EU Krypto Steuer: Kommission erwägt 0,1 Prozent auf jede Transaktion

EU Krypto Steuer: Kommission erwägt 0,1 Prozent auf jede Transaktion

Ein internes Papier der EU-Kommission schlägt eine Steuer von 0,1 Prozent auf Krypto-Transaktionen vor. Was geplant ist, warum es Bitcoin-Halter betrifft und weshalb noch nichts beschlossen ist.

Die EU Krypto Steuer nimmt konkrete Formen an: Ein internes Papier der EU-Kommission schlägt eine Abgabe von 0,1 Prozent auf jede Krypto-Transaktion vor. Sie soll jährlich zwischen 3 und 4 Mrd. Euro in den EU-Haushalt spülen. Beschlossen ist davon nichts, der Vorschlag steht erst am Anfang eines langen Verfahrens.

EU Krypto Steuer: Was im internen Kommissionspapier steht

Das am 30. Mai zirkulierte Dokument wurde von Politico und Euronews eingesehen. Es ordnet die EU Krypto Steuer in ein größeres Paket neuer Eigenmittel ein, das zusammen mit Abgaben auf digitale Dienste und Glücksspiel jährlich bis zu rund 11 Mrd. Euro bringen soll.

Für Krypto nennt das Papier zwei Wege, entweder eine Transaktionssteuer von 0,1 Prozent oder eine Abgabe auf Veräußerungsgewinne. Die Transaktionssteuer würde an den regulierten Börsen ansetzen, also dort, wo Käufe und Verkäufe ohnehin erfasst werden.

In Kürze

  • Die EU-Kommission erwägt eine Steuer von 0,1 Prozent auf Krypto-Transaktionen.
  • Erwartetes Aufkommen 3 bis 4 Mrd. Euro pro Jahr als Eigenmittel für den Haushalt 2028 bis 2034.
  • Der Vorschlag ist nicht beschlossen und braucht die Einstimmigkeit aller 27 Mitgliedstaaten.

EU Krypto Steuer als Eigenmittel für den Haushalt 2028 bis 2034

Die Abgabe ist Teil der sogenannten Eigenmittel für den nächsten EU-Haushalt 2028 bis 2034, der rund 2 Bio. Euro umfasst. Eigenmittel fließen direkt in den EU-Etat, statt über die nationalen Beiträge zu laufen.

Die Hürde ist hoch. Neue EU-weite Steuern benötigen die einstimmige Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten, eine Schwelle, an der ähnliche Vorhaben in der Vergangenheit oft scheiterten. Die zyprische Ratspräsidentschaft will um den 10. Juni überarbeitete Zahlen vorlegen. Bis dahin bleibt die EU Krypto Steuer eine Verhandlungsposition, kein geltendes Recht.

EU Krypto Steuer: Transaktionsabgabe oder Gewinnsteuer

Ob am Ende die Transaktionsabgabe oder die Gewinnsteuer steht, ändert wenig am Grundmuster der Krypto-Besteuerung in der EU. Beide Varianten greifen am regulierten Mittelsmann, also an der Börse oder dem Verwahrer, dessen Daten über DAC8 bereits an die Behörden fließen. Wichtig zur Trennung: DAC8 regelt die Meldung, die Steuersätze selbst setzt weiterhin die Politik.

Dahinter steht ein bekanntes Anreizsystem. Ein Geldsystem mit beliebig ausweitbarem Angebot erzeugt steigende Verbindlichkeiten, die irgendwann neue Einnahmequellen verlangen. Bitcoin mit seinem fest auf 21 Mio. Einheiten begrenzten Angebot lässt sich davon nicht verwässern.

Bitcoin Steuer NRW: Steuerfahndung wertet rund 4.000 Krypto-Fälle aus

Bitcoin Steuer NRW: Steuerfahndung wertet rund 4.000 Krypto-Fälle aus

Die NRW-Steuerfahndung wertet ein zweites Datenpaket mit knapp 4.000 Krypto-Fällen aus. Ein Blick darauf, wo der staatliche Zugriff wirklich ansetzt.

 

Die Bitcoin Steuer NRW rückt durch ein zweites großes Datenpaket in den Fokus, das die nordrhein-westfälische Steuerfahndung derzeit auswertet. Das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität bearbeitet knapp 4.000 Steuerfälle aus dem gesamten Bundesgebiet und verteilt die Daten an die übrigen Länder. Es geht um die Auswertung vorliegender Daten, nicht um abgeschlossene Verfahren.

Bitcoin Steuer NRW stützt sich auf Daten zentraler Börsen

In Kürze

  • Das LBF NRW wertet knapp 4.000 Krypto-Steuerfälle aus dem gesamten Bundesgebiet aus.
  • Grundlage ist ein Sammelauskunftsersuchen an eine zentrale Handelsplattform.
  • Der Zugriff entsteht am meldepflichtigen Anbieter, nicht im offenen Netzwerk.

Die Bitcoin Steuer NRW stützt sich nicht auf die Blockchain, sondern auf Daten zentraler Handelsplätze. Die Behörde fordert diese über ein Sammelauskunftsersuchen an, mit dem eine Handelsplattform Kundendaten herausgeben muss.

Schon 2023 hatte die Steuerfahndung auf diesem Weg Daten erhalten und Steuerschulden eingefordert. Der Zugriff entsteht also dort, wo Konten, Identitäten und Transaktionen an einer regulierten Stelle zusammenlaufen. Wo diese zentrale Stelle fehlt, fehlt auch der einfache Zugriff.

Finanzminister Marcus Optendrenk erklärte:

Wer glaubt, der Rechtsstaat hat in der digitalen Welt keinen Zugriff, irrt. Wir setzen die Steuerpflicht überall durch.

Die NRW Krypto Datenauswertung erfasst rund 4.000 Fälle

Die NRW Krypto Datenauswertung umfasst nach Angaben der Behörde knapp 4.000 Steuerfälle, die aufbereitet und bundesweit zur weiteren Bearbeitung verteilt werden. Das erste Datenpaket von 2023 brachte bislang ein Mehrergebnis in hoher einstelliger Millionenhöhe, das endgültige Ergebnis dürfte höher liegen.

Den Auftakt für die Verteilung bildete Anfang März 2026 ein bundesweiter Erfahrungsaustausch in Düsseldorf, wie die Finanzverwaltung NRW mitteilte. Fachkanzleien erwarten für 2026 weitere Auskunftsersuchen an einzelne Handelsplätze, der Vorgang ist also nicht abgeschlossen. Damit wächst der Datenbestand, auf den sich die Bitcoin Steuer NRW stützt, kontinuierlich.

Bitcoin Steuer NRW erreicht über das Auskunftsersuchen die Anleger

Die Bitcoin Steuer NRW erreicht die Anleger nicht über das Netzwerk, sondern über den meldepflichtigen Dienstleister, bei dem Daten und Identität zusammenliegen. Daran zeigt sich ein strukturelles Muster: Kontrolle entsteht an zentralen Datenpunkten, nicht im offenen Protokoll. Bitcoin ist ein Inhaberwert ohne Emittenten, weshalb sich die Verantwortung vom Anbieter zum Halter verschiebt.

Das hebt die Steuerpflicht nicht auf, denn Gewinne aus dem Verkauf innerhalb der Jahresfrist sind anzugeben, unabhängig davon, wie Bitcoin verwahrt wird. Wer die eigenen Schlüssel hält, ist auf keinen berichtenden Vermittler angewiesen, trägt die korrekte Erklärung aber selbst. Ein Schuldenstaat mit wachsenden Lasten baut diesen Zugriff planmäßig aus, und dieser Druck erklärt den Aufwand hinter der Datenauswertung besser als jede Einzelmaßnahme.

Wir berichteten über die neue Krypto-Meldepflicht, die am Dienstleister ansetzt und nicht am Protokoll.

 

Mehr als die Hälfte aller Bitcoin im unrealisierten Verlust: Was die On-Chain-Daten zeigen

Mehr als die Hälfte aller Bitcoin im unrealisierten Verlust: Was die On-Chain-Daten zeigen

Erstmals in diesem Zyklus liegen mehr Bitcoin im unrealisierten Verlust als im Gewinn. Die On-Chain-Daten beschreiben eine Stresszone, kein bestätigtes Bodensignal.

In Kürze

  • Rund 10,5 Mio. Bitcoin liegen im unrealisierten Verlust, mehr als die Hälfte aller Coins.
  • Erstmals in diesem Zyklus übersteigt der Verlust-Anteil die Coins im Gewinn (rund 9,8 Mio.).
  • Das Signal markiert eine Stresszone, keinen bestätigten Boden.

Mehr als die Hälfte aller Bitcoin wird derzeit im unrealisierten Verlust gehalten. Stand 4. Juni 2026 zeigen die On-Chain-Daten rund 10,5 Mio. Coins unter ihrer Kostenbasis. Erstmals in diesem Zyklus liegen damit mehr Bitcoin im Verlust als im Gewinn.

10,5 Mio. Coins im unrealisierten Verlust: was die On-Chain-Daten messen

Ein Coin gilt als im Verlust, wenn der aktuelle Preis unter dem Preis liegt, zu dem er zuletzt bewegt wurde. Bei rund 20 Mio. umlaufenden Bitcoin stehen etwa 10,5 Mio. unter Wasser, die Coins im Gewinn sind auf rund 9,8 Mio. gefallen.

Ausgelöst hat das ein Rückgang des Preises auf etwa 61.300 US-Dollar, womit Bitcoin den 200-Wochen-Durchschnitt berührte. Diese Marke wurde in jedem früheren Bärenmarkt erreicht. Die Daten stammen von Glassnode und sind dort einsehbar. Begleitet wird der Rückgang von Abflüssen aus den Bitcoin-ETFs an 13 Handelstagen in Folge.

On-Chain-Daten machen den unrealisierten Verlust für jeden nachprüfbar

Der unrealisierte Verlust ist keine Schätzung einer Behörde, sondern aus der Blockchain ablesbar. Jede Transaktion trägt einen Zeitstempel und einen Preis, daraus lässt sich für jeden Coin bestimmen, ob er über oder unter seiner Kostenbasis liegt.

Diese Transparenz unterscheidet Bitcoin von staatlichem Geld. Bei Fiat gibt es keine vergleichbare, offene Bilanz darüber, wie viele Einheiten unter welcher Kostenbasis gehalten werden. Beim Bitcoin kann jeder die Verteilung selbst nachrechnen, ohne auf eine zentrale Meldestelle angewiesen zu sein.

Unrealisierter Verlust bei Bitcoin in vier Zyklen unterschiedlich lang

Dass über die Hälfte der Coins im unrealisierten Verlust liegt, beschreibt einen Zustand, kein Timing. In früheren Zyklen trat diese Lage rund um die Tiefs von 2015, 2019, März 2020 und 2022 auf, die Dauer schwankte aber stark. 2015 hielt sie fast ein Jahr an, 2019 und 2022 jeweils etwa sechs Monate, im März 2020 nur rund einen Monat.

Ein Boden ist erst im Nachhinein erkennbar, das Überholen der Verlust-Coins beweist ihn nicht. Festhalten lässt sich nur die nüchterne Datenlage, die historische Deutung als Bodensignal bleibt eine Interpretation. Unverändert bleibt davon das Angebot. Bitcoin hat eine fest programmierte Obergrenze von 21 Mio. Einheiten, die kein Kursverlauf und keine zentrale Stelle verändern kann. Der unrealisierte Verlust spiegelt die Stimmung der Käufer, nicht eine Schwäche des Geldes selbst.

Wir berichteten über einen weiteren On-Chain-Indikator, der in der Vergangenheit jeden Zyklusboden markierte.

Bitcoin Kurssturz und Bodensuche: Zwischen 35.000 und 78.000 sind sich Analysten uneinig

Bitcoin Kurssturz und Bodensuche: Zwischen 35.000 und 78.000 sind sich Analysten uneinig

Der Bitcoin Kurssturz drückte den Preis am 2. Juni unter 68.000 US-Dollar. Auslöser war Strategys erster Verkauf seit 2022, verstärkt durch die größten ETF-Abflüsse des Jahres.

Der Bitcoin Kurssturz hat den Preis am 2. Juni unter 68.000 US-Dollar gedrückt, rund 45 Prozent unter das Allzeithoch vom Oktober 2025. Auslöser war ein Verkauf des größten Unternehmenshalters, verstärkt durch anhaltende Mittelabflüsse. Wo der Boden liegt, beantworten Analysten höchst unterschiedlich.

Bitcoin Kurssturz: 32 BTC bewegen einen Bestand von 843.706

Strategy, früher MicroStrategy, verkaufte zwischen dem 26. und 31. Mai 32 BTC zu durchschnittlich 77.135 US-Dollar und nahm damit rund 2,5 Mio. US-Dollar ein. Es war der erste offengelegte Verkauf seit 2022.

Das Unternehmen legte den Vorgang am 1. Juni in einer Pflichtmitteilung bei der SEC offen. Gemessen am Bestand von 843.706 BTC entspricht der Verkauf 0,0038 Prozent. Der Erlös dient der Dividende auf die STRC-Vorzugsaktie, nicht einem Rückzug aus Bitcoin.

Saylor hatte einen solchen Schritt bereits im Quartalsbericht angedeutet. Trotzdem reagierte der Markt auf die Schlagzeile, nicht auf die Größe: Der symbolische Bruch mit dem Versprechen, niemals zu verkaufen, wog schwerer als die Zahl.

ETF-Abflüsse verstärken den Bitcoin Kurssturz

Den Verkauf traf ein ohnehin schwaches Umfeld. Die US-amerikanischen Bitcoin-ETFs verzeichneten im Mai Nettoabflüsse von rund 2,4 Mrd. US-Dollar, den größten Monatswert des Jahres. Zeitweise flossen an zehn Handelstagen in Folge Mittel ab.

Als der Preis die Marke von 70.000 US-Dollar verlor, lösten gehebelte Positionen eine Liquidationswelle von über einer Milliarde US-Dollar aus, weit überwiegend auf der Long-Seite. Hinzu kamen makroökonomische Belastungen: eine straffe Geldpolitik der US-Notenbank, ein festerer US-Dollar und geopolitische Risiken rund um den Nahen Osten.

Der Bitcoin Kurssturz war damit weniger ein einzelnes Ereignis als das Zusammentreffen mehrerer Kräfte. Mehrere Analysten werten das hohe Handelsvolumen als Verteilung, nicht als Akkumulation.

Bodensuche nach dem Bitcoin Kurssturz: 35.000 bis 78.000

Bei der Frage nach dem Boden gehen die Einschätzungen weit auseinander:

  • Charttechnisch nennen mehrere Dienste 65.000 US-Dollar als nächste Unterstützung.
  • Eine Rückeroberung der Zone um 76.000 US-Dollar gilt als Voraussetzung für eine Erholung Richtung 78.000 US-Dollar.
  • Am unteren Rand stehen Projektionen von 38.000 oder sogar 35.000 US-Dollar, die ihre Urheber ausdrücklich als Extremfall kennzeichnen.

Diese Spanne zeigt vor allem eines: Ein Preisboden lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen, weil er von Stimmung, Hebel und Kapitalströmen abhängt. Entscheidender ist die strukturelle Ebene darunter.

Der Verkauf einer fremdfinanzierten Unternehmensbilanz folgt einer Dividendenpflicht in US-Dollar, also einer Verbindlichkeit in einer Währung mit beliebig ausweitbarem Angebot. Das Angebot von Bitcoin bleibt davon unberührt und bei 21 Mio. Einheiten begrenzt. Wer den Bitcoin Kurssturz allein in US-Dollar misst, misst die schwächere Seite der Gleichung.

Die robustere Frage ist nicht, wo der Boden in einer entwertbaren Währung liegt, sondern wer in dieser Phase Angebot abgibt und wer es dauerhaft in die Selbstverwahrung nimmt.

Mehr dazu: Saylor STRC Änderung: Strategy stellt Dividenden auf halbmonatlich um

Bitcoin Bundesverband reicht Petition für den Erhalt der Haltefrist beim Bundestag ein

Bitcoin Bundesverband reicht Petition für den Erhalt der Haltefrist beim Bundestag ein

Der Bitcoin Bundesverband geht mit einer Bundestagspetition gegen die geplante Streichung der einjährigen Haltefrist vor. Die Eingabe wurde am 30. Mai eingereicht und liegt nun zur Prüfung beim Petitionsausschuss. Erst nach der Freischaltung Mitte Juni beginnt die entscheidende Phase der Mitzeichnung.

Der Bitcoin Bundesverband hat eine Bundestagspetition zum Erhalt der einjährigen Haltefrist eingereicht. Die Vorlage ging am 30. Mai 2026 offiziell beim Deutschen Bundestag ein.

Sie liegt nun zur Prüfung bei der Petitionskommission. Mit dem Schritt reagiert der Verband auf die Reformpläne der Bundesregierung, Krypto-Gewinne unabhängig von der Haltedauer zu besteuern.

Bitcoin Bundesverband fordert den unveränderten Paragraf 23 EStG

Die Petition trägt den Titel „Erhalt der steuerlichen Haltefrist für private Veräußerungsgeschäfte mit Kryptowerten“. Sie fordert den Bundestag auf, die Regelung nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz unverändert zu lassen.

Konkret soll die einjährige Haltefrist erhalten bleiben. Die Steuerfreiheit nach Ablauf der Frist soll nicht entfallen, die Einordnung als andere Wirtschaftsgüter bestehen bleiben. Diese Einordnung stellt Bitcoin steuerlich mit Edelmetallen oder Fremdwährungen gleich.

Damit richtet sich der Vorstoß gegen die Absicht, Veräußerungsgewinne dauerhaft zu besteuern. Den Wortlaut dokumentiert der Bitcoin Bundesverband in einer Mitteilung vom 1. Juni. Formal betrifft die Eingabe alle Kryptowerte, der Schwerpunkt liegt jedoch klar auf Bitcoin.

Hinter der Petition steht die Taskforce des Bitcoin Bundesverbands

Erarbeitet wurde die Petition in der Taskforce Haltefrist, die der Bitcoin Bundesverband im Mai gegründet hat. Mit der Einreichung beginnt die formale Prüfung durch die Petitionskommission des Bundestages.

Diese Prüfung dauert nach Angaben des Verbands rund zwei bis drei Wochen. Eine Entscheidung über die Freischaltung wird für Mitte Juni erwartet.

Erst danach startet die sechswöchige Mitzeichnungsfrist. Als wichtige Schwelle gilt eine Marke von 30.000 Mitzeichnungen, ab der ein Anliegen parlamentarisch sichtbarer wird.

Parallel wurde die Informationsplattform prohaltefrist.de aufgebaut. Sie soll mit der Freischaltung der Petition online gehen.

Bitcoin Bundesverband stellt sich gegen die dauerhafte Steuerpflicht

Eine eingereichte Petition ist kein verabschiedetes Gesetz und keine bereits freigeschaltete öffentliche Eingabe. Über die künftige Besteuerung entscheidet weiterhin der Gesetzgeber im Rahmen des Haushalts 2027.

Die einjährige Frist ist kein zufälliges Schlupfloch, sondern ein Anreiz, Vermögen langfristig zu halten statt kurzfristig zu handeln. Eine dauerhafte Steuerpflicht verschiebt dieses Anreizsystem zugunsten des schnellen Verkaufs.

Dahinter liegt ein strukturelles Muster. Ein Geldsystem mit beliebig vermehrbarer Geldmenge und steigenden Schulden greift mit der Zeit auf jene Werte zu, die sich der Entwertung entziehen.

An der festen Obergrenze von 21 Mio. Bitcoin ändert kein nationaler Steuerrahmen etwas, wohl aber an der Frage, wo geduldiges Sparen noch belohnt wird.

Wir berichteten über die Ablehnung des Grünen-Antrags zur Haltefrist im Finanzausschuss des Bundestages.

PlanB On-Chain Analyse sieht den Bitcoin-Zyklusboden noch nicht bestätigt

PlanB On-Chain Analyse sieht den Bitcoin-Zyklusboden noch nicht bestätigt

Die PlanB On-Chain Analyse hält den Boden des laufenden Bitcoin-Zyklus für noch nicht bestätigt. Nach dem Mai-Schluss um 73.500 US-Dollar sieht der Analyst eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für tiefere Kurse. Was seine Bewertungsbänder messen und wo ihre Grenzen liegen.

Die PlanB On-Chain Analyse kommt zu dem Schluss, dass der Boden des laufenden Bitcoin-Zyklus noch nicht bestätigt ist. Bezugspunkt ist der Mai-Schluss bei rund 73.500 US-Dollar. Im Oktober 2025 hatte Bitcoin sein Allzeithoch bei rund 126.000 US-Dollar erreicht.

Hinter dem Pseudonym PlanB steht ein bekannter Bitcoin-Analyst. Er hält einen Rückgang unter die Marken seiner langfristigen Modelle für wahrscheinlicher als eine bereits abgeschlossene Bodenbildung.

PlanB On-Chain Analyse misst Bitcoin an der 200-Wochen-Linie

Im Zentrum der PlanB On-Chain Analyse steht die 200-Wochen-Linie. Sie ist der gleitende Durchschnitt der wöchentlichen Schlusskurse über die vergangenen 200 Wochen und glättet kurzfristige Ausschläge.

PlanB verortet diese Linie aktuell bei rund 61.000 US-Dollar. In früheren Bärenmärkten diente sie wiederholt als Auffangzone, an der Korrekturen endeten.

Solange Bitcoin darüber notiert, gilt der langfristige Trend in seiner Lesart als intakt. Ein nachhaltiger Bruch darunter wäre in der bisherigen Geschichte die Ausnahme.

Die PlanB On-Chain Analyse liest den Zyklus über Bewertungsbänder

Neben dem Vierjahresdurchschnitt nutzt die PlanB On-Chain Analyse den Realized Price. Dieser Wert bildet den durchschnittlichen Einstandspreis aller Coins ab, bewertet zum Kurs ihrer jeweils letzten Bewegung in der Blockchain.

PlanB verortet ihn bei rund 53.000 US-Dollar. Er markiert grob die Schwelle zwischen kollektivem Buchgewinn und Buchverlust.

Seine Auswertung stellte er nach dem Mai-Schluss auf X vor. Ein drittes Band misst, welcher Anteil der Coins im Gewinn liegt, und dient als Stimmungsmesser.

Aus dem Zusammenspiel dieser Bänder leitet PlanB ab, dass der Bitcoin-Zyklusboden eher unterhalb der aktuellen Kurse zu erwarten ist. Das Februar-Tief bei rund 60.000 US-Dollar wäre damit nicht zwingend der Schlusspunkt.

PlanB On-Chain Analyse trennt Messung von Prognose

An dieser Stelle ist eine Unterscheidung entscheidend. Die Modelle messen vergangene und aktuelle Daten, eine Vorhersage künftiger Kurse leisten sie nicht.

Das ebenfalls von PlanB stammende Stock-to-Flow-Modell zeigt diese Grenze. Seine Projektion eines Durchschnittspreises um 500.000 US-Dollar für die laufende Halving-Periode hat sich klar von der tatsächlichen Entwicklung entfernt.

Belastbarer als jede Kursmarke ist die Logik dahinter. Bitcoins Angebot ist auf 21 Mio. Einheiten begrenzt, das neue Angebot halbiert sich alle vier Jahre durch das Halving.

Diese feste Regel erzeugt wiederkehrende Muster, die ein Fiat-Geld mit politisch steuerbarer Geldmenge nicht abbilden kann. Für langfristig orientierte Halter zählt diese Knappheit, nicht der exakte Boden eines einzelnen Zyklus.

Wir berichteten über die 200-Wochen-Linie und Adam Backs gegenteilige Lesart des Aufwärtstrends.