175 Mio. Händler in 100 Länder: Visa macht Stablecoin-Zahlungen zum globalen Standard
Visa und Bridge, die Stablecoin-Plattform von Stripe, haben am 3. März eine massive Expansion ihres gemeinsamen Kartenprodukts angekündigt. Stablecoin-gestützte Visa-Karten sollen bis Jahresende in über 100 Ländern verfügbar sein – aktuell sind es 18.
In Kürze
- Visa und Bridge expandieren Stablecoin-Karten von 18 auf über 100 Länder bis Jahresende
- Europa, Asien, Afrika und Nahost – die Expansion startet noch 2026
- Genius Act gibt den regulatorischen Rahmen, Visa liefert die Infrastruktur
Visa und Bridge expandieren Stablecoin-Karten von 18 auf über 100 Länder bis Jahresende
Das Konzept klingt simpel, hat aber Tragweite: Nutzer halten Stablecoins wie USDC in Krypto-Wallets wie Phantom oder MetaMask und können damit überall zahlen, wo Visa akzeptiert wird. Das ist aktuell bei über 175 Mio. Händlern weltweit möglich.
Beim Bezahlen wird der Stablecoin automatisch in lokale Währung umgerechnet, der Händler erhält Fiat wie bei jeder normalen Kartenzahlung. Neu ist, dass die Transaktionen über Bridges Partnerschaft mit Lead Bank erstmals on-chain abgewickelt werden, also direkt über die Blockchain statt über klassische Bankinfrastruktur.
Visa-Krypto-Chef Cuy Sheffield machte bei der Ankündigung deutlich, dass das Unternehmen langfristig Billionen an Transaktionsvolumen on-chain abwickeln will – nicht als Experiment, sondern als neue Settlement-Schicht.
Europa, Asien, Afrika und Nahost: Die Expansion startet noch 2026
Die Stablecoin-Karte startete 2025 zunächst in Lateinamerika, mit Fokus auf Argentinien, Kolumbien und Mexiko. Das sind Märkte, in denen Stablecoins bereits eine wichtige Rolle als Dollar-Zugang spielen. Inzwischen ist das Produkt in 18 Ländern live, die Ausweitung auf Europa, Asien-Pazifik, Afrika und den Nahen Osten soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Dabei prüft Visa auch, ob von Bridge emittierte Assets künftig direkt im globalen Settlement-Netzwerk unterstützt werden können. Das ist ein bedeutender Schritt, der Stablecoins endgültig vom Nischenprodukt zur festen Größe im internationalen Zahlungsverkehr machen würde.
Auch die Konkurrenz schläft nicht: Mastercard reagierte kürzlich mit der Übernahme von Zero Hash, um im Stablecoin-Bereich aufzuholen.
Genius Act gibt den regulatorischen Rahmen, Visa liefert die Infrastruktur
Dass Visa diesen Schritt gerade jetzt geht, ist kein Zufall. Mit dem Genius Act haben die USA 2025 erstmals einen bundesweiten Regulierungsrahmen für Stablecoins geschaffen, der Emittenten zur vollständigen Deckung mit verlässlichen Vermögenswerten verpflichtet. Für Unternehmen wie Visa bedeutet das Rechtssicherheit, aber für Nutzer gleichzeitig die Gewissheit, dass der digitale Dollar tatsächlich durch reale Werte gedeckt ist.
Bridge, das Stripe 2025 für 1,1 Mrd. US-Dollar übernahm, liefert die technische Infrastruktur dahinter: APIs, über die Unternehmen eigene Stablecoin-Programme aufsetzen und Kartenzahlungen on-chain abwickeln können. Ironisch ist, dass Krypto-Twitter die Nachricht als „Bitcoin als globales Geld“ feierte- tatsächlich geht es um den digitalen Dollar auf Blockchain-Schienen.
Trotzdem zeigt die Entwicklung etwas Grundsätzliches: Selbst der größte Zahlungsanbieter der Welt erkennt an, dass die Zukunft des Geldes on-chain liegt. Und je mehr Fiat-Infrastruktur auf Blockchain-Technologie angewiesen ist, desto klarer wird die Frage, die Bitcoin seit 2009 stellt:
Warum überhaupt noch auf eine Währung vertrauen, die beliebig vermehrbar ist?




