Deutsche Bank Elliptic: 120 Millionen Dollar fließen in Krypto-Compliance-Anbieter

Deutsche Bank Elliptic: 120 Millionen Dollar fließen in Krypto-Compliance-Anbieter

Die Deutsche Bank Elliptic-Beteiligung hat am 12. Mai eine neue Stufe der institutionellen Krypto-Compliance markiert. Die Frankfurter Bank steigt zusammen mit Nasdaq Ventures und drei weiteren Investoren in eine 120-Millionen-Dollar-Runde der Londoner Analytics-Firma ein. Die Bewertung des Anbieters von Krypto Compliance steigt damit auf 670 Mio. US-Dollar.

Deutsche Bank Elliptic-Beteiligung Teil einer Series D unter Führung von One Peak Partners

Die Deutsche Bank Elliptic-Beteiligung ist Teil einer Series-D-Runde, die vom Wachstumsinvestor One Peak Partners angeführt wird. Neben der Deutschen Bank zeichnen Nasdaq Ventures und die British Business Bank das frische Kapital. JPMorgan, Evolution Equity Partners und AlbionVC stocken als Bestandsinvestoren ihre Positionen auf.

JPMorgan war bereits 2021 an der Series C über 60 Mio. US-Dollar beteiligt. Damit erreichen die seit Gründung aufgenommenen Mittel rund 224 Mio. US-Dollar. Sabih Behzad, Global Head of Digital Assets bei der Deutschen Bank, ordnet das Investment als Stärkung von Risiko- und Compliance-Fundamenten ein.

Series D bringt die Bewertung von Elliptic auf 670 Mio. Dollar

Mit der Deutsche Bank Elliptic-Finanzierung steigt die Bewertung des Anbieters auf 670 Mio. US-Dollar, eine Position, die das Unternehmen über dreizehn Jahre in London aufgebaut hat. Die Firma analysiert nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Krypto-Transaktionen pro Woche.

Das frische Kapital fließt nach Mitteilung des Unternehmens in zwei Schwerpunkte: den Ausbau der KI-nativen Compliance-Plattform und eine neue Generation autonomer KI-Agenten, die Sanktions- und Transaktionsprüfungen automatisieren sollen.

Treiber dieser Investitionswelle ist der starke Anstieg im Stablecoin-Markt, der 2025 nach Angaben des Unternehmens ein Transaktionsvolumen von 33 Billionen US-Dollar erreicht hat. Echtzeit-Compliance auf institutionellem Niveau ist damit kein Zusatzdienst mehr, sondern operative Voraussetzung für Börsen und Banken im Krypto-Sektor.

Die Compliance-Firma überwacht 65 Blockchains für über 700 institutionelle Kunden

Elliptic screent inzwischen 65 Blockchains für über 700 institutionelle Kunden in 30 Ländern und ist damit eine zentrale Knotenstelle der institutionellen Krypto-Compliance geworden. Wer als Bank, Börse oder staatliche Stelle digitale Vermögenswerte in Großvolumen bewegen will, kommt an einem dieser Anbieter kaum vorbei. Damit verschiebt sich das Anreizsystem: Compliance-Infrastruktur ist nicht länger Reaktion auf Regulierung, sondern Voraussetzung für deren Erfüllung.

Bitcoin selbst bleibt von dieser Entwicklung technisch unberührt, denn das Netzwerk besitzt keine zentrale Stelle, die Regeln nachträglich anpassen könnte. Allerdings werden die Schnittstellen zwischen Bitcoin, Stablecoins und Fiat zunehmend engmaschig überwacht, was den Bewegungsspielraum großer Marktteilnehmer strukturell einschränkt. Hartes Geld mit fester Obergrenze von 21 Mio. Einheiten bleibt damit erlaubnislos in seiner Substanz, der Zugang zu ihm bekommt jedoch institutionelle Kontrollebenen.

Wir berichteten über die Fed-Entscheidung, die Banken den Zugang zu Krypto-Kunden formal wieder erlaubt.

Nasdaq CME Futures: Bitcoin landet in einem Index mit sechs weiteren Assets

Nasdaq CME Futures: Bitcoin landet in einem Index mit sechs weiteren Assets

Die Nasdaq CME Futures sollen am 8. Juni starten und Bitcoin erstmals in einem marktkapitalisierungs-gewichteten Index-Kontrakt der CME mit sechs weiteren Krypto-Assets bündeln. CME Group hat die Pläne am 14. Mai veröffentlicht, der Launch steht unter Regulierungsvorbehalt. Ein zuvor angekündigter Termin im März war ohne Markteinführung verstrichen.

Nasdaq CME Futures starten ab 8. Juni unter dem Vorbehalt regulatorischer Prüfung

Die Nasdaq CME Futures sind das erste marktkapitalisierungs-gewichtete Krypto-Derivat der CME. Die Kontrakte sollen sowohl in Micro- als auch in Standardgröße verfügbar sein und am Fälligkeitstag bar in US-Dollar abgerechnet werden. Der Referenzwert kommt aus dem Nasdaq CME Crypto Settlement Price Index, der einmal täglich um 16 Uhr New Yorker Zeit veröffentlicht wird.

CME-Manager Giovanni Vicioso begründet den Kontrakt mit institutioneller Nachfrage. Das durchschnittliche Tagesvolumen aller Krypto-Derivate des Anbieters lag 2026 bei 407.200 Kontrakten, ein Anstieg von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der ursprünglich für Mitte März geplante Launch war verstrichen.

CME bündelt Bitcoin, Ether, Solana, XRP, Cardano, Chainlink und Stellar Lumens in einem Kontrakt

Der zugrunde liegende Index enthält zum 14. Mai sieben digitale Vermögenswerte. Neben Bitcoin sind Ether, Solana, XRP, Cardano, Chainlink und Stellar Lumens vertreten.

Die Auswahl deckt sich exakt mit jener Gruppe, die die US-Behörden CFTC und SEC im März 2026 als digitale Rohstoffe eingestuft hatten. Damit erhält die CME einen klar definierten regulatorischen Rahmen für die Aufnahme dieser Krypto Derivate in ein gebündeltes Produkt.

Die offizielle Mitteilung der CME Group nennt das Produkt zudem den ersten marktkapitalisierungs-gewichteten Krypto-Future des Unternehmens. Sean Wasserman von Nasdaq ordnet den Schritt als Fortsetzung etablierter Index-Frameworks ein, wie sie aus klassischen Anlageklassen bekannt sind.

Die Marktkapitalisierungs-Gewichtung gibt Bitcoin den dominanten Anteil im Korb

Die Gewichtung nach Marktkapitalisierung sorgt für eine klare strukturelle Asymmetrie: Bitcoin und Ether dürften gemeinsam den größten Anteil des Index ausmachen, während die fünf weiteren Assets vergleichsweise kleine Positionen liefern. Die Nasdaq CME Futures sind damit keine gleichgewichtete Wette auf den gesamten Sektor, sondern im Kern eine konzentrierte Bitcoin-Ether-Exposition.

Trotzdem verschiebt das Produkt den Fokus institutioneller Käufer in Richtung „Krypto als Anlageklasse“. Strukturell unterscheidet sich Bitcoin allerdings deutlich von den übrigen sechs Komponenten: Das Angebot ist auf 21 Mio. Einheiten festgeschrieben, die Emissionsrate folgt einem festen Algorithmus, und keine zentrale Instanz kann die Regeln nachträglich verändern.

Diese Eigenschaften begründen die Stellung von Bitcoin als hartes Geld und lassen sich nicht auf die übrigen Index-Komponenten übertragen, deren Emission und Governance jeweils anderen Regelwerken folgen. Ein gebündelter Korb verpackt diese Unterschiede in einem einzigen Kontrakt, ohne sie aufzulösen.

Wir berichteten über die SEC-Krypto-Klassifizierung, die die regulatorische Grundlage für das neue Produkt geschaffen hat.

Bitcoin Steuerfreiheit Ende oder doch nicht: 3 Szenarien der Reform

Bitcoin Steuerfreiheit Ende oder doch nicht: 3 Szenarien der Reform

Ob das Bitcoin Steuerfreiheit Ende tatsächlich kommt, hängt von politischen Mehrheiten und verfassungsrechtlichen Grenzen ab. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat im Eckwertebeschluss zum Haushalt 2027 eine Krypto-Steuerreform angekündigt, deren konkrete Form bis Anfang Juli 2026 offen bleibt. Drei Szenarien sind realistisch.

Klingbeils Eckwertebeschluss vom 29. April 2026 als Ausgangspunkt

Auf der Bundespressekonferenz am 29. April 2026 hat Klingbeil die Anpassung der Krypto-Besteuerung im Eckwertebeschluss zum Bundeshaushalt 2027 bestätigt. Zusammen mit der Bekämpfung von Finanz- und Steuerkriminalität soll die Reform rund 2 Mrd. Euro pro Jahr einbringen. Bitcoin gilt nach §23 EStG als sonstiges Wirtschaftsgut mit einjähriger Haltefrist.

Der Bundesfinanzhof hat diese Einordnung 2023 bestätigt, das Bundesfinanzministerium hat sie zuletzt im Schreiben vom 6. März 2025 erneut präzisiert. Die offizielle Norm ist auf der Webseite des Bundesministeriums der Justiz dokumentiert.

Welche konkrete Form die Reform annehmen soll, hat Klingbeil bisher offen gelassen. Ob das Bitcoin Steuerfreiheit Ende tatsächlich kommt oder die Reform milder ausfällt, hängt von der Ausgestaltung im Gesetzentwurf ab.

Drei Szenarien: Harter Schnitt, Stichtag oder gescheiterte Reform

Aus den bisher verfügbaren Eckdaten lassen sich drei Szenarien für das Bitcoin Steuerfreiheit Ende ableiten. Das erste Szenario beschreibt einen harten Schnitt, bei dem die einjährige Haltefrist vollständig fällt und durch eine pauschale Besteuerung ersetzt wird, etwa nach Vorbild der Kapitalertragsteuer.

Bitcoin-Gewinne wären in dieser Variante unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig, auch für Altbestände. Verfassungsrechtlich wäre dieses Modell wegen des Vertrauensschutzes angreifbar. Das zweite Szenario führt eine Stichtag-Regelung ein. Käufe vor dem Stichtag bleiben unter der bisherigen einjährigen Haltefrist, neue Käufe unterliegen dem neuen Regime.

Dieses Modell entspricht der Investmentsteuerreform 2018 und der österreichischen Lösung von 2022 und ist verfassungsrechtlich am sichersten. Im dritten Szenario scheitert die Reform an der Mehrheitslage.

Ohne CDU/CSU lässt sich Klingbeils Vorhaben im Bundestag nicht durchsetzen. Die Union verweist auf den Koalitionsvertrag und die Steuersystematik, in der Bitcoin gleich behandelt wird wie Gold und Fremdwährungen.

Bitcoin Steuerfreiheit Ende: Welche Form die Reform realistisch annehmen kann

Die wahrscheinlichste Form der Reform ist die Stichtag-Regelung. Sie verbindet die fiskalischen Ziele der Bundesregierung mit den verfassungsrechtlichen Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts und reduziert den politischen Widerstand. Klingbeils Schweigen zum Bestandsschutz spricht für diese Variante, weil Vagheit bis zur Etatreife strategisch sinnvoll ist.

Trotzdem bleibt die Krypto Steuerfreiheit für Bestandshalter erst dann gesichert, wenn ein Stichtag offiziell definiert ist. Bis dahin lebt der Markt mit Unsicherheit. Die einjährige Haltefrist war über Jahre ein bewusster Anreiz für langfristiges Sparen, kein Steuerschlupfloch. Wer Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine Geldwahlentscheidung gegen ein elastisches Fiat-System.

Die strukturelle Knappheit der 21 Mio. Einheiten bleibt davon unberührt. Was sich verändern kann, ist der nationale Steuerrahmen. Was sich nicht verändert, ist die Logik harter Geldformen. Wer auf programmatische Knappheit setzt, hält auch dann, wenn der Steuerrahmen härter wird. Die Reform entscheidet damit weniger über Bitcoin selbst als über die Anreize, die das deutsche Steuerrecht für langfristiges Halten setzen will.

Wir berichteten über die Bitcoin Steuerlücke und Klingbeils Sprachstrategie zur Reform.

Bitcoin Bestandsschutz: Klingbeil schweigt zur entscheidenden Frage

Bitcoin Bestandsschutz: Klingbeil schweigt zur entscheidenden Frage

Beim Bitcoin Bestandsschutz bleibt die zentrale Frage für deutsche Halter offen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat auf der Bundespressekonferenz am 29. April 2026 eine Krypto-Steuerreform angekündigt, die Behandlung von Altbeständen aber unbeantwortet gelassen. Verfassungsrechtlich ist die Frage längst durch das Bundesverfassungsgericht vorstrukturiert.

Klingbeil verweigert auf der Bundespressekonferenz Stellungnahme zum Bestandsschutz

Am 29. April 2026 hat Klingbeil auf der Bundespressekonferenz die geplante Anpassung der Krypto-Besteuerung im Eckwertebeschluss zum Haushalt 2027 bestätigt. Auf direkte Nachfrage zum Bitcoin Bestandsschutz verwies er auf die Etatreife Anfang Juli 2026.

Bis dahin bleibt unklar, ob ein Stichtag eingeführt wird, ab dem nur neue Käufe der geänderten Regelung unterliegen, oder ob auch vor diesem Datum gekaufte Bitcoin-Bestände betroffen sind.

Im Eckwertebeschluss selbst findet sich keine Bestandsregel. Die Bundesregierung hat damit eine zentrale Frage der Reform offen gelassen, obwohl die Eckpunkte sonst detailliert ausgestaltet sind.

Bundesfinanzminister bleibt zur Behandlung der Altbestände vage

Die Vagheit ist nicht zufällig. Eine konkrete Aussage zum Bestandsschutz hätte unmittelbare Marktwirkung. Würde Klingbeil heute bestätigen, dass Bitcoin-Käufe vor einem Stichtag steuerfrei bleiben, könnte dies einen Akkumulationsschub auslösen. Würde er das Gegenteil ankündigen, wären Verkaufsbewegungen wahrscheinlich.

Beide Ergebnisse sind politisch unerwünscht, weil sie die Mehreinnahmen-Schätzungen beeinflussen. Aus Sicht der Halter erzeugt diese Vagheit jedoch erhebliche Planungsunsicherheit. Bestandsschutz Klingbeil bleibt damit eine politische Variable, an der sich die Härte der Reform entscheiden wird.

Verfassungsrechtlich ist die Frage allerdings durch den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 7. Juli 2010 vorstrukturiert.

BVerfG Beschluss 2010 setzt Grenzen für rückwirkende Besteuerung

Im Verfahren 2 BvL 14/02 hat der Zweite Senat genau jene Norm geprüft, die heute für Bitcoin relevant ist: §23 EStG. Das Gericht entschied, dass eine echte Rückwirkung bei belastenden Steuern grundsätzlich unzulässig ist. Bei unechter Rückwirkung muss der Gesetzgeber dem Vertrauensschutz hinreichend Rechnung tragen.

Konkret: Wertsteigerungen, die bis zur Verkündung des neuen Gesetzes entstanden sind und unter dem alten Recht steuerfrei realisierbar gewesen wären, dürfen rückwirkend nicht erfasst werden. Auf Bitcoin übertragen heißt das: Wer vor der Gesetzesverkündung gekauft und die einjährige Haltefrist überschritten hat, müsste im Vertrauensschutz stehen.

Auch die Investmentsteuerreform 2018 lief nach diesem Muster, Aktien und Fonds vor 2009 blieben dauerhaft steuerlich begünstigt. Österreich wählte 2022 die gleiche Logik mit einer Stichtag-Regelung. Eine vollständig rückwirkende Besteuerung wäre damit verfassungsrechtlich angreifbar. Ein klar geregelter Bitcoin Bestandsschutz für Altbestände wäre der saubere Weg, der politische und verfassungsrechtliche Erfordernisse zugleich erfüllt.

Die einjährige Haltefrist war über Jahre ein bewusster Anreiz für langfristiges Sparen, kein Steuerschlupfloch. Wer Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine Geldwahlentscheidung gegen ein elastisches Fiat-System. Die strukturelle Knappheit der 21 Mio. Einheiten bleibt davon unberührt.

Was sich politisch ändern kann, ist der nationale Steuerrahmen. Was sich verfassungsrechtlich nicht ändern kann, ist der Schutz von Vermögensdispositionen, die unter geltendem Recht getroffen wurden.

Wir berichteten über Bitcoin Käufe vor 2027 und den Bestandsschutz als Schlüsselfrage der Reform.

Bitpanda gegen Klingbeil: Demuth nennt deutsche Krypto Steuerpläne extrem dumm

Bitpanda gegen Klingbeil: Demuth nennt deutsche Krypto Steuerpläne extrem dumm

Bitpanda gegen Klingbeil: Eric Demuth, Mitgründer der österreichischen Krypto-Plattform, hat Klingbeils Steuerpläne öffentlich als „extrem dumme Entscheidung” bezeichnet. Hintergrund ist die Erfahrung aus Österreich, das die Krypto-Haltefrist bereits 2022 abgeschafft hat. Die dortigen Steuereinnahmen blieben weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.

Klingbeil verspricht 2 Milliarden Euro durch Krypto Steuer im Haushalt 2027

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat am 29. April 2026 auf der Bundespressekonferenz die geplante Anpassung der Krypto-Besteuerung im Eckwertebeschluss zum Haushalt 2027 bestätigt. Zusammen mit der Bekämpfung von Finanz- und Steuerkriminalität soll die Reform rund 2 Mrd. Euro pro Jahr einbringen.

Details bleiben bis zur Etatreife Anfang Juli 2026 offen. Die naheliegendste Form ist die Abschaffung der einjährigen Haltefrist nach §23 EStG, nach der Bitcoin-Gewinne nach zwölf Monaten steuerfrei sind. Eine nachvollziehbare Hochrechnung der Mehreinnahmen liefert die Bundesregierung bisher nicht.

Bitpanda gegen Klingbeil: Mitgründer kontert mit klarer Position

Eric Demuth, Mitgründer der Krypto-Plattform Bitpanda, hat sich am 12. März 2026 auf X mit deutlichen Worten gegen die deutschen Pläne positioniert. Bitpanda ist Krypto-Anbieter mit Sitz in Wien und führt seit Januar 2024 die österreichische Kapitalertragsteuer auf Krypto-Gewinne automatisch ab.

Die Grundlage dafür ist im Steuerinformationsbereich des österreichischen Finanzministeriums dokumentiert. Das Unternehmen hat ein erkennbares Geschäftsinteresse am deutschen Markt und spendete im Bundestagswahlkampf 2025 rund 1,7 Mio. Euro an verschiedene Parteien.

Demuth schrieb am 12. März 2026 auf X:

Die Abschaffung der Haltefrist in Österreich war eine extrem dumme Entscheidung. Die Idee wurde damals massiv von Krypto-Tax-Startups und deren Consulting-Umfeld gepusht, die Politiker mit Fantasiezahlen und hohen Steuereinnahmen geblendet haben, um ihr eigenes Geschäftsmodell zu stärken.

Die Positionierung von Bitpanda gegen Klingbeil ist damit nicht nur eine politische Position, sondern eine Branchen-Stellungnahme aus erster Hand. Die operative Umsetzung der KESt-Pflicht habe bei Bitpanda erhebliche Ressourcen gebunden und andere Produktentwicklungen verzögert.

Demuth zerlegt das 2 Milliarden Euro Versprechen mit Wiener Daten

Aus einer parlamentarischen Anfrage des österreichischen NEOS-Abgeordneten Christoph Pramhofer geht hervor, dass Österreich 2024 lediglich 33,8 Mio. Euro durch die Krypto-KESt eingenommen hat. Das entspricht rund 0,57 Prozent des gesamten österreichischen KESt-Aufkommens.

Die ursprüngliche Erwartung der österreichischen Regierung lag bei bis zu 300 Mio. Euro pro Jahr. Hochgerechnet auf die deutsche Marktgröße ergäbe das rund 100 Mio. Euro, weit entfernt von Klingbeils 2 Mrd. Euro. Damit verschiebt sich der Streit Bitpanda gegen Klingbeil von Rhetorik zu empirischer Argumentation. Bezeichnend ist, dass 2024 ein Bullenmarktjahr war, in dem überdurchschnittlich viele Gewinne realisiert wurden.

In schwächeren Marktphasen liegen Steuereinnahmen aus Krypto-Gewinnen noch niedriger. Die einjährige Haltefrist war über Jahre ein bewusster Anreiz für langfristiges Sparen, kein Steuerschlupfloch. Wer Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine Geldwahlentscheidung gegen ein elastisches Fiat-System.

Ein Steuersystem, das diesen Anreiz beseitigt, verschiebt die Beweislast zurück zum Halter und erhöht die Zeitkosten der Verwahrung, ohne die strukturelle Knappheit der 21 Mio. Einheiten zu verändern. Der Streit um die Haltefrist ist damit nicht nur fiskalisch, sondern eine Frage der Anreize, die das Steuerrecht setzt, und der Versprechen, die empirisch belegbar sein müssen.

Wir berichteten über die offizielle Ankündigung der Krypto-Steuerreform durch Klingbeil.

Bitcoin Haltefrist Aus: Merz kontert Klingbeil und beruft sich auf den Koalitionsvertrag

Bitcoin Haltefrist Aus: Merz kontert Klingbeil und beruft sich auf den Koalitionsvertrag

Das mögliche Bitcoin Haltefrist Aus stößt innerhalb der eigenen Koalition auf Widerstand. Bundeskanzler Friedrich Merz hat öffentlich erklärt, der Koalitionsvertrag schließe Steuererhöhungen aus. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat trotzdem Eckwerte beschlossen, die genau eine solche Anpassung vorsehen.

Klingbeil kündigt Krypto Steuerreform für Haushalt 2027 an

Auf der Bundespressekonferenz am 29. April 2026 hat Klingbeil bestätigt, dass die Bundesregierung die Besteuerung von Kryptowährungen ändern will. Konkret geht es um eine Anpassung im Eckwertebeschluss zum Bundeshaushalt 2027, den das Kabinett am gleichen Tag verabschiedet hat.

Zusammen mit der Bekämpfung von Finanz- und Steuerkriminalität soll die neue Krypto-Besteuerung rund 2 Mrd. Euro pro Jahr einbringen. Die offizielle Position der Bundesregierung ist auf der Webseite zum Kabinettsbeschluss dokumentiert.

Details zur konkreten Ausgestaltung will Klingbeil erst zur Etatreife Anfang Juli 2026 vorlegen. Ob die einjährige Haltefrist nach §23 EStG vollständig abgeschafft oder nur eingeschränkt wird, bleibt damit zunächst offen. Das Bitcoin Haltefrist Aus wäre die naheliegendste Form, um die angepeilten Mehreinnahmen zu generieren.

Merz beruft sich öffentlich auf den Koalitionsvertrag

Friedrich Merz hat in einer öffentlichen Stellungnahme zum Eckwertebeschluss erklärt:

Wir haben einen Koalitionsvertrag und wir haben uns in diesem Koalitionsvertrag darauf verständigt, dass die Steuern nicht erhöht werden. Und dieser Koalitionsvertrag gilt.

Diese Aussage steht in deutlichem Spannungsverhältnis zu Klingbeils Plänen. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD ist eine Anpassung der Krypto-Haltefrist nicht vereinbart. Die CDU/CSU-Fraktion verweist zudem auf die steuerliche Systematik nach §23 EStG. Bitcoin wird darin gleich behandelt wie Gold, Fremdwährungen und sonstige Wirtschaftsgüter im Privatvermögen. Eine isolierte Abschaffung allein für Bitcoin würde diese Systematik durchbrechen, ohne Verankerung im Koalitionsvertrag.

CDU CSU Fraktion sieht keinen Anlass zur Änderung der Haltefrist

Olav Gutting, finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, hat die Position der Union klar formuliert. Aus Sicht der Fraktion bestehe kein Anlass, an der bewährten Regelung etwas zu ändern.

Damit wird die Mehrheitsfrage zur entscheidenden politischen Hürde. Ohne die Stimmen der CDU/CSU-Fraktion lässt sich Klingbeils Reform im Bundestag nicht durchsetzen, auch die AfD positioniert sich klar gegen das Bitcoin Haltefrist Aus. Hinter den Kulissen sollen sich Merz und Klingbeil laut Berichten dennoch auf eine Reform verständigt haben.

Das Bitcoin Haltefrist Aus berührt damit nicht nur Steuerpolitik, sondern auch die Glaubwürdigkeit von Wahlversprechen. Wer Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine bewusste Geldwahlentscheidung gegen ein elastisches Fiat-System. Die einjährige Haltefrist war über Jahre ein bewusster Anreiz für langfristiges Sparen, kein Schlupfloch.

Ein Steuersystem, das diesen Anreiz beseitigt, verschiebt die Beweislast zurück zum Halter und erhöht die Zeitkosten der Verwahrung. In einem Geldsystem mit fester Obergrenze von 21 Mio. Einheiten bleibt die strukturelle Knappheit unverändert, unabhängig davon, wie der nationale Steuerrahmen aussieht. Was sich verändert, ist die Verteilung dieser Knappheit zwischen den Haltern.

Wir berichteten über die offizielle Ankündigung der Krypto-Steuerreform durch Klingbeil.