Die Schweizer Krypto-Bank Sygnum bringt Kryptowährungen in den Zahlungsverkehr der brasilianischen Digitalbank Nu. Seit dem 10. September 2026 ermöglicht die Partnerschaft Nu-Kunden in mehr als 35 Ländern Kryptotransfers, Stablecoin-Zahlungen und den direkten Kauf von Bitcoin in der neuen App Nu Global.

Sichere Kryptotransfers ohne Bankenzwischenschicht

Die Schweizer Krypto-Bank Sygnum hat am 10. September 2026 eine Partnerschaft mit der brasilianischen Digitalbank Nu verkündet und bringt damit Kryptowährungen in den Zahlungsverkehr von mehr als 140 Mio. Nu-Kunden in Brasilien, Mexiko und Kolumbien. Über das neue Produkt Nu Global sollen Nutzer künftig in mehr als 35 Ländern schnell und ohne Gebühren Geld transferieren können. Sygnum zählt zu den ersten von der Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA lizenzierten Krypto-Banken und übernimmt bei Nu Global die technische und regulatorische Infrastruktur im Hintergrund.

Kundeneinzahlungen wandelt Nu Global automatisch in die Stablecoins USDC und EURC des Emittenten Circle um. Zusätzlich können Nutzer direkt in der App Bitcoin, Ethereum und Solana halten und handeln. Sygnum verwahrt die Vermögenswerte nach eigenen Angaben mit einer Schweizer Bankgarantie. Die Funktion richtet sich vor allem an Nu-Kunden, die im Ausland leben oder arbeiten und bislang auf teure internationale Überweisungen angewiesen waren.

Kryptowährungen Zahlungsverkehr für 70 Millionen Brasilianer

Nu ist nach eigenen Angaben mit über 140 Mio. Kunden die größte Digitalbank Lateinamerikas, den Großteil davon in Brasilien selbst. Grenzüberschreitender Zahlungsverkehr lief für diese Kundenbasis bislang meist über klassische Korrespondenzbanken, mit entsprechenden Gebühren und Wartezeiten.

Details zu den Diensten hat Sygnum in einer Pressemitteilung veröffentlicht. Genannt werden Fiat-zu-Krypto-Konvertierung, Handel, Stablecoins und Verwahrung als Kernleistungen für Nu Global.

Für Kunden in Brasilien, wo Kapitalverkehrskontrollen und Wechselkursschwankungen Auslandstransfers erschweren, bedeutet das direkten Zugang zu Dollar- und Euro-gebundenen Stablecoins sowie zu Bitcoin Transfers über die eigene Banking-App.

Sygnum-Infrastruktur bringt Regulierung zu Nu Global

Sygnum ist in der Schweiz als Bank mit FINMA-Lizenz reguliert und tritt gegenüber Nu als lizenzierter Vermittler für Kryptowährungen im Zahlungsverkehr auf. Der Zeitpunkt fällt in eine Phase, in der Brasiliens Zentralbank nach Medienberichten grenzüberschreitende Krypto-Transaktionen strenger kontrolliert und von Anbietern mehr Transparenz bei Devisengeschäften mit Stablecoins verlangt.

Der Bitcoin-Zugang über Nu Global bleibt dabei custodial: Die privaten Schlüssel verwaltet Sygnum, nicht die Nutzer selbst. Das unterscheidet den Kauf in der App von einer Selbstverwahrung, bei der Anleger die volle Kontrolle über ihre Coins behalten.

Für Nu-Kunden ändert sich damit vor allem der Zugang, nicht das Verwahrrisiko: Wer Bitcoin über Nu Global hält, verlässt sich auf Sygnum als Verwahrer. Die Obergrenze von 21 Mio. Bitcoin bleibt von der Partnerschaft unberührt.

Wir berichteten über das Gesetz, das Bitcoin in Brasilien zum offiziellen Zahlungsmittel machte.

Bitcoin Governance: Wie Nodes über die Regeln entscheiden

Bitcoin Governance: Wie Nodes über die Regeln entscheiden

Bitcoin Governance regelt, wie Änderungen an Bitcoin entstehen und wer sie durchsetzt. Die Block Size Wars zeigen, dass diese Macht bei den Node-Betreibern liegt, nicht bei Bitcoin Core. Der Artikel erklärt, warum Bitcoin Core damit keine zentrale Autorität ist.

Bitcoin Core: Software, nicht Autorität

Bitcoin Governance beschreibt die Frage, wer über die Regeln des Netzwerks entscheidet und wie Änderungen zustande kommen. Jede Bitcoin-Transaktion durchläuft dabei einen festen Ablauf: Sie wird signiert, an das Netzwerk verteilt, von Bitcoin Nodes geprüft und erst dann in einen Block aufgenommen. Dabei folgt diese Prüfung einem Regelwerk, das keine einzelne Stelle festlegt.

Bitcoin Core ist die am weitesten verbreitete Software, mit der Nodes und Miner das Netzwerk betreiben. Entwickler schlagen Änderungen am Code vor, dokumentieren sie in Bitcoin Improvement Proposals und reichen sie zur Prüfung ein. Erst wenn ausreichend viele Teilnehmer einen Vorschlag tatsächlich übernehmen, wird er zur Regel. Bitcoin Core kann Software schreiben, aber niemanden zur Nutzung zwingen.

Block Size Wars: Ein Machtkampf um die Regeln

Wie wenig Macht Entwickler und selbst große Miner tatsächlich besitzen, zeigten die Block Size Wars zwischen 2015 und 2017. Ein Teil der Miner und Unternehmen wollte das Blockgrößenlimit von 1 Megabyte anheben, um mehr Transaktionen pro Block zu ermöglichen. Ein anderer Teil, getragen von einem breiten Nutzer- und Node-Betreiber-Netzwerk, lehnte diesen Eingriff ab und bevorzugte die schonendere Lösung SegWit. Wie ein Full Node solche Regeln überhaupt prüft, erklärt bitcoin.org.

Im August 2017 aktivierte sich SegWit im Netzwerk, nachdem Node-Betreiber durch ihre Software-Wahl den nötigen Rückhalt organisiert hatten. Die Gegenseite spaltete sich ab und startete Bitcoin Cash mit größeren Blöcken. Entscheidend war nicht Rechenleistung oder Entwicklerstimmen, sondern welche Regeln die Mehrheit der Nodes tatsächlich als gültig akzeptierte.

Bitcoin Governance: Verteilte Zustimmung statt Kommando

Die Block Size Wars zeigen das Prinzip hinter Bitcoin Governance in aller Deutlichkeit: Regeln setzen sich nicht durch, weil eine Autorität sie anordnet, sondern weil einzelne Node-Betreiber sie freiwillig übernehmen. Bitcoin Core bleibt dabei Vorschlagsgeber, keine Kontrollinstanz. Ist Bitcoin Core also zentral? Nein, sie kann ihre Regeln nicht gegen den Willen der Nutzer durchsetzen.

Friedrich August von Hayek beschrieb, wie Ordnung ohne zentrale Planung entstehen kann, wenn viele einzelne Akteure nach denselben Regeln handeln und dabei ihr eigenes Wissen nutzen. Nach diesem Muster funktioniert Bitcoin Governance: Zehntausende Node-Betreiber weltweit prüfen unabhängig voneinander dieselben Regeln, ohne dass eine zentrale Stelle diese Prüfung koordiniert. Diese spontane Ordnung macht zentrale Führung überflüssig.

Das feste Angebot von 21 Millionen Bitcoin ist Teil dieses Regelwerks und wurde bislang bei jedem Änderungsversuch verteidigt. Bitcoin Governance beruht auf freiwilliger Zustimmung, die sich theoretisch ändern könnte, auch wenn die bisherige Praxis dagegen spricht. Wer die Geschichte der Block Size Wars kennt, versteht dennoch, wie hoch die Hürde für einen erzwungenen Regelwechsel liegt.

Im vorherigen Bildungsartikel berichteten wir über Steuerung von Bitcoin: Kontrolle ohne zentrale Autorität.