Bitcoin Halter Rekord: Menge der Langzeithalter bricht einen 2,5-jährigen Abwärtstrend

Bitcoin Halter Rekord: Menge der Langzeithalter bricht einen 2,5-jährigen Abwärtstrend

Der Bitcoin Halter Rekord rückt näher. Die Menge der Coins, die seit mindestens 155 Tagen nicht bewegt wurden, hat einen 2,5 Jahre langen Abwärtstrend gebrochen und nähert sich ihrem Allzeithoch. Die Daten sind eindeutig, ihre Deutung ist es weniger.

​Bitcoin Halter Rekord: Menge der Langzeithalter erreicht 16,3 Mio. BTC

Als Langzeithalter gilt, wer Bitcoin seit mehr als 155 Tagen nicht bewegt hat. Diese Gruppe hält aktuell rund 16,3 Mio. BTC. Höher lag der Wert nur einmal, im Januar 2024 mit etwa 16,4 Mio. BTC, kurz vor dem Start der US-Spot-ETFs.

Der Bitcoin Halter Rekord ist also noch nicht erreicht, aber zum Greifen nah. Damals folgte auf den Höchststand eine Verteilung von rund 2 Mio. BTC, die Langzeithalter verkauften in die Stärke des ETF-Aufschwungs hinein. Genau dieses Muster, kaufen in der Schwäche und verkaufen in der Stärke, prägt diese Gruppe seit Jahren.

Bitcoin Halter Rekord baut sich seit Oktober 2025 wieder auf

Seit Oktober 2025 ist die Menge der Langzeithalter von 14,12 auf 16,3 Mio. BTC gestiegen, allein im vergangenen Monat um rund 200.000 BTC. Der Bitcoin Halter Rekord baut sich damit in einer Phase fallender Kurse auf, von rund 100.000 auf etwa 76.500 US-Dollar.

Bitcoin Halter Rekord Chart

Dass langfristige Halter bei Schwäche akkumulieren und die Knappheit verschärfen, beschreibt auch eine Untersuchung von Fidelity Digital Assets, wobei Fidelity selbst Bitcoin-Produkte anbietet und somit ein eigenes Interesse hat.

Belastbar ist daran vor allem die Beobachtung, dass altes Angebot zunehmend in feste Hände wandert. Ob daraus steigende Kurse folgen, sagt die Kennzahl nicht.

Bitcoin Halter Rekord beruht teils auf alternden Coins und trifft auf ein fixes Angebot von 21 Mio.

Beim Bitcoin Halter Rekord ist eine Unterscheidung wichtig. Ein großer Teil des Anstiegs entsteht dadurch, dass die im Herbst 2025 gekauften Coins jetzt die Schwelle von 155 Tagen überschreiten, also altern, statt durch frische Käufe.

Die sichtbare Nachfrage ist zuletzt sogar auf den negativsten Stand des Jahres gefallen. Altern ist eben nicht dasselbe wie kaufen. Aussagekräftiger als kurzfristige Deutungen ist die strukturelle Linie dahinter. Wenn Coins über Monate und Jahre nicht bewegt werden, sinkt das frei handelbare Angebot, und dieses schrumpfende Angebot trifft auf eine fest programmierte Obergrenze von 21 Mio. Einheiten.

Wer langfristig in einem Geld spart, das niemand beliebig vermehren kann, drückt damit eine niedrige Zeitpräferenz aus, also den Verzicht auf schnellen Verkauf zugunsten langfristiger Sicherheit. Der eigentliche Befund ist deshalb nicht ein Kursziel, sondern eine immer knappere und immer fester gehaltene Geldbasis.

Wir berichteten über den Rekord bei großen Wallets, die seit 2012 so viel Bitcoin akkumulieren wie nie.

Bitcoin Prognose von 844.000 Dollar: Was hinter dem viralen Liquiditätsmodell steckt

Bitcoin Prognose von 844.000 Dollar: Was hinter dem viralen Liquiditätsmodell steckt

Eine virale Bitcoin Prognose macht gerade die Runde: Bitcoin sei 56 Prozent unter seinem fairen Wert und könnte bis auf 844.000 US-Dollar steigen. Grundlage ist ein einzelnes Modell, das den Bitcoin-Preis aus der US-Geldmenge ableitet. Die Rechnung ist nachvollziehbar, die Schlussfolgerung verdient eine nüchterne Einordnung.

Bitcoin Prognose reicht von 174.000 bis 844.000 Dollar

Die Bitcoin Prognose stammt von einem Einzelaccount auf der Plattform X und arbeitet mit dem Verhältnis von Bitcoin zu Gold. Aktuell kostet ein Bitcoin rund 16,8 Unzen Gold, das Modell verortet den fairen Wert bei 38,5 Unzen.

Daraus ergibt sich der genannte Abschlag von 56 Prozent. Umgerechnet auf den Goldpreis von rund 4.525 US-Dollar je Unze nennt das Modell einen fairen Bitcoin-Preis von 174.000 US-Dollar, also das 2,3-fache des heutigen Kurses.

Bitcoin Prognose 844k Chart

Mit zusätzlichem Aufschlag erreicht die Bitcoin Prognose 384.000 US-Dollar und im Extremfall 844.000 US-Dollar. Szenarien für die kommenden zwölf Monate spielen verschiedene Wachstumsraten der Geldmenge durch und reichen von 244.000 bis 403.000 US-Dollar.

Bitcoin Prognose stützt sich allein auf die Geldmenge M2

Der Kern des M2-Modells ist eine statistische Regression. Sie setzt das logarithmierte Verhältnis von Bitcoin zu Gold ins Verhältnis zur logarithmierten US-Geldmenge M2, mit Wochendaten seit 2013. Das Bestimmtheitsmaß R² liegt bei 0,84, was bedeuten soll, dass die Geldmenge 84 Prozent der Bewegung erklärt.

Die zugrunde liegende Datenreihe stammt von der US-Notenbank und ist öffentlich einsehbar. Die Aussage lautet, dass allein die Ausweitung der Geldmenge den fairen Wert treibt, ohne Adoptionskurve und ohne institutionelle Käufe. Genau an diesem Punkt verdient die Bitcoin Prognose eine genauere Betrachtung.

Bitcoin Prognose verwechselt Korrelation mit Kursgarantie

Ein hoher R²-Wert klingt überzeugend, ist bei zwei langfristig steigenden Kurven aber wenig aussagekräftig. Laufen zwei Reihen über Jahre gemeinsam nach oben, ergibt sich fast zwangsläufig eine hohe Korrelation, auch ohne festen Zusammenhang. Dazu kommt ein zweiter Punkt: Das Verhältnis von Bitcoin zu Gold stieg seit 2013 um mehr als das Tausendfache, die Geldmenge nur etwa um das Doppelte.

Die unterstellte faire Linie bildet damit überwiegend Bitcoins Adoptionsanstieg ab, nicht die Geldmenge allein. Aussagekräftiger als jedes Kursziel ist deshalb der strukturelle Hintergrund. Eine Notenbank kann die Geldmenge jederzeit politisch ausweiten, während das Angebot an Bitcoin bei 21 Mio. Einheiten fest verankert und nicht verhandelbar ist.

Wer langfristig denkt, wägt ein Geld mit fester Regel gegen ein Geld ab, dessen Menge von politischen Entscheidungen abhängt. Eine Regression beschreibt die Vergangenheit, sie ist aber kein Naturgesetz und keine Garantie für einen künftigen Kurs.

Wir berichteten über ein weiteres Modell, das Bitcoins Kursverlauf mit einer einzigen Formel zu erklären versucht.

Bitcoin im Einzelhandel: Carrefour-Markt zahlt 20 Prozent für den Aufbau einer Bitcoin-Reserve

Bitcoin im Einzelhandel: Carrefour-Markt zahlt 20 Prozent für den Aufbau einer Bitcoin-Reserve

Eine virale Meldung behauptet, Bitcoin im Einzelhandel sei bei Carrefour in Frankreich angekommen, samt 20 Prozent Rabatt und Verweis auf über 14.000 Filialen. Richtig ist der Rabatt, falsch ist die Größenordnung. Hinter der Schlagzeile steht eine einzige Franchise-Filiale, nicht der Konzern.

Bitcoin im Einzelhandel über das Lightning-Netzwerk an der Kasse

Bitcoin im Einzelhandel funktioniert in diesem Fall über das Lightning-Netzwerk, eine zweite Schicht auf der Bitcoin-Blockchain, die Zahlungen in Sekunden und zu sehr geringen Gebühren abwickelt. Möglich ist das in einem Carrefour Express in Arcachon an der französischen Atlantikküste.

Die Filiale akzeptiert Bitcoin bereits seit Herbst 2024, neu ist seit Januar 2026 ein Preisnachlass für diese Zahlungsart. Beim Bezahlen scannt der Kunde einen Code, die Lightning-Zahlung wird sofort bestätigt. Carrefour ist als Gruppe einer der größten Einzelhändler der Welt mit Filialen in rund 40 Ländern. Genau diese Größe wird in der viralen Darstellung mit der Einzelaktion einer Filiale vermengt.

Bitcoin im Einzelhandel mit 20 Prozent Rabatt auf den ganzen Einkauf

Der Rabatt beträgt 20 Prozent und gilt auf den gesamten Einkauf, ohne Begrenzung auf einzelne Abteilungen. Voraussetzung ist allein, dass der Kunde in Bitcoin zahlt, der Nachlass ist also freiwillig und kein Zwang. Bitcoin im Einzelhandel ist damit an dieser Kasse vom Zahlungsmittel zum Preishebel geworden.

Die Entscheidung trifft der Betreiber der Filiale selbst, es gibt keine Bestätigung und keine Vorgabe der Carrefour-Gruppe. Andere Läden im französischen Carrefour-Netz, etwa in der Normandie, akzeptieren Bitcoin ebenfalls, allerdings ohne diesen Preisnachlass. Eine konzernweite Einführung über die gesamte Kette existiert nicht.

Nicht 14.000 Filialen, sondern ein Rabatt als Einkaufspreis für eine Bitcoin-Reserve

Die Schlagzeile von über 14.000 Filialen beschreibt die Größe des Konzerns, nicht die Reichweite des Rabatts. Dieser Unterschied zwischen vorhandener Infrastruktur und tatsächlicher Verbreitung ist der Kern der Sache. Wirtschaftlich ergibt der Schritt aus Sicht des Händlers durchaus Sinn. Er verzichtet auf einen Teil der heutigen Einnahme und erhält dafür Bitcoin, den er in Eigenverwahrung hält.

Der Rabatt ist damit weniger ein Werbegeschenk als ein Einkaufspreis für den Aufbau einer eigenen Reserve. Sein Beweggrund ist die Absicherung gegen die schleichende Entwertung des Euro, dessen Menge politisch ausgeweitet werden kann, während das Angebot an Bitcoin fest begrenzt ist.

Für einen einzelnen Laden ist das eine bewusste Wette, für die gesamte Kette mit dünnen Margen wäre derselbe Rabatt nicht tragfähig. Bitcoin im Einzelhandel zeigt hier also nicht den Durchbruch, sondern einen klar umrissenen Einzelfall mit nachvollziehbarem Anreiz.

Wir berichteten über Square, das Bitcoin-Zahlungen bei Millionen US-Händlern automatisch aktiviert hat.

Luxemburg Bitcoin ETF: Staatsfonds investiert 0,75 Prozent seines Vermögens in Bitcoin

Luxemburg Bitcoin ETF: Staatsfonds investiert 0,75 Prozent seines Vermögens in Bitcoin

Der Luxemburg Bitcoin ETF ist jetzt amtlich. Der geprüfte Jahresabschluss 2025 des Fonds souverain intergénérationnel du Luxembourg, des staatlichen Generationenfonds, weist erstmals ein Bitcoin-Engagement aus. Rund 7,9 Mio. Euro flossen im vierten Quartal in drei US-Produkte, was zum Jahresende 0,75 Prozent des Fondsvermögens entspricht.

Luxemburg Bitcoin ETF in der geprüften Jahresbilanz bestätigt

Angekündigt hatte Finanzminister Gilles Roth den Schritt bereits im Oktober 2025 zur Haushaltsvorlage 2026. Eine politische Ankündigung ist jedoch noch keine umgesetzte Bilanzposition. Erst der von EY geprüfte und vom Regierungsrat genehmigte Jahresabschluss bestätigt den Luxemburg Bitcoin ETF mit konkreten Zahlen.

Drei Zeilen im Anhang weisen Anschaffungskosten von rund 7,9 Mio. Euro und einen Marktwert von 5,87 Mio. Euro zum 31. Dezember 2025 aus. Daraus ergibt sich ein nicht realisierter Buchverlust von 2,02 Mio. Euro, also minus 25,6 Prozent auf die Kosten.

Damit ist Luxemburg der erste Staatsfonds der Eurozone mit einem ausgewiesenen Bitcoin-Bestand. Das Engagement bleibt mit 0,75 Prozent zudem unter dem eigenen strategischen Zielwert von einem Prozent.

Luxemburg Bitcoin ETF verteilt auf drei US-Anbieter

Der Luxemburg Bitcoin ETF besteht aus drei getrennten Produkten, dem iShares Bitcoin Trust von BlackRock, dem Bitwise Bitcoin ETF und dem ARK 21Shares Bitcoin ETF. Alle drei sind US-Spot-Produkte, die physisches Bitcoin halten und es nicht über Terminkontrakte abbilden.

Sie unterliegen der US-Börsenaufsicht SEC und sind an der Nasdaq notiert, nicht der luxemburgischen Finanzaufsicht CSSF oder einem europäischen Fondsregime. Die Aufteilung auf drei Anbieter verteilt das Gegenparteirisiko auf der Ebene der Verwalter.

Die offizielle Einordnung des Schritts findet sich bei der staatlichen Finanzplatzagentur Luxembourg for Finance. Möglich wurde die Allokation durch eine neue Anlagepolitik, die der Fonds im Juli 2025 beschloss und die bis zu 15 Prozent alternative Anlagen erlaubt.

Erster Eurozonen-Staatsfonds mit Bitcoin und nur einem Verwahrer

Trotz der Streuung auf drei Verwalter bleibt ein Punkt offen. Alle drei Produkte lassen das physische Bitcoin beim selben Verwahrer liegen, bei Coinbase Custody. Das operative Risiko bündelt sich damit bei einem einzigen Akteur, und der Staat hält eine Forderung auf Bitcoin über regulierte Fonds, nicht die Schlüssel selbst.

Wirtschaftlich erklärt sich der Schritt aus dem Auftrag des Fonds, der über Jahrzehnte für künftige Bürger spart. Wer so langfristig plant, bewertet ein Geld danach, ob es seine Kaufkraft erhält. Klassische Anleihereserven verlieren durch die laufende Ausweitung der Geldmenge an Wert, während Bitcoin mit seiner festen Obergrenze von 21 Mio. Einheiten nicht beliebig vermehrbar ist.

Der Buchverlust ist bei diesem Zeithorizont nachrangig, und der Bericht nimmt die hohe Schwankung ausdrücklich in Kauf. Aussagekräftiger als die Summe ist deshalb das Signal, dass ein europäischer Staat ein knappes und programmatisch begrenztes Gut erstmals als Baustein seiner Reserve einordnet.

Wir berichteten über den strategischen Wettlauf zwischen den Großmächten um staatliche Bitcoin-Reserven.

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Strategy kauft Anleihen: Erstmals seit Jahren keine Bitcoin in der Wochenmeldung

Strategy kauft Anleihen: Erstmals seit Jahren keine Bitcoin in der Wochenmeldung

Strategy kauft Anleihen statt Bitcoin und meldet damit zum ersten Mal seit Jahren eine Woche ohne Zukauf. Michael Saylor verpackte die Mitteilung in ein Wortspiel, dahinter steht ein konkreter Eingriff in die Bilanz. Die Frage ist, was der Rhythmuswechsel über das Finanzierungsmodell aussagt.

Strategy kauft Anleihen statt Bitcoin und stoppt die wöchentliche Käuferroutine

Jahrelang folgte das Unternehmen einer festen Routine und stockte den Bitcoin-Bestand nahezu wöchentlich auf. Diese Mechanik pausiert nun. Saylor teilte am 24. Mai 2026 mit, dass in dieser Woche Anleihen erworben wurden und kein Bitcoin.

Strategy kauft Anleihen und tilgt damit eigene Schulden, statt neues Bitcoin zu erwerben. Konkret betrifft das eigene Wandelanleihen mit Fälligkeit 2029, die keinen Zinskupon tragen und aus einer Emission von Ende 2024 stammen, deren Erlös seinerzeit vollständig in Bitcoin floss.

Der Schritt ist kein Kurswechsel in der Haltung zu Bitcoin, sondern eine Verschiebung in der Finanzierung. Er fällt in eine Phase, in der die Aktie unter Druck steht und der Bitcoin-Kurs unter dem letzten Einstand des Unternehmens notiert.

1,5 Mrd Nennwert mit 120 Mio Abschlag getilgt, der Bitcoin-Bestand bleibt bei 843.738 BTC

Beim Rückkauf ging es um Wandelanleihen mit einem Nennwert von 1,5 Mrd US-Dollar, für die Strategy rund 1,38 Mrd US-Dollar in bar zahlte. Die Differenz von etwa 120 Mio US-Dollar ist der eigentliche Kern des Vorgangs, denn das Unternehmen tilgt eine Verbindlichkeit unter ihrem Nennwert. Der Bitcoin-Bestand bleibt davon unberührt und liegt weiterhin bei 843.738 BTC.

Erworben wurde diese Position zu durchschnittlich rund 75.701 US-Dollar je Einheit, was einem Gesamteinsatz von etwa 63,88 Mrd US-Dollar entspricht. Wenige Tage zuvor hatte Strategy noch 24.869 BTC für rund 2,01 Mrd US-Dollar gekauft, zu einem Durchschnitt von 80.985 US-Dollar und damit über dem aktuellen Marktpreis.

Das Unternehmen meldet solche Schritte regelmäßig per Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht. Der Rückkauf wurde nicht über einen Verkauf von Bitcoin finanziert, sondern aus anderen Mitteln.

Strategy kauft Anleihen und senkt das Verwässerungsrisiko für MSTR-Aktionäre

Der Rückkauf eigener Anleihen senkt das Verwässerungsrisiko, weil weniger Schulden später in neue Aktien umgewandelt werden können, und erhöht damit rechnerisch den Bitcoin-Anteil je Aktie. Dass Saylor einen Verkauf von Bitcoin vor Ende 2026 zuletzt als nicht unwahrscheinlich bezeichnet hat, ist eine Andeutung von Spielraum und keine Umsetzung, beides sollte man nicht verwechseln.

Strategy kauft Anleihen in einem Moment, in dem der Aufschlag der Aktie gegenüber dem Wert der gehaltenen Bitcoin schrumpft. Solange dieser Aufschlag hoch ist, bringt die Ausgabe neuer Aktien mehr ein, als sie verwässert.

Fällt er, kehrt sich die Rechnung um, und die Tilgung bestehender Schulden wird zur naheliegenden Verwendung von Kapital. Dahinter steht eine einfache Anreizlogik: Wer ein Gut mit fester Obergrenze von 21 Mio. Einheiten hält, gibt es nicht unter Druck ab, solange sich Verbindlichkeiten in einer beliebig vermehrbaren Währung günstiger zurückführen lassen.

Eine niedrige Zeitpräferenz bedeutet, knappes Vermögen zu halten und weiche Schulden abzubauen, statt kurzfristig auf Liquidität zu reagieren. Der Rhythmus hat sich geändert, die zugrundeliegende Geldwahlentscheidung nicht.

Wir berichteten über Strategys Tausch von Fremdkapital gegen Eigenkapital.

Verus Bridge Hack: 103,6 tokenisierte Bitcoin unter den entwendeten Mitteln

Verus Bridge Hack: 103,6 tokenisierte Bitcoin unter den entwendeten Mitteln

Der Verus Bridge Hack hat eine Cross-Chain-Brücke zwischen dem Verus-Netzwerk und Ethereum getroffen und Mittel im Wert von rund 11,58 Mio. US-Dollar abfließen lassen. Unter dem Diebesgut befanden sich 103,6 tokenisierte Bitcoin, dazu 1.625 ETH und etwa 147.000 USDC. Einen Teil der Summe gab der Angreifer inzwischen zurück.

Verus Bridge Hack: 103,6 tokenisierte Bitcoin unter den Verlusten

Der Angreifer tauschte die entwendeten Vermögenswerte zunächst in rund 5.402 ETH und bündelte sie in einer Wallet. Wenige Tage später überwies er 4.052 ETH zurück, etwa 75 Prozent der Summe. Das meldete die Sicherheitsfirma PeckShield.

Vorausgegangen war ein Angebot des Verus-Teams: Bei Rückgabe binnen 24 Stunden werde man die Untersuchung einstellen, auf Strafverfolgung verzichten und die verbleibenden 1.350 ETH, rund 2,8 Mio. US-Dollar, öffentlich als Belohnung anerkennen. Die Bezeichnung als Bug Bounty ist dabei eine Umdeutung.

Funktional behielt der Angreifer ein Viertel der gestohlenen Mittel, das Projekt verzichtete auf Verfolgung. Solche Absprachen sind im DeFi-Sektor inzwischen ein verbreitetes Kriseninstrument.

Verus Bridge Hack: Kein Schlüsseldiebstahl, sondern eine Validierungslücke

Der Verus Bridge Hack beruhte nicht auf einem Schlüsseldiebstahl und auch nicht auf einem gebrochenen Signaturverfahren. Nach Analysen prüfte der Vertragscode auf Ethereum die notarisierte Zustandswurzel des Verus-Netzwerks korrekt, ebenso den kryptografischen Nachweis und die Integrität der Transaktionsdaten.

Was fehlte, war eine Prüfung, ob der auf der Quellkette ausgewiesene Betrag dem auf Ethereum ausgezahlten Betrag entsprach. Genau diese Bridge-Schwachstelle in einer Funktion namens checkCCEValues nutzte der Angreifer, indem er eine Transaktion mit leeren quellseitigen Beträgen einreichte.

Kryptografische Gültigkeit und wirtschaftliche Gültigkeit sind eben nicht dasselbe. Dieselbe Klasse von Fehler hatte 2022 bereits die Brücken Wormhole und Nomad getroffen. Laut der untersuchenden Firma hätten rund zehn Zeilen zusätzlicher Programmcode den Abfluss verhindert.

Acht von fünfzehn Notaren signierten: Verus Bridge Hack im Detail

Acht von fünfzehn Notaren signierten den Zustand, auf den sich die gefälschte Auszahlung stützte. Die Signaturen waren gültig, nur die zugrunde liegende Wertbindung fehlte. Damit reiht sich der Verus Bridge Hack in ein Rekordjahr ein: Allein bis Mitte Mai zählte PeckShield acht Bridge-Angriffe mit zusammen 328,6 Mio. US-Dollar.

Für Bitcoin-Halter liegt die eigentliche Lehre in der Natur des betroffenen Vermögens. Bei den 103,6 entwendeten Einheiten handelte es sich um tokenisiertes Bitcoin, also um eine auf Ethereum nachgebildete Forderung, deren Sicherheit von der fremden Brücke abhängt. Natives Bitcoin auf der eigenen Basisschicht kennt diese Konstruktion nicht: kein Smart Contract, der Reserven verwaltet, kein Notarensatz, der kompromittiert werden kann, keine zweite Kette, die zwischengeschaltet ist.

Je mehr Brücken, Verträge und Mittelsmänner ein System einbaut, desto größer wird die Angriffsfläche und desto mehr Vertrauen muss vorausgesetzt werden. Wer Bitcoin in Selbstverwahrung hält, trägt dieses zusätzliche Risiko schlicht nicht.

Die Knappheit des Geldes bleibt davon unberührt, verlagert wird allein die Frage, wem man die Verwahrung anvertraut.

Wir berichteten über die zunehmende Abkehr von zentraler Verwahrung.