XRP-Staking-Betrug: Gefälschte Flare-Website stiehlt 8,5 Millionen Dollar

XRP-Staking-Betrug: Gefälschte Flare-Website stiehlt 8,5 Millionen Dollar

Ein XRP-Staking-Betrug mit einer gefälschten Flare-Network-Website hat nach Angaben der Polizei in Seoul 71 Anleger um insgesamt 3,4 Millionen XRP im Gegenwert von 8,5 Millionen US-Dollar gebracht. Drei Verdächtige wurden festgenommen, ein vierter wird per Interpol-Fahndung gesucht.

Gefälschte Flare-Website: So funktionierte der 8,5-Millionen-Dollar-Betrug

Ein XRP-Staking-Betrug hat Anleger nach Angaben der Polizeibehörde von Seoul im Oktober 2025 um 3,4 Millionen XRP im Gegenwert von 12,3 Milliarden Won gebracht, umgerechnet rund 8,5 Millionen US-Dollar. Die Täter kopierten die Webseite von Flare Network und dessen FXRP-Token unter der Domain fxrpntwork.com. Innerhalb von acht Tagen verloren 71 Investoren im Schnitt jeweils rund 119.000 US-Dollar, bevor die Betreiber die Seite am 23. Oktober 2025 abschalteten.

Der XRP-Staking-Betrug basierte auf dem Versprechen garantierten Kapitals bei monatlichen Renditen von 1,5 bis 1,8 Prozent für das FXRP-Staking, eine Größenordnung, die bei einem dezentralen Protokoll unüblich ist. Ermittler stuften den Fall als schweren Betrug ein und leiteten 54 Durchsuchungen sowie Beschlagnahmebefehle ein.

Seoul-Police stoppt Betrugs-Infrastruktur mit gefälschten Wikipedia-Einträgen

Um die gefälschte Website glaubwürdig wirken zu lassen, platzierten die Täter eigene Wikipedia-Einträge, Blogartikel und vermeintliche Nachrichtenbeiträge über das angebliche FXRP-Staking-Angebot. Ergänzend produzierten sie YouTube-Videos mit einem bezahlten Schauspieler, der als Vertreter des Projekts auftrat. Die reale Flare Network-Plattform bietet FXRP-Staking ausschließlich über ihre eigene Infrastruktur an.

Bei den Ermittlungen sicherte die Polizei Vermögenswerte von insgesamt 27,3 Milliarden Won, umgerechnet rund 18,8 Millionen US-Dollar, und fror davon 17,3 Milliarden Won ein. Drei Verdächtige im Alter von 29 und 34 Jahren wurden festgenommen, ein weiterer 29-jähriger Komplize wird per Interpol Red Notice gesucht. Den Beschuldigten wird schwerer Betrug vorgeworfen.

Dezentrale Tokens, zentralisierte Gefahren: Das Kontrollproblem

Der XRP-Staking-Betrug zeigt ein wiederkehrendes Muster: Nicht das zugrunde liegende Protokoll wird manipuliert, sondern das Vertrauen der Nutzer in eine gefälschte Oberfläche. Wer seine XRP an die vermeintliche FXRP-Staking-Plattform überwies, gab die Kontrolle über die eigenen Coins an unbekannte Dritte ab, statt sie selbst zu verwalten. Self-Custody Sicherheit bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem, private Schlüssel nie gegenüber einer fremden Website preiszugeben, unabhängig davon, wie offiziell eine Seite wirkt.

Wer Coins hält, senkt das Risiko solcher Betrugsmaschen vor allem durch Selbstverwahrung und Skepsis gegenüber festen, überdurchschnittlichen Renditeversprechen. Genau diese Eigenverantwortung unterscheidet ein zensurresistentes Netzwerk von einer zentral verwalteten Kopie, die Nutzer in eine Falle locken kann.

Offen bleibt, ob der vierte Verdächtige gefasst wird und wie viel der eingefrorenen 17,3 Milliarden Won an die 71 Geschädigten zurückfließt. Die Ermittlungen der Polizei in Seoul laufen weiter.

Wir berichteten über einen ähnlichen Phishing-Betrug mit gefälschten Websites gegen MetaMask-Nutzer.

RLUSD-Expansion beschleunigt Ripple Infrastruktur-Ausbau

RLUSD-Expansion beschleunigt Ripple Infrastruktur-Ausbau

Die RLUSD Adoption bei Ripple wächst unabhängig vom stockenden Clarity Act weiter: Der Stablecoin erreichte im Juli 2026 rund 1,7 Mrd. US-Dollar Marktkapitalisierung auf über 40 Netzwerken. Am 23. Juli startete Ripple zusätzlich die institutionelle Plattform Ripple Mint.

RLUSD-Expansion unabhängig von Clarity Act

Die RLUSD Adoption von Ripple hat sich in der vergangenen Woche fortgesetzt, obwohl der Clarity Act im US-Senat weiter blockiert ist: Der auf der XRP Ledger ausgegebene Stablecoin erreichte laut Marktdaten Ende Juli 2026 rund 1,7 Mrd. US-Dollar Marktkapitalisierung und ist damit der achtgrößte Stablecoin weltweit. RLUSD ist mittlerweile auf mehr als 40 Netzwerken verfügbar, ein deutlicher Sprung gegenüber den 1,4 bis 1,56 Mrd. US-Dollar, die der Stablecoin im April 2026 erreichte.

Am 23. Juli 2026 startete Ripple zusätzlich die institutionelle Plattform Ripple Mint, über die Firmenkunden die Ausgabe und Verwaltung von RLUSD-Beständen abwickeln können. Die RLUSD Adoption läuft damit parallel zu den politischen Verzögerungen, die XRP als Token in den vergangenen Wochen belastet haben.

Ripple-Infrastruktur beschleunigt sich operativ

Während der Clarity Act im Kongress feststeckt, treibt Ripple den eigenen Infrastruktur-Ausbau unabhängig davon voran. Der Senat muss die Fassungen der Ausschüsse für Bankwesen und Landwirtschaft erst noch zusammenführen, bevor eine gemeinsame Abstimmung möglich ist. Nach Daten der Prognoseplattform Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz noch in diesem Jahr verabschiedet wird, bei lediglich 39 Prozent.

Der zugrunde liegende Digital Asset Market Clarity Act hatte im Juli 2025 die Zustimmung des Repräsentantenhauses erhalten und wartet seither auf eine Senatsabstimmung vor der Sommerpause am 8. August. Ripple nutzt die Wartezeit, um RLUSD Adoption im Zahlungsverkehr und Firmenkundengeschäft zu verankern, statt auf die endgültige Einstufung von XRP als digitaler Rohstoff zu warten. Der XRP Zahlungsverkehr über die Ledger-Infrastruktur bleibt damit an das operative Wachstum von Ripple gekoppelt, nicht an den Ausgang der Gesetzgebung.

Operative Realität statt Regulatory Clarity

Für XRP-Anleger zeigt die Entwicklung eine Trennung zwischen zwei Ebenen: Die regulatorische Einstufung von XRP bleibt offen, solange der Senat keine Einigung vor der Frist erzielt. RLUSD Adoption wächst dagegen weiter, getragen von Firmenkunden und institutionellen Partnern wie Nuvion.

Ripple entkoppelt das Wachstum von RLUSD bewusst vom Tempo der US-Gesetzgebung und baut Zahlungsinfrastruktur auf, während die Einstufung von XRP offen bleibt. Für Firmenkunden zählt damit die operative Verfügbarkeit von RLUSD mehr als eine regulatorische Klarstellung, die weiterhin aussteht.

Anders als bei einem an den Dollar gekoppelten Stablecoin bleibt die Bitcoin-Angebotsmenge unabhängig von politischen Fristen auf 21 Mio. Einheiten begrenzt. Ob der Clarity Act vor der Sommerpause am 8. August noch eine Senatsmehrheit findet, bleibt bis dahin offen.

Wir berichteten über die RLUSD-Integration bei Nuvion für globale Firmenzahlungen.

Ripple USD wächst weiter: Nuvion integriert RLUSD für globale Firmenzahlungen

Ripple USD wächst weiter: Nuvion integriert RLUSD für globale Firmenzahlungen

Ripple USD Integration bei Nuvion: Das Fintech bindet RLUSD in seine Zahlungsplattform ein und erweitert die Optionen für grenzüberschreitende Firmenzahlungen weltweit.

Ripple USD wächst weiter: Nuvion integriert RLUSD für globale Firmenzahlungen

Das Fintech-Unternehmen Nuvion hat die Integration von Ripple USD in seine Infrastrukturplattform bekanntgegeben. Die Ripple USD Integration verbindet traditionelle Bankschienen mit blockchainbasierten Zahlungsnetzwerken über eine einzige API. Unternehmen sollen zwischen Fiat-Konten und Stablecoin-Abwicklung wechseln können, ohne mehrere Anbieter miteinander zu verknüpfen.

Nuvion bezeichnet sich als KI-gestützte Banking-Plattform für grenzüberschreitende Zahlungen von Unternehmen und Fintechs. Mehrwährungskonten, Treasury-Werkzeuge und Compliance-Infrastruktur laufen bei Nuvion bereits über eine gemeinsame Schnittstelle. RLUSD Grenzüberschreitende Zahlungen ergänzen dieses Angebot um eine dollargedeckte, regulierte Abwicklungsschiene für internationale Geschäftskunden.

Warum Nuvion auf Ripples regulierten Stablecoin statt auf USDC oder USDT setzt

RLUSD wird von einer Ripple-Tochtergesellschaft unter einer Trust-Charter der New Yorker Finanzaufsicht NYDFS ausgegeben und ist vollständig durch Bargeld und kurzlaufende US-Staatsanleihen gedeckt. Für Firmenkunden mit Nachweispflichten ist diese Aufsichtsstruktur oft ausschlaggebender als reine Liquidität. Ripples offizielle Ankündigung betont Compliance als zentrales Argument gegenüber USDC oder USDT.

Ripple USD Integration reiht sich in wachsende Liste von Firmenkunden ein

Nuvion ist nicht der erste Zahlungsdienstleister, der RLUSD einbindet. Ripple hatte den Stablecoin zuvor bereits mit Firmen wie BKK Forex und iSend in sein eigenes Zahlungsnetzwerk integriert. Für Ripple selbst ist RLUSD Teil einer Umsatzstrategie, die bewusst vom Kurs des Tokens XRP getrennt wird.

Eine einzelne Ripple USD Integration ist kein Nachweis für breite institutionelle Adoption, sondern ein Baustein in einem wachsenden Netzwerk aus Zahlungspartnern. Ob Unternehmenskunden Stablecoins im großen Stil nutzen, zeigt sich erst über Transaktionsvolumen, nicht über Ankündigungen.

Anders als Bitcoin hängt der Wert von RLUSD nicht an einem festen Angebot, sondern an der Bonität und den Entscheidungen eines einzelnen Emittenten. Dieser Unterschied zeigt, warum ein reguliertes Zahlungsmittel und ein Gut mit programmatisch fixer Obergrenze unterschiedliche Funktionen im Finanzsystem erfüllen, auch über dieselbe Blockchain-Infrastruktur.

Wir berichteten über Ripples Umsatzziel 2026, das maßgeblich auf RLUSD und Zahlungsabwicklung setzt.

Ripple Rekordquartal 2026: CEO verschiebt CLARITY-Prognose von April auf Mai

Ripple Rekordquartal 2026: CEO verschiebt CLARITY-Prognose von April auf Mai

Ripple-CEO Brad Garlinghouse hat auf dem FII Priority Miami Summit und in einem Fox Business Interview ein Rekordquartal für Q1 2026 angekündigt. Gleichzeitig verschob er seine Prognose für die Verabschiedung des CLARITY Acts von Ende April auf Ende Mai. XRP handelt bei 1,34 US-Dollar, 27 % unter Jahresanfang und weit unter dem 52-Wochen-Hoch von 3,56 US-Dollar.

Was Garlinghouse auf Fox Business und dem FII Priority Miami Summit über Q1 erklärte

„We’re going to have a record quarter“, sagte Garlinghouse auf Fox Business und bezeichnete Ripples aktuelle Phase als beispiellos. Im Geschäftsjahr 2025 investierte Ripple rund 4 Mrd. US-Dollar in das Krypto-Ökosystem über Akquisitionen, Beteiligungen und Fusionen.

Garlinghouse betonte, das Unternehmenswachstum sei unabhängig vom XRP-Kurs, da die beiden Hauptakquisitionen Hidden Road und GTreasury die Erwartungen übertroffen hätten. Das berichtet The Block unter Berufung auf das Interview mit Details zu Garlinghouses Aussagen. Auf dem FII Priority Panel in Miami kritisierte er die Biden-Ära als „sinnlosen Krieg“ gegen Krypto und verglich die damalige Regulierungspolitik mit einem Versuch, E-Mail zu verbieten.

Die SEC-CFTC-Einstufung von 16 digitalen Assets als Commodities, darunter XRP, bewertete er als großen Schritt, betonte aber, dass nur ein vom Kongress verabschiedetes Gesetz dauerhafte Klarheit schaffe. Das Ripple Rekordquartal 2026 basiert auf Unternehmenskennzahlen, nicht auf dem Token-Kurs, eine Divergenz die XRP-Halter seit Monaten frustriert.

Wie 4 Mrd. US-Dollar in Akquisitionen Ripples Wachstum 2025 prägten

Die mit Abstand größte Übernahme war Hidden Road für 1,25 Mrd. US-Dollar, ein Prime-Brokerage das institutionellen Kunden Zugang zu Krypto-Handelsinfrastruktur bietet. Die zweitgrößte war GTreasury für 1 Mrd. US-Dollar, ein Treasury-Management-System für Unternehmenskunden. Beide Akquisitionen zielen auf die Integration von Krypto in bestehende Finanzinfrastruktur, nicht auf den XRP-Token selbst.

Die jüngste Fundraising-Runde brachte 500 Mio. US-Dollar bei einer Bewertung von 40 Mrd. US-Dollar, unterstützt von Citadel und Fortress. Die XRP Regulierung USA spielt für diese Bewertung eine zentrale Rolle: Ohne den CLARITY Act bleibt der regulatorische Status von XRP formal eine Interpretation, kein Gesetz.

XRP-ETFs verzeichneten bisher kumulative Zuflüsse von rund 1,4 Mrd. US-Dollar, aber im März 2026 gab es nur an vier Handelstagen Nettozuflüsse. Das Unternehmen wächst, der Token stagniert, und die Brücke zwischen beiden ist regulatorische Klarheit, die noch nicht existiert.

Warum der CLARITY Act von Ende April auf Ende Mai verschoben wurde

Im Februar 2026 hatte Garlinghouse die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung des CLARITY Acts bis Ende April auf 80 % geschätzt. Diese Prognose hat er nun revidiert.

Garlinghouse erklärte:

By the end of May, we’ll get something. Compromise is reached when they are most tired and frustrated.

Er war zwei Tage vor dem Interview in Washington und sprach mit Schlüsselpersonen im Gesetzgebungsprozess. Die Verzögerung liegt am Stablecoin-Yield-Streit: Banken wie JPMorgan und Bank of America warnen vor bis zu 6,6 Bio. US-Dollar Einlagenabfluss, wenn Krypto-Plattformen Renditen auf Stablecoins anbieten dürfen. Garlinghouse warnte ausdrücklich vor einem „zweiten Gary-Gensler-Moment“, in dem Politik statt Sachpolitik die Regulierung bestimme.

Polymarket sieht die Wahrscheinlichkeit bei 70 bis 72 %. Parallel blockiert Trumps Forderung nach einem Wahl-ID-Gesetz potenziell die gesamte legislative Agenda im Senat, was auch den CLARITY Act betrifft. Für XRP ist die XRP Regulierung USA existenzieller als für Bitcoin, weil XRP als zentralisiert emittierter Token ohne den CLARITY Act in einer regulatorischen Grauzone verbleibt, während Bitcoin als dezentrales Commodity bereits anerkannt ist.

Wer erkennt, dass ein Geldsystem, das auf staatliche Anerkennung angewiesen ist, per Definition nicht unabhängig ist, versteht den strukturellen Unterschied zwischen einem Token, dessen Schicksal an einem Gesetz hängt, und einem Netzwerk, das seit 17 Jahren ohne Erlaubnis funktioniert.

Wir berichteten über die SEC-CFTC-Einstufung von 16 Assets als digitale Rohstoffe.

Binance Datenleck 2026: Nicht Binance wurde gehackt, sondern die Geräte der Nutzer

Binance Datenleck 2026: Nicht Binance wurde gehackt, sondern die Geräte der Nutzer

Im Januar 2026 entdeckte Sicherheitsforscher Jeremiah Fowler eine öffentlich zugängliche Datenbank mit 149 Mio. gestohlenen Login-Credentials, darunter rund 420.000 Binance-bezogene Logins. Die Schlagzeile suggeriert einen Börsen-Hack, die Realität ist eine andere: Binance-Server wurden nicht kompromittiert. Die Daten stammen von Infostealer-Malware, die Logins direkt von infizierten Nutzergeräten abgegriffen hat.

Wie 96 GB gestohlene Daten wochenlang offen im Netz lagen

Die Datenbank enthielt rund 96 GB an unverschlüsselten Daten, war ohne Passwort zugänglich und lag mehrere Wochen offen im Netz, bevor sie vom Hosting-Provider nach mehrfacher Meldung durch Fowler offline genommen wurde. Die Datensätze umfassten E-Mail-Adressen, Benutzernamen, Passwörter und direkte Login-URLs für Hunderte von Diensten.

Neben den 420.000 Binance-Logins fanden sich 48 Mio. Gmail-Accounts, 17 Mio. Facebook-Accounts, 6,5 Mio. Instagram-Accounts und Credentials von Banken, Regierungsdomains und Streaming-Diensten. Binance-CSO Jimmy Su stellte in einem offiziellen Blog-Post klar, dass die internen Systeme der Börse nicht betroffen waren und erklärte, die Credentials seien von einem bekannten Akteur gesammelt worden, der über Dark-Web-Marktplätze operiert und Infostealer-Malware einsetzt.

Die Daten wurden nicht durch einen Einbruch bei Binance gesammelt, sondern von Millionen infizierter Geräte weltweit. Jedes kompromittierte Gerät liefert dutzende Logins gleichzeitig: E-Mail, Social Media, Banking und Krypto-Börsen in einem Paket.

Was Nutzer jetzt konkret tun sollten: 2FA, Passwörter, Malware-Scan

Binance empfiehlt drei Sofortmaßnahmen: Erstens ein vollständiger Malware-Scan auf allen Geräten, denn solange ein Gerät infiziert ist, wird jedes neue Passwort sofort wieder abgegriffen. Zweitens das Aktivieren von Hardware-basierter Zwei-Faktor-Authentifizierung, nicht SMS-basiert, da SIM-Swap-Angriffe nach einem Binance Nutzerdaten Leak wahrscheinlicher werden.

Drittens das Ersetzen aller Passwörter durch einzigartige, komplexe Kombinationen über einen Passwort-Manager, da Credential-Reuse der Hauptgrund ist, warum ein einziger kompromittierter Login dutzende Accounts gefährdet. Kaspersky identifizierte im November 2025 eine neue Infostealer-Variante namens Stealka, die sich als Game-Cheats und Mods tarnt und neben Browser-Passwörtern auch Krypto-Wallet-Extensions ausliest.

Die Malware zielt auf über 100 Browser ab, darunter Chrome, Firefox, Brave und Edge, und betrifft mindestens 80 Krypto-Börsen. Binance hat nach eigener Aussage in den letzten Monaten einen deutlichen Anstieg kompromittierter Nutzer-Credentials festgestellt und reagiert mit automatischen Passwort-Resets, Session-Revocations und direkter Benachrichtigung betroffener Accounts.

Wie das Binance Datenleck 2026 den Trend zu Self-Custody beschleunigt

Das Binance Datenleck 2026 illustriert ein strukturelles Problem zentraler Plattformen: Auch wenn die Server sicher sind, bleibt der Nutzer als Angriffsfläche bestehen. Solange Logins auf Geräten gespeichert werden, die mit dem Internet verbunden sind, existiert ein Angriffsvektor, den keine Börse vollständig eliminieren kann. Bei Self-Custody, also der Verwahrung von Bitcoin auf einer eigenen Hardware-Wallet mit privatem Schlüssel, entfällt dieser Vektor.

Es gibt kein Passwort das ein Infostealer abgreifen kann, keinen Login der in einer Datenbank landen kann, und keinen zentralen Account den ein Angreifer übernehmen kann. Die 420.000 kompromittierten Binance-Logins betrafen Nutzer, deren Geräte infiziert waren. Auf einer Hardware-Wallet wären dieselben Nutzer nicht betroffen gewesen, weil der private Schlüssel das infizierte Gerät nie verlässt.

Wer versteht, dass die Sicherheit eines dezentralen Geldsystems nicht von der Verteidigungsfähigkeit einer Plattform abhängt, sondern von der Kontrolle des Einzelnen über seinen privaten Schlüssel, erkennt in diesem Vorfall keine Schwäche von Bitcoin, sondern eine Bestätigung des Grundprinzips: Nicht deine Schlüssel, nicht deine Coins.

Not your keys, not your coins.

Wir berichteten über Self-Custody-Wallets und warum die eigene Verwahrung unverzichtbar ist.

XRP-ETFs verzeichnen konstante Zuflüsse, während Bitcoin- und Ethereum-Fonds Kapital verlieren

XRP-ETFs verzeichnen konstante Zuflüsse, während Bitcoin- und Ethereum-Fonds Kapital verlieren

Der US-Markt für XRP-ETFs wächst weiter, obwohl Bitcoin- und Ethereum-Fonds seit Wochen mit Abflüssen kämpfen. Fünf Produkte halten zusammen über 1 Mrd. US-Dollar an verwaltetem Vermögen, die kumulativen Nettozuflüsse liegen bei 1,26 Mrd. US-Dollar.

In Kürze

  • Bitwise überholt Canary Capital mit 289 Mio. US-Dollar und wird größter XRP-ETF der USA
  • Bitcoin-ETFs mit 9 Abflusstagen im Februar, XRP-ETFs nur mit 3
  • Seit dem Start im November 2025 gab es keinen einzigen Monat mit Netto-Abflüssen

Bitwise überholt Canary Capital mit 289 Mio. US-Dollar und wird größter XRP-ETF der USA

Der Bitwise XRP ETF hat sich Anfang März an die Spitze gesetzt. Mit rund 289 Mio. US-Dollar verwaltetem Vermögen überholt er Canary Capital, das bei etwa 286 Mio. liegt. Den Ausschlag gaben rund 10 Mio. US-Dollar an Wochenzuflüssen, die Bitwise-CEO Hunter Horsley auf X bestätigte.

Dabei hatte Canary Capital als erster Anbieter im November 2025 den Markt eröffnet und monatelang geführt. Dass Bitwise in weniger als vier Monaten nach Launch die Führung übernehmen konnte, zeigt, wie eng das Rennen ist.

Bitwise bestätigte den Meilenstein offiziell auf der Unternehmensseite.

XRP-ETFs wachsen BTC-ETFs verlieren

Auf den weiteren Plätzen folgen Franklin Templeton mit rund 230 Mio., 21Shares mit 167 Mio. und Grayscale mit 72 Mio. US-Dollar.

Bitcoin-ETFs mit 9 Abflusstagen im Februar, XRP-ETFs nur mit 3

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Laut SoSoValue verzeichneten Bitcoin-ETFs im Februar neun Handelstage mit Nettoabflüssen, Ethereum-ETFs erging es ähnlich. XRP-ETFs dagegen hatten im selben Zeitraum nur drei negative Tage. In einer Woche, in der Bitcoin- und Ethereum-Produkte zusammen 250 Mio. US-Dollar verloren, zog XRP noch 3,5 Mio. US-Dollar an frischem Kapital an.

Canary-Capital-CEO Steven McClurg bestätigte, dass XRP inzwischen rund 50 % aller Zuflüsse in Altcoin-ETFs erfasst. Solana und Hedera teilen sich die übrigen 50 %. Das ist bemerkenswert, denn es zeigt eine messbare Kapitalrotation weg von den großen Krypto-Assets hin zu Altcoins mit wahrgenommenem Nutzwert.

Seit dem Start im November 2025 gab es keinen einzigen Monat mit Netto-Abflüssen

Was die XRP-ETFs besonders auszeichnet, ist ihre Konstanz. Seit dem Handelsstart im November 2025 gab es keinen einzigen Monat, in dem die Produkte unter dem Strich Kapital verloren haben. Allein in den ersten drei Märztagen flossen weitere 18,68 Mio. US-Dollar zu.

Parallel dazu erweitert Ripple seine Plattform um Krypto-Futures von Coinbase, was institutionellen Anlegern den Zugang zu regulierten Derivaten eröffnet. Dazu kommt die Übernahme von Hidden Road für 1,25 Mrd. US-Dollar, mit der Ripple sein institutionelles Ökosystem ausbaut.

Aus Bitcoin-Perspektive bleibt die Frage, ob die Kapitalrotation in Altcoin-ETFs ein kurzfristiges Phänomen ist oder ob sie strukturelle Schwäche bei BTC-Produkten offenlegt. Denn während XRP-ETFs frisches Geld anziehen, kämpfen die Bitcoin-Spot-ETFs mit dem größten Abflusszyklus seit ihrem Start im Januar 2024.

Für Anleger, die Bitcoin als härtestes Geld mit fixem Angebot von 21 Mio. Einheiten verstehen, ändert das an der langfristigen These nichts. Kurzfristig zeigt es aber, dass institutionelles Kapital dort hingeht, wo es Momentum sieht und das liegt gerade nicht bei Bitcoin.

Wir berichteten bereits im Januar über die ersten großen ETF-Abflüsse bei XRP und die Rolle geopolitischer Spannungen für den Kryptomarkt.