Bitcoin Fork scheitert nach nur zwei Blöcken

Bitcoin Fork scheitert nach nur zwei Blöcken

Der BIP-110-Fork blieb am 8. August 2026 nach nur zwei Blöcken stecken, ein deutliches Bitcoin Fork Scheitern gegen den Widerstand der Mehrheit der Hashrate. Die abgespaltene Kette fiel binnen zwei Tagen um Dutzende Blöcke hinter die Bitcoin-Hauptkette zurück.

Der Fehlstart des BIP-110-Forks

Der BIP-110-Fork von Bitcoin blieb nach seiner Aktivierung am 8. August 2026 bei Block 961.633 stehen, nur zwei Blöcke nach der Aufspaltung bei Block 961.632. Am Sonntag, 9. August, lag die abgespaltene Kette bereits 88 Blöcke hinter der unveränderten Bitcoin-Hauptkette zurück, ein frühes Bitcoin Fork Scheitern mit klarer Kennzahl.

Die ersten beiden Blöcke der neuen Kette stammten von der anonymen Mininggruppe Roughnecks über das dezentrale Mining-Protokoll DATUM des Pools Ocean. Danach fand sich auf der BIP-110-Chain kein weiterer Block mehr, während die Bitcoin-Hauptkette im gewohnten Takt weiterlief.

Warum die neue Blockchain steckenbleibt

Der Grund für das Bitcoin Fork Scheitern liegt in der geerbten Difficulty: Die neue Kette übernahm beim Split die bestehende Mining-Schwierigkeit von Bitcoin, verfügt aber nur über einen winzigen Bruchteil der Netzwerk-Hashrate. Rund 99,85 Prozent der Hashrate signalisierten keine Unterstützung für BIP-110, wodurch ihr schlicht die Rechenleistung für den gewohnten Blocktakt fehlt.

BIP-110 selbst ist im offiziellen Bitcoin-Improvement-Proposal-Repository als befristeter Softfork dokumentiert und sollte für rund ein Jahr die Größe eingebetteter Daten in Transaktionen begrenzen, etwa durch die Rücknahme des OP_RETURN-Limits auf 83 Byte gegen sogenannte Inscriptions, die seit 2023 wiederholt für verstopfte Blöcke und hohe Gebühren gesorgt hatten. Im Vorfeld hatten aber nur etwa 2,4 Prozent der Bitcoin-Nodes Unterstützung für das Bitcoin Protokoll-Update signalisiert, deutlich unter der historisch üblichen Schwelle von 95 Prozent bei früheren Softforks.

Was das Scheitern über Bitcoin bedeutet

Das Bitcoin Fork Scheitern zeigt, wie das dezentrale Konsensmodell in der Praxis funktioniert: Ohne breite Zustimmung der Mining-Mehrheit bleibt eine Regeländerung eine isolierte Minderheitenkette statt eines gültigen Updates für das gesamte Netzwerk. Einzelne Akteure können das Bitcoin Protokoll nicht gegen den Willen der wirtschaftlichen Mehrheit verändern, egal wie lautstark ihre Kritik an bestehenden Regeln ausfällt.

Für Bitcoin selbst ändert der gescheiterte Fork nichts an der festen Obergrenze von 21 Mio. Einheiten oder den bestehenden Konsensregeln der Hauptkette. Wer auf eine Änderung der Geldordnung gehofft hatte, sieht sich mit einer stillgelegten Nebenkette konfrontiert.

Offen bleibt, ob die BIP-110-Befürworter einen neuen Versuch mit breiterer Abstimmung unternehmen oder das Vorhaben aufgeben. Bis dahin bestimmt die Kette mit der größten Hashrate, welche Regeln für Bitcoin tatsächlich gelten.

Wir berichteten über die Warnung von Adam Back vor genau einem solchen Minderheiten-Fork.

Bitcoin Institutionalisierung: Bitwise sieht Billionen-Potenzial

Bitcoin Institutionalisierung: Bitwise sieht Billionen-Potenzial

Die Bitcoin Institutionalisierung nimmt laut Bitwise-Investmentchef Matt Hougan deutlich an Fahrt auf: Billionen US-Dollar aus Stiftungen, Pensionskassen und Staatsfonds könnten laut einem CoinDesk-Interview vom 8. August 2026 in den Markt fließen.

Billionen Dollar in institutionelle Bitcoin-Positionen

Institutionelles Kapital in Billionenhöhe könnte künftig in Bitcoin fließen: Das erklärte Bitwise-Investmentchef Matt Hougan am 8. August 2026 im Interview mit CoinDesk zur fortschreitenden Bitcoin Institutionalisierung. Die Nachfrage erfasse künftig auch Stiftungen, Pensionskassen, Versicherer, Staatsfonds und Zentralbanken, die zusammen zwischen 100 und 200 Billionen US-Dollar verwalten.

Hougan vergleicht die Entwicklung mit Gold-ETFs: Bei deren Start 2004 lag die Marktkapitalisierung von Gold bei rund 2 Billionen US-Dollar, heute bei etwa 30 Billionen US-Dollar. Im Modell von Bitwise erreicht Bitcoin bis 2035 einen Anteil von 25 Prozent am globalen Markt für Wertaufbewahrungsmittel, was einem geschätzten Kurs von 1,3 Mio. US-Dollar entspräche, eine Modellannahme, keine gesicherte Prognose.

Bankenrisiko treibt institutionelle Bitcoin-Nachfrage

Als Beleg für die Bitcoin Institutionalisierung verweist Hougan auf 13F-Meldungen, die US-Vermögensverwalter der Börsenaufsicht SEC offenlegen müssen, sobald sie Positionen in Spot-Bitcoin-ETFs halten. Die SEC beschreibt die Pflichten in ihren 13F-Richtlinien.

Zudem nennt Hougan Schritte großer Banken: Morgan Stanley und Wells Fargo bauten zuletzt eigene Bitcoin-Zugänge aus. Für Pensionskassen und Versicherer zählt dabei auch das Gegenparteirisiko klassischer Bankprodukte bei langfristig gebundenem Kapital. Genau diese Diversifikation begründet laut Hougan einen Teil der institutionellen Nachfrage.

Verwahrungsinfrastruktur für Billionen-Transaktionen

Bevor die skizzierten Summen fließen, muss die Verwahrungsinfrastruktur mit dem Wachstum mithalten. Custody-Lösungen und Reporting-Systeme institutioneller Anbieter benötigen Kapazitäten für Volumina weit über den heutigen ETF-Zuflüssen. Ob Stiftungen ihre Bitcoin-Bestände über Verwahrer halten oder in Selbstverwahrung überführen, bleibt eine eigene Risikoabwägung zwischen Bequemlichkeit und Kontrolle über die privaten Schlüssel.

Wer institutionelles Kapital über Jahrzehnte verwaltet, wägt Gegenparteirisiko gegen Verwahrungsaufwand ab, unabhängig davon, ob die Bitwise-Zielmarke je erreicht wird. Für Pensionskassen bleibt dabei vor allem die feste Obergrenze von 21 Millionen Bitcoin das Unterscheidungsmerkmal zu klassischen Wertpapieren.

Offen bleibt, wie schnell Pensionskassen und Zentralbanken regulatorische Hürden abbauen. Die Marke von 1,3 Mio. US-Dollar bis 2035 bleibt eine Modellrechnung von Bitwise, keine Garantie für den Kursverlauf.

Wir berichteten über den Erfolg des Morgan Stanley Bitcoin ETF.

Bitcoin Verwahrungsrisiko: FBI-Agent wegen Millionen-Diebstahl angeklagt

Bitcoin Verwahrungsrisiko: FBI-Agent wegen Millionen-Diebstahl angeklagt

Das Bitcoin Verwahrungsrisiko zeigt sich in einem ungewöhnlichen Fall: Ein früherer FBI-Vorgesetzter wurde am 31. Juli 2026 wegen des Diebstahls von rund einer Million US-Dollar in Bitcoin aus behördlichen Ermittlungs-Wallets angeklagt.

FBI-Beamter wegen Millionen-Diebstahl angeklagt

Ein ehemaliger leitender FBI-Agent wurde am 31. Juli 2026 in Virginia festgenommen. Der Fall gilt als eines der ranghöchsten Beispiele für Bitcoin Verwahrungsrisiko in Behördenhand. Ermittler werfen dem 37-jährigen Patrick Yaroch aus Ashburn öffentlich vor, Bitcoin im Wert von rund einer Million US-Dollar aus Wallets ausländischer Ermittlungsziele auf eigene Konten transferiert zu haben.

Yaroch war als leitender Sonderermittler (Supervisory Special Agent) in der Spionageabwehr-Abteilung der FBI-Zentrale in Washington tätig und verfügte über eine Top-Secret-Sicherheitsfreigabe für hochsensible Ermittlungen. Laut der beim Bundesgericht im Eastern District of Virginia eingereichten Anklageschrift nutzte er Seed-Phrasen, die im Rahmen offizieller FBI-Ermittlungen sichergestellt worden waren, um Zugriff auf die betroffenen Wallets zu erhalten.

Die US-Justizbehörden konnten nach eigenen Angaben bereits rund 925.000 US-Dollar der gestohlenen Kryptowährung sicherstellen. Der Fall gilt als einer der schwerwiegendsten Vorwürfe von FBI Betrug der vergangenen Jahre: Yaroch wird wegen des Transports gestohlenen Eigentums über Bundesstaatsgrenzen sowie wegen der Annahme gestohlenen Eigentums angeklagt.

Verwahrungsrisiko in Behördenhänden

Der Fall zeigt ein Bitcoin Verwahrungsrisiko, das über einzelne Börsen oder Wallet-Anbieter hinausgeht. Auch Behörden, die Kryptowährungen im Rahmen von Ermittlungen sicherstellen, verwalten private Schlüssel zentral und werden damit angreifbar, sobald eine einzelne Person Zugriff darauf erhält.

Nach Angaben der Anklageschrift plante Yaroch offenbar, sich mit den gestohlenen Mitteln ein neues Leben in Europa aufzubauen, und zog dafür laut Ermittlern sogar einen KI-Chatbot zurate. Ein Bitcoin Verwahrungsrisiko entsteht damit nicht erst bei privaten Anlegern oder Handelsplattformen, sondern schon dort, wo Zugangsdaten zentral verwahrt werden, unabhängig davon, wer die Verwahrstelle betreibt.

Dezentralität versus institutionelle Kontrolle

Wer Bitcoin nicht selbst verwahrt, sondern staatlichen oder privaten Dritten überlässt, gibt die Kontrolle über die eigenen Coins ab. Diese Kontrolle lässt sich durch einzelne Personen mit Zugriffsrechten unterlaufen, wie der Fall Yaroch zeigt, und zwar unabhängig von den sonst strengen Sicherheitsvorkehrungen und internen Kontrollen einer Bundesbehörde.

Selbstverwahrung verschiebt dieses Risiko auf den einzelnen Halter, macht ihn dafür aber unabhängig von der Integrität dritter Institutionen und ihrer Mitarbeiter. Offen bleibt, welche Konsequenzen die Anklage für die interne Kontrolle und Aufsicht von durch Behörden verwahrten Kryptowerten künftig hat.

Wir berichteten über den Bitkub-Hack-Skandal, bei dem eine Handelsplattform einen Diebstahl monatelang verschwieg.

BitMEX Klage: 623 BTC für manipulierte Liquidationen

BitMEX Klage: 623 BTC für manipulierte Liquidationen

Eine BitMEX Liquidation Klage fordert seit dem 23. Juli 2026 die Rückgabe von 622,66 BTC, eingereicht von BKX Services und David Namdar am Tag der angekündigten BitMEX-Schließung. Die Kläger werfen der Börse vor, mit privilegiertem Handelszugang von Zwangsliquidationen profitiert zu haben.

623 BTC Klage: BitMEX Liquidationen mit privilegiertem Zugang

Am 23. Juli 2026 reichten BKX Services Inc. und David Namdar am US-Bezirksgericht für den Südbezirk von New York eine BitMEX Liquidation Klage ein, am selben Tag, an dem BitMEX seine Schließung ankündigte. Die Kläger fordern die Rückgabe von zusammen 622,66 BTC, die sie durch Zwangsliquidationen verloren haben wollen.

BKX beziffert den Schaden auf mindestens 305,81 BTC, Namdar auf über 316,85 BTC. Die Sammelklage richtet sich gegen ein internes Handelsdesk, das nach Darstellung der Kläger privilegierten Zugriff auf Kundendaten hatte und während Server-Sperren weiterhandeln konnte, während gewöhnliche Nutzer ihre Positionen weder einsehen noch schließen konnten. Die Klasse soll US-Kunden umfassen, die seit dem 23. Juli 2018 BTC-Swap-Produkte gehandelt haben.

Server-Abschaltung und Liquidierungen: Das Gegenpartei-Risiko

BitMEX bot Kunden eine Hebelwirkung von bis zu 100-fachem Einsatz. Laut Klageschrift liquidierte die Börse Positionen, bevor die hinterlegte Sicherheit aufgebraucht war, sodass Kunden ihre Position verloren, während das verbleibende Bitcoin-Collateral noch deutlich mehr wert war als der Handelsverlust.

BitMEX hatte die Schließung in einer eigenen Ankündigung für den 23. September 2026, 04:00 UTC, terminiert. Ab dem 26. August 2026 dürfen Nutzer demnach nur noch bestehende Positionen reduzieren.

Die Muttergesellschaft HDR Global Trading begründete den Schritt mit einer strategischen Überprüfung des Geschäfts. Nach eigenen Angaben verlor BitMEX in elf Jahren kein Kundenguthaben durch Hacks, was den Vorwurf der BitMEX Liquidation Klage brisant macht: Der behauptete Schaden entstand demnach durch die eigene Handelsinfrastruktur, nicht durch einen externen Angriff.

Selbstverwahrung gegen Börsen-Risiko: Die BitMEX-Lektion

Der Fall zeigt das Börsen Verwahrungsrisiko zentraler Handelsplätze: Wer BTC einer Börse für den Margin-Handel überlässt, gibt die Kontrolle über die privaten Schlüssel ab. Die Kläger der BitMEX Liquidation Klage fordern deshalb nicht nur Schadenersatz, sondern die Rückgabe der einbehaltenen Bitcoin.

Server-Sperren, aus denen ein internes Desk angeblich weiterhandeln konnte, während Kunden ausgesperrt blieben, offenbaren ein Anreizproblem: Wer gleichzeitig Marktteilnehmer und Infrastrukturbetreiber ist, stellt eigene Interessen über die der Kunden.

Ob das Gericht die Vorwürfe bestätigt, ist offen, das Verfahren steht am Anfang. Für Bitcoin selbst ändert der Rechtsstreit nichts an der Deckelung auf 21 Mio. Einheiten, wohl aber daran, wo Anleger ihre Coins künftig halten.

Wir berichteten über die Insolvenz der Kryptoplattform Knaken, bei der rund 7 Mio. Euro an Kundengeldern verschwanden.

Bitcoin Futures Renditen unter Schatzanleihen-Niveau

Bitcoin Futures Renditen unter Schatzanleihen-Niveau

Die Bitcoin Futures Renditen liegen seit Februar 2026 durchgehend unter der Verzinsung zweijähriger US-Schatzanleihen. Einst über 20 Prozent im Bullenmarkt 2021, werfen die Terminkontrakte aktuell nur noch rund 3 Prozent ab.

Bitcoin Futures: Rendite-Boom endet

Die Bitcoin Futures Renditen liegen seit 157 aufeinanderfolgenden Tagen unter der Verzinsung zweijähriger US-Schatzanleihen, wie ein am Sonntag veröffentlichtes Glassnode-Diagramm zeigt. Die sogenannte Drei-Monats-Basis, also der Renditeaufschlag von Bitcoin-Terminkontrakten gegenüber dem Spotpreis am Kassamarkt, wirft aktuell nur noch rund 3 Prozent pro Jahr ab. Händler nutzen diesen Aufschlag klassisch für den sogenannten Cash-and-Carry-Trade: Kauf am Kassamarkt, gleichzeitiger Verkauf eines Terminkontrakts, Gewinn aus der Zinsdifferenz zwischen beiden Märkten.

Im Bullenmarkt 2021 hatten dieselben Terminkontrakte zeitweise mehr als 20 Prozent Rendite geboten. Damit sind die Bitcoin Futures Renditen binnen weniger Jahre von einem zweistelligen Aufschlag zu einer Unterrendite gegenüber Staatsanleihen abgesackt, ein Wechsel, der sich seit Februar 2026 verfestigt hat und Analysten seither aufmerksam verfolgen.

Schatzanleihen verdrängen Bitcoin-Futures

Nach Angaben von Glassnode gab es eine vergleichbar lange Phase nur einmal zuvor, zwischen August 2022 und Januar 2023, am Ende des damaligen Bärenmarkts. Die Rendite zweijähriger US-Schatzanleihen liegt aktuell bei rund 3,8 Prozent und damit deutlich über den Bitcoin Futures Renditen von etwa 3 Prozent. Wer heute Kapital in den Terminmarkt-Carry-Trade steckt, verdient somit weniger als mit einem einfachen Kauf von Staatspapieren, und trägt zusätzlich das Ausfallrisiko der Terminbörse.

Auch das Handelsvolumen ist eingebrochen. Nach Daten von Coinglass lag das monatliche Volumen der Bitcoin-Terminkontrakte im Juli 2026 bei nur noch rund 880 Millionen US-Dollar, deutlich unter dem Niveau vom Februar 2026. Damit schrumpft der einst lukrative Carry Trade aus Kauf am Kassamarkt und Verkauf am Terminmarkt spürbar, weniger Händler sichern sich derzeit den ohnehin kleiner gewordenen Renditeaufschlag zwischen Spot- und Terminpreis.

Geldmarktsätze drücken institutionelle Exposure

Für institutionelle Investoren sinkt mit den niedrigeren Bitcoin Futures Renditen der Anreiz, Kapital in den Terminmarkt-Carry-Trade statt in Staatspapiere zu stecken. Ein Dollar in zweijährigen Schatzanleihen bringt derzeit mehr Ertrag als derselbe Dollar in der Bitcoin-Basis, ohne das Gegenparteirisiko einer Terminbörse zu tragen. Diese institutionelle Investor-Exposition verschiebt sich bereits messbar in andere Kanäle, etwa in Bitcoin-ETFs. Wir berichteten über das Vermögenswachstum des Morgan-Stanley-Bitcoin-ETF.

Solange kurzfristige Zinsen in den USA über 3,5 Prozent liegen, bleibt der Terminmarkt-Carry-Trade strukturell im Nachteil gegenüber risikofreien Staatspapieren. Bitcoin selbst wirft keine laufende Rendite ab, sein Angebot bleibt unabhängig vom Zinsniveau auf 21 Mio. Einheiten begrenzt.

Bitwise-Report: Kryptomarkt wächst über 3 Billionen Dollar trotz Marktabschwung

Bitwise-Report: Kryptomarkt wächst über 3 Billionen Dollar trotz Marktabschwung

Der Kryptomarkt hat laut dem aktuellen Bitwise-Report trotz drittem Verlustquartal in Folge die 3-Billionen-Dollar-Schwelle bei der Marktkapitalisierung überschritten. Bitwise-Chefanalyst Matt Hougan sieht die Branche doppelt so groß wie am Tiefpunkt des vorigen Zyklus.

Kryptomarkt knackt 3-Billionen-Dollar-Marke

Der Kryptomarkt hat nach Angaben des Vermögensverwalters Bitwise in seinem Crypto Market Review für das dritte Quartal 2026 die Marke von 3 Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung überschritten, obwohl das zweite Quartal 2026 bereits das dritte Verlustquartal in Folge war, die längste Verlustserie seit 2022. Der Bitwise 10 Large Cap Crypto Index fiel im Berichtszeitraum um 15,4 Prozent, acht der zehn enthaltenen Werte lagen im Minus.

Gleichzeitig verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs laut dem Report ihr bisher schwächstes Abflussquartal. Der Kryptomarkt wuchs also bei der Marktkapitalisierung, während Anleger aus den etablierten Anlageprodukten Kapital abzogen. Für den Kryptomarkt bedeutet das: Das Wachstum der Marktkapitalisierung entkoppelt sich zunehmend von den kurzfristigen Kapitalflüssen einzelner Anlageprodukte.

Marktgröße wächst trotz Zyklus-Tiefe

Bitwise-Chefanalyst Matt Hougan bringt die Diskrepanz auf den Punkt: Der Markt bewerte die Branche zu Bärenmarkt-Preisen, obwohl sie doppelt so groß sei wie am Tiefpunkt des vorigen Zyklus, mit tieferer Liquidität, stärkeren Fundamentaldaten und breiterer Wall-Street-Beteiligung. Die Bitwise-Analyse stützt das mit Vergleichszahlen zum Zyklustief 2022: Die Transaktionsaktivität bei Ethereum liegt rund 13-mal höher, der in DeFi gebundene Wert stieg um mehr als 60 Prozent, und das verwaltete Vermögen in Stablecoins hat sich verdoppelt.

Auch tokenisierte reale Vermögenswerte legten seit Jahresbeginn um 50,3 Prozent auf 32,89 Mrd. US-Dollar zu. Die Bitcoin Marktkapitalisierung bleibt dabei der größte Einzelposten des gewachsenen Kryptomarkts.

Institutionelle Adoption nimmt zu

Der Report verweist zusätzlich auf den Ausbau der eigenen institutionellen Infrastruktur: Bitwise verwaltet inzwischen 9 Mrd. US-Dollar Kundenvermögen über mehr als 70 Produkte und betreut über 5.500 Vermögensverwalter sowie 21 Banken und Broker-Dealer. Das zeigt, dass sich institutionelles Kapital trotz fallender Kurse strukturell weiter in Richtung Bitcoin und Kryptowerte verschiebt.

Der Tageskurs bildet damit nur die kurzfristige, subjektive Einschätzung der Marktteilnehmer ab, während Marktkapitalisierung und Infrastruktur die längerfristige Substanz zeigen. Anders als der Kurs bleibt die zugrunde liegende Bitcoin-Menge unabhängig von Kursausschlägen auf 21 Mio. Einheiten begrenzt.

Ob die 3-Billionen-Dollar-Schwelle im dritten Quartal 2026 hält, hängt laut Bitwise maßgeblich vom Fortgang der CLARITY-Act-Gesetzgebung in den USA ab, die der Report als wichtigste Variable des Quartals nennt. Ein positiver Ausgang würde nach Einschätzung von Bitwise das Ende der aktuellen Verlustserie markieren.

Wir berichteten über den anhaltenden Kursverfall im Krypto-Winter.