Russland Krypto Gesetz: Bitcoin erlaubt im Außenhandel, verboten im Inland

Russland Krypto Gesetz: Bitcoin erlaubt im Außenhandel, verboten im Inland

Das Russland Krypto Gesetz nimmt Gestalt an. Am 22. April 2026 hat die Staatsduma den Entwurf „Über Digitale Währung und Digitale Rechte” in erster Lesung mit 327 von 340 Stimmen verabschiedet. Krypto wird als Eigentum anerkannt und soll im Außenhandel legal werden, während inländische Zahlungen weiter dem Rubel vorbehalten bleiben.

Russland Krypto Gesetz tritt frühestens am 1. Juli 2026 in Kraft

Der Gesetzentwurf trägt die Nummer 1194918-8 und wurde am 1. April von der Regierung in die Duma eingebracht. Nach der ersten Lesung sind noch zwei weitere Lesungen im Parlament erforderlich, anschließend die Zustimmung des Föderationsrats und die Unterschrift des Präsidenten.

Abgeordnete haben zwei Wochen Zeit, Änderungsanträge für die zweite Lesung einzureichen. Frühester Termin für das Inkrafttreten ist der 1. Juli 2026, einzelne Bestimmungen sollen erst später greifen. Das Verbot nicht lizenzierter Vermittler und der P2P-Kriminalisierung tritt am 1. Juli 2027 in Kraft.

Der Oberste Gerichtshof Russlands hat ein begleitendes Strafgesetz vorerst zurückgewiesen, weil das Grundgesetz noch nicht formal verabschiedet ist. Der vollständige Gesetzestext liegt auf der Seite der Staatsduma.

Bitcoin Sanktionsumgehung als zentrales Motiv hinter dem Gesetzentwurf

Stellvertretender Vorsitzender des Duma-Haushaltsausschusses Kaplan Panesh benannte den Zweck offen. Die Einordnung von Krypto als Eigentum erlaube Schutz vor Gericht, auch in Insolvenz- und Scheidungsverfahren, und das Gesetz schaffe eine Ausnahme für den Einsatz im Außenhandel.

Damit könnten russische Unternehmen mit ausländischen Vertragspartnern in Krypto abrechnen und westliche Sanktionen umgehen. Die Bitcoin Sanktionsumgehung ist nicht neu, seit 2024 gibt es eine Pilotphase für genau diesen Zweck. Das neue Gesetz überführt diese Praxis in einen festen Rechtsrahmen.

Erlaubte Anwendungen umfassen Zahlungen für Waren, Dienstleistungen, Wertpapiere, geistiges Eigentum und Vergütungen. Die Bitcoin Sanktionsumgehung ist damit nicht mehr Graubereich, sondern staatlich sanktioniertes Instrument im Außenhandel.

Rubel bleibt Inlandswährung, Zentralbank lenkt Bitcoin Sanktionsumgehung im Außenhandel

Der russische Rubel, einschließlich des geplanten digitalen Rubels, bleibt einziges gesetzliches Zahlungsmittel für inländische Transaktionen. Krypto darf nicht für Gehälter, Waren oder Dienstleistungen innerhalb Russlands verwendet werden. Die Zentralbank erhält weitreichende Befugnisse. Sie lizenziert fünf Klassen von Marktteilnehmern, also Börsen, Broker, Verwaltungsgesellschaften, Verwahrer und Wechselstellen.

Die Bank of Russia erstellt eine Whitelist der handelbaren Coins, erwartet werden Bitcoin, Ethereum, Solana, BNB, TRON und XRP. Nicht qualifizierte Anleger müssen einen Test absolvieren und dürfen pro lizenziertem Vermittler jährlich bis zu 300.000 Rubel investieren. Privacy-Coins bleiben verboten, P2P-Handel wird ab Juli 2027 strafbar, unlizenzierte Geschäfte werden mit bis zu sieben Jahren Haft geahndet.

Das Russland Krypto Gesetz zeigt damit eine Eigenart. Ein sanktionierter Staat nutzt Bitcoin als Werkzeug gegen Dollar-Dominanz und bettet es zugleich in eine staatlich gelenkte Infrastruktur ein, in der die Zentralbank über jede Transaktion entscheidet. Bitcoin wurde als System ohne zentrale Autorität entwickelt, genau diese Eigenschaft macht es für Staaten unter Sanktionsdruck nutzbar.

Zugleich entziehen sich die Anreizsysteme der dezentralen Idee. Selbstverwahrung wird verdrängt, Peer-to-Peer kriminalisiert, der freie Markt ersetzt durch Zentralbank-Whitelist. Was im Außenhandel Souveränität stärkt, reduziert im Inland individuelle Geldautonomie. Die strukturelle Lektion liegt darin, dass der Wettlauf um die Reservewährung nicht zwischen Dollar und Bitcoin verläuft, sondern zwischen staatlich gelenkten und privat gehaltenen Formen von Bitcoin.

Wir berichteten über die europäische Seite dieser Dollar-Debatte und die Forderung der Bundesbank nach Euro-Stablecoins.

Coinbase Quantum Schutz: Neues Paper benennt 6,9 Millionen verwundbare BTC-Adressen

Coinbase Quantum Schutz: Neues Paper benennt 6,9 Millionen verwundbare BTC-Adressen

Der Coinbase Quantum Schutz liegt erstmals schwarz auf weiß vor. Am 21. April 2026 hat der im Januar eingesetzte Beirat sein erstes 50-seitiges Positionspapier veröffentlicht. Rund 6,9 Millionen Bitcoin-Wallets mit offengelegten Public Keys gelten darin als prioritäre Ziele.

Coinbase Beirat veröffentlicht erstes Positionspapier nach drei Monaten Arbeit

Zu den Autoren zählen Dan Boneh vom Stanford Center for Blockchain Research, Justin Drake von der Ethereum Foundation, Sreeram Kannan von EigenLayer sowie Yehuda Lindell, Head of Cryptography bei Coinbase.

Das Papier ordnet sich in eine Reihe von Veröffentlichungen ein, die seit Googles Q-Day-Paper vom 30. März 2026 die Debatte um das Bitcoin Quantum Upgrade antreiben. Das Gremium positioniert sich dabei explizit nicht als Warnung vor einem akuten Ereignis, sondern als Aufruf zur frühzeitigen Planung.

Ein kryptographisch relevanter Quantencomputer liege weiterhin mindestens ein Jahrzehnt entfernt, dennoch brauche die Migration aller Wallets, Börsen und Verwahrer mehrere Jahre. Die Empfehlungen des Coinbase Quantum Schutz decken sich mit der NIST-Richtlinie, die Migration auf quantensichere Algorithmen bis 2035 abzuschließen. Das vollständige Paper findet sich im offiziellen Coinbase-Blog.

6,9 Millionen Bitcoin-Wallets mit offengelegten Public Keys im Fokus

Laut Paper sind rund 6,9 Millionen Bitcoin-Wallets betroffen, deren öffentlicher Schlüssel bereits auf der Blockchain sichtbar ist. Dazu gehören alte P2PK-Adressen aus Bitcoins Frühzeit, darunter auch Satoshis Coinbestand. Sobald ein Quantencomputer aus einem öffentlichen Schlüssel den privaten ableiten kann, wären diese Adressen angreifbar.

Wallets mit ausschließlich empfangenen Transaktionen bleiben dagegen hinter Hashfunktionen verborgen und gelten kurzfristig als sicher. Ein Bitcoin Quantum Upgrade würde neue quantensichere Signaturen einführen, die nach einer Schätzung im Paper bis zu 38-mal mehr Speicherplatz pro Transaktion beanspruchen. Für ein Netzwerk mit festen Blockgrößen ist das keine Parameter-Änderung, sondern eine strukturelle Anpassung.

Bitcoin-Kerninfrastruktur gilt als sicher, Schwachstelle liegt auf Wallet-Ebene

Mining, Hashfunktionen und die Historie der Blockchain gelten laut Beirat als nicht wesentlich gefährdet. Bitcoin ist damit besser gestellt als viele Proof-of-Stake-Netzwerke, deren Validatoren laufend signieren. Der Coinbase Quantum Schutz ist dabei einzuordnen.

Eine Börse mit Verwahrungsgeschäft hat ein Eigeninteresse, Migrationen früh zu strukturieren, weil sie davon operativ und wirtschaftlich profitiert. Die Empfehlungen bleiben technisch fundiert, doch der Weg zu einem Bitcoin Quantum Upgrade läuft nicht über einen Beirat, sondern über verteilten Konsens unter Entwicklern, Minern und Nutzern.

Genau diese Eigenschaft ist kein Defekt, sondern Ausdruck der Dezentralität. Ein Geldsystem mit fixen Regeln ändert sich nur, wenn alle relevanten Akteure zustimmen, was langsamer, aber robuster ist. Fiat-Systeme hängen an der Handlungsfähigkeit weniger Institutionen, Bitcoin dagegen an einem offenen Protokoll ohne zentrale Entscheider. Das Ergebnis ist eine Ordnungsfrage, wer bestimmt, wann Geld angepasst wird, eine Institution oder ein dezentrales Netzwerk.

Wir berichteten über Googles Q-Day-Paper und die neuen Ressourcen-Schätzungen für einen Bitcoin-Angriff.

Bitcoin Whale Akkumulation: 270.000 BTC Kauf ist größter Monats-Trade seit 2013

Bitcoin Whale Akkumulation: 270.000 BTC Kauf ist größter Monats-Trade seit 2013

Die Bitcoin Whale Akkumulation hat laut On-Chain-Daten ein 13-Jahres-Hoch erreicht. Wallets mit mehr als 1.000 BTC haben in den vergangenen 30 Tagen rund 270.000 Bitcoin aufgenommen. Das entspricht dem größten monatlichen Großkauf seit 2013.

Bitcoin WhaBitcoin Whale Akkumulation erreicht 270.000 BTC in 30 Tagen

Die Zahlen stammen von CryptoQuant und wurden vom Börsenunternehmen Bitfinex öffentlich aufbereitet. Im Vergleich zu Dezember 2025 ist die Zahl der Wallets mit über 1.000 BTC von 2.082 auf 2.140 gestiegen. In dieser Zeit haben sie kollektiv rund 270.000 BTC akkumuliert, was zu aktuellen Kursen etwa 19 Mrd. US-Dollar entspricht.

Bitcoin Whale Akkumulation Chart

Die Bitcoin Whale Akkumulation findet damit parallel zu einem Fear and Greed Index statt, der seit fast zwei Monaten im Bereich extreme Angst liegt. Die Divergenz zwischen großen und kleinen Haltern ist damit deutlich sichtbar.

Der Bitcoin-Kurs steht bei rund 71.000 bis 73.000 US-Dollar und liegt etwa 36 Prozent unter dem Allzeithoch vom Oktober 2025. Die historische Parallele: Der letzte vergleichbare monatliche Großkauf fand 2013 statt, vor dem Anstieg von rund 13 auf über 1.000 US-Dollar.

32.000 BTC an einem Tag: Größter Exchange-Abfluss der Geschichte

Die Daten von CryptoQuant zeigen, dass am 7. März 32.000 BTC in einer einzigen Sitzung die Exchanges verlassen haben. Der kumulative 30-Tage-Outflow liegt bei rund 48.200 BTC im Gegenwert von etwa 3,4 Mrd. US-Dollar. Die gesamten Exchange-Reserves fallen dadurch auf 2,21 Mio. BTC, den niedrigsten Stand seit Dezember 2017.

Das entspricht 5,88 Prozent des zirkulierenden Supply. Die Chart-Daten sind in der CryptoQuant Spot Average Order Size live einsehbar.

Bitfinex hat auf X erklärt:

Whales haben in 30 Tagen 270.000 BTC akkumuliert, der größte Kaufrausch seit 2013. Die Börsenreserven stehen auf dem niedrigsten Stand seit Dezember 2017. Das Angebot, um neue Nachfrage zu decken, schrumpft.

Je weniger Coins auf Exchanges liegen, desto geringer ist das sofort verkäufliche Angebot.

Was Bitcoin Whale Akkumulation im Kontext harter Geldformen bedeutet

Der 2013-Vergleich ist strukturell nur bedingt belastbar, weil Bitcoin damals ein reiner Retail-Markt ohne ETFs oder Corporate Treasuries war. Die heutige Kohorte über 1.000 BTC umfasst Strategy, Spot-ETFs und institutionelle Custody-Anbieter. Der Vergleichspunkt ist nicht das Marktumfeld, sondern die Geschwindigkeit der Akkumulation bei gleichzeitiger Schwäche im Kurs.

Was sich dagegen wiederholt, ist das Verhalten: Große Halter bauen Positionen bei maximaler Marktangst auf, während Kleinanleger verkaufen. In einem System mit fixem Angebot von 21 Mio. Einheiten hat jeder Coin, der in langfristige Verwahrung wandert, direkte Wirkung auf das handelbare Angebot. Je geringer dieses Angebot, desto mehr hängt der nächste Preisimpuls an neuer Nachfrage, nicht an neuem Supply. Wer diesen Unterschied versteht, liest die Bitcoin Whale Akkumulation nicht als kurzfristiges Preissignal, sondern als Ausdruck einer strukturellen Geldwahlentscheidung.

Wir berichteten über den Bitcoin Großkäufer Rekord bei Wallets über 1.000 BTC.

Bitcoin Netzwerk Nutzung auf 8-Jahres-Tief: Warum ETFs das Bild verzerren

Bitcoin Netzwerk Nutzung auf 8-Jahres-Tief: Warum ETFs das Bild verzerren

Die Bitcoin Netzwerk Nutzung ist laut On-Chain-Daten auf den niedrigsten Stand seit 2018 gefallen. Der Momentum-Index für aktive Adressen liegt bei minus 0,2. Doch die Zahl misst eine Welt, die es in dieser Form nicht mehr gibt. 2018 war Bitcoin ein Retail-Netzwerk. 2026 ist es institutionelle Infrastruktur.

Bitcoin Netzwerk Nutzung fällt auf niedrigsten Stand seit 2018

Die Zahl der aktiven Bitcoin-Adressen ist auf rund 655.000 gesunken. Das zeigt die Active-Addresses-Metrik von CryptoQuant. Der Momentum-Index, der die Veränderungsrate der Adressaktivität misst, liegt bei minus 0,2, dem tiefsten Wert seit acht Jahren.

Bitcoin Active Addresses

Quelle: CryptoQuant

In früheren Zyklen fielen solche Werte mit Bodenbildungsphasen zusammen: 2018, 2019, 2020 und 2022. Der Rückgang der Bitcoin On-Chain Aktivität wird von Analysten als Phase niedriger Volatilität und schwacher spekulativer Beteiligung eingeordnet.

Kurzfristige Halter haben den Markt weitgehend verlassen. Das Netzwerk wird aktuell von Langzeithaltern dominiert, die akkumulieren statt handeln.

30 Prozent weniger aktive Adressen seit August 2025

Im August 2025 lag die Zahl der aktiven Adressen noch bei 938.609. Seitdem ist sie um rund 30 % gefallen. Der Rückgang fällt in eine Phase, in der Bitcoin von seinem Allzeithoch bei 126.198 US-Dollar im Oktober 2025 auf aktuell rund 73.000 US-Dollar korrigiert hat.

Auf den ersten Blick wirkt das wie 2018: sinkende Adressen, fallender Preis, schwindende Beteiligung. Doch die Struktur dahinter ist eine völlig andere.

2018 gab es keine Spot-ETFs. Keine Treasury-Unternehmen. Kein Lightning Network in Produktion. Keine institutionellen Custodians, die Millionen von Nutzern über einzelne Adressen verwalten.

2018 bedeutete ein Adressrückgang tatsächlich weniger Nutzer. 2026 bedeutet er weniger Adressen pro Nutzer. Die Bitcoin Netzwerk Nutzung sinkt nicht, weil Menschen Bitcoin verlassen. Sie sinkt, weil die Infrastruktur Transaktionen bündelt, die früher einzeln sichtbar waren.

Bitcoin Netzwerk Nutzung sinkt, aber die Nutzer verschwinden nicht

Die Active-Address-Metrik erfasst ausschließlich On-Chain-Transaktionen. Alles, was über ETFs, Custodians, Lightning oder Batching läuft, bleibt unsichtbar. Ein Beispiel: Millionen ETF-Investoren halten Bitcoin über Coinbase Custody. In der Metrik erscheint das als eine einzige Adresse.

Strategy hält 766.000 BTC in Cold Storage und bewegt sie fast nie. Lightning-Transaktionen tauchen erst bei Kanalöffnung oder Kanalschließung auf, nicht bei jeder einzelnen Zahlung. Börsen fassen hunderte Auszahlungen in eine einzige Transaktion zusammen.

Die Metrik ist nicht falsch. Aber sie misst einen immer kleineren Ausschnitt des gesamten Bitcoin-Ökosystems. Wer den Rückgang der Active Addresses als Zeichen für ein leeres Netzwerk interpretiert, ignoriert den Strukturwandel der letzten acht Jahre.

Die Bitcoin On-Chain Aktivität sinkt, weil die Nutzung sich von der Hauptkette weg verlagert. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist die logische Folge einer Infrastruktur, die genau dafür gebaut wurde: Transaktionen effizienter, gebündelter und skalierbarer abzuwickeln, ohne jede Bewegung einzeln auf der Blockchain sichtbar zu machen.

Wir berichteten über den Kontrast zwischen steigenden Preisen und stagnierender On-Chain-Aktivität.

Vertrauen in Kryptobörsen schmilzt: Studie zeigt Abkehr von zentraler Verwahrung

Vertrauen in Kryptobörsen schmilzt: Studie zeigt Abkehr von zentraler Verwahrung

Das Vertrauen in Kryptobörsen ist laut einer aktuellen Umfrage auf einem historischen Tiefstand. Eine Studie von Cointelegraph Research in Zusammenarbeit mit dem Hardware-Wallet-Hersteller Trezor zeigt, dass eine klare Mehrheit zentralen Plattformen weniger vertraut als noch vor vier Jahren.

65 Prozent der Nutzer vertrauen Kryptobörsen weniger als vor vier Jahren

Die Ergebnisse der Studie „The Future of Self-Custody: Turning Ownership Into Security” sind eindeutig. 65 Prozent der befragten Nutzer geben an, zentralen Börsen weniger zu vertrauen als 2022. Davon melden 45 Prozent einen erheblichen Rückgang, weitere 20 Prozent einen leichten.

Nur 16 Prozent sehen eine Verbesserung, 19 Prozent keine Veränderung. Das berichtet Cointelegraph Research in einer am 24. März 2026 veröffentlichten Pressemitteilung.

Gleichzeitig nannten 57 Prozent der Befragten den direkten Besitz privater Schlüssel als Hauptgrund für den Wechsel zur Selbstverwahrung. Das Vertrauen in Kryptobörsen hat sich damit messbar und strukturell verschoben.

FTX, Mt. Gox und QuadrigaCX als Auslöser des Vertrauensbruchs

Die Studie benennt konkrete Ereignisse als Ursachen für den Vertrauensverlust. Mt. Gox verlor rund 850.000 BTC, bei QuadrigaCX fehlten 169 Mio. US-Dollar an Kundengeldern, und FTX hinterließ ein Defizit von 8 Mrd. US-Dollar. In allen drei Fällen vertrauten Nutzer einer zentralen Instanz ihre Vermögenswerte an, und diese Instanz versagte.

Der FTX-Zusammenbruch im November 2022 gilt als psychologischer Wendepunkt. Erst als Auszahlungen gestoppt wurden, erkannten viele Nutzer, dass Gegenparteirisiko kein theoretisches Konzept ist, sondern realer Vermögensverlust. Das sinkende Vertrauen in Kryptobörsen ist damit keine kurzfristige Reaktion, sondern das Resultat wiederholter systemischer Ausfälle.

Eigene Schlüssel statt Plattformvertrauen: Der Trend zur Eigenverantwortung

Die Abkehr von zentralen Börsen folgt einer strukturellen Logik. Wer Bitcoin auf einer eigenen Wallet mit privatem Schlüssel verwahrt, eliminiert das Gegenparteirisiko vollständig. Kein Unternehmen kann den Zugang sperren, keine Insolvenz die Bestände erfassen, kein Hack auf Börsenserver das eigene Vermögen betreffen.

Bitcoin ermöglicht dieses Modell nativ, ohne Mittelsmann, ohne Vertrauensvorschuss, ohne institutionelle Abhängigkeit. Die Entscheidung für Bitcoin Eigenverantwortung ist damit keine ideologische Position, sondern eine rationale Risikobewertung. Wer die Kontrolle über sein Geld an Dritte abgibt, akzeptiert ein Risiko, das bei einem Gut mit festem Angebot und programmatischer Knappheit nicht notwendig ist.

Die Studie wurde allerdings gemeinsam mit einem Hardware-Wallet-Hersteller erstellt. Stichprobengröße und Methodik bleiben unklar. Das schmälert die Aussagekraft, nicht aber die zugrunde liegende Erkenntnis: Zentrale Verwahrung bleibt ein strukturelles Risiko, das Bitcoin konstruktionsbedingt nicht kennt.

Wir berichteten über das Binance Datenleck 2026 und die Risiken zentraler Verwahrung.

FTX Insolvenz Auszahlung am 31. März: Der größte Krypto-Betrug zahlt mehr zurück als erwartet

FTX Insolvenz Auszahlung am 31. März: Der größte Krypto-Betrug zahlt mehr zurück als erwartet

Der FTX Recovery Trust hat am 31. März 2026 rund 2,2 Mrd. US-Dollar an Gläubiger ausgezahlt. Es ist die vierte FTX Insolvenz Auszahlung seit Beginn des Rückzahlungsprozesses im Februar 2025. Die Gesamtrückzahlungen erreichen damit rund 10 Mrd. US-Dollar.

Vierte Auszahlungsrunde über 2,2 Mrd. US-Dollar am 31. März 2026 abgeschlossen

Die FTX Insolvenz Auszahlung wurde über die Distributionspartner BitGo, Kraken und Payoneer abgewickelt. Berechtigte Gläubiger in den Convenience- und Non-Convenience-Klassen erhielten ihre Mittel innerhalb von ein bis drei Werktagen.

Der Recovery Trust bestätigte die Auszahlung per offizieller Pressemitteilung am 18. März. Die FTX Auszahlung 2026 betrifft mehrere Claim-Klassen mit unterschiedlichen Quoten. US-Kundenansprüche der Klasse 5B erhielten eine finale Tranche von 5 Prozent und erreichten damit 100 Prozent kumulative Recovery.

Allgemeine unbesicherte Forderungen und Digital-Asset-Darlehen der Klassen 6A und 6B stiegen jeweils um 15 Prozent auf ebenfalls 100 Prozent.

Gesamtrückzahlung erreicht 10 Mrd. US-Dollar in vier Runden seit Februar 2025

Die vier bisherigen Auszahlungsrunden summieren sich auf rund 10 Mrd. US-Dollar. Im Februar 2025 flossen 1,2 Mrd. US-Dollar, im Mai 2025 folgten 5 Mrd. US-Dollar, im September 2025 weitere 1,6 Mrd. US-Dollar.

Die aktuelle vierte Runde ergänzt 2,2 Mrd. US-Dollar. Eine fünfte FTX Insolvenz Auszahlung ist für den 29. Mai 2026 angekündigt.

Der Recovery Trust bestätigte zudem ein Record Date am 30. April für Preferred-Equity-Halter, die erstmals berücksichtigt werden. Die Geschwindigkeit des Verfahrens ist bemerkenswert. Mt. Gox brauchte über zehn Jahre für partielle Rückzahlungen. FTX erreichte in 14 Monaten nahezu vollständige Recovery für die meisten Claim-Klassen.

US-Kunden bei 100 Prozent Recovery, internationale bei 96%

Die Convenience-Klasse, also Kleinanleger mit niedrigeren Forderungen, erhält kumulativ 120 Prozent ihrer ursprünglichen Ansprüche. Internationale Kundenansprüche der Klasse 5A stiegen um 18 Prozent auf 96 Prozent kumulativ.

Diese Zahlen übertreffen die Erwartungen, die bei Insolvenzeröffnung im November 2022 bei bestenfalls 10 bis 20 Cent pro Dollar lagen. Der entscheidende Punkt bleibt jedoch: Alle Rückzahlungen basieren auf den Bewertungen vom November 2022. Bitcoin stand damals bei rund 16.000 US-Dollar. Wer einen Bitcoin auf FTX hielt, erhält den Dollarwert von 2022 zurück, nicht den aktuellen Kurs von 66.000 US-Dollar.

Die FTX Insolvenz Auszahlung ist damit juristisch erfolgreich, ökonomisch aber ein massiver Verlust für jeden, der die Coins behalten hätte. Genau darin liegt die strukturelle Lektion: Wer seine Bitcoin einer zentralisierten Plattform anvertraut, gibt die Kontrolle über ein knappes Asset ab.

Ein System mit 21 Mio. Einheiten und festen Regeln schützt nur den, der es auch selbst verwahrt. Vertrauen in Dritte ist in einem System ohne Vertrauensbedarf der teuerste Fehler.

Wir berichteten über den Start der FTX-Auszahlungen im Januar 2025.