Coinbase Phishing Betrug: Brooklyn-Mann zu bis zu zwölf Jahren Haft verurteilt

Coinbase Phishing Betrug: Brooklyn-Mann zu bis zu zwölf Jahren Haft verurteilt

Ein Gericht in Brooklyn hat einen 23-jährigen Mann wegen eines Coinbase Phishing Betrugs zu vier bis zwölf Jahren Haft verurteilt. Er hatte rund 100 Nutzer der Kryptobörse um insgesamt 15,9 Mio. US-Dollar gebracht.

Wie der Angreifer die Coinbase-Authentifizierung umging

Ein Gericht in Brooklyn hat den 23-jährigen Ronald Spektor am Mittwoch wegen eines Coinbase Phishing Betrugs zu vier bis zwölf Jahren Haft verurteilt. Der Mann aus Sheepshead Bay brachte binnen eines Jahres rund 100 Nutzer der Kryptobörse um insgesamt 15,9 Mio. US-Dollar. Richter Danny Chun verhängte das Strafmaß, nachdem Spektor am 2. September 2026 in allen 31 Anklagepunkten gestanden hatte, darunter Geldwäsche und schwerer Diebstahl ersten Grades.

Spektor gab sich telefonisch und per Nachricht als Coinbase-Support aus. Er behauptete gegenüber den Opfern, ihre Konten seien gehackt und ihre Bestände in Gefahr. Unter diesem Vorwand brachte er die Nutzer dazu, ihre Coins eigenhändig auf neue Wallets zu überweisen, die er kontrollierte.

Eine technische Sicherheitslücke bei Coinbase nutzte er dabei nicht aus. Der Coinbase Phishing Betrug gelang ausschließlich durch die Täuschung der Nutzer, nicht durch das Umgehen einer Firewall oder eines Passworts. Die Authentifizierung selbst blieb intakt, die Opfer autorisierten die Überweisungen aus Angst um ihr Vermögen selbst.

Warum Plattformen ein Gegenparteirisiko darstellen

Der Fall zeigt ein Risiko, das unabhängig von der Sicherheit einer einzelnen Börse besteht: Wer Coins bei einer Plattform verwahrt, ist auf deren Support-Kommunikation angewiesen und damit ein Ziel für Betrüger, die genau diese Kommunikation imitieren. Die Staatsanwaltschaft Brooklyn ordnete den Fall ihrer eigens eingerichteten Virtual Currency Unit zu, die auf solche Betrugsmaschen spezialisiert ist.

Spektor muss Bargeld, Kryptowährungen und weiteres Vermögen im Wert von mehr als 500.000 US-Dollar abtreten sowie Wiedergutmachung von fast 16 Mio. US-Dollar leisten. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich sieben bis 21 Jahre Haft gefordert, das Gericht folgte dem im Geständnis vereinbarten Strafrahmen.

Die Strafbarkeit von Phishing-Betrug in den USA

Spektor wurde unter anderem wegen Geldwäsche ersten Grades, schweren Diebstahls ersten Grades und Besitzes gestohlenen Eigentums ersten Grades verurteilt, Straftatbestände nach New Yorker Landesrecht, nicht nach US-Bundesrecht. Der Coinbase Phishing Betrug zählt damit zu den größten Krypto-Betrugsfällen, die eine lokale Staatsanwaltschaft in den USA bislang verfolgt hat.

Kein Support-Mitarbeiter einer Börse fordert eine Überweisung auf eine neue Wallet an. Wer Coins in Eigenverwahrung hält statt bei einer zentralen Plattform, kann diesem Angriffsmuster von vornherein nicht zum Opfer fallen.

Das Risiko lag hier nicht im Bitcoin-Netzwerk selbst, sondern in der Kommunikation rund um die Fremdverwahrung bei Coinbase. Wer die Kontrolle über seine privaten Schlüssel abgibt, überlässt damit auch die Angriffsfläche dem Kontakt zwischen Plattform und Nutzer.

Wir berichteten über einen früheren Sicherheitsvorfall bei Coinbase.

DATUM: 26.09.26

Bitcoin Reserve Pakistan: Staatsminister verteidigt strategischen Plan

Bitcoin Reserve Pakistan: Staatsminister verteidigt strategischen Plan

Pakistans Staatsminister Bilal Bin Saqib hat die Bitcoin Reserve Pakistan am 22. September 2026 bei einer UN-Veranstaltung in New York erneut verteidigt. Grundlage bleiben die 2.000 Megawatt Energie, die das Land seit 2025 für Mining und Staatsreserve reserviert hat.

Pakistans strategischer Schritt: Bitcoin in der Staatsreserve

Pakistans Staatsminister für Krypto- und Blockchain-Fragen, Bilal Bin Saqib, hat die Bitcoin Reserve Pakistan am Montag, 22. September 2026, am Rande einer UN-Digitalveranstaltung in New York erneut verteidigt. Er verwies dabei auf die 2.000 Megawatt Energie, die Pakistan bereits seit Mai 2025 für Bitcoin-Mining und den Aufbau der Staatsreserve reserviert hat.

Bin Saqib sagte bei dem Auftritt im Rahmen der 81. UN-Generalversammlung sinngemäß, wenn alle großen Institutionen und andere souveräne Staaten Bitcoin kauften, solle Pakistan nicht zurückbleiben.

Die ursprüngliche Ankündigung der staatlichen Reserve stammt von der Bitcoin-2025-Konferenz in Las Vegas. Seither hat Pakistan mit der Pakistan Virtual Assets Regulatory Authority eine eigene Aufsichtsbehörde aufgebaut und 2026 das Virtual Assets Act durch die Nationalversammlung gebracht. Das Land zählt mit rund 240 Millionen Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten der Welt und lag in Branchen-Rankings zur Krypto-Nutzung zuletzt unter den zehn Ländern mit der höchsten Adoptionsrate.

Warum Staaten das Dollar-System hinterfragen

Der Vorstoß rund um die Bitcoin Reserve Pakistan reiht sich in eine wachsende Zahl staatlicher Reserven ein, die auf Entdollarisierung und Unabhängigkeit vom US-Dollar-System setzen. Auch Abu Dhabi weist über zwei Staatsfonds Bitcoin-Positionen aus, mehrere US-Bundesstaaten haben eigene Reservegesetze verabschiedet, und El Salvador hält seit 2021 an seiner eigenen Bitcoin-Reserve fest. Nach eigenen Aussagen prüft Bin Saqib zudem, Teile der Reserve künftig über dezentrale Finanzprotokolle zu verzinsen, ein Schritt, der bislang nicht umgesetzt ist.

Rechtlich bleibt die pakistanische Reserve an die Pakistan Virtual Assets Regulatory Authority gebunden, die seit Juli 2025 Lizenzen an Handelsplätze wie Binance und HTX vergibt. Ob die Reserve durch aktive Käufe wächst oder vorerst auf beschlagnahmte Bestände beschränkt bleibt, ließ Bin Saqib offen.

Dezentralisierte Reserven gegen Finanzsanktionen

Als IWF-Programmland steht die Bitcoin Reserve Pakistan bei der nächsten Überprüfung unter Beobachtung, der Währungsfonds hatte bereits gegenüber El Salvador Vorbehalte gegen staatliche Bitcoin-Bestände geäußert. Eine Reserve, die kein Dritter einfrieren kann, unterscheidet sich darin grundsätzlich von Dollar-Guthaben, die im Zweifel Sanktionen unterliegen.

Für ein Land mit chronisch knappen Devisenreserven verschiebt sich damit die Frage von der Rendite einzelner Bestände hin zur Kontrolle über das eigene Geld. Ob Pakistan diesen Weg konsequent weitergeht, entscheidet sich an den tatsächlichen Käufen der kommenden Monate.

Wir berichteten über die mögliche IWF-Prüfung der pakistanischen Bitcoin Reserve.

Bitcoin Quantensicherheit: KI-Algorithmus senkt Kosten um 79 Prozent

Bitcoin Quantensicherheit: KI-Algorithmus senkt Kosten um 79 Prozent

Ein einwöchiger Wettbewerb hat die geschätzten Kosten für Bitcoin Quantensicherheit von 320 auf 66 US-Dollar gesenkt, ein Rückgang um 79 Prozent. Zahlreiche Teilnehmer nutzten dafür KI-gestützte Programmierwerkzeuge.

KI-Algorithmus revolutioniert Bitcoin Quantensicherheit Kosten

Ein einwöchiger Wettbewerb rund um Bitcoin Quantensicherheit hat die geschätzten Kosten für eine quantensichere Transaktion bis zum 23. September 2026 von 320 auf 66 US-Dollar gedrückt. Das entspricht einem Rückgang um 79 Prozent. Ausgerichtet hatten ihn das Unternehmen StarkWare gemeinsam mit Yukon Research und Eigen Labs. Zahlreiche Teilnehmer setzten dabei auf KI-gestützte Programmierwerkzeuge, um den zugrunde liegenden Suchcode zu beschleunigen.

Grundlage war eine reale Transaktion, die StarkWare bereits im August 2026 im Bitcoin-Mainnet hatte bestätigen lassen. Diese erste quantensichere Übertragung benötigte nach ersten Schätzungen rund 3.100 GPU-Stunden auf etwa 100 Grafikprozessoren und verursachte die anfänglichen 320 US-Dollar an Rechenkosten. Ein Softfork oder eine Änderung des Bitcoin-Protokolls war dafür nicht nötig.

Quantensichere Bitcoin-Transaktionen: Kosten um 79 Prozent gesenkt

StarkWare öffnete den Quellcode danach für einen offenen Wettbewerb: Teilnehmer sollten den Suchalgorithmus so umschreiben, dass er mögliche Lösungen schneller durchsucht. Der Ausgangscode prüfte auf der Referenz-Grafikkarte rund 146 Mio. Kandidaten pro Sekunde. Bis zum 23. September erreichte der führende Beitrag rund 881 Mio. Kandidaten pro Sekunde, fast das Sechsfache der ursprünglichen Suchgeschwindigkeit.

62 akzeptierte Verbesserungen drückten die geschätzten Vorbereitungskosten auf eine Spanne zwischen 66 und 67 US-Dollar. Die Bitcoin Transaktionskosten für das quantensichere Verfahren rückten damit erstmals in die Nähe gewöhnlicher On-Chain-Zahlungen. StarkWare hatte die zugrunde liegende erste quantensichere Bitcoin-Transaktion bereits im August dokumentiert.

Bitcoin Quantensicherheit plötzlich bezahlbar

Die neuen Zahlen bleiben vorerst eine Schätzung aus Benchmark-Tests. Der optimierte Code hat bislang keine weitere reale Transaktion im Bitcoin-Mainnet vorbereitet. Dabei stammen die Effizienzgewinne aus Messungen auf einer Referenz-Grafikkarte, nicht aus einem zweiten bestätigten Vorgang im Netzwerk.

Für die Debatte um Bitcoin Quantensicherheit ist der Fortschritt dennoch relevant: Sinkende Kosten machen ein hashbasiertes Verfahren wie Quantum Safe Bitcoin praxistauglicher, ohne dass Nutzer auf zentrale Verwahrer angewiesen wären. Wer die eigenen Schlüssel selbst hält, bleibt damit auch bei künftigen Protokoll-Anpassungen unabhängig von Dritten.

Der Wettbewerb zeigt, dass ein offener, vergleichender Ansatz technische Hürden schneller senkt als geschlossene Entwicklung allein. Ob sich die Kostensenkung in einer zweiten realen Transaktion bestätigt, ist offen.

Bis dahin bleibt Quantum Safe Bitcoin ein optionales, nicht verpflichtendes Verfahren ohne Softfork-Zwang. Wir berichteten über die erste quantensichere Bitcoin-Transaktion von StarkWare im August.

Chainalysis: Krypto-Transaktionsvolumen fällt nur 1,6 Prozent trotz Kursrutsch

Chainalysis: Krypto-Transaktionsvolumen fällt nur 1,6 Prozent trotz Kursrutsch

Das globale Krypto-Transaktionsvolumen sank laut Chainalysis in den zwölf Monaten bis Ende Juni 2026 nur um 1,6 Prozent auf 9,4 Billionen US-Dollar, obwohl die Marktkapitalisierung um 2,1 Billionen US-Dollar einbrach.

Krypto-Transaktionen fallen nur leicht trotz Markteinbruch

Das weltweite Krypto-Transaktionsvolumen ist laut einer aktuellen Chainalysis-Studie in den zwölf Monaten bis zum 30. Juni 2026 nur um 1,6 Prozent gesunken, während die gesamte Marktkapitalisierung im selben Zeitraum um 2,1 Billionen US-Dollar einbrach. Damit fiel das Transaktionsvolumen deutlich moderater als der Kurs der wichtigsten Kryptowährungen. Chainalysis bezeichnet die Phase als den schärfsten Bärenmarkt seit 2022.

Auslöser war unter anderem der Bitcoin-Kurs: Nach einem Allzeithoch von rund 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 fiel er im weiteren Jahresverlauf um rund 67.000 US-Dollar vom Hoch zum Tief, der größte Dollar-Rückgang der Bitcoin-Geschichte. Trotz dieses Einbruchs blieb die tatsächliche Nutzung der Netzwerke weitgehend stabil.

9,4 Billionen Dollar Transaktionsvolumen weltweit

Der siebte jährliche Geography of Cryptocurrency Report von Chainalysis beziffert das weltweite Krypto-Transaktionsvolumen auf 9,4 Billionen US-Dollar. Die Zuflüsse in Börsen, DeFi-Protokolle und andere Krypto-Dienste sanken um 4,3 Prozent auf 8,9 Billionen US-Dollar.

Gegenläufig entwickelten sich private Überweisungen: Inländische Peer-to-Peer-Transfers stiegen um 302,9 Prozent auf 228,7 Mrd. US-Dollar. Auch der grenzüberschreitende Bitcoin Zahlungsverkehr über Stablecoins legte zu, von 124,2 Mrd. auf 220,3 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 77,5 Prozent bei einer durchschnittlichen Zahlungshöhe von rund 3.000 US-Dollar.

Chainalysis wertet dafür Blockchain-Daten aus mehr als 150 Ländern aus und vergleicht die Werte seit sieben Jahren im selben Format, was die Zahlen über mehrere Marktzyklen hinweg vergleichbar macht.

Transaktionen als Gradmesser für Adoption

Die Zahlen deuten darauf hin, dass Nutzer Kryptowährungen zunehmend für konkrete Zahlungen einsetzen, etwa um Lieferanten zu bezahlen, Geld nach Hause zu schicken oder Ersparnisse aus einer Währung herauszuholen, der sie nicht mehr trauen. Das Krypto-Transaktionsvolumen wird damit zu einem Gradmesser für tatsächliche Nutzung, unabhängig vom Tageskurs der Coins.

Wer Kaufkraft aus einem Geldsystem mit steigenden Staatsschulden und lockerer Geldpolitik herausbewegt, tut das den Daten zufolge zunehmend über stabile, grenzüberschreitende Kanäle statt über spekulative Wetten auf den Kurs. Das unterscheidet die aktuelle Phase von früheren Bärenmärkten, in denen die Netzwerk-Nutzung meist im Gleichschritt mit den Kursen einbrach.

Offen bleibt, ob die hohe Nutzung anhält, sobald sich die Marktkapitalisierung erholt und spekulative Zuflüsse wieder zunehmen. Der Anteil der Stablecoin-Zahlungen am Gesamtvolumen bleibt dafür der Indikator, an dem sich das in den kommenden Quartalen ablesen lässt.

Wir berichteten über die Netzwerk-Nutzung von Bitcoin.

Raiffeisen Bitpanda Integration: 18 Millionen Bankkunden bekommen Krypto-Zugang

Raiffeisen Bitpanda Integration: 18 Millionen Bankkunden bekommen Krypto-Zugang

Die Raiffeisen Bitpanda Integration bringt bis zu 18 Mio. Bankkunden in Zentral- und Osteuropa Zugang zu Bitcoin und weiteren digitalen Assets. Technische Basis ist die Infrastruktur von Bitpanda Enterprise, der Rollout erfolgt gestaffelt über die einzelnen Netzwerkbanken.

Raiffeisen Bitpanda Integration: Krypto-Zugang für Bankkundschaft

Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat am Mittwoch, 23. September 2026, die Raiffeisen Bitpanda Integration angekündigt. Über eine strategische Partnerschaft mit dem Wiener Krypto-Unternehmen Bitpanda sollen künftig bis zu 18 Mio. Bankkunden in Zentral- und Osteuropa Zugang zu Bitcoin und weiteren digitalen Assets erhalten. Die technische Infrastruktur liefert Bitpanda Enterprise, die B2B-Sparte des Wiener Unternehmens.

Bitpanda selbst ist mit einer MiCA-Lizenz der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA der größte Krypto-Broker des Landes und beliefert bereits mehrere Banken mit Verwahr- und Handelsinfrastruktur für digitale Assets. Die Grundlage für die neue Integration legte die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Sie bindet seit Anfang 2024 Krypto- und ETF-Handel über Bitpanda in ihre Banking-App ein und dient nun als Blaupause für das gesamte Netzwerk.

18 Millionen osteuropäische Bankkunden: Zugang zu Bitcoin und Co.

Die Raiffeisen Bitpanda Integration soll schrittweise ausgerollt werden. Die genannten 18 Mio. Bankkunden verteilen sich auf das gesamte RBI-Netzwerk in Zentral- und Osteuropa, das von Tschechien über Ungarn bis in die Ukraine reicht. Einen festen Starttermin oder eine Liste der Länder, die zuerst starten, nannte die RBI bei der Ankündigung nicht.

Jede Netzwerkbank entscheidet stattdessen selbst über Umfang und Zeitpunkt ihres Angebots, abhängig von regulatorischen Vorgaben und Marktbedingungen im jeweiligen Land. Die EU-weit geltende MiCA-Verordnung setzt dafür seit 2025 den rechtlichen Rahmen; ihre Umsetzung liegt aber weiterhin bei den nationalen Aufsichtsbehörden der einzelnen Länder. Damit bleibt offen, welche Bank als erste live geht und ob der Zugang zunächst auf Bitcoin beschränkt bleibt oder weitere digitale Assets umfasst. Details zur Partnerschaft veröffentlicht die RBI auf ihrer eigenen Pressemitteilungs-Seite.

Massenadoption: Warum Banken die Infrastruktur sind

Für Sparer in der Region verlagert sich der Zugang zu Bitcoin damit von reinen Krypto-Börsen hin zur vertrauten Bankinfrastruktur. Wer die Coins künftig über eine Netzwerkbank kauft, überlässt Verwahrung und Schlüsselgewalt in der Regel der Bank und ihrem Dienstleister, statt sie selbst zu halten.

Bequemer Zugang über die Hausbank verschiebt dadurch vor allem das Gegenparteirisiko, von der Krypto-Börse zur Bank. An der festen Obergrenze von 21 Mio. Bitcoin ändert das nichts.

Ob und wann welche Netzwerkbank das Angebot tatsächlich startet, bleibt offen. Genau daran entscheidet sich, wie schnell aus der Ankündigung reale Massenadoption wird.

Wir berichteten über die geplanten Krypto-Verwahrdienste der Deutschen Bank, die ebenfalls auf Bitpanda-Infrastruktur setzen.

Sequans Bitcoin Ausstieg: Letzte 314 BTC verkauft

Der Sequans Bitcoin Ausstieg ist mit dem Verkauf der letzten 314 Bitcoin am 25. September 2026 abgeschlossen, nachdem der Bestand einst mehr als 3.200 Bitcoin umfasste. Die Erlöse dienten der Rückzahlung von Wandelanleihen und Aktienrückkäufen.

Sequans verkauft restliche 314 Bitcoin

Der Sequans Bitcoin Ausstieg ist mit dem Verkauf der letzten 314 Bitcoin abgeschlossen: Der französische Halbleiterhersteller gab den Schritt am 25. September 2026 bekannt und beendet damit seine Bitcoin-Treasury-Strategie vollständig. Sequans Communications ist an der New Yorker Börse notiert und auf 5G- sowie IoT-Chips spezialisiert. Damit hält das Unternehmen keine Kryptowährungen mehr in der Bilanz.

Die Erlöse aus dem finalen Verkauf nutzte Sequans, um ausstehende Wandelanleihen zu bedienen und eigene Aktien zurückzukaufen. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen damit frei von Unternehmensschulden, mit Ausnahme staatlich geförderter Forschungs- und Entwicklungsverpflichtungen. Der Fokus verschiebt sich künftig auf das operative Chipgeschäft rund um die eRedCap-Plattform.

Vom Peak zur Auflösung: 3.200 Bitcoin Abbau

Auf dem Höhepunkt hielt Sequans mehr als 3.200 Bitcoin, aufgebaut seit Mitte 2025 mit dem erklärten Ziel, langfristig bis zu 100.000 Bitcoin zu erreichen. Der Abbau erfolgte in klar getrennten Tranchen: Im November 2025 verkaufte das Unternehmen 970 Bitcoin, im ersten Quartal 2026 folgten weitere 1.025 Bitcoin. Die ursprüngliche Kaufphase fiel in eine Zeit, in der mehrere kleinere Börsenunternehmen dem Vorbild größerer Bitcoin-Treasury-Firmen folgten und Fremdkapital für den Aufbau eigener Reserven nutzten.

Die Transaktionen sind in den SEC-Unternehmensmeldungen dokumentiert. Der Sequans Bitcoin Ausstieg vollzieht sich damit ohne verbleibende Restbestände, anders als bei Unternehmen wie Strategy oder Metaplanet, die an ihren Bitcoin-Unternehmensreserven festhalten.

Unternehmensreserven unter Druck

Der Fall zeigt ein Risiko, das bei fremdfinanzierten Bitcoin-Unternehmensreserven oft unterschätzt wird: Wer Wandelanleihen aufnimmt, um Bitcoin zu kaufen, bleibt von Fälligkeitsterminen und dem eigenen Aktienkurs abhängig, unabhängig vom langfristigen Bitcoin-Angebot. Der Sequans Bitcoin Ausstieg erfolgte, obwohl das ursprüngliche Ziel auf einen deutlich größeren Bestand ausgelegt war.

Anders als bei einer schuldenfrei gehaltenen Position bestimmt hier der Kapitalmarkt den Zeitpunkt des Ausstiegs, nicht das eigene Zeitpräferenz-Kalkül des Unternehmens. Für das Bitcoin-Angebot selbst ändert der Verkauf nichts: Die 21 Mio. Einheiten bleiben unabhängig davon, ob einzelne Unternehmen ein- oder aussteigen, unveränderlich begrenzt.

Offen bleibt, ob weitere fremdfinanzierte Treasury-Modelle unter ähnlichen Druck geraten, sollte sich das Umfeld für Wandelanleihen verschärfen. Für Beobachter bleibt entscheidend, wie viele Unternehmen ihre Reserven mit Fremdkapital statt Eigenkapital finanzieren. Sequans selbst konzentriert sich künftig ausschließlich auf sein Halbleitergeschäft.

Wir berichteten über die Bitcoin-Käufe von Strategy und Metaplanet.