EZB DeFi Regulierung: Arbeitspapier stellt Dezentralisierung von Aave, Uniswap, MakerDAO und Ampleforth in Frage

EZB DeFi Regulierung: Arbeitspapier stellt Dezentralisierung von Aave, Uniswap, MakerDAO und Ampleforth in Frage

Die Europäische Zentralbank hat am 26. März 2026 ein Working Paper veröffentlicht, das die Governance-Strukturen von vier großen DeFi-Protokollen untersucht. Das Ergebnis: Die Dezentralisierung ist in allen vier Fällen deutlich geringer als behauptet. Die Studie könnte weitreichende Konsequenzen für die MiCA-Ausnahme haben, die nur für vollständig dezentralisierte Services gilt.

Was die EZB in ihrem Working Paper über vier DeFi-Protokolle herausgefunden hat

Das EZB-Paper mit dem Titel “Who to regulate? Identifying actors within DeFi’s governance” analysiert die Token-Verteilung und Abstimmungsstrukturen von Aave, MakerDAO (jetzt Sky Protocol), Ampleforth und Uniswap anhand von On-Chain-Snapshots aus November 2022 und Mai 2023.

Die EZB DeFi Untersuchung kommt zu einem klaren Ergebnis: Die Governance ist bei allen vier Protokollen hochkonzentriert. Mehr als die Hälfte der Token sind typischerweise an das Protokoll-Team selbst oder an Börsen gebunden.

Binance wurde als größter zentraler Token-Halter über alle vier Protokolle hinweg identifiziert. Bei den Abstimmungen dominieren Stakehodler, deren Identität in rund einem Drittel der Fälle nicht öffentlich bekannt ist. Die Autoren stellen fest, dass es anhand öffentlicher Daten nicht möglich ist zu verifizieren, ob protokoll-eigene Holdings Gründern, Entwicklern oder Treasuries gehören. In dem offiziellen Dokument sind die wichtigsten Datenpunkte zusammenfasst.

Aave-Gründer Stani Kulechov selbst bezeichnete DAO-Governance kürzlich als “extraordinarily difficult”, mit langsamem Entscheidungsprozess, mehreren Abstimmungsrunden und interner Politik.

Warum die Top 100 Halter bei jedem Protokoll über 80 Prozent des Supplys kontrollieren

Bei Aave und Uniswap kontrollieren allein die Top 5 Halter fast die Hälfte aller Tokens. Bei Ampleforth liegt die Konzentration noch höher: Die Top 5 halten fast 60 %. Die Top 100 Halter kontrollieren bei jedem der vier Protokolle über 80 % des gesamten Governance-Token-Supplys.

Bei den Abstimmungen verschärft sich die Konzentration weiter durch das Delegierungssystem: Die 20 größten Wähler bei Ampleforth kontrollieren 96 % der delegierten Stimmrechte. Bei MakerDAO halten die Top 10 Wähler 66 % der Stimmen. Bei Uniswap kontrollieren die Top 18 Wähler 52 %.

Die EZB DeFi Regulierung stellt damit eine Grundannahme des DeFi-Ökosystems in Frage: Dass Governance-Token automatisch zu dezentraler Entscheidungsfindung führen. Die Autoren argumentieren, dass die Konzentration über die Zeit stabil bleibt und kein vorübergehendes Phänomen der Frühphase ist, insbesondere da Aave, Uniswap und MakerDAO mittlerweile fast ein Jahrzehnt existieren.

Das Financial Stability Board hatte ähnliche Warnungen bereits früher ausgesprochen: DeFi-Versprechen der Disintermediation maskieren oft neue Formen der Konzentration, die denen des traditionellen Finanzsystems ähneln.

Was die Governance-Konzentration für die MiCA-Ausnahme bedeutet

MiCA befreit Krypto-Dienstleistungen, die “vollständig dezentralisiert und ohne Intermediär” erbracht werden, von der Regulierung. Die EZB DeFi Regulierung stellt in Frage, ob Aave, Uniswap, MakerDAO und Ampleforth diesen Status plausibel beanspruchen können, wenn mehr als die Hälfte der Governance-Token in manchen Fällen an Gründerteams oder zentralisierte Börsen wie Binance gebunden sind.

Protokolle, die die MiCA-Ausnahme nicht in Anspruch nehmen können, müssten sich als Crypto Asset Service Provider lizenzieren lassen, mit strikten Kapitalanforderungen, Governance-Standards und Verbraucherschutzmaßnahmen. Das Paper betont, dass es die Meinung der Autoren widerspiegelt und keine offizielle EZB-Politik darstellt.

Doch Arbeitspapiere der EZB zeichnen regelmäßig die regulatorische Richtung vor, und die Signalwirkung ist eindeutig: Die EU bereitet den Boden für eine strengere Prüfung von DeFi-Protokollen unter MiCA 2. Bitcoin taucht in der Untersuchung nicht auf, und das ist kein Zufall.

Bitcoin hat kein Governance-Token, kein Gründerteam das Token hält, keine Delegierten deren Identität verschleiert ist, und keine Börse die Abstimmungen kontrolliert. Wer erkennt, dass ein Netzwerk ohne identifizierbare Kontrolleure der einzige Kandidat ist, der den Dezentralisierungstest einer Zentralbank tatsächlich besteht, versteht den strukturellen Unterschied zwischen einem Label und einer Architektur.

Wir berichteten über die SEC-CFTC-Einstufung von 16 Assets als digitale Rohstoffe und die Rolle des CLARITY Acts.

Erneute Trump Bitcoin Aussage trifft auf legislative Realität: Viel Signal, wenig Substanz

Erneute Trump Bitcoin Aussage trifft auf legislative Realität: Viel Signal, wenig Substanz

US-Präsident Donald Trump hat sich innerhalb einer Woche zweimal öffentlich pro-Bitcoin positioniert. Am 24. März stellte er sich im Stablecoin-Streit gegen die Banken-Lobby, am 27. März bezeichnete er Bitcoin als “very powerful technology”. Gleichzeitig steht die strategische Bitcoin-Reserve nach einem Jahr still und der CLARITY Act hängt im Senat fest.

Wie Trump sich am 24. März öffentlich gegen Banken im Stablecoin-Streit positionierte

In einem Truth-Social-Post schrieb Trump: “The Genius Act is being threatened and undermined by the Banks, and that is unacceptable.” Und weiter: “Americans should earn money on their money. This industry cannot be taken from the People of America.”

Das heißt auf deutsch übersetzt so viel wie:

Der Genius Act wird von den Banken bedroht und untergraben, und das ist inakzeptabel. Amerikaner sollten mit ihrem Geld Geld verdienen können. Diese Branche darf dem amerikanischen Volk nicht weggenommen werden.

Der Post folgte unmittelbar auf ein Treffen mit Coinbase-CEO Brian Armstrong im Weißen Haus, wie CNBC unter Berufung auf eine informierte Quelle berichtete und Politico vorab meldete. Der Streit dreht sich um die Frage, ob Krypto-Plattformen Renditen auf Stablecoin-Guthaben anbieten dürfen.

JPMorgan und Bank of America warnen, dass bis zu 6,6 Bio. US-Dollar an Bankeinlagen in Stablecoins abwandern könnten, wenn Yield erlaubt wird. Trumps Trump Bitcoin Aussage positioniert ihn klar auf der Seite der Krypto-Industrie und gegen die Banken-Lobby, die den CLARITY Act blockiert. Die Formulierungen im Post ähneln auffällig der Sprache, die Armstrong selbst in Interviews verwendet hat.

Was Trump am 27. März über Bitcoin und Krypto-Zahlungen sagte

Drei Tage nach dem Stablecoin-Post legte Trump nach. Auf einer öffentlichen Veranstaltung bezeichnete er Bitcoin als “a very powerful technology” und sagte, immer mehr Menschen wollten Zahlungen in Kryptowährungen erhalten. Die USA müssten ihre globale Führungsposition in diesem Bereich halten.

Die Trump Bitcoin Aussage reiht sich in eine Woche ein, in der der Präsident auch die Iran-Pause verkündete, die Bitcoin um 5 % auf über 71.000 US-Dollar pumpte, und in der die SEC gemeinsam mit der CFTC 16 Krypto-Assets als digitale Rohstoffe einstufte.

Trumps Trump Bitcoin Politik bewegt sich damit auf zwei Ebenen gleichzeitig: rhetorisch pro-Krypto, legislativ blockiert. Denn parallel zu den Statements hat Trump erklärt, er werde keine weiteren Gesetze unterzeichnen, bis sein Wahl-ID-Gesetz durch den Kongress geht.

Das betrifft direkt den CLARITY Act, der die Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC regeln und Stablecoin-Yield definieren soll, und indirekt auch jede mögliche Autorisierung für die Bitcoin-Reserve.

Was aus der Bitcoin-Reserve ein Jahr nach der Executive Order geworden ist

Am 6. März 2025 unterzeichnete Trump die Executive Order zur Einrichtung einer Strategic Bitcoin Reserve. David Sacks nannte es “Digital Fort Knox”. Ein Jahr später hat die US-Regierung keinen einzigen neuen Bitcoin gekauft. Die Reserve existiert formal nicht.

Das Treasury unter Scott Bessent erklärte im August 2025, man werde keine Bitcoin kaufen, sondern nur beschlagnahmte Coins behalten. Bessent ruderte am selben Tag auf X zurück und sprach von “budget-neutralen Wegen”, konkrete Pläne folgten nie.

Die 30-Tage-Frist für die Bestandsmeldung aller Behörden verstrich ohne öffentliches Ergebnis. Der 60-Tage-Report von Bessent kam nie. Der 180-Tage-Report der Working Group erschien im Juli 2025 ohne Details zur Reserve.

White-House-Berater Patrick Witt erklärte noch im Januar 2026, man kenne die genaue Zahl der Bestände nicht. Der BITCOIN Act von Senatorin Lummis, der 1 Mio. BTC über fünf Jahre vorsieht, liegt tot im Senat. Trumps Rhetorik ist bullisch, seine legislative Bilanz ist leer. D

och genau darin liegt ein Muster, das über diesen Präsidenten hinausweist: Bitcoin braucht keine staatliche Legitimation, um zu funktionieren. Ein Geldsystem mit festen Regeln, das seit 17 Jahren ohne Unterbrechung Blöcke produziert, ist nicht auf die Zustimmung einer Regierung angewiesen, die ihre eigenen Deadlines nicht einhält.

Wir berichteten über den Stand der Bitcoin-Reserve ein Jahr nach der Executive Order.

Circle Aktie Crash: USDC-Herausgeber verliert 20 % nach CLARITY Act Entwurf

Circle Aktie Crash: USDC-Herausgeber verliert 20 % nach CLARITY Act Entwurf

Circle Internet Group (CRCL) verlor am 24. März 2026 über 20 % an Wert und schloss bei 101,17 US-Dollar nach einem Tageshoch von 127,08 US-Dollar. Auslöser war ein geleakter Entwurf des CLARITY Act, der passive Renditen auf Stablecoin-Guthaben verbieten soll. Es war der schlimmste Handelstag seit dem Börsengang im Juni 2025.

Warum Circle am 24. März den schlimmsten Handelstag seit Börsengang erlebte

Der Circle Aktie Crash folgte auf eine 170-Prozent-Rallye seit Anfang Februar, in der CRCL von rund 60 auf über 130 US-Dollar gestiegen war. Der Kursverfall auf ein Tagestief von 98,31 US-Dollar vernichtete innerhalb von Stunden rund 5,6 Mrd. US-Dollar an Marktkapitalisierung bei einem Handelsvolumen von 57,7 Mio. Aktien, fast dem Dreifachen des Durchschnitts.

Circle Chart

Quelle: TradingView / Circle

Dabei trafen am selben Tag zwei weitere Faktoren zusammen: Tether kündigte an, erstmals eine Big-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für ein vollständiges Audit der USDT-Reserven beauftragt zu haben, was Circles bisherigen Transparenzvorteil direkt unter Druck setzt.

Zusätzlich berichtete On-Chain-Ermittler ZachXBT, dass Circle USDC-Guthaben in 16 Hot Wallets von Börsen und Forex-Firmen eingefroren hatte, ohne die Wallets vorab verifiziert zu haben.

Das verstärkte die Debatte über Zentralisierungsrisiken bei USDC. ARK Invest verkaufte vier Tage vor dem Crash 5,9 Mio. US-Dollar in CRCL, kaufte aber nach dem Einbruch 16,3 Mio. US-Dollar nach.

Wie das Stablecoin Yield Verbot passive Renditen auf USDC-Guthaben unterbindet

Der neue CLARITY Act Entwurf, auf den sich die Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks mit dem Weißen Haus geeinigt haben, verbietet Plattformen, Renditen auf Stablecoin-Guthaben anzubieten, die direkt oder indirekt einer Bankeinlage wirtschaftlich gleichkommen.

Die Formulierung lässt wenig Spielraum für Umgehungen. Aktivitätsbasierte Belohnungen wie Treueprogramme oder Promotions bleiben zwar erlaubt, aber passive Yield auf reine USDC-Holdings wird untersagt. Coinbase bietet derzeit 3,5 % Rendite auf Stablecoin-Guthaben, ein Anreiz der maßgeblich zur Adoption von USDC beigetragen hat.

Dabei ist eine entscheidende Nuance wichtig: Circle selbst verdient 96 % seiner Einnahmen aus Zinsen auf die US-Treasury-Reserven hinter USDC, zuletzt 733 Mio. US-Dollar im vierten Quartal 2025. Das Stablecoin Yield Verbot betrifft nicht diese Einnahmen, sondern nur deren Weitergabe an Endnutzer.

Circles Kerngeschäft bleibt unangetastet, aber die Wachstumsthese, dass USDC durch Yield-Angebote Marktanteile gewinnt, wird durch den Entwurf fundamental beschädigt. Der Entwurf ist allerdings noch nicht final, und Senatorin Alsobrooks betonte, dass die genaue Formulierung noch überarbeitet werden kann.

Warum Coinbase als USDC-Distributionspartner 10 Prozent mitfiel

Coinbase verlor am selben Tag rund 10 % an Wert, weil etwa 20 % der Unternehmenseinnahmen aus Stablecoin-bezogenen Aktivitäten stammen. Die Plattform ist der wichtigste Distributionskanal für USDC und verdient sowohl an der Yield-Weitergabe als auch an Transaktionsgebühren, die durch USDC-Holdings auf der Plattform entstehen.

Wenn passive Renditen wegfallen, sinkt der Anreiz, USDC auf Coinbase zu halten, was sowohl Einlagen als auch Transaktionsvolumen reduzieren könnte. Dabei zeigt der Circle Aktie Crash ein Muster, das über einen einzelnen Gesetzentwurf hinausgeht. Stablecoins sind erlaubnispflichtige Systeme, deren Funktionsumfang jederzeit durch regulatorische Entscheidungen eingeschränkt werden kann.

Wer Rendite auf ein Zahlungsmittel verspricht, das von einer zentralen Instanz herausgegeben wird, macht sich abhängig von der Erlaubnis dieser Instanz und der Regulierungsbehörden dahinter. Ein Geldsystem wie Bitcoin, das auf festen Regeln basiert statt auf politischen Kompromissen, braucht kein Yield-Versprechen, um gehalten zu werden, weil der Anreiz im fixen Angebot selbst liegt.

Wir berichteten über den GENIUS Act und die regulatorische Einordnung von Stablecoins in den USA.

SEC Krypto Klassifizierung: 16 Kryptowährungen als digitale Rohstoffe eingestuft

SEC Krypto Klassifizierung: 16 Kryptowährungen als digitale Rohstoffe eingestuft

SEC und CFTC haben am 17. März 2026 in einer gemeinsamen 68-seitigen Interpretation erstmals 16 Krypto-Assets offiziell als digitale Rohstoffe eingestuft. Damit sind diese Assets keine Wertpapiere mehr und fallen künftig unter die Aufsicht der CFTC statt der SEC.

Fünf Kategorien für digitale Assets: Nur Securities bleiben unter SEC-Aufsicht

Die SEC Krypto Klassifizierung unterteilt digitale Assets erstmals in fünf Kategorien: Digital Commodities, Digital Collectibles, Digital Tools, Stablecoins und Digital Securities. Dabei bleiben ausschließlich Digital Securities unter der Aufsicht der SEC, also tokenisierte Versionen klassischer Finanzinstrumente wie Aktien oder US-Staatsanleihen. Das gab SEC-Chairman Paul Atkins auf dem DC Blockchain Summit in Washington bekannt und sprach dabei von einem Ende der regulatorischen Unsicherheit nach über einem Jahrzehnt.

CFTC-Chairman Michael Selig bezeichnete die gemeinsame Interpretation als Grundlage für ein harmonisiertes Rahmenwerk. Tatsächlich hatten beide Behörden bereits am 11. März ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das die koordinierte Aufsicht über digitale Assets vorbereitet hatte.

Die SEC Krypto Klassifizierung ist allerdings eine Interpretation, kein dauerhaftes Gesetz. Der CLARITY Act, der diese Einstufung in Gesetzesform gießen soll, hat zwar das Repräsentantenhaus im Juli 2025 passiert und den Landwirtschaftsausschuss des Senats im Januar 2026, wartet aber noch auf die finale Abstimmung.

Warum Staking, Mining und Airdrops keine Wertpapier-Transaktionen mehr sind

Die Interpretation geht über die reine Klassifizierung von Assets hinaus. Protokoll-basiertes Staking, Mining und bestimmte Airdrops werden explizit aus dem Wertpapierrecht herausgenommen. Denn diese Aktivitäten erfüllen nach Einschätzung beider Behörden nicht die Kriterien des Howey-Tests, weil keine Gewinnerwartung aus den unternehmerischen Anstrengungen Dritter vorliegt.

Für DeFi-Protokolle und Infrastruktur-Projekte beseitigt das eine regulatorische Grauzone, die seit Jahren Entwicklung und Kapitalallokation gebremst hat. Dabei bestätigt die SEC Krypto-Klassifizierung im Kern eine Logik, die bereits im Ripple-Verfahren unter Richterin Analisa Torres angelegt war.

Die Einstufung als Commodity ist allerdings nicht dauerhaft geschützt. Sobald ein Asset im Rahmen eines Investment Contracts angeboten wird, kann es erneut unter Wertpapierrecht fallen. Die Kategorisierung ist also kontextabhängig, nicht absolut.

Welche 16 Assets auf der Liste stehen und nach welchen Kriterien sie ausgewählt wurden

Das Auswahlkriterium ist im Dokument definiert: Ein digitaler Rohstoff muss intrinsisch mit einem funktionalen Krypto-System verbunden sein und seinen Wert aus Angebot und Nachfrage ableiten, nicht aus der Erwartung von Gewinnen durch Dritte.

Die Liste umfasst Bitcoin, Ether, Solana, XRP, Cardano, Chainlink, Avalanche, Polkadot, Stellar, Hedera, Litecoin, Dogecoin, Shiba Inu, Tezos, Bitcoin Cash und Aptos.

Alle 16 Assets unterliegen bereits einem Futures-Kontrakt auf einem CFTC-regulierten Markt, was ihre Auswahl als Beispiele erklärt, aber keine Voraussetzung für die Einstufung darstellt. Trotzdem wirft die Breite der Liste Fragen auf. Meme-Coins wie Dogecoin und Shiba Inu stehen neben Infrastruktur-Projekten wie Chainlink und Polkadot. 

Die Krypto-Regulierung USA sendet damit ein Signal, das über technologische Kriterien hinausgeht: Hohe Handelsaktivität und breite Marktdurchdringung reichen aus, um als Commodity eingestuft zu werden. Für institutionelles Kapital entsteht dadurch ein klar definierter Rechtsrahmen, der neue ETFs, Derivateprodukte und Custody-Lösungen ermöglicht.

Wir berichteten über die SEC-CFTC-Harmonisierung bei gehebelten Krypto-Produkten.

Mastercard startet Krypto-Partner-Programm mit über 85 Krypto- und Finanzunternehmen

Mastercard startet Krypto-Partner-Programm mit über 85 Krypto- und Finanzunternehmen

Mastercard hat am 11. März das Krypto Partner Program vorgestellt – eine globale Initiative, die über 85 Unternehmen aus der Krypto- und Finanzbranche zusammenbringt. Das Programm soll On-Chain-Innovation mit bestehender Zahlungsinfrastruktur verbinden.

In Kürze

  • Das Programm fokussiert sich auf drei Bereiche: Remittances, B2B-Zahlungen und globale Payouts
  • Binance, Circle, PayPal, Ripple und Kraken gehören zu den Launch-Partnern
  • Visa expandiert Stablecoin-Karten, Mastercard setzt auf ein breites Partner-Ökosystem

Das Programm fokussiert sich auf drei Bereiche: Remittances, B2B-Zahlungen und globale Payouts

Mastercard richtet das Programm gezielt auf drei Anwendungsfälle aus: grenzüberschreitende Überweisungen, Business-to-Business-Zahlungen und globale Auszahlungen. In allen drei Bereichen sollen die Geschwindigkeit und Programmierbarkeit von digitalen Assets mit Mastercards bestehenden Karten-Rails zusammengeführt werden.

Die Teilnehmer arbeiten dabei direkt mit Mastercard-Teams an der Entwicklung zukünftiger Produkte und Services. Es geht also nicht um ein reines Label-Programm, sondern um Co-Development.

Mastercard spricht von einer „neuen Phase“ für digitale Assets – weg vom Parallelsystem, hin zur Integration in den bestehenden Zahlungsverkehr für reale Anwendungsfälle. Mastercard beschrieb die Details auf mastercard.com.

Binance, Circle, PayPal, Ripple und Kraken gehören zu den Launch-Partnern

Die Partnerliste liest sich wie ein Who’s who der Krypto-Industrie: Binance, Circle, PayPal, Ripple, Kraken, Crypto.com, OKX, MetaMask, MoonPay, Nexo und Paxos sind dabei. Dazu kommen Blockchain-Netzwerke wie Solana, Polygon, Stellar und Tron sowie Infrastruktur-Anbieter wie Fireblocks, BitGo und der Wallet-Spezialist Dfns.

Auch Compliance-Firmen wie Chainalysis, TRM Labs und Elliptic sind Teil des Programms. Ein klares Signal dafür, dass Mastercard regulatorische Sicherheit von Anfang an mitdenkt.

Borderless.xyz, ein Stablecoin-Orchestrierungsnetzwerk, wurde als Launch-Partner bestätigt und unterstützt bereits globale Payouts für Dfns. Das Programm entstand aus Mastercards Start-Path-Accelerator für Blockchain-Startups, der im September 2025 die ersten fünf Unternehmen auswählte.

Visa expandiert Stablecoin-Karten, Mastercard setzt auf ein breites Partner-Ökosystem

Bemerkenswert ist das Timing: In derselben Woche, in der Visa seine Stablecoin-Karten-Expansion auf über 100 Länder ankündigte, reagiert Mastercard mit einem eigenen Krypto-Vorstoß. Die Ansätze unterscheiden sich jedoch deutlich. Visa setzt auf ein konkretes Produkt: Stablecoin-gestützte Karten über die Bridge-Infrastruktur von Stripe.

Mastercard dagegen baut ein Ökosystem auf, in dem über 85 Firmen gemeinsam an der Zukunft von On-Chain-Zahlungen arbeiten. Nach der Verabschiedung des Genius Act im Juli 2025 fiel die Mastercard-Aktie kurzzeitig, weil Investoren befürchteten, Stablecoins könnten Kreditkarten-Netzwerke überflüssig machen. Das Krypto Partner Program ist Mastercards strategische Antwort: Integration statt Disruption.

Dass die beiden größten Zahlungsnetzwerke der Welt in derselben Woche ihre Krypto-Strategien offenlegen, zeigt, wie schnell sich die Dynamik verschoben hat. Noch vor zwei Jahren galten Krypto und TradFi als getrennte Welten. Heute bauen Visa und Mastercard aktiv an der Brücke dazwischen.

Die Ironie dabei: Die Infrastruktur, die Bitcoin geschaffen hat, um Mittelsmänner überflüssig zu machen, wird jetzt von genau diesen Mittelsmännern übernommen. Wir berichteten bereits über Visas Stablecoin-Expansion in über 100 Länder und die wachsende Rolle von Blockchain-Infrastruktur im globalen Zahlungsverkehr.

Kraken erhält Fed-Zugang und wird Partner bei Nasdaqs Tokenisierung

Kraken erhält Fed-Zugang und wird Partner bei Nasdaqs Tokenisierung

Innerhalb von fünf Tagen hat die Kryptobörse Kraken zwei historische Meilensteine erreicht: Am 4. März erhielt ihre Banktochter Kraken Financial als erste Digital-Asset-Bank einen Federal Reserve Master Account. Am 9. März folgte die Ankündigung einer Partnerschaft mit Nasdaq für tokenisierte Aktien. 

In Kürze

  • Kraken Financial ist die erste Digital-Asset-Bank mit einem Federal Reserve Master Account
  • Nasdaq und Krakens Muttergesellschaft Payward entwickeln gemeinsam ein Equity-Token-Design
  • Tokenisierte Aktien sollen 24/7 handelbar sein, mit vollem Stimmrecht und Dividende

Kraken Financial ist die erste Digital-Asset-Bank mit einem Federal Reserve Master Account

Der Fed-Zugang ist ein Novum in der Geschichte der US-Finanzinfrastruktur. Kraken Financial kann jetzt direkt über Fedwire abwickeln, das Zahlungssystem, über das täglich mehr als 4 Bio. US-Dollar fließen. Bisher mussten Kryptobörsen auf Partnerbanken zurückgreifen, um Dollar zu bewegen. Das machte sie abhängig von Dritten, die jederzeit die Zusammenarbeit beenden konnten.

Mit dem Master Account entfällt diese Abhängigkeit. Kraken-Co-CEO Arjun Sethi sprach von der „Konvergenz von Krypto-Infrastruktur und souveränen Finanzschienen”. Senator Cynthia Lummis nannte die Genehmigung einen „watershed moment” für die Krypto-Industrie.

Kraken FED Zugang

Allerdings ist der Zugang begrenzt: Kraken erhält weder Zinsen auf Reserven noch Zugang zum Discount Window der Fed. Die Bankenlobby ICBA warnte, der Zugang könne Risiken für das Finanzsystem bergen.

Nasdaq und Krakens Muttergesellschaft Payward entwickeln gemeinsam ein Equity-Token-Design

Nur fünf Tage nach dem Fed-Meilenstein legte Kraken nach. Nasdaq gab bekannt, mit Payward, Krakens Muttergesellschaft, ein System für die Ausgabe und den Handel tokenisierter Aktien zu entwickeln. Unternehmen, die an der Nasdaq gelistet sind, könnten künftig tokenisierte Versionen ihrer Aktien ausgeben, die auf der Blockchain existieren.

Das Besondere: Der Handel soll nicht über klassische Broker wie Schwab oder TD laufen, sondern über Kraken. Nasdaq-Präsident Tal Cohen sprach von einem „always-on financial ecosystem”, das den Zugang zu Märkten grundlegend verändere.

Payward hat sich in den letzten Monaten durch die Übernahme von NinjaTrader für 1,5 Mrd. US-Dollar und des tokenisierten-Aktien-Spezialisten Backed Finance strategisch positioniert.

Tokenisierte Aktien sollen 24/7 handelbar sein, mit vollem Stimmrecht und Dividende

Der Kern des Nasdaq-Deals: Tokenisierte Aktien wären rund um die Uhr handelbar, 365 Tage im Jahr. Token-Halter behalten dabei dieselben Rechte wie traditionelle Aktionäre – einschließlich Stimmrecht bei Proxy-Abstimmungen und Dividendenansprüchen.

Die Token sollen 1:1 durch echte Aktien gedeckt sein und über die Depository Trust Company abgewickelt werden, damit sie jederzeit in klassische Aktien umtauschbar bleiben. Der Launch ist für Anfang 2027 angepeilt, steht aber unter SEC-Genehmigungsvorbehalt.

Analysten weisen darauf hin, dass 24/7-Handel nicht automatisch glattere Preise bedeutet. Dünnere Liquidität in Nebenzeiten könnte Volatilität verstärken, wie es im Kryptomarkt an Wochenenden regelmäßig zu beobachten ist.

Dass eine Kryptobörse jetzt auf denselben Zahlungsschienen wie JPMorgan operiert und gleichzeitig Nasdaq-Aktien tokenisiert, zeigt, wie schnell sich die Grenzen zwischen traditioneller Finanzwelt und Krypto-Infrastruktur auflösen.

Die Ironie dabei: Die selbe Technologie, die Bitcoin geschaffen hat, um das Bankensystem zu umgehen, wird jetzt von diesem System selbst übernommen.

Wir berichteten bereits über Sichtweisen, dass Investoren die Geschwindigkeit der Tokenisierung von Vermögenswerten unterschätzen.