Von Panik auf Entwarnung in 24 Stunden: Die Bitcoin Haltefrist Deutschland bleibt bestehen

Von Panik auf Entwarnung in 24 Stunden: Die Bitcoin Haltefrist Deutschland bleibt bestehen

Die Bitcoin Haltefrist Deutschland sorgt derzeit für heftige Diskussionen in der Krypto-Szene, nachdem ein viraler Beitrag auf X Millionen Anleger verunsicherte. Der Post behauptete, die SPD wolle die einjährige Steuerfreiheit ab 2027 kippen, 25 % Abgeltungsteuer einführen und die CDU verhandle bereits eine sogenannte Großvater-Regelung als Kompromiss. Dabei hat keiner dieser Punkte eine Grundlage in der aktuellen Steuerreform-Debatte.

In Kürze

  • CDU-Fraktion stellt klar: Bitcoin Haltefrist Deutschland ist nicht Teil der Steuerreform
  • Viraler X-Post vermischt alte SPD-Positionen mit frei erfundenen Details
  • Bitcoin Haltefrist Deutschland ist politisch umkämpft, aber gesetzgeberisch nicht in Gefahr

CDU-Fraktion stellt klar: Bitcoin Haltefrist Deutschland ist nicht Teil der Steuerreform

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat auf die Panik mit einer unmissverständlichen Stellungnahme reagiert. Olav Gutting, zuständiger Berichterstatter der Fraktion, erklärte, dass die Abschaffung der einjährigen Haltefrist auf Veräußerungsgewinne aus Kryptowährungen nicht im Koalitionsvertrag vereinbart sei.

Aus Sicht der Union bestehe kein überzeugender steuerpolitischer Grund, an der bewährten Regelung für sogenannte „andere Wirtschaftsgüter“ etwas zu ändern. Die Bitcoin Haltefrist Deutschland gilt nach § 23 EStG nicht isoliert für Kryptowährungen, sondern gleichermaßen für Edelmetalle, Kunst und Fremdwährungen.

Gutting verwies dabei auf den geplanten digitalen Euro: Eine unterschiedliche steuerliche Behandlung von Kryptowährungen gegenüber Fremdwährungsgeschäften wäre mit dessen Einführung kaum noch zu rechtfertigen. Damit positioniert sich die Union aktiv als Verteidiger der bestehenden Regelung.

Viraler X-Post vermischt alte SPD-Positionen mit frei erfundenen Details

Der Beitrag, der die Panik auslöste, enthielt einen Kern an Wahrheit, der mit falschen Details angereichert wurde. Tatsächlich hatte die SPD bereits während der Koalitionsverhandlungen im März 2025 gefordert, die Haltefrist abzuschaffen und Krypto-Gewinne mit 30 % Abgeltungsteuer zu belegen. Diese Forderung scheiterte jedoch und fand keinen Eingang in den Koalitionsvertrag vom April 2025.

Auch der einflussreiche Seeheimer Kreis der SPD griff das Thema im Oktober 2025 in einem Strategiepapier erneut auf. Doch weder die im Post genannte 25-%-Abgeltungsteuer noch die angebliche Großvater-Regelung der CDU existieren in irgendeinem offiziellen Dokument.

Es liegt aktuell kein Gesetzesentwurf vor, keine Arbeitsgruppe verhandelt über eine Änderung der Haltefrist, und die CDU hat keinen Kompromissvorschlag unterbreitet, weil es schlicht keine SPD-Forderung gibt, auf die sie reagieren müsste.

Bitcoin Haltefrist Deutschland ist politisch umkämpft, aber gesetzgeberisch nicht in Gefahr

Die SPD steht der Steuerfreiheit auf Bitcoin-Gewinne grundsätzlich kritisch gegenüber. Die Partei argumentiert mit Steuergerechtigkeit und der Frage, warum Gewinne aus Wertpapieren besteuert werden, während spekulative Krypto-Gewinne nach nur einem Jahr steuerfrei bleiben.

Diese Position ist seit über einem Jahr bekannt und wird sich auch nicht ändern. Dennoch fehlt der SPD die Mehrheit, um die Haltefrist einseitig abzuschaffen. Der Koalitionspartner CDU/CSU blockiert jede Änderung, und ein eigenständiger Gesetzesentwurf ist nicht in Sicht. Was sich allerdings ändert, ist die Transparenz: Die DAC-8-Richtlinie verpflichtet Krypto-Dienstleister ab 2026, Transaktionsdaten automatisch an das Bundeszentralamt für Steuern zu melden.

Erste Meldungen für das Jahr 2026 müssen bis zum 31. Juli 2027 erfolgen. Diese Meldepflicht betrifft jedoch ausschließlich die Datenübermittlung und hat keinen Einfluss auf das Bitcoin Steuerprivileg selbst.

Für Anleger in Deutschland gilt weiterhin: Wer Bitcoin und andere Kryptowährungen mindestens ein Jahr hält, kann Gewinne vollständig steuerfrei realisieren. Wir berichteten bereits ausführlich über die SPD-Pläne zur Krypto-Steuer und die Gegenposition der Union.

Vier Metriken, eine Botschaft: Bitcoin Bärenmarkt Boden rückt laut Blockforce Capital näher

Vier Metriken, eine Botschaft: Bitcoin Bärenmarkt Boden rückt laut Blockforce Capital näher

Der Bitcoin Bärenmarkt Boden könnte näher sein als viele denken. Brett Munster von Blockforce Capital berichtet über vier Metriken, die zeigen, dass Bitcoin sich der Zone nähert, in der frühere Bärenmärkte ihren Tiefpunkt erreichten.

In Kürze

  • Blockforce-Analyst Munster definiert die Bitcoin Kaufzone zwischen 45.000 und 60.000 US-Dollar
  • Eine der vier Metriken hat die Zone früherer Bitcoin Bärenmarkt Böden bereits erreicht
  • Munsters Rat: Schrittweise einsteigen statt auf den perfekten Bitcoin Bärenmarkt Boden zu warten

Blockforce-Analyst Munster definiert die Bitcoin Kaufzone zwischen 45.000 und 60.000 US-Dollar

Munster trackt vier Indikatoren, um Bitcoins Position im Crash-Zyklus zu bewerten. Die Realized Price, also der durchschnittliche Preis, zu dem alle Bitcoin zuletzt on-chain bewegt wurden, liegt aktuell bei rund 54.000 US-Dollar. Der 200-Wochen-Moving-Average, der in jedem bisherigen Zyklus die Nähe zum Boden markierte, steht bei etwa 58.000 US-Dollar.

Dazu kommt das Muster abnehmender Peak-to-Trough-Drawdowns, das auf einen möglichen Boden zwischen 45.000 und 55.000 US-Dollar hindeutet. Zusammengenommen ergibt sich daraus, was Munster als „high-probability accumulation zone“ bezeichnet. Dabei soll sich eine Bitcoin Kaufzone von etwa 45.000 bis 60.000 US-Dollar erstrecken.

Bitcoin notiert aktuell bei rund 73.800 US-Dollar und liegt damit noch über dieser Zone. Allerdings touchierte der Kurs im Februar kurz die 60.000-Dollar-Marke und damit die obere Kante des historischen Bereichs. Bloomberg berichtete am 13. März unter Berufung auf Brett Munster von Blockforce Capital von der Analyse.

Eine der vier Metriken hat die Zone früherer Bitcoin Bärenmarkt Böden bereits erreicht

Von den vier Metriken hat eine bereits das Territorium erreicht, das mit früheren Bitcoin Bärenmarkt Böden assoziiert wird. Zwei weitere konvergieren bei 54.000 bis 58.000 US-Dollar- also deutlich unter dem aktuellen Kurs, aber nicht unerreichbar. Seit dem Allzeithoch bei über 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 hat Bitcoin rund 41 % verloren und dabei über 1,17 Bio. US-Dollar an Marktkapitalisierung eingebüßt.

Historisch ist ein solcher Drawdown nicht ungewöhnlich. Allerdings gibt es Gegenargumente: CryptoQuant weist darauf hin, dass der MVRV-Ratio noch nicht die extreme Unterbewertungszone erreicht hat und der NUPL noch nicht auf das Niveau gefallen ist, das typischerweise eine finale Kapitulation signalisiert.

Am 5. Februar wurden zwar 5,4 Mrd. US-Dollar an Tagesverlusten realisiert, der höchste Wert seit März 2023, doch die kumulierten monatlichen Verluste liegen mit 0,3 Mio. BTC weit unter den 1,1 Mio. BTC von Ende 2022. 

Munsters Rat: Schrittweise einsteigen statt auf den perfekten Bitcoin Bärenmarkt Boden zu warten

Munsters Argumentation ist pragmatisch. Im letzten Bärenmarkt lag der Unterschied zwischen einem Kauf bei 19.000 US-Dollar und dem tatsächlichen Boden bei 15.600 US-Dollar bei unter 20 %. Für jeden, der über mehrere Jahre hielt, war dieser Unterschied vernachlässigbar.

Sein Rat ist deshalb klar: Schrittweise einsteigen, statt auf den perfekten Einstieg zu warten. Denn die Bitcoin Kaufzone zu erkennen ist einfacher als den exakten Tiefpunkt zu treffen. Munster sieht aktuell ein günstigeres Risiko-Rendite-Profil mit mehr Aufwärts- als Abwärtspotenzial, auch wenn er einräumt, dass Bärenmärkte länger dauern können als erwartet.

Wer niedrige Zeitpräferenz verinnerlicht hat, wird in Munsters Analyse eine Bestätigung finden: Es geht nicht darum, den exakten Boden zu erwischen, sondern darum, über Zeit zu akkumulieren und das in dem Wissen, dass Bitcoin als härtestes Geld mit fixem Angebot von 21 Mio. Einheiten langfristig nicht an Knappheit verliert, sondern daran gewinnt.

Wir berichteten bereits über die Warnung von ZX Squared Capital vor einem weiteren 30-%-Einbruch und die Rolle des Vier-Jahres-Zyklus im aktuellen Bärenmark.

1 Mio. US-Dollar pro Bitcoin bis 2034: Power Law Modell bestätigt Preis durch Mathematik

1 Mio. US-Dollar pro Bitcoin bis 2034: Power Law Modell bestätigt Preis durch Mathematik

Das Bitcoin Power Law Modell gehört zu den stabilsten langfristigen Preismodellen am Markt mit einer statistischen Passform von über 95 % seit 15 Jahren. Es beschreibt Bitcoins Preisentwicklung nicht als exponentielles Wachstum, sondern als Potenzfunktion der Zeit. Die Kernaussage: Wenn Bitcoin 50 % älter wird, verzehnfacht sich sein fairer Preis.

In Kürze

  • Das Power Law Modell berechnet Bitcoins fairen Preis heute bei rund 100.000 US-Dollar
  • Astrophysiker Giovanni Santostasi entwickelte das Modell auf Basis physikalischer Skalierungsgesetze
  • Das Modell hat nur einmal versagt: am 13. März 2020 für wenige Stunden im Pandemie-Crash

Das Power Law Modell berechnet Bitcoins fairen Preis heute bei rund 100.000 US-Dollar

Die Formel ist einfach: Der Preis ergibt sich aus einer Konstante multipliziert mit der Anzahl der Tage seit dem Genesis Block, potenziert mit dem Exponenten 5,8.

Bitcoin ist heute 6.276 Tage alt. Daraus errechnet das Modell einen fairen Preis von rund 100.000 US-Dollar. Der aktuelle Kurs von etwa 68.000 US-Dollar liegt damit rund 32 % unter dem Modellwert.

Historisch waren solche Phasen unter dem Power-Law-Trend immer Kaufzonen. Die sogenannte 1.5x/10x-Regel macht die Projektion greifbar: 6.276 Tage mal 1,5 ergibt 9.414 Tage, das entspricht dem Jahr 2034. Der faire Preis zu diesem Zeitpunkt: 100.000 mal 10 – also 1 Mio. US-Dollar.

Astrophysiker Giovanni Santostasi entwickelte das Modell auf Basis physikalischer Skalierungsgesetze

Das Modell stammt von Giovanni Santostasi, einem ehemaligen Astrophysiker, der Prinzipien aus Physik und Biologie auf Bitcoins Preisverhalten anwendet. Sein zentrales Argument: Bitcoin verhält sich nicht wie ein klassisches Finanzprodukt, sondern wie ein natürliches System – vergleichbar mit dem Wachstum einer Stadt oder eines Organismus.

Auf einem Log-Log-Chart zeigt Bitcoins Preisverlauf ein überraschend lineares Muster, was darauf hindeutet, dass die Preisentwicklung nicht zufällig ist, sondern einer strukturellen Wachstumskurve folgt. Santostasi argumentiert, dass diese Skalierungsinvarianz über 9 Größenordnungen und 15 Jahre hinweg beobachtbar war. Wenn ein System so lange skaliert hat, sei es wahrscheinlich, dass es für weitere 1 bis 2 Größenordnungen, also die nächsten zehn Jahre, weiter bestehen bleibt.

Das Modell hat nur einmal versagt: am 13. März 2020 für wenige Stunden im Pandemie-Crash

Kein Modell ist unfehlbar, doch das Power Law hat eine bemerkenswerte Erfolgsbilanz. Die untere Preisgrenze des Modells – etwa 42 % unter dem fairen Wert – wurde in der gesamten Bitcoin-Geschichte nur einmal durchbrochen: Am 13. März 2020, als Bitcoin im Pandemie-Crash kurzzeitig unter die Modellgrenze fiel. Innerhalb weniger Stunden erholte sich der Kurs wieder darüber.

Kritiker wenden ein, dass das Modell weder Halvings noch Miner-Verhalten berücksichtigt und falsches Vertrauen erzeugen kann. Santostasi entgegnet, dass genau das die Stärke des Modells sei: Es hängt nicht von einzelnen Ereignissen ab, sondern bildet die fundamentale Adoptionskurve ab, die allen anderen Faktoren zugrunde liegt.

Wer das Power Law ernst nimmt, sieht im aktuellen Bärenmarkt keine Krise, sondern ein Muster, das sich seit 15 Jahren wiederholt. Jede Preisverdopplung dauert proportional länger als die vorherige – und genau das ist der Grund, warum Bitcoin kein spekulatives Asset für Kurzfrist-Trader ist, sondern ein Instrument für niedrige Zeitpräferenz.

Wir berichteten bereits über den Vier-Jahres-Zyklus und die emotionalen Veränderungen der Marktteilnehmer. 

Kraken erhält Fed-Zugang und wird Partner bei Nasdaqs Tokenisierung

Kraken erhält Fed-Zugang und wird Partner bei Nasdaqs Tokenisierung

Innerhalb von fünf Tagen hat die Kryptobörse Kraken zwei historische Meilensteine erreicht: Am 4. März erhielt ihre Banktochter Kraken Financial als erste Digital-Asset-Bank einen Federal Reserve Master Account. Am 9. März folgte die Ankündigung einer Partnerschaft mit Nasdaq für tokenisierte Aktien. 

In Kürze

  • Kraken Financial ist die erste Digital-Asset-Bank mit einem Federal Reserve Master Account
  • Nasdaq und Krakens Muttergesellschaft Payward entwickeln gemeinsam ein Equity-Token-Design
  • Tokenisierte Aktien sollen 24/7 handelbar sein, mit vollem Stimmrecht und Dividende

Kraken Financial ist die erste Digital-Asset-Bank mit einem Federal Reserve Master Account

Der Fed-Zugang ist ein Novum in der Geschichte der US-Finanzinfrastruktur. Kraken Financial kann jetzt direkt über Fedwire abwickeln, das Zahlungssystem, über das täglich mehr als 4 Bio. US-Dollar fließen. Bisher mussten Kryptobörsen auf Partnerbanken zurückgreifen, um Dollar zu bewegen. Das machte sie abhängig von Dritten, die jederzeit die Zusammenarbeit beenden konnten.

Mit dem Master Account entfällt diese Abhängigkeit. Kraken-Co-CEO Arjun Sethi sprach von der „Konvergenz von Krypto-Infrastruktur und souveränen Finanzschienen”. Senator Cynthia Lummis nannte die Genehmigung einen „watershed moment” für die Krypto-Industrie.

Kraken FED Zugang

Allerdings ist der Zugang begrenzt: Kraken erhält weder Zinsen auf Reserven noch Zugang zum Discount Window der Fed. Die Bankenlobby ICBA warnte, der Zugang könne Risiken für das Finanzsystem bergen.

Nasdaq und Krakens Muttergesellschaft Payward entwickeln gemeinsam ein Equity-Token-Design

Nur fünf Tage nach dem Fed-Meilenstein legte Kraken nach. Nasdaq gab bekannt, mit Payward, Krakens Muttergesellschaft, ein System für die Ausgabe und den Handel tokenisierter Aktien zu entwickeln. Unternehmen, die an der Nasdaq gelistet sind, könnten künftig tokenisierte Versionen ihrer Aktien ausgeben, die auf der Blockchain existieren.

Das Besondere: Der Handel soll nicht über klassische Broker wie Schwab oder TD laufen, sondern über Kraken. Nasdaq-Präsident Tal Cohen sprach von einem „always-on financial ecosystem”, das den Zugang zu Märkten grundlegend verändere.

Payward hat sich in den letzten Monaten durch die Übernahme von NinjaTrader für 1,5 Mrd. US-Dollar und des tokenisierten-Aktien-Spezialisten Backed Finance strategisch positioniert.

Tokenisierte Aktien sollen 24/7 handelbar sein, mit vollem Stimmrecht und Dividende

Der Kern des Nasdaq-Deals: Tokenisierte Aktien wären rund um die Uhr handelbar, 365 Tage im Jahr. Token-Halter behalten dabei dieselben Rechte wie traditionelle Aktionäre – einschließlich Stimmrecht bei Proxy-Abstimmungen und Dividendenansprüchen.

Die Token sollen 1:1 durch echte Aktien gedeckt sein und über die Depository Trust Company abgewickelt werden, damit sie jederzeit in klassische Aktien umtauschbar bleiben. Der Launch ist für Anfang 2027 angepeilt, steht aber unter SEC-Genehmigungsvorbehalt.

Analysten weisen darauf hin, dass 24/7-Handel nicht automatisch glattere Preise bedeutet. Dünnere Liquidität in Nebenzeiten könnte Volatilität verstärken, wie es im Kryptomarkt an Wochenenden regelmäßig zu beobachten ist.

Dass eine Kryptobörse jetzt auf denselben Zahlungsschienen wie JPMorgan operiert und gleichzeitig Nasdaq-Aktien tokenisiert, zeigt, wie schnell sich die Grenzen zwischen traditioneller Finanzwelt und Krypto-Infrastruktur auflösen.

Die Ironie dabei: Die selbe Technologie, die Bitcoin geschaffen hat, um das Bankensystem zu umgehen, wird jetzt von diesem System selbst übernommen.

Wir berichteten bereits über Sichtweisen, dass Investoren die Geschwindigkeit der Tokenisierung von Vermögenswerten unterschätzen. 

7 BTC in einer Woche trotz Bärenmarkt, El Salvador ignoriert den IWF-Compliance-Report

7 BTC in einer Woche trotz Bärenmarkt, El Salvador ignoriert den IWF-Compliance-Report

El Salvadors Bitcoin Office hat am 9. März neue Zahlen veröffentlicht: Das Land hält jetzt 7.585 BTC im Wert von über 515 Mio. US-Dollar. Allein in der vergangenen Woche kamen 7 BTC hinzu, in den letzten 30 Tagen insgesamt 30. Das berichtet das offizielle Bitcoin Office – und das mitten im Bärenmarkt.

In Kürze

  • Das Bitcoin Office meldet 7.585 BTC im Staatsbesitz, letzter Kauf am 8. März
  • Arkham bestätigt tägliche 1-BTC-Transfers von Binance und Bitfinex an Regierungs-Wallets
  • Der IWF gewährte 1,4 Mrd. US-Dollar unter der Bedingung, Bitcoin-Aktivitäten zu reduzieren

Das Bitcoin Office meldet 7.585 BTC im Staatsbesitz, letzter Kauf am 8. März

Die letzte gemeldete Transaktion datiert vom 8. März 2026 – 1 BTC, wie gewohnt. Seit Präsident Nayib Bukele Ende 2022 die Strategie „1 BTC pro Tag” ausgerufen hat, läuft die Akkumulation ohne Unterbrechung. In über drei Jahren gab es keinen einzigen Monat, in dem El Salvador pausiert hätte.

Dabei schwankte der Marktwert der Reserven erheblich: Bei Kursen über 90.000 US-Dollar lag der Gesamtwert bei über 670 Mio. US-Dollar, aktuell sind es bei rund 68.000 US-Dollar noch etwa 515 Mio. Trotzdem kauft die Regierung weiter.

El Salvador kauft weiter Bitcoin

Im November 2025 gab es sogar einen Großkauf von über 1.000 BTC an einem einzigen Tag für rund 100 Mio. US-Dollar. Zusätzlich hat geothermisches Mining am Tecapa-Vulkan seit 2021 weitere 474 BTC zu den Reserven beigetragen.

Arkham bestätigt tägliche 1-BTC-Transfers von Binance und Bitfinex an Regierungs-Wallets

Die On-Chain-Daten stützen das Bild der kontinuierlichen Akkumulation. Blockchain-Analysefirma Arkham bestätigt tägliche Transfers von jeweils 1 BTC, die von Binance- und Bitfinex-Hot-Wallets an staatliche Adressen gehen.

Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: Ein IWF-Compliance-Report vom Juli 2025 enthüllte, dass El Salvadors Finanzminister und Zentralbankpräsident dem Fonds schriftlich bestätigt haben, seit Februar 2025 keine Neukäufe getätigt zu haben.

Laut dem Report spiegeln die Zuwächse im Reserve-Fonds lediglich die Konsolidierung bestehender Bitcoin aus verschiedenen Regierungs-Wallets wider. Ob die täglichen 1-BTC-Transfers also echte Marktkäufe oder interne Umschichtungen sind, bleibt unklar.

Bukele selbst kommentierte die IWF-Forderungen auf X mit den Worten:

It won’t stop now, and it won’t stop in the future.

Der IWF gewährte 1,4 Mrd. US-Dollar unter der Bedingung, Bitcoin-Aktivitäten zu reduzieren

Der politische Hintergrund macht die Akkumulation brisant. Im Dezember 2024 gewährte der IWF El Salvador ein Darlehen über 1,4 Mrd. US-Dollar. Die Bedingungen waren klar: Das Land sollte den Status von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel aufheben und die öffentliche Beteiligung an Krypto-Aktivitäten einschränken.

Im Januar 2025 änderte der Kongress die Gesetze entsprechend – mit 55 zu 2 Stimmen. Trotzdem lief die Akkumulation weiter. Im März 2025 forderte der IWF erneut, die Käufe einzustellen, und verbot zusätzlich die Emission von Bitcoin-gebundenen Anleihen.

Bukeles zynische Antwort:

Proof of work is greater than proof of whining.

Dass Bitfinex und Tether ihre Hauptsitze nach El Salvador verlegten, unterstreicht, dass das Land trotz des IWF-Drucks als Krypto-Standort an Bedeutung gewinnt.

Ob El Salvador wirklich kauft oder konsolidiert, ist letztlich weniger relevant als das Signal: Ein Staat mit begrenzten Ressourcen akkumuliert das härteste Geld der Welt und das gegen den ausdrücklichen Wunsch der Institution, die ihm gerade 1,4 Mrd. US-Dollar geliehen hat.

Wir berichteten bereits über Trumps Strategic Bitcoin Reserve und die Frage, warum auch die USA ein Jahr nach der Executive Order keinen einzigen BTC gekauft haben.

Erstmals kontrollieren neue Whales mehr BTC als alte, CryptoQuant-Daten zeigen strukturellen Wandel

Erstmals kontrollieren neue Whales mehr BTC als alte, CryptoQuant-Daten zeigen strukturellen Wandel

CryptoQuant-Daten zeigen einen historischen Umbruch in Bitcoins Eigentümerstruktur: Sogenannte „New Whales“, das heißt Wallets mit über 1.000 BTC, die innerhalb der letzten 155 Tage gekauft haben, kontrollieren erstmals mehr Realized Cap als die alten Großinvestoren. Vor 2025 lag ihr Anteil nie über 22 %, jetzt sind es fast 50 %.

In Kürze

  • 120 Mrd. US-Dollar bei einem Durchschnittspreis von 98.000 US-Dollar akkumuliert
  • Alte Whales blieben weitgehend inaktiv, Binance-Daten bestätigen kaum Bewegung bei Coins älter als 155 Tage
  • Wallets mit über 1.000 BTC fügten im Februar zehntausende Coins hinzu

120 Mrd. US-Dollar bei einem Durchschnittspreis von 98.000 US-Dollar akkumuliert

Die Dimension ist beispiellos. Neue Whales haben Bitcoin im Gesamtwert von rund 120 Mrd. US-Dollar akkumuliert, bei einem durchschnittlichen Kaufpreis von etwa 98.000 US-Dollar pro BTC. Bei einem aktuellen Kurs von rund 68.000 US-Dollar bedeutet das einen unrealisierten Buchverlust von geschätzt 40 Mrd. US-Dollar. Trotzdem kaufen sie weiter.

Jede Korrektur seit dem Allzeithoch bei über 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 wurde von neuen Großinvestoren aufgekauft. Das spiegelt sich auch in der Short-Term-Holder-Supply wider, die in nur 30 Tagen um rund 100.000 BTC auf ein Allzeithoch gestiegen ist.

Neue Wahle kontrollieren mehr Bitcoin

CryptoQuant-Gründer Ki Young Ju warnte allerdings im Februar, Bitcoin sei aktuell „not pumpable“  – 2025 flossen 308 Mrd. US-Dollar an Realized Cap zu, doch die Market Cap fiel im selben Zeitraum um 98 Mrd. US-Dollar. Der Verkaufsdruck übersteigt also das frische Kapital.

Alte Whales blieben weitgehend inaktiv, Binance-Daten bestätigen kaum Bewegung bei Coins älter als 155 Tage

Was die Daten besonders interessant macht, ist das Verhalten der alten Whales. Binance-Zufluss-Daten zeigen, dass Coins, die älter als 155 Tage sind, kaum bewegt wurden. Die langfristigen Halter verteilen also nicht.

Gleichzeitig zeigen Hyblock-Daten, dass Whale-Wallets in der vergangenen Woche ein positives Cumulative Volume Delta von 135 Mio. US-Dollar verzeichneten. Retail- und Mid-Size-Trader dagegen reduzierten ihre Positionen um insgesamt 256 Mio. US-Dollar. Die großen Spieler absorbierten also den Verkaufsdruck der kleineren Marktteilnehmer. Das ist ein Muster, das in früheren Zyklen vor größeren Aufwärtsbewegungen beobachtet wurde.

Allerdings gibt es diesmal ein Gegenargument: Whale-Einlagen an Börsen erreichten ein Jahrzehnthoch, was auf potenziellen Verkaufsdruck von über 60 Mrd. US-Dollar hinweist.

Wallets mit über 1.000 BTC fügten im Februar zehntausende Coins hinzu

Die On-Chain-Daten aus dem Februar bestätigen die Akkumulation in der Breite. Adressen mit über 1.000 BTC fügten während der Kursrückgänge zehntausende Coins zu ihren Beständen hinzu und das ausgerechnet in einer Phase, in der der Fear & Greed Index auf 24 Punkte fiel und die Stimmung am Markt extrem bärisch war.

Historisch ging ähnliche Whale-Akkumulation den großen Rallys von 2017 und 2021 voraus. Ob sich das Muster wiederholt, bleibt offen.

Aus Sicht niedriger Zeitpräferenz ist das Verhalten der neuen Whales nachvollziehbar: Wer Bitcoin als härtestes Geld mit fixem Angebot von 21 Mio. Einheiten versteht, kauft nicht zu einem bestimmten Preis, sondern akkumuliert über Zeit.

Ob der Einstieg bei 98.000 US-Dollar rückblickend als klug oder als größte institutionelle Falle der Geschichte gelten wird, entscheidet nicht der Markt von heute, sondern der von morgen. Wir berichteten bereits über die Verdopplung der Public Companies mit über 1.000 BTC in der Bilanz und das wachsende institutionelle Interesse an Bitcoin als Reserve-Asset.