Coldcard Hack: Hacker bewegt 7,7 Millionen Dollar Bitcoin

Coldcard Hack: Hacker bewegt 7,7 Millionen Dollar Bitcoin

Beim Coldcard Hack hat der Angreifer zwischen dem 2. und 6. September 2026 rund 97,09 Bitcoin im Gegenwert von 7,7 Mio. US-Dollar bewegt, fast die Hälfte der dritten Diebstahlswelle. Die Mittel liegen auf 293 einzelnen Tresor-Adressen, die er der Größe nach leert.

7,7 Millionen Dollar Bitcoin aus Coldcard-Hack bewegt

Beim Coldcard Hack hat der verantwortliche Angreifer zwischen dem 2. und 6. September 2026 rund 97,09 Bitcoin im Gegenwert von 7,7 Mio. US-Dollar aus gestohlenen Beständen bewegt. Das entspricht knapp 45 Prozent der Bitcoin-Menge, die in der dritten Angriffswelle des Coldcard Hack erbeutet wurde.

Am 2. September leitete der Angreifer 20,5 Bitcoin aus dem größten Tresor über die dezentrale Handelsplattform THORChain. Die Erlöse landeten anschließend auf Ethereum. Am 5. September folgten 15,48 Bitcoin aus dem zweitgrößten Tresor über eine CoinJoin-Transaktion. Einen Tag später, am 6. September, flossen weitere 61,12 Bitcoin aus zehn zusätzlichen Tresoren ab.

Der Angreifer verteilt gestohlene Bitcoin auf 293 Tresore

Insgesamt liegen die aus der dritten Angriffswelle gestohlenen Mittel auf 293 einzelnen Tresor-Adressen, die der Angreifer der Größe nach leert. Bislang sind die elf größten Tresore vollständig geleert. Die nächsten zehn Tresore halten zusammen 30,81 Bitcoin, die restlichen Adressen von Rang 61 bis 293 kommen auf weitere 33,77 Bitcoin.

Ursache ist ein Fehler im Zufallszahlengenerator der Coldcard-Firmware, der die Seed-Generierung schwächte und private Schlüssel offline rekonstruierbar machte. Hersteller Coinkite bestätigt den Fehler auf seiner Sicherheits-Statusseite und nennt die Modelle Mk2 bis Q als betroffen. Der Fehler steckte bereits seit März 2021 im Code und wurde erst im Juli 2026 öffentlich bekannt. Aktualisierte Firmware repariert keine bereits betroffenen Seeds.

Tresore in Größenordnung geleert: Das systematische Muster

Das Muster, zuerst die größten Tresore zu leeren und sich dann schrittweise zu kleineren vorzuarbeiten, zieht sich durch alle drei Angriffswellen des Coldcard Hack seit Ende Juli. Es wirft grundsätzliche Fragen zur Hardware Wallet Sicherheit auf. Insgesamt sollen rund 1.816 Bitcoin von mehr als 5.200 Adressen betroffen sein. Ein vollständiges Opferverzeichnis gibt es laut Coinkite bislang nicht.

Der Fall zeigt, dass Selbstverwahrung die volle Verantwortung für die Qualität der zugrunde liegenden Zufallsquelle beim Nutzer belässt. Ein einzelner Firmware-Fehler kann diese Kontrolle vollständig untergraben. Anders als bei einem Börsen-Hack gibt es keine zentrale Stelle, die den Schaden auffängt.

Offen bleibt, wie viele der verbleibenden 282 Tresore der Angreifer noch leert. Wer eine Coldcard mit älterer Firmware nutzt, sollte laut Coinkite umgehend prüfen, ob der eigene Seed betroffen ist.

Wir berichteten über die erste Welle des Coldcard Hack und die grundsätzlichen Verwahrungsrisiken bei Hardware-Wallets.

Liquid-Bridge Sicherheitslücke: 4.000 Bitcoin entzogen

Liquid-Bridge Sicherheitslücke: 4.000 Bitcoin entzogen

Die Liquid-Bridge Sicherheit steht nach einem Vorfall vom 6. September 2026 infrage: Aus der Federation-Reserve des Bitcoin-Sidechain-Netzwerks Liquid wurden rund 4.019 Bitcoin im Wert von etwa 320 Mio. US-Dollar abgezogen.

Rund 4.000 Bitcoin entzogen

Die Liquid-Bridge Sicherheit steht nach einem Vorfall vom Sonntag, 6. September 2026, infrage: Aus der Federation-Reserve des Bitcoin-Sidechain-Netzwerks Liquid wurden rund 4.019 Bitcoin im Wert von etwa 320 Mio. US-Dollar abgezogen. Die Abbuchung erfolgte als Peg-out-Transaktion, bei der laut Berichten der SideSwap-Autorisierungsschlüssel für Auszahlungen genutzt wurde. Beobachter zählen ihn zu den größten bekannten Sicherheitsvorfällen im Bitcoin-Umfeld des Jahres 2026.

Eine an die Transaktion angehängte Nachricht verweist auf einen Signal-Kontakt und deutet auf einen möglichen White-Hat-Hintergrund hin. Bestätigt ist diese Einordnung bislang nicht: Ledgers Chief Technology Officer und weitere Sicherheitsforscher wiesen sie öffentlich zurück und sprachen von klassischem Diebstahl. Die abgezogenen Bitcoin wurden seit der Transaktion nicht weiterbewegt.

Dezentralisierung schützte nicht

Liquid ist als Federated Sidechain konstruiert: Statt eines einzelnen Betreibers verwaltet eine Gruppe von Functionaries die Reserven gemeinsam, das soll Einzelrisiken reduzieren. Der Vorfall zeigt, dass diese Struktur die Liquid-Bridge Sicherheit gegen einen Fehler in der Autorisierungslogik nicht geschützt hat.

Blockstream reagierte, indem Bridge-Knoten pausiert und Börsen aufgefordert wurden, Ein- und Auszahlungen von L-BTC vorübergehend auszusetzen. Mehrere Handelsplätze folgten der Aufforderung noch am selben Tag und setzten den L-BTC-Handel aus. Aktuelle Meldungen dazu veröffentlicht das Unternehmen auf der eigenen Statusseite. Der Zugang zur Sidechain bleibt eingeschränkt, bis die Ursache vollständig geklärt ist.

Der Bitcoin auf der Hauptchain war von dem Vorfall nicht betroffen, ebenso wenig Guthaben außerhalb der Federation-Reserve. Betroffen war ausschließlich das L-BTC-Abbild auf der Sidechain und dessen Rückverankerung.

Verwahrungsrisiko der Infrastruktur

Der Vorfall zeigt einen Unterschied, der bei der Liquid-Bridge Sicherheit oft übersehen wird: Wer L-BTC hält, hält einen Anspruch auf eine Federation-Reserve, nicht Bitcoin in eigener Verwahrung. Zwischen dem nativen Bitcoin-Netzwerk und jeder Brücke darüber liegt zusätzlicher Code, der fehlerhaft sein kann, unabhängig davon, wie dezentral die Verwaltung organisiert ist. Diese Trennung gilt unabhängig von der Reputation des Betreibers oder der Anzahl beteiligter Functionaries.

Jede zusätzliche Vertrauensschicht zwischen Nutzer und der Basis-Chain schafft ein eigenständiges Bitcoin Verwahrungsrisiko, das mit der Menge der 21 Mio. Bitcoin selbst nichts zu tun hat. Offen bleibt, ob die entzogenen Mittel zurückfließen und wie die Autorisierungslogik der Bridge künftig abgesichert wird.

Wir berichteten über einen ähnlichen Bridge-Vorfall bei Verus.

600 BTC aus frühen Mining-Belohnungen nach 16 Jahren bewegt

600 BTC aus frühen Mining-Belohnungen nach 16 Jahren bewegt

Frühe Bitcoin Coins aus dem März 2010 sind am Samstag nach 16 Jahren Stillstand erstmals wieder aktiv geworden: Zwölf Mining-Belohnungen mit insgesamt 600 Bitcoin wechselten die Adresse. Der Gegenwert liegt bei umgerechnet rund 48 Mio. US-Dollar.

600 Bitcoin aus der Genesis-Phase erneut aktiv

Frühe Bitcoin Coins aus den ersten Monaten des Netzwerks sind am Samstag, 5. September 2026, nach mehr als 16 Jahren Stillstand wieder bewegt worden. Insgesamt 600 Bitcoin wechselten von zwölf Adressen aus, die seit ihrer Entstehung im März 2010 nicht angetastet worden waren. Der Gegenwert der bewegten Coins liegt nach aktuellem Kurs bei umgerechnet rund 48 Mio. US-Dollar.

Jede der zwölf Adressen erhielt ursprünglich eine vollständige Mining-Belohnung von 50 Bitcoin, wie es zu Bitcoins Frühzeit vor der ersten Halbierung im Jahr 2012 üblich war. Die On-Chain-Analyseplattform Whale Alert identifizierte die Transaktionen und ordnete sie den passenden Blöcken zu.

Zwölf Mining-Rewards nach 16 Jahren bewegt

Diese frühen Bitcoin Coins stammen aus einer Phase, in der Bitcoin kaum gehandelt wurde und Mining-Belohnungen regelmäßig unangetastet blieben. Der Marktwert eines einzelnen Bitcoin lag im März 2010 bei einem Bruchteil eines US-Cents, ein liquider Markt existierte praktisch nicht.

Laut Whale Alert handelt es sich um zwölf separate, aber zeitlich nahe beieinanderliegende Coinbase-Transaktionen, die alle am selben Tag reaktiviert wurden. Die Plattform verfolgt große Bitcoin-Bewegungen automatisiert und meldet ungewöhnliche Aktivität bei langjährig inaktiven Adressen. Reaktivierungen dieser Art sind selten, weil der private Schlüssel über 16 Jahre hinweg verfügbar geblieben sein muss.

Für Bitcoin insgesamt bedeutet ein einzelner Vorfall dieser Art keine strukturelle Veränderung. Die Gesamtmenge an Coins aus der frühen Netzwerkphase, die seit Jahren nicht bewegt wurden, bleibt trotz der Transaktion beträchtlich.

Satoshi-Verbindung ausgeschlossen: Was die Daten zeigen

Whale Alert erklärte nach eigener Prüfung, dass sich keiner der zwölf Blöcke Satoshi Nakamoto zuordnen lasse. Aufgefallen war die Aktivität, weil die Coins aus einer Zeit stammen, in der Nakamoto selbst noch an Entwicklung und Kommunikation rund um Bitcoin beteiligt war. Diese zeitliche Nähe allein begründet laut der Plattform keine Verbindung zur pseudonymen Gründerfigur.

Wer die Adressen tatsächlich kontrolliert, bleibt unbekannt. Frühe Miner traten überwiegend anonym auf, aus den reinen Transaktionsdaten lässt sich keine Identität ableiten.

Kein Unternehmen und keine Behörde kann erzwingen, wer eine Bitcoin-Adresse kontrolliert oder wann deren Guthaben bewegt wird, das Protokoll behandelt jede gültige Transaktion gleich. Am Bestand der insgesamt 21 Mio. Bitcoin ändert die Bewegung nichts, die feste Obergrenze bleibt von einzelnen Kontobewegungen unberührt.

Wir berichteten über eine ähnliche Reaktivierung einer Bitcoin-Adresse aus der Satoshi-Ära.

El Salvadors Bitcoin Akkumulation: 100 Millionen Dollar aus privaten Spenden bestätigt

El Salvadors Bitcoin Akkumulation: 100 Millionen Dollar aus privaten Spenden bestätigt

Die El Salvador Bitcoin Akkumulation seit Juni 2025 stammt laut IWF vollständig aus privaten Spenden, nicht aus Staatsmitteln. Der Fonds bestätigt damit die im November 2025 gemeldete Aufstockung um rund 100 Mio. US-Dollar.

El Salvadors Bitcoin Bestände wachsen durch private Spenden

Der Internationale Währungsfonds hat bestätigt, dass die El Salvador Bitcoin Akkumulation seit Juni 2025 ausschließlich aus privaten Spenden finanziert wurde. Nach IWF-Angaben spiegle der Zuwachs keine zusätzlichen Bitcoin-Käufe wider, die mit staatlichen Mitteln finanziert worden seien. Die Einordnung folgt auf die im November 2025 gemeldete Aufstockung um 1.090 BTC im Wert von rund 100 Mio. US-Dollar, die erneut Fragen zur Einhaltung des IWF-Programms aufgeworfen hatte.

El Salvador hält aktuell rund 7.764 Bitcoin im Gegenwert von etwa 628 Mio. US-Dollar. Die Klärung durch den IWF betrifft konkret die Herkunft der Mittel, nicht die Bestandsgröße selbst.

Private Investoren finanzieren El Salvadors Bitcoin Reserven

Hintergrund ist eine im Dezember 2024 vereinbarte Kreditlinie über 1,4 Mrd. US-Dollar, an die der IWF die Auflage knüpfte, den öffentlichen Sektor von weiteren Bitcoin-Käufen fernzuhalten. Im März 2025 stellte der Fonds klar, dass eine „freiwillige Akkumulation“ von Bitcoin durch die öffentliche Hand ausgeschlossen sei. Im Juli 2025 erklärte der IWF zunächst, seit der Dezember-Vereinbarung seien keine neuen Bitcoin gekauft worden, und führte damalige Zuwächse auf eine Konsolidierung von Wallets zurück.

Die neue Einordnung geht weiter: Die seither hinzugekommenen Bestände stammen laut IWF von privaten Spendern, nicht vom Staat. Diese Unterscheidung erlaubt es El Salvador, sein Bitcoin Staatsreserve-Volumen zu vergrößern, ohne die Kreditbedingungen formal zu verletzen. Wer die privaten Geber sind, wurde nicht offengelegt.

Souveränität ohne Schuldenlast: El Salvadors Modell

Für die Bitcoin Staatsreserve bedeutet die Konstruktion, dass Wachstum über Spenden statt über Haushaltsmittel läuft. Auch die Chivo-Wallet, über die ein Großteil der staatlichen Bestände lief, ist inzwischen mehrheitlich in private Hand übergegangen, während der Staat eine Minderheitsbeteiligung und Verwahrungsaufgaben behält.

Wir berichteten über den 100-Mio.-Dollar-Zukauf im November 2025.

Das Modell zeigt, wie ein Staat trotz Kreditauflagen an einer knappen, nicht beliebig vermehrbaren Reserve festhalten kann, ohne neue Staatsschulden aufzunehmen. Offen bleibt, ob der IWF diese Auslegung dauerhaft akzeptiert oder in künftigen Überprüfungen strenger fasst.

Strive Bitcoin Akkumulation: 23.156 BTC sichern Top-Five-Platz

Strive Bitcoin Akkumulation: 23.156 BTC sichern Top-Five-Platz

Die Strive-Bitcoin-Akkumulation hat mit 23.156 BTC einen neuen Meilenstein erreicht: Das Unternehmen überholte am 31. August 2026 den Wettbewerber Bullish und sicherte sich Platz fünf unter den größten börsennotierten Bitcoin-Haltern. Allein der jüngste Kauf umfasste 1.800 Bitcoin für rund 143 Mio. US-Dollar.

Strive verdoppelt Bitcoin-Bestände und sichert Top-Five-Platz

Die Strive-Bitcoin-Akkumulation erreichte einen neuen Höchststand: Zwischen dem 24. und 28. August 2026 kaufte das Unternehmen weitere 1.800 Bitcoin für rund 143 Mio. US-Dollar und meldete den Kauf am 31. August 2026 der US-Börsenaufsicht SEC. Der Gesamtbestand steigt auf 23.156 BTC, bei einem Durchschnittspreis von rund 79.431 US-Dollar pro Bitcoin.

Damit überholt Strive Bullish, das zuvor mit rund 22.000 BTC auf Platz fünf lag. Seit der Fusion mit Asset Entities im Frühjahr 2026 hat sich der Bestand mehr als verdoppelt. Die Strive-Bitcoin-Akkumulation folgt einem wöchentlichen Rhythmus: Eine Woche zuvor hatte das Unternehmen bereits 1.110 Bitcoin für rund 81,5 Mio. US-Dollar gekauft.

Institutionelle Käufer dominieren Akkumulations-Phase

Analysten von TD Cowen erwarten, dass Strive den Bestand bis Ende 2026 auf 27.156 BTC ausbaut, rund 4.300 BTC mehr als zuvor veranschlagt. Strive bestätigte die Käufe in einer Pflichtmitteilung (Form 8-K) an die US-Börsenaufsicht. Finanziert wird der Ausbau unter anderem über Vorzugsaktien der Serie SATA zu je 80 US-Dollar, ein Modell, das Strive seit der Fusion wiederholt genutzt hat.

Der Fahrplan ist eingespielt: Kapital am Aktienmarkt aufnehmen, davon Bitcoin kaufen, den größeren Bestand offenlegen und dadurch weiteres Kapital anziehen. Strategy hat dieses Muster seit 2020 etabliert, mittlerweile folgen weitere Unternehmen mit eigenen Treasury-Strategien. Die Strive-Bitcoin-Akkumulation reiht sich in diese wachsende Gruppe börsennotierter Bitcoin-Bilanzhalter ein.

Bitcoin-Konzentration verschärft sich bei vier Megakäufern

Vor Strive liegen weiterhin vier Unternehmen in der Rangliste der größten börsennotierten Bitcoin-Halter, angeführt von Strategy mit einem sechsstelligen Bitcoin-Bestand. Der Abstand zwischen den vorderen Plätzen und dem Rest der Liste wächst mit jedem weiteren Kauf schneller, als neue Bitcoin durch Mining entstehen.

Darin liegt der Unterschied zu klassischen Geldsystemen: Zentralbanken können ihre Geldmenge nach Bedarf ausweiten, das Bitcoin-Angebot bleibt unabhängig von der Zahl akkumulierender Unternehmen bei 21 Mio. Einheiten programmiert. Konzentration verändert, wem die Coins gehören, nicht wie viele existieren können.

Offen bleibt, ob Strive das Tempo aus TD Cowens Prognose hält oder steigende Einstandspreise künftige Käufe verlangsamen. Am festen Angebot von 21 Mio. Bitcoin ändert aber auch ein weiterer Megakäufer nichts.

Wir berichteten über den vorherigen Kauf von 1.110 Bitcoin, mit dem Strive in die Top Sieben der größten börsennotierten Bitcoin-Halter vorrückte.

Strategy vor MSCI-Ausschluss: Bitcoin-Treasury unter Druck

Strategy vor MSCI-Ausschluss: Bitcoin-Treasury unter Druck

Die Strategy Bitcoin Treasury steht vor einem moeglichen Ausschluss aus den MSCI-Indizes, ueber den der Indexanbieter am 16. Oktober 2026 entscheidet. Firmenchef Michael Saylor wehrt sich mit einem offenen Brief gegen die geplante Neuregelung fuer nicht operative Unternehmen.

Strategy kämpft um Index-Platz

Die Strategy Bitcoin Treasury steht vor einem möglichen Ausschluss aus den globalen Aktienindizes von MSCI. Am 16. Oktober 2026 stimmt der Indexanbieter über eine neue Zulassungsregel ab, die sogenannte nicht operative Unternehmen aus seinen Indizes ausschließen würde. Die Konsultationsfrist dazu läuft noch bis zum 30. September.

Strategy-Gründer Michael Saylor und Firmenchef Phong Le fordern MSCI in einem offenen Brief auf, den Vorschlag zurückzuziehen. Sie bezeichnen die geplante Regel als diskriminierend, willkürlich und verfehlt. Sollte MSCI zustimmen, würden die Änderungen im Dezember 2026 wirksam.

Nicht operative Unternehmen unter Druck

MSCI prüft Unternehmen künftig zunächst auf ausreichende operative Vermögenswerte. Fällt eine Firma durch dieses Raster, folgt eine zweite Prüfung anhand von fünf Kennzahlen. Darunter fallen die Intensität operativer Vermögenswerte, die Kostenstruktur, der Cashflow sowie die Abhängigkeit von externer Kapitalaufnahme. Neben der Strategy Bitcoin Treasury träfe die Regel auch das japanische Unternehmen Metaplanet sowie den britischen Uran-Investor Yellow Cake, alle drei Bitcoin- beziehungsweise Rohstoff-Bestandshalter statt operative Betriebe im klassischen Sinn. Alle drei zählen zu den Bestandteilen des MSCI ACWI IMI.

In einem offenen Brief legt Strategy seine Position dar und argumentiert, die Trennung zwischen operativen und nicht operativen Vermögenswerten sei weder bilanzrechtlich noch aufsichtsrechtlich klar definiert. Ein Ausschluss aus dem MSCI Index würde Fonds, die den Index nachbilden, zum Verkauf ihrer Anteile zwingen, unabhängig vom Geschäftsverlauf des Unternehmens.

Bitcoin-Bestände gefährden Index-Status

Strategy hält nach eigenen Angaben mehr als 840.000 Bitcoin und damit gut 4 Prozent des auf 21 Mio. Einheiten begrenzten Angebots, mehr als jedes andere börsennotierte Unternehmen. Genau dieser Bestand macht die Strategy Bitcoin Treasury für MSCI zum Testfall der neuen Regel: Je größer der Anteil bilanzieller Bitcoin-Bestände am Unternehmenswert, desto eher greift die geplante Nicht-operativ-Klassifizierung.

Nichts ändert ein MSCI-Ausschluss an der Zahl der von Strategy gehaltenen Bitcoin. Betroffen ist lediglich der Zugang des Unternehmens zu passiv verwaltetem Indexkapital. Das zugrunde liegende Angebot an Bitcoin bleibt von der Entscheidung eines einzelnen Indexkomitees unberührt.

Offen bleibt, ob MSCI am 16. Oktober an seinem Entwurf festhält oder auf den Protest von Strategy und Metaplanet eingeht. Bei einer Zustimmung greifen die neuen Regeln ab Dezember 2026.

Wir berichteten über den wachsenden Bitcoin-Bestand von Strategy.