Bitcoin Infrastruktur: Red Team warnt vor kritischen Sicherheitslücken

Bitcoin Infrastruktur: Red Team warnt vor kritischen Sicherheitslücken

Das Bitcoin Red Team hat binnen 27,5 Stunden gravierende Bitcoin Infrastruktur Schwachstellen in 390 Open-Source-Projekten aufgedeckt, 4.962 mögliche Befunde, 85 davon kritisch. Ausgelöst wurde die Prüfung durch den Coldcard-Exploit, der Nutzern bereits mehr als 88 Mio. US-Dollar gekostet hat.

Red Team offenbart kritische Schwachstellen

Das Bitcoin Red Team hat binnen 27,5 Stunden gravierende Bitcoin Infrastruktur Schwachstellen in 390 Open-Source-Projekten aufgedeckt. Nach Angaben von Entwickler Calle, der seit rund zwei Wochen im Team mitarbeitet, kamen dabei 4.962 mögliche Sicherheitsbefunde zusammen, 85 davon als kritisch und 635 als schwerwiegend eingestuft.

Ausgangspunkt der Prüfung war der Coldcard-RNG-Exploit, bei dem nach Angaben des Teams bereits mehr als 88 Mio. US-Dollar in Bitcoin über mindestens 15 Angreifergruppen abgeflossen sind. Als Reaktion durchsuchte das Red Team mehr als 150 Repositories aus dem Bitcoin-Ökosystem nach weiteren Bitcoin Infrastruktur Schwachstellen, mehr als ein Dutzend wurden bereits vertraulich an die betroffenen Projekte gemeldet.

Sicherheitsaudit enthüllt Systemrisiken

Finanziert wurde der Prüfsprint durch mehr als 40.000 US-Dollar an KI-Rechenkosten, getragen von der gemeinnützigen Organisation OpenSats, die Open-Source-Entwicklung rund um Bitcoin fördert. Das Team setzte mehrere KI-Modelle verschiedener Anbieter parallel ein, um Wallets, kryptografische Bibliotheken und Lightning-Software automatisiert zu prüfen, bevor menschliche Entwickler die Funde gegenprüften.

Rund ein Fünftel der gemeldeten Befunde galt zuletzt als reproduzierbar bestätigt. Der Großteil bleibt vorerst unbestätigter Erstbefund und liegt zur Prüfung bei den jeweiligen Maintainern der betroffenen Projekte.

Angriffsflächen im Bitcoin-Ökosystem

Besonders schlecht schnitt nach Angaben des Teams das Lightning-Netzwerk ab. Die Zahlungsschicht gilt als komplexer und fehleranfälliger als andere Teile der Infrastruktur, weil viele kleinere Projekte von einzelnen freiwilligen Maintainern abhängen. Diese Maintainer profitieren von der kostenlosen Prüfung, tragen im Gegenzug aber das Risiko, dass Schwachstellen bekannt werden, bevor ein Patch bereitsteht.

Eine zentrale Stelle, die für die Sicherheit der gesamten Bitcoin-Infrastruktur verantwortlich ist, gibt es nicht. Genau das ist Teil der dezentralen Struktur, die Bitcoin von einem einzelnen Ausfallpunkt unabhängig machen soll: Wer Bitcoin Infrastruktur Schwachstellen findet und offenlegt, übernimmt diese Aufgabe freiwillig und ohne offizielles Mandat.

Ob sich die 4.962 gemeldeten Befunde am Ende als reale Risiken bestätigen, zeigt sich erst mit den Patches der betroffenen Projekte. Offen bleibt vorerst, wie viele der als kritisch eingestuften Fälle tatsächlich ausnutzbar sind.

Dass die Prüfung außerhalb jeder Behörde und ohne zentrale Anweisung stattfindet, zeigt, wie Sicherheit in einem dezentralen Netzwerk organisiert wird: durch offene Beiträge einzelner Entwickler statt durch eine übergeordnete Kontrollinstanz.

Wir berichteten über eine weitere Bedrohung für die Bitcoin-Infrastruktur durch Quantencomputer.

Bitcoin-Halter Index-Exklusion: MSCI will Strategy und Metaplanet ausschließen

Bitcoin-Halter Index-Exklusion: MSCI will Strategy und Metaplanet ausschließen

Die Bitcoin-Halter Index-Exklusion rückt erneut auf die Agenda: MSCI hat laut einem Bericht vom 13. August 2026 neue Regeln vorgeschlagen, um Strategy und Metaplanet aus seinen Standardindizes zu entfernen.

MSCI gegen Bitcoin-Halter in Standardindizes

Nach einem Bericht von Blocktrainer vom 13. August 2026 unternimmt MSCI einen neuen Versuch, mit dem die Bitcoin-Halter Index-Exklusion für Strategy und Metaplanet Realität werden könnte. Die vorgeschlagenen Regeln sollen Firmen aus den globalen Standardindizes entfernen, deren digitale Vermögenswerte 50 Prozent oder mehr der Bilanzsumme ausmachen. Damit greift MSCI einen Plan wieder auf, den der Indexanbieter im Januar 2026 nach Widerstand der Branche zurückgestellt hatte.

Im ersten Anlauf hatte MSCI im Oktober 2025 eine Konsultation zu Digital Asset Treasury Companies gestartet und dabei rund 39 Firmen als potenziell betroffen gelistet. Im Januar 2026 entschied MSCI, diese Firmen vorerst nicht auszuschließen, kündigte aber eine breitere Prüfung nicht-operativer Unternehmen an. Die neue Bitcoin-Halter Index-Exklusion ist laut Blocktrainer Teil dieser Prüfung und könnte zum kommenden Index Review wirksam werden.

Strategy und Metaplanet im Visier der Indexmethoden

Im Fokus stehen erneut Strategy unter Michael Saylor und das japanische Unternehmen Metaplanet unter Simon Gerovich. Beide Firmen richten ihr Geschäft weitgehend auf den Aufbau von Bitcoin-Bilanzen aus, Strategy hält nach eigenen Angaben mehr als 550.000 BTC, Metaplanet mehr als 40.000 BTC. Beide Bestände liegen deutlich über der von MSCI diskutierten 50-Prozent-Schwelle.

Details zu Kriterien und Zeitplan hat MSCI in seinem offiziellen Konsultationsdokument veröffentlicht. Eine Exklusion würde bedeuten, dass Indexfonds, die MSCI-Benchmarks nachbilden, Anteile an Strategy und Metaplanet automatisch verkaufen müssten, unabhängig von der Einschätzung der Fondsmanager. Für Anleger mit Bitcoin-Exposure über passive Aktienindizes entsteht so ein Bitcoin Adoption Gegenparteirisiko: Der Zugang hängt dann nicht von der Nachfrage nach Bitcoin ab, sondern von einer geänderten Indexmethode.

Gegenparteirisiko: Indexlogik statt Dezentralität

Die erneute Bitcoin-Halter Index-Exklusion zeigt, wie stark der Zugang zu Bitcoin über Aktienmärkte von der Methodik einzelner Indexanbieter abhängt. Anders als beim direkten Bitcoin-Kauf entscheidet hier nicht das dezentrale Netzwerk über Teilhabe, sondern eine zentrale Indexkommission.

Für Sparer, die über Aktienfonds Zugang zu Bitcoin suchen, entsteht so ein Gegenparteirisiko, das mit der Knappheit von Bitcoin selbst nichts zu tun hat. Nicht die Nachfrage nach dem Netzwerk entscheidet über den Zugang, sondern eine Indexregel, die MSCI jederzeit anpassen kann.

Solange MSCI keine endgültige Entscheidung getroffen hat, bleiben Strategy und Metaplanet vorerst gelistet. Eine Neubewertung ist frühestens zum nächsten Index Review möglich, das Bitcoin-Angebot selbst bleibt davon unabhängig auf 21 Mio. Einheiten begrenzt.

Wir berichteten über die Kritik von Bitwise am ersten MSCI-Vorschlag.

Goldman Sachs Bitcoin Akquisition: 2,25 Mrd. Dollar für NEOS Investments

Goldman Sachs Bitcoin Akquisition: 2,25 Mrd. Dollar für NEOS Investments

Die Goldman Sachs Bitcoin Akquisition von NEOS Investments ist besiegelt: Die Bank zahlt bis zu 2,25 Mrd. US-Dollar für den Bitcoin-Einkommens-ETF-Anbieter. Damit erhält Goldman Sachs Zugriff auf ein Portfolio aus 19 optionsbasierten ETFs mit 30 Mrd. US-Dollar verwaltetem Vermögen.

Goldman Sachs erwirbt NEOS Investments für 2,25 Milliarden Dollar

Goldman Sachs hat am Mittwoch, 12. August 2026, eine Vereinbarung zur Übernahme von NEOS Investments bekanntgegeben. Die Goldman Sachs Bitcoin Akquisition sieht eine Zahlung von bis zu 2,25 Mrd. US-Dollar in bar und Aktien vor, abhängig von vereinbarten Leistungs- und Servicekennzahlen. NEOS verwaltet nach eigenen Angaben zum 30. Juni 2026 rund 30 Mrd. US-Dollar in 19 optionsbasierten Einkommens-ETFs.

Zum Portfolio zählt auch ein Bitcoin-Einkommens-ETF mit rund 1 Mrd. US-Dollar verwaltetem Vermögen, der über verkaufte Optionsprämien laufende Ausschüttungen erzielt. Die NEOS-Mitgründer Troy Cates und Garrett Paolella wechseln als Partner zu Goldman Sachs Asset Management, sobald der Deal abgeschlossen ist. Der Abschluss ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen und steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.

Bitcoin-ETFs als neuer Billionen-Markt für Großbanken

Mit dem Zukauf steigt Goldman Sachs Asset Management nach eigener Mitteilung zum achtgrößten Anbieter aktiver ETFs auf, mit rund 80 Mrd. US-Dollar in aktiv verwalteten Fonds innerhalb einer insgesamt 130 Mrd. US-Dollar schweren ETF-Plattform. Die NEOS-Übernahme folgt auf den Kauf von Innovator Capital Management und bündelt Buffer-, Managed-Outcome- und Einkommensstrategien unter einem Dach.

Die Goldman Sachs Bitcoin Akquisition reiht sich in eine Serie ähnlicher Schritte der Wall Street ein. Goldman Sachs hatte bereits im April 2026 eine eigene SEC-Registrierung für einen Bitcoin-Einkommens-ETF eingereicht. Auch BlackRock und Morgan Stanley verfolgen mit eigenen Options- und Einkommensprodukten ähnliche Strategien rund um Bitcoin-Exposure.

Wie traditionelle Finanzinstitute Bitcoin-Infrastruktur strukturieren

Für Anleger bedeutet der Kauf zunächst einen Wechsel der Verwahrstruktur: Wer über einen Bitcoin-Einkommens-ETF investiert, hält keine Bitcoin in Selbstverwahrung, sondern einen Fondsanteil, dessen Optionsstrategie und Gegenparteien vom jeweiligen Emittenten festgelegt werden. Die Goldman Sachs Bitcoin Akquisition verschiebt diese Struktur künftig unter das Dach einer der größten US-Investmentbanken, ohne dass sich das zugrunde liegende Angebot an Bitcoin dadurch verändert.

Die Übernahme verschiebt ein Produkt mit rund 1 Mrd. US-Dollar Bitcoin-Exposure unter das Dach einer Großbank, während die zugrunde liegende Optionsstrategie unverändert bleibt. Offen bleibt, ob Goldman Sachs die NEOS-Produktpalette nach dem Abschluss im ersten Quartal 2027 ausbaut oder in bestehende Fondslinien integriert.

Wer Bitcoin-Exposure über einen solchen Einkommens-ETF hält, tauscht Selbstverwahrung gegen das Gegenparteirisiko von Emittent und Optionsgegenseite. Am festen Angebot von 21 Mio. Bitcoin ändert der Eigentümerwechsel bei NEOS nichts.

Wir berichteten über die eigene Bitcoin-ETF-Filing-Ankündigung der Bank im April 2026.

Bitcoin-Miner Riot diversifiziert: 9,1-Milliarden-Deal mit Anthropic

Bitcoin-Miner Riot diversifiziert: 9,1-Milliarden-Deal mit Anthropic

Bitcoin-Miner Riot Platforms hat am Montag einen Vertrag über Bitcoin Mining Infrastruktur im Wert von 9,1 Mrd. US-Dollar mit dem KI-Unternehmen Anthropic geschlossen. Der Deal umfasst 191 Megawatt Rechenkapazität über eine Laufzeit von 20 Jahren.

Riot diversifiziert: Mining-Hardware für KI-Infrastruktur

Der Bitcoin-Miner Riot Platforms hat am Montag, 10. August 2026, einen langfristigen Vertrag über Bitcoin Mining Infrastruktur mit dem KI-Unternehmen Anthropic bekanntgegeben. Namentlich nannte Riot den Vertragspartner zunächst nicht; laut Bloomberg handelt es sich um Anthropic. Der Vertrag ist bereits der zweite große Schritt des einstigen Bitcoin-Mining-Spezialisten in Richtung KI-Rechenzentren, nachdem Riot zuvor schon Kapazität an AMD verleast hatte. Riot-Chef Jason Les nannte die Vereinbarung einen bedeutenden Schritt zum Anbieter großskaliger Rechenzentren. Mit dem neuen Abschluss kommt Riot auf insgesamt 241 Megawatt vertraglich gesicherter Kapazität und rund 9,8 Mrd. US-Dollar an langfristig gesicherten Umsätzen aus beiden Verträgen zusammen.

191 Megawatt im Vertrag: Riot’s 9,1-Milliarden-Deal

Der Vertrag betrifft den Riot-Standort in Rockdale, Texas, und sieht die Lieferung von 191 Megawatt IT-Rechenkapazität vor. Die Laufzeit beträgt 20 Jahre und reicht bis Juni 2048. Nach Unternehmensangaben könnten zwei Verlängerungsoptionen von je fünf Jahren den Gesamtwert auf bis zu 16,1 Mrd. US-Dollar erhöhen. Der Ausbau der Bitcoin Mining Infrastruktur am Standort soll in zwei Stufen erfolgen: 96 Megawatt bis Dezember 2027, die vollen 191 Megawatt bis Juni 2028. Laut dem Quartalsbericht an die SEC steuerte das klassische Bitcoin-Mining im zweiten Quartal 2026 rund 113,7 Mio. US-Dollar zum Gesamtumsatz von 174,2 Mio. US-Dollar bei, damit unter 65 Prozent. Die Riot-Aktie schloss am Montag vor Bekanntgabe des Deals 5,5 Prozent im Minus, legte im nachbörslichen Handel jedoch um mehr als 25 Prozent zu.

Anthropic nutzt dezentrale Mining-Infrastruktur statt Cloud-Riesen

Für Anthropic bedeutet die Mining Diversifizierung von Riot einen Zugang zu Bitcoin Mining Infrastruktur abseits der drei großen Cloud-Anbieter Amazon, Microsoft und Google. Riot verfügt am Standort Rockdale bereits über eigene Stromanschlüsse und Flächen, die sich vergleichsweise schnell auf KI-Lasten umrüsten lassen.

Wer Rechenlast auf mehrere unabhängige Betreiber statt auf wenige zentrale Cloud-Konzerne verteilt, verringert die Abhängigkeit von einzelnen Gegenparteien. Für Riot selbst wächst damit der Anteil von KI-Umsätzen neben dem klassischen Bitcoin-Mining.

Offen bleibt, ob die volle Kapazität wie geplant bis Juni 2028 ans Netz geht und wie stark sich Riots Umsatzstruktur dadurch verschiebt. Am laufenden Bitcoin-Mining-Betrieb in Rockdale ändert der Vertrag zunächst nichts.

Wir berichteten über ähnliche Landkäufe von Galaxy Digital und MARA in Texas.

Bitcoin BIP-Editor: Dashjr entfernt nach Governance-Konflikt

Bitcoin BIP-Editor: Dashjr entfernt nach Governance-Konflikt

Die Bitcoin-BIP-Editoren haben Luke Dashjr am Montag, 10. August 2026, aus dem Team entfernt, zwei Tage nachdem sein Vorschlag BIP 110 die Bitcoin-Nodes in eine Minderheitskette ohne neuen Block seit dem 8. August gespalten hatte. Mitherausgeber Mark „Murch“ Erhardt hatte die Entfernung tags zuvor gefordert.

BIP 110 spaltet die Bitcoin-Community

Der Bitcoin-BIP-Editor Luke Dashjr wurde am Montag, 10. August 2026, aus dem Editorenteam für Bitcoin Improvement Proposals entfernt. Auslöser war sein Vorschlag BIP 110, der zwei Tage zuvor die Bitcoin-Nodes in eine Minderheitskette gespalten hatte, die seit dem 8. August keinen neuen Block mehr produziert hat.

BIP 110 sollte die Menge beliebiger Daten in Bitcoin-Transaktionen begrenzen, etwa Bilder oder Textdateien. Nodes, die den Soft Fork durchsetzten, verwarfen Blöcke von Minern ohne entsprechendes Signal. Die Folge war eine Kettenspaltung mit geringer Hashrate-Unterstützung, die rasch zum Stillstand kam.

Kritiker wie Michael Saylor und Adam Back hatten vor der Spaltung gewarnt, der Filter könne gültige, gebührenzahlende Transaktionen ungültig machen und die Regel-Unantastbarkeit des Protokolls untergraben.

Dashjr verliert BIP-Editor-Rechte

Mitherausgeber Mark „Murch“ Erhardt forderte die Entfernung des Bitcoin-BIP-Editors am 9. August in einer öffentlichen Diskussion im BIP-Repository. Er warf Dashjr vor, BIP 110 einseitig bevorzugt zu haben, unter anderem durch eine vorzeitige BIP-Nummer-Vergabe und eine rasche Zusammenführung eines Updates am eigenen Vorschlag.

Dashjr war zugleich Mitautor und Editor desselben Vorschlags, eine Doppelrolle, die aus Sicht der übrigen BIP-Editoren mit der Neutralität des Amtes nicht vereinbar war. Am Montag zogen die verbleibenden Editoren die Konsequenz und entfernten Dashjr aus dem Team.

Dashjr pflegt seit Jahren mit Bitcoin Knots eine eigene Node-Implementierung neben Bitcoin Core.

Das Problem mit Minority Forks

Der Fall zeigt eine Schwachstelle in der Bitcoin-Protokoll-Governance: Ein einzelner Editor mit Schreibrechten kann einen eigenen Vorschlag begünstigen, bevor die übrige Entwicklergemeinschaft den Konsens prüfen kann. Ein Minority Fork wie bei BIP 110 entsteht, wenn ein Teil der Nodes neue Regeln durchsetzt, ohne dass Miner und Wirtschaftsmehrheit mitziehen, und bleibt technisch von der Hauptkette isoliert.

Die Entfernung eines Bitcoin-BIP-Editors ändert nichts an der Struktur, die den Interessenkonflikt erst ermöglichte. Wer Vorschläge einbringt und zugleich über ihre offizielle Aufnahme entscheidet, konzentriert Macht, die in einem dezentralen Netzwerk verteilt sein soll.

Offen bleibt, ob die verbleibenden Editoren ihre Doppelrollen künftig strenger trennen. Bis dahin hängt die Neutralität des BIP-Prozesses vom Vertrauen in Einzelpersonen ab, nicht von einer verbindlichen Regel.

Wir berichteten über den Streit um BIP 110 und die Kritik von Saylor und Back am geplanten Spam-Filter.

Trump Media Bitcoin Bestand wächst auf 14.139 BTC

Trump Media Bitcoin Bestand wächst auf 14.139 BTC

Der Trump Media Bitcoin Bestand ist im aktuellen Quartalsbericht auf 14.139 BTC gestiegen, nachdem zuletzt wiederholt über Verkäufe spekuliert worden war. Die zusätzlichen Coins finanzierte das Unternehmen durch den Verkauf von Bitcoin-nahen Wertpapieren.

TMTG expandiert auf 14.139 Bitcoin

Der Trump Media Bitcoin Bestand ist laut aktuellem Quartalsbericht von Trump Media & Technology Group (TMTG) auf 14.139 BTC gestiegen, Stand 31. Juli 2026. Das sind rund 4.662 BTC mehr als die 9.477 BTC, die das Unternehmen noch zum 30. Juni auswies. Vor dem Anstieg war zuletzt wiederholt über Verkäufe aus dem Bestand spekuliert worden.

Zum Referenzkurs von rund 62.982 US-Dollar entspricht der aktuelle Bestand einem Wert von etwa 890,5 Mio. US-Dollar. Im selben Quartal verbuchte TMTG einen Nettoverlust von 238,1 Mio. US-Dollar, darunter Abschreibungen auf Krypto- und Wertpapierpositionen von 190,4 Mio. US-Dollar. Trotz der Verluste in der Bilanz wuchs die physisch gehaltene Bitcoin-Menge weiter.

Keine Verkäufe: Der Quartalsbericht bestätigt reine Akkumulation

Der Bericht liefert auch die Antwort auf die Frage, woher das Geld für den größeren Trump Media Bitcoin Bestand kam. TMTG verkaufte im Juli Aktienbeteiligungen an Bitcoin-nahen Wertpapieren im Wert von 159,6 Mio. US-Dollar und investierte den Erlös direkt in Bitcoin. Statt Coins abzustoßen, tauschte das Unternehmen also indirekte Bitcoin-Exposure gegen direkten Besitz.

Verpfändet ist ein Teil des Bestands: 2.077 BTC dienen als Sicherheit für Optionsgeschäfte, weitere 4.261 BTC stehen als Deckung für Wandelanleihen. Solche Transfers zwischen Wallets und Verwahrstellen hatten zuvor Verkaufsgerüchte ausgelöst, etwa als das Unternehmen im August Bitcoin an die Handelsplattform Crypto.com überwies. Der aktuelle Quartalsbericht bei der US-Börsenaufsicht ordnet solche Bewegungen erstmals offiziell als Umschichtung ein, nicht als Liquidation.

Quartalszahlen widerlegen Spekulationen über Liquidation

Der wachsende Trump Media Bitcoin Bestand steht im Kontrast zu den Bilanzzahlen: Zum 30. Juni wurde die Position noch mit einem Zeitwert von rund 557,1 Mio. US-Dollar bei Anschaffungskosten von etwa 1,01 Mrd. US-Dollar geführt. Der Buchverlust erklärt sich aus dem gefallenen Bitcoin-Kurs seit dem Kaufzeitpunkt, nicht aus einem Verkauf der Coins. Für Anleger, die eigene Bitcoin in Selbstverwahrung halten, zeigt der Fall einen Unterschied: Wer Coins selbst verwahrt, muss sich nicht auf einen Quartalsbericht verlassen, um den eigenen Bestand zu belegen. Wir berichteten über die vorherige Spekulation um Bitcoin-Transfers bei TMTG.

TMTG hat den Bitcoin-Bestand trotz Buchverlusten vergrößert, nicht abgebaut. Offen bleibt, wie das Unternehmen mit den insgesamt 6.338 BTC verpfändetem Bestand bei fälligen Verbindlichkeiten umgeht.