Harmony Blockchain Shutdown: Zentrale Entscheidung beendet den Netzbetrieb

Harmony Blockchain Shutdown: Zentrale Entscheidung beendet den Netzbetrieb

Der Harmony Blockchain Shutdown wurde am Sonntag, 7. September 2026, vom Projektteam vorgeschlagen: Die sieben Jahre alte Layer-1-Kette soll stillgelegt und der ONE-Token auf Ethereum übertragen werden. Halter sollen bis zum 10. September alle Smart Contracts verlassen.

Harmony Protocol wird zum 10. September abgeschaltet

Das Team hinter Harmony hat am Sonntag, 7. September 2026, den Harmony Blockchain Shutdown vorgeschlagen. Die rund sieben Jahre alte Layer-1-Kette soll stillgelegt und der ONE-Token auf Ethereum übertragen werden. Als Begründung nennt das Team eine zu hohe Bedrohungslage durch KI-Agenten und staatliche Akteure.

Die Guthaben sollen beim letzten Block per Snapshot erfasst und danach als neue Token an dieselben Adressen auf Ethereum ausgegeben werden. Halter müssen bis zum 10. September alle Smart Contracts verlassen. Multisig-Wallets, Liquiditätspools und ein Teil der Anwendungen lassen sich nach Angaben des Teams nicht migrieren.

Ab dem 10. September dürfen die Validatoren ihre Knoten abschalten. Ein Entschädigungstopf von 1,37 Mio. US-Dollar steht für Betreiber bereit, die ihre Knoten fristgerecht beenden, ihre Stakes halten und Governance-Aufgaben übernehmen. Der Beschluss ist bislang ein Vorschlag und noch nicht umgesetzt.

Founder-Entscheid statt dezentraler Abstimmung

Harmony startete 2019 als Konkurrent zu Ethereum und Solana und warb mit Sharding, niedrigen Gebühren und dezentralen Finanzanwendungen. Die projekteigene Horizon-Brücke war 2022 Ziel eines Angriffs mit einem Schaden von rund 100 Mio. US-Dollar, die Nutzung ging danach deutlich zurück.

Der Harmony Blockchain Shutdown geht nicht auf eine breite Abstimmung der Token-Halter zurück, sondern auf einen Vorschlag des Gründungsteams. Die Emissionen der Kette sollen künftig in ein KI-Video-Geschäft mit dem Namen „Remix Economy“ fließen. Validatoren können wählen, ob sie als sogenannte Governors bleiben oder als Betreiber in das neue Projekt wechseln.

Den Fahrplan zur Migration hat das Team in einer offiziellen Ankündigung veröffentlicht. Eine formale Zustimmung der Community über eine On-Chain-Abstimmung liegt bislang nicht vor.

Zentrale Kontrolle endet den Betrieb

Für Halter des ONE-Tokens hängt die Fortführung ihrer Bestände nun an einer einzelnen Entscheidung des Gründungsteams und an einem Stichtag. Wer bis zum 10. September nicht aus Pools und Verträgen aussteigt, riskiert, dass diese Positionen auf Ethereum nicht abgebildet werden. Wer ONE bei einer Börse hält, ist darauf angewiesen, dass die Plattform die Umstellung mitträgt.

Der Harmony Blockchain Shutdown zeigt ein grundsätzliches Altcoin Kontrollrisiko: Viele Ketten werben mit Dezentralität, doch Kernteam oder wenige große Validatoren bestimmen Regeln, Emissionen und im Extremfall den Weiterbetrieb. Ein Protokoll mit fester Geldpolitik und breit verteilter Rechenleistung lässt sich nicht per Beschluss abschalten.

Offen ist, ob die Token-Halter dem Vorschlag noch widersprechen können und wie viele Anwendungen bis zum 10. September migrieren. Bestätigt ist bisher nur der Fahrplan des Teams, nicht dessen vollständige Umsetzung.

Wir berichteten über weitere Fälle zentraler Kontrolle bei Altcoin-Projekten.

Cash App erweitert Krypto-Zahlungen: MoonPay bringt Altcoins

Cash App erweitert Krypto-Zahlungen: MoonPay bringt Altcoins

Cash App Krypto Zahlungen gehen seit dem 18. August 2026 über Bitcoin und USDC hinaus: Über eine neue MoonPay Integration können rund 50 Millionen Nutzer künftig auch Ether, Solana, XRP und Tether direkt aus ihrem Guthaben kaufen.

Zahlungsverkehr im Wandel: Cash App erweitert Krypto-Angebot

Cash App Krypto Zahlungen gehen seit dem 18. August 2026 über Bitcoin und den Stablecoin USDC hinaus. Der Zahlungsdienstleister MoonPay hat an diesem Tag bekanntgegeben, dass die Zahlungsmethode Cash App Pay auf seiner Plattform freigeschaltet ist. Berechtigte US-Kunden von Cash App können damit ihr bestehendes Guthaben nutzen, um ein deutlich breiteres Spektrum an digitalen Assets zu kaufen, ohne auf eine externe Börse auszuweichen.

Der Kauf läuft ohne App-Wechsel und ohne zusätzliche Anmeldung ab. Cash App liefert die Zahlungsschiene, MoonPay den Zugang zum breiteren Kryptomarkt. Nach Angaben der Unternehmen sind rund 50 Millionen Cash-App-Nutzer von der Erweiterung betroffen. Für Cash App, das zum Zahlungskonzern Block gehört, ist der Schritt Teil einer Strategie, das eigene Guthaben zur zentralen Anlaufstelle für digitale Assets auszubauen.

MoonPay öffnet Altcoin-Zahlungen in der Cash App

Konkret erweitern sich die Cash App Krypto Zahlungen über die MoonPay Integration um Ether, Solana, XRP und den Stablecoin Tether (USDT). Bislang war das Krypto-Angebot von Cash App auf Bitcoin beschränkt, erst im Mai 2026 kam mit USDC der erste Stablecoin hinzu. Ether und Solana zählen zu den größten Netzwerken neben Bitcoin. XRP wird vor allem im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr genutzt.

Gekaufte Werte lassen sich zudem direkt an externe digitale Geldbörsen weiterleiten, laut MoonPay etwa an Ledger, BitPay, Trust Wallet, MetaMask und Uniswap. Für den Cash-App-Betreiber Block entfällt dadurch der Aufbau eigener nativer Unterstützung für jeden neuen Token, jede Chain und jede Wallet. MoonPay betreibt vergleichbare Zahlungsanbindungen bereits für zahlreiche andere Wallet-Anbieter und Handelsplattformen und wird damit selbst zu einer zentralen Infrastruktur für Krypto-Käufe.

Infrastruktur für Millionen: Block Square und MoonPay

Die Cash App Krypto Zahlungen bleiben vorerst auf den US-Markt begrenzt. Für deutsche Nutzer ändert sich zunächst nichts. Die Erweiterung zeigt aber, wie eng Zahlungsverkehr und Kryptomarkt inzwischen verzahnt sind.

Ein einzelnes Guthaben reicht künftig für Bitcoin, einen Stablecoin und mehrere Altcoins gleichzeitig, ohne dass Nutzer eigene Wallets verwalten müssen. Wer Kryptowerte auf diesem Weg kauft, überlässt Verwahrung und Zugriff zunächst einem Dritten, statt sie in Selbstverwahrung zu halten.

Ob MoonPay künftig weitere Token oder Wallets für Cash App freischaltet, ist offen. Vorerst bleibt die Erweiterung auf US-Kunden begrenzt.

Wir berichteten über die Einführung von USDC bei Cash App.

Telekom erweitert Blockchain-Infrastruktur: Masternode im XDC-Netzwerk

Telekom erweitert Blockchain-Infrastruktur: Masternode im XDC-Netzwerk

Die Telekom-Tochter Telekom MMS tritt im XDC Network als Dezentralisierung Infrastruktur-Betreiber auf und sichert dort seit Juli 2024 einen Standby-Masternode ab. Der Schritt zeigt, wie deutsche Großkonzerne zunehmend aktive Rollen in dezentralen Blockchain-Netzwerken übernehmen.

Telekom-Tochter betreibt XDC-Masternode

Die Telekom-Tochter Telekom MMS hat ihre Rolle als Dezentralisierung Infrastruktur-Betreiber im XDC Network in dieser Woche erneut öffentlich gemacht: Seit Juli 2024 betreibt das Unternehmen dort einen Standby-Masternode, der einspringt, sobald die Zahl aktiver Validator-Masternodes unter die geforderte Schwelle von 108 fällt. Das XDC Network ist auf die Tokenisierung realer Vermögenswerte und Handelsfinanzierung spezialisiert, ein Bereich, den Branchenbeobachter als Real World Assets bezeichnen.

Ein Standby-Masternode validiert im Regelbetrieb keine Transaktionen. Er dient als Reserve, die das Netzwerk stabil hält, falls die Zahl der aktiven Betreiber sinkt. Telekom MMS, im Konzern zuständig für Cloud- und Internet-Infrastruktur, positioniert sich damit als einer von mehreren institutionellen Betreibern im XDC-Netzwerk.

Masternode-Betrieb als Geschäftstätigkeit

Der Einstieg bei XDC ist für Telekom MMS kein Einzelfall. Das Unternehmen betreibt bereits Knoten in den Netzwerken Ethereum, Polygon und Polkadot und baut damit gezielt eine Blockchain-Adoption Infrastruktur über mehrere Ketten hinweg auf, in ihrer Funktion als Dezentralisierung Infrastruktur-Betreiber. Dirk Röder, der den Web3-Bereich von Telekom MMS leitet, begründete den Schritt damit, dass die Enterprise-Infrastruktur des Konzerns sichere, blockchain-basierte Anwendungen mit Schwerpunkt auf dem Finanzsektor ermöglichen solle. Für Telekom MMS reiht sich XDC damit in eine bestehende Web3-Infrastrukturstrategie ein.

Nach Angaben der XDC Foundation zählen neben Telekom MMS auch HashKey, SBI VC Trust, Animoca Brands, Cumberland und CertiK zu den institutionellen Betreibern des Netzwerks. Das Netzwerk positioniert sich damit gezielt für regulierte Finanzinstitute mit Fokus auf Handelsfinanzierung und Wertpapier-Tokenisierung.

Telekom expandiert in dezentrale Infrastruktur

Der Trend reicht über Telekom hinaus. Erst im Juli 2026 nahm XDC mit NTT Docomo Global einen weiteren großen Telekommunikationskonzern als institutionellen Masternode-Validator auf. Damit wächst der Kreis der Großkonzerne, die zugleich als Dezentralisierung Infrastruktur-Betreiber auftreten und die technische Basis eines Netzwerks mitbestimmen, das offiziell auf verteilter Kontrolle beruht.

Wer die Validator-Knoten eines Netzwerks betreibt, entscheidet faktisch mit, wie belastbar dessen Dezentralität ist. Konzentriert sich diese Rolle auf wenige große Unternehmen, wandert ein Teil der Kontrolle zurück zu genau jenen Institutionen, die das Netzwerk eigentlich ergänzen soll.

Ob Telekom MMS künftig aktiv statt nur im Standby-Modus validiert, hängt von der Zahl der übrigen Betreiber ab. Öffentlich bezifferte Pläne dafür liegen bisher nicht vor.

Wir berichteten über die institutionelle Tokenisierung von Real-World-Assets.

IOTA’s Testnetzwerk Shimmer rüstet sich mit 2 weiteren wichtigen Updates!

IOTA’s Testnetzwerk Shimmer rüstet sich mit 2 weiteren wichtigen Updates!

Pünktlich vor dem bevorstehenden Sommerloch hat das Testnetzwerk Shimmer vom IOTA zwei weitere Updates veröffentlicht. Im heutigen Artikel möchte ich auf den Partner Pyth, der das Netzwerk mit Preisdaten versorgt, sowie auf das Belohnungsprogramm für die Testung der Shimmer-EVM näher eingehen. Zum Abschluss gibt es noch ein paar Sätze zu Dominik Schiener, der bei der Community mit einem Tweet über den aktuellen Fokus von IOTA mal wieder für etwas positivere Grundstimmung und einigen Fragezeichen gesorgt hat.

In Kürze

  • Pyth startet Preisdaten im ShimmerEVM Testnet
  • 1.300.000 $ SMR-Token Belohnung
  • Kurzes Update zum MVP-Ansatz bei IOTA

Pyth startet Preisdaten im ShimmerEVM Testnet

Das Shimmer-Netzwerk gewinnt ein großes Stück an Infrastruktur hinzu. Pyth-Network, ein Anbieter für Preis-Feeds von über 200 Assets, wird ab sofort im ShimmerEVM-Testnetz eingesetzt. Dabei ermöglicht es Projekten auf Shimmer Echtzeit-Preisdaten auf die Ethereum Virtual Machine zu ziehen, die vor allem für Kreditprotokolle sowie Derivatenplattformen von großer und entscheidender Bedeutung sind.

Dabei werden sogar sechs verschiedene eigene Assets eingerichtet und Preise in die Kette gebracht, auf die jede Anwendung anschließend zugreifen und diese auch kostenlos nutzen kann. Pyth-Netzwerk selbst ist ein Finanzorakel-Netzwerk, das entwickelt wurde, um reale Daten auf sichere und transparente Weise für mehrere Blockchains bereitzustellen. Damit wächst das Shimmer-Netzwerk weiter und alle bisherigen Projekte können ihre Daten mit Pyth verknüpfen und von den Vorteilen profitieren.

Shimmer EVMTestnet

​1.300.000 $ SMR-Token Belohnung

In unserem letzten Newsbeitrag Anfang April hatten wir über den Start des ShimmerEVM Testnet berichtet. Nun wird am 03. Mai um 15 Uhr MEZ eine zweiwöchige Kampagne für die Testung des Netzwerks gestartet. Sie belohnt Projekte und Benutzer für die Teilnahme am öffentlichen Testen der EVM-Kette und der dApps, die auf Shimmer bereitgestellt werden. Dabei können alle Beteiligten insgesamt einen Beitrag von 1.300.000 $ SMR-Token erhalten.

Die Kampagne ist an alle möglichen Zielgruppen gerichtet und während dieser zwei Wochen werden die Aktivitäten aller teilnehmenden Projekte genau verfolgt. Je größer die Aktivität am Ende der Laufzeit ist, desto größer ist auch der Belohnungsanteil. Eine kleine Hürde gibt es vorher noch zu durchlaufen. Alle möglichen Projekte müssen sich mit einem kleinen Befragungsbogen registrieren.

Am Ende der Befragung steht noch ein kleiner KYC-Prozess. Gesteuert wird die ganze Kampagne durch die neue gegründete TEA (Tangle Ecosystem Association), die offiziell in der Schweiz (Zug) seinen registrierten Sitz hat. Damit geht IOTA einen neuen weiteren Schritt auch in Richtung ihres eigenen Marketing, der bisher in dieser Art und Weise durch die Stiftung in Deutschland gar nicht möglich war.

Kurzes Update zum MVP-Ansatz bei IOTA

Dominik Schiener, Vorsitzender der IOTA-Foundation hat sich mit den folgenden Worten im Discord von IOTA an die Community gewandt:

Es ist vollbracht – wir haben uns gerade dagegen entschieden, eine große Sache zu unternehmen und uns lieber auf die Arbeit am IOTA Core zu konzentrieren, damit die Zeitspanne zwischen der großen Ankündigung / Enthüllung und dem Coordicide-Ereignis so kurz wie möglich ist.

Nun, an der Interpretation dieser Aussage waren sich viele Community-Mitglieder etwas uneinig und die Gerüchteküche brodelt gewaltig. So wie erste Vermutungen sind, wird es bei IOTA vorerst keinen gesonderten MVP-Ansatz geben, sondern alle Features des Netzwerks ohne Koordinator werden direkt (und teilweise schon geschehen) in das IOTA-Core Netz eingebaut werden.

Was das dann für Shimmer bedeutet? Wir dürfen alle sehr gespannt auf die nächsten Wochen blicken!

Hinweis der Redaktion (Stand: 16. August 2026):

Dieser Artikel beschreibt einen historischen Stand des Shimmer-Netzwerks.

Die IOTA Foundation hat laut offizieller Ankündigung das Ende von Shimmer L1 und ShimmerEVM eingeleitet. Die LayerZero-Brücke zu anderen Netzwerken schließt am 29. August 2026, die vollständige Abschaltung folgt am 30. September 2026. Wer noch Bestände auf Shimmer hält, muss sie vor dem 29. August 2026 verlagern, danach gibt es keinen praktikablen Weg mehr aus dem Netzwerk.

IOTA selbst läuft seit Mai 2025 auf dem Move-basierten Rebased-Protokoll, Shimmer hat seine Rolle als Testumgebung damit verloren.

Bei der Verlagerung von Beständen ist erhöhte Vorsicht geboten. Migrationsfristen ziehen Phishing-Kampagnen an, wie der aktuelle Fall SafePal zeigt: Der Wallet-Anbieter legte am 16. August 2026 offen, dass Bestelldaten von 39.798 Kunden über eine Plugin-Lücke einsehbar waren. Angreifer nutzen solche Daten für täuschend echte Nachrichten. Aufforderungen zur Eingabe der Seed Phrase sind in jedem Fall Betrug.</p>

Harmony ONE Hack legt Altcoin Inflationsrisiko frei: 25 Prozent Supply geprägt

Harmony ONE Hack legt Altcoin Inflationsrisiko frei: 25 Prozent Supply geprägt

Ein Angreifer prägte am 12. August 2026 rund 4 Milliarden ONE-Token und deckte damit ein akutes Altcoin Inflationsrisiko auf, umgerechnet ein Viertel der gesamten Supply. Der Kurs brach zeitweise um bis zu 40 Prozent ein, Harmony arbeitet an einem Rollback.

Angreifer prägt 4 Milliarden ONE-Tokens

Ein Angreifer hat am Mittwoch, 12. August 2026, während der frühen asiatischen Handelsstunden rund 4 Milliarden ONE-Token der Sharding-Blockchain Harmony unautorisiert geprägt und damit ein akutes Altcoin Inflationsrisiko offengelegt. Der Kurs von Harmonys ONE-Token brach binnen Minuten zeitweise um bis zu 40 Prozent ein, zuletzt notierte das Token rund 26 Prozent unter dem Vortagesniveau.

Die neu geprägten Token wurden nach Angaben von Harmony über vier verdächtige Wallet-Adressen bewegt. Rund 2,8 Mrd. der geprägten Token gelangten nach Angaben von Marktbeobachtern bereits an Börsen, bevor der Kurs einbrach. Das Team bat Handelsplätze öffentlich, Guthaben mit Bezug zu diesen Adressen einzufrieren.

Viertel der Supply in einer Attacke geprägt

Vor dem Angriff umfasste die Gesamtmenge von ONE nach Projektangaben rund 15 Milliarden Token. Die zusätzlich geprägten 4 Milliarden entsprechen damit etwa einem Viertel der bisherigen Supply und verdeutlichen die Größenordnung des Altcoin Inflationsrisikos: Eine einzelne Transaktion reichte aus, um die Angebotsmenge um rund 26 Prozent zu erhöhen, ohne dass ein Nutzer oder Validator dem zustimmen musste.

Harmony erklärte in einer offiziellen Stellungnahme, an einem Patch sowie an Rollback-Optionen für das Netzwerk zu arbeiten, und kündigte weitere Updates an, sobald neue Erkenntnisse vorliegen. Den genauen technischen Ablauf des Angriffs hat das Team bislang nicht offengelegt, die Untersuchung läuft nach eigenen Angaben weiter.

Willkürliche Geldmengen als Altcoin-Design-Fehler

Der Vorfall zeigt ein strukturelles Muster, das über Harmony hinausreicht: Das Altcoin Inflationsrisiko entsteht dort, wo die Gesamtmenge nicht durch ein festes Protokoll-Limit geschützt ist, sondern von Mint-Funktionen und der Kontrolle über Validatoren oder Brücken abhängt. Anders als bei der Bitcoin Knappheit kann bei solchen Konstruktionen ein einzelner Fehler oder Angreifer die Angebotsmenge über Nacht verändern, ohne dass das breitere Netzwerk dies verhindern kann.

Bitcoins Obergrenze von 21 Mio. Einheiten ist im Konsens der Software fixiert, eine Ausweitung durch eine einzelne Partei ist nicht vorgesehen. Der Harmony-Vorfall zeigt, wie deutlich sich Altcoins in diesem Punkt vom Bitcoin-Modell unterscheiden können.

Offen bleibt, ob der geplante Rollback die zusätzlichen Token tatsächlich aus dem Umlauf nimmt und wie viele Börsen die vier gemeldeten Adressen einfrieren. Bis zur Klärung bleibt unklar, welcher Teil der neu geprägten 4 Milliarden ONE dauerhaft im Markt verbleibt.

Wir berichteten über das Harmony-Protokoll.

BNB Chain verklagt Ex-Mitarbeiter: Memecoin ohne Genehmigung

Der BNB Memecoin Rechtsstreit eskaliert: BNB Chain kündigte am 1. August 2026 rechtliche Schritte gegen einen Ex-Mitarbeiter an, der über eine alte Tutorial-Wallet einen unautorisierten Token herausgab.

Memecoin ohne Zustimmung im BNB-Ökosystem

BNB Chain hat am Samstag, den 1. August 2026, über den eigenen X-Account mitgeteilt, rechtliche Schritte gegen einen ehemaligen Mitarbeiter einzuleiten. Auslöser des BNB Memecoin Rechtsstreits ist der Token Asteroid Shiba (ASTEROID), den der Ex-Mitarbeiter nach Angaben des Unternehmens über eine ursprünglich für ein Video-Tutorial angelegte Wallet herausgab. Die Wallet diente ursprünglich als Demonstrationsobjekt für ein Lehrvideo zur Nutzung von Krypto-Wallets, nicht für den produktiven Einsatz.

Die Person soll nach ihrem Ausscheiden unautorisierten Zugriff auf die Seed-Phrase der Tutorial-Wallet behalten und daraus einen neuen privaten Schlüssel abgeleitet haben. Vier mit dem Ex-Mitarbeiter verbundene Wallets kauften laut On-Chain-Daten rund 80 Prozent der gesamten Token-Menge für etwa 10.000 US-Dollar auf, bevor der Großteil der Bestände wieder verkauft wurde.

BNB Chain verklagt Token-Schöpfer

Aus dem Verkauf der Token erzielte der ehemalige Mitarbeiter nach Angaben von On-Chain-Analysten 1.103 BNB, umgerechnet rund 638.000 US-Dollar, bei einem Gewinn von etwa 628.000 US-Dollar. BNB Chain betonte in seiner offiziellen Stellungnahme, weder an der Erstellung noch an der Vermarktung des Tokens beteiligt gewesen zu sein und keine Kontrolle über die betroffene Wallet oder den Vermögenswert zu besitzen.

Das Unternehmen kündigte an, im Rahmen des BNB Memecoin Rechtsstreits mit den zuständigen Behörden zusammenzuarbeiten. Über den genauen Zeitpunkt des Ausscheidens des Mitarbeiters machte BNB Chain keine Angaben. Der frühere Binance-Chef Changpeng Zhao kommentierte den Fall öffentlich und bezeichnete die Person als Betrüger.

Dezentralisierung und die Grenzen der Haftung

Der Fall zeigt, wie schwer sich Verantwortung in einem Netzwerk zuordnen lässt, das Blockchain Dezentralisierung als Grundprinzip beansprucht. BNB Chain kann sich hier nicht auf die Dezentralität des Protokolls berufen, weil der Zugriff über eine zentral verwaltete Firmen-Wallet erfolgte, nicht über eine Schwachstelle im Netzwerk selbst.

Genau an dieser Schnittstelle zwischen zentralisierter Verwahrung und dezentralem Netzwerk entstehen die größten Risiken: Wo ein einzelner Zugriff auf einen Schlüssel genügt, um Vermögenswerte zu bewegen, bleibt die tatsächliche Kontrolle bei Personen, nicht beim Code.

Der BNB Memecoin Rechtsstreit zeigt, dass unautorisierter Zugriff auf Schlüssel unabhängig von Dezentralisierungs-Versprechen ein Sicherheitsrisiko bleibt, solange einzelne Personen Zugang zu zentral verwalteten Wallets behalten.

Offen bleibt, ob die rechtlichen Schritte den Gewinn zurückholen oder der Fall vor Gericht landet.

Wir berichteten über einen ähnlichen Fall von Kontrolle und Vertrauensverlust rund um einen Memecoin.