Trump akzeptiert Ethik-Bestimmung: US-Kryptogesetz rückt zum Senatsvotum

Trump akzeptiert Ethik-Bestimmung: US-Kryptogesetz rückt zum Senatsvotum

Das US-Kryptogesetz CLARITY Act rückt dem Senatsvotum näher, nachdem Präsident Trump einer Ethik-Bestimmung zu Interessenkonflikten zugestimmt hat. Demokraten hatten ihre Zustimmung an genau diese Regel geknüpft.

Ethik-Kompromiss zum US-Kryptogesetz erreicht

Das US-Kryptogesetz CLARITY Act hat eine zentrale Hürde genommen. Präsident Trump hat einer Ethik-Bestimmung zugestimmt, die im Senat monatelang blockiert war. Die Regel soll begrenzen, wie Präsidenten, Vizepräsidenten, Kongressmitglieder und andere Bundesbeamte während ihrer Amtszeit von digitalen Assets profitieren dürfen.

Auslöser des Streits waren Trumps eigene Memecoins und die Beteiligungen seiner Familie am Unternehmen World Liberty Financial. Demokraten machten ihre Zustimmung von genau solchen Ethik-Standards abhängig. Finanzminister Scott Bessent hatte zuvor öffentlich Druck gemacht, den CLARITY Act rasch auf Trumps Schreibtisch zu bringen. Ohne sieben zusätzliche Demokraten-Stimmen bleibt die nötige 60-Stimmen-Mehrheit im Senat außer Reichweite.

Wie das neue Regulierungssystem Kryptoinfrastruktur prägt

Der CLARITY Act regelt erstmals verbindlich, welche Behörde für welchen Krypto-Wert zuständig ist. Die meisten Token gelten künftig als digitale Rohstoffe unter Aufsicht der Terminmarktbehörde CFTC, nicht mehr als Wertpapiere im Zuständigkeitsbereich der Börsenaufsicht SEC. Die SEC behält die Kontrolle über die Erstausgabe und klassische Investment-Verträge.

Das US-Kryptogesetz schafft damit einen Rahmen für Handelsplätze, Verwahrer und Emittenten, der in den USA bislang fehlte. Den Gesetzestext führt der Digital Asset Market Clarity Act im Kongress-Register. Das Repräsentantenhaus hatte die Vorlage bereits im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen verabschiedet, der Bankenausschuss des Senats folgte im Mai 2026 mit 15 zu 9 Stimmen.

Trump bricht Blockade im US-Kryptokompromiss auf

Bis zur ersten Augustwoche muss der Senat über das US-Kryptogesetz abstimmen, der Gesetzestext soll in den kommenden Tagen veröffentlicht werden. Verhandelt haben unter anderem die republikanischen Senatoren Cynthia Lummis und Bernie Moreno gemeinsam mit dem Krypto-Berater des Weißen Hauses, Patrick Witt. Nach Einschätzung von Prognosemärkten liegen die Erfolgschancen derzeit bei etwas mehr als der Hälfte.

Wer über die Regeln der Geldordnung entscheidet, entscheidet auch darüber, wer von ihr profitiert. Ethik-Vorgaben für Amtsträger ändern daran wenig, solange die Befugnis über Zulassung und Einstufung digitaler Werte bei wenigen Behörden konzentriert bleibt.

Bitcoin bleibt von dieser Systemfrage unberührt, weil seine Angebotsobergrenze von 21 Millionen Einheiten unabhängig von politischen Kompromissen im Code festgeschrieben ist. Zentralisierte Zuständigkeiten mögen sich verschieben, die programmatische Endlichkeit des Netzwerks bleibt davon unangetastet.

Wir berichteten über den Ethik-Streit, der die Abstimmung zum CLARITY Act monatelang aufgehalten hat.

EZB Kreditvergabe Straffung: Warum Zentralbank-Kontrolle die Bitcoin-Alternative erklärt

EZB Kreditvergabe Straffung: Warum Zentralbank-Kontrolle die Bitcoin-Alternative erklärt

Die EZB Kreditvergabe Straffung zeigt in der aktuellen SAFE-Umfrage den stärksten Zinsanstieg für Unternehmenskredite seit Jahren. Für Sparer und Unternehmen wächst damit der Druck, Alternativen zum bankenzentrierten Finanzsystem zu prüfen.

EZB-Kontrolle und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen

Die EZB Kreditvergabe Straffung zeigt sich in Zahlen: Laut der aktuellen SAFE-Umfrage der Europäischen Zentralbank stiegen die Zinsen auf Unternehmenskredite im zweiten Quartal 2026 so stark wie seit Jahren nicht mehr. Ein Nettoanteil von 42 Prozent der Unternehmen meldete höhere Kreditzinsen, nach 26 Prozent im Vorquartal. Betroffen waren große Firmen mit 41 Prozent, zuvor 29 Prozent, ebenso wie kleine und mittlere Unternehmen mit 43 Prozent, zuvor 24 Prozent.

Auch andere Kreditkosten zogen an. Ein Nettoanteil von 31 Prozent der Unternehmen berichtete von höheren Gebühren und Provisionen, während sich die Anforderungen an Sicherheiten auf netto 10 Prozent, zuvor 14 Prozent, leicht entspannten. Die Befragung lief von 21. Mai bis 26. Juni 2026 unter 5.087 Unternehmen im Euroraum, davon 92 Prozent kleine und mittlere Betriebe.

Zentralisiertes Finanzsystem unter Druck

Vor allem kleinere Unternehmen spüren die EZB Kreditvergabe Straffung direkt an der Kreditverfügbarkeit. Laut der SAFE-Umfrage meldeten kleine und mittlere Unternehmen einen weiteren Rückgang der Kreditverfügbarkeit auf netto 4 Prozent, während große Firmen einen Anstieg auf netto 4 Prozent verzeichneten. Wer wenig Verhandlungsmacht gegenüber Banken hat, zahlt den höheren Preis für dieselbe Zentralbankentscheidung.

Der Finanzierungsbedarf über Bankkredite stieg leicht auf netto 2 Prozent, nach 0 Prozent im Vorquartal. Damit trifft mehr Kreditbedarf auf ein Angebot, das sich für kleinere Betriebe verknappt. Das zeigt, wie zentral die EZB über den Zugang zu Kapital entscheidet, ohne dass Unternehmen darauf Einfluss haben.

Bitcoin als Alternative zur Bankenkontrolle

Für Sparer und Unternehmen wirft das eine grundsätzliche Frage auf: Wie abhängig soll die eigene Finanzplanung von einer Zentralbank sein, die sie selbst nicht kontrollieren? Bitcoin als Alternativfinanzsystem bietet ein strukturell anderes Modell. Das Angebot ist auf 21 Mio. Einheiten begrenzt und folgt einem festen, programmierten Zeitplan, unabhängig von Kreditzins-Entscheidungen einzelner Institutionen.

Die EZB Kreditvergabe Straffung verdeutlicht, dass der Zugang zu Kapital im bestehenden System von wenigen zentralen Entscheidungen abhängt. Wer sein Vermögen ausschließlich in einem solchen System hält, trägt automatisch das Risiko dieser Entscheidungen mit.

Bitcoin verändert diese Abhängigkeit nicht grundsätzlich, entzieht das eigene Sparen aber der direkten Kreditzins-Steuerung einer einzelnen Institution. Diese Eigenschaft bleibt unabhängig davon bestehen, wie sich die Kreditbedingungen im Euroraum künftig entwickeln.

Wir berichteten über die geldpolitische Straffung der EZB und ihre Bedeutung für Bitcoin.

Ripple Payments Europe und Banken drängen ins MiCA Register

Ripple Payments Europe und Banken drängen ins MiCA Register

Ripple Payments Europe zählt zu 14 neuen Anbietern, die ESMA in ihr MiCA-Register aufgenommen hat. Damit stehen 294 lizenzierte Krypto-Dienstleister in der EU, während das Tempo der Zulassungen spürbar nachlässt.

Ripple Payments Europe unter den 14 neuen CASP-Lizenzen

Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA hat am 16. Juli 2026 vierzehn weitere Anbieter in ihr zentrales MiCA-Register aufgenommen. Damit steigt die Zahl der zugelassenen Krypto-Dienstleister in der EU auf 294. Unter den neuen Einträgen befindet sich Ripple Payments Europe, dem die luxemburgische Aufsicht CSSF eine vollständige CASP-Lizenz erteilt hat.

Die 14 Zugänge verteilen sich auf zehn europäische Länder und umfassen Banken, Handelsplätze, Zahlungsdienstleister und Bitcoin-Plattformen. Neben Ripple Payments Europe stehen die Handelsplattform OSL, die portugiesische Bison Bank, die staatliche kroatische Hrvatska postanska banka und die liechtensteinische Kaiser Partner Privatbank auf der Liste. Ein CASP ist ein unter MiCA regulierter Dienstleister für die Verwahrung, den Handel oder den Transfer von Krypto-Werten.

Verlangsamtes Lizenztempo nach Ablauf der Übergangsfrist

Das Aufnahmetempo hat sich nach der ersten Zulassungswelle spürbar verlangsamt. Am 3. Juli waren dem Register noch 37 Anbieter auf einmal hinzugefügt worden, was die Gesamtzahl damals auf 280 hob; darunter die Großbank Standard Chartered und der Primebroker FalconX. Zwei Wochen später kamen nur noch 14 hinzu.

Das offizielle MiCA-Register der ESMA listet die zugelassenen Anbieter in regelmäßig aktualisierten Dateien. Der Rückgang deutet auf den erwarteten Effekt nach dem Ende der nationalen Übergangsfristen hin: Bestandsanbieter zogen die Umstellung vor, neue Anträge durchlaufen den vollen Prüfprozess.

Eine einmal erteilte Zulassung gilt über den EU-Pass anschließend im gesamten Binnenmarkt. Das erklärt, warum vor allem etablierte Banken und Zahlungsanbieter die Lizenz früh sichern.

MiCA Krypto Regulierung zentralisiert die Aufsicht in Brüssel

Die MiCA Krypto Regulierung verlagert die Aufsicht über Krypto-Dienstleister auf eine gemeinsame europäische Ebene, deren Übersicht das zentrale Register bei der ESMA in Brüssel bündelt; die Lizenzen selbst erteilen weiterhin die nationalen Behörden nach einheitlichem EU-Recht. Eine Eintragung bestätigt dabei nur die Zulassung als Dienstleister, nicht die Prüfung einzelner Produkte oder das Geschäftsvolumen.

Für die Anbieter verschiebt die Regulierung die Wettbewerbslogik zugunsten großer, regulierungsfähiger Institute. Wer die Kosten des Prüfprozesses trägt, erhält den Zugang zum gesamten Binnenmarkt, während kleinere Marktteilnehmer an Boden verlieren. Für Ripple Payments Europe öffnet die Lizenz aus Luxemburg damit den regulierten Zahlungsverkehr in der ganzen EU.

Bitcoin selbst bleibt von dieser Zentralisierung unberührt, denn seine Regeln liegen im Protokoll und nicht bei einer Behörde. Die Aufsicht kann Zugangspunkte wie Börsen und Zahlungsdienste ordnen, das feste Angebot von 21 Mio. Einheiten aber nicht verändern. Diese Trennung zwischen kontrollierbarer Infrastruktur und regelgebundenem Geld bleibt für langfristig orientierte Halter der entscheidende Punkt.

Wir berichteten über die Grundzüge der MiCA-Verordnung.

Knaken Insolvenz: Rotterdamer Gericht deckt fehlende Kundengelder auf

Knaken Insolvenz: Rotterdamer Gericht deckt fehlende Kundengelder auf

Die Knaken Insolvenz ist besiegelt: Ein Gericht in Rotterdam erklärte die niederländische Krypto-Plattform für zahlungsunfähig. Rund 7 Mio. Euro an Kundengeldern gelten als verschwunden.

Rotterdamer Gericht erklärt Knaken für insolvent

Die Knaken Insolvenz ist amtlich: Ein Gericht in Rotterdam hat die niederländische Krypto-Plattform Knaken Cryptohandel Mitte Juli für zahlungsunfähig erklärt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fehlen rund 7 Mio. Euro an Kundengeldern, ohne dass bislang klar ist, wie das Geld verschwinden konnte.

Den Antrag stellte die Staatsanwaltschaft bereits Ende Juni, gestützt auf Hinweise der Finanzmarktaufsicht AFM auf eine sehr besorgniserregende Lage. Das Gericht begründete den Schritt mit einem erheblichen Defizit, über das die Kunden nicht informiert worden seien. Ein gerichtlich bestellter Kurator soll die Abwicklung ordnen, weil das Unternehmen nicht genug Vermögen hat, um alle Nutzer vollständig auszuzahlen.

Betroffen sind rund 30.000 Kundinnen und Kunden, die seit Anfang Juni keinen Zugriff mehr auf Konten und Guthaben haben. Die Ermittlungsbehörde FIOD durchsuchte die Firma Ende Juni und beschlagnahmte Geräte sowie Teile des Vermögens. Für dieses Geschäft hätte Knaken eine AFM-Lizenz benötigt, die das Unternehmen nie erhielt.

Knaken Insolvenz reiht sich in eine Kette von Plattform-Pleiten

Damit reiht sich die Knaken Insolvenz in eine Kette zentraler Handelsplätze ein, deren Guthaben im Kollaps verschwanden. Von Mt. Gox über QuadrigaCX bis FTX folgt das Muster demselben Ablauf: Nutzer geben die Kontrolle über ihre Bestände an einen Anbieter ab, der sie intransparent verwaltet.

Im Fall Knaken sollte eine eigene Stiftung, die Stichting Knaken Payments, die Einlagen getrennt vom Firmenvermögen sichern. Auch diese Stiftung wurde für insolvent erklärt. Damit greift genau jene Schutzkonstruktion nicht, mit der viele Plattformen um Vertrauen werben.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt strafrechtlich wegen des Verdachts auf unerlaubte Geschäfte und den Umgang mit den fehlenden Kundengeldern. Die offizielle Begründung des Antrags nennt das Openbaar Ministerie. Wie hoch die tatsächliche Deckung für die Gläubiger ausfällt, ist bislang offen.

Zentrale Verwahrung als strukturelles Ausfallrisiko

Die Knaken Insolvenz zeigt ein strukturelles Problem zentraler Verwahrung: Wer Guthaben bei einem Dienstleister hält, trägt das Gegenparteirisiko in voller Höhe. Sperrt der Anbieter den Zugang oder wird er zahlungsunfähig, verlieren Anleger die Kontrolle, unabhängig davon, wie robust das Netzwerk selbst arbeitet. Anders als Bankeinlagen unterliegen Krypto-Guthaben bei Plattformen in der Regel keiner staatlichen Einlagensicherung.

Eine Plattform kann Guthaben sperren, eine Insolvenz kann sie einziehen, ein Verfahren kann sie über Jahre binden. Bitcoin ist dagegen auf Selbstverwahrung ausgelegt: Wer den privaten Schlüssel selbst hält, entzieht seine Bestände dem Zugriff Dritter.

Für Anleger bleibt die Trennung zwischen dem Vermögenswert und der Verwahrstelle entscheidend. Das feste Angebot von 21 Mio. Bitcoin sichert den Wert, nicht aber die Kontrolle, wenn ein Verwahrer ausfällt.

Wir berichteten über die wachsende Abkehr von zentraler Verwahrung.