Der Pseudo-Goldstandard einfach erklärt zeigt, wie der Goldstandard zwischen den Weltkriegen verwässert wurde und 1933 in eine staatliche Goldkonfiskation mündete. Der Beitrag erklärt den Gold-Devisen-Standard, die Beschlagnahme von 1933 und was daraus für Bitcoin folgt.

Was der Gold-Devisen-Standard war

Der Pseudo-Goldstandard einfach erklärt bedeutet: Nach dem Ersten Weltkrieg kehrten viele Länder nicht zum echten Goldstandard zurück, sondern zu einer verwässerten Form. Notenbanken hielten ihre Reserven teils in goldgedeckten Fremdwährungen wie Pfund und US-Dollar statt in Gold selbst.

Auf dieser dünneren Goldbasis ließ sich mehr Geld schaffen, was die Inflationsgefahr erhöhte. Diese Ordnung der späten 1920er Jahre brach 1931 zusammen, als Großbritannien das Gold verließ.

USA, übrige Länder und die Goldkonfiskation von 1933

Die USA hielten länger einen volleren Goldstandard mit Goldmünzen im Umlauf, während die meisten anderen Länder den Gold-Devisen-Standard nutzten. In der Großen Depression geriet aber auch dieses System unter Druck.

1933 nahm Präsident Roosevelt die USA innenpolitisch vom Goldstandard, und 1934 wurde der Goldpreis von 20,67 auf 35 US-Dollar je Unze gesetzt, was den Dollar abwertete. Anders als die Folie nahelegt, war das keine kurze, sondern eine dauerhafte Abkehr. Wie Bitcoin diesem Zugriff durch Eigenverwahrung begegnet, erklärt River Learn unter https://river.com/learn/how-to-get-started-self-custody/.

Executive Order 6102 und warum der Staat das Gold einzog

Mit der Executive Order 6102 vom April 1933 zwang die Regierung die Bürger, ihr Gold gegen 20,67 US-Dollar je Unze abzugeben. Privater Goldbesitz blieb bis 1974 weitgehend verboten. Der Zweck war, die Goldreserven zentral zu bündeln und so Spielraum für eine Ausweitung der Geldmenge und die Abwertung zu schaffen.

Aus Sicht der Österreichischen Schule ist das die Kehrseite eines verwässerten Geldstandards. Murray Rothbard sah in der Kreditausweitung auf dünner Goldbasis einen Treiber von Boom und Krise, und der Zugriff von 1933 zeigt, dass der Staat hartes Geld notfalls beschlagnahmen kann.

Hier setzt der Vergleich mit Bitcoin an. Bitcoin in Eigenverwahrung lässt sich nicht so einfach einsammeln wie physische Münzen, weil es keine physische Wegnahme gibt und die Schlüssel im Kopf oder über Grenzen hinweg transportierbar sind. Saifedean Ammous nennt diese Konfiskationsresistenz einen zentralen Vorteil gegenüber Gold.

Einzuschränken ist, dass der Staat seine Zwangsmacht behält. Er kann Bitcoin verbieten, besteuern, überwachen, die Offenlegung erzwingen oder Handelsplätze beschlagnahmen. „Unbeschlagnahmbar“ ist deshalb zu stark; richtig ist, dass Bitcoin unter sauberer Eigenverwahrung konfiskationsresistenter ist als Gold, aber nicht immun. Ob diese Eigenschaft im Ernstfall trägt, ist eine theoretische Erwartung und keine geprüfte Tatsache. Theorie und Praxis sind zu trennen.

Im vorherigen Bildungsartikel ging es um das Ende des Goldstandards und wie der Erste Weltkrieg das harte Geld beendete.

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