Sachsen-Anhalt Krypto-Anleihe: Erstes Bundesland setzt auf digitale Schuldverschreibung

Sachsen-Anhalt Krypto-Anleihe: Erstes Bundesland setzt auf digitale Schuldverschreibung

Sachsen-Anhalt will als erstes Bundesland eine digitale Schuldverschreibung über die Blockchain begeben. Ein Blick darauf, was hinter dem Krypto-Label steckt.

Die Sachsen-Anhalt Krypto-Anleihe macht das Land zum ersten Bundesland, das ein Kryptowertpapier auf Basis des Elektronischen Wertpapiergesetzes begeben will. Geplant ist eine digitale Schuldverschreibung, die im Sommer 2026 bei institutionellen Investoren platziert werden soll. Es handelt sich um ein Vorhaben, noch nicht um eine erfolgte Emission.

Sachsen-Anhalt Krypto-Anleihe digitalisiert die Form, nicht die Schulden

In Kürze

  • Sachsen-Anhalt plant als erstes Bundesland ein Kryptowertpapier nach dem eWpG.
  • Platzierung im Sommer 2026 bei institutionellen Investoren, Register bei der Dekabank.
  • Digitalisiert wird die Form der Schuldaufnahme, nicht die Schulden selbst.

Die Sachsen-Anhalt Krypto-Anleihe ist als klassische Euro-Anleihe strukturiert und nutzt die Blockchain nur für das Register. Die Papierurkunde entfällt, die Abwicklung soll schneller und kostengünstiger werden. An der Substanz ändert das wenig, denn das Land weist mit rund 24 Mrd. Euro eine der höchsten Pro-Kopf-Verschuldungen Deutschlands auf, und die Anleihe bleibt eine neue Verbindlichkeit. Neu ist allein der staatliche Emittent, denn die BaFin zählte bereits in den ersten drei Jahren des Gesetzes rund 155 solcher Kryptowertpapiere, die meisten davon im vergangenen Jahr.

Finanzminister Michael Richter erklärte:

Wir wollen die Chancen digitaler Technologien frühzeitig nutzen und praktische Erfahrungen mit modernen Emissions- und Registerprozessen sammeln.

Digitalisiert wird hier also die Form der Schuldaufnahme, nicht ihre Substanz.

Die Dekabank kontrolliert das Register der Sachsen-Anhalt Krypto-Anleihe

Bei der Sachsen-Anhalt Krypto-Anleihe tritt die Dekabank in einer Doppelrolle auf, als alleinige Emissionsbank und als Betreiber des digitalen Registers, das festhält, wer das Wertpapier hält. Nach dem eWpG ist die Registerführung eine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung unter Aufsicht der BaFin. Das Register kann auf einer Distributed-Ledger-Technologie laufen, bleibt aber an einen verantwortlichen Betreiber gebunden. Damit liegt die Kontrolle über Eintragung und Übertragung bei einer einzelnen Institution. Effizienter als Papier ist das, aber das Gegenteil eines offenen Netzwerks.

Warum die Sachsen-Anhalt Krypto-Anleihe kein Bitcoin ist

Die Sachsen-Anhalt Krypto-Anleihe trägt das Krypto-Label, hat mit Bitcoin aber nichts gemein. Sie ist eine staatliche Verbindlichkeit in Euro, deren Wert vom Vertrauen in die Geldordnung und die Zahlungsfähigkeit des Landes abhängt. Bitcoin ist das Gegenteil, ein Inhaberwert ohne Schuldner, mit einem fest auf 21 Mio. Einheiten begrenzten Angebot.

EU Krypto Steuer: Kommission erwägt 0,1 Prozent auf jede Transaktion

EU Krypto Steuer: Kommission erwägt 0,1 Prozent auf jede Transaktion

Ein internes Papier der EU-Kommission schlägt eine Steuer von 0,1 Prozent auf Krypto-Transaktionen vor. Was geplant ist, warum es Bitcoin-Halter betrifft und weshalb noch nichts beschlossen ist.

Die EU Krypto Steuer nimmt konkrete Formen an: Ein internes Papier der EU-Kommission schlägt eine Abgabe von 0,1 Prozent auf jede Krypto-Transaktion vor. Sie soll jährlich zwischen 3 und 4 Mrd. Euro in den EU-Haushalt spülen. Beschlossen ist davon nichts, der Vorschlag steht erst am Anfang eines langen Verfahrens.

EU Krypto Steuer: Was im internen Kommissionspapier steht

Das am 30. Mai zirkulierte Dokument wurde von Politico und Euronews eingesehen. Es ordnet die EU Krypto Steuer in ein größeres Paket neuer Eigenmittel ein, das zusammen mit Abgaben auf digitale Dienste und Glücksspiel jährlich bis zu rund 11 Mrd. Euro bringen soll.

Für Krypto nennt das Papier zwei Wege, entweder eine Transaktionssteuer von 0,1 Prozent oder eine Abgabe auf Veräußerungsgewinne. Die Transaktionssteuer würde an den regulierten Börsen ansetzen, also dort, wo Käufe und Verkäufe ohnehin erfasst werden.

In Kürze

  • Die EU-Kommission erwägt eine Steuer von 0,1 Prozent auf Krypto-Transaktionen.
  • Erwartetes Aufkommen 3 bis 4 Mrd. Euro pro Jahr als Eigenmittel für den Haushalt 2028 bis 2034.
  • Der Vorschlag ist nicht beschlossen und braucht die Einstimmigkeit aller 27 Mitgliedstaaten.

EU Krypto Steuer als Eigenmittel für den Haushalt 2028 bis 2034

Die Abgabe ist Teil der sogenannten Eigenmittel für den nächsten EU-Haushalt 2028 bis 2034, der rund 2 Bio. Euro umfasst. Eigenmittel fließen direkt in den EU-Etat, statt über die nationalen Beiträge zu laufen.

Die Hürde ist hoch. Neue EU-weite Steuern benötigen die einstimmige Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten, eine Schwelle, an der ähnliche Vorhaben in der Vergangenheit oft scheiterten. Die zyprische Ratspräsidentschaft will um den 10. Juni überarbeitete Zahlen vorlegen. Bis dahin bleibt die EU Krypto Steuer eine Verhandlungsposition, kein geltendes Recht.

EU Krypto Steuer: Transaktionsabgabe oder Gewinnsteuer

Ob am Ende die Transaktionsabgabe oder die Gewinnsteuer steht, ändert wenig am Grundmuster der Krypto-Besteuerung in der EU. Beide Varianten greifen am regulierten Mittelsmann, also an der Börse oder dem Verwahrer, dessen Daten über DAC8 bereits an die Behörden fließen. Wichtig zur Trennung: DAC8 regelt die Meldung, die Steuersätze selbst setzt weiterhin die Politik.

Dahinter steht ein bekanntes Anreizsystem. Ein Geldsystem mit beliebig ausweitbarem Angebot erzeugt steigende Verbindlichkeiten, die irgendwann neue Einnahmequellen verlangen. Bitcoin mit seinem fest auf 21 Mio. Einheiten begrenzten Angebot lässt sich davon nicht verwässern.

Internationaler Krypto Datenaustausch: Deutschland setzt den OECD-Standard ab 2027 um

Internationaler Krypto Datenaustausch: Deutschland setzt den OECD-Standard ab 2027 um

Das Bundeskabinett bringt das Vertragsgesetz zum OECD-Melderahmen auf den Weg. Ab 2027 fließen Krypto-Steuerdaten auch über die EU hinaus.

 

Internationaler Krypto Datenaustausch wird für deutsche Anleger konkret. Das Bundeskabinett hat das Vertragsgesetz zum OECD-Melderahmen für Kryptowerte auf den Weg gebracht, mit dem Deutschland dem weltweiten Datenaustausch beitritt und die Krypto Meldepflicht Drittstaaten greifbar wird. Es ist ein Regierungsentwurf, Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen.

Der internationale Krypto Datenaustausch beruht auf dem CARF-Abkommen

In Kürze

  • Das Bundeskabinett bringt das Vertragsgesetz zum OECD-Melderahmen CARF auf den Weg.
  • Ab 2027 werden Krypto-Steuerdaten auch mit Staaten außerhalb der EU ausgetauscht.
  • Der Meldepunkt ist der Anbieter, nicht das offene Netzwerk.

Internationaler Krypto Datenaustausch beruht auf dem CARF-Abkommen, das Deutschland am 26. November 2024 unterzeichnet hat. Grundlage im nationalen Recht ist das seit Anfang 2026 geltende Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz, das die EU-Vorgabe DAC8 und den OECD-Standard CARF umsetzt. Anbieter erheben die Daten ab dem Meldejahr 2026 und übermitteln sie erstmals 2027 an das Bundeszentralamt für Steuern, jeweils bis zum 31. Juli des Folgejahres.

Gemeldet werden unter anderem Name, steuerliche Ansässigkeit, Steuernummer und die aggregierten Kauf- und Verkaufsvolumina. Erfasst sind Bitcoin, Ether und weitere Kryptowerte, der Datenpunkt ist immer der Anbieter.

Internationaler Krypto Datenaustausch reicht über die EU hinaus

Internationaler Krypto Datenaustausch reicht über die EU hinaus, weil das CARF-Abkommen den Austausch auf teilnehmende OECD-Staaten erweitert. So erreichen die Finanzbehörden auch Plattformen außerhalb der EU. Nach der Verfahrensdarstellung des Bundeszentralamts für Steuern werden die Daten an das EU-Zentralverzeichnis und die Partnerstaaten weitergeleitet, im Gegenzug erhält die Behörde Angaben zu ausländischen Wallets von in Deutschland steuerlich ansässigen Personen.

Der erste grenzüberschreitende Austausch ist ab 2027 vorgesehen. Betroffen sind damit auch deutsche Anleger, die Konten bei Börsen im Ausland nutzen. An der Besteuerung selbst ändert das nichts, die einjährige Haltefrist bleibt bestehen.

Internationaler Krypto Datenaustausch macht die zentrale Börse zum Meldepunkt

Internationaler Krypto Datenaustausch macht die zentrale Börse zum Meldepunkt, denn die Pflicht setzt am regulierten Anbieter an, bei dem Identität und Transaktionen zusammenliegen. Daran zeigt sich ein strukturelles Muster, Kontrolle entsteht an zentralen Datenpunkten und wird nun über Staatsgrenzen hinweg vernetzt, nicht im offenen Protokoll.

Bitcoin ist ein Inhaberwert ohne Emittenten und ohne meldende Stelle, weshalb sich die Verantwortung vom Anbieter zum Halter verschiebt. Das hebt die Steuerpflicht nicht auf, denn Gewinne aus dem Verkauf innerhalb der Jahresfrist sind anzugeben, unabhängig vom Ort der Verwahrung. Wer die eigenen Schlüssel hält, ist auf keinen berichtenden Vermittler angewiesen, trägt die korrekte Erklärung aber selbst. Dass ein Schuldenstaat den Zugriff bis in Drittstaaten ausbaut, folgt der Logik wachsender Lasten, während ein fest begrenztes Geld dieser Beliebigkeit gerade entzogen ist.

 

BlackRock Tokenisierung: Antrag bringt 7 Mrd US-Dollar an US-Staatsanleihen auf die Blockchain

BlackRock Tokenisierung: Antrag bringt 7 Mrd US-Dollar an US-Staatsanleihen auf die Blockchain

Die BlackRock Tokenisierung erreicht den klassischen Geldmarkt: Der größte Vermögensverwalter der Welt hat bei der US-Börsenaufsicht beantragt, die Anteile eines knapp 7 Mrd US-Dollar schweren Treasury-Fonds als Token auf Ethereum abzubilden. Damit rückt institutionelles Kapital ein Stück näher an öffentliche Blockchains. Was nach einem großen Schritt klingt, ist zunächst ein Antrag und kein zugelassenes Produkt.

SEC-Antrag bringt einen Treasury-Fonds als ERC-20 auf Ethereum

BlackRock reichte Anfang Mai 2026 zwei Anträge bei der Börsenaufsicht ein. Der erste betrifft eine tokenisierte Anteilsklasse für den BlackRock Select Treasury Based Liquidity Fund, einen regulierten Geldmarktfonds. Dieser Fonds investiert ausschließlich in kurzlaufende US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von höchstens 93 Tagen und in kurzfristige besicherte Geldgeschäfte. 

Die Anteile sollen über ERC-20-Token auf Ethereum abgebildet werden, während BNY Mellon das offizielle Register führt. Ein zweiter Antrag betrifft ein neu geschaffenes Reserve-Vehikel auf Blockchain-Basis. Beide Schritte bauen auf dem Fonds BUIDL auf, den BlackRock 2024 startete und der inzwischen rund 2,5 Mrd US-Dollar verwaltet.

BlackRock Tokenisierung verlagert Geldmarktanteile auf eine öffentliche Chain

Mit der BlackRock Tokenisierung wandern die Eigentumsnachweise eines etablierten Geldmarktfonds auf eine öffentliche Blockchain. Tokenisiert wird dabei das Register, es wird kein Geld in Token investiert. Die hinterlegten Werte bleiben kurzlaufende US-Staatsanleihen, neu ist allein die Form, in der Anteile gehalten und übertragen werden.

Adressiert wird vor allem der Markt der an den US-Dollar gebundenen Token, deren Halter so in ein reguliertes, verzinstes Produkt wechseln könnten, ohne den Umweg über ein Bankkonto.

Der breitere Hintergrund ist ein wachsender Markt, denn tokenisierte Staatsanleihen erreichen inzwischen rund 14 Mrd US-Dollar, der größere Teil davon auf Ethereum. Für die Einordnung als Adoptionssignal zählt vor allem, dass hier der größte Vermögensverwalter der Welt diesen Weg geht und nicht ein Nischenanbieter.

BlackRock Tokenisierung lässt die Kontrolle bei den Institutionen

Die BlackRock Tokenisierung läuft zwar über eine öffentliche Blockchain, die Kontrolle bleibt aber bei den bekannten Akteuren. BNY Mellon führt das offizielle Register, und die Token sind über eine Identitätsprüfung an zugelassene Anleger gebunden, bei einer Mindestanlage von 3 Mio US-Dollar.

Es handelt sich also um erlaubnispflichtiges Fiat auf einer Blockchain, nicht um ein offenes Netzwerk, und bisher liegt nur ein Antrag ohne Starttermin vor. Die eigentliche Einordnung betrifft das Geld selbst. Tokenisiertes Fiat beschleunigt die Abwicklung, ändert aber nichts an der Natur des zugrundeliegenden US-Dollars, der beliebig ausgeweitet werden kann.

Eine programmierbare Hülle macht eine weiche Währung nicht knapp. Genau hier unterscheidet sich Bitcoin grundlegend, denn seine Obergrenze von 21 Mio. Einheiten liegt im Protokoll und nicht im Ermessen einer Institution.

Die Adoption der On-Chain-Abwicklung zeigt damit die Richtung, in die sich Geld bewegt, während die härteste Form dieser Entwicklung weiterhin Bitcoin bleibt.

Wir berichteten über BlackRocks Bewegungen im Bitcoin-ETF-Markt.

Wachsende Bitcoin Akzeptanz: 18 Firmen erproben Brücke zwischen Zentralbankgeld und Blockchain

Wachsende Bitcoin Akzeptanz: 18 Firmen erproben Brücke zwischen Zentralbankgeld und Blockchain

Die wachsende Bitcoin Akzeptanz zeigt sich nicht nur an Kursen oder Unternehmensbilanzen, sondern zunehmend an der Infrastruktur des Finanzsystems selbst. Die Bank of England erprobt in einem neuen Testlauf, wie ihr Abwicklungssystem mit externen digitalen Ledgern zusammenarbeiten kann. Achtzehn Firmen sind daran beteiligt.

Notenbank rückt an tokenisierte Abwicklung heran

Im Zentrum steht RT2, das erneuerte Abwicklungssystem der Bank of England, das seit April 2025 in Betrieb ist. Darauf aufbauend entwickelt die Notenbank eine sogenannte Synchronisationsfunktion. Sie soll es erlauben, Zahlungen in Zentralbankgeld nur dann zu vollziehen, wenn zugleich ein Vermögenswert auf einem externen Ledger den Besitzer wechselt.

Diese gekoppelte Abwicklung gilt als zentraler Baustein, um tokenisierte Wertpapiere oder andere digitale Vermögenswerte sicher gegen Zentralbankgeld zu verrechnen. Getestet wird das Verfahren in der sogenannten Synchronisation Lab, einer Simulation, die im Frühjahr 2026 startet und rund sechs Monate läuft.

Die Einzelheiten dazu hat die Bank of England veröffentlicht. Echte Zahlungen fließen dabei nicht.

Wachsende Bitcoin Akzeptanz: Achtzehn Firmen im Notenbank-Testlauf

An dem Testlauf nehmen achtzehn Organisationen teil, darunter der Zahlungsdienstleister Swift, die London Stock Exchange Group sowie Anbieter aus dem Blockchain-Umfeld wie Chainlink und Quant. Dass eine Notenbank dieses Ranges digitale Ledger ernsthaft als Gegenstück zu ihrem eigenen System behandelt, ist ein Beleg für die wachsende Bitcoin Akzeptanz auf institutioneller Ebene, auch wenn Bitcoin selbst nicht Teil des Versuchs ist.

Akzeptiert wird hier zunächst die Technologie und die Vorstellung, dass digitale Vermögenswerte fester Bestandteil des Finanzsystems werden. Wichtig ist die Einordnung: Die Teilnahme bedeutet keine Billigung durch die Bank, und die Notenbank ist nicht verpflichtet, auf die Ergebnisse zu reagieren.

Quant etwa ist einer von achtzehn Teilnehmern, nicht ein eigens ausgewählter Partner. Die institutionelle Bitcoin Akzeptanz wächst damit über das Umfeld, nicht über eine Aussage der Zentralbank zu Bitcoin.

Was die Bank of England an Blockchain übernimmt und was nicht

Aufschlussreich ist, was die Bank of England übernimmt und was nicht. Übernommen werden Konzepte wie Tokenisierung, programmierbare Bedingungen und die gekoppelte, gleichzeitige Abwicklung zweier Vorgänge. Nicht übernommen werden die Eigenschaften, die Bitcoin überhaupt erst auszeichnen: Dezentralität, Erlaubnisfreiheit und ein festes Angebot. Zentralbankgeld bleibt zentral kontrolliert und kann jederzeit ausgeweitet werden.

Für die Einordnung der wachsenden Bitcoin Akzeptanz folgt daraus ein wichtiger Unterschied. Dass Notenbanken und große Institute die Schienen für digitale Vermögenswerte bauen, normalisiert das Umfeld, in dem auch Bitcoin gehandelt und verwahrt wird, und erhöht die Glaubwürdigkeit der gesamten Anlageklasse.

Was diese Institutionen jedoch nicht nachbilden können, ist die Knappheit selbst. Digitales Zentralbankgeld lässt sich beliebig vermehren, die Obergrenze von 21 Mio. Bitcoin dagegen steht fest und hängt an keiner politischen Entscheidung. Die Akzeptanz der Infrastruktur wächst, das Alleinstellungsmerkmal von Bitcoin als knappes, erlaubnisfreies Geld bleibt davon unberührt.

Wir berichteten über den digitalen Euro und Bitcoin als zensurfreies Gegenmodell.

Trump Finanz Deregulierung zielt auf Fed-Zugang für Nicht-Banken

Trump Finanz Deregulierung zielt auf Fed-Zugang für Nicht-Banken

Die Trump Finanz Deregulierung hat mit einem Dekret vom 19. Mai 2026 einen neuen Schwerpunkt erhalten. Im Zentrum steht die Frage, ob Nicht-Banken künftig direkten Zugang zum Zahlungssystem der US-Notenbank erhalten. Das Dekret ordnet dazu mehrere Überprüfungen an, beschließt aber selbst keine neuen Regeln.

Trump Finanz Deregulierung: Sechs Bundesregulatoren sollen Fintech-Regeln überprüfen

Das Dekret weist die sechs großen US-Finanzaufsichtsbehörden an, ihre bestehenden Vorschriften zu überprüfen. Betroffen sind die Verbraucherschutzbehörde CFPB, die Börsenaufsicht SEC, die Aufsicht für Kreditgenossenschaften NCUA, die Terminmarktaufsicht CFTC, die Einlagensicherung FDIC und die Bankenaufsicht OCC. Ziel ist der Abbau von Vorschriften, die Fintech-Firmen den Markteintritt erschweren und nach Darstellung des Dekrets vor allem etablierte Anbieter schützen.

Besonders kleine und neue Unternehmen sollen leichteren Zugang zu Bank-Lizenzen und Einlagensicherung erhalten. Die Trump Finanz Deregulierung zielt damit auf eine Verschiebung der Wettbewerbsbedingungen im Finanzsektor.

Dekret setzt Fristen von 90 und 180 Tagen für die Regulatoren

Die Regulatoren haben 90 Tage Zeit für die Überprüfung und 180 Tage für erste Maßnahmen. Für die US-Notenbank gilt eine gesonderte Regelung. Die Federal Reserve wird gebeten, innerhalb von 120 Tagen zu prüfen, ob Nicht-Banken und unversicherte Verwahrinstitute direkten Zugang zu ihren Zahlungskonten erhalten können.

Ausdrücklich genannt werden dabei auch Firmen mit Aktivitäten im Bereich digitaler Vermögenswerte. Sprachlich besteht ein wichtiger Unterschied: Während die sechs Behörden angewiesen werden, wird die Notenbank lediglich gebeten.

Diese Formulierung ist kein Zufall, sondern Ausdruck der Unabhängigkeit der Federal Reserve, die der Präsident nicht direkt anweisen kann. Den vollständigen Text des Dekrets veröffentlicht das Weiße Haus auf seiner offiziellen Seite

Trump Finanz Deregulierung zielt auf Abbau von Markteintrittshürden

Der direkte Zugang zu den Zahlungskonten der Notenbank ist der entscheidende Hebel der Trump Finanz Deregulierung. Bislang müssen Nicht-Banken den Umweg über eine Korrespondenzbank nehmen, um am Zahlungsverkehr teilzunehmen. Ein direkter Zugang würde diese Abhängigkeit aufheben und langfristig auch für Bitcoin-Verwahrer oder Zahlungsdienstleister auf Basis des Lightning-Netzwerks relevant werden können.

Hier ist jedoch Genauigkeit geboten. Das Dekret nennt Bitcoin an keiner Stelle, sondern spricht durchgängig von digitalen Vermögenswerten als breiter Kategorie. Es handelt sich zudem nicht um ein Krypto Gesetz Trump, denn ein Gesetz müsste der Kongress verabschieden. Ein Dekret kann Behörden zu Prüfungen anweisen, schafft aber keine neuen Rechte, was der Text in den Schlussbestimmungen ausdrücklich festhält.

Ob aus dem Prüfauftrag ein veränderter Zugang wird, hängt vom Ergebnis der Berichte und vom Willen einer unabhängigen Notenbank ab. Genau hier zeigt sich ein Muster, das über dieses einzelne Dekret hinausweist. Bitcoin benötigt keine staatliche Genehmigung, um zu funktionieren.

Ein Geldsystem mit festen Regeln, das seit über 17 Jahren ohne Unterbrechung Blöcke produziert, ist nicht auf die Zustimmung einer Regierung angewiesen. Die Deregulierung kann den Zugang zur bestehenden Infrastruktur erleichtern, doch der eigentliche Wert eines dezentralen Geldes liegt in seiner Unabhängigkeit von politischen Ankündigungen.

Wir berichteten über das wiederkehrende Muster zwischen Trumps Rhetorik und der tatsächlichen Umsetzung.