SEC Krypto Klassifizierung: 16 Kryptowährungen als digitale Rohstoffe eingestuft

SEC Krypto Klassifizierung: 16 Kryptowährungen als digitale Rohstoffe eingestuft

SEC und CFTC haben am 17. März 2026 in einer gemeinsamen 68-seitigen Interpretation erstmals 16 Krypto-Assets offiziell als digitale Rohstoffe eingestuft. Damit sind diese Assets keine Wertpapiere mehr und fallen künftig unter die Aufsicht der CFTC statt der SEC.

Fünf Kategorien für digitale Assets: Nur Securities bleiben unter SEC-Aufsicht

Die SEC Krypto Klassifizierung unterteilt digitale Assets erstmals in fünf Kategorien: Digital Commodities, Digital Collectibles, Digital Tools, Stablecoins und Digital Securities. Dabei bleiben ausschließlich Digital Securities unter der Aufsicht der SEC, also tokenisierte Versionen klassischer Finanzinstrumente wie Aktien oder US-Staatsanleihen. Das gab SEC-Chairman Paul Atkins auf dem DC Blockchain Summit in Washington bekannt und sprach dabei von einem Ende der regulatorischen Unsicherheit nach über einem Jahrzehnt.

CFTC-Chairman Michael Selig bezeichnete die gemeinsame Interpretation als Grundlage für ein harmonisiertes Rahmenwerk. Tatsächlich hatten beide Behörden bereits am 11. März ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das die koordinierte Aufsicht über digitale Assets vorbereitet hatte.

Die SEC Krypto Klassifizierung ist allerdings eine Interpretation, kein dauerhaftes Gesetz. Der CLARITY Act, der diese Einstufung in Gesetzesform gießen soll, hat zwar das Repräsentantenhaus im Juli 2025 passiert und den Landwirtschaftsausschuss des Senats im Januar 2026, wartet aber noch auf die finale Abstimmung.

Warum Staking, Mining und Airdrops keine Wertpapier-Transaktionen mehr sind

Die Interpretation geht über die reine Klassifizierung von Assets hinaus. Protokoll-basiertes Staking, Mining und bestimmte Airdrops werden explizit aus dem Wertpapierrecht herausgenommen. Denn diese Aktivitäten erfüllen nach Einschätzung beider Behörden nicht die Kriterien des Howey-Tests, weil keine Gewinnerwartung aus den unternehmerischen Anstrengungen Dritter vorliegt.

Für DeFi-Protokolle und Infrastruktur-Projekte beseitigt das eine regulatorische Grauzone, die seit Jahren Entwicklung und Kapitalallokation gebremst hat. Dabei bestätigt die SEC Krypto-Klassifizierung im Kern eine Logik, die bereits im Ripple-Verfahren unter Richterin Analisa Torres angelegt war.

Die Einstufung als Commodity ist allerdings nicht dauerhaft geschützt. Sobald ein Asset im Rahmen eines Investment Contracts angeboten wird, kann es erneut unter Wertpapierrecht fallen. Die Kategorisierung ist also kontextabhängig, nicht absolut.

Welche 16 Assets auf der Liste stehen und nach welchen Kriterien sie ausgewählt wurden

Das Auswahlkriterium ist im Dokument definiert: Ein digitaler Rohstoff muss intrinsisch mit einem funktionalen Krypto-System verbunden sein und seinen Wert aus Angebot und Nachfrage ableiten, nicht aus der Erwartung von Gewinnen durch Dritte.

Die Liste umfasst Bitcoin, Ether, Solana, XRP, Cardano, Chainlink, Avalanche, Polkadot, Stellar, Hedera, Litecoin, Dogecoin, Shiba Inu, Tezos, Bitcoin Cash und Aptos.

Alle 16 Assets unterliegen bereits einem Futures-Kontrakt auf einem CFTC-regulierten Markt, was ihre Auswahl als Beispiele erklärt, aber keine Voraussetzung für die Einstufung darstellt. Trotzdem wirft die Breite der Liste Fragen auf. Meme-Coins wie Dogecoin und Shiba Inu stehen neben Infrastruktur-Projekten wie Chainlink und Polkadot. 

Die Krypto-Regulierung USA sendet damit ein Signal, das über technologische Kriterien hinausgeht: Hohe Handelsaktivität und breite Marktdurchdringung reichen aus, um als Commodity eingestuft zu werden. Für institutionelles Kapital entsteht dadurch ein klar definierter Rechtsrahmen, der neue ETFs, Derivateprodukte und Custody-Lösungen ermöglicht.

Wir berichteten über die SEC-CFTC-Harmonisierung bei gehebelten Krypto-Produkten.

US-Senat stimmt mit überwältigender Mehrheit für ein CBDC Verbot bis Ende 2030

US-Senat stimmt mit überwältigender Mehrheit für ein CBDC Verbot bis Ende 2030

Das CBDC Verbot in den USA nimmt konkrete Form an: Der US-Senat hat am 12. März mit 89 zu 10 Stimmen ein Gesetz verabschiedet, das der Federal Reserve die Ausgabe einer digitalen Zentralbankwährung bis Ende 2030 untersagt. Das Verbot ist Teil des „21st Century ROAD to Housing Act“.

In Kürze

  • Die Federal Reserve darf bis Ende 2030 keine digitale Zentralbankwährung ausgeben
  • Private Stablecoins sind vom CBDC Verbot ausdrücklich ausgenommen
  • Die Blockchain Association bezeichnet eine staatliche digitale Zentralbankwährung als Bedrohung für Bürgerrechte

Die Federal Reserve darf bis Ende 2030 keine digitale Zentralbankwährung ausgeben

Das CBDC Verbot ist eindeutig formuliert: Die Federal Reserve darf bis zum 31. Dezember 2030 weder direkt noch über Intermediäre wie Geschäftsbanken eine digitale Zentralbankwährung ausgeben. Das gilt auch für jedes digitale Asset, das einem CBDC „substantially similar“ ist.

Die Regelung steckt in einem 302 Seiten langen Wohnungsbaugesetz, das sich primär mit bezahlbarem Wohnraum und Beschränkungen für Private-Equity-Firmen beim Kauf von Einfamilienhäusern befasst. Dass das CBDC Verbot in den letzten Verhandlungen angehängt wurde, zeigt, wie drängend das Thema für beide Parteien geworden ist.

Bereits in der Vorabstimmung war die Richtung klar: 84 zu 6 Stimmen signalisierten früh, dass das Verbot breite Unterstützung genießt. Das Votum folgt auf Trumps Executive Order vom Januar 2026, die Bundesbehörden bereits die Arbeit an CBDCs untersagte.

Private Stablecoins sind vom CBDC Verbot ausdrücklich ausgenommen

Was das Gesetz besonders interessant macht, ist die bewusste Ausnahme für private digitale Dollar-Währungen. Stablecoins wie USDT und USDC fallen nicht unter das CBDC Verbot, solange sie „open, permissionless and private“ sind. Damit erhalten private Stablecoin-Emittenten faktisch das Monopol auf den digitalen Dollar.

Treasury Secretary Scott Bessent und Präsident Trump sehen Stablecoins als strategisches Werkzeug, um die Dollar-Hegemonie im Wettbewerb mit dem chinesischen digitalen Yuan zu verteidigen.

China testet die digitale Zentralbankwährung e-CNY bereits im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr mit den Emiraten über die mBridge-Plattform. Dass die USA sich gegen ein eigenes CBDC entscheiden und stattdessen auf privatwirtschaftliche Lösungen setzen, ist eine geopolitische Entscheidung mit langfristiger Tragweite.

Die Blockchain Association bezeichnet eine staatliche digitale Zentralbankwährung als Bedrohung für Bürgerrechte

Die Reaktionen aus der Krypto-Industrie waren eindeutig. Blockchain-Association-CEO Summer Mersinger erklärte, eine staatliche digitale Zentralbankwährung würde zentrale amerikanische Werte bedrohen. Dazu zählen finanzielle Privatsphäre, Bürgerrechte und die Begrenzung staatlicher Macht.

Digital-Chamber-CEO Cody Carbone sprach von einem Sieg für die finanzielle Freiheit. Auch Hedgefonds-Manager Ray Dalio hatte zuvor gewarnt, CBDCs seien ein „very effective controlling mechanism“ für Regierungen.

Allerdings ist das CBDC Verbot noch kein fertiges Gesetz. Das House of Representatives muss noch zustimmen, und dort zeichnen sich Widerstände ab: Einige Abgeordnete fordern ein permanentes statt temporäres Verbot, andere kritisieren die Wohnungsbau-Beschränkungen im selben Gesetz. Hinzu kommt, dass Trump angekündigt hat, kein Gesetz zu unterschreiben, bis der SAVE Act zur Wähler-ID-Pflicht verabschiedet ist.

Trotzdem sendet das Votum ein historisches Signal: Die größte Volkswirtschaft der Welt hat sich mit überwältigender Mehrheit gegen eine staatliche Überwachungswährung ausgesprochen. Für Bitcoin-Befürworter bestätigt das, was sie seit Jahren argumentieren: Eine Währung, die jede Transaktion trackbar macht, ist das Gegenteil von Geldfreiheit.

Das CBDC Verbot schließt die Tür für den digitalen Dollar als Kontrollinstrument. Wer sie langfristig als Wertspeicher ersetzen will, findet die Antwort nicht bei Stablecoins, sondern bei 21 Mio. BTC. Wir berichteten bereits über die wachsende Debatte um finanzielle Privatsphäre und das US-Treasury, das Krypto-Mixer erstmals als legitimes Privacy-Tool eingestuft hat.

Mastercard startet Krypto-Partner-Programm mit über 85 Krypto- und Finanzunternehmen

Mastercard startet Krypto-Partner-Programm mit über 85 Krypto- und Finanzunternehmen

Mastercard hat am 11. März das Krypto Partner Program vorgestellt – eine globale Initiative, die über 85 Unternehmen aus der Krypto- und Finanzbranche zusammenbringt. Das Programm soll On-Chain-Innovation mit bestehender Zahlungsinfrastruktur verbinden.

In Kürze

  • Das Programm fokussiert sich auf drei Bereiche: Remittances, B2B-Zahlungen und globale Payouts
  • Binance, Circle, PayPal, Ripple und Kraken gehören zu den Launch-Partnern
  • Visa expandiert Stablecoin-Karten, Mastercard setzt auf ein breites Partner-Ökosystem

Das Programm fokussiert sich auf drei Bereiche: Remittances, B2B-Zahlungen und globale Payouts

Mastercard richtet das Programm gezielt auf drei Anwendungsfälle aus: grenzüberschreitende Überweisungen, Business-to-Business-Zahlungen und globale Auszahlungen. In allen drei Bereichen sollen die Geschwindigkeit und Programmierbarkeit von digitalen Assets mit Mastercards bestehenden Karten-Rails zusammengeführt werden.

Die Teilnehmer arbeiten dabei direkt mit Mastercard-Teams an der Entwicklung zukünftiger Produkte und Services. Es geht also nicht um ein reines Label-Programm, sondern um Co-Development.

Mastercard spricht von einer „neuen Phase“ für digitale Assets – weg vom Parallelsystem, hin zur Integration in den bestehenden Zahlungsverkehr für reale Anwendungsfälle. Mastercard beschrieb die Details auf mastercard.com.

Binance, Circle, PayPal, Ripple und Kraken gehören zu den Launch-Partnern

Die Partnerliste liest sich wie ein Who’s who der Krypto-Industrie: Binance, Circle, PayPal, Ripple, Kraken, Crypto.com, OKX, MetaMask, MoonPay, Nexo und Paxos sind dabei. Dazu kommen Blockchain-Netzwerke wie Solana, Polygon, Stellar und Tron sowie Infrastruktur-Anbieter wie Fireblocks, BitGo und der Wallet-Spezialist Dfns.

Auch Compliance-Firmen wie Chainalysis, TRM Labs und Elliptic sind Teil des Programms. Ein klares Signal dafür, dass Mastercard regulatorische Sicherheit von Anfang an mitdenkt.

Borderless.xyz, ein Stablecoin-Orchestrierungsnetzwerk, wurde als Launch-Partner bestätigt und unterstützt bereits globale Payouts für Dfns. Das Programm entstand aus Mastercards Start-Path-Accelerator für Blockchain-Startups, der im September 2025 die ersten fünf Unternehmen auswählte.

Visa expandiert Stablecoin-Karten, Mastercard setzt auf ein breites Partner-Ökosystem

Bemerkenswert ist das Timing: In derselben Woche, in der Visa seine Stablecoin-Karten-Expansion auf über 100 Länder ankündigte, reagiert Mastercard mit einem eigenen Krypto-Vorstoß. Die Ansätze unterscheiden sich jedoch deutlich. Visa setzt auf ein konkretes Produkt: Stablecoin-gestützte Karten über die Bridge-Infrastruktur von Stripe.

Mastercard dagegen baut ein Ökosystem auf, in dem über 85 Firmen gemeinsam an der Zukunft von On-Chain-Zahlungen arbeiten. Nach der Verabschiedung des Genius Act im Juli 2025 fiel die Mastercard-Aktie kurzzeitig, weil Investoren befürchteten, Stablecoins könnten Kreditkarten-Netzwerke überflüssig machen. Das Krypto Partner Program ist Mastercards strategische Antwort: Integration statt Disruption.

Dass die beiden größten Zahlungsnetzwerke der Welt in derselben Woche ihre Krypto-Strategien offenlegen, zeigt, wie schnell sich die Dynamik verschoben hat. Noch vor zwei Jahren galten Krypto und TradFi als getrennte Welten. Heute bauen Visa und Mastercard aktiv an der Brücke dazwischen.

Die Ironie dabei: Die Infrastruktur, die Bitcoin geschaffen hat, um Mittelsmänner überflüssig zu machen, wird jetzt von genau diesen Mittelsmännern übernommen. Wir berichteten bereits über Visas Stablecoin-Expansion in über 100 Länder und die wachsende Rolle von Blockchain-Infrastruktur im globalen Zahlungsverkehr.

Kraken erhält Fed-Zugang und wird Partner bei Nasdaqs Tokenisierung

Kraken erhält Fed-Zugang und wird Partner bei Nasdaqs Tokenisierung

Innerhalb von fünf Tagen hat die Kryptobörse Kraken zwei historische Meilensteine erreicht: Am 4. März erhielt ihre Banktochter Kraken Financial als erste Digital-Asset-Bank einen Federal Reserve Master Account. Am 9. März folgte die Ankündigung einer Partnerschaft mit Nasdaq für tokenisierte Aktien. 

In Kürze

  • Kraken Financial ist die erste Digital-Asset-Bank mit einem Federal Reserve Master Account
  • Nasdaq und Krakens Muttergesellschaft Payward entwickeln gemeinsam ein Equity-Token-Design
  • Tokenisierte Aktien sollen 24/7 handelbar sein, mit vollem Stimmrecht und Dividende

Kraken Financial ist die erste Digital-Asset-Bank mit einem Federal Reserve Master Account

Der Fed-Zugang ist ein Novum in der Geschichte der US-Finanzinfrastruktur. Kraken Financial kann jetzt direkt über Fedwire abwickeln, das Zahlungssystem, über das täglich mehr als 4 Bio. US-Dollar fließen. Bisher mussten Kryptobörsen auf Partnerbanken zurückgreifen, um Dollar zu bewegen. Das machte sie abhängig von Dritten, die jederzeit die Zusammenarbeit beenden konnten.

Mit dem Master Account entfällt diese Abhängigkeit. Kraken-Co-CEO Arjun Sethi sprach von der „Konvergenz von Krypto-Infrastruktur und souveränen Finanzschienen”. Senator Cynthia Lummis nannte die Genehmigung einen „watershed moment” für die Krypto-Industrie.

Kraken FED Zugang

Allerdings ist der Zugang begrenzt: Kraken erhält weder Zinsen auf Reserven noch Zugang zum Discount Window der Fed. Die Bankenlobby ICBA warnte, der Zugang könne Risiken für das Finanzsystem bergen.

Nasdaq und Krakens Muttergesellschaft Payward entwickeln gemeinsam ein Equity-Token-Design

Nur fünf Tage nach dem Fed-Meilenstein legte Kraken nach. Nasdaq gab bekannt, mit Payward, Krakens Muttergesellschaft, ein System für die Ausgabe und den Handel tokenisierter Aktien zu entwickeln. Unternehmen, die an der Nasdaq gelistet sind, könnten künftig tokenisierte Versionen ihrer Aktien ausgeben, die auf der Blockchain existieren.

Das Besondere: Der Handel soll nicht über klassische Broker wie Schwab oder TD laufen, sondern über Kraken. Nasdaq-Präsident Tal Cohen sprach von einem „always-on financial ecosystem”, das den Zugang zu Märkten grundlegend verändere.

Payward hat sich in den letzten Monaten durch die Übernahme von NinjaTrader für 1,5 Mrd. US-Dollar und des tokenisierten-Aktien-Spezialisten Backed Finance strategisch positioniert.

Tokenisierte Aktien sollen 24/7 handelbar sein, mit vollem Stimmrecht und Dividende

Der Kern des Nasdaq-Deals: Tokenisierte Aktien wären rund um die Uhr handelbar, 365 Tage im Jahr. Token-Halter behalten dabei dieselben Rechte wie traditionelle Aktionäre – einschließlich Stimmrecht bei Proxy-Abstimmungen und Dividendenansprüchen.

Die Token sollen 1:1 durch echte Aktien gedeckt sein und über die Depository Trust Company abgewickelt werden, damit sie jederzeit in klassische Aktien umtauschbar bleiben. Der Launch ist für Anfang 2027 angepeilt, steht aber unter SEC-Genehmigungsvorbehalt.

Analysten weisen darauf hin, dass 24/7-Handel nicht automatisch glattere Preise bedeutet. Dünnere Liquidität in Nebenzeiten könnte Volatilität verstärken, wie es im Kryptomarkt an Wochenenden regelmäßig zu beobachten ist.

Dass eine Kryptobörse jetzt auf denselben Zahlungsschienen wie JPMorgan operiert und gleichzeitig Nasdaq-Aktien tokenisiert, zeigt, wie schnell sich die Grenzen zwischen traditioneller Finanzwelt und Krypto-Infrastruktur auflösen.

Die Ironie dabei: Die selbe Technologie, die Bitcoin geschaffen hat, um das Bankensystem zu umgehen, wird jetzt von diesem System selbst übernommen.

Wir berichteten bereits über Sichtweisen, dass Investoren die Geschwindigkeit der Tokenisierung von Vermögenswerten unterschätzen. 

NVIDIA-gestütztes Startup Starcloud plant Bitcoin-ASIC im All

NVIDIA-gestütztes Startup Starcloud plant Bitcoin-ASIC im All

Das Weltraum-Startup Starcloud hat angekündigt, noch in diesem Jahr einen Bitcoin-ASIC-Miner auf seinem zweiten Raumschiff ins All zu bringen. Damit könnte das Unternehmen als erstes überhaupt Bitcoin außerhalb der Erde schürfen.

In Kürze

  • CEO Johnston kündigt im HyperChange-Interview den ersten Bitcoin-Miner auf einem Raumschiff an
  • Der zweite Starcloud-Satellit soll noch 2026 starten und den ersten ASIC ins All bringen
  • Im November 2025 lief bereits eine NVIDIA H100 GPU erfolgreich im Orbit

CEO Johnston kündigt im HyperChange-Interview den ersten Bitcoin-Miner auf einem Raumschiff an

Starcloud-CEO Philip Johnston erklärte in einem Interview mit dem YouTube-Kanal HyperChange, dass Bitcoin-Mining einer der überzeugendsten Anwendungsfälle für orbitale Rechenleistung sei. Der Grund liegt in den Kosten: Ein ASIC-Miner mit einem Kilowatt Leistung kostet rund 1.000 US-Dollar, eine vergleichbare GPU wie NVIDIAs B200 dagegen etwa 30.000 US-Dollar.

Das macht ASICs für den Einsatz im All deutlich attraktiver als die KI-Hardware, die Starcloud bisher testet. Johnston ging auf X noch weiter und schrieb, Bitcoin-Mining im Weltraum werde eine „massive Industrie” werden.

Bitcoin-ASIC im All

Seiner Einschätzung nach ist Mining auf der Erde langfristig sinnlos, da der gesamte Bedarf von aktuell rund 20 Gigawatt Dauerleistung perspektivisch ins All verlagert werden könne.

Der zweite Starcloud-Satellit soll noch 2026 starten und den ersten ASIC ins All bringen

Konkret plant Starcloud, die Bitcoin-ASIC-Miner auf dem Starcloud-2-Satelliten zu installieren, der im Laufe des Jahres starten soll. Dieser zweite Satellit soll die Solarenergie-Erzeugung gegenüber dem Vorgänger verhundertfachen. Das Unternehmen hat beim FCC einen Antrag für eine Konstellation von bis zu 88.000 Satelliten eingereicht, die als orbitale Rechenzentren dienen sollen – primär betrieben mit Solarenergie.

Dabei ist die natürliche Kühlung im Vakuum des Alls ein zusätzlicher Vorteil: ASIC-Miner erzeugen auf der Erde enorme Abwärme, die aufwendig abgeführt werden muss. Im Orbit entfällt dieses Problem weitgehend.

Trotzdem bleibt die Wirtschaftlichkeit offen. Johnston selbst räumt ein, dass sich ASIC-Modelle schnell überholen und die Rentabilität eines Miners im All durch neue Hardware-Generationen auf der Erde schnell sinken kann.

Im November 2025 lief bereits eine NVIDIA H100 GPU erfolgreich im Orbit

Starcloud hat den technischen Proof of Concept bereits geliefert. Im November 2025 brachte das Unternehmen einen Satelliten mit einer NVIDIA H100 GPU in den Orbit – das erste Mal, dass eine derart leistungsfähige GPU im Weltraum betrieben wurde.

Laut Berichten wurde auf dem Satelliten erfolgreich ein kleines KI-Modell trainiert. Allerdings fiel eine von fünf GPUs an Bord aus, was die Herausforderungen der Weltraumtechnik verdeutlicht: Kosmische Strahlung, begrenzte Missionsdauer und die Unmöglichkeit physischer Wartung bleiben ernsthafte Hürden.

Wer Bitcoin als dezentralstes Netzwerk der Welt versteht, erkennt in Space Mining mehr als eine technische Spielerei. Denn je breiter die Hashrate verteilt ist – ob auf der Erde oder im Orbit – desto widerstandsfähiger wird das Netzwerk gegen staatliche Eingriffe und geographische Konzentration.

US-Finanzministerium stuft Krypto-Mixer als legitimes Privacy-Tool ein

US-Finanzministerium stuft Krypto-Mixer als legitimes Privacy-Tool ein

Das US-Finanzministerium hat in einem Report an den Kongress erstmals anerkannt, dass Krypto-Mixer legitime Privatsphäre-Funktionen auf öffentlichen Blockchains erfüllen. Das Dokument mit dem Titel „Innovative Technologies to Counter Illicit Finance Involving Digital Assets” wurde im März 2026 veröffentlicht.

In Kürze

  • Treasury-Report an den Kongress erkennt erstmals an, dass Mixer persönliche Finanzdaten auf Blockchains schützen
  • Der Report entstand unter dem GENIUS Act und kam sieben Wochen nach der Frist
  • Dezentrale Mixer bleiben laut Report ein Risiko für Geldwäsche und Sanktionsumgehung

Treasury-Report an den Kongress erkennt erstmals an, dass Mixer persönliche Finanzdaten auf Blockchains schützen

Die zentrale Aussage des Reports ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, wer sie trifft. Das US-Treasury schreibt, dass rechtmäßige Nutzer von digitalen Assets Mixer verwenden können, um finanzielle Privatsphäre auf öffentlichen Blockchains zu wahren.

Konkret nennt der Report den Schutz sensibler Informationen über persönliches Vermögen, Geschäftszahlungen und Spenden als legitime Anwendungsfälle. Das ist deshalb so bedeutsam, weil dasselbe Ministerium im August 2022 Tornado Cash sanktionierte – den bekanntesten Krypto-Mixer überhaupt.

Bitcoin Mixer legitimiert

Ein Berufungsgericht entschied im März 2025, dass das Finanzministerium damit seine Befugnisse überschritten hatte, woraufhin die Sanktionen aufgehoben wurden. Dass das Treasury jetzt selbst anerkennt, dass Mixer einem realen Bedürfnis dienen, markiert einen deutlichen Kurswechsel.

Der Report entstand unter dem GENIUS Act und kam sieben Wochen nach der Frist

Der Report wurde unter Section 9 des GENIUS Act in Auftrag gegeben, dem ersten bundesweiten Stablecoin-Regulierungsgesetz der USA, das im Juli 2025 in Kraft trat. Das Gesetz setzte dem Treasury eine 180-Tage-Frist für die Veröffentlichung. Diese Frist verstrich Mitte Januar 2026 ohne Ergebnis.

Der Report erschien erst im März, also rund sieben Wochen verspätet. In die Erstellung flossen über 220 öffentliche Kommentare ein. Trotzdem fällt der Report in eine Zeit, in der die US-Regulierungslandschaft sich spürbar bewegt: Der CLARITY Act von 2025 könnte DeFi-Plattformen zur Erhebung von Nutzerdaten zwingen, und KYC-Anforderungen für Krypto-Dienste werden schrittweise ausgeweitet.

Dezentrale Mixer bleiben laut Report ein Risiko für Geldwäsche und Sanktionsumgehung

Die Anerkennung hat allerdings klare Grenzen. Das Treasury unterscheidet ausdrücklich zwischen custodialen Mixern, die Nutzerdaten erheben können, und dezentralen, nicht-custodialen Mixern, die ohne zentrale Instanz operieren. Letztere stuft der Report weiterhin als hohes Risiko ein.

Laut dem Ministerium nutzen Cyberkriminelle, darunter mit Nordkorea verbundene Hackergruppen, dezentrale Mixer regelmäßig für den Transfer gestohlener Krypto-Assets. Die Unterscheidung ist politisch relevant: Tornado-Cash-Mitgründer Roman Storm wurde im August 2025 wegen Betreibens eines nicht lizenzierten Geldtransmitters verurteilt. Und das obwohl die Sanktionen gegen Tornado Cash da bereits aufgehoben waren.

Dass eine US-Behörde jetzt offiziell einräumt, dass die Transparenz öffentlicher Blockchains ein Privatsphäre-Problem darstellen kann, ist ein Eingeständnis, das man vor zwei Jahren für undenkbar gehalten hätte.

Denn es berührt eine Grundfrage, die weit über Mixer hinausgeht: In einem System, in dem jede Transaktion permanent und öffentlich gespeichert wird, ist Privatsphäre kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Bitcoin wurde genau dafür geschaffen: Ein Werkzeug finanzieller Souveränität, das nicht auf die Erlaubnis einer Behörde angewiesen ist.