Nasdaq CME Futures: Bitcoin landet in einem Index mit sechs weiteren Assets

Nasdaq CME Futures: Bitcoin landet in einem Index mit sechs weiteren Assets

Die Nasdaq CME Futures sollen am 8. Juni starten und Bitcoin erstmals in einem marktkapitalisierungs-gewichteten Index-Kontrakt der CME mit sechs weiteren Krypto-Assets bündeln. CME Group hat die Pläne am 14. Mai veröffentlicht, der Launch steht unter Regulierungsvorbehalt. Ein zuvor angekündigter Termin im März war ohne Markteinführung verstrichen.

​Nasdaq CME Futures starten ab 8. Juni unter dem Vorbehalt regulatorischer Prüfung

Die Nasdaq CME Futures sind das erste marktkapitalisierungs-gewichtete Krypto-Derivat der CME. Die Kontrakte sollen sowohl in Micro- als auch in Standardgröße verfügbar sein und am Fälligkeitstag bar in US-Dollar abgerechnet werden. Der Referenzwert kommt aus dem Nasdaq CME Crypto Settlement Price Index, der einmal täglich um 16 Uhr New Yorker Zeit veröffentlicht wird.

CME-Manager Giovanni Vicioso begründet den Kontrakt mit institutioneller Nachfrage. Das durchschnittliche Tagesvolumen aller Krypto-Derivate des Anbieters lag 2026 bei 407.200 Kontrakten, ein Anstieg von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der ursprünglich für Mitte März geplante Launch war verstrichen.

CME bündelt Bitcoin, Ether, Solana, XRP, Cardano, Chainlink und Stellar Lumens in einem Kontrakt

Der zugrunde liegende Index enthält zum 14. Mai sieben digitale Vermögenswerte. Neben Bitcoin sind Ether, Solana, XRP, Cardano, Chainlink und Stellar Lumens vertreten.

Die Auswahl deckt sich exakt mit jener Gruppe, die die US-Behörden CFTC und SEC im März 2026 als digitale Rohstoffe eingestuft hatten. Damit erhält die CME einen klar definierten regulatorischen Rahmen für die Aufnahme dieser Krypto Derivate in ein gebündeltes Produkt.

Die offizielle Mitteilung der CME Group nennt das Produkt zudem den ersten marktkapitalisierungs-gewichteten Krypto-Future des Unternehmens. Sean Wasserman von Nasdaq ordnet den Schritt als Fortsetzung etablierter Index-Frameworks ein, wie sie aus klassischen Anlageklassen bekannt sind.

Die Marktkapitalisierungs-Gewichtung gibt Bitcoin den dominanten Anteil im Korb

Die Gewichtung nach Marktkapitalisierung sorgt für eine klare strukturelle Asymmetrie: Bitcoin und Ether dürften gemeinsam den größten Anteil des Index ausmachen, während die fünf weiteren Assets vergleichsweise kleine Positionen liefern. Die Nasdaq CME Futures sind damit keine gleichgewichtete Wette auf den gesamten Sektor, sondern im Kern eine konzentrierte Bitcoin-Ether-Exposition.

Trotzdem verschiebt das Produkt den Fokus institutioneller Käufer in Richtung „Krypto als Anlageklasse“. Strukturell unterscheidet sich Bitcoin allerdings deutlich von den übrigen sechs Komponenten: Das Angebot ist auf 21 Mio. Einheiten festgeschrieben, die Emissionsrate folgt einem festen Algorithmus, und keine zentrale Instanz kann die Regeln nachträglich verändern.

Diese Eigenschaften begründen die Stellung von Bitcoin als hartes Geld und lassen sich nicht auf die übrigen Index-Komponenten übertragen, deren Emission und Governance jeweils anderen Regelwerken folgen. Ein gebündelter Korb verpackt diese Unterschiede in einem einzigen Kontrakt, ohne sie aufzulösen.

Wir berichteten über die SEC-Krypto-Klassifizierung, die die regulatorische Grundlage für das neue Produkt geschaffen hat.

Morgan Stanley Bitcoin ETF beendet ersten Monat ohne einen Tag mit Abflüssen

Morgan Stanley Bitcoin ETF beendet ersten Monat ohne einen Tag mit Abflüssen

Der Morgan Stanley Bitcoin ETF hat seinen ersten Handelsmonat abgeschlossen, ohne an einem einzigen Tag Nettoabflüsse zu verzeichnen. Der Fonds startete am 8. April und sammelte bis zum 7. Mai rund 193 Mio. US-Dollar an Zuflüssen ein. Damit hebt er sich von allen anderen US-Spot-Bitcoin-ETFs im selben Zeitraum ab.

193 Millionen Dollar machen MSBT zum stärksten ETF-Start in Morgan Stanleys Geschichte

Der MSBT begann den Handel mit 30,6 Mio. US-Dollar Zuflüssen am ersten Tag. Amy Oldenburg, Head of Digital Asset Strategy bei Morgan Stanley, bezeichnete den Start als stärkstes ETF-Debüt in der Geschichte der Bank. Bloomberg-Analyst Eric Balchunas ordnete den Auftakt in das oberste eine Prozent aller ETF-Launches ein.

Über die folgenden 30 Handelstage verzeichnete der Fonds 17 Tage mit positiven Zuflüssen, fünf Tage ohne Bewegung und keinen einzigen Tag mit Nettoabflüssen. Das Vermögen wuchs auf rund 239,6 Mio. US-Dollar. Aktuell hält der Morgan Stanley Bitcoin Trust etwa 2.620 BTC und liegt damit auf Platz 32 unter allen Bitcoin-haltenden Fonds und Börsen.

Die offizielle Produktseite findet sich bei Morgan Stanley. Mit einer jährlichen Gebühr von 0,14 Prozent unterbietet MSBT alle anderen US-Spot-Bitcoin-ETFs am Markt.

Bitcoin ETF Zuflüsse von 5,7 Millionen gegen 97,6 Millionen Abfluss bei FBTC

Am 7. Mai verloren die übrigen Spot-Bitcoin-ETFs zusammen 277,5 Mio. US-Dollar, am Folgetag weitere 145,7 Mio. US-Dollar. Allein der FBTC von Fidelity verzeichnete an einem Tag 97,6 Mio. US-Dollar an Abflüssen, der IBIT von BlackRock 27,2 Mio. US-Dollar und der ARKB von Ark Invest 26,6 Mio. US-Dollar. Im gleichen Zeitfenster nahm der Morgan Stanley Bitcoin ETF 5,7 Mio. US-Dollar an frischen Bitcoin ETF Zuflüssen auf.

Die Gebührenstruktur erklärt einen Teil des Effekts. IBIT und FBTC verlangen 0,25 Prozent pro Jahr, ARKB 0,21 Prozent, BITB 0,20 Prozent. Bei einer Allokation von einer Mrd. US-Dollar entspricht der Unterschied zwischen MSBT und IBIT rund 1,1 Mio. US-Dollar pro Jahr.

Der Fonds handelt zudem mit einem Aufschlag von 0,24 Prozent zum Nettoinventarwert, IBIT bei 0,18 Prozent, FBTC bei 0,13 Prozent. Das signalisiert eine Nachfrage, die das Angebot neu geschaffener Anteile übersteigt.

Erster Monat ohne Abflüsse setzt Maßstab für künftige Banken-Debüts

Die rund 16.000 Finanzberater von Morgan Stanley, die zusammen 9,3 Bio. US-Dollar verwalten, sind bislang nicht freigegeben, den Morgan Stanley Bitcoin ETF aktiv zu empfehlen. Nach Angaben der Bank stammt der Großteil der ersten Zuflüsse von eigenständig handelnden Kunden. Das interne Vertriebsnetz ist also noch nicht aktiviert.

Strukturell zeigt die Bilanz, dass Markenvertrauen und niedrige Gebühren bei einem Asset wie Bitcoin direkt in Kapitalbindung übersetzt werden. Damit verschiebt sich das Anreizsystem: Ein klassischer Bankvertrieb fängt Nachfrage nach digitaler Knappheit ein und leitet sie in das eigene Provisionsmodell. Wer ein Asset mit fixer Obergrenze von 21 Mio. Einheiten kaufen will, kann das über Kanäle tun, die Anleger seit Jahrzehnten nutzen.

Die Trennlinie zwischen klassischer Geldordnung und einem Asset mit programmatisch begrenzter Ausgabe verläuft nicht mehr außerhalb des Bankensystems, sondern durch dessen Produktregale. Genau diese Verlagerung baut den ETF-Markt von einem Experiment zur Standardallokation um.

Wir berichteten über die ungleiche Bitcoin Akkumulation 2026

KI Wallet Wiederherstellung: Claude soll seit 2015 gesperrtes Bitcoin-Wallet entsperrt haben

KI Wallet Wiederherstellung: Claude soll seit 2015 gesperrtes Bitcoin-Wallet entsperrt haben

Eine viral verbreitete KI Wallet Wiederherstellung sorgt seit dem 13. Mai für Diskussion. Ein pseudonymer X-Nutzer behauptet, das Sprachmodell Claude von Anthropic habe ihm geholfen, ein seit 2015 gesperrtes Bitcoin-Wallet mit fünf BTC zu öffnen. Der Thread erreichte innerhalb weniger Stunden über sechs Millionen Aufrufe. Die Schilderung ist anonym und stützt sich allein auf Screenshots des Nutzers.

​Bitcoin-Adresse seit April 2015 inaktiv, acht Wochen Brute-Force ohne Ergebnis

Die On-Chain-Daten stützen zumindest einen Teil der geschilderten KI Wallet Wiederherstellung. Die betroffene Bitcoin-Adresse mit dem Anfang „14VJyS“ hatte seit April 2015 keine einzige Transaktion mehr verzeichnet, bevor die Mittel nun bewegt wurden.

Der Nutzer, der unter dem Pseudonym Cprkrn auftritt, gibt an, das Passwort des Wallets vor elf Jahren als Student geändert und anschließend vergessen zu haben. Acht Wochen lang habe er versucht, das Passwort mit der Open-Source-Software btcrecover zu rekonstruieren.

Nach eigenen Angaben prüfte er rund 3,5 Billionen Kombinationen ohne jeden Erfolg. Die Adresse hielt zum Zeitpunkt der Reaktivierung einen Bestand im Gegenwert von etwa 400.000 US-Dollar.

Claude identifizierte einen Fehler in der Open-Source-Software btcrecover

Als letzter Versuch lud Cprkrn nach eigener Darstellung sämtliche Dateien seines alten Studienrechners in Claude hoch. Das Sprachmodell habe dort eine ältere Wallet-Backup-Datei aus der Zeit vor der Passwortänderung gefunden.

Zudem habe Claude einen Fehler in btcrecover identifiziert. Die Software kombinierte einen sogenannten Shared Key und das geprüfte Passwort nicht korrekt. Diese Beschreibung des Vorgangs hat Cprkrn am 13. Mai 2026 in einem Thread auf X öffentlich gemacht.

Nach Behebung des Fehlers und mit der älteren Datei sei die Entschlüsselung im ersten Anlauf gelungen. Die KI Wallet Wiederherstellung folgte damit auf eine klassische Datei-Forensik, nicht auf einen Angriff gegen Bitcoin selbst.

KI Wallet Wiederherstellung beruht im Fall Cprkrn auf einer Mnemonic aus einem Notizbuch

Die Schlagzeile, Claude habe das Wallet „geknackt“, trifft die Sachlage nicht. Ohne die im Notizbuch notierte Mnemonic und die alte Wallet-Datei hätte das Sprachmodell nach aktueller Datenlage keinen Zugang erzeugen können, und Bitcoin selbst zeigt im gesamten Vorgang keinerlei Anzeichen einer Schwächung. Die kryptographische Architektur des Netzwerks funktioniert wie vorgesehen.

Was die Episode deutlich macht, ist eine strukturelle Eigenschaft der Selbstverwahrung: Wer Bitcoin außerhalb zentraler Verwahrer hält, übernimmt die volle Verantwortung für jeden einzelnen Zugangsbaustein. Geht ein Baustein verloren, ist der Zugriff praktisch nicht wiederherstellbar, solange nicht ein zweites Fragment existiert.

Künstliche Intelligenz kann hier als Werkzeug der digitalen Forensik wirken, nicht als Ersatz für fehlende Schlüssel. Die Geschichte verschiebt damit keine Sicherheitsfrage am Bitcoin-Netzwerk, sondern die Frage, wie Anwender ihre eigenen Zugangsbausteine sichern.

Wir berichteten über die strukturelle Abkehr vieler Bitcoin-Halter von zentraler Verwahrung.

Bitcoin Steuerfreiheit Ende oder doch nicht: 3 Szenarien der Reform

Bitcoin Steuerfreiheit Ende oder doch nicht: 3 Szenarien der Reform

Ob das Bitcoin Steuerfreiheit Ende tatsächlich kommt, hängt von politischen Mehrheiten und verfassungsrechtlichen Grenzen ab. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat im Eckwertebeschluss zum Haushalt 2027 eine Krypto-Steuerreform angekündigt, deren konkrete Form bis Anfang Juli 2026 offen bleibt. Drei Szenarien sind realistisch.

Klingbeils Eckwertebeschluss vom 29. April 2026 als Ausgangspunkt

Auf der Bundespressekonferenz am 29. April 2026 hat Klingbeil die Anpassung der Krypto-Besteuerung im Eckwertebeschluss zum Bundeshaushalt 2027 bestätigt. Zusammen mit der Bekämpfung von Finanz- und Steuerkriminalität soll die Reform rund 2 Mrd. Euro pro Jahr einbringen. Bitcoin gilt nach §23 EStG als sonstiges Wirtschaftsgut mit einjähriger Haltefrist.

Der Bundesfinanzhof hat diese Einordnung 2023 bestätigt, das Bundesfinanzministerium hat sie zuletzt im Schreiben vom 6. März 2025 erneut präzisiert. Die offizielle Norm ist auf der Webseite des Bundesministeriums der Justiz dokumentiert.

Welche konkrete Form die Reform annehmen soll, hat Klingbeil bisher offen gelassen. Ob das Bitcoin Steuerfreiheit Ende tatsächlich kommt oder die Reform milder ausfällt, hängt von der Ausgestaltung im Gesetzentwurf ab.

Drei Szenarien: Harter Schnitt, Stichtag oder gescheiterte Reform

Aus den bisher verfügbaren Eckdaten lassen sich drei Szenarien für das Bitcoin Steuerfreiheit Ende ableiten. Das erste Szenario beschreibt einen harten Schnitt, bei dem die einjährige Haltefrist vollständig fällt und durch eine pauschale Besteuerung ersetzt wird, etwa nach Vorbild der Kapitalertragsteuer.

Bitcoin-Gewinne wären in dieser Variante unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig, auch für Altbestände. Verfassungsrechtlich wäre dieses Modell wegen des Vertrauensschutzes angreifbar. Das zweite Szenario führt eine Stichtag-Regelung ein. Käufe vor dem Stichtag bleiben unter der bisherigen einjährigen Haltefrist, neue Käufe unterliegen dem neuen Regime.

Dieses Modell entspricht der Investmentsteuerreform 2018 und der österreichischen Lösung von 2022 und ist verfassungsrechtlich am sichersten. Im dritten Szenario scheitert die Reform an der Mehrheitslage.

Ohne CDU/CSU lässt sich Klingbeils Vorhaben im Bundestag nicht durchsetzen. Die Union verweist auf den Koalitionsvertrag und die Steuersystematik, in der Bitcoin gleich behandelt wird wie Gold und Fremdwährungen.

Bitcoin Steuerfreiheit Ende: Welche Form die Reform realistisch annehmen kann

Die wahrscheinlichste Form der Reform ist die Stichtag-Regelung. Sie verbindet die fiskalischen Ziele der Bundesregierung mit den verfassungsrechtlichen Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts und reduziert den politischen Widerstand. Klingbeils Schweigen zum Bestandsschutz spricht für diese Variante, weil Vagheit bis zur Etatreife strategisch sinnvoll ist.

Trotzdem bleibt die Krypto Steuerfreiheit für Bestandshalter erst dann gesichert, wenn ein Stichtag offiziell definiert ist. Bis dahin lebt der Markt mit Unsicherheit. Die einjährige Haltefrist war über Jahre ein bewusster Anreiz für langfristiges Sparen, kein Steuerschlupfloch. Wer Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine Geldwahlentscheidung gegen ein elastisches Fiat-System.

Die strukturelle Knappheit der 21 Mio. Einheiten bleibt davon unberührt. Was sich verändern kann, ist der nationale Steuerrahmen. Was sich nicht verändert, ist die Logik harter Geldformen. Wer auf programmatische Knappheit setzt, hält auch dann, wenn der Steuerrahmen härter wird. Die Reform entscheidet damit weniger über Bitcoin selbst als über die Anreize, die das deutsche Steuerrecht für langfristiges Halten setzen will.

Wir berichteten über die Bitcoin Steuerlücke und Klingbeils Sprachstrategie zur Reform.

Bitcoin Bestandsschutz: Klingbeil schweigt zur entscheidenden Frage

Bitcoin Bestandsschutz: Klingbeil schweigt zur entscheidenden Frage

Beim Bitcoin Bestandsschutz bleibt die zentrale Frage für deutsche Halter offen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat auf der Bundespressekonferenz am 29. April 2026 eine Krypto-Steuerreform angekündigt, die Behandlung von Altbeständen aber unbeantwortet gelassen. Verfassungsrechtlich ist die Frage längst durch das Bundesverfassungsgericht vorstrukturiert.

Klingbeil verweigert auf der Bundespressekonferenz Stellungnahme zum Bestandsschutz

Am 29. April 2026 hat Klingbeil auf der Bundespressekonferenz die geplante Anpassung der Krypto-Besteuerung im Eckwertebeschluss zum Haushalt 2027 bestätigt. Auf direkte Nachfrage zum Bitcoin Bestandsschutz verwies er auf die Etatreife Anfang Juli 2026.

Bis dahin bleibt unklar, ob ein Stichtag eingeführt wird, ab dem nur neue Käufe der geänderten Regelung unterliegen, oder ob auch vor diesem Datum gekaufte Bitcoin-Bestände betroffen sind.

Im Eckwertebeschluss selbst findet sich keine Bestandsregel. Die Bundesregierung hat damit eine zentrale Frage der Reform offen gelassen, obwohl die Eckpunkte sonst detailliert ausgestaltet sind.

Bundesfinanzminister bleibt zur Behandlung der Altbestände vage

Die Vagheit ist nicht zufällig. Eine konkrete Aussage zum Bestandsschutz hätte unmittelbare Marktwirkung. Würde Klingbeil heute bestätigen, dass Bitcoin-Käufe vor einem Stichtag steuerfrei bleiben, könnte dies einen Akkumulationsschub auslösen. Würde er das Gegenteil ankündigen, wären Verkaufsbewegungen wahrscheinlich.

Beide Ergebnisse sind politisch unerwünscht, weil sie die Mehreinnahmen-Schätzungen beeinflussen. Aus Sicht der Halter erzeugt diese Vagheit jedoch erhebliche Planungsunsicherheit. Bestandsschutz Klingbeil bleibt damit eine politische Variable, an der sich die Härte der Reform entscheiden wird.

Verfassungsrechtlich ist die Frage allerdings durch den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 7. Juli 2010 vorstrukturiert.

BVerfG Beschluss 2010 setzt Grenzen für rückwirkende Besteuerung

Im Verfahren 2 BvL 14/02 hat der Zweite Senat genau jene Norm geprüft, die heute für Bitcoin relevant ist: §23 EStG. Das Gericht entschied, dass eine echte Rückwirkung bei belastenden Steuern grundsätzlich unzulässig ist. Bei unechter Rückwirkung muss der Gesetzgeber dem Vertrauensschutz hinreichend Rechnung tragen.

Konkret: Wertsteigerungen, die bis zur Verkündung des neuen Gesetzes entstanden sind und unter dem alten Recht steuerfrei realisierbar gewesen wären, dürfen rückwirkend nicht erfasst werden. Auf Bitcoin übertragen heißt das: Wer vor der Gesetzesverkündung gekauft und die einjährige Haltefrist überschritten hat, müsste im Vertrauensschutz stehen.

Auch die Investmentsteuerreform 2018 lief nach diesem Muster, Aktien und Fonds vor 2009 blieben dauerhaft steuerlich begünstigt. Österreich wählte 2022 die gleiche Logik mit einer Stichtag-Regelung. Eine vollständig rückwirkende Besteuerung wäre damit verfassungsrechtlich angreifbar. Ein klar geregelter Bitcoin Bestandsschutz für Altbestände wäre der saubere Weg, der politische und verfassungsrechtliche Erfordernisse zugleich erfüllt.

Die einjährige Haltefrist war über Jahre ein bewusster Anreiz für langfristiges Sparen, kein Steuerschlupfloch. Wer Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine Geldwahlentscheidung gegen ein elastisches Fiat-System. Die strukturelle Knappheit der 21 Mio. Einheiten bleibt davon unberührt.

Was sich politisch ändern kann, ist der nationale Steuerrahmen. Was sich verfassungsrechtlich nicht ändern kann, ist der Schutz von Vermögensdispositionen, die unter geltendem Recht getroffen wurden.

Wir berichteten über Bitcoin Käufe vor 2027 und den Bestandsschutz als Schlüsselfrage der Reform.

Bitcoin Makro Indikator: Kupfer-Gold-Verhältnis dreht vom Mehrjahres-Tief

Bitcoin Makro Indikator: Kupfer-Gold-Verhältnis dreht vom Mehrjahres-Tief

Ein viraler TradingView-Chart bringt einen alten Bitcoin Makro Indikator zurück ins Gespräch. Das Kupfer-Gold-Verhältnis dreht im Mai 2026 aus einem Mehrjahres-Tief, der MACD zeigt erstmals seit 2021 wieder einen bullischen Crossover. Drei vorherige Crossover seit 2013 lagen jeweils vor starken Bitcoin-Anstiegen.

Vier MACD-Crossover seit 2013 im Kupfer-Gold-Verhältnis

Der virale TradingView-Chart von Cantonese Cat zeigt vier markierte MACD-Crossover im Kupfer-Gold-Verhältnis seit 2013. Die ersten drei datieren aus 2013, 2017 und 2021, der vierte aus dem Mai 2026. Im selben Zeitraum lief das Kupfer-Gold-Verhältnis langfristig nach unten und befindet sich aktuell mit rund 0,00136 nahe dem Tief der letzten zwei Jahrzehnte.

Im späten 2025 lag der Wert bei 0,00116, dem niedrigsten Stand seit über 20 Jahren. Daten zur Kupfer-Preisentwicklung stellt die Federal Reserve Bank of St. Louis öffentlich zur Verfügung.

Bitcoin Kupfer Korrelation

Quelle: X

Bitcoin handelt aktuell um 80.733 US-Dollar, rund 37 Prozent unter dem Oktober-2025-Allzeithoch von 126.198 US-Dollar. Die Markierungen im Chart suggerieren ein wiederkehrendes Muster zwischen Crossover und Bitcoin-Anstieg.

Bitcoin Makro Indikator: Was die vier markierten Bullish Crosses zeigen

Das Kupfer-Gold-Verhältnis ist als Indikator für Risikoneigung etabliert. Kupfer als Industrierohstoff steigt typischerweise in Phasen wirtschaftlicher Expansion, Gold profitiert in defensiven Phasen. Ein steigendes Verhältnis signalisiert wachsende Risikoneigung, ein fallendes Verhältnis Vorsicht. Goldman Sachs hat Bitcoin in einer 2021er Analyse als digitales Kupfer charakterisiert, das auf Wachstumserwartungen reagiert.

Macro-Investoren wie Stanley Druckenmiller und Jeffrey Gundlach nutzen das Verhältnis seit Jahren als Frühindikator für globale Wirtschaftszyklen. Eine 2025 im Journal of Alternative Investments veröffentlichte Stanford-Studie identifizierte drei Phasen, in denen Bewegungen im Kupfer-Gold-Verhältnis Bitcoin-Trends mit drei bis sechs Monaten Vorlauf vorausgingen.

Der Bitcoin Makro Indikator wirkt damit nicht über einen mechanischen Zusammenhang, sondern über die strukturelle Logik, dass beide Assets von Liquidität und Risikoneigung profitieren.

Crossover Mai 2026: Erstmals seit Jahren wieder bullish

Der aktuelle Crossover im Mai 2026 ist der erste seit dem 2021er Signal. Vier Datenpunkte über 13 Jahre sind allerdings keine statistisch belastbare Grundlage für eine Prognose. Die Schwäche des Modells zeigt das Jahr 2022: Während Bitcoin von 69.000 US-Dollar auf rund 15.500 US-Dollar einbrach, fiel auch das Kupfer-Gold-Verhältnis. Der Indikator hat den Crash also nicht antizipiert, sondern parallel mitgemacht.

Hinzu kommt eine aktuelle Verzerrungsquelle: Goldman Sachs Research erwartet für Mitte 2026 einen 15-Prozent-Zoll der USA auf raffiniertes Kupfer. Eine durch Zölle ausgelöste Kupfer-Preissteigerung hätte mit globaler Wachstumserwartung wenig zu tun, würde das Verhältnis aber dennoch nach oben treiben.

Wer den Bitcoin Makro Indikator nüchtern liest, sieht eine Trendumkehr aus dem Tief mit potenziell verzerrten Daten. Wer Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine Geldwahlentscheidung gegen ein elastisches Fiat-System.

Die strukturelle Knappheit der 21 Mio. Einheiten bleibt davon unberührt, unabhängig vom makroökonomischen Umfeld. Was sich verändern kann, ist das Umfeld, das Bitcoin am Markt bewertet. Was sich nicht verändert, ist die programmatische Endlichkeit des Angebots.

Genau diese Unabhängigkeit von einzelnen Indikatoren ist das eigentliche Argument für hartes Geld.

Wir berichteten über das Bitcoin Makro Signal aus US- und China-Anleihen und seinen vierten Crossover.