EU-Behörde stuft Circle-USDC als bedeutenden E-Geld-Token ein

EU-Behörde stuft Circle-USDC als bedeutenden E-Geld-Token ein

Die USDC MiCA Einstufung als „bedeutender E-Geld-Token“ stellt Circle unter zusätzliche EU-Aufsicht. Nach Medienberichten vom 15. Oktober 2026 ist USDC der zweitgrößte Stablecoin nach Marktkapitalisierung.

EBA stuft USDC als bedeutenden E-Geld-Token ein

Die europäische Bankenaufsicht EBA hat den Stablecoin USDC von Circle nach Medienberichten vom 15. Oktober 2026 als „bedeutenden E-Geld-Token“ eingestuft. Die USDC MiCA Einstufung betrifft den nach Marktkapitalisierung zweitgrößten Stablecoin. Eine Bestätigung der EBA selbst lag bei der Recherche nicht vor, die Angaben stützen sich auf Cointelegraph.

Ein E-Geld-Token ist ein Stablecoin, der an eine einzelne Währung gebunden ist, hier an den US-Dollar. Die EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) stuft solche Token als bedeutend ein, wenn mindestens drei von mehreren Kriterien erfüllt sind, darunter Nutzerzahl, Marktkapitalisierung und Transaktionsvolumen.

Circle-USDC unter französischer und EU-Aufsicht

Circle hält seine europäische Zulassung als E-Geld-Institut bei der französischen Aufsicht ACPR. Dort wurde auch das MiCA-Whitepaper für USDC im Mai 2024 gemeldet. Mit der Einstufung wird USDC laut Cointelegraph künftig von französischen und EU-Behörden gemeinsam überwacht.

Für Emittenten bedeutender Token sieht MiCA die direkte Aufsicht durch die EBA vor. Dazu gehören in der Regel strengere Anforderungen an Eigenmittel und Liquiditätsmanagement.

Die Deckung ändert sich dadurch nicht. Nach dem Whitepaper hält Circle für jeden im Europäischen Wirtschaftsraum ausgegebenen USDC einen US-Dollar oder gleichwertige auf US-Dollar lautende Vermögenswerte.

Mehr Aufsicht für Stablecoin-Emittenten im Euroraum

Die Einstufung ist eine Aufsichtsentscheidung, kein neues Gesetz. Sie erweitert die Pflichten eines einzelnen Emittenten, ohne die Regeln für Stablecoins insgesamt zu ändern. Offen bleibt, welche zusätzlichen Auflagen die EBA im Einzelnen festlegt und wann sie gelten.

Ein Stablecoin bleibt eine Forderung gegen seinen Emittenten, die Aufsicht verringert das Gegenparteirisiko nur, sie beseitigt es nicht. Wer USDC hält, vertraut weiter auf Reserven und Rücknahme durch ein einzelnes Unternehmen, das nun enger beaufsichtigt wird.

Konkret folgt daraus mehr Aufsicht für den größten Dollar-Stablecoin im Euroraum; welche Auflagen daraus entstehen, ist noch offen.

Wir berichteten über die Regeln für Stablecoins in der EU.

Samsung Wallet USDC: Transfers über Solana auf 82 Mio. US-Galaxy-Geräten

Samsung Wallet USDC: Transfers über Solana auf 82 Mio. US-Galaxy-Geräten

Samsung Wallet USDC startet nach Angaben von Decrypt ab Ende Oktober 2026 auf rund 82 Mio. Galaxy-Geräten in den USA. Als Netzwerk dient Solana.

Samsung Wallet zieht Solana für USDC-Transfers heran

Samsung Wallet USDC wird nach Angaben von Decrypt vom 9. Oktober 2026 auf rund 82 Mio. Galaxy-Geräten in den USA verfügbar. Als Blockchain dient Solana. Nutzer sollen ab Ende Oktober USDC versenden können.

Samsung hatte die Unterstützung von Stablecoins am 22. Juli 2026 bei der Präsentation in London angekündigt, aber keine Blockchain genannt. Ein damals gezeigtes Wallet-Muster enthielt USDC, ein Partner wurde nicht bestätigt. Neu ist nun die Wahl des Netzwerks.

Ein Stablecoin ist ein digitaler Token, dessen Wert fest an eine Währung gekoppelt ist, hier an den US-Dollar.

USDC-Überweisungen auf 82 Mio. US-Galaxy-Geräten ab Oktober

Die Zahl von 82 Mio. bezieht sich auf Geräte im US-Markt, die Samsung Wallet nutzen können. Wie viele Nutzer die Funktion tatsächlich aktivieren, ist offen. Auch das Startdatum Ende Oktober stammt aus der Berichterstattung, eine Bestätigung durch Samsung liegt in den vorliegenden Angaben nicht vor.

USDC wird von Circle herausgegeben und laut Unternehmensangaben durch Bargeld und kurzlaufende US-Staatsanleihen gedeckt. Solana verarbeitet Transaktionen in der Regel binnen Sekunden und zu geringen Gebühren. Das ist der Grund, warum Zahlungsanwendungen das Netzwerk häufig wählen.

Ob Samsung die Schlüssel verwahrt oder die Nutzer selbst, ist bislang nicht geklärt. Ebenso fehlen Angaben zu Gebühren und zu den Zielländern.

Grenzüberschreitende Zahlungen per Stablecoin im Samsung-Wallet

Der Dienst richtet sich auf Auslandsüberweisungen. Bisher laufen solche Zahlungen über Korrespondenzbanken, was Zeit und Gebühren kostet. Ein Token auf Solana umgeht diese Kette, bleibt aber an die Ausgabe durch Circle gebunden.

Wichtig ist die Unterscheidung: Eine Ankündigung ist keine Implementierung, und Infrastruktur ist noch keine Adoption. Erst die Nutzungszahlen nach dem Start zeigen, ob die Funktion angenommen wird. Zudem hängt USDC an einem Herausgeber, der Guthaben einfrieren kann.

Samsung Wallet USDC macht damit Dollar-Token für Millionen Nutzer erreichbar, bleibt aber ein Produkt mit zentralem Herausgeber. Offen sind Verwahrung, Gebühren und Ländergrenzen.

Bitcoin ist dagegen ein Zahlungsnetzwerk ohne Herausgeber und mit auf 21 Mio. Einheiten begrenztem Angebot. Ob Samsung später weitere Währungen aufnimmt, ist nicht bekannt.

Wir berichteten über Stablecoins und Zahlungsverkehr.

Nicht zugelassene Stablecoins: EU-Aufsicht setzt Plattformen drei Monate Frist

Nicht zugelassene Stablecoins: EU-Aufsicht setzt Plattformen drei Monate Frist

Nicht zugelassene Stablecoins sollen EU-Krypto-Plattformen binnen drei Monaten aus dem Angebot nehmen. Das meldete CoinDesk am 8. Oktober 2026 unter Berufung auf die Wertpapieraufsicht.

EU-Aufsicht setzt Krypto-Plattformen drei Monate Frist

Nicht zugelassene Stablecoins müssen Krypto-Plattformen in der EU innerhalb von drei Monaten aus dem Angebot nehmen. Das meldete CoinDesk am 8. Oktober 2026 unter Berufung auf die europäische Wertpapieraufsicht ESMA. Die Frist richtet sich an Plattformen, die Kunden in der Union Stablecoins anbieten, deren Herausgeber keine Zulassung besitzt.

Ein Stablecoin ist ein Token, der an eine Währung wie den US-Dollar oder den Euro gekoppelt ist. Die Rechtsgrundlage liefert die MiCA-Verordnung der EU für Krypto-Werte.

Welche Token konkret betroffen sind und ab welchem Tag die drei Monate laufen, geht aus der Meldung nicht hervor. Beides ist unbestätigt, solange die Aufsicht den vollständigen Wortlaut nicht veröffentlicht hat.

Nicht zugelassene Stablecoins: Plattformen unter Handlungsdruck

Nach der MiCA-Verordnung dürfen Stablecoins öffentlich nur angeboten werden, wenn der Herausgeber als Kreditinstitut oder als E-Geld-Institut im Europäischen Wirtschaftsraum zugelassen ist. Die Durchsetzung liegt bei den nationalen Aufsichtsbehörden. ESMA koordiniert sie und gibt Leitlinien vor.

Neu ist das Thema nicht. Im Januar 2025 hatte ESMA Plattformen aufgefordert, den Handel mit nicht konformen Stablecoins zu beschränken, später folgte eine Frist bis Ende des ersten Quartals 2025. Binance kündigte damals nach Medienberichten an, neun Stablecoins im Wirtschaftsraum von den Handelspaaren zu nehmen. Nutzer konnten die Token weiter halten und abheben.

Seit dem 1. Juli 2026 sind zudem die längsten Übergangsfristen für Anbieter nach MiCA abgelaufen. Die neue Dreimonatsfrist fällt damit in eine Phase, in der das Regelwerk ohne Ausnahmen gilt.

Wertpapieraufsicht greift bei Stablecoins durch

Die Mitteilung ist kein neues Gesetz. Sie legt fest, wie bestehendes Recht durchgesetzt werden soll. Ob alle nationalen Behörden die Frist gleich auslegen, ist offen, ebenso, welche Sanktionen bei Verstößen drohen.

Für Halter betrifft die Maßnahme den Zugang, nicht zwingend den Besitz. Wer einen Token auf einer Plattform hält, ist vom Angebot dieser Plattform abhängig. Zugelassen bedeutet dabei Aufsicht und Reservepflichten für den Herausgeber, nicht die Abwesenheit von Gegenparteirisiko.

Der Zugang zu Stablecoins in der EU hängt damit an der Genehmigung durch Behörden und an der Bereitschaft der Plattformen, sie umzusetzen. Ein Token, dessen Herausgeber eine Erlaubnis braucht, kann per Verwaltungsentscheidung aus dem Handel verschwinden, Bitcoin mit seiner Obergrenze von 21 Mio. Einheiten kennt keinen solchen Schalter.

Offen bleibt, welche Token in den drei Monaten tatsächlich delistet werden und ob Plattformen Bestandskunden einen Ausstieg ermöglichen. Das zeigt sich erst mit den ersten Ankündigungen der Anbieter.

Wir berichteten über die Regulierung von Stablecoins in der EU.

EU-Stablecoin-Regulierung: Emittenten fordern Zulassung von Dollar-Token

EU-Stablecoin-Regulierung: Emittenten fordern Zulassung von Dollar-Token

Die EU-Stablecoin-Regulierung lässt laut mehreren Emittenten eine Lücke offen: Dollar-gebundene Token sind bisher kaum vorgesehen, obwohl Unternehmen für den globalen Zahlungsverkehr Dollar-Liquidität brauchen.

EU Stablecoin Regulierung unter Druck: Emittenten fordern Dollar-Tokens

Europäische Stablecoin-Emittenten machen aktuell öffentlich Druck: Die bestehende EU-Stablecoin-Regulierung reiche nicht aus, weil sie den Bedarf an Dollar-gebundenen Token kaum berücksichtige. Nach Marktdaten liegt der Anteil MiCA-konformer Euro-Stablecoins bei rund 0,22 Prozent der weltweiten Stablecoin-Marktkapitalisierung, während Dollar-Stablecoins zusammen auf rund 300 Mrd. US-Dollar kommen. Mehrere Emittenten argumentieren laut Cointelegraph, Europa könne die Nachfrage nach Dollar-Liquidität für internationale Zahlungen nicht länger ignorieren.

Hintergrund ist die Markets in Crypto-Assets-Verordnung (MiCA), die seit 2024 schrittweise in Kraft tritt und Stablecoin-Emittenten in der EU erstmals einen verbindlichen Rechtsrahmen gibt. Emittenten, die bereits Euro-Token unter der EU-Stablecoin-Regulierung zugelassen haben, wollen dieses Modell nun auf Dollar-Token ausweiten, stoßen dabei aber auf regulatorische und praktische Hürden.

Zahlungsverkehr ohne Dollar-Stablecoins: Wettbewerbsnachteil für Europa

Für die Emittenten geht es um einen konkreten Wettbewerbsnachteil. Europäische Unternehmen, die international Rechnungen stellen oder Lieferketten finanzieren, griffen zunehmend auf Dollar-Stablecoins zurück, wenn Handelspartner außerhalb der Eurozone auf Dollar-Abwicklung bestehen. Ohne ein in der EU zugelassenes Dollar-Produkt müssten diese Firmen auf Anbieter aus den USA oder aus Drittstaaten ausweichen.

Das betrifft vor allem Handelsfinanzierung und grenzüberschreitende Zahlungsabwicklung, wo der Dollar seit Jahrzehnten Referenzwährung ist. Die MiCA-Verordnung schließt Dollar-Token nicht grundsätzlich aus, verlangt von EU-Emittenten aber Reserven überwiegend in der jeweiligen Bezugswährung, was bei Dollar-Produkten zusätzliche Dollar-Liquidität außerhalb des Euroraums voraussetzt.

USD-Stablecoins als Geschäftsfaktor: Emittenten sehen praktischen Bedarf

Die Emittenten betonen, es gehe ihnen nicht um eine Abkehr vom Euro, sondern um ein zusätzliches Angebot neben bestehenden Euro-Token. Ein eigenes, in der EU reguliertes Dollar-Produkt würde Unternehmen erlauben, Dollar-Liquidität zu halten, ohne auf Anbieter außerhalb der europäischen Aufsicht angewiesen zu sein.

Die Debatte um die EU-Stablecoin-Regulierung zeigt vor allem, wie wenig Spielraum eine Währungsunion hat, die nicht selbst die globale Reservewährung stellt: Selbst EU-Emittenten wollen Dollar-Liquidität anbieten, statt sich allein auf den Euro zu verlassen. Für Sparer bleibt dabei die Grundfrage bestehen, wessen Geldpolitik über den Wert eines gehaltenen Token-Bestands entscheidet, Euro oder Dollar.

Ob die EU-Stablecoin-Regulierung angepasst wird, ist offen. Die Emittenten fordern Klarstellung, keine neue Verordnung, und die Aufsichtsbehörden haben sich öffentlich bislang nicht festgelegt.

Wir berichteten über das Wachstum MiCA-konformer Euro-Stablecoins.

Trump plant Stablecoin zur Sicherung der Dollar-Dominanz

Die Trump-Regierung erwägt einen globalen Dollar-Stablecoin-Plan, um die Dollar-Dominanz zu sichern und die Nachfrage nach US-Staatsanleihen zu steigern. Beteiligt sein sollen laut einem Bericht vom 24. September 2026 mehrere US-Behörden.

Trump plant digitalen Dollar für Geopolitik

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump erwägt laut einem Bericht vom 24. September 2026 einen globalen Dollar-Stablecoin-Plan zur Verbreitung dollar-gedeckter Stablecoins im Ausland. Ziel ist die langfristige Sicherung der Dollar-Dominanz gegenüber wachsender Konkurrenz aus China und der Europäischen Union. Der Trump-Dollar-Stablecoin-Vorstoß sieht Kooperationen mit privaten Unternehmen vor, nicht die Ausgabe einer eigenen staatlichen Digitalwährung.

Beteiligt sein sollen dem Bericht zufolge das Finanzministerium, das Außenministerium und die US International Development Finance Corporation. Stablecoin-Emittenten halten laut Marktdaten inzwischen zusammen knapp 200 Mrd. US-Dollar an US-Staatsanleihen und zählen damit zu den 20 größten Haltern US-amerikanischer Staatsschulden, vor mehreren Staaten.

Der Stablecoin-Plan gegen Entdollarisierung

Hintergrund ist die Sorge vor einer schleichenden Entdollarisierung Reservewährung, während China und Mitglieder der BRICS-Gruppe alternative Zahlungssysteme ausbauen. US-Finanzminister Scott Bessent bezeichnete dollar-gedeckte Stablecoins wiederholt als Werkzeug zur Sicherung der Dollar-Dominanz und verwies darauf, dass der Dollar bereits knapp 90 Prozent aller Devisentransaktionen abwickelt.

Eine Studie der Federal Reserve Bank of Richmond bestätigt den Zusammenhang zwischen Stablecoin-Wachstum und globaler Dollar-Nachfrage. Umgesetzt ist der Trump-Dollar-Stablecoin-Plan bislang nicht, es handelt sich um eine Prüfung innerhalb der Administration, keine beschlossene Gesetzesinitiative. Der Internationale Währungsfonds warnte zugleich, breitere Stablecoin-Verbreitung könne in Schwellenländern Kapitalflucht beschleunigen und lokale Währungen schwächen.

Zentrale Kontrolle vs. dezentrales Bitcoin-Netzwerk

Der Trump-Dollar-Stablecoin-Plan macht deutlich, dass Stablecoins in der aktuellen Debatte vor allem als Instrument staatlicher Geldpolitik gedacht sind, nicht als neutrale Infrastruktur. Emittenten unterliegen zentraler Kontrolle durch Unternehmen und Aufsichtsbehörden, ihre Bestände an US-Staatsanleihen machen sie zu einem Hebel der US-Fiskalpolitik.

Bitcoin funktioniert nach einer anderen Logik. Das Netzwerk kennt keine ausgebende Institution und keine Bindung an eine einzelne Volkswirtschaft, die Obergrenze von 21 Mio. Einheiten ist im Protokoll festgeschrieben und lässt sich durch keine Regierung anpassen.

Während Stablecoins die Nachfrage nach einer bestehenden, beliebig ausweitbaren Währung stützen sollen, bleibt das Angebot von Bitcoin unabhängig von geldpolitischen Entscheidungen einzelner Regierungen fix.

Ob der Plan der Trump-Regierung umgesetzt wird, ist offen, die Bündelung von Finanz-, Außen- und Entwicklungspolitik um ein einzelnes Geldinstrument zeigt, wie eng Reservewährungsfragen inzwischen mit privater Stablecoin-Infrastruktur verknüpft sind.

Wir berichteten über das Wachstum der Stablecoin-Emittenten und ihre Rolle als Käufer US-amerikanischer Staatsanleihen.

BlackRock: KI-Agenten sollen Rechenleistung mit Stablecoins bezahlen

BlackRock prognostiziert, dass KI-Agenten Stablecoins künftig nutzen, um eigenständig Rechenleistung und Daten einzukaufen. Das zeigt ein am 23. September 2026 veröffentlichtes Papier des Vermögensverwalters.

KI-Agenten als eigenständige Marktteilnehmer

BlackRock hat am Mittwoch, 23. September 2026, ein Papier veröffentlicht, wonach KI-Agenten Stablecoins künftig eigenständig für den Einkauf von Rechenleistung und Daten nutzen sollen. In „The Machine-Native Economy“ beschreibt der Vermögensverwalter ein Szenario, in dem Software-Agenten ohne menschliches Zutun eigene Verträge abschließen und bezahlen, Job für Job, rund um die Uhr.

Als Beispiel nennt das Papier den Cloud-Markt: Die Rechenzentrums-Umsätze von Amazon, Microsoft und Google sollen bis 2030 auf rund 1,1 Billionen US-Dollar steigen. Ein Teil dieser Nachfrage soll künftig direkt von Algorithmen ausgehandelt werden, Auftrag für Auftrag, ohne dass ein Mensch am Verhandlungstisch sitzt.

Dafür soll Rechenleistung als eigene Anlageklasse gehandelt werden: standardisierte, tokenisierte Ansprüche auf Serverkapazität, vergleichbar mit Öl- oder Weizen-Futures. Ein Agent könnte so laufend den günstigsten verfügbaren Anbieter suchen und direkt bezahlen.

Stablecoins zwischen Mensch und Maschine

Nach Einschätzung von BlackRock eignen sich Stablecoins für diese Maschinenökonomie besser als Banküberweisungen oder Kartennetzwerke, die auf menschliche Zahlungen zugeschnitten sind und für Beträge im Bruchteil eines Cents rund um die Uhr kaum taugen.

Stablecoins laufen dagegen dauerhaft über offene Netzwerke und lassen sich beliebig klein stückeln. Als Beispiel nennt das Papier x402 von Coinbase, ein Protokoll, über das Agenten bereits heute automatisiert für Online-Dienste bezahlen.

Wie verbreitet das bereits ist, zeigen Daten der Analysefirma TRM Labs: Vom bisherigen x402-Zahlungsvolumen entfielen bislang nur 0,6 bis 7,5 Prozent auf tatsächlich autonome KI-Agenten. Der überwiegende Rest stammt nach dieser Auswertung von gewöhnlichen automatisierten Skripten, nicht von eigenständig handelnden Systemen.

BlackRocks Machine-Economy-Szenarien

BlackRock ordnet die eigene Prognose als Frühphase ein: Die genannten Zahlen sind Marktschätzungen, kein bereits etabliertes Zahlungssystem. Der Anteil echter Agenten am x402-Verkehr liegt laut TRM Labs bislang im einstelligen Prozentbereich.

Wer die Zahlungsschiene für künftige Maschinen-Transaktionen kontrolliert, entscheidet über die Machtverteilung im entstehenden Rechenleistungs-Markt mit. Stablecoins hängen dabei am US-Dollar und damit an dessen Geldmengenpolitik, ein Punkt, den das Papier selbst ausspart.

Offen bleibt, ob Maschinen bald im großen Stil selbst einkaufen oder es bei einzelnen Pilotprojekten bleibt. Für ein handelbares Rechenleistungs-Asset fehlen bislang Regulierung und liquider Markt, der Vorschlag bleibt vorerst ein Szenario für die kommenden Jahre.

Wir berichteten über automatisierte KI-Zahlungen mit Stablecoins.