Bitcoin Quantenschutz per Hash statt Signatur: StarkWare veröffentlicht Open-Source-Lösung ohne Softfork

Bitcoin Quantenschutz per Hash statt Signatur: StarkWare veröffentlicht Open-Source-Lösung ohne Softfork

Bitcoin Quantenschutz ist ab sofort ohne Protokolländerung möglich. Avihu Levy, Produktchef bei StarkWare und Mitautor von BIP-360, hat am 9. April 2026 ein Verfahren namens QSB veröffentlicht, das Bitcoin-Transaktionen gegen Quantencomputer absichert. Die Lösung arbeitet vollständig innerhalb der bestehenden Script-Regeln.

QSB ersetzt elliptische Kurven durch Hash-basierte Sicherheit

Bitcoins Signaturverfahren ECDSA basiert auf der Schwierigkeit, bestimmte mathematische Probleme mit elliptischen Kurven zu lösen. Ein Quantencomputer mit ausreichend Rechenleistung könnte dieses Problem mithilfe des Shor-Algorithmus lösen und daraus private Schlüssel ableiten. QSB umgeht diese Schwachstelle vollständig.

Das Verfahren verlagert die Sicherheit auf die sogenannte Urbild-Resistenz der Hash-Funktion RIPEMD-160. Ein Quantencomputer kann Hash-Funktionen nur mit dem Grover-Algorithmus angreifen, der lediglich eine quadratische Beschleunigung bietet, keinen vollständigen Bruch. QSB erreicht so rund 118 Bit Sicherheit unter dem Shor-Bedrohungsmodell.

Konkret ersetzt QSB eine Komponente des älteren Binohash-Verfahrens von Robin Linus. Binohash nutzte ein Signaturgrößen-Rätsel, das auf der Härte elliptischer Kurven beruhte. QSB ersetzt es durch ein Hash-zu-Signatur-Rätsel, bei dem ein öffentlicher Schlüssel durch RIPEMD-160 gehasht und das Ergebnis als Signaturkandidat interpretiert wird.

Das vollständige Paper und der Quellcode sind auf GitHub als Open-Source-Projekt verfügbar.

StarkWare-CPO löst Quantenproblem innerhalb bestehender Script-Grenzen

Der entscheidende Punkt beim Bitcoin Quantenschutz durch QSB ist, dass kein Upgrade ohne Softfork nötig wird, weil das Verfahren innerhalb der bestehenden Grenzen operiert. Die Transaktion passt in die Limits des Legacy-Scripts: maximal 201 Opcodes und 10.000 Bytes. Es braucht keine neuen Opcodes, keine Community-Abstimmung und keine Koordination zwischen Entwicklern.

Jeder einzelne Nutzer kann seine Transaktionen eigenständig absichern. Eli Ben-Sasson, Mitgründer von StarkWare, kommentierte die Veröffentlichung mit der Einschätzung, dass Bitcoin damit bereits heute quantensicher sei.

Allerdings sind QSB-Transaktionen sogenannte Non-Standard-Transaktionen. Sie überschreiten die Standard-Relay-Richtlinien des Netzwerks und werden von regulären Nodes nicht weitergeleitet. Stattdessen müssen sie direkt an einen Mining-Pool übermittelt werden, etwa über MARAs Slipstream-Service. Lightning-Kanäle sind bisher nicht abgedeckt.

GPU-Kosten zwischen 75 und 150 Dollar pro quantensicherer Transaktion

Die Erstellung einer QSB-Transaktion erfordert erhebliche Rechenleistung. Levys Paper schätzt die GPU-Kosten auf 75 bis 150 US-Dollar pro Transaktion über Cloud-Dienste. Erste Tests zeigten erfolgreiche Lösungen nach mehreren Stunden paralleler GPU-Berechnung. Das Verfahren ist damit kein Ersatz für alltägliche Transaktionen, sondern ein Notfallmechanismus für den Fall, dass Quantencomputer schneller einsatzfähig werden als erwartet.

Levy selbst bezeichnet QSB als „Last Resort”. Wichtig ist zudem: Die Pipeline ist noch nicht vollständig. Paper und Script-Generierung sind abgeschlossen, eine vollständige On-Chain-Transaktion wurde bisher nicht demonstriert.

Die Veröffentlichung zeigt, dass Bitcoin Quantenschutz nicht zwingend einen zentralen Konsens erfordert. In einem System mit offenem Quellcode und festen Regeln kann jeder Teilnehmer eigenständig handeln, ohne auf Institutionen, Abstimmungen oder Genehmigungen angewiesen zu sein. Das unterscheidet ein dezentrales Geldsystem strukturell von Fiat-Infrastrukturen, die für Sicherheits-Upgrades auf Behörden und Gesetzgeber warten müssen.

Ob QSB in der Praxis zum Einsatz kommt, hängt von der Geschwindigkeit der Quantenentwicklung ab. Dass die Möglichkeit bereits existiert, ist das eigentliche Signal.

Wir berichteten über Adam Backs Einschätzung zur Quantenbedrohung und Blockstreams Gegenmaßnahmen.

Staatliche Bitcoin-Nutzung erreicht 2026 neuen Höhepunkt: 50 Länder öffnen den Zugang

Staatliche Bitcoin-Nutzung erreicht 2026 neuen Höhepunkt: 50 Länder öffnen den Zugang

Staatliche Bitcoin-Nutzung hat seit 2020 eine neue Dimension erreicht. Laut einer aktuellen Analyse des US-Finanzdienstleisters River haben 50 Länder den Zugang zu Bitcoin erleichtert, während nur vier Staaten den Zugang eingeschränkt haben. Gleichzeitig fordert Iran seit dieser Woche Bitcoin-Zahlungen für die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz.

50 Länder öffnen Bitcoin den Zugang seit 2020

Die Daten zeigen eine eindeutige Richtung. 34 Länder haben Bitcoin-ETFs oder börsengehandelte Produkte genehmigt. Die USA erlauben Banken seit 2025 die Verwahrung von Bitcoin. Hongkong hat im selben Jahr einen Spot-Bitcoin-ETF zugelassen.

Tschechien befreit Bitcoin seit 2025 von der Kapitalertragsteuer bei langfristigem Halten. Bolivien hat Bitcoin 2024 legalisiert, Argentinien erlaubt Bitcoin-Zahlungen seit 2023. Nigeria hat den rechtlichen Rahmen für Bitcoin ebenfalls 2023 geöffnet. Das berichtet River in seinem jährlichen Adoption Report.

Nur vier Länder haben den Zugang eingeschränkt. China bleibt dabei der prominenteste Fall. Venezuela hat Bitcoin-Mining 2024 verboten. Die globale Adoption verläuft nicht gleichförmig, aber die Richtung ist messbar.

Von ETF-Zulassungen bis Steuerfreiheit: Wie Staaten staatliche Bitcoin-Nutzung vorantreiben

Die Formen der staatlichen Bitcoin-Nutzung unterscheiden sich erheblich. ETF-Zulassungen schaffen institutionellen Zugang über regulierte Finanzprodukte. Steuerbefreiungen wie in Tschechien setzen Anreize für langfristiges Halten. Bankenverwahrung wie in den USA integriert Bitcoin in bestehende Finanzinfrastruktur.

Russland hat 2024 Mining legalisiert und Bitcoin für internationale Zahlungen freigegeben. Das ist keine Adoption im klassischen Sinne, sondern ein geopolitisches Instrument. Russland nutzt Bitcoin, um Sanktionen zu umgehen und Handelsströme außerhalb des US-Dollar-Systems abzuwickeln.

Diese Unterscheidung ist entscheidend. Regulatorische Öffnung bedeutet nicht automatisch freien Zugang für Bürger. Viele Länder schaffen Rahmenwerke für institutionelle Akteure, während der private Besitz weiterhin eingeschränkt oder steuerlich belastet bleibt.

Russland, Argentinien und Iran: Staatliche Bitcoin-Nutzung zwischen Legitimität und Sanktionsumgehung

Die jüngste Entwicklung kommt aus dem Iran. Im Rahmen der zweiwöchigen Waffenruhe mit den USA fordert Iran von Öltankern, die die Straße von Hormuz passieren, eine Maut von 1 US-Dollar pro Barrel – zahlbar in Bitcoin. Laut Financial Times sollen Schiffsbetreiber innerhalb von Sekunden an eine iranische Wallet zahlen, um Rückverfolgung und Beschlagnahmung durch Sanktionen zu vermeiden.

Iran hat Bitcoin-Mining bereits 2019 legalisiert und nutzt seitdem eine parallele Finanzinfrastruktur über Bitcoin und Stablecoins. Die Hormuz-Maut ist eine Eskalation: Ein Staat setzt Bitcoin aktiv als Werkzeug im internationalen Handelsverkehr ein.

Das zeigt eine strukturelle Eigenschaft von Bitcoin, die über Adoption hinausgeht. Bitcoin ist neutral. Es unterscheidet nicht zwischen Staaten, Sanktionen oder politischen Systemen. Genau diese Eigenschaft macht es sowohl für demokratische als auch für autoritäre Akteure attraktiv.

Wer den Zugang zu bestehenden Zahlungssystemen verliert, findet in Bitcoin eine Alternative, die kein Gegenparteirisiko kennt. Das begrenzte Angebot von 21 Mio. BTC verstärkt diese Dynamik: Je mehr Staaten Bitcoin als Instrument nutzen, desto knapper wird die verfügbare Menge. Ob das langfristig zu einem geopolitischen Wettlauf führt, bleibt offen. Die Anreize dafür sind jedoch bereits sichtbar.

Wir berichteten über den möglichen Bitcoin-Wettlauf zwischen den USA und China.

Iran Bitcoin Zahlungen statt Dollar: Tanker können Hormus-Gebühr in Bitcoin begleichen

Iran Bitcoin Zahlungen statt Dollar: Tanker können Hormus-Gebühr in Bitcoin begleichen

Iran verlangt von Öltankern an der Straße von Hormus erstmals eine Durchfahrtsgebühr, die in Bitcoin bezahlt werden kann. Die Maut beträgt 1 US-Dollar pro Barrel Öl. Damit wird die wichtigste Ölroute der Welt zum ersten staatlich kontrollierten Zahlungskorridor, der Bitcoin als Abrechnungsmittel akzeptiert.

Iran Bitcoin Zahlungen statt SWIFT: Warum Teheran den Dollar umgeht

Hamid Hosseini, Sprecher der iranischen Öl-, Gas- und Petrochemie-Exporteure-Union, erklärte gegenüber der Financial Times, dass Iran während der zweiwöchigen Waffenruhe jedes Schiff an der Meerenge kontrollieren und eine Gebühr erheben will.

Tanker müssen vorab per E-Mail ihre Frachtdaten einreichen. Nach Prüfung durch die Behörden erhalten sie die Zahlungsanweisung in Bitcoin. Leere Tanker passieren kostenlos.

Die Gebühr von 1 US-Dollar pro Barrel klingt gering. Ein voll beladener Supertanker transportiert jedoch bis zu 2 Mio. Barrel. Das ergibt bis zu 2 Mio. US-Dollar pro Durchfahrt. Iran akzeptiert neben Bitcoin auch chinesischen Yuan, aber der US-Dollar ist als Zahlungsmittel ausgeschlossen.

Die Abwicklung läuft komplett außerhalb von SWIFT und dem westlichen Bankensystem. Teheran nutzt damit eine Zahlungsinfrastruktur, die kein Staat einfrieren oder blockieren kann.

Iran Bitcoin Zahlungen als Präzedenzfall: Erstmals verlangt ein Staat BTC für eine Handelsroute

Durch die Straße von Hormus fließen rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels. Vor der Waffenruhe passierten täglich etwa 135 Schiffe die Meerenge. Unter den neuen Regeln wären es laut Schätzungen nur noch 10 bis 15 pro Tag. Jedes Schiff wird einzeln geprüft, die Entscheidung über die Durchfahrt trifft der Oberste Nationale Sicherheitsrat Irans.

Das Verfahren ist kein Pilotprojekt und kein Experiment. Es ist ein staatlich durchgesetztes Zahlungssystem für eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Hosseini erklärte, dass Tanker nach der Freigabe nur wenige Sekunden Zeit haben um die Zahlung in Bitcoin abzuschließen.

Saudi-Arabien hat bereits klargestellt, dass jede Form iranischer Kontrolle über die Meerenge eine rote Linie darstelle. Die Golfstaaten fordern ungehinderten Zugang zu den Weltmärkten.

Iran Bitcoin Zahlungen zeigen wofür Bitcoin gebaut wurde: Wertübertragung ohne Mittelsmann

Iran nutzt Bitcoin nicht als Spekulationsobjekt, sondern als das was es technisch ist: ein Zahlungsnetzwerk, das Wert in Minuten über Grenzen hinweg überträgt, ohne dass eine Bank, ein Staat oder ein Zahlungsdienstleister zustimmen muss. Dass Iran die Transaktionen als nicht verfolgbar bezeichnet, ist technisch ungenau.

Bitcoin-Zahlungen sind auf der Blockchain öffentlich einsehbar. Aber sie sind nicht blockierbar. Kein SWIFT-Operator und keine Zentralbank kann eine Bitcoin-Transaktion stoppen, nachdem sie abgeschickt wurde.

Ob andere Staaten diesem Beispiel folgen, ist offen. Aber der Präzedenzfall ist gesetzt: Ein Staat erhebt eine Gebühr auf einer globalen Handelsroute und akzeptiert BTC statt USD. In einem Geldsystem, in dem der Zugang zu Zahlungsinfrastruktur als politisches Werkzeug eingesetzt werden kann, ist ein neutrales Netzwerk keine Ideologie, sondern eine technische Notwendigkeit.

Genau dafür wurde Bitcoin entworfen: Wertübertragung ohne Erlaubnis, ohne Mittelsmann, ohne Abschaltknopf. Wir berichteten über die wachsende Dollar-Dominanz im digitalen Zahlungsverkehr und Europas Antwort darauf.

Morgan Stanley Bitcoin ETF startet heute: Erste US-Bank fordert BlackRock mit niedrigster Gebühr heraus

Morgan Stanley Bitcoin ETF startet heute: Erste US-Bank fordert BlackRock mit niedrigster Gebühr heraus

Der Morgan Stanley Bitcoin Trust MSBT ist seit dem 8. April 2026 an der NYSE handelbar. Es ist der erste Bitcoin ETF einer großen US-Bank und mit 0,14 Prozent Jahresgebühr das günstigste Produkt am Markt. Damit greift erstmals das Bankenwesen direkt BlackRocks Marktführung im Bitcoin ETF Geschäft an.

Morgan Stanley Bitcoin ETF MSBT: 0,14 Prozent Gebühr unterbieten BlackRock um 11 Basispunkte

Morgan Stanley hat den MSBT als börsengehandeltes Produkt auf der NYSE Arca gelistet. Der Fonds hält physische Bitcoin, verwahrt über Coinbase und BNY und verlangt eine Jahresgebühr von 0,14 Prozent. BlackRocks IBIT liegt bei 0,25 Prozent, Grayscales Mini Trust bei 0,15 Prozent. Damit ist MSBT ab heute das günstigste Spot-Bitcoin-Produkt in den USA.

Der Unterschied von 11 Basispunkten klingt gering. Bei einer Anlage von 10.000 US-Dollar sind das 11 US-Dollar pro Jahr. Bei 10 Mio. US-Dollar sind es 11.000 US-Dollar. Für gebührensensitive institutionelle Anleger ist das ein relevanter Faktor. Bloomberg-Analyst Eric Balchunas ordnete den Start ein und sagte, Morgan Stanley werde BlackRock nicht vom Thron stoßen, aber das Produkt werde funktionieren, weil die Bank ein eigenes Publikum mitbringe.

Morgan Stanley Bitcoin ETF vs. IBIT: Günstigere Gebühren aber weniger Liquidität

IBIT verwaltet aktuell rund 55 Mrd. US-Dollar und dominiert den Markt bei Handelsvolumen und Optionsaktivität. Diese Liquidität ist für aktive Händler und große institutionelle Positionen entscheidend, weil sie engere Spreads und schnellere Ausführung ermöglicht. MSBT startet bei null und muss sich diese Tiefe erst aufbauen.

Der Vorteil von Morgan Stanley liegt nicht am Handelsdesk, sondern in der Vermögensverwaltung. Die Bank beschäftigt rund 16.000 Finanzberater, die zusammen etwa 6,2 Bio. US-Dollar an Kundenvermögen betreuen.

Im vergangenen Jahr empfahl Morgan Stanleys Investment Committee eine Allokation von bis zu 4 Prozent in digitale Werte. Mit MSBT haben diese Berater jetzt ein hauseigenes Produkt, das sie Kunden direkt empfehlen können, ohne auf BlackRock oder Fidelity verweisen zu müssen. Das senkt die Hemmschwelle im Beratungsgespräch.

Der Morgan Stanley Bitcoin ETF kommt aus dem Bankenwesen nicht von der Wall Street

Hier liegt die eigentliche Verschiebung. Die ersten Bitcoin ETFs im Januar 2024 kamen von Vermögensverwaltern wie BlackRock, Fidelity, ARK und Grayscale. Sie waren Finanzprodukte für den freien Markt. MSBT ist ein Bankprodukt für bestehende Kunden.

Morgan Stanley baut parallel die restliche Infrastruktur: Bitcoin-, Ethereum- und Solana-Handel über E*Trade ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant, und im Februar beantragte die Bank eine eigene Verwahrungslizenz.

Das Muster ist klar: Die Bank will Bitcoin nicht nur anbieten, sondern in ihre gesamte Wertschöpfungskette integrieren, vom Kauf über die Verwahrung bis zur Portfolioberatung. Das ist keine Ergänzung eines bestehenden Angebots, sondern direkte Konkurrenz zu BlackRock aus dem Bankensektor.

Ob der Gebührenkrieg IBIT unter Druck setzt, hängt davon ab wie viel Kapital über den Beraterkanal in MSBT fließt. Für Bitcoin selbst ist der Wettbewerb irrelevant.

Ob eine Bank oder ein Vermögensverwalter den Zugang bereitstellt, ändert nichts am Protokoll: 21 Mio. Einheiten, kein Herausgeber, keine Rücknahmefrist. Jeder neue Zugangskanal verbreitert nur die Nachfrageseite für ein Asset dessen Angebotsseite unveränderbar ist.

Wir berichteten darüber, warum institutionelle Kapitalströme 2026 vor allem Bitcoin betreffen.

Bitcoin Kaufzone signalisiert: So billig war Bitcoin relativ zum Einkaufspreis selten

Bitcoin Kaufzone signalisiert: So billig war Bitcoin relativ zum Einkaufspreis selten

Die Bitcoin Kaufzone im adaptiven Bewertungsmodell von CryptoQuant hat zum dritten Mal seit Anfang 2025 ein Extremniveau erreicht. Der aktuelle Marktpreis liegt deutlich unter dem durchschnittlichen Einkaufspreis der letzten 365 Tage. Zweimal zuvor folgte auf dieses Signal ein deutlicher Anstieg.

Bitcoin Kaufzone im Bewertungsmodell: Der Marktpreis liegt unter dem durchschnittlichen Einkaufspreis

Das Modell vergleicht den aktuellen Marktwert aller Bitcoin mit dem sogenannten realisierten Wert. Der realisierte Wert misst, zu welchem Preis jeder einzelne Bitcoin zuletzt bewegt wurde, also den durchschnittlichen Einkaufspreis aller Halter. Wenn der Marktpreis deutlich darunter fällt, bedeutet das: Die Mehrheit der Halter sitzt auf Verlusten.

CryptoQuant berechnet daraus einen Wert, der auf einer Skala anzeigt, wie extrem die Abweichung ist. Der aktuelle Stand liegt bei minus 3 auf der 365-Tage-Skala, was als Akkumulationszone gilt.

Cryptotice Chart

Quelle: Cryptoquant

Krypto-Analyst Cryptotice veröffentlichte den Chart auf X mit der Einordnung, dass die Verkäufe ein historisches Kapitulationsniveau erreicht hätten. Drei grüne Kreise markieren die Extremwerte seit Anfang 2025. Doch die Bezeichnung „final flush” ist Interpretation, kein Datenbefund. Denn nicht jedes Mal kam der Boden sofort.

Bitcoin Kaufzone im März 2025 führte zu einem Anstieg von über 50 Prozent

Der erste Extremwert trat im März 2025 auf, als Bitcoin bei rund 80.000 US-Dollar handelte. Danach folgte ein Anstieg auf über 126.000 US-Dollar bis Oktober 2025, ein Plus von mehr als 50 Prozent. Dieser Datenpunkt stützt das Modell.

Der zweite Extremwert im November 2025 erzählt eine andere Geschichte. Bitcoin stand bei etwa 90.000 US-Dollar und fiel danach weiter auf unter 67.000 US-Dollar. Wer beim zweiten Signal kaufte, saß monatelang im Minus.

Der dritte und aktuelle Extremwert liegt bei einem Kurs von rund 67.000 US-Dollar. Ob er dem Muster von März 2025 oder November 2025 folgt, ist offen.

Wichtig ist zudem: Der klassische Bewertungsindikator, der die gesamte Bitcoin-Geschichte und nicht nur die letzten 365 Tage einbezieht, zeigt aktuell kein Kapitulationsniveau sondern neutrale Werte. Die adaptive Variante reagiert empfindlicher und erzeugt deshalb häufiger Extremsignale. Beides gleichzeitig zu betrachten ist entscheidend.

Bitcoin Kaufzone trifft auf institutionelle Nachfrage die es 2023 noch nicht gab

Der Kontext hat sich seit dem letzten Zyklus grundlegend verändert. Spot-ETFs absorbieren wöchentlich dreistellige Millionenbeträge. Strategy hält über 762.000 BTC. Die Börsenreserven sind auf den tiefsten Stand seit 2018 gefallen.

Das bedeutet: Während der Marktpreis Panik signalisiert, schrumpft das tatsächlich handelbare Angebot. In früheren Zyklen fehlte diese strukturelle Nachfrage. Ob das den Boden schneller stabilisiert, bleibt abzuwarten.

Wer die Bitcoin Unterbewertung im adaptiven Modell als alleiniges Kaufsignal interpretiert, übersieht die Einschränkungen. Drei Datenpunkte in 14 Monaten reichen nicht für eine statistische Aussage. Der empfindlichere Indikator zeigt stärkere Signale als die Gesamthistorie rechtfertigt.

Doch wer versteht, dass bei einem Vermögenswert mit festem Angebot von 21 Mio. Einheiten jeder Moment, in dem die Mehrheit unter ihrem Einkaufspreis verkauft, historisch eine Zone war in der langfristiges Kapital eingestiegen ist, erkennt in der aktuellen Lage weniger ein Timing-Signal als eine strukturelle Gelegenheit.

Wir berichteten über den Produktionskosten-Indikator, der ebenfalls eine Bitcoin Kaufzone auf Zyklusboden-Niveau anzeigt.

Gold Bitcoin Ratio auf Rekordtief: Warum Bitcoin Gold nicht jagt sondern ablöst

Gold Bitcoin Ratio auf Rekordtief: Warum Bitcoin Gold nicht jagt sondern ablöst

Das Gold Bitcoin Ratio ist so niedrig wie nie zuvor. Eine neue Analyse zeigt, dass das Verhältnis der Marktkapitalisierung von Gold zu Bitcoin seit 15 Jahren einem mathematischen Muster folgt und sich mit jedem Halving weiter komprimiert.

Gold Bitcoin Ratio fällt von 123.000 auf 25: Was vier Halvings verändert haben

Beim ersten Halving im November 2012 lag das Gold Bitcoin Ratio bei 123.157. Bitcoin kostete 13 US-Dollar, Golds Marktkapitalisierung war über hunderttausendmal größer. Beim zweiten Halving 2016 war das Verhältnis auf 2.344 gefallen. Beim dritten 2020 auf 158. Beim vierten Halving im April 2024 stand das Ratio bei 25, bei einem Bitcoin-Preis von 61.281 US-Dollar.

Das sind vier Datenpunkte über zwölf Jahre. In dieser Zeit hat sich der Abstand zwischen Gold und Bitcoin um 99,98 Prozent verringert. Diese Bitcoin Gold Konvergenz ist kein Zufall, sondern folgt einem sogenannten Potenzgesetz mit einem R² von 0,96. Das bedeutet: 96 Prozent der gesamten Ratio-Bewegung lassen sich durch eine einzige mathematische Formel beschreiben.

Warum das Gold Bitcoin Ratio mit jedem Halving eine Größenordnung verliert

Der Mechanismus dahinter ist das Halving. Alle 210.000 Blöcke halbiert sich die Menge neuer Bitcoin. Aktuell entstehen 3,125 BTC pro Block, ab 2028 nur noch 1,5625. Das neue Angebot sinkt also stetig, während Gold jedes Jahr rund 3.500 Tonnen neu gefördert werden.

Der World Gold Council schätzt den gesamten oberirdischen Goldbestand auf rund 216.265 Tonnen, mit einer jährlichen Wachstumsrate von knapp 2 Prozent.

Gold ist endlich, aber nicht fix. Neue Fördermethoden, steigende Preise und Recycling halten das Angebot flexibel. Bitcoin dagegen hat eine absolute Obergrenze von 21 Mio. Einheiten, die kein Staat, kein Unternehmen und keine technologische Entwicklung verändern kann.

Mit jedem Halving schrumpft Bitcoins Inflationsrate weiter. Nach 2028 liegt sie unter 1 Prozent. Golds Inflationsrate liegt seit Jahren bei rund 1,7 Prozent. Ab diesem Punkt produziert Bitcoin weniger neues Angebot relativ zu seinem Bestand als Gold. Bitcoin ist also bald schon knapper als Gold.

Festes Angebot trifft steigende Förderung: Warum das Gold Bitcoin Ratio strukturell sinkt

Die Projektion des Modells zeigt: Wenn der Trend anhält, erreicht das Gold Bitcoin Ratio bis Mitte der 2030er den Wert 1. Das würde bedeuten, dass Bitcoins Marktkapitalisierung die von Gold einholt. Bei einer angenommenen Gold-Marktkapitalisierung von rund 34 bis 40 Bio. US-Dollar bis 2036 entspräche das einem Bitcoin-Preis von knapp 1,9 Mio. US-Dollar.

Doch Einordnung ist nötig. Ein Modell mit vier Datenpunkten hat keine statistische Gewissheit. Exogene Schocks wie Regulierung, Quantencomputing oder ein dauerhafter Adoptionsstopp sind im Modell nicht enthalten.

Die Projektion beschreibt einen Trend, keine Garantie. Außerdem hängt der implizierte Preis stark davon ab, wie man Golds Marktkapitalisierung berechnet. Investierbares Gold liegt deutlich unter dem Gesamtbestand.

Trotzdem zeigt das Gold Bitcoin Ratio etwas Grundlegendes: In einem Geldsystem mit unbegrenzter Ausweitung gewinnt langfristig der Vermögenswert mit dem härtesten Angebot. Gold war jahrtausendelang die Antwort auf diese Logik. Bitcoin formalisiert sie mit einer programmatisch festgelegten Obergrenze, die keine politische Entscheidung verändern kann.

Wer Geld nach seinen Eigenschaften und nicht nach seiner Geschichte bewertet, erkennt in dem Zusammenhang kein Narrativ, sondern eine strukturelle Verschiebung.

Wir berichteten über das Power Law Modell und seine Erklärung von 98,7 Prozent der Preisbewegung.