ARK Invest analysiert das Bitcoin Quantencomputer Risiko und gibt Entwarnung

ARK Invest analysiert das Bitcoin Quantencomputer Risiko und gibt Entwarnung

Das Bitcoin Quantencomputer Risiko ist laut einem neuen Whitepaper von ARK Invest und Unchained real, aber nicht akut. Die am 12. März veröffentlichte Studie mit dem Titel „Bitcoin and Quantum Computing” quantifiziert erstmals systematisch, welcher Anteil des Bitcoin-Angebots theoretisch anfällig wäre und in welchem Zeitrahmen eine tatsächliche Bedrohung entstehen könnte. Das Ergebnis: 65,4 % aller Bitcoin liegen bereits in quantenresistenten Adressformaten.

34,6 % des Bitcoin-Angebots theoretisch anfällig, ARK Invest quantifiziert das Risiko erstmals

ARK Invest und Unchained schlüsseln das Bitcoin Quantencomputer Risiko nach Adresstypen auf. Rund 5,2 Mio. BTC, also etwa 25 % des Gesamtangebots, liegen in wiederverwendeten Adressen, deren öffentliche Schlüssel on-chain sichtbar sind. Diese könnten auf sicherere Formate migriert werden, sobald die Community entsprechende Upgrades umsetzt.

Weitere 1,7 Mio. BTC, rund 8,6 %, befinden sich in frühen P2PK-Adressen und gelten als vermutlich verloren. Dazu gehören auch die vermutlichen 1 Mio. BTC von Satoshi Nakamoto, die damit das prominenteste Beispiel für das Bitcoin Satoshi Quantenrisiko darstellen.

Etwa 200.000 BTC in P2TR-Adressen vervollständigen die Kategorie der theoretisch exponierten Bestände. Zusammen ergibt das 34,6 % des Gesamtangebots. Die restlichen 65,4 % liegen in Adressformaten, die nach aktuellem Wissensstand auch einem Quantencomputer standhalten würden.

Fünf Stufen von kommerzieller Nutzung bis zur kryptografischen Bedrohung

Das Whitepaper entwickelt ein Fünf-Stufen-Modell, das die Entwicklung von Quantencomputern von der heutigen NISQ-Ära bis hin zu einem kryptografisch relevanten Quantencomputer (CRQC) kartiert. In der aktuellen ersten Stufe sind Quantencomputer kommerziell nutzbar, aber weit davon entfernt, die elliptische Kurvenkryptografie (ECC) von Bitcoin zu brechen.

Dafür wären laut ARK Invest mindestens 2.330 logische Qubits und Milliarden von Quantengates nötig. Erst ab Stufe 3 sieht das Modell ein reales Risiko für Bitcoin-Wallets, und erst in Stufe 4 könnte ein Quantencomputer einen privaten Schlüssel schneller ableiten als Bitcoins Zehn-Minuten-Blockzeit.

Die Autoren betonen, dass kein plötzlicher „Q-Day” zu erwarten sei, sondern eine graduelle Entwicklung über Jahre bis Jahrzehnte. Expertenschätzungen für den ersten kryptografisch relevanten Angriff reichen von vor 2030 bis mehrere Dekaden in die Zukunft.

Das Internet und Bankensysteme wären vor Bitcoin betroffen, nicht danach

Besonders relevant ist ein Punkt, den viele in der Debatte übersehen: Ein Quantencomputer, der Bitcoins ECC brechen könnte, würde zunächst die gesamte Internetinfrastruktur und das globale Bankensystem gefährden, nicht nur Bitcoin. TLS-Verschlüsselung, Online-Banking, militärische Kommunikation und staatliche Geheimdienste nutzen dieselben oder ähnliche kryptografische Verfahren.

ARK Invest argumentiert deshalb, dass ein Durchbruch in der Quantenberechnung koordinierte Reaktionen von Regierungen, Technologieunternehmen und Finanzinstitutionen auslösen würde, bevor Bitcoin überhaupt betroffen wäre. Michael Saylor kommentierte die Debatte im Dezember auf X mit den Worten, Quantencomputer würden Bitcoin nicht brechen, sondern härten.

Tatsächlich existieren bereits Post-Quantum-Kryptografiestandards wie ML-DSA und SLH-DSA, die vom NIST verabschiedet wurden. Auch innerhalb der Bitcoin-Community gibt es mit BIP-360 einen konkreten Vorschlag für quantensichere Adressformate.

Die Autoren des Whitepapers schließen mit der Einschätzung, dass die Post-Quantum-Kryptografie sich derzeit schneller entwickelt als die Quantencomputer selbst. Das Bitcoin Quantencomputer Risiko ist damit ein Thema, das Aufmerksamkeit verdient, aber keine Panik rechtfertigt.

Wir berichteten bereits über die Einschätzung der Bundesbank und des NIST zum Bitcoin Quantencomputer Risiko.

Absoluter Mangel gegen relative Knappheit: Warum die Bitcoin monetäre Revolution Gold langfristig ablöst

Absoluter Mangel gegen relative Knappheit: Warum die Bitcoin monetäre Revolution Gold langfristig ablöst

Die Bitcoin monetäre Revolution basiert auf einem einfachen Prinzip: Wenn ein Asset in fast jeder Geldeigenschaft überlegen ist und gleichzeitig ein absolut fixes Angebot besitzt, dann wandert die monetäre Prämie über die Zeit dorthin. Gold dominiert seit Jahrtausenden als Wertspeicher, doch seit dem letzten Bitcoin-Halving im April 2024 liegt Bitcoins Inflationsrate erstmals dauerhaft unter der von Gold. Die Konsequenzen dieses Wendepunkts werden mit jedem Zyklus sichtbarer.

Die Opportunitätskosten des Goldhaltens steigen mit jedem Bitcoin-Zyklus messbar an

Wer Gold hält statt Bitcoin, zahlt Opportunitätskosten, die sich mit jedem Vier-Jahres-Zyklus vergrößern. Bitcoins Marktkapitalisierung stieg von rund 1 Mrd. US-Dollar im Jahr 2013 auf über 2,5 Bio. US-Dollar am Allzeithoch im Oktober 2025. Gold liegt aktuell bei etwa 35 Bio. US-Dollar, also rund 25-mal so hoch.

Doch das BTC/Gold-Ratio kletterte über dieselben vier Zyklen von 0,0001 auf zeitweise 0,13. Trotz zyklischer Rücksetzer ist die Richtung eindeutig: Bitcoin absorbiert mit jedem Zyklus einen größeren Anteil der globalen monetären Prämie.

WisdomTree prognostiziert in einem aktuellen Research-Paper, dass Bitcoins Anteil am „Hard Money“-Korb bis 2030 von aktuell 8 % auf 20 % steigen könnte, mit einem Base-Case-Kursziel von 275.000 US-Dollar.

21 Mio. gegen 200.000 Tonnen: Warum absoluter Mangel relative Knappheit langfristig schlägt

Gold ist relativ knapp. Jedes Jahr kommen 1,5 bis 2 % neues Angebot durch Minenproduktion hinzu, künftige Funde und theoretisch sogar Asteroidenmining könnten das Angebot weiter erhöhen. Bitcoin ist absolut knapp. 21 Mio. Einheiten, davon über 20 Mio. seit einigen Tagen bereits gemined, weniger als 1 Mio. verbleiben und werden noch über 100 Jahre dauern, bis sie sich in der Zirkulation befinden. 

Durch das Halving halbiert sich die Neuproduktion alle vier Jahre. Seit April 2024 liegt Bitcoins jährliche Inflationsrate bei unter 0,8 % und damit erstmals nachweislich unter der von Gold. 

NYDIG bestätigt in einer aktuellen Analyse, dass Bitcoin überlegenes Geld in fast jeder Kategorie darstellt: bessere Teilbarkeit (100 Mio. Satoshi pro BTC), bessere Portabilität (global in Sekunden transferierbar), bessere Verifizierbarkeit (jeder Full Node prüft jede Transaktion), bessere Zensurresistenz (nicht konfiszierbar bei Selbstverwahrung) und strengere Knappheit. Golds einziger Vorteil bleibt die Historie von über 5.000 Jahren.

Gold verliert seit 1971 real an Kaufkraft, Bitcoin gewinnt über jeden Vier-Jahres-Zyklus hinzu

Seit der Abkopplung vom Goldstandard 1971 hat Gold nominal zwar zugelegt, real aber kaum Kaufkraft gewonnen, wenn man die tatsächliche Geldmengenausweitung berücksichtigt. Bitcoin dagegen hat in jedem einzelnen Vier-Jahres-Zyklus seit seiner Entstehung 2009 an Kaufkraft gewonnen, trotz Korrekturen von 77 bis 87 %.

Die Kursverluste werden dabei mit jedem Zyklus kleiner: minus 87 % im Zyklus 2013/2015, minus 84 % im Zyklus 2017/2018, minus 77 % im Zyklus 2021/2022 und bisher minus 45 % im aktuellen Zyklus.

Die abnehmende Volatilität bei gleichzeitig steigender Marketkapitalisierung zeigt einen Vermögenswert, der reift, ohne seine fundamentalen Vorteile zu verlieren.

Die monetäre Prämie wandert dorthin, wo die Geldeigenschaften am stärksten sind

Kapital fließt langfristig dorthin, wo die Opportunitätskosten des Haltens am niedrigsten sind. Gold verdankt seine Stellung als globaler Wertspeicher genau diesem Prinzip: Es hatte über Jahrtausende die niedrigste Inflation aller verfügbaren Güter.

Seit dem Halving 2024 hat Bitcoin diese Position übernommen. Die Bitcoin monetäre Revolution ist deshalb keine Prognose, sondern eine mathematische Konsequenz: Ein Asset mit absolut fixem Angebot, überlegenen Geldeigenschaften und einer Inflationsrate unter der von Gold zieht über die Zeit die monetäre Prämie an sich.

Das bedeutet nicht, dass Gold über Nacht irrelevant wird. Es bedeutet, dass die Opportunitätskosten des Goldhaltens gegenüber Bitcoin mit jedem Zyklus steigen und dass Bitcoin überlegenes Geld nicht nur theoretisch, sondern messbar ist.

Wir berichteten bereits ausführlich über die Opportunitätskosten beim Halten von Gold gegenüber Bitcoin und die Verschiebung der monetären Prämie.

Bitcoin RSI Kaufsignal auf dem Wochenchart so stark wie zuletzt beim COVID-Crash im März 2020

Bitcoin RSI Kaufsignal auf dem Wochenchart so stark wie zuletzt beim COVID-Crash im März 2020

Das Bitcoin RSI Kaufsignal auf dem Wochenchart hat ein Extremniveau erreicht, das zuletzt im März 2020 und im Juni 2022 auftrat. Der Relative Strength Index liegt bei 31,47 auf dem Binance-Wochenchart und damit tief im überverkauften Bereich unter der 30er-Marke. Bitcoin handelt bei rund 75.250 US-Dollar, ein Minus von 4,43 % auf Wochensicht und rund 43 % unter dem Allzeithoch von 126.000 US-Dollar.

Weekly RSI fällt auf 31 und erreicht damit das Niveau vom März 2020 und Juni 2022

Der RSI misst die Geschwindigkeit und das Ausmaß von Preisbewegungen auf einer Skala von 0 bis 100. Werte unter 30 gelten als überverkauft, Werte über 70 als überkauft. Auf dem Wochenchart erreicht der RSI nur selten Extremwerte, weshalb jedes Tief unter 35 in der Bitcoin-Geschichte besondere Aufmerksamkeit erhält.

Galaxy Digital Head of Research Alex Thorn bezeichnete die aktuelle Lage als „near all-time oversold territory”. Auf TradingView weisen mehrere Analysten auf ein Double-Bottom-Muster im Weekly RSI hin, das identisch mit der Struktur vom Juni 2022 sei. Der Fear-and-Greed-Index liegt parallel dazu bei 15, also im Bereich „Extreme Fear”. Laut CoinGlass befinden sich die Märkte seit 38 Tagen ununterbrochen im Fear-Bereich, der längste Streak seit dem Terra/Luna-Zusammenbruch im Mai 2022.

Nach dem COVID-RSI-Tief stieg Bitcoin von 5.000 auf 69.000 USD, nach dem 2022-Tief von 17.600 auf 126.000 USD

Die historische Bilanz des Bitcoin RSI Kaufsignal ist eindeutig. Im März 2020 fiel der Weekly RSI auf ein vergleichbares Niveau, als Bitcoin im COVID-Crash auf rund 5.000 US-Dollar abstürzte.

Wer dort kaufte und vier Jahre hielt, erlebte einen Anstieg auf 69.000 US-Dollar, ein Faktor von etwa 14. im Juni 2022 wiederholte sich das Muster: Der RSI erreichte denselben Extremwert bei einem Kurs von 17.600 US-Dollar. Danach folgte ein Anstieg auf über 126.000 US-Dollar bis Oktober 2025, ein Faktor von über 7.

Beide Male fiel das RSI-Tief mit maximaler Panik am Markt zusammen, und beide Male markierte es rückblickend den profitabelsten Einstiegspunkt des jeweiligen Zyklus. Allerdings bedeutet ein überverkaufter RSI nicht automatisch einen sofortigen Boden. Der Indikator kann länger im Extrembereich verweilen als erwartet, und kurzfristig sind weitere Rückgänge möglich.

Bitcoin RSI Bodenbildung trifft auf Exchange-Reserven am Allzeittief und massive Whale-Akkumulation

Was das aktuelle Bitcoin RSI Kaufsignal von früheren Signalen unterscheidet, ist die Konvergenz mehrerer Extremwerte gleichzeitig. Die Bitcoin-Bestände auf zentralen Börsen sind laut CryptoQuant auf 2,31 Mio. BTC gefallen, den niedrigsten Stand seit April 2018. Gleichzeitig haben Whale-Adressen in den vergangenen 30 Tagen rund 270.000 BTC akkumuliert, die größte Kaufwelle seit 13 Jahren.

Auch BlackRocks IBIT-ETF kehrte im März mit rund 1 Mrd. US-Dollar an Zuflüssen zurück, nachdem er zuvor wochenlang Abflüsse verzeichnet hatte. Bitcoin RSI Bodenbildung bei 75.000 US-Dollar statt bei 5.000 US-Dollar zeigt dabei auch, wie weit der Markt gereift ist. Die Negativen Funding Rates auf Binance bestätigen, dass Short-Positionen dominieren, was historisch oft als Kontraindikator für die nächste Aufwärtsbewegung diente.

Sygnum-Bank-CIO Fabian Dori ordnete die Lage ein und betonte, dass die aktuelle Situation kein systemisches Risiko wie 2022 darstelle, auch wenn kurzfristige Volatilität hoch bleibe. Das Bitcoin RSI Kaufsignal allein garantiert keinen Boden, doch in Kombination mit rekordtiefen Börsenreserven, institutionellen Zuflüssen und historisch beispielloser Whale-Akkumulation entsteht ein Bild, das in früheren Zyklen immer dem nächsten Aufwärtstrend vorausging.

Wir berichteten bereits über einen technischen Indikator, der seit 2013 bei jedem Crossover einen Bitcoin-Anstieg signalisierte.

Bitcoin Rainbow Chart bei 70.000 USD in der DCA Zone, 2015, 2019 und 2023 folgten massive Anstiege

Bitcoin Rainbow Chart bei 70.000 USD in der DCA Zone, 2015, 2019 und 2023 folgten massive Anstiege

Der Bitcoin Rainbow Chart zeigt zum vierten Mal in seiner Geschichte ein Kaufsignal. Bitcoin handelt bei rund 70.000 US-Dollar im grünen Band des logarithmischen Langzeitmodells, das seit 2014 existiert und von der Community als DCA-Zone bezeichnet wird. In den drei vorherigen Fällen folgten auf den Eintritt in diese Zone Anstiege zwischen dem Fünf- und dem Hundertfachen.

In Kürze

  • Der Bitcoin Rainbow Chart signalisiert zum vierten Mal seit 2015 eine Akkumulationsphase
  • 100x nach 2015, 20x nach 2019, 5x nach 2023: Die historischen Renditen aus der Bitcoin DCA Zone
  • Warum die abnehmenden Multiplikatoren kein Schwächezeichen sind, sondern logarithmisches Wachstum zeigen

Der Bitcoin Rainbow Chart signalisiert zum vierten Mal seit 2015 eine Akkumulationsphase

Der Rainbow Chart überlagert eine logarithmische Wachstumskurve mit neun farbcodierten Bändern, die von „Basically a Fire Sale“ in Dunkelblau bis „Maximum Bubble Territory“ in Dunkelrot reichen.

Die grüne Bitcoin DCA Zone markiert den Bereich, den die Community historisch als ideale Akkumulationsphase identifiziert hat. Analyst Merlijn The Trader machte Anfang März auf X darauf aufmerksam, dass Bitcoin zum vierten Mal seit 2015 in diese Zone eingetreten ist.

Sein Post erzielte innerhalb weniger Tage über 265.000 Views. Dabei formulierte er zwei Szenarien: Entweder öffnet sich die nächste Expansionsphase, oder Bitcoin erlebt den ersten Bruch dieses Modells in seiner Geschichte. Der Fear-and-Greed-Index lag zum Zeitpunkt des Posts bei 15, also im Bereich „Extreme Fear“.

Bitcoin Rainbow Chart

Quelle: blockchaincenter.net

In der Vergangenheit fielen Eintritt in die Bitcoin DCA Zone und extreme Angst am Markt immer zusammen.

100x nach 2015, 20x nach 2019, 5x nach 2023: Die historischen Renditen aus der Bitcoin DCA Zon

Die Zahlen aus den drei bisherigen Zyklen sind bemerkenswert konsistent. Anfang 2015 lag Bitcoin bei rund 200 US-Dollar in der grünen Zone und stieg bis Dezember 2017 auf knapp 20.000 US-Dollar, ein Anstieg um den Faktor 100.

Anfang 2019 notierte Bitcoin bei etwa 3.500 US-Dollar im selben Band und erreichte im November 2021 rund 69.000 US-Dollar, ein Faktor von 20. Anfang 2023 lag der Kurs bei rund 16.500 US-Dollar, bevor er bis Oktober 2025 auf über 126.000 US-Dollar stieg, ein Faktor von etwa 7,5.

Das Muster ist eindeutig: Jedes Mal, wenn der Bitcoin Rainbow Chart die grüne Zone erreichte, folgte ein neues Allzeithoch innerhalb von 24 bis 36 Monaten. Gleichzeitig war jede dieser Phasen von Panikverkäufen bei Privatanlegern geprägt, während langfristig orientierte Investoren akkumulierten.

Warum die abnehmenden Multiplikatoren kein Schwächezeichen sind, sondern logarithmisches Wachstum zeigen

Von 100x auf 20x auf 5x bis 7,5x: Die sinkenden Multiplikatoren wirken auf den ersten Blick wie ein Zeichen nachlassender Dynamik. Tatsächlich sind sie die logische Konsequenz eines Assets, das über 16 Jahre von unter einem Dollar auf über 126.000 US-Dollar gestiegen ist.

Logarithmisches Wachstum bedeutet, dass die absoluten Gewinne pro Zyklus weiterhin enorm sind, selbst wenn die prozentualen Anstiege abnehmen. Ein 5x von 70.000 US-Dollar wäre ein Kurs von 350.000 US-Dollar.

Trotzdem ist der Bitcoin Rainbow Chart kein wissenschaftliches Modell, sondern eine visuelle Orientierungshilfe. Die Ersteller auf Blockchaincenter.net bezeichnen ihn selbst als „Meme-Chart“ und weisen darauf hin, dass er keine Anlageberatung darstellt.

Auch wurde das Modell 2022 gebrochen, als der Kurs unter die unterste Zone fiel, und musste 2023 mit einer konservativeren Kurve neu kalibriert werden. Wer den Bitcoin Rainbow Chart dennoch als Orientierung nutzt, erkennt darin kein Timing-Instrument, sondern eine Erinnerung daran, dass langfristige Akkumulation in Phasen maximaler Angst historisch die profitabelste Strategie war.

In einem Geldsystem, das auf beliebiger Vermehrung basiert, ist ein Asset mit fixem Angebot von 21 Mio. Einheiten in der grünen Zone eines logarithmischen Wachstumsmodells kein Warnsignal, sondern eine Einladung. Wir berichteten bereits über die systematisch abnehmenden Drawdowns über vier Bitcoin-Zyklen hinweg.

Bitcoin Stock-to-Flow Prognose bei 500.000 USD, Realität bei 70.000 USD, PlanB sieht Kaufgelegenheit

Bitcoin Stock-to-Flow Prognose bei 500.000 USD, Realität bei 70.000 USD, PlanB sieht Kaufgelegenheit

Die Bitcoin Stock-to-Flow Prognose steht vor ihrer größten Bewährungsprobe. Der pseudonyme Analyst PlanB, Erfinder des Stock-to-Flow-Modells, hat am 13. März auf X einen aktualisierten Chart veröffentlicht, der die Krypto-Szene erneut spaltet. Sein Kommentar dazu lautet sinngemäß: Entweder ist das Modell endgültig gescheitert, oder Bitcoin ist bei 70.000 US-Dollar absurd unterbewertet. Sein S2F-Modell, das 2024 mit einer neuen Formel kalibriert wurde, prognostiziert für den laufenden Halving-Zyklus 2024 bis 2028 einen Durchschnittspreis von rund 500.000 US-Dollar.

In Kürze

  • Bitcoin Stock-to-Flow hat seit Ende 2021 keinen Zyklus mehr korrekt abgebildet
  • Bitcoin Stock-to-Flow Prognose liegt 85 % über dem aktuellen Kurs, die größte Abweichung aller Zeiten
  • PlanB formuliert bewusst als offene Frage: entweder kaputt oder absurd unterbewertet

Bitcoin Stock-to-Flow hat seit Ende 2021 keinen Zyklus mehr korrekt abgebildet

Das Stock-to-Flow-Modell bewertet Bitcoin nach dem gleichen Prinzip wie Gold: Es setzt den vorhandenen Bestand (Stock) ins Verhältnis zur jährlichen Neuproduktion (Flow). Je höher das Verhältnis, desto knapper das Gut und desto höher der erwartete Preis.

Nach dem Halving im April 2024, das die Blockbelohnung auf 3,125 BTC halbierte, stieg das S2F-Ratio deutlich an. Das Modell leitet daraus einen sprunghaften Preisanstieg ab.

Tatsächlich folgte der Bitcoin-Kurs dieser Logik bis Ende 2021 mit bemerkenswerter Genauigkeit. PlanB hatte 2019 bei einem Kurs unter 4.000 US-Dollar einen Anstieg auf 55.000 US-Dollar vorhergesagt, der auch eintrat. Doch im Dezember 2021 prognostizierte das Modell über 100.000 US-Dollar, während Bitcoin bei rund 47.000 US-Dollar handelte.

PlanB hatte damals angekündigt, das Modell für ungültig zu erklären, wenn dieser Wert nicht erreicht würde. Er tat es nicht. Seitdem liegt der tatsächliche Kurs durchgehend unter dem Modellwert, und die Abweichung hat sich mit dem Refit 2024 sogar vergrößert.

Bitcoin Stock-to-Flow Prognose liegt 85 % über dem aktuellen Kurs, die größte Abweichung aller Zeiten

Der aktualisierte Chart zeigt die Diskrepanz in aller Deutlichkeit. Die treppenförmige Modellkurve springt nach dem Halving 2024 auf einen Zielbereich um 500.000 US-Dollar, während die farbigen Preispunkte bei rund 70.000 US-Dollar liegen. Der sogenannte Error-Indikator am unteren Rand des Charts, der das Verhältnis von tatsächlichem Preis zum Modellwert misst, befindet sich auf dem tiefsten Stand seit Bestehen des Modells.

Bitcoin Stock-to-Flow Model

Quelle: X

Die Bitcoin Stock-to-Flow Prognose impliziert damit eine Versiebenfachung des Kurses innerhalb der nächsten zwei Jahre. PlanBs Post auf X vom 13. März wurde innerhalb weniger Stunden über 136.000 Mal aufgerufen.

Analyst Bobby A widerspricht und hält maximal 200.000 bis 250.000 US-Dollar bis 2027 für realistisch. Seiner Einschätzung nach funktioniert das Modell als grober Langzeitindikator, versagt aber bei konkreten Preiszielen.

PlanB formuliert bewusst als offene Frage: entweder kaputt oder absurd unterbewertet

Die Hauptkritik am Bitcoin Stock-to-Flow richtet sich auf zwei Punkte. Erstens berücksichtigt das Modell ausschließlich die Angebotsseite und ignoriert Nachfrage, Kapitalflüsse, Makroökonomie und regulatorische Entwicklungen vollständig. Zweitens leidet die statistische Grundlage unter Autokorrelation: Vergangene Preise beeinflussen die Regressionslinie, was das hohe R² von über 95 % erklärt, aber die Vorhersagekraft untergräbt.

CoinGecko fasst zusammen, dass die Vorhersagen des Modells seit Ende 2021 gescheitert seien und der Preis seitdem erheblich vom Modellpfad abweiche. Dennoch hat PlanB mit dem Refit 2024 eine neue Formel eingeführt, die den historischen Daten besser entspricht.

Kritiker sehen darin Overfitting, also eine nachträgliche Anpassung, die vergangene Daten erklärt, aber keine verlässlichen Zukunftsprognosen liefert. PlanB selbst schließt seinen Post mit den Worten „Time will tell. DYOR!“ und rahmt die Bitcoin Stock-to-Flow Prognose damit bewusst nicht als Vorhersage, sondern als offene Frage an den Markt. Wir berichteten bereits über PlanBs S2F-Modell und die 500.000-Dollar-Prognose für den aktuellen Zyklus.

Kein Content mehr, kein Livestream: Andreas Antonopoulos Gesundheit beendet eine Ära der Bitcoin-Bildung

Kein Content mehr, kein Livestream: Andreas Antonopoulos Gesundheit beendet eine Ära der Bitcoin-Bildung

Andreas Antonopoulos Gesundheit zwingt eine der einflussreichsten Stimmen der Bitcoin-Szene zum Rückzug. Am 13. März veröffentlichte sein Team auf Patreon eine knappe Mitteilung: Aus gesundheitlichen Gründen werde Andreas keine Livestreams, Q&As oder neuen Content mehr produzieren. Der Patreon-Account bleibe bestehen.

Andreas Antonopoulos Gesundheit erzwingt das Ende aller Livestreams und neuen Inhalte

Die Nachricht kam ohne Vorwarnung und ohne Details zur Erkrankung. Der Post wurde in dritter Person verfasst, was darauf hindeutet, dass sein Team die Mitteilung formuliert hat.

Antonopoulos selbst hatte sich in den vergangenen Jahren zunehmend von sozialen Medien zurückgezogen. Auf seinem X-Account steht seit langem der Hinweis, dass er dort nicht mehr aktiv sei und Inhalte ausschließlich über Patreon veröffentliche.

Dass nun auch dieser letzte Kanal verstummt, markiert einen Einschnitt, den die Bitcoin-Community so nicht erwartet hatte. Über die Art der Erkrankung ist nichts bekannt. Spekulationen dazu verbieten sich, und weder Antonopoulos noch sein Team haben weitere Informationen veröffentlicht.

Von der iranischen Bankenkrise zur globalen Bitcoin-Bildung: Andreas Antonopoulos Gesundheit stoppt ein Lebenswerk

Antonopoulos entdeckte Bitcoin 2012 und widmete sich von da an vollständig der Aufklärung. Geboren 1972 in London als Sohn griechisch-iranischer Eltern, kannte er die Realität finanzieller Ausgrenzung aus eigener Erfahrung. Als junger Mann mit iranischem Hintergrund war es ihm zeitweise nicht möglich, ein reguläres Bankkonto zu eröffnen.

Diese Erfahrung prägte seine gesamte Arbeit: Bitcoin war für ihn nie nur Technologie, sondern ein Werkzeug gegen strukturellen Rassismus im Finanzsystem. In seinen Vorträgen betonte er immer wieder, dass 2 Mrd. Menschen weltweit keinen Zugang zu Bankdienstleistungen haben und dass Bitcoin dieses Problem lösen könne, ohne auf die Erlaubnis einer Zentralbank angewiesen zu sein.

Damit traf er den Nerv einer frühen Community, die Bitcoin nicht als Spekulationsobjekt, sondern als Werkzeug der finanziellen Souveränität verstand. Er brachte die damaligen eher utopischen Vorstellungen zu realen Erwartungen, die zum Nachdenken anregten.

Antonopoulos ist einer der wenigen, die Bitcoin bereits früh einordnen konnten und damit Millionen Menschen weltweit eine Perspektive jenseits des digitalen Zentralbankgeldes eröffnet haben. Auf seiner Website sind über 600 kostenlose Bildungsvideos, Workshops und alle sechs Bücher dokumentiert.

Sechs Bücher, 400 Podcasts und Auftritte vor dem kanadischen Senat prägten eine Generation

Mastering Bitcoin Antonopoulos, erstmals 2014 erschienen, gilt bis heute als das technische Standardwerk der Branche. Danach folgten „The Internet of Money“ in drei Bänden, „Mastering Ethereum“ gemeinsam mit Gavin Wood und „Mastering the Lightning Network“.

Über 400 Episoden seines Podcasts „Speaking of Bitcoin“, Hunderte kostenlose YouTube-Videos und Auftritte vor dem kanadischen Senat, dem australischen Bankausschuss und auf über 200 Konferenzen weltweit machten ihn zur meistgehörten Stimme der Bitcoin-Bildung.

Dabei blieb er konsequent unabhängig: Keine Firmenbeteiligung, kein Fonds, keine bezahlten Empfehlungen. Seine Einnahmen kamen fast ausschließlich über Patreon und Buchverkäufe. In einer Szene, die zunehmend von Unternehmensinteressen geprägt wird, war das eine Seltenheit.

Die Bitcoin-Community reagiert mit überwiegend respektvollen Reaktionen, auch wenn einige Stimmen an ältere Kontroversen erinnern. Antonopoulos hatte sich während der Pandemie öffentlich für die COVID-Impfung ausgesprochen und Kritiker auf seinen Kanälen blockiert, was ihm in Teilen der libertären Bitcoin-Szene Widerspruch einbrachte.

Unabhängig davon bleibt sein Beitrag zur Bitcoin-Bildung unbestritten. Zum jetzigen Zeitpunkt ist unklar, wie schwer die Erkrankung ist und ob eine Rückkehr möglich sein wird.

Die Krypto-Guru-Redaktion wünscht Andreas Antonopoulos von Herzen eine schnelle Genesung und hofft, dass er seine Arbeit eines Tages wieder aufnehmen kann. Sein Vermächtnis in Form von sechs Büchern, Hunderten Vorträgen und einer ganzen Generation von Bitcoinern, die durch ihn den Zugang zu diesem Thema gefunden haben, bleibt uns bestehen.