Stablecoin Rekord: 7,2 Billionen Dollar übertreffen erstmals das US-Bankensystem

Stablecoin Rekord: 7,2 Billionen Dollar übertreffen erstmals das US-Bankensystem

Der Stablecoin Rekord ist offiziell: Im Februar 2026 haben Stablecoins mit 7,2 Bio. US-Dollar erstmals mehr Transaktionsvolumen verarbeitet als das ACH-Netzwerk der USA mit 6,8 Bio. Der Meilenstein verschiebt die Debatte über digitale Zahlungsinfrastruktur, erfordert aber eine genaue Einordnung

Artemis-Daten bestätigen erstmalige Überholung des ACH-Netzwerks

Die Zahlen stammen von der Analyseplattform Artemis, die das bereinigte 30-Tage-Volumen berechnet. MEV-Aktivitäten und interne Transfers zwischen zentralisierten Börsen wurden dabei herausgerechnet. Das berichtet Artemis auf seinem Stablecoin-Dashboard.

Stablecoin Volumen

Das ACH-System wickelt rund 93 % aller Gehaltszahlungen in den USA ab und gilt als Rückgrat des elektronischen Zahlungsverkehrs. Im März stieg das Stablecoin Volumen weiter auf 7,5 Bio. und lag damit auf ACH-Niveau. Die Überholung im reinen Volumenvergleich bedeutet jedoch nicht, dass Stablecoins das Bankensystem in seiner Funktion ersetzen.

7,2 Billionen Dollar auf Blockchain-Rails in nur 30 Tagen

Der Stablecoin Rekord wird vor allem durch institutionelle Nutzung getrieben. B2B-Settlements und grenzüberschreitende Zahlungen machen den Großteil des Volumens aus, nicht Einzelhandelstransaktionen. Der GENIUS Act, der seit 2025 als regulatorisches Rahmenwerk für Stablecoins in den USA gilt, hat die institutionelle Adoption beschleunigt.

Das gesamte Stablecoin-Supply erreichte im ersten Quartal 2026 rund 315 Mrd. US-Dollar. Seit Oktober 2025 stagniert das Supply allerdings bei etwa 305 Mrd., was darauf hindeutet, dass das Volumenwachstum durch höhere Umlaufgeschwindigkeit entsteht, nicht durch neue Ausgabe. Tether und Circle kontrollieren zusammen über 90 % des Marktes. Galaxy Research hatte bereits Ende 2025 prognostiziert, dass Stablecoins das ACH-Volumen 2026 übertreffen würden.

Dezentrale Schienen, zentrales Geld: Das Stablecoin-Paradox

Die Infrastruktur, auf der Stablecoins laufen, ist (mehr oder weniger) dezentral: Ethereum, Tron und Solana ermöglichen Abwicklung rund um die Uhr ohne Banken als Zwischeninstanz. Doch die Stablecoins selbst bleiben zentralisierte Produkte, deren Herausgeber Guthaben einfrieren, Wallets sperren und regulatorischen Anweisungen folgen können.

Der Stablecoin Rekord zeigt einen Infrastrukturwechsel, keinen Geldwechsel. Stablecoins sind digitale Kopien des US-Dollars und unterliegen derselben Geldpolitik wie ihr Basiswert. Wer 7,2 Bio. US-Dollar in USDT oder USDC bewegt, bewegt Dollar – auf schnelleren Schienen, aber unter gleicher geldpolitischer Kontrolle.

Bitcoin unterscheidet sich davon grundlegend: ein fixes Angebot von 21 Mio. Einheiten, keine zentrale Herausgabe, keine Möglichkeit des Einfrierens. Stablecoins optimieren die Infrastruktur des bestehenden Geldsystems – Bitcoin stellt das Geldsystem selbst in Frage.

Wir berichteten über die Zentralisierungsrisiken bei Stablecoins am Beispiel des Circle Aktie Crashs.

FTX Insolvenz Auszahlung am 31. März: Der größte Krypto-Betrug zahlt mehr zurück als erwartet

FTX Insolvenz Auszahlung am 31. März: Der größte Krypto-Betrug zahlt mehr zurück als erwartet

Der FTX Recovery Trust hat am 31. März 2026 rund 2,2 Mrd. US-Dollar an Gläubiger ausgezahlt. Es ist die vierte FTX Insolvenz Auszahlung seit Beginn des Rückzahlungsprozesses im Februar 2025. Die Gesamtrückzahlungen erreichen damit rund 10 Mrd. US-Dollar.

Vierte Auszahlungsrunde über 2,2 Mrd. US-Dollar am 31. März 2026 abgeschlossen

Die FTX Insolvenz Auszahlung wurde über die Distributionspartner BitGo, Kraken und Payoneer abgewickelt. Berechtigte Gläubiger in den Convenience- und Non-Convenience-Klassen erhielten ihre Mittel innerhalb von ein bis drei Werktagen.

Der Recovery Trust bestätigte die Auszahlung per offizieller Pressemitteilung am 18. März. Die FTX Auszahlung 2026 betrifft mehrere Claim-Klassen mit unterschiedlichen Quoten. US-Kundenansprüche der Klasse 5B erhielten eine finale Tranche von 5 Prozent und erreichten damit 100 Prozent kumulative Recovery.

Allgemeine unbesicherte Forderungen und Digital-Asset-Darlehen der Klassen 6A und 6B stiegen jeweils um 15 Prozent auf ebenfalls 100 Prozent.

Gesamtrückzahlung erreicht 10 Mrd. US-Dollar in vier Runden seit Februar 2025

Die vier bisherigen Auszahlungsrunden summieren sich auf rund 10 Mrd. US-Dollar. Im Februar 2025 flossen 1,2 Mrd. US-Dollar, im Mai 2025 folgten 5 Mrd. US-Dollar, im September 2025 weitere 1,6 Mrd. US-Dollar.

Die aktuelle vierte Runde ergänzt 2,2 Mrd. US-Dollar. Eine fünfte FTX Insolvenz Auszahlung ist für den 29. Mai 2026 angekündigt.

Der Recovery Trust bestätigte zudem ein Record Date am 30. April für Preferred-Equity-Halter, die erstmals berücksichtigt werden. Die Geschwindigkeit des Verfahrens ist bemerkenswert. Mt. Gox brauchte über zehn Jahre für partielle Rückzahlungen. FTX erreichte in 14 Monaten nahezu vollständige Recovery für die meisten Claim-Klassen.

US-Kunden bei 100 Prozent Recovery, internationale bei 96%

Die Convenience-Klasse, also Kleinanleger mit niedrigeren Forderungen, erhält kumulativ 120 Prozent ihrer ursprünglichen Ansprüche. Internationale Kundenansprüche der Klasse 5A stiegen um 18 Prozent auf 96 Prozent kumulativ.

Diese Zahlen übertreffen die Erwartungen, die bei Insolvenzeröffnung im November 2022 bei bestenfalls 10 bis 20 Cent pro Dollar lagen. Der entscheidende Punkt bleibt jedoch: Alle Rückzahlungen basieren auf den Bewertungen vom November 2022. Bitcoin stand damals bei rund 16.000 US-Dollar. Wer einen Bitcoin auf FTX hielt, erhält den Dollarwert von 2022 zurück, nicht den aktuellen Kurs von 66.000 US-Dollar.

Die FTX Insolvenz Auszahlung ist damit juristisch erfolgreich, ökonomisch aber ein massiver Verlust für jeden, der die Coins behalten hätte. Genau darin liegt die strukturelle Lektion: Wer seine Bitcoin einer zentralisierten Plattform anvertraut, gibt die Kontrolle über ein knappes Asset ab.

Ein System mit 21 Mio. Einheiten und festen Regeln schützt nur den, der es auch selbst verwahrt. Vertrauen in Dritte ist in einem System ohne Vertrauensbedarf der teuerste Fehler.

Wir berichteten über den Start der FTX-Auszahlungen im Januar 2025.

EZB DeFi Regulierung: Arbeitspapier stellt Dezentralisierung von Aave, Uniswap, MakerDAO und Ampleforth in Frage

EZB DeFi Regulierung: Arbeitspapier stellt Dezentralisierung von Aave, Uniswap, MakerDAO und Ampleforth in Frage

Die Europäische Zentralbank hat am 26. März 2026 ein Working Paper veröffentlicht, das die Governance-Strukturen von vier großen DeFi-Protokollen untersucht. Das Ergebnis: Die Dezentralisierung ist in allen vier Fällen deutlich geringer als behauptet. Die Studie könnte weitreichende Konsequenzen für die MiCA-Ausnahme haben, die nur für vollständig dezentralisierte Services gilt.

Was die EZB in ihrem Working Paper über vier DeFi-Protokolle herausgefunden hat

Das EZB-Paper mit dem Titel “Who to regulate? Identifying actors within DeFi’s governance” analysiert die Token-Verteilung und Abstimmungsstrukturen von Aave, MakerDAO (jetzt Sky Protocol), Ampleforth und Uniswap anhand von On-Chain-Snapshots aus November 2022 und Mai 2023.

Die EZB DeFi Untersuchung kommt zu einem klaren Ergebnis: Die Governance ist bei allen vier Protokollen hochkonzentriert. Mehr als die Hälfte der Token sind typischerweise an das Protokoll-Team selbst oder an Börsen gebunden.

Binance wurde als größter zentraler Token-Halter über alle vier Protokolle hinweg identifiziert. Bei den Abstimmungen dominieren Stakehodler, deren Identität in rund einem Drittel der Fälle nicht öffentlich bekannt ist. Die Autoren stellen fest, dass es anhand öffentlicher Daten nicht möglich ist zu verifizieren, ob protokoll-eigene Holdings Gründern, Entwicklern oder Treasuries gehören. In dem offiziellen Dokument sind die wichtigsten Datenpunkte zusammenfasst.

Aave-Gründer Stani Kulechov selbst bezeichnete DAO-Governance kürzlich als “extraordinarily difficult”, mit langsamem Entscheidungsprozess, mehreren Abstimmungsrunden und interner Politik.

Warum die Top 100 Halter bei jedem Protokoll über 80 Prozent des Supplys kontrollieren

Bei Aave und Uniswap kontrollieren allein die Top 5 Halter fast die Hälfte aller Tokens. Bei Ampleforth liegt die Konzentration noch höher: Die Top 5 halten fast 60 %. Die Top 100 Halter kontrollieren bei jedem der vier Protokolle über 80 % des gesamten Governance-Token-Supplys.

Bei den Abstimmungen verschärft sich die Konzentration weiter durch das Delegierungssystem: Die 20 größten Wähler bei Ampleforth kontrollieren 96 % der delegierten Stimmrechte. Bei MakerDAO halten die Top 10 Wähler 66 % der Stimmen. Bei Uniswap kontrollieren die Top 18 Wähler 52 %.

Die EZB DeFi Regulierung stellt damit eine Grundannahme des DeFi-Ökosystems in Frage: Dass Governance-Token automatisch zu dezentraler Entscheidungsfindung führen. Die Autoren argumentieren, dass die Konzentration über die Zeit stabil bleibt und kein vorübergehendes Phänomen der Frühphase ist, insbesondere da Aave, Uniswap und MakerDAO mittlerweile fast ein Jahrzehnt existieren.

Das Financial Stability Board hatte ähnliche Warnungen bereits früher ausgesprochen: DeFi-Versprechen der Disintermediation maskieren oft neue Formen der Konzentration, die denen des traditionellen Finanzsystems ähneln.

Was die Governance-Konzentration für die MiCA-Ausnahme bedeutet

MiCA befreit Krypto-Dienstleistungen, die “vollständig dezentralisiert und ohne Intermediär” erbracht werden, von der Regulierung. Die EZB DeFi Regulierung stellt in Frage, ob Aave, Uniswap, MakerDAO und Ampleforth diesen Status plausibel beanspruchen können, wenn mehr als die Hälfte der Governance-Token in manchen Fällen an Gründerteams oder zentralisierte Börsen wie Binance gebunden sind.

Protokolle, die die MiCA-Ausnahme nicht in Anspruch nehmen können, müssten sich als Crypto Asset Service Provider lizenzieren lassen, mit strikten Kapitalanforderungen, Governance-Standards und Verbraucherschutzmaßnahmen. Das Paper betont, dass es die Meinung der Autoren widerspiegelt und keine offizielle EZB-Politik darstellt.

Doch Arbeitspapiere der EZB zeichnen regelmäßig die regulatorische Richtung vor, und die Signalwirkung ist eindeutig: Die EU bereitet den Boden für eine strengere Prüfung von DeFi-Protokollen unter MiCA 2. Bitcoin taucht in der Untersuchung nicht auf, und das ist kein Zufall.

Bitcoin hat kein Governance-Token, kein Gründerteam das Token hält, keine Delegierten deren Identität verschleiert ist, und keine Börse die Abstimmungen kontrolliert. Wer erkennt, dass ein Netzwerk ohne identifizierbare Kontrolleure der einzige Kandidat ist, der den Dezentralisierungstest einer Zentralbank tatsächlich besteht, versteht den strukturellen Unterschied zwischen einem Label und einer Architektur.

Wir berichteten über die SEC-CFTC-Einstufung von 16 Assets als digitale Rohstoffe und die Rolle des CLARITY Acts.

Binance Datenleck 2026: Nicht Binance wurde gehackt, sondern die Geräte der Nutzer

Binance Datenleck 2026: Nicht Binance wurde gehackt, sondern die Geräte der Nutzer

Im Januar 2026 entdeckte Sicherheitsforscher Jeremiah Fowler eine öffentlich zugängliche Datenbank mit 149 Mio. gestohlenen Login-Credentials, darunter rund 420.000 Binance-bezogene Logins. Die Schlagzeile suggeriert einen Börsen-Hack, die Realität ist eine andere: Binance-Server wurden nicht kompromittiert. Die Daten stammen von Infostealer-Malware, die Logins direkt von infizierten Nutzergeräten abgegriffen hat.

Wie 96 GB gestohlene Daten wochenlang offen im Netz lagen

Die Datenbank enthielt rund 96 GB an unverschlüsselten Daten, war ohne Passwort zugänglich und lag mehrere Wochen offen im Netz, bevor sie vom Hosting-Provider nach mehrfacher Meldung durch Fowler offline genommen wurde. Die Datensätze umfassten E-Mail-Adressen, Benutzernamen, Passwörter und direkte Login-URLs für Hunderte von Diensten.

Neben den 420.000 Binance-Logins fanden sich 48 Mio. Gmail-Accounts, 17 Mio. Facebook-Accounts, 6,5 Mio. Instagram-Accounts und Credentials von Banken, Regierungsdomains und Streaming-Diensten. Binance-CSO Jimmy Su stellte in einem offiziellen Blog-Post klar, dass die internen Systeme der Börse nicht betroffen waren und erklärte, die Credentials seien von einem bekannten Akteur gesammelt worden, der über Dark-Web-Marktplätze operiert und Infostealer-Malware einsetzt.

Die Daten wurden nicht durch einen Einbruch bei Binance gesammelt, sondern von Millionen infizierter Geräte weltweit. Jedes kompromittierte Gerät liefert dutzende Logins gleichzeitig: E-Mail, Social Media, Banking und Krypto-Börsen in einem Paket.

Was Nutzer jetzt konkret tun sollten: 2FA, Passwörter, Malware-Scan

Binance empfiehlt drei Sofortmaßnahmen: Erstens ein vollständiger Malware-Scan auf allen Geräten, denn solange ein Gerät infiziert ist, wird jedes neue Passwort sofort wieder abgegriffen. Zweitens das Aktivieren von Hardware-basierter Zwei-Faktor-Authentifizierung, nicht SMS-basiert, da SIM-Swap-Angriffe nach einem Binance Nutzerdaten Leak wahrscheinlicher werden.

Drittens das Ersetzen aller Passwörter durch einzigartige, komplexe Kombinationen über einen Passwort-Manager, da Credential-Reuse der Hauptgrund ist, warum ein einziger kompromittierter Login dutzende Accounts gefährdet. Kaspersky identifizierte im November 2025 eine neue Infostealer-Variante namens Stealka, die sich als Game-Cheats und Mods tarnt und neben Browser-Passwörtern auch Krypto-Wallet-Extensions ausliest.

Die Malware zielt auf über 100 Browser ab, darunter Chrome, Firefox, Brave und Edge, und betrifft mindestens 80 Krypto-Börsen. Binance hat nach eigener Aussage in den letzten Monaten einen deutlichen Anstieg kompromittierter Nutzer-Credentials festgestellt und reagiert mit automatischen Passwort-Resets, Session-Revocations und direkter Benachrichtigung betroffener Accounts.

Wie das Binance Datenleck 2026 den Trend zu Self-Custody beschleunigt

Das Binance Datenleck 2026 illustriert ein strukturelles Problem zentraler Plattformen: Auch wenn die Server sicher sind, bleibt der Nutzer als Angriffsfläche bestehen. Solange Logins auf Geräten gespeichert werden, die mit dem Internet verbunden sind, existiert ein Angriffsvektor, den keine Börse vollständig eliminieren kann. Bei Self-Custody, also der Verwahrung von Bitcoin auf einer eigenen Hardware-Wallet mit privatem Schlüssel, entfällt dieser Vektor.

Es gibt kein Passwort das ein Infostealer abgreifen kann, keinen Login der in einer Datenbank landen kann, und keinen zentralen Account den ein Angreifer übernehmen kann. Die 420.000 kompromittierten Binance-Logins betrafen Nutzer, deren Geräte infiziert waren. Auf einer Hardware-Wallet wären dieselben Nutzer nicht betroffen gewesen, weil der private Schlüssel das infizierte Gerät nie verlässt.

Wer versteht, dass die Sicherheit eines dezentralen Geldsystems nicht von der Verteidigungsfähigkeit einer Plattform abhängt, sondern von der Kontrolle des Einzelnen über seinen privaten Schlüssel, erkennt in diesem Vorfall keine Schwäche von Bitcoin, sondern eine Bestätigung des Grundprinzips: Nicht deine Schlüssel, nicht deine Coins.

Not your keys, not your coins.

Wir berichteten über Self-Custody-Wallets und warum die eigene Verwahrung unverzichtbar ist.

Erneute Trump Bitcoin Aussage trifft auf legislative Realität: Viel Signal, wenig Substanz

Erneute Trump Bitcoin Aussage trifft auf legislative Realität: Viel Signal, wenig Substanz

US-Präsident Donald Trump hat sich innerhalb einer Woche zweimal öffentlich pro-Bitcoin positioniert. Am 24. März stellte er sich im Stablecoin-Streit gegen die Banken-Lobby, am 27. März bezeichnete er Bitcoin als “very powerful technology”. Gleichzeitig steht die strategische Bitcoin-Reserve nach einem Jahr still und der CLARITY Act hängt im Senat fest.

Wie Trump sich am 24. März öffentlich gegen Banken im Stablecoin-Streit positionierte

In einem Truth-Social-Post schrieb Trump: “The Genius Act is being threatened and undermined by the Banks, and that is unacceptable.” Und weiter: “Americans should earn money on their money. This industry cannot be taken from the People of America.”

Das heißt auf deutsch übersetzt so viel wie:

Der Genius Act wird von den Banken bedroht und untergraben, und das ist inakzeptabel. Amerikaner sollten mit ihrem Geld Geld verdienen können. Diese Branche darf dem amerikanischen Volk nicht weggenommen werden.

Der Post folgte unmittelbar auf ein Treffen mit Coinbase-CEO Brian Armstrong im Weißen Haus, wie CNBC unter Berufung auf eine informierte Quelle berichtete und Politico vorab meldete. Der Streit dreht sich um die Frage, ob Krypto-Plattformen Renditen auf Stablecoin-Guthaben anbieten dürfen.

JPMorgan und Bank of America warnen, dass bis zu 6,6 Bio. US-Dollar an Bankeinlagen in Stablecoins abwandern könnten, wenn Yield erlaubt wird. Trumps Trump Bitcoin Aussage positioniert ihn klar auf der Seite der Krypto-Industrie und gegen die Banken-Lobby, die den CLARITY Act blockiert. Die Formulierungen im Post ähneln auffällig der Sprache, die Armstrong selbst in Interviews verwendet hat.

Was Trump am 27. März über Bitcoin und Krypto-Zahlungen sagte

Drei Tage nach dem Stablecoin-Post legte Trump nach. Auf einer öffentlichen Veranstaltung bezeichnete er Bitcoin als “a very powerful technology” und sagte, immer mehr Menschen wollten Zahlungen in Kryptowährungen erhalten. Die USA müssten ihre globale Führungsposition in diesem Bereich halten.

Die Trump Bitcoin Aussage reiht sich in eine Woche ein, in der der Präsident auch die Iran-Pause verkündete, die Bitcoin um 5 % auf über 71.000 US-Dollar pumpte, und in der die SEC gemeinsam mit der CFTC 16 Krypto-Assets als digitale Rohstoffe einstufte.

Trumps Trump Bitcoin Politik bewegt sich damit auf zwei Ebenen gleichzeitig: rhetorisch pro-Krypto, legislativ blockiert. Denn parallel zu den Statements hat Trump erklärt, er werde keine weiteren Gesetze unterzeichnen, bis sein Wahl-ID-Gesetz durch den Kongress geht.

Das betrifft direkt den CLARITY Act, der die Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC regeln und Stablecoin-Yield definieren soll, und indirekt auch jede mögliche Autorisierung für die Bitcoin-Reserve.

Was aus der Bitcoin-Reserve ein Jahr nach der Executive Order geworden ist

Am 6. März 2025 unterzeichnete Trump die Executive Order zur Einrichtung einer Strategic Bitcoin Reserve. David Sacks nannte es “Digital Fort Knox”. Ein Jahr später hat die US-Regierung keinen einzigen neuen Bitcoin gekauft. Die Reserve existiert formal nicht.

Das Treasury unter Scott Bessent erklärte im August 2025, man werde keine Bitcoin kaufen, sondern nur beschlagnahmte Coins behalten. Bessent ruderte am selben Tag auf X zurück und sprach von “budget-neutralen Wegen”, konkrete Pläne folgten nie.

Die 30-Tage-Frist für die Bestandsmeldung aller Behörden verstrich ohne öffentliches Ergebnis. Der 60-Tage-Report von Bessent kam nie. Der 180-Tage-Report der Working Group erschien im Juli 2025 ohne Details zur Reserve.

White-House-Berater Patrick Witt erklärte noch im Januar 2026, man kenne die genaue Zahl der Bestände nicht. Der BITCOIN Act von Senatorin Lummis, der 1 Mio. BTC über fünf Jahre vorsieht, liegt tot im Senat. Trumps Rhetorik ist bullisch, seine legislative Bilanz ist leer. D

och genau darin liegt ein Muster, das über diesen Präsidenten hinausweist: Bitcoin braucht keine staatliche Legitimation, um zu funktionieren. Ein Geldsystem mit festen Regeln, das seit 17 Jahren ohne Unterbrechung Blöcke produziert, ist nicht auf die Zustimmung einer Regierung angewiesen, die ihre eigenen Deadlines nicht einhält.

Wir berichteten über den Stand der Bitcoin-Reserve ein Jahr nach der Executive Order.

Circle Aktie Crash: USDC-Herausgeber verliert 20 % nach CLARITY Act Entwurf

Circle Aktie Crash: USDC-Herausgeber verliert 20 % nach CLARITY Act Entwurf

Circle Internet Group (CRCL) verlor am 24. März 2026 über 20 % an Wert und schloss bei 101,17 US-Dollar nach einem Tageshoch von 127,08 US-Dollar. Auslöser war ein geleakter Entwurf des CLARITY Act, der passive Renditen auf Stablecoin-Guthaben verbieten soll. Es war der schlimmste Handelstag seit dem Börsengang im Juni 2025.

Warum Circle am 24. März den schlimmsten Handelstag seit Börsengang erlebte

Der Circle Aktie Crash folgte auf eine 170-Prozent-Rallye seit Anfang Februar, in der CRCL von rund 60 auf über 130 US-Dollar gestiegen war. Der Kursverfall auf ein Tagestief von 98,31 US-Dollar vernichtete innerhalb von Stunden rund 5,6 Mrd. US-Dollar an Marktkapitalisierung bei einem Handelsvolumen von 57,7 Mio. Aktien, fast dem Dreifachen des Durchschnitts.

Circle Chart

Quelle: TradingView / Circle

Dabei trafen am selben Tag zwei weitere Faktoren zusammen: Tether kündigte an, erstmals eine Big-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für ein vollständiges Audit der USDT-Reserven beauftragt zu haben, was Circles bisherigen Transparenzvorteil direkt unter Druck setzt.

Zusätzlich berichtete On-Chain-Ermittler ZachXBT, dass Circle USDC-Guthaben in 16 Hot Wallets von Börsen und Forex-Firmen eingefroren hatte, ohne die Wallets vorab verifiziert zu haben.

Das verstärkte die Debatte über Zentralisierungsrisiken bei USDC. ARK Invest verkaufte vier Tage vor dem Crash 5,9 Mio. US-Dollar in CRCL, kaufte aber nach dem Einbruch 16,3 Mio. US-Dollar nach.

Wie das Stablecoin Yield Verbot passive Renditen auf USDC-Guthaben unterbindet

Der neue CLARITY Act Entwurf, auf den sich die Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks mit dem Weißen Haus geeinigt haben, verbietet Plattformen, Renditen auf Stablecoin-Guthaben anzubieten, die direkt oder indirekt einer Bankeinlage wirtschaftlich gleichkommen.

Die Formulierung lässt wenig Spielraum für Umgehungen. Aktivitätsbasierte Belohnungen wie Treueprogramme oder Promotions bleiben zwar erlaubt, aber passive Yield auf reine USDC-Holdings wird untersagt. Coinbase bietet derzeit 3,5 % Rendite auf Stablecoin-Guthaben, ein Anreiz der maßgeblich zur Adoption von USDC beigetragen hat.

Dabei ist eine entscheidende Nuance wichtig: Circle selbst verdient 96 % seiner Einnahmen aus Zinsen auf die US-Treasury-Reserven hinter USDC, zuletzt 733 Mio. US-Dollar im vierten Quartal 2025. Das Stablecoin Yield Verbot betrifft nicht diese Einnahmen, sondern nur deren Weitergabe an Endnutzer.

Circles Kerngeschäft bleibt unangetastet, aber die Wachstumsthese, dass USDC durch Yield-Angebote Marktanteile gewinnt, wird durch den Entwurf fundamental beschädigt. Der Entwurf ist allerdings noch nicht final, und Senatorin Alsobrooks betonte, dass die genaue Formulierung noch überarbeitet werden kann.

Warum Coinbase als USDC-Distributionspartner 10 Prozent mitfiel

Coinbase verlor am selben Tag rund 10 % an Wert, weil etwa 20 % der Unternehmenseinnahmen aus Stablecoin-bezogenen Aktivitäten stammen. Die Plattform ist der wichtigste Distributionskanal für USDC und verdient sowohl an der Yield-Weitergabe als auch an Transaktionsgebühren, die durch USDC-Holdings auf der Plattform entstehen.

Wenn passive Renditen wegfallen, sinkt der Anreiz, USDC auf Coinbase zu halten, was sowohl Einlagen als auch Transaktionsvolumen reduzieren könnte. Dabei zeigt der Circle Aktie Crash ein Muster, das über einen einzelnen Gesetzentwurf hinausgeht. Stablecoins sind erlaubnispflichtige Systeme, deren Funktionsumfang jederzeit durch regulatorische Entscheidungen eingeschränkt werden kann.

Wer Rendite auf ein Zahlungsmittel verspricht, das von einer zentralen Instanz herausgegeben wird, macht sich abhängig von der Erlaubnis dieser Instanz und der Regulierungsbehörden dahinter. Ein Geldsystem wie Bitcoin, das auf festen Regeln basiert statt auf politischen Kompromissen, braucht kein Yield-Versprechen, um gehalten zu werden, weil der Anreiz im fixen Angebot selbst liegt.

Wir berichteten über den GENIUS Act und die regulatorische Einordnung von Stablecoins in den USA.