Mastercard betrachtet Krypto als Infrastruktur

Mastercard betrachtet Krypto als Infrastruktur

Mastercard positioniert digitale Vermögenswerte als nützliche Ergänzung des bestehenden Zahlungssystems – nicht als revolutionären Umbruch im Finanzwesen.

In Kürze

  • Krypto als Baustein im globalen Zahlungsnetz

  • Mastercards langfristige Strategie bleibt unverändert

  • Stablecoins wachsen unter klareren Regeln

Krypto als Baustein im globalen Zahlungsnetz

Der Zahlungsriese Mastercard sieht Kryptowährungen als zusätzliche Ebene innerhalb seiner weltweiten Infrastruktur, erklärt Christian Rau, Leiter des Krypto-Bereichs in Europa. Diese Haltung kommt zu einer Zeit, in der die Branche nach einem massiven Aufschwung einen Rücksetzer erlebt.

Während große Konzerne darüber nachdenken, Bitcoin und andere digitale Assets in ihre Bilanzen aufzunehmen, schwankt die Gesamtbewertung des Kryptomarktes: Nach einem Rekordwert von über 4 Billionen Dollar liegt die Marktkapitalisierung derzeit bei rund 3,8 Billionen.

Mastercards langfristige Strategie bleibt unverändert

In einem Interview betonte Rau, dass Mastercards Kernaufgabe seit Jahrzehnten darin bestehe, sichere und regelkonforme Zahlungen zu ermöglichen. Kryptowährungen passten in dieses Konzept, ohne das System neu erfinden zu müssen. Vielmehr gehe es darum, bestehende Abläufe zu erweitern und effizienter zu gestalten.

Das Unternehmen bietet bereits Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten für Krypto sowie Karten, die direkt mit Krypto-Konten verbunden sind. Besonders stabile digitale Währungen könnten laut Rau helfen, Abwicklungen zu beschleunigen und Währungsrisiken zu reduzieren – ersetzen könnten sie die Sicherheitsmechanismen klassischer Netzwerke jedoch nicht.

Mastercard betrachtet Krypto als Infrastruktur

Stablecoins wachsen unter klareren Regeln

Seit Beginn der Trump-Regierung haben Stablecoins erheblich an Bedeutung gewonnen. Ein von Trump unterzeichnetes Gesetz brachte mehr rechtliche Sicherheit für die Branche. Die Familie selbst brachte mit USD1 sogar eine eigene Stablecoin auf den Markt, die bereits im Umlauf ist.

Inzwischen nähert sich die gesamte Stablecoin-Marktkapitalisierung der 300-Milliarden-Dollar-Grenze. Allein am Dienstag wurde ein Handelsvolumen von knapp 155 Milliarden Dollar verzeichnet. Marktführer bleibt Tether (USDT) mit mehr als 168 Milliarden Token, gefolgt von Circle’s USDC mit knapp 72 Milliarden im Umlauf.

Stablecoin-Reserven auf Börsen klettern auf Rekordniveau

Stablecoin-Reserven auf Börsen klettern auf Rekordniveau

Stablecoin-Reserven auf Börsen klettern auf 68 Mrd. US-Dollar – doch die Wachstumsdynamik lässt spürbar nach.

In Kürze

  • Stablecoin-Reserven auf Börsen erreichen neues Rekordhoch

  • Nachlassende Dynamik bei der Stablecoin-Liquidität

  • Tether verliert an Wachstumstempo

Stablecoin-Reserven auf Börsen erreichen neues Rekordhoch

Die Stablecoin-Reserven auf Börsen sind auf ein neues Rekordniveau von 68 Milliarden US-Dollar geklettert, obwohl sich das Wachstum des Gesamtangebots verlangsamt hat. Der jüngste Höchststand, verzeichnet am 22. August, wurde vor allem durch 53 Milliarden USDT-Bestände und 13 Milliarden USDC-Guthaben getrieben.

Laut einem Bericht des On-Chain-Analysten CryptoQuant markiert dies eine klare Abkehr von früheren Rekorden. Das neue Gesamtvolumen übertrifft den bisherigen Höchstwert von 59 Milliarden US-Dollar aus dem Februar 2022, als BUSD noch eine größere Rolle spielte. Seit dem Tief im Oktober 2023 haben sich die Reserven mehr als verdoppelt – angeheizt durch einen Zuwachs von 28 Milliarden US-Dollar nach dem Wahlsieg von Donald Trump.

Nachlassende Dynamik bei der Stablecoin-Liquidität

Steigende Stablecoin-Bestände gelten oft als Signal für eine starke Marktliquidität. Sie stellen die notwendigen Mittel für Asset-Käufe bereit und sind damit ein Schlüsselfaktor zur Unterstützung der Kursentwicklung digitaler Vermögenswerte.

Trotz der Rekordwerte bei den Stablecoin-Reserven auf Börsen zeigt sich jedoch, dass das übergeordnete Wachstum des Stablecoin-Angebots an Schwung verliert. Seit November 2024 sind die Nettozuflüsse deutlich zurückgegangen – lediglich 1,1 Milliarden US-Dollar kamen neu hinzu, verglichen mit Zuwächsen von 4 bis 8 Milliarden US-Dollar in den Vormonaten.

Laut CryptoQuant schwächt diese geringere Expansion des Angebots die Liquiditätsbedingungen am Kryptomarkt. In früheren Zyklen fiel starkes Stablecoin-Wachstum regelmäßig mit deutlichen Kursanstiegen zusammen, insbesondere bei Bitcoin und anderen großen Assets.

Phasen mit hohen Zuflüssen spiegeln üblicherweise frisches Kapital im Markt wider. Das aktuelle Abflachen deutet jedoch darauf hin, dass weniger neues Geld in Stablecoins fließt – was die Geschwindigkeit weiterer Marktanstiege begrenzen könnte.

Stablecoin-Reserven auf Börsen

Tether verliert an Wachstumstempo

Tether dominiert zwar weiterhin die Stablecoin-Reserven auf Börsen, doch das Wachstumstempo hat sich im Jahr 2025 spürbar verlangsamt. In den vergangenen 60 Tagen stieg das USDT-Angebot um 10 Milliarden US-Dollar – weniger als die Hälfte des Anstiegs von 21 Milliarden US-Dollar Ende 2024.

Diese Abschwächung zeigt sich auch in den aktuellen Zahlen, die leicht unter dem gleitenden 30-Tage-Durchschnitt liegen und damit ein Nachlassen der Kapitalzuflüsse signalisieren. CryptoQuant wertet dies als sinkende Dynamik bei einer der wichtigsten Liquiditätsquellen des Marktes.

Dennoch bleibt die Liquidität laut Bericht insgesamt unterstützend – wenn auch nicht mehr so stark wie Ende 2024. Sollte sich die Expansion des Angebots weiter abkühlen, könnten die Märkte in eine Konsolidierungsphase übergehen. Eine erneute Ausgabe von Stablecoins könnte jedoch jederzeit neuen bullishen Schwung auslösen.

SEI ETF: 21Shares beantragt erste Zulassung bei der SEC

SEI ETF: 21Shares beantragt erste Zulassung bei der SEC

SEI ETF: 21Shares hat bei der SEC den ersten Antrag eingereicht. Mit Coinbase Custody als Verwahrer und möglicher Teilnahme an Staking Rewards könnte das Produkt neue Maßstäbe setzen.

In Kürze

  • 21Shares reicht Antrag für SEI ETF bei der SEC ein

  • Passives Anlagevehikel mit möglicher Staking-Option

  • Coinbase Custody als Verwahrer

21Shares reicht Antrag für SEI ETF bei der SEC ein

Ein neuer SEI Exchange Traded Fund (ETF) von 21Shares ist in einer S-1-Registrierungserklärung bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht worden. Die Einreichung erfolgte am 28. August 2025 und markiert den jüngsten Schritt des Schweizer Krypto-Asset-Managers, sein Angebot an digitalen Anlageprodukten weiter zu diversifizieren. Mit dem geplanten SEI ETF möchte 21Shares seine Position als einer der führenden Anbieter von Krypto-Investmentlösungen festigen und institutionellen Investoren Zugang zu einem weiteren aufstrebenden Blockchain-Ökosystem ermöglichen.

Passives Anlagevehikel mit möglicher Staking-Option

Der geplante Fonds soll Investoren direkten Zugang zu SEI, dem nativen Token des Sei Networks, ermöglichen und trägt den Namen 21Shares SEI ETF. Laut dem bei der SEC eingereichten Dokument handelt es sich um ein passives Investmentvehikel, das ausschließlich die Kursentwicklung von SEI widerspiegelt. Hebelprodukte, Derivate oder spekulative Handelsstrategien sind ausdrücklich nicht vorgesehen.

Das erklärte Ziel des Fonds ist es, die tägliche Preisentwicklung von SEI direkt abzubilden. Grundlage hierfür ist die CF SEI-Dollar Reference Rate – New York Variant, ein von CF Benchmarks Ltd. berechneter Spot-Index. Damit handelt es sich klar um einen Spot-ETF, der Anlegern die Kursentwicklung des SEI-Tokens eins zu eins nachzeichnen soll. Der Wert der Anteile wird entsprechend täglich anhand dieses Index berechnet.

Obwohl 21Shares auf eine zeitnahe Entscheidung der SEC hofft, bleibt abzuwarten, ob die Behörde schnell handelt. Schon beim Polkadot-ETF des Unternehmens hatte die SEC ihre Entscheidung mehrfach hinausgezögert – ein Zeichen für die anhaltende Vorsicht der Aufsichtsbehörde bei neuen Krypto-Produkten.

Ein weiteres Detail des Antrags ist die Möglichkeit, Staking in den Fonds einzubeziehen – sofern es regulatorisch genehmigt wird. Damit könnten zusätzliche SEI-Rewards erzielt werden. Etwaige Staking-Aktivitäten würden jedoch über Drittanbieter abgewickelt und müssten den rechtlichen sowie steuerlichen Rahmenbedingungen entsprechen, wie im Antrag betont wird.

SEI ETF

Coinbase Custody als Verwahrer

Der Verwahrer des geplanten Fonds wird die Coinbase Custody Trust Company sein, die sämtliche SEI-Token im Auftrag der Investoren in Cold-Storage-Einrichtungen verwahrt. Private Keys sollen dabei ausschließlich offline gespeichert werden, um Diebstahl oder Verlust auszuschließen.

Der Trust wird SEI nicht aktiv handeln, außer im Zusammenhang mit der Ausgabe oder Rücknahme von ETF-Anteilen. Autorisierte Teilnehmer – in der Regel große Finanzinstitute – können SEI gegen ETF-Anteile tauschen oder umgekehrt. Alternativ sind auch Bartransaktionen möglich, wobei das Trust-Vehikel über Partner SEI nachkauft.

Für Anleger bedeutet das: Sie können über herkömmliche Broker in den Fonds investieren, ohne selbst SEI-Token halten oder transferieren zu müssen. Damit wird der Zugang zu möglichen Kursgewinnen des SEI-Netzwerks erleichtert und gleichzeitig das Risiko reduziert.

Hyperinflation: Venezuela steigt massiv auf Kryptowährungen um

Hyperinflation: Venezuela steigt massiv auf Kryptowährungen um

Laut Daten von Chainalysis liegt Venezuela weltweit auf Platz 13 bei der Kryptoadoption – die Nutzung von Kryptowährungen ist dort innerhalb eines Jahres um 110% gestiegen.

In Kürze

  • Unternehmen setzen auf Kryptowährungen gegen Währungsverfall

  • Krypto-Überweisungen als Lebensader für Familien

  • Saylor inszeniert sich als „Bitcoin Maximus“

Unternehmen setzen auf Kryptowährungen gegen Währungsverfall

Da der Bolívar seit Oktober über 70% seines Werts eingebüßt hat, greifen immer mehr venezolanische Geschäfte auf digitale Währungen zurück. Vom kleinen Straßenkiosk bis hin zu großen Handelsketten akzeptieren Händler mittlerweile Zahlungen über Plattformen wie Binance oder Airtm, um sich gegen eine Inflation von 229% abzusichern. Zunehmend werden auch Gehälter in Stablecoins wie USDT ausgezahlt, während Universitäten spezielle Studiengänge zu digitalen Vermögenswerten anbieten.

Krypto-Überweisungen als Lebensader für Familien

Für viele venezolanische Haushalte sind digitale Währungen zur zentralen Stütze geworden: 2023 wurden rund 9% der gesamten Rücküberweisungen – das entspricht etwa 461 Millionen US-Dollar von insgesamt 5,4 Milliarden – in Kryptowährungen verschickt. Damit umgehen Familien die hohen Gebühren klassischer Finanzdienste.

Trotz unklarer Haltung der Regierung greifen die Bürger vermehrt zu Krypto, da Inflation, niedrige Einkommen und Devisenmangel digitale Werte zu einem unverzichtbaren Mittel für alltägliche Zahlungen und das Bewahren von Ersparnissen machen.

Hyperinflation: Venezuela steigt massiv auf Kryptowährungen um

Saylor inszeniert sich als „Bitcoin Maximus“

Michael Saylor hat seiner Bitcoin-Erzählung eine neue Facette verliehen – diesmal mit einem historischen Anklang. In einem Social-Media-Post präsentierte er sich in römischer Gewandung unter dem Namen „Bitcoin Maximus“, begleitet von einem Hintergrundbild im Stil des antiken Reichs.

Die Inszenierung erinnert an Elon Musk, der im Mai sein Profil auf X kurzzeitig in „Kekius Maximus“ änderte – eine Anspielung auf Meme-Kultur, die damals für reichlich Reaktionen sorgte.

Tether prägt 1 Milliarde USDT: Kryptomarkt steigt um 2 %

Tether prägt 1 Milliarde USDT: Kryptomarkt steigt um 2 %

Tether prägt 1 Milliarde USDT und treibt den Kryptomarkt nach oben: Die Marktkapitalisierung steigt um 2 % auf 3,96 Billionen Dollar.

In Kürze

  • Erholung am Kryptomarkt

  • Tether prägt 1 Milliarde USDT und treibt Kryptomarkt an

  • Kapitalrotation deutet auf Altseason hin

Erholung am Kryptomarkt

Nach einer zwischenzeitlichen Korrektur zu Beginn der Woche zeigt sich der Kryptomarkt wieder im Aufwind. Die Preise vieler Coins konnten Verluste teilweise ausgleichen und Anleger blicken optimistischer nach vorne. Besonders im Fokus stehen Altcoins wie Ethereum, Solana und Hyperliquid, die eine spürbar gestiegene Nachfrage verzeichnen. Vor allem institutionelle und größere private Investoren greifen vermehrt zu, was für zusätzliche Dynamik am Markt sorgt.

Tether prägt 1 Milliarde USDT und treibt Kryptomarkt an

Der Kryptomarkt konnte sich deutlich erholen: Die gesamte Marktkapitalisierung stieg von einem Tagestief bei rund 3,79 Billionen Dollar auf etwa 3,96 Billionen Dollar am Mittwoch. Bitcoin legte dabei 2 % zu und pendelte sich um 113.000 Dollar ein, während Ethereum die Marke von 4.600 Dollar zurückeroberte. Besonders stark präsentierte sich Solana, das unter den Top-10-Altcoins mit einem Plus von 8,7 % auf rund 210 Dollar herausstach. Auch Hyperliquid setzte seinen Aufwärtstrend fort und kletterte mit mehr als 6 % Tagesgewinn auf ein neues Allzeithoch über 50 Dollar.

Ein wesentlicher Kurstreiber war die Aktivität großer Marktteilnehmer. Tether prägt 1 Milliarde USDT, was traditionell als bullisches Signal gilt, da es auf verstärkte Nachfrage institutioneller Investoren hindeutet. On-Chain-Analysen zeigen zudem, dass die Zahl der Bitcoin-Adressen mit mindestens 1.000 BTC seit Anfang August um 13 auf 2.087 gestiegen ist. Im Ethereum-Netzwerk erhöhte sich die Zahl der Wallets mit mindestens 10.000 ETH um 48 auf insgesamt 1.275 Adressen. Diese Entwicklung unterstreicht das anhaltende Vertrauen der „Whales“ in den Markt.

Tether prägt 1 Milliarde USDT

Kapitalrotation deutet auf Altseason hin

In den vergangenen Wochen ist eine deutliche Kapitalrotation von Bitcoin hin zu Ethereum und anderen Altcoins zu beobachten. Besonders die US-Spot-Ethereum-ETFs haben ihre Bitcoin-Pendants klar übertroffen. Am 26. August verzeichnete BlackRocks ETHE einen Nettomittelzufluss von rund 323 Millionen Dollar, während die Gesamtsumme aller Ether-ETFs an diesem Tag bei etwa 455 Millionen Dollar lag. Damit stiegen die kumulierten Nettozuflüsse auf rund 13,33 Milliarden Dollar.

Im Vergleich dazu zogen die US-Spot-Bitcoin-ETFs lediglich rund 88 Millionen Dollar an, wobei BlackRocks IBIT mit 45 Millionen Dollar deutlich hinter den Ether-Produkten zurückblieb. Experten sehen in dieser Entwicklung ein starkes Signal für eine bevorstehende Altseason, die zusätzlich durch die erwartete Zinssenkung der Fed im September befeuert werden könnte. Jerome Powell hatte dies bereits auf der Jackson-Hole-Konferenz angedeutet. Das bullische Umfeld wird zudem dadurch unterstützt, dass Tether 1 Milliarde USDT prägt – ein klares Signal für wachsende Liquidität im Markt. Analysten wie Tom Lee rechnen deshalb mit einem Anstieg von ETH auf bis zu 5.500 Dollar, was auch den gesamten Kryptomarkt beflügeln dürfte.

Zinssenkungs-Streit: Fed-Gouverneurin Cook wehrt sich gegen Trump

Zinssenkungs-Streit: Fed-Gouverneurin Cook wehrt sich gegen Trump

Zinssenkungs-Streit eskaliert: Fed-Gouverneurin Lisa Cook klagt gegen Trumps Entlassungsversuch und verteidigt ihre Unabhängigkeit.

In Kürze

  • Zinssenkungs-Streit: Lisa Cook widersetzt sich Trump

  • Klage im Zinssenkungs-Streit: Lisa Cook zieht gegen Trump vor Gericht

  • Trump drängt weiter auf Zinssenkungen

Zinssenkungs-Streit: Lisa Cook widersetzt sich Trump

Im laufenden Zinssenkungs-Streit hat Fed-Gouverneurin Lisa Cook klar gemacht, dass sie trotz Donald Trumps Versuch, sie aus dem Amt zu entlassen, nicht zurücktreten wird. Ihr Anwalt kündigte an, die präsidiale Befugnis zur Absetzung rechtlich anzufechten – während Trump seinen Druck auf Zinssenkungen weiter erhöht.

Klage im Zinssenkungs-Streit: Lisa Cook zieht gegen Trump vor Gericht

Wie CNBC berichtet, erklärte Cooks Anwalt Abbe Lowell, dass sie eine Klage gegen ihre Absetzung durch Präsident Trump einreichen werden. Trump habe keinerlei Befugnis, eine Fed-Gouverneurin zu entlassen. Der Versuch, Lisa Cook allein auf Grundlage eines Empfehlungsschreibens abzusetzen, entbehre jeder rechtlichen und sachlichen Grundlage, so Lowell weiter. Deshalb werde man gegen dieses „illegale Vorgehen“ klagen.

Trump hatte die Fed-Gouverneurin gestern in einem beispiellosen Schritt entlassen – das erste Mal in der US-Geschichte, dass ein Präsident ein Mitglied des Fed-Boards absetzt. Das Gesetz erlaubt eine Abberufung nur „aus wichtigem Grund“. Trump rechtfertigte sein Vorgehen mit dem laufenden DOJ-Verfahren gegen Cook wegen angeblichen Hypothekenbetrugs, das laut FHFA-Chef Bill Pulte den Weg für niedrigere Zinsen ebnen solle. Der Präsident argumentierte, Cook könne ihr Amt nicht weiter ausführen, da die amerikanische Bevölkerung Vertrauen in die Fed brauche – insbesondere bei der Festlegung der Zinssätze.

Zinssenkungs-Streit

Trump drängt weiter auf Zinssenkungen

Mit dem nahenden FOMC-Treffen im September rückt der Zinssenkungs-Streit erneut in den Vordergrund. Beobachter zweifeln, ob Trumps Vorgehen gegen Lisa Cook tatsächlich nur rechtlicher Natur ist – oder ob es vielmehr darum geht, durch eine veränderte Mehrheitsverteilung im Fed-Board die Chancen auf Zinssenkungen massiv zu erhöhen. Sollte Cook ausscheiden, wären vier von sieben Fed-Gouverneuren direkte Trump-Ernennungen, was laut der Finanzpublikation The Kobeissi Letter die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen deutlich steigern würde.

Trump selbst sprach in einer Kabinettssitzung davon, dass er bald eine Mehrheit im Fed-Board haben werde. Parallel forderte er Zinssenkungen um insgesamt 300 Basispunkte – ein historisch einmaliger Schritt. Die Fed erklärte, man werde jede gerichtliche Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Absetzung respektieren. Währenddessen signalisiert das CME FedWatch-Tool bereits eine 86,3 %ige Wahrscheinlichkeit für eine erste Zinssenkung um 25 Basispunkte im September.