Staatliche Bitcoin-Nutzung hat seit 2020 eine neue Dimension erreicht. Laut einer aktuellen Analyse des US-Finanzdienstleisters River haben 50 Länder den Zugang zu Bitcoin erleichtert, während nur vier Staaten den Zugang eingeschränkt haben. Gleichzeitig fordert Iran seit dieser Woche Bitcoin-Zahlungen für die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz.

50 Länder öffnen Bitcoin den Zugang seit 2020

Die Daten zeigen eine eindeutige Richtung. 34 Länder haben Bitcoin-ETFs oder börsengehandelte Produkte genehmigt. Die USA erlauben Banken seit 2025 die Verwahrung von Bitcoin. Hongkong hat im selben Jahr einen Spot-Bitcoin-ETF zugelassen.

Tschechien befreit Bitcoin seit 2025 von der Kapitalertragsteuer bei langfristigem Halten. Bolivien hat Bitcoin 2024 legalisiert, Argentinien erlaubt Bitcoin-Zahlungen seit 2023. Nigeria hat den rechtlichen Rahmen für Bitcoin ebenfalls 2023 geöffnet. Das berichtet River in seinem jährlichen Adoption Report.

Nur vier Länder haben den Zugang eingeschränkt. China bleibt dabei der prominenteste Fall. Venezuela hat Bitcoin-Mining 2024 verboten. Die globale Adoption verläuft nicht gleichförmig, aber die Richtung ist messbar.

Von ETF-Zulassungen bis Steuerfreiheit: Wie Staaten staatliche Bitcoin-Nutzung vorantreiben

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Die Formen der staatlichen Bitcoin-Nutzung unterscheiden sich erheblich. ETF-Zulassungen schaffen institutionellen Zugang über regulierte Finanzprodukte. Steuerbefreiungen wie in Tschechien setzen Anreize für langfristiges Halten. Bankenverwahrung wie in den USA integriert Bitcoin in bestehende Finanzinfrastruktur.

Russland hat 2024 Mining legalisiert und Bitcoin für internationale Zahlungen freigegeben. Das ist keine Adoption im klassischen Sinne, sondern ein geopolitisches Instrument. Russland nutzt Bitcoin, um Sanktionen zu umgehen und Handelsströme außerhalb des US-Dollar-Systems abzuwickeln.

Diese Unterscheidung ist entscheidend. Regulatorische Öffnung bedeutet nicht automatisch freien Zugang für Bürger. Viele Länder schaffen Rahmenwerke für institutionelle Akteure, während der private Besitz weiterhin eingeschränkt oder steuerlich belastet bleibt.

Russland, Argentinien und Iran: Staatliche Bitcoin-Nutzung zwischen Legitimität und Sanktionsumgehung

Die jüngste Entwicklung kommt aus dem Iran. Im Rahmen der zweiwöchigen Waffenruhe mit den USA fordert Iran von Öltankern, die die Straße von Hormuz passieren, eine Maut von 1 US-Dollar pro Barrel – zahlbar in Bitcoin. Laut Financial Times sollen Schiffsbetreiber innerhalb von Sekunden an eine iranische Wallet zahlen, um Rückverfolgung und Beschlagnahmung durch Sanktionen zu vermeiden.

Iran hat Bitcoin-Mining bereits 2019 legalisiert und nutzt seitdem eine parallele Finanzinfrastruktur über Bitcoin und Stablecoins. Die Hormuz-Maut ist eine Eskalation: Ein Staat setzt Bitcoin aktiv als Werkzeug im internationalen Handelsverkehr ein.

Das zeigt eine strukturelle Eigenschaft von Bitcoin, die über Adoption hinausgeht. Bitcoin ist neutral. Es unterscheidet nicht zwischen Staaten, Sanktionen oder politischen Systemen. Genau diese Eigenschaft macht es sowohl für demokratische als auch für autoritäre Akteure attraktiv.

Wer den Zugang zu bestehenden Zahlungssystemen verliert, findet in Bitcoin eine Alternative, die kein Gegenparteirisiko kennt. Das begrenzte Angebot von 21 Mio. BTC verstärkt diese Dynamik: Je mehr Staaten Bitcoin als Instrument nutzen, desto knapper wird die verfügbare Menge. Ob das langfristig zu einem geopolitischen Wettlauf führt, bleibt offen. Die Anreize dafür sind jedoch bereits sichtbar.

Wir berichteten über den möglichen Bitcoin-Wettlauf zwischen den USA und China.

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