Deutsche Anleihen Renditen erreichen 3,19 Prozent: Energiepreise als Auslöser, EZB-Fehlallokation als Ursache

Deutsche Anleihen Renditen erreichen 3,19 Prozent: Energiepreise als Auslöser, EZB-Fehlallokation als Ursache

Die deutschen Anleihen-Renditen haben am 18. Mai 2026 ein Niveau von 3,19 Prozent erreicht. Damit notiert die zehnjährige Bundesanleihe auf dem höchsten Stand seit Mai 2011. Mainstream-Kommentare verweisen auf den Iran-Konflikt und steigende Energiepreise, doch der Bewegung liegt eine tiefere Ursache zugrunde.

EZB hat acht Mal gesenkt, jetzt preisen Märkte drei Erhöhungen ein

Seit Juni 2024 hat die EZB ihren Leitzins acht Mal gesenkt, zuletzt auf 2,0 Prozent. Innerhalb weniger Wochen hat sich die Markterwartung vollständig gedreht. Investoren preisen aktuell drei EZB-Zinserhöhungen für 2026 ein, die erste mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent für Juni.

Diese scharfe Umkehr ist kein Versehen, sondern Symptom einer Geldpolitik, die auf Symptome statt auf Strukturen reagiert. Die Stop-and-Go-Mechanik zwischen Lockerung und Straffung wiederholt sich, was den Anleihenmarkt verunsichert. Die deutschen Anleihen-Renditen folgen dieser Logik, indem sie eine Risikoprämie auf zukünftige Inflation einpreisen.

Externe Schocks bringen die Inflation zurück auf die Tagesordnung, schaffen sie aber nicht

Der Brent-Ölpreis nähert sich seinem Vier-Jahres-Hoch, getrieben vom anhaltenden Iran-Konflikt und der unklaren Lage an der Straße von Hormus. Steigende Energiepreise schlagen direkt in die Verbraucherpreise durch und ziehen die Inflationserwartungen wieder nach oben. Mainstream-Medien fokussieren auf diesen Auslöser, weil er klar messbar und politisch unstrittig ist.

Ein Auslöser ist jedoch kein Erzeuger. Energiepreise verstärken bestehende Inflation, sie schaffen sie nicht aus dem Nichts. Wenn die Geldmenge in den vergangenen Jahren konstant geblieben wäre, würde ein Ölpreisanstieg lediglich zu relativen Preisverschiebungen führen, nicht zu allgemeiner Preissteigerung.

Die EZB-Fehlallokation der letzten Jahre wird durch den Iran-Konflikt nicht erzeugt, sondern lediglich sichtbar. Den aktuellen Renditestand der zehnjährigen Bundesanleihe dokumentiert die Bundesbank in ihrer Übersicht der Staatsanleihen des Euroraums. 

Deutsche Anleihen Renditen reagieren auf jahrelange Geldmengenausweitung und Stop-and-Go der EZB

Die EZB-Bilanz wuchs von rund 1,3 Bio. Euro im Jahr 2007 auf zeitweise 8,8 Bio. Euro und liegt aktuell bei rund 6 Bio. Euro. Die M3-Geldmenge der Eurozone hat sich im selben Zeitraum mehr als verdoppelt. Diese Geldmengenausweitung wirkt mit zeitlicher Verzögerung in die Realwirtschaft. Ein Teil der Inflation zeigte sich zunächst in Immobilien- und Aktienpreisen, ein Teil später in Verbraucherpreisen.

Die Schulden-zu-BIP-Quote der Eurozone steigt laut EU-Kommission bis 2027 auf 90,4 Prozent. Damit sind die Voraussetzungen für strukturell höhere Renditen angelegt, unabhängig vom Iran-Konflikt. Die deutschen Anleihen-Renditen spiegeln diese Lage durch eine höhere Risikoprämie wider. Wer 2020 eine zehnjährige Bundesanleihe bei null Prozent gekauft hat, hat real über 30 Prozent Kaufkraft verloren.

Die Annahme, Staatsanleihen seien risikofrei, basiert auf der Vorstellung, dass Emittenten in eigener Währung nicht ausfallen können. Sie können jedoch durch Geldentwertung defaulten. In einem Geldsystem, das auf permanenter Geldmengenausweitung beruht, ist Preisstabilität strukturell nicht erreichbar.

Bitcoin steht dem als programmatische Alternative gegenüber. Sein Angebot ist auf 21 Mio. Einheiten begrenzt und kann von keiner Institution erweitert werden. Wer Knappheit als Geld-Eigenschaft voraussetzt, hat eine kalkulierbare Alternative.

Wir berichteten über die strukturellen Schwächen der EZB-Inflationsmessung.

Strategy Bitcoin Kauf überschreitet erstmals 4 Prozent des Supplys

Strategy Bitcoin Kauf überschreitet erstmals 4 Prozent des Supplys

Der Strategy Bitcoin Kauf erreicht einen neuen Meilenstein. Das Unternehmen erwarb zwischen dem 11. und 17. Mai 2026 weitere 24.869 BTC für 2,01 Mrd. US-Dollar und hält damit erstmals mehr als vier Prozent des fixen Bitcoin-Angebots. Der Gesamtbestand liegt jetzt bei 843.738 BTC.

Strategy Bitcoin Kauf: Größter Wocheneinkauf seit dem April-Großeinkauf

Der aktuelle Strategy Bitcoin Kauf ist der größte seit der April-Sequenz mit dem Spitzeneinkauf von 34.164 BTC. In den vergangenen Wochen waren die Käufe deutlich kleiner ausgefallen, mit Volumina zwischen 1.000 und 5.000 BTC.

Der Sprung auf 24.869 BTC in einer einzigen Woche markiert eine deutliche Beschleunigung der Akkumulation. Das Unternehmen meldet seine Käufe regelmäßig per Form 8-K an die US-Börsenaufsicht SEC und veröffentlicht parallel eine entsprechende Mitteilung. Die Saylor Bitcoin Strategie setzt damit ihren Kurs fort, kontinuierlich Eigen- und Vorzugskapital in Bitcoin zu konvertieren.

Durchschnittspreis von 80.985 US-Dollar liegt über der bisherigen Cost Basis

Der durchschnittliche Kaufpreis dieser Tranche lag bei 80.985 US-Dollar pro Bitcoin und damit über dem bisherigen Durchschnitt der Gesamtposition. Die kumulierte Cost Basis steigt dadurch auf 75.700 US-Dollar pro BTC, nachdem sie zuletzt bei 75.527 US-Dollar lag.

Die jüngsten Wochenkäufe lagen meist unter dem Durchschnittspreis und hatten den Wert sukzessive gesenkt. Der aktuelle Kauf bricht dieses Muster und dokumentiert, dass Strategy auch oberhalb der eigenen Kostenbasis akkumuliert.

Finanziert wurde die Transaktion zu 96 Prozent über die Vorzugsaktie STRC, von der in derselben Woche 19,5 Mio. Aktien für rund 1,95 Mrd. US-Dollar emittiert wurden. Die verbleibende STRC-Kapazität liegt bei 17,5 Mrd. US-Dollar. Das berichtet Strategy in der offiziellen Pressemitteilung. 

843.738 BTC entsprechen 4,02 Prozent aller je existierenden Bitcoin

Mit dem aktuellen Bestand kontrolliert ein einzelnes börsennotiertes Unternehmen erstmals mehr als ein Fünfundzwanzigstel des programmatisch fixen Bitcoin-Angebots von 21 Mio. Einheiten. Der BTC Yield seit Jahresbeginn klettert damit auf 12,6 Prozent, gemessen als Zuwachs der Bitcoin-Menge pro verwässerter Aktie.

Strukturell zeigt der Strategy Bitcoin Kauf damit eine konsequente Logik: Eigenkapital aus einem unbegrenzt vermehrbaren Geld wird in ein Asset mit endgültiger Obergrenze überführt. Jeder weitere Coin im Bestand wird dem zirkulierenden Angebot dauerhaft entzogen, sofern das Unternehmen an seiner Halte-Strategie festhält.

Diese Akkumulationsgeschwindigkeit dokumentiert eine niedrige Zeitpräferenz, die in einem Geldsystem beliebiger Geldschöpfung kaum vermittelbar wäre. Wer Eigenkapital systematisch in ein knappes Asset konvertiert, vollzieht eine bewusste Geldwahlentscheidung. Die 4-Prozent-Marke ist kein technisches Detail, sondern ein Hinweis darauf, wie schnell sich Bitcoin-Bestände in einzelnen Bilanzen konzentrieren können, wenn die zugrundeliegende Logik einmal akzeptiert ist.

Bitcoin bleibt mit 21 Mio. Einheiten begrenzt, während staatlich emittierte Währungen unbegrenzt ausgeweitet werden können. Wer früh akkumuliert, sichert sich eine Position innerhalb einer endgültigen Obergrenze.

Wir berichteten über Strategys Annäherung an die 4-Prozent-Marke.

Bitcoin Aufwärtskanal hält: Drittes Mal in Folge wiederholt sich dieses Muster

Bitcoin Aufwärtskanal hält: Drittes Mal in Folge wiederholt sich dieses Muster

Der Bitcoin Aufwärtskanal hat im April 2026 zum dritten Mal seine untere Kanallinie verteidigt. Bitcoin fiel vom Allzeithoch bei 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 auf rund 70.000 US-Dollar zurück und drehte am vorherigen Zyklus-ATH von 69.000 US-Dollar nach oben. Aktuell notiert Bitcoin bei rund 80.000 US-Dollar.

Bitcoin testet im April 2026 erstmals seit 2022 das vorherige Zyklus-ATH bei 69.000 USD

Die Korrektur vom Oktober-Hoch hat Bitcoin im April auf die Marke des vorherigen Zyklus-ATH gedrückt. Bei rund 70.000 US-Dollar fand der Preis Halt und drehte nach oben. Das entspricht einem Kursrückgang von rund 44 Prozent vom Allzeithoch.

Damit liegt die Korrektur im Bereich, der seit Bitcoins Existenz für Zwischenkorrekturen typisch ist. Strukturell auffällig ist, dass das Vorzyklus-ATH erneut als Halteniveau funktioniert hat. Genau dasselbe Verhalten zeigte Bitcoin bereits 2019 und 2022, als die jeweiligen Vorzyklus-Hochs als Unterstützung dienten.

Der Bitcoin Aufwärtskanal hat 2019, 2022 und 2026 dieselbe Konfluenz erzeugt

Drei Mal in Folge fiel der Preis auf das vorherige Zyklus-ATH zurück und drehte dort. 2019 traf Bitcoin nach dem 2017er Hoch von rund 20.000 US-Dollar auf die untere Kanallinie und das frühere ATH. 2022 wiederholte sich das Muster mit dem 2017er ATH bei 20.000 US-Dollar als Unterstützung. 2026 nun traf der Preis auf das 2021er Hoch bei 69.000 US-Dollar.

Diese Konfluenz aus unterer Kanallinie und Vorzyklus-Hoch ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines mathematisch beschreibbaren Wachstumspfades. Die zugrundeliegende Struktur folgt einem Potenzgesetz, das der Astrophysiker Giovanni Santostasi 2018 erstmals beschrieb. Die Darstellung zeigt sich Bitcoins Preis als annähernd gerade Linie über mehr als zwölf Jahre.

Wie sich das aktuelle Zyklusmuster in den langfristigen Bitcoin Aufwärtskanal einfügt

Der Aufwärtskanal ist die visuelle Annäherung an das Power Law. Eine wissenschaftliche Analyse von Anfang 2026 zeigt, dass eine einzige mathematische Formel 98,7 Prozent der Bitcoin-Preisbewegung seit 2010 erklärt. Innerhalb dieses langfristigen Trends bewegt sich der Preis in Zyklen, die strukturell mit dem Halving zusammenhängen.

Wichtig ist die Einordnung: Ein gehaltener Aufwärtskanal ist eine Beschreibung der bisherigen Preisentwicklung, keine Garantie für die Zukunft. Was sich beobachten lässt, ist die Konsistenz des Musters über drei vollständige Zyklen hinweg. Diese Konsistenz folgt einer ökonomischen Logik. Bitcoins Angebot ist auf 21 Mio. Einheiten begrenzt und folgt einem festgelegten Emissionsplan, der alle vier Jahre halbiert wird.

Während das Angebot programmatisch knapper wird, steigt die Nachfrage strukturell, weil immer mehr Akteure die Eigenschaften des Netzwerks erkennen. Anders als bei staatlichen Währungen kann das Angebot nicht ausgeweitet werden, um politischen Druck abzufedern. Diese fixe Endlichkeit ist der eigentliche Grund, warum sich Bitcoin in einem Aufwärtskanal bewegt, und nicht etwa technische Linien auf einem Chart.

Wir berichteten über die Mathematik hinter dem Bitcoin Power Law.

Capital B Bitcoin: Europas erste Treasury Company kauft weitere 192 BTC

Capital B Bitcoin: Europas erste Treasury Company kauft weitere 192 BTC

Capital B hat heute den Kauf von 192 BTC für 13,0 Mio. Euro bestätigt. Damit wächst der Capital B Bitcoin Bestand auf 3.135 BTC. Finanziert wurde die Akkumulation durch drei parallele Kapitalmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 17,15 Mio. Euro.

17,15 Millionen Euro frisches Kapital fließen in Bitcoin-Akkumulation

Die Finanzierung setzt sich aus drei am 18. Mai 2026 final abgeschlossenen Komponenten zusammen. Über das ATM-Programm mit dem französischen Asset Manager TOBAM flossen 0,85 Mio. Euro zu einem Kurs von 0,65 Euro pro Aktie.

Eine Warrant-Emission an Adam Back, CEO von Blockstream, brachte weitere 1,1 Mio. Euro. Den größten Anteil lieferte ein Private Placement über 15,2 Mio. Euro zu 0,66 Euro pro Aktie mit angehängten Bezugsrechten an internationale institutionelle Investoren. Insgesamt erwarb das Unternehmen 192 BTC zu einem Durchschnittspreis von 67.866 Euro pro Coin.

Adam Back und Blockstream halten gemeinsam fast 28 Prozent an Capital B Bitcoin

Die Aktionärsstruktur unterscheidet Capital B Bitcoin von typischen Bitcoin-Treasury-Unternehmen. Adam Back, Erfinder von Hashcash und CEO von Blockstream, hält persönlich 13,37 Prozent der Aktien. Blockstream Capital Partners, an dem Back führend beteiligt ist, ist mit 14,36 Prozent größter Einzelaktionär.

Auf voll verwässerter Basis steigt der Blockstream-Anteil sogar auf 35,90 Prozent. Damit sind die strategischen Investoren keine reinen Finanzinvestoren, sondern direkt mit der Bitcoin-Infrastruktur verbunden. TOBAM, UTXO Management und Peak Hodl Ltd ergänzen das Aktionariat um weitere bitcoin-nahe Adressen.

Die Verwahrung läuft über Swissquote Bank Europe und die Schweizer Technologielösung Taurus, nicht über klassische Bankverwahrung. Die vollständige Pressemitteilung wurde von Capital B selbst veröffentlicht.

Capital B Bitcoin: Gesamtbestand wächst auf 3.135 BTC

Mit den 192 neuen BTC erreicht Capital B einen Gesamtbestand von 3.135 BTC. Die kumulierte Cost Basis liegt bei 283,6 Mio. Euro, was einem Durchschnittspreis von 90.451 Euro pro Bitcoin entspricht. Der aktuelle Nettoinventarwert liegt bei 213,5 Mio. Euro, also rund 25 Prozent unter den Anschaffungskosten. Trotz dieses Buchverlusts hat das Unternehmen den jüngsten Kauf unter dem Durchschnittspreis abgeschlossen und damit die Gesamtposition leicht verbessert.

Der BTC Yield seit Jahresbeginn liegt bei 1,82 Prozent, gemessen als Veränderung der Bitcoin-Menge pro verwässerter Aktie. Aktuell entfallen 734,1 Satoshis auf jede verwässerte Aktie. Die Mechanik dahinter ist identisch zum Modell von Strategy: Eigenkapital wird gegen Bitcoin getauscht, solange der Aktienkurs einen Aufschlag zum inneren Bitcoin-Wert ausweist.

Der Vorteil entsteht nur, wenn jede Emission die Bitcoin-Menge pro Aktie erhöht. Andernfalls verwässert die Kapitalmaßnahme die bestehenden Aktionäre. Die strategische Wette dahinter ist klar: Wer kontinuierlich Eigenkapital in ein Asset mit programmatisch fixiertem Angebot von 21 Mio. Einheiten konvertiert, setzt auf strukturelle Knappheit als langfristigen Werttreiber.

Die Akkumulation in der Korrektur dokumentiert eine niedrige Zeitpräferenz, die in einem System unbegrenzter Geldschöpfung kaum vermittelbar wäre. Wer beliebig vermehrbares Geld gegen ein endgültig begrenztes Asset tauscht, vollzieht damit eine bewusste Geldwahlentscheidung.

Wir berichteten über die Mechanik des Strategy Bitcoin Bestands.

Bitcoin Back-to-Back Fork: Was der seltene Doppel-Fork am 13. Mai zeigt

Bitcoin Back-to-Back Fork: Was der seltene Doppel-Fork am 13. Mai zeigt

Der Bitcoin Back-to-Back Fork bei den Höhen 949203 und 949204 hat am 13. Mai eine bisher nicht dokumentierte Variante des Mining-Wettbewerbs sichtbar gemacht. Bei zwei direkt aufeinanderfolgenden Blöcken erzeugten drei große Mining-Pools parallele Ketten. Bitcoin-Entwickler 0xb10c, der das Netzwerk seit Jahren beobachtet, hat das Ereignis selbst als neuartig eingeordnet.

​Bitcoin Back-to-Back Fork bei zwei aufeinanderfolgenden Block-Höhen erstmals dokumentiert

Der Bitcoin Back-to-Back Fork unterscheidet sich strukturell von einem klassischen Two-Block-Reorg. Während im März 2026 bei Block 941880 eine zusammenhängende Foundry-Kette eine konkurrierende Foundry-AntPool-ViaBTC-Reihe überholt hatte, sind in diesem Fall zwei unabhängige Forks aufgetreten.

Bei Höhe 949203 standen sich Foundry USA und ViaBTC mit unterschiedlichen Versionen desselben Blocks gegenüber. Bei Höhe 949204 wiederholte sich das Bild, diesmal zwischen ViaBTC und MARA Pool.

Der ViaBTC-Block bei 949203 setzte sich durch, der ViaBTC-Block bei 949204 wurde stale. MARA Pool baute danach die kanonische Kette weiter aus, gefolgt von Blöcken aus AntPool und Luxor.

Bei Höhe 949203 konkurrierten Foundry USA und ViaBTC um den gleichen Block-Slot

Bei Höhe 949203 fanden Foundry USA und ViaBTC nahezu gleichzeitig gültige Blöcke. Beobachtbare Nodes zeigten zunächst unterschiedliche Sichten auf das Netzwerk, was die Vorstufe eines Bitcoin Chain Split darstellt.

Bitcoin Back-to-Back Fork Grafik

Die Visualisierung des Ereignisses durch 0xb10c via fork-observer.com macht in einem öffentlichen Tweet deutlich, welche Pools auf welchem Pfad standen. Foundry USAs Block erhielt nur eine Validierung durch einen einzelnen Node und wurde verworfen, ViaBTCs Version setzte sich auf der Mehrheit der Knoten durch. Diese Konstellation steht im Zusammenhang mit einer angespannten Mining-Ökonomie.

Die Bitcoin-Hashrate ist seit April 2026 von rund einem Zetahash auf etwa 899 Exahash zurückgegangen, und sechs Difficulty-Reduktionen in 2026 spiegeln den fortgesetzten Druck auf den Sektor. Schätzungen zufolge operieren rund 20 Prozent der Miner bei aktuellen Kursen unprofitabel.

Konsens nach dem Prinzip des höchsten Proof-of-Work-Anteils löste den Konflikt automatisch auf

Der Bitcoin-Konsens hat den Doppel-Fork ohne Eingriff einer zentralen Instanz innerhalb weniger Minuten aufgelöst. Knoten folgen jener Kette, die die höchste kumulierte Arbeit aufweist, und ordnen abweichende Blöcke automatisch als stale ein. Im aktuellen Fall fielen die Foundry-Variante bei 949203 und die ViaBTC-Variante bei 949204 aus der kanonischen Kette heraus.

0xb10c hat das Ereignis trotz seiner Neuartigkeit als technisch unauffällig eingeordnet, denn die Mechanik des Protokolls funktioniert wie vorgesehen. Ein Bitcoin Back-to-Back Fork dieser Art ist statistisch wahrscheinlicher, wenn die Hashrate sich auf wenige große Pools konzentriert, weil dann mehrere fast gleichzeitige Block-Funde rechnerisch häufiger werden.

Was diese Episode strukturell sichtbar macht, ist eine bemerkenswerte Eigenschaft des Netzwerks: Ein Geldsystem mit festem Angebot und klaren Regeln stabilisiert sich aus dem Wettbewerb der Teilnehmer heraus, ohne dass eine übergeordnete Stelle eingreifen müsste. Diese Selbstkorrektur ist die strukturelle Grundlage von hartem Geld, das nicht durch politische Entscheidungen, sondern durch programmatische Regeln gesichert wird.

Wir berichteten über den Two-Block-Chain-Split vom März 2026 bei Block 941880.

Schweizer Bitcoin Initiative scheitert mit nur 50.000 von 100.000 Unterschriften

Schweizer Bitcoin Initiative scheitert mit nur 50.000 von 100.000 Unterschriften

Die Schweizer Bitcoin Initiative hat ihre Unterschriftenkampagne vor Fristende abgebrochen. Das Komitee teilte gegenüber Reuters mit, dass nur etwa die Hälfte der erforderlichen 100.000 Unterschriften gesammelt wurde. Ziel war eine Verfassungsänderung, die die Schweizerische Nationalbank zum Halten von Bitcoin-Reserven verpflichtet hätte.

50.000 von 100.000 Unterschriften: Schweizer Bitcoin Initiative endet vor Fristablauf

Die offizielle Volksinitiative „Für eine finanziell starke, souveräne und verantwortungsvolle Schweiz (Bitcoin-Initiative)” wurde im Dezember 2024 zugelassen. Den Initiatoren standen 18 Monate Zeit zur Verfügung, um 100.000 gültige Unterschriften bis zum 30. Juni 2026 zu sammeln. Erreicht wurden nach eigenen Angaben rund 50.000.

Konkret sollte Artikel 99 Absatz 3 der Bundesverfassung um die Worte „und in Bitcoin” ergänzt werden. Damit hätte die SNB ihre Reserven nicht mehr nur in Gold, sondern auch in Bitcoin halten müssen. Den genauen Anteil hätte die Zentralbank selbst bestimmen können.

Der offizielle Initiativtext und der Verfahrensstand sind bei der Schweizer Bundeskanzlei abrufbar. Mit dem Ablauf der Sammelfrist wird das Vorhaben in seiner aktuellen Form nicht zur Volksabstimmung kommen.

Bennaïm und Meisser geben nach 18 Monaten auf

Initiatoren waren Yves Bennaïm, Westschweizer Bitcoin-Aktivist und Gründer des Think-Tanks 2B4CH, sowie Luzius Meisser, Verwaltungsratsmitglied von Bitcoin Suisse. Gegenüber Reuters bezeichnete Bennaïm das Vorhaben rückblickend als „Long Shot”. Die Kampagne habe dennoch Fortschritte erzielt, um das Ziel langfristig zu erreichen.

Eine teure Last-Minute-Kampagne sei nicht geplant. Stattdessen lässt das Komitee die Initiative auslaufen. Bennaïm verwies darauf, dass das tägliche Transaktionsvolumen von Bitcoin in zweistelliger Milliardenhöhe gegen das SNB-Argument der mangelnden Liquidität spreche.

Bereits eine 2021 lancierte erste Bitcoin-Initiative war an derselben Hürde gescheitert. Das Schweizer Quorum von 100.000 Unterschriften innerhalb von 18 Monaten erweist sich für technologisch enge Themen weiterhin als hoch.

75 Prozent SNB-Reserven in Dollar und Euro, dazu 50.000 MSTR-Aktien im Bestand

SNB-Präsident Martin Schlegel lehnt Bitcoin als Reserveanlage ab. Die Begründung folgt der Linie seines Vorgängers Thomas Jordan: Volatilität und unzureichende Marktliquidität. Rund drei Viertel der SNB-Devisen sind in auf Dollar und Euro lautenden Anlagen gebunden.

Bemerkenswert ist die indirekte Position der SNB. Die Zentralbank hält rund 50.000 MSTR-Aktien im Wert von etwa 100 Mio. US-Dollar zum 31. März 2026. Strategy ist der weltweit größte Unternehmenshalter von Bitcoin. Indirekt ist die SNB damit Bitcoin-Exposure ausgesetzt, das sie öffentlich ablehnt.

Strukturell zeigt das Scheitern, dass direktdemokratische Hebel allein die etablierten Zentralbank-Anreize nicht verschieben. Geldhüter sind institutionell darauf festgelegt, Risiken in bekannten Reservewährungen abzubilden, deren Wert sich politisch verändern lässt. Ein Asset mit fester Obergrenze von 21 Mio. Einheiten passt nicht in dieses Anreizsystem, solange die offizielle Geldordnung auf Dollar und Euro fußt.

Andere Zentralbanken bewegen sich dennoch langsam: Die Tschechische Nationalbank investierte im Oktober 2025 testweise eine Million Dollar in Bitcoin, Kasachstan plant einen Krypto-Reserve-Fonds. Die Schweiz bleibt damit vorerst außen vor, während die Frage nach digitalen Reserven international weiter an Gewicht gewinnt.

Wir berichteten über die Lancierung der Bitcoin Volksinitiative.