Bitcoin & Ethereum mit Scam Pump?

Bitcoin & Ethereum mit Scam Pump?

Bitcoin & Ethereum haben gestern kurz Hoffnung bekommen, als es Meldungen gab, dass der Clarity-Act kurz vor der Genehmigung stand. Diese Hoffnung hat die Kurse nach oben getrieben, bis es heute Nacht dann hieß: Die Demokraten haben abgelehnt! Somit müssen wir uns wieder auf das wesentliche konzentrieren, dass sieht jedoch nicht besser aus … 

In Kürze

  • Bitcoin Chartanalyse
  • Bitcoin Ausblick
  • Ethereum Chartanalyse

Bitcoin Chartanalyse

Quelle: Tradingview*

Die Inflation steigt, der Krieg geht weiter & die ÖL-Preise explodieren. Die Probleme an den Märkten werden immer größer und trotzdem hält sich Bitcoin (BTC) weiterhin stabil in unserer Range seit Wochen.

Letzte Woche gab es sogar einen Pump nach den Inflationsdaten, welcher jedoch nur wenig später wieder massiv abverkauft wurde. Trotzdem können wir uns im Bereich zwischen 77.000 – 78.000 USD stabil halten.

Die Marktteilnehmer scheinen damit zufrieden sein, trotzdem wächst im Hintergrund der Druck immer weiter und auch die Anleihen-Märkte sprechen mehr und mehr für Risk-Off, was für Bitcoin noch ein Problem werden könnte.

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Bitcoin Ausblick

Quelle: Tradingview*

Somit bleibt für mich auch der Ausblick unverändert. Wir sollten noch vor einem weiteren Abverkauf stehen! Die FED wird morgen die Zinsen um 0,25% erhöhen, dass ist mit hoher Wahrscheinlichkeit sicher.

Dann wird es auf die Rede von Warsh ankommen. Ist er extrem Hawkish und kündigt sofort weitere Erhöhungen an oder hält er sich zurück. Der Markt erwartet mittlerweile mindestens 3 Erhöhungen. Dies könnte zu weiteren Druck im Anleihemarkt führen und zu sinkenden Kursen.

Somit gilt es Bitcoin vor allem im Bereich zwischen 65.000 – 70.000 USD zu beobachten und die Reaktion abzuwarten. Sollten wir uns hier stabilisieren, ist es ein gutes Zeichen, ansonsten könnte weiterhin ein tieferes Tief bevorstehen.

Ethereum Chartanalyse

Quelle: Tradingview*

Bei Ethereum (ETH) sehen wir die gleiche Price-Action. Auch hier haben wir einen massiven Wick letzte Woche hinterlassen, welchen wir nun gestern Abend gefüllt haben, zumindest zu großen Teilen.

Seitdem sehen wir auch hier wieder einen leichten Abverkauf. Die Marktlage lässt es einfach nicht zu und es fliesst kein neues Kapital in den Altcoin-Markt, weshalb auch Ethereum noch ordentlich unter Druck geraten könnte.

Wir haben eine massive Ineffizienz unter uns liegen. Diese sollte sich der Markt bis ca. 2.000 USD noch holen, bevor wir uns über einen Boden Gedanken machen sollten. Bisher sieht die Akkumulation sehr schwach aus und bei einem Bitcoin Crash, wird es Ethereum direkt mitziehen.

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Aufbau einer Bitcoin-Transaktion: Daten und Signatur

Aufbau einer Bitcoin-Transaktion: Daten und Signatur

Eine Bitcoin Transaktion besteht aus zwei Bestandteilen: Basisdaten und einem digitalen Zeugen. Der Artikel erklärt, wie beide zusammenwirken und wie Upgrades wie Lightning darauf aufbauen.

Die zwei Bestandteile einer Bitcoin-Transaktion

Jede Bitcoin Transaktion enthält zunächst die Basisdaten: die Anzahl der Bitcoin und die Zieladresse. Diese Angaben legen fest, wie viel Wert wohin fließen soll. Die Adresse ist kein Konto im klassischen Sinn, sondern ein kryptografisch abgeleitetes Ziel, das nur der Empfänger mit dem passenden Schlüssel weiterverwenden kann. Ohne Basisdaten gäbe es keine Transaktion.

Der zweite Bestandteil ist der Zeuge, im Sprachgebrauch Witness genannt. Er besteht aus Code beziehungsweise einer digitalen Signatur, die beweist, dass der Absender über die eingesetzten Bitcoin verfügen darf. Erst durch den Zeugen wird aus einer Behauptung ein gültiger Übertrag. Das Netzwerk prüft die Signatur gegen den öffentlichen Schlüssel, bevor eine Transaktion bestätigt wird.

Der Zeuge: Signatur statt Vertrauen

Die Trennung von Basisdaten und Zeuge folgt einem Upgrade, das als SegWit bekannt ist. Seitdem wird die Signatur separat von den Transaktionsdaten gespeichert, was Kapazität freisetzt und technische Schwächen behebt. Wer den Ablauf nachvollziehen will, findet bei learnmeabitcoin eine strukturierte Aufschlüsselung der Felder.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Bitcoin und Krypto insgesamt: Nicht jedes Netzwerk trennt Daten und Zeuge gleich. Die Struktur der Bitcoin Transaktion ist öffentlich einsehbar, jeder Teilnehmer kann sie in der Blockchain nachvollziehen. Das schafft Transparenz, ohne dass Identitäten preisgegeben werden.

Erweiterbar ohne Vertrauen: Upgrades wie Lightning

Das Grundgerüst aus Basisdaten und Zeuge lässt sich erweitern, ohne das Prinzip zu verändern. Lightning nutzt signierte Transaktionen außerhalb der Haupt-Blockchain, um Zahlungen schneller abzuwickeln. Die Logik aus Betrag, Adresse und Signatur bleibt erhalten, nur die Ausführungsebene ändert sich.

Damit zeigt die Bitcoin Transaktion im Kleinen, was das System ausmacht: eine feste Regelbasis, die Innovation zulässt, ohne die Grundlage preiszugeben. Übertragen auf die Österreichische Schule erklärt sich dieser Aufbau aus dem Prinzip der spontanen Ordnung: feste Regeln ermöglichen freiwillige Kooperation ohne zentrale Genehmigungsinstanz. Friedrich August von Hayek beschrieb, wie aus dezentralen, regelgebundenen Handlungen eine Ordnung entsteht, die kein Zentralplaner hätte entwerfen können. Genau das leistet die Signatur als Zeuge: Sie ersetzt Vertrauen in eine dritte Partei durch überprüfbaren Nachweis.

Bitcoin ist damit die technische Umsetzung eines ökonomischen Prinzips: Eigentum muss nachweisbar sein, ohne dass eine Autorität es bestätigt. Die feste Obergrenze von 21 Mio. Bitcoin und das Proof-of-Work-Verfahren sichern, dass diese Nachweisbarkeit nicht durch beliebige Angebotsausweitung entwertet wird. Offen bleibt, wie weit sich das Grundgerüst erweitern lässt, ohne die Basisebene zu gefährden. Lightning ist in der Praxis etabliert, weitere Upgrades sind Gegenstand technischer Debatten, keine gesicherte Zukunftsgewissheit.

Im vorherigen Bildungsartikel berichteten wir ueber Kontrolle über Bitcoin: Warum Nutzer stärker sind als Miner.

Telegram-Marktplatz-Sperre: Secret Service friert 52,8 Millionen Dollar ein

Telegram-Marktplatz-Sperre: Secret Service friert 52,8 Millionen Dollar ein

Die Telegram-Marktplatz-Sperre des US Secret Service erfasst 52,8 Mio. US-Dollar in Stablecoins aus 52 Wallets des Handelsplatzes Xinbi. Das US-Finanzministerium stufte Xinbi am selben Tag als kriminelle Organisation ein.

Xinbi-Telegram: Wie der Scam-Marktplatz lief

Die Telegram-Marktplatz-Sperre des US Secret Service, der in den USA auch Finanzdelikte verfolgt, traf am Dienstag, 8. September 2026, 52,8 Mio. US-Dollar in Tether, einem an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin. Betroffen sind 52 Wallets des chinesischsprachigen Handelsplatzes Xinbi Guarantee. Die Ermittler stützten sich auf Daten der Blockchain-Analysefirma Elliptic, die Xinbis Wallet-Infrastruktur seit mehreren Jahren beobachtet. Am selben Tag stufte das US-Finanzministerium Xinbi als transnationale kriminelle Organisation ein.

Xinbi arbeitete als Treuhand-Marktplatz: Ein Garantiedienst hielt Zahlungen zwischen Anbieter und Käufer bis zur Lieferung. Über die Plattform wurden nach Angaben von Elliptic Erlöse aus Anlagebetrug, Geldwäschedienste, gestohlene Daten und Ausrüstung für Betrugszentren in Südostasien gehandelt. Seit 2022 setzten Xinbi und seine Händler mindestens 24 Mrd. US-Dollar um.

Damit ist Xinbi der zweitgrößte bekannte illegale Online-Marktplatz. Nur Huione Guarantee lag mit 31 Mrd. US-Dollar davor, bevor Telegram den Kanal im Mai 2025 sperrte.

Telegram-Kanal als zentraler Marktplatz-Knotenpunkt

Der Marktplatz lief nicht über eine eigene Webseite, sondern über Telegram-Gruppen und -Kanäle. Dort liefen Angebot, Bewertungssystem und Streitschlichtung zusammen. Diese Bündelung macht den Betreiber angreifbar: Fällt der Kanal weg oder werden die Wallets identifiziert, bricht das Geschäft zusammen.

Genau hier setzte die Telegram-Marktplatz-Sperre an. Weil die Gelder in nur 52 Adressen lagen, konnte der Emittent von Tether die Bestände nach dem Hinweis der Ermittler einfrieren. Die zugrunde liegende Datenbank der Stablecoin wird zentral geführt, Guthaben lassen sich auf Anweisung sperren. Die Sanktionsbekanntmachung veröffentlichte das US-Finanzministerium auf seiner Liste der jüngsten Maßnahmen.

Die zuständige US-Justizeinheit Scam Center Strike Force beziffert die seit November 2025 sichergestellten Werte nun auf 938 Mio. US-Dollar. Xinbi nannte das Einfrieren unrechtmäßig.

Zentralisierte Verwahrung in dezentralem Gewand

Der Fall zeigt, wie weit die behördliche Kontrolle über Krypto-Bestände reicht, sobald diese bei einem Emittenten liegen. Ein Stablecoin wie Tether wird über öffentliche Netzwerke übertragen, seine Deckung und seine Sperrfunktion liegen aber bei einem Unternehmen. Wer solche Einheiten hält, trägt ein Gegenparteirisiko wie bei einem Bankguthaben.

Die Telegram-Marktplatz-Sperre erreichte kriminelle Erlöse, weil dieselbe zentrale Technik jedes Guthaben auf Anweisung einfrieren kann. Bitcoin kennt keine solche zentrale Sperrstelle, dafür fehlt die feste Bindung an einen US-Dollar-Wert, und die Menge bleibt auf 21 Mio. Einheiten begrenzt.

Ob die Sperre dauerhaft Bestand hat, hängt von den laufenden Verfahren ab; die bislang 938 Mio. US-Dollar sind Sicherstellungen, keine rechtskräftigen Einziehungen.

Wir berichteten über die Sperrung von Huione Guarantee im Mai 2025.

Bitcoin Steuerbefreiheit: Gesetzentwurf plant Befreiung von Altbeständen

Bitcoin Steuerbefreiheit: Gesetzentwurf plant Befreiung von Altbeständen

Ein Gesetzentwurf sieht eine Bitcoin Steuerbefreiheit für alle bis 31. Dezember 2026 erworbenen Altbestände vor. Ab 2027 gekaufte Kryptowerte sollen die einjährige Haltefrist verlieren.

Bitcoin Steuerbefreiheit für Altbestände

Ein im September 2026 bekannt gewordener Gesetzentwurf zur höheren Besteuerung von Kryptowerten sieht eine Bitcoin Steuerbefreiheit für alle bis zum 31. Dezember 2026 erworbenen Altbestände vor. Wer Bitcoin bis zu diesem Stichtag kauft, bleibt nach dem Entwurf unter der bisherigen Regel: Nach einer Haltefrist von zwölf Monaten sind Veräußerungsgewinne im Privatvermögen steuerfrei. Beschlossen ist der Entwurf noch nicht.

Für Kryptowerte, die ab dem 1. Januar 2027 angeschafft werden, soll die einjährige Haltefrist entfallen. Gewinne aus diesen Beständen wären dann bei jedem Verkauf steuerpflichtig, unabhängig von der Haltedauer. Die Neuregelung soll nach dem Entwurf ab 2028 greifen.

Die Bundesregierung begründet den Schritt mit der Angleichung an andere Kapitaleinkünfte und einer erwarteten Mehreinnahme für den Fiskus. Den Verzicht auf eine rückwirkende Erfassung bestehender Bestände stützt der Entwurf auf den Vertrauensschutz der Anleger.

Haltefrist bestimmt die Steuerbefreiung

Bitcoin und andere Kryptowerte gelten im deutschen Steuerrecht bislang als andere Wirtschaftsgüter nach Paragraf 23 Einkommensteuergesetz. Ein Verkaufsgewinn bleibt steuerfrei, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung mehr als ein Jahr liegt. Unterhalb der jährlichen Freigrenze von 1.000 Euro bleiben Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften ohnehin steuerfrei.

Diese einjährige Haltefrist will der Gesetzentwurf für neu erworbene Kryptowerte streichen. Der Entwurf trennt damit zwei Gruppen. Wer Altbestände hält und die Haltefrist erfüllt hat, behält die Bitcoin Steuerbefreiheit dauerhaft. Das geht aus dem Gesetzentwurf hervor, der dem Bundestag vorliegt. Wer ab 2027 kauft, fällt unter die reguläre Besteuerung der Gewinne.

Altbestände bekommen eigene Regeln

Der Entwurf verzichtet darauf, vorhandene Bestände rückwirkend zu erfassen. Für die Zuordnung von Alt- und Neubeständen bei späteren Teilverkäufen sieht er eine Reihenfolge nach dem Prinzip zuerst angeschafft, zuerst veräußert vor. Damit hängt die Steuerlast künftig vom genauen Anschaffungsdatum jeder einzelnen Position ab. Wer vor und nach dem Stichtag kauft, muss beide Tranchen getrennt dokumentieren.

Für bestehende Bitcoin-Bestände bleibt die Bitcoin Steuerbefreiheit erhalten, sofern sie bis Jahresende 2026 angeschafft und mindestens ein Jahr gehalten wurden. Ab 2027 entfällt der steuerliche Vorteil der langen Haltedauer, was den Anreiz zum mehrjährigen Halten mindert.

Offen ist, ob der Stichtag 31. Dezember 2026 das parlamentarische Verfahren unverändert übersteht. Bis zu einem Beschluss bleibt die zwölfmonatige Haltefrist die geltende Regel für alle Bestände.

Wir berichteten über die geplante Abschaffung der Krypto-Haltefrist.

DATUM: 10.09.26

PayPal startet PYUSDx: Plattform für unternehmenseigene Stablecoins

PayPal startet PYUSDx: Plattform für unternehmenseigene Stablecoins

Die PayPal Stablecoin Plattform PYUSDx hat am 9. September 2026 nach Angaben des Infrastruktur-Partners M0 die Marke von 100 Millionen US-Dollar an verarbeitetem Volumen überschritten. Über die Schnittstelle bauen bereits drei externe Projekte eigene, PYUSD-gedeckte Token.

PayPal eröffnet Stablecoin-Plattform für Unternehmen

Die PayPal Stablecoin Plattform PYUSDx hat nach Angaben des Infrastruktur-Partners M0 vom 9. September 2026 die Marke von 100 Millionen US-Dollar an verarbeitetem Volumen überschritten. Über die Plattform können Unternehmen eigene, an PayPals Stablecoin PYUSD gekoppelte Token ausgeben, ohne eine eigene Abwicklungs- und Verwahrinfrastruktur aufzubauen. Bereits drei externe Projekte nutzen die Schnittstelle produktiv.

Vorgestellt wurde die PayPal Stablecoin Plattform bereits am 27. Februar 2026, gemeinsam mit den Infrastruktur-Anbietern M0 und MoonPay. M0 stellt die technische Ausgabe- und Abwicklungsschicht. MoonPay verwahrt die PYUSD-Reserven, die als Deckung hinter den neuen Token stehen, und liefert Transparenzberichte über die Sicherheiten. PayPal bezeichnet sich damit nach eigenen Angaben als erste große Zahlungsmarke, die ihren Stablecoin für fremde Anwendungen öffnet.

Von PYUSD zu PYUSDx: Der nächste Schritt

PYUSD ist PayPals eigener, US-Dollar gedeckter Stablecoin und existiert seit August 2023. Ausgegeben wird der Token von der Paxos Trust Company, die der Aufsicht des New York State Department of Financial Services untersteht. PYUSD ist nach Unternehmensangaben vollständig durch US-Dollar-Einlagen und kurzlaufende US-Staatsanleihen gedeckt.

Mit PYUSDx verschiebt sich PayPals Rolle: Statt nur eigene Zahlungen abzuwickeln, liefert das Unternehmen Deckung und Infrastruktur für fremde Stablecoins. Details zu Aufbau und Sicherheitenstruktur hat M0 in einer Pressemitteilung veröffentlicht. Zu den ersten Projekten zählen laut M0 die Anwendungen Saturn, Concrete und Cap, die Kredit-, Anlage- und DeFi-Produkte auf Basis PYUSD-gedeckter Token abbilden.

Dezentralisierte Zahlungen unter zentraler Kontrolle

Die Unternehmens-Zahlungen, die über PYUSDx entstehen, laufen technisch auf öffentlichen Blockchains, bleiben in Deckung und Ausgabe aber vollständig zentralisiert. Wer über die PayPal Stablecoin Plattform einen eigenen Token ausgibt, ist von PayPals Reserven, von Paxos als Emittentin und von MoonPays Verwahrung abhängig. Einfrieren oder der Ausschluss einzelner Adressen bleibt technisch möglich, weil eine zentrale Stelle über die Deckung entscheidet. Für Unternehmen, die eigene Token ausgeben wollen, ersetzt das den Aufbau eigener Reserven, nicht aber die Abhängigkeit von einer dritten Partei.

Die Kontrolle über Geldmenge und Deckung liegt bei PYUSDx weiter bei einzelnen Unternehmen, nicht bei einem für alle einsehbaren, regelbasierten Protokoll.

Bitcoins Obergrenze von 21 Millionen Einheiten hängt dagegen von keiner Verwahrstelle und keiner Unternehmensentscheidung ab.

Wir berichteten über PayPals Kryptodienste für US-Unternehmen.

Kontrolle über Bitcoin: Warum Nutzer stärker sind als Miner

Kontrolle über Bitcoin: Warum Nutzer stärker sind als Miner

Kontrolle über Bitcoin lag historisch nicht allein bei den Minern, sondern bei den Nutzern des Netzwerks. Am Beispiel der Block Size Wars und des User Activated Soft Fork von 2017 zeigt sich, wie die wirtschaftliche Mehrheit die Regeln von Bitcoin durchsetzt.

Kontrolle über Bitcoin vor 2017

Kontrolle über Bitcoin lag in den ersten Jahren scheinbar bei den Minern, die mit ihrer Rechenleistung neue Blöcke fanden. Diese Annahme prägte lange die öffentliche Wahrnehmung des Netzwerks. Die Block Size Wars von 2015 bis 2017 stellten das infrage. Am Ende stellte sich heraus, wer die Regeln im Bitcoin-Netzwerk tatsächlich durchsetzt.

Der Streit drehte sich um die technische Erweiterung Segregated Witness, kurz SegWit. Ein Teil der Miner verweigerte über ein Jahr lang die Zustimmung, obwohl Entwickler, Börsen und ein Großteil der Full Nodes die Änderung befürworteten. Für die Miner ging es auch um wirtschaftliche Interessen, etwa um Hardware-Optimierungen, die durch SegWit unbrauchbar geworden wären. Der Stillstand machte deutlich: Zustimmung der Miner allein verändert die Netzwerkregeln nicht.

Wirtschaftliche Mehrheit entscheidet

Im Frühjahr 2017 formierte sich ein Gegenvorschlag: der User Activated Soft Fork, kurz UASF, festgehalten in BIP148. Nutzer und Node-Betreiber legten ein festes Datum fest, ab dem ihre Software Blöcke ohne SegWit-Signal ablehnen würde. Ab dem 1. August 2017 verlor jeder nicht angepasste Miner den Anschluss an die von Wirtschaft und Nutzern akzeptierte Kette. Miner lenkten daraufhin ein, ohne dass sich an ihrer Rechenleistung etwas geändert hätte.

Ausschlaggebend war nicht die Hash-Rate, sondern die wirtschaftliche Mehrheit: Börsen, Zahlungsdienstleister, Entwickler und Nutzer, die eine Kette erst durch ihre Nutzung wertvoll machen. Der genaue Einfluss der Miner auf das Regelwerk gilt seither als Referenzpunkt für Diskussionen über Bitcoin-Governance. Miner produzieren Blöcke, doch sie bestimmen nicht, welche Regeln gültig sind.

Kontrolle über Bitcoin als Marktprinzip

Die Ereignisse von 2017 zeigen: Kontrolle über Bitcoin liegt am Ende bei denjenigen, die das Netzwerk nutzen und ihm damit einen Wert zuschreiben. In der Österreichischen Schule beschreibt Ludwig von Mises ein verwandtes Prinzip, die Konsumentensouveränität. Danach entscheidet die Nachfrage der Marktteilnehmer über Erfolg oder Scheitern eines Angebots, nicht die Produzenten allein.

Bitcoin überträgt dieses Prinzip auf Geld: Die Geldpolitik ist durch ein festes Angebot von 21 Millionen BTC und Proof-of-Work vorgegeben und entzieht sich jeder einzelnen Interessengruppe. Miner sichern das Netzwerk ab, können die Spielregeln aber nicht einseitig ändern, solange Nutzer und Node-Betreiber widersprechen. Diese verteilte Kontrolle unterscheidet Bitcoin von zentral gesteuerten Geldsystemen.

Ob sich ein vergleichbarer UASF-Fall wiederholen ließe, ist Theorie und bleibt in der Bitcoin-Community umstritten, keine bewiesene Praxis. Auch der faktische Einfluss einzelner Gruppen wie großer Mining-Pools oder Entwickler-Teams ist debattiert. Belegt ist nur der historische Befund von 2017: Nutzer statt Miner setzten die Regeln durch.

Im vorherigen Bildungsartikel berichteten wir über Bitcoin Governance: Wie Nodes über die Regeln entscheiden.