SWIFT Digital Ledger: DBS und Citi führen erste USD-Zahlungen mit tokenisierten Bankeinlagen durch

SWIFT Digital Ledger: DBS und Citi führen erste USD-Zahlungen mit tokenisierten Bankeinlagen durch

Über das SWIFT Digital Ledger haben DBS und Citi am Samstag, 5. September 2026, die erste US-Dollar-Zahlung zwischen Singapur und den USA an einem Wochenende abgewickelt. Der Transfer mit tokenisierten Bankeinlagen war nach wenigen Minuten abgeschlossen.

Blockchain im Zahlungsverkehr: SWIFT macht den Anfang

Die Großbank DBS und die US-Bank Citi haben am Samstag, 5. September 2026, eine grenzüberschreitende US-Dollar-Zahlung zwischen Singapur und den USA über das SWIFT Digital Ledger abgewickelt. Der Transfer mit tokenisierten Bankeinlagen war nach wenigen Minuten abgeschlossen, herkömmliche Überweisungen zwischen den beiden Märkten brauchen bis zu zwei Bankarbeitstage. Nach Angaben von DBS war es die erste erfolgreiche US-Dollar-Zahlung zwischen den beiden Ländern an einem Wochenende.

Auslandsüberweisungen stocken am Wochenende und außerhalb der Geschäftszeiten, weil die Clearing-Systeme dann stillstehen und die Zeitzonen von Singapur und New York kaum Überschneidung lassen. Das SWIFT Digital Ledger ist ein von der Bankengenossenschaft betriebenes, blockchainbasiertes Hauptbuch, das Transfers zwischen den hauseigenen Systemen der teilnehmenden Banken koordiniert. Guthaben können so nachts und am Wochenende bewegt werden, bevor die endgültige Verrechnung über die bestehende Infrastruktur läuft.

Es war die zweite bestätigte Live-Transaktion auf dem SWIFT Digital Ledger. Die Zahlung lief über die New Yorker Niederlassung von Citi, der Pilotbetrieb ist zunächst bis Dezember 2026 angesetzt. DBS ist die größte Bank Singapurs.

DBS und Citi führen erste USD-Blockchain-Zahlungen durch

Bei der Zahlung kamen tokenisierte Bankeinlagen zum Einsatz: digitale Abbilder von Guthaben, die eine Bank auf ihrem eigenen Ledger ausgibt und die durch reguläre Kundeneinlagen gedeckt sind. Das Digital Ledger von SWIFT verbucht die Bewegung dieser Token zwischen den Instituten.

Für Unternehmen bedeutet das nach Darstellung der beteiligten Banken schnelleren Zugriff auf Liquidität, auch nachts und am Wochenende. Konzern-Finanzabteilungen könnten Mittel zwischen Märkten verschieben, ohne auf den nächsten Geschäftstag zu warten.

Als Nutznießer nennen die Banken durchgehend arbeitende Branchen wie den Onlinehandel und digitale Dienste. Offen ist, welche weiteren Banken und Währungen SWIFT für tokenisierte Bankentransfers einbindet und ob die Zahlungen über das SWIFT Digital Ledger nach dem Pilotende in den Regelbetrieb übergehen.

Warum traditionelle Banken dezentralisieren

Die tokenisierten Bankeinlagen bleiben Verbindlichkeiten der ausgebenden Bank. Wer sie hält, trägt weiterhin das Gegenparteirisiko dieses Instituts, anders als bei einem Wert, über den der Inhaber ohne Mittelsmann verfügt. Die Technik beschleunigt die Abwicklung, an den Eigentumsverhältnissen und der Aufsicht ändert sie nichts.

Dass etablierte Institute Blockchain-Technik übernehmen, schließt eine Lücke des Fiat-Zahlungssystems, die in einem durchgehend laufenden, neutralen Netzwerk gar nicht erst entsteht. Ob aus dem bis Dezember 2026 befristeten Pilotbetrieb ein Standard wird, hängt von der Regulierung und der Beteiligung weiterer Banken ab.

Wir berichteten über die Ankündigung des SWIFT Digital Ledger.

Bitcoin Zinserwartung: Septemberentscheidung bestimmt 80.000-Dollar-Support

Bitcoin Zinserwartung: Septemberentscheidung bestimmt 80.000-Dollar-Support

Die Bitcoin Zinserwartung entscheidet sich in der Woche vom 7. September 2026: Vor der Fed-Sitzung am 16. September stehen CPI- und PPI-Daten an, die Terminmärkte preisen eine Zinserhöhung mit 60 bis 66 Prozent ein. Bitcoin hat gerade den ersten Wochenschluss über 80.000 US-Dollar seit Anfang Mai geschafft.

CPI und PPI bestimmen den September-Kurs

Die Bitcoin Zinserwartung konzentriert sich in dieser Woche auf zwei Datenveröffentlichungen: Im Wochenverlauf legt das US-Arbeitsministerium die Verbraucherpreise (CPI) und die Erzeugerpreise (PPI) für August vor, sechs Tage vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am 16. September 2026. Die Terminmärkte preisen aktuell eine Anhebung um 25 Basispunkte mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 bis 66 Prozent ein. Nach dem ersten Wochenschluss über 80.000 US-Dollar seit Anfang Mai notiert Bitcoin an dieser Marke.

Die Kerninflation ist zuletzt deutlich gefallen, von 4,76 Prozent auf rund 3,05 Prozent. Dieser Rückgang schwächt das Argument für eine weitere Zinserhöhung, räumt es nach Einschätzung der Terminmärkte aber nicht aus. Bestätigt der August-Wert den Disinflationstrend, sinkt die eingepreiste Erhöhungswahrscheinlichkeit. Fällt die Kernrate höher aus als erwartet, rückt eine Anhebung näher.

Bitcoin Zinserwartung im Prüfstand

Ob die Marke von 80.000 US-Dollar vom Widerstand zur Unterstützung wird, hängt an der Bitcoin Zinserwartung. Ein höherer Leitzins verteuert Kredite, entzieht risikobehafteten Anlagen Kapital und stärkt den US-Dollar, was in der Vergangenheit auf den Bitcoin-Kurs drückte. Eine ausbleibende Erhöhung oder ein klares Signal für eine Pause würde den gegenteiligen Effekt auslösen.

Für die Bitcoin Zinserwartung zählt neben dem Zinsschritt vor allem der Ausblick der Notenbank. Der genaue Sitzungstermin und die Projektionen des Offenmarktausschusses stehen im Sitzungskalender der US-Notenbank. Am 16. September veröffentlicht die Fed zusätzlich zur Zinsentscheidung aktualisierte Wirtschaftsprognosen und den Zinsausblick der Mitglieder. Diese Projektionen bewegen den Markt erfahrungsgemäß stärker als der Zinsschritt allein.

Fed-Entscheidung und Bitcoin-Volatilität

Bis zur Sitzung am 16. September bleibt die Bitcoin Zinserwartung der bestimmende Faktor für die Kursspanne. Der Wochenschluss über 80.000 US-Dollar ist der erste seit Anfang Mai und damit noch keine gefestigte Unterstützung. Ein Zinsschritt nach oben oder ein Signal für weitere Erhöhungen würde die Marke erneut testen.

Der Zinsentscheid zeigt, wie stark der Bitcoin-Kurs kurzfristig von den Refinanzierungsbedingungen des Fiat-Systems abhängt. Wer ein knappes, fest begrenztes Geld hält, bleibt kurzfristig den Sitzungen einer Zentralbank ausgesetzt, deren Geldmenge sich politisch steuern lässt.

Der 16. September entscheidet, ob 80.000 US-Dollar als Support bestätigt werden oder ob der Kurs erneut unter Druck gerät. Offen bleibt, ob die Inflationsdaten dieser Woche den Rückgang der Kernrate fortschreiben.

Wir berichteten über die vorangegangene Fed-Sitzung und ihre Wirkung auf den Bitcoin-Kurs.

Coldcard Hack: Hacker bewegt 7,7 Millionen Dollar Bitcoin

Coldcard Hack: Hacker bewegt 7,7 Millionen Dollar Bitcoin

Beim Coldcard Hack hat der Angreifer zwischen dem 2. und 6. September 2026 rund 97,09 Bitcoin im Gegenwert von 7,7 Mio. US-Dollar bewegt, fast die Hälfte der dritten Diebstahlswelle. Die Mittel liegen auf 293 einzelnen Tresor-Adressen, die er der Größe nach leert.

7,7 Millionen Dollar Bitcoin aus Coldcard-Hack bewegt

Beim Coldcard Hack hat der verantwortliche Angreifer zwischen dem 2. und 6. September 2026 rund 97,09 Bitcoin im Gegenwert von 7,7 Mio. US-Dollar aus gestohlenen Beständen bewegt. Das entspricht knapp 45 Prozent der Bitcoin-Menge, die in der dritten Angriffswelle des Coldcard Hack erbeutet wurde.

Am 2. September leitete der Angreifer 20,5 Bitcoin aus dem größten Tresor über die dezentrale Handelsplattform THORChain. Die Erlöse landeten anschließend auf Ethereum. Am 5. September folgten 15,48 Bitcoin aus dem zweitgrößten Tresor über eine CoinJoin-Transaktion. Einen Tag später, am 6. September, flossen weitere 61,12 Bitcoin aus zehn zusätzlichen Tresoren ab.

Der Angreifer verteilt gestohlene Bitcoin auf 293 Tresore

Insgesamt liegen die aus der dritten Angriffswelle gestohlenen Mittel auf 293 einzelnen Tresor-Adressen, die der Angreifer der Größe nach leert. Bislang sind die elf größten Tresore vollständig geleert. Die nächsten zehn Tresore halten zusammen 30,81 Bitcoin, die restlichen Adressen von Rang 61 bis 293 kommen auf weitere 33,77 Bitcoin.

Ursache ist ein Fehler im Zufallszahlengenerator der Coldcard-Firmware, der die Seed-Generierung schwächte und private Schlüssel offline rekonstruierbar machte. Hersteller Coinkite bestätigt den Fehler auf seiner Sicherheits-Statusseite und nennt die Modelle Mk2 bis Q als betroffen. Der Fehler steckte bereits seit März 2021 im Code und wurde erst im Juli 2026 öffentlich bekannt. Aktualisierte Firmware repariert keine bereits betroffenen Seeds.

Tresore in Größenordnung geleert: Das systematische Muster

Das Muster, zuerst die größten Tresore zu leeren und sich dann schrittweise zu kleineren vorzuarbeiten, zieht sich durch alle drei Angriffswellen des Coldcard Hack seit Ende Juli. Es wirft grundsätzliche Fragen zur Hardware Wallet Sicherheit auf. Insgesamt sollen rund 1.816 Bitcoin von mehr als 5.200 Adressen betroffen sein. Ein vollständiges Opferverzeichnis gibt es laut Coinkite bislang nicht.

Der Fall zeigt, dass Selbstverwahrung die volle Verantwortung für die Qualität der zugrunde liegenden Zufallsquelle beim Nutzer belässt. Ein einzelner Firmware-Fehler kann diese Kontrolle vollständig untergraben. Anders als bei einem Börsen-Hack gibt es keine zentrale Stelle, die den Schaden auffängt.

Offen bleibt, wie viele der verbleibenden 282 Tresore der Angreifer noch leert. Wer eine Coldcard mit älterer Firmware nutzt, sollte laut Coinkite umgehend prüfen, ob der eigene Seed betroffen ist.

Wir berichteten über die erste Welle des Coldcard Hack und die grundsätzlichen Verwahrungsrisiken bei Hardware-Wallets.

Ethereum programmierbare Wallets: EIP-8141 rückt für Hegotá-Fork vor

Ethereum programmierbare Wallets: EIP-8141 rückt für Hegotá-Fork vor

Ethereum programmierbare Wallets rücken näher: Der Vorschlag EIP-8141 von Vitalik Buterin hat im April 2026 den Status „Considered for Inclusion“ für den geplanten Hegotá-Fork erreicht. Er soll Wallets native Smart-Account-Funktionen wie gebündelte Transaktionen und flexible Gebührenzahlung geben.

Programmierbare Wallets ersetzen starre Standards

Ethereum-Entwickler Vitalik Buterin hat mit EIP-8141 einen Vorschlag vorgelegt, der Ethereum programmierbare Wallets direkt ins Protokoll einbaut. Die Ethereum Foundation bestätigte im April 2026, dass der Vorschlag den Status „Considered for Inclusion“ für den geplanten Hegotá-Fork erreicht hat. Bislang laufen vergleichbare Funktionen über den Zusatzstandard ERC-4337, der eine eigene Bündelungs-Infrastruktur voraussetzt und zusätzliche Vertragskonten benötigt.

EIP-8141 führt sogenannte Frame-Transaktionen ein, die Prüfung, Gasbezahlung und Ausführung in einzelne, programmierbare Bausteine trennen. Jede Wallet kann damit ohne Umweg über zusätzliche Verträge als Smart Account agieren, etwa mit Mehrfachsignaturen oder rotierbaren Schlüsseln. Laut Ethereum-Roadmap ist der Hegotá-Fork für 2027 angesetzt, ein endgültiger Konsens der Client-Entwickler zu den Details steht noch aus. Unter den derzeit diskutierten Vorschlägen gilt EIP-8141 als einer der am weitesten ausgearbeiteten für native Kontofunktionen.

Batch-Transaktionen reduzieren Ethereum-Kosten

Ein zentrales Element von EIP-8141 ist die atomare Bündelung mehrerer Aktionen in einer einzigen Transaktion. Wer heute einen Token freigibt, tauscht und in ein Protokoll einzahlt, benötigt dafür meist drei getrennte Transaktionen oder einen zusätzlichen Multicall-Vertrag, jede davon mit eigener Gasgebühr.

Mit gebündelten Frames laufen solche Schritte als ein Vorgang. Scheitert ein Frame, wird der gesamte Batch zurückgerollt, auch bereits erteilte Freigaben. Das im offiziellen EIP-8141-Dokument beschriebene Verfahren soll damit sowohl Gebühren als auch das Risiko fehlerhafter Zwischenschritte senken. Nutzer signieren dabei nur noch einmal, statt jeden Einzelschritt separat zu bestätigen.

Flexible Gebührenmodelle durch Programmierbarkeit

Neben der Bündelung erlaubt EIP-8141 die Zahlung von Netzwerkgebühren in anderen Token als Ether, etwa in Stablecoins. Ethereum programmierbare Wallets könnten damit ohne separaten ETH-Bestand nutzbar bleiben, was vor allem für neue Nutzer die Einstiegshürde senkt. Diese Bausteine bilden zusammen das, was Entwickler als Ethereum Smart Accounts bezeichnen.

Wer über die Regeln der eigenen Wallet mitbestimmen kann, behält mehr Kontrolle über die eigenen Mittel als bei starren, vom Netzwerk vorgegebenen Kontomodellen. Ob EIP-8141 tatsächlich Teil des Hegotá-Forks wird, hängt von der finalen Einigung der Client-Entwickler ab.

Bis dahin bleibt der Vorschlag ein Kandidat unter mehreren, die Ethereum programmierbare Wallets zum Standard machen könnten. Für aktuelle Wallet-Nutzer ändert sich vorerst nichts, da EIP-8141 frühestens mit dem für 2027 vorgesehenen Fork wirksam würde.

Wir berichteten über das geplante Hegotá-Upgrade.

Ripple (XRP) vor Crash?

Ripple (XRP) vor Crash?

Die Märkte stehen unter extremer Anspannung. Heute folgen die ersten wichtigen Daten. Die EZB wird die Zinsen anheben und um 14:30 folgen dann die Erzeugerpreise in den USA. In den letzten Tagen hatten wir kaum Price-Action. Dies könnte sich nun ändern und auch für Ripple (XRP) könnte eine entscheidende Phase nun bevorstehen.

In Kürze

  • XRP Chartanalyse
  • XRP Ausblick

XRP Chartanalyse

Quelle: Tradingview*

Nach dem starken Pump vor knapp 2 Wochen, ist es relativ still um den Ripple (XRP) Kurs geworden. Das liegt vor allem daran, dass wir im gesamten Kryptomarkt derzeit kaum mehr Volumen vorhanden haben.

Die Euphorie ist verflogen und es scheint sich immer mehr zu bestätigen, dass dies eher ein Exit-Pump war, als ein nachhaltiger Pump für einen neuen Bullrun. Die Konsolidierung dauert sehr lange und die Spannung steigt.

Vor allem die Datenlage wird uns nun Klarheit geben. Die EZB wird heute Ihre Zinsen erhöhen und nächste Woche folgen wahrscheinlich Japan und die FED. Hier werden wir morgen mehr Gewissheit haben.

Die Inflationsdaten für den August werden veröffentlicht und werden endgültig zeigen, ob diese ganze Rallye womöglich nur heiße Luft ist. Ripple (XRP) hat es zumindest nicht geschafft ein höheres Hoch zu bilden.

XRP Ausblick

Quelle: Tradingview*

Im Tageschart haben wir zwar immer noch die Hoffnung, dass es sich hierbei um eine Welle 1 handeln könnte und wir mit einer weiteren Korrektur bis ca. 1,07 USD noch die Welle.2 bestätigen, aber dies wissen wir erst nach den morgigen Zahlen.

Ansonsten sind wir übergeordnet weiterhin in einem deutlich Abwärtstrend und der Trend ist weiterhin bearish. Bisher haben wir nur die Liquidität der letzten Monate geholt und die Wicks abgeholt.

Dies ist gefährlich und könnte viele in überhebelte Long-Positionen gebracht haben. Sollte sich dies bestätigen, müssen wir weiterhin mit einem Abverkauf in die Region zwischen 0,60 – 0,80 USD rechnen.

Dies könnte auch relativ zügig passieren, da wir unter uns kaum Support haben durch den schnellen Pump. Auch unsere gelbe Widerstandslinie ist weiterhin Widerstand und konnte nur kurz gebrochen werden. Somit sind die Zeichen weiterhin bearish und nicht glaubwürdig für einen neuen Bullrun.

Klicke hier für die letzte Bitcoin & Ethereum Chartanalyse.

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Liquid-Bridge Sicherheitslücke: 4.000 Bitcoin entzogen

Liquid-Bridge Sicherheitslücke: 4.000 Bitcoin entzogen

Die Liquid-Bridge Sicherheit steht nach einem Vorfall vom 6. September 2026 infrage: Aus der Federation-Reserve des Bitcoin-Sidechain-Netzwerks Liquid wurden rund 4.019 Bitcoin im Wert von etwa 320 Mio. US-Dollar abgezogen.

Rund 4.000 Bitcoin entzogen

Die Liquid-Bridge Sicherheit steht nach einem Vorfall vom Sonntag, 6. September 2026, infrage: Aus der Federation-Reserve des Bitcoin-Sidechain-Netzwerks Liquid wurden rund 4.019 Bitcoin im Wert von etwa 320 Mio. US-Dollar abgezogen. Die Abbuchung erfolgte als Peg-out-Transaktion, bei der laut Berichten der SideSwap-Autorisierungsschlüssel für Auszahlungen genutzt wurde. Beobachter zählen ihn zu den größten bekannten Sicherheitsvorfällen im Bitcoin-Umfeld des Jahres 2026.

Eine an die Transaktion angehängte Nachricht verweist auf einen Signal-Kontakt und deutet auf einen möglichen White-Hat-Hintergrund hin. Bestätigt ist diese Einordnung bislang nicht: Ledgers Chief Technology Officer und weitere Sicherheitsforscher wiesen sie öffentlich zurück und sprachen von klassischem Diebstahl. Die abgezogenen Bitcoin wurden seit der Transaktion nicht weiterbewegt.

Dezentralisierung schützte nicht

Liquid ist als Federated Sidechain konstruiert: Statt eines einzelnen Betreibers verwaltet eine Gruppe von Functionaries die Reserven gemeinsam, das soll Einzelrisiken reduzieren. Der Vorfall zeigt, dass diese Struktur die Liquid-Bridge Sicherheit gegen einen Fehler in der Autorisierungslogik nicht geschützt hat.

Blockstream reagierte, indem Bridge-Knoten pausiert und Börsen aufgefordert wurden, Ein- und Auszahlungen von L-BTC vorübergehend auszusetzen. Mehrere Handelsplätze folgten der Aufforderung noch am selben Tag und setzten den L-BTC-Handel aus. Aktuelle Meldungen dazu veröffentlicht das Unternehmen auf der eigenen Statusseite. Der Zugang zur Sidechain bleibt eingeschränkt, bis die Ursache vollständig geklärt ist.

Der Bitcoin auf der Hauptchain war von dem Vorfall nicht betroffen, ebenso wenig Guthaben außerhalb der Federation-Reserve. Betroffen war ausschließlich das L-BTC-Abbild auf der Sidechain und dessen Rückverankerung.

Verwahrungsrisiko der Infrastruktur

Der Vorfall zeigt einen Unterschied, der bei der Liquid-Bridge Sicherheit oft übersehen wird: Wer L-BTC hält, hält einen Anspruch auf eine Federation-Reserve, nicht Bitcoin in eigener Verwahrung. Zwischen dem nativen Bitcoin-Netzwerk und jeder Brücke darüber liegt zusätzlicher Code, der fehlerhaft sein kann, unabhängig davon, wie dezentral die Verwaltung organisiert ist. Diese Trennung gilt unabhängig von der Reputation des Betreibers oder der Anzahl beteiligter Functionaries.

Jede zusätzliche Vertrauensschicht zwischen Nutzer und der Basis-Chain schafft ein eigenständiges Bitcoin Verwahrungsrisiko, das mit der Menge der 21 Mio. Bitcoin selbst nichts zu tun hat. Offen bleibt, ob die entzogenen Mittel zurückfließen und wie die Autorisierungslogik der Bridge künftig abgesichert wird.

Wir berichteten über einen ähnlichen Bridge-Vorfall bei Verus.