Schwab Bitcoin Handel unterbietet Fidelity und Coinbase bei Standard-Gebühren
Schwab Bitcoin Handel wird für bis zu 46 Mio. Brokerage-Kunden mit 0,75 Prozent Gebühr pro Trade starten. Das kündigte der US-Broker auf dem Q1-Earnings-Call am 16. April 2026 an. Der Rollout erfolgt schrittweise über das neue Produkt Schwab Crypto in den kommenden Wochen.
Schwab Bitcoin Handel integriert BTC direkt neben Aktien auf derselben Plattform
Kunden sollen Bitcoin und Ethereum künftig im selben Konto kaufen und halten können, in dem sie bereits Aktien und Fonds verwalten. Technisch läuft das Angebot über die Charles Schwab Premier Bank als separates Krypto-Konto, das mit dem bestehenden Brokerage-Konto verknüpft wird. Das dokumentiert Schwab in der offiziellen Pressemitteilung.
Als Sub-Custody- und Execution-Partner dient Paxos, nicht Coinbase. Zunächst sind nur Bitcoin und Ethereum handelbar, Ein- und Auszahlungen auf externe Wallets werden erst später möglich. Kunden in New York, Louisiana sowie US-Territorien und international sind zum Start ausgeschlossen.
CEO Rick Wurster hatte schon Monate vorher signalisiert, dass 98 Prozent des Vermögens vieler Kunden bei Schwab lägen, während sie nur ein bis zwei Prozent bei Krypto-Plattformen halten.
0,75 Prozent liegen unter Fidelity und deutlich unter Coinbase-Retail
Der Schwab Bitcoin Handel kostet 75 Basispunkte pro Trade. Fidelity Crypto verlangt ein Prozent auf Kauf- und Verkaufstransaktionen, Coinbase im Retail-Bereich bis zu vier Prozent. Robinhood liegt zwischen 0,03 und 0,95 Prozent, je nach Ordergröße und Produkt.
Schwab positioniert sich damit preislich zwischen Robinhood und Fidelity und deutlich unter Coinbase. Das Produkt ist zum Start allerdings auf interne Transfers beschränkt und folgt dem T+1-Settlement-Rhythmus der traditionellen Broker-Welt.
Schwab-Aktien verloren am Ankündigungstag rund fünf Prozent, was laut Berichten vor allem dem schwächer ausgefallenen Q1-Umsatz geschuldet war.
Schwab Bitcoin Handel folgt Morgan Stanley MSBT und Goldman Sachs ETF-Antrag
Die Ankündigung reiht sich in eine klare Welle ein. Morgan Stanley startete am 8. April 2026 den ersten Bank-Spot-Bitcoin-ETF unter dem Ticker MSBT, Goldman Sachs reichte zudem einen Bitcoin-Income-ETF ein. Schwab ist der erste große US-Broker, der direkten Spot-Handel anbietet, statt nur ETFs und Futures zu vermitteln.
Der Schwab Bitcoin Handel eröffnet damit einen eigenen Zugangsweg neben dem ETF-Angebot der Großbanken. Das Muster ist eindeutig: Wall Street Bitcoin wird zum Standardprodukt im Vertriebsnetz traditioneller Finanzhäuser. Treiber ist eine klare Anreizlogik. Banken und Broker verdienen an Gebühren, Kunden wollen alle Anlagen auf einer Plattform.
Was sich dabei nicht ändert, ist die Knappheit des Protokolls. Jeder über Schwab gekaufte Bitcoin liegt bei einem Drittverwahrer, nicht beim Kunden selbst. Wer einen Kauf über Schwab tätigt, bekommt Zugang, nicht Besitz. Dazu bleibt wichtig: Die Ankündigung ist noch keine Implementierung. Der breite Client-Rollout ist erst für das zweite Quartal 2026 vorgesehen.
Wir berichteten über die Bitcoin Zahlung Einzelhandel bei Square.

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