IOTA Dezentralisierung: Protokollversion 34 im Mainnet aktiv

IOTA Dezentralisierung: Protokollversion 34 im Mainnet aktiv

Die IOTA Dezentralisierung bekommt mit Protokollversion 34 einen technischen Schub: Seit dem 10. September 2026 läuft das Mainnet auf Node-Version v1.31.2 mit deutlich kleineren Datenlimits für Nodes. Validatoren mussten verpflichtend aktualisieren, sonst drohte der Ausschluss aus dem Komitee.

IOTA Dezentralisierung: Validator-Anforderungen sinken

Die IOTA Foundation hat am 10. September 2026 mit Node-Version v1.31.2 Protokollversion 34 im Mainnet aktiviert. Seit Epoche 494 läuft das Netzwerk verbindlich auf dem neuen Standard. Für die IOTA Dezentralisierung ist vor allem eine technische Änderung relevant. Die Datenobergrenzen für die Kommunikation zwischen Nodes wurden von zuvor 1 Gigabyte auf 1 Megabyte bei Anfragen und 128 Megabyte bei Antworten gesenkt. Zusätzlich verzichtet ein synchronisierender Node künftig darauf, bereits gespeicherte Checkpoint-Zusammenfassungen erneut herunterzuladen und zu verifizieren.

Diese Anpassungen richten sich in erster Linie an Validatoren, Betreiber von Netzwerkinfrastruktur und Entwickler. Normale IOTA-Halter müssen nach Angaben der Foundation nichts unternehmen. Ihre Bestände sind von dem Update nicht betroffen.

Validator Infrastruktur: Niedrigere Hürden für Node-Betreiber

Wer die Validator Infrastruktur des Netzwerks betreibt, musste die neue Version verpflichtend vor dem Stichtag einspielen. Die offiziellen Release Notes nennen als frühesten Aktivierungszeitpunkt den 10. September 2026, 07:42 UTC, den Beginn von Epoche 493. Ohne rechtzeitiges Update riskierten Betreiber den Ausschluss aus dem Validator-Komitee und den Verlust von Rewards, sowohl für sich selbst als auch für die eigenen Delegatoren.

Protokollversion 34 bringt daneben ein bislang inaktives Modul für Transaktions-Sperrregeln mit fester Objekt-ID, das erst durch eine spätere Governance-Entscheidung scharf geschaltet wird. Ebenso verzichten unveränderliche Transaktionseingaben künftig auf eigene Objekt-Sperren bei der Konfliktlösung nach dem Konsens. Die Move-basierte Sponsor-Kontoauthentifizierung ist im Mainnet ab Version 34 deaktiviert.

Protokollversion 34 als Dezentralisierungssprung

Kleinere Datenpakete und weniger redundante Downloads senken die Anforderungen an Bandbreite und Speicher für den Betrieb einer Node. Ob das tatsächlich mehr unabhängige Betreiber anzieht, lässt sich aus einem einzelnen Update nicht ableiten. Die IOTA Dezentralisierung bleibt damit vorerst eine technische Möglichkeit, kein gemessenes Ergebnis.

Der Ausschluss säumiger Validatoren aus dem Komitee zeigt, wie unmittelbar Protokoll-Upgrades in einem Netzwerk mit begrenzter Betreiberzahl über Teilnahme entscheiden. Genau an dieser Stelle setzt die IOTA Dezentralisierung an. Je niedriger die technischen Hürden für den Betrieb einer Node, desto schwerer lässt sich Kontrolle über das Netzwerk auf wenige Akteure konzentrieren.

Offen bleibt, wie viele Validatoren die neuen Limits tatsächlich nutzen, um eigene Infrastruktur aufzubauen. Bis zur nächsten Protokollversion bleiben die aktuellen Grenzwerte für Anfrage- und Antwortgrößen verbindlich.

Wir berichteten über den vorangegangenen Umbau des IOTA-Netzwerks mit Testnet und DevNet.

IOTA: 99,5 Prozent Systemverkehr offenbaren Adoptionslücke

IOTA: 99,5 Prozent Systemverkehr offenbaren Adoptionslücke

Eine neue Auswertung zeigt: Der IOTA Systemverkehr macht 99,5 Prozent aller Netzwerktransaktionen aus, nur rund 300.000 von 57 Millionen Vorgängen im Monat stammen von zahlenden Nutzern. Die Analyse der Gruppe IOTAPUNKS wurde am Donnerstag veröffentlicht.

IOTA: 99,5 Prozent Systemverkehr ohne Nutzer

Der IOTA Systemverkehr dominiert das Netzwerk fast vollständig, wie eine am Donnerstag über X veröffentlichte Auswertung der Analysegruppe IOTAPUNKS zeigt. In den vergangenen 30 Tagen zählte das Netzwerk rund 57 Millionen Transaktionen, doch nur etwa 300.000 davon waren gebührenpflichtig. Das entspricht 99,5 Prozent automatischem Systemverkehr gegenüber lediglich 0,5 Prozent zahlender Nutzeraktivität.

IOTAPUNKS erklärt den Unterschied mit dem technischen Aufbau des Netzwerks: Jeder Bestätigungsblock enthält automatisch anfallende Systemvorgänge, darunter die Konsens-Aktualisierung (Consensus Prologue) und Updates der Zufallsquelle. Diese Vorgänge zählen in der Transaktionssumme mit, obwohl kein Nutzer dahinter steht und keine Gebühr anfällt.

57 Millionen monatliche Transaktionen sind Systemrauschen

Um echte von automatischer Aktivität zu trennen, hat die Analyseplattform IOTA Pulse ein neues Feld namens „Real Activity“ eingeführt, das stündlich aktualisiert wird und zahlende Nutzeraktivität den kostenlosen Systemoperationen gegenüberstellt. Damit lässt sich der IOTA Systemverkehr erstmals von echter Netzwerknutzung unterscheiden, statt sich auf die reine Transaktionszahl zu verlassen.

Der Befund reiht sich in die laufende Debatte um die Ausrichtung des Netzwerks ein. Mit dem Umbau zu IOTA Rebased führte die Foundation ein Staking-Modell mit rund 6 Prozent jährlicher Inflation und regulären Transaktionsgebühren ein, ein Bruch mit dem ursprünglichen Versprechen eines gebührenfreien Systems für Mikrotransaktionen. Wie weit Adoption und Infrastruktur des Netzwerks tatsächlich tragen, war aus der reinen Transaktionszahl bislang kaum ablesbar.

Skalierbarkeit ohne Skalierungseffekt

Die Zahlen zeigen den Unterschied zwischen technischer Kapazität und tatsächlicher Nutzung: Ein Netzwerk kann Millionen Transaktionen verarbeiten und trotzdem kaum von echten Anwendern getragen werden, wenn der Großteil aus protokollinternen Vorgängen besteht. Aus österreichischer Perspektive zählt dabei, wer über die Regeln entscheidet: Bei IOTA legt die Foundation zentral Änderungen wie das Gebühren- und Inflationsmodell fest, Nutzer nehmen sie lediglich hin.

Vorerst bleibt der IOTA Systemverkehr ein technisches Phänomen ohne belegte Nutzerbasis. Die neue „Real Activity“-Kennzahl macht diesen Unterschied erstmals sichtbar, statt ihn hinter einer hohen Gesamttransaktionszahl zu verstecken.

Offen bleibt, ob sich das Verhältnis zu zahlender Aktivität in den kommenden Monaten verschiebt. Bis dahin taugt die reine Transaktionszahl bei IOTA nicht als Beleg für tatsächliche Adoption und Infrastruktur-Nutzung.

Wir berichteten über die Einführung von Testnet und DevNet im Zuge des Umbaus zu IOTA Rebased.

IOTA’s Testnetzwerk Shimmer rüstet sich mit 2 weiteren wichtigen Updates!

IOTA’s Testnetzwerk Shimmer rüstet sich mit 2 weiteren wichtigen Updates!

Pünktlich vor dem bevorstehenden Sommerloch hat das Testnetzwerk Shimmer vom IOTA zwei weitere Updates veröffentlicht. Im heutigen Artikel möchte ich auf den Partner Pyth, der das Netzwerk mit Preisdaten versorgt, sowie auf das Belohnungsprogramm für die Testung der Shimmer-EVM näher eingehen. Zum Abschluss gibt es noch ein paar Sätze zu Dominik Schiener, der bei der Community mit einem Tweet über den aktuellen Fokus von IOTA mal wieder für etwas positivere Grundstimmung und einigen Fragezeichen gesorgt hat.

In Kürze

  • Pyth startet Preisdaten im ShimmerEVM Testnet
  • 1.300.000 $ SMR-Token Belohnung
  • Kurzes Update zum MVP-Ansatz bei IOTA

Pyth startet Preisdaten im ShimmerEVM Testnet

Das Shimmer-Netzwerk gewinnt ein großes Stück an Infrastruktur hinzu. Pyth-Network, ein Anbieter für Preis-Feeds von über 200 Assets, wird ab sofort im ShimmerEVM-Testnetz eingesetzt. Dabei ermöglicht es Projekten auf Shimmer Echtzeit-Preisdaten auf die Ethereum Virtual Machine zu ziehen, die vor allem für Kreditprotokolle sowie Derivatenplattformen von großer und entscheidender Bedeutung sind.

Dabei werden sogar sechs verschiedene eigene Assets eingerichtet und Preise in die Kette gebracht, auf die jede Anwendung anschließend zugreifen und diese auch kostenlos nutzen kann. Pyth-Netzwerk selbst ist ein Finanzorakel-Netzwerk, das entwickelt wurde, um reale Daten auf sichere und transparente Weise für mehrere Blockchains bereitzustellen. Damit wächst das Shimmer-Netzwerk weiter und alle bisherigen Projekte können ihre Daten mit Pyth verknüpfen und von den Vorteilen profitieren.

Shimmer EVMTestnet

​1.300.000 $ SMR-Token Belohnung

In unserem letzten Newsbeitrag Anfang April hatten wir über den Start des ShimmerEVM Testnet berichtet. Nun wird am 03. Mai um 15 Uhr MEZ eine zweiwöchige Kampagne für die Testung des Netzwerks gestartet. Sie belohnt Projekte und Benutzer für die Teilnahme am öffentlichen Testen der EVM-Kette und der dApps, die auf Shimmer bereitgestellt werden. Dabei können alle Beteiligten insgesamt einen Beitrag von 1.300.000 $ SMR-Token erhalten.

Die Kampagne ist an alle möglichen Zielgruppen gerichtet und während dieser zwei Wochen werden die Aktivitäten aller teilnehmenden Projekte genau verfolgt. Je größer die Aktivität am Ende der Laufzeit ist, desto größer ist auch der Belohnungsanteil. Eine kleine Hürde gibt es vorher noch zu durchlaufen. Alle möglichen Projekte müssen sich mit einem kleinen Befragungsbogen registrieren.

Am Ende der Befragung steht noch ein kleiner KYC-Prozess. Gesteuert wird die ganze Kampagne durch die neue gegründete TEA (Tangle Ecosystem Association), die offiziell in der Schweiz (Zug) seinen registrierten Sitz hat. Damit geht IOTA einen neuen weiteren Schritt auch in Richtung ihres eigenen Marketing, der bisher in dieser Art und Weise durch die Stiftung in Deutschland gar nicht möglich war.

Kurzes Update zum MVP-Ansatz bei IOTA

Dominik Schiener, Vorsitzender der IOTA-Foundation hat sich mit den folgenden Worten im Discord von IOTA an die Community gewandt:

Es ist vollbracht – wir haben uns gerade dagegen entschieden, eine große Sache zu unternehmen und uns lieber auf die Arbeit am IOTA Core zu konzentrieren, damit die Zeitspanne zwischen der großen Ankündigung / Enthüllung und dem Coordicide-Ereignis so kurz wie möglich ist.

Nun, an der Interpretation dieser Aussage waren sich viele Community-Mitglieder etwas uneinig und die Gerüchteküche brodelt gewaltig. So wie erste Vermutungen sind, wird es bei IOTA vorerst keinen gesonderten MVP-Ansatz geben, sondern alle Features des Netzwerks ohne Koordinator werden direkt (und teilweise schon geschehen) in das IOTA-Core Netz eingebaut werden.

Was das dann für Shimmer bedeutet? Wir dürfen alle sehr gespannt auf die nächsten Wochen blicken!

Hinweis der Redaktion (Stand: 16. August 2026):

Dieser Artikel beschreibt einen historischen Stand des Shimmer-Netzwerks.

Die IOTA Foundation hat laut offizieller Ankündigung das Ende von Shimmer L1 und ShimmerEVM eingeleitet. Die LayerZero-Brücke zu anderen Netzwerken schließt am 29. August 2026, die vollständige Abschaltung folgt am 30. September 2026. Wer noch Bestände auf Shimmer hält, muss sie vor dem 29. August 2026 verlagern, danach gibt es keinen praktikablen Weg mehr aus dem Netzwerk.

IOTA selbst läuft seit Mai 2025 auf dem Move-basierten Rebased-Protokoll, Shimmer hat seine Rolle als Testumgebung damit verloren.

Bei der Verlagerung von Beständen ist erhöhte Vorsicht geboten. Migrationsfristen ziehen Phishing-Kampagnen an, wie der aktuelle Fall SafePal zeigt: Der Wallet-Anbieter legte am 16. August 2026 offen, dass Bestelldaten von 39.798 Kunden über eine Plugin-Lücke einsehbar waren. Angreifer nutzen solche Daten für täuschend echte Nachrichten. Aufforderungen zur Eingabe der Seed Phrase sind in jedem Fall Betrug.</p>

WEF erkennt IOTA TWIN Adoption als kommerzielle Handelsinfrastruktur an

WEF erkennt IOTA TWIN Adoption als kommerzielle Handelsinfrastruktur an

Die IOTA TWIN Adoption rückt laut Weltwirtschaftsforum näher an den kommerziellen Einsatz: In einem LinkedIn-Beitrag lobte das WEF Ende vergangener Woche die Fortschritte der Handelsinfrastruktur, die bereits in mehr als acht Ländern aktiv ist.

IOTA TWIN erreicht kommerzielle Einsatzfähigkeit

Die IOTA TWIN Adoption hat laut Weltwirtschaftsforum (WEF) einen weiteren Schritt in Richtung kommerziellem Einsatz gemacht. In einem LinkedIn-Beitrag hob das WEF Ende vergangener Woche die Fortschritte der von IOTA unterstützten Handelsinfrastruktur TWIN hervor und lobte deren Entwicklung ausdrücklich.

TWIN steht für Trade Worldwide Information Network und digitalisiert Handelsdokumente wie Ursprungszeugnisse, Rechnungen und Frachtpapiere. Inzwischen ist das System in mehr als acht Ländern aktiv, nachdem es als Pilotprojekt in Ostafrika gestartet war. Zollbehörden, Exporteure und Logistikunternehmen tauschen darüber Handelsdaten in Echtzeit aus.

Dezentralisierte Handelsinfrastruktur im Aufbau

Hinter TWIN steht mit der Twin Foundation eine breite institutionelle Unterstützung der Infrastruktur. Die gemeinnützige Organisation wird von fünf Institutionen getragen, darunter das WEF, das Tony Blair Institute und die African Continental Free Trade Area. Laut IOTA Foundation baut das Netzwerk auf einem verteilten Ledger auf und nutzt offene Standards wie Gaia-X und IDSA.

Bis 2030 soll die IOTA TWIN Adoption auf über 30 Länder ausgeweitet werden und dabei nationale Handelssysteme, Häfen, Logistikplattformen und Finanzinstitute verbinden. Das WEF schätzt, dass digitale Handelssysteme wie TWIN die Kosten im globalen Handel um bis zu 25 Prozent senken und einen zusätzlichen Handelswert von rund 10 Bio. US-Dollar erschließen könnten. In Kenia zeigte sich der Effekt bereits konkret: kürzere Zollabfertigungszeiten und geringere Kosten im Vergleich zu papierbasierten Prozessen.

Infrastruktur ohne zentralisierte Kontrolle

Anders als klassische Handelsplattformen kommt TWIN ohne eine zentrale Kontrollinstanz aus. Jeder Teilnehmer entscheidet selbst, welche Daten er mit welchem Partner teilt, statt sie einem einzelnen Betreiber zu überlassen. Von dieser offenen Datenstruktur profitieren vor allem kleinere Exporteure und Zollbehörden in Entwicklungsländern, die sich bislang keine eigene zentrale Handelsplattform leisten konnten.

Genau dieser Verzicht auf eine zentrale Stelle, die Zugriff auf alle Daten hätte, unterscheidet TWIN von staatlich kontrollierten Handelsregistern. Wer Handelsdaten dezentral statt über eine einzelne Behörde oder Plattform verwaltet, reduziert das Risiko, dass eine einzelne Instanz den Datenfluss kontrolliert oder abschalten kann.

Ob die IOTA TWIN Adoption das Tempo bis 2030 tatsächlich hält, bleibt offen, da die bisherige Ausweitung von acht auf über 30 Länder noch bevorsteht. Fest steht bislang nur der Status in den aktuell aktiven Pilotländern.

Wir berichteten über das Wachstum der IOTA-Handelsinfrastruktur TWIN.

IOTA Handelsinfrastruktur TWIN wächst: Netzwerk aktiv in über acht Ländern

IOTA Handelsinfrastruktur TWIN wächst: Netzwerk aktiv in über acht Ländern

Die IOTA Handelsinfrastruktur TWIN verbindet mittlerweile Zollbehörden, Exporteure und Logistikfirmen in mehr als acht Ländern. Der IOTA TWIN Ausbau zeigt, wie dezentrale Systeme papierbasierte Handelsprozesse ersetzen können.

IOTA Handelsinfrastruktur TWIN wird von der IOTA Foundation ausgebaut. Das Netzwerk verbindet mittlerweile Zollbehörden, Exporteure und Logistikunternehmen in mehr als acht Ländern.

IOTA Handelsinfrastruktur wächst: Über acht Länder nutzen TWIN bereits

Ursprünglich als Pilotprojekt in Ostafrika gestartet, digitalisiert TWIN heute Handelsdokumente wie Ursprungszeugnisse, Rechnungen und Frachtpapiere. Laut dem offiziellen Blogbeitrag der IOTA Foundation ist die Entwickleraktivität seit Jahresbeginn spürbar gestiegen.

Auch die Zahl der beteiligten Institutionen wächst. Neben dem World Economic Forum und dem Tony Blair Institute gehören TradeMark Africa und die African Continental Free Trade Area zu den Trägern. Der IOTA TWIN Ausbau markiert damit einen weiteren Schritt in Richtung produktiver Nutzung.

In Kenia hat die IOTA Handelsinfrastruktur bereits messbare Effekte gezeigt: kürzere Zollabfertigungszeiten und geringere Kosten im Vergleich zu papierbasierten Prozessen.

Datenhoheit statt Zentralisierung: Das Prinzip hinter TWIN

Anders als klassische Handelsplattformen verzichtet TWIN auf eine zentrale Kontrollinstanz. Jeder Teilnehmer entscheidet selbst, welche Daten er teilt.

Diese Struktur baut auf IOTAs verteiltem Hauptbuch auf und nutzt offene Standards wie Gaia-X und IDSA. Bestehende Behördensysteme lassen sich anbinden, ohne dass ein zentraler Anbieter Zugriff auf alle Daten erhält.

In Großbritannien testeten Behörden diesen Ansatz im Rahmen der Ecosystem of Trust Trials. Mehrere hundert Warensendungen wurden digital nachverfolgt, darunter Kaffee, Tee und Frischwaren.

Open Source als Strategie: TWIN ohne zentrale Kontrollinstanz

Die Offenheit des Quellcodes ist bewusst gewählt. Sie soll verhindern, dass ein einzelner Anbieter die Infrastruktur monopolisiert.

Wichtig bleibt die Einschränkung: TWIN befindet sich in vielen Regionen noch in der Pilotphase, nicht im flächendeckenden Einsatz. Eine Ankündigung neuer Kooperationen ist nicht gleichzusetzen mit vollständiger Implementierung.

Strukturell zeigt das Beispiel, wohin sich digitale Systeme entwickeln können, wenn Anreizsysteme nicht auf zentrale Kontrolle setzen. Wer Daten und Zugriffsrechte bei den Akteuren belässt, verringert die Angriffsfläche für Machtverschiebung zugunsten einzelner Plattformbetreiber.

Für Handelspartner in Entwicklungsländern bedeutet das mehr Verhandlungsmacht gegenüber großen Intermediären. Diese Verschiebung, weg von zentralisierten Gatekeepern hin zu selbstbestimmten Dateninhabern, unterscheidet dezentrale Systeme von klassischen Handelsplattformen.

Wir berichteten bereits über die Zusammenarbeit von IOTA mit Zebra Technologies bei digitalen Identitäten im Handel.

IOTA Rebased: Einführung von neuem Testnet und DevNet

IOTA Rebased: Einführung von neuem Testnet und DevNet

Die IOTA Foundation hat zwei neue technische Umgebungen veröffentlicht, die es Entwicklern helfen sollen, das IOTA Rebased-Netzwerk besser testen zu können. Dazu zählen ein öffentliches Testnet und ein zentral kontrolliertes DevNet. Neben Stabilität und Sicherheit wird dabei auch die Funktionsweise von IOTA Rebased überwacht und verschiedene Anwendungen getestet. In diesem Beitrag wird die Funktionsweise der beiden Netzwerke untersucht.

In Kürze

  • IOTA Rebase: Testnet 
  • DevNet von IOTA Rebase
  • Kritik an der disruptiven Entwicklung des Tangles

IOTA Rebase: Das Public Testnet 

Das öffentliche Testnet von IOTA Rebase soll vor allem Entwicklern die Möglichkeit geben, verschiedene Anwendungen auf dem neuen IOTA Netzwerk zu testen. Ebenfalls können potenzielle zukünftige Upgrades des Protokolls dort durchgeführt werden. Dabei erklärte die IOTA Foundation, dass sie, anders wie beim alten Netzwerk, darauf achten, die Daten nicht zurücksetzen zu müssen und den Datenverlust so zu vermeiden.

IOTA Rebased Testnet DevNet

Ebenfalls wird das öffentliche Testnetz eine anfängliche Liquidität von 4,6 Mrd. IOTA aufweisen. Dieser Teil wird durch die IOTA Foundation kontrolliert. Um die Interaktion mit dem öffentlichen Testnet zu starten, muss das IOTA-Wallet als Erweiterung im Browser aus dem Chrome Store heruntergeladen werden. So können Token angefordert und über den IOTA Explorer die Netzwerkaktivität im Public Testnet überwacht werden.

DevNet von IOTA Rebase

Das DevNet von IOTA Rebase wird anders wie das öffentliche Testnet immer wieder zurückgesetzt. Dies ist notwendig für das Testen von Protokolländerungen oder von neuen Funktionen. Die Daten des IOTA-Haupt-Ledgers sollen ebenfalls enthalten sein.

IOTA sieht beim DevNet keinen Grund für eine dezentrale Verwaltung. Hier wird die komplette Kontrolle bei der IOTA Foundation bleiben.

Kritik an der disruptiven Entwicklung des Tangles

Dabei hat IOTA in den letzten Jahren immer wieder Kritik erfahren. Anfänglich mit einer beschränken Anzahl an neuer Token, gibt es bis heute eine Inflation von über 6%. Diese Entwicklung wurde von viele IOTA-Anhängern in den letzten Jahren kritisiert. Die Behauptung, durch Staking die Bereicherung der IOTA-Foundation gegenüber kleineren Investoren zu erzielen, steht im Raum.

IOTA stand für ein gebührenfreies Netzwerk, das für Mikrotransaktionen in der Industrie konzipiert war. Dabei sollten Maschinen untereinander Zahlvorgänge abwickeln können. Das Internet der Dinge und der Tangle von IOTA war also ganz anders konzipiert, als Bitcoin oder eine klassische Kryptowährung mit einer Blockchain.

Fluch oder Segen, das wird die Zukunft zeigen. Die Fakten stellen allerdings ein alarmierendes Signal für Investoren dar.

Zu IOTA Rebase schrieb die IOTA Foundation am 23. Dezember auf X (frei übersetzt):

IOTA Rebased würde ein nachhaltiges Tokenomics-Modell einführen:  

  • 6 % jährliche Inflation (767.000 IOTA)
  • Staking-Belohnungen für Validierer/Delegierer
  • niedrige Transaktionsgebühren (~0,005 IOTA)
  • deflationärer Druck durch Gebührenverbrennung
  • Gesponserte Transaktionen erhöhen die Flexibilität des Benutzers

Dabei wird klar: Die ursprüngliche Fiktion des Tangles ohne Transaktionsgebühren Transaktionen in Echtzeit abzuwickeln ist dahin. Die Zukunft wird zeigen, ob sich IOTA durch die relativ zentrale Ausrichtung zum Staking und damit zu einer klaren Ausrichtung zu einer klassischen Staking-Blockchain-Plattform dauerhaft Erfolge verzeichnen kann. Durch das Staking großer Anteilseigner kann sich so in den nächsten Jahren eine Zentralisierung immer weiter verstärken.