Krypto Haltefrist Abschaffung: Warum der 6. Juli über Bitcoin-Steuern in Deutschland entscheidet

Krypto Haltefrist Abschaffung: Warum der 6. Juli über Bitcoin-Steuern in Deutschland entscheidet

Für den 6. Juli 2026 wird ein neuer Regierungsentwurf zur Krypto-Besteuerung erwartet. Ob die Krypto Haltefrist Abschaffung kommt, ist trotz Ankündigungen weiter offen.

Warum der 6. Juli zum Stichtag für die Krypto Haltefrist Abschaffung wird

Für den 6. Juli 2026 wird im Rahmen der Etatreife des Bundeshaushalts 2027 ein neuer Regierungsentwurf zur Krypto-Besteuerung erwartet. Bislang liegt kein konkreter Gesetzestext vor, nur ein Eckwertebeschluss des Kabinetts vom April. Die Krypto Haltefrist Abschaffung bleibt damit eine Ankündigung, kein beschlossenes Gesetz.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hatte auf der Bundespressekonferenz am 29. April bestätigt, dass die Regierung die Besteuerung von Kryptowerten ändern will. Konkrete Details zur Ausgestaltung blieben offen und sollen erst mit dem Regierungsentwurf folgen.

Ein separater Gesetzentwurf der Grünen zur Abschaffung der Haltefrist wurde bereits am 20. Mai im Finanzausschuss abgelehnt. Laut der Kurzmeldung des Bundestags stimmten CDU/CSU und AfD dagegen, nur die Linksfraktion unterstützte die Grünen.

Zwischen Kabinettsbeschluss und Bundestag: Der lange Weg zum Gesetz

Ein Kabinettsbeschluss zu Haushaltseckwerten ist rechtlich kein Gesetz. Bis zur tatsächlichen Krypto Haltefrist Abschaffung braucht es einen Regierungsentwurf, mehrere Lesungen im Bundestag und die Zustimmung des Bundesrats. Jede Stufe kann den Inhalt noch verändern oder das Vorhaben verzögern.

Die SPD-Fraktion teilt zwar das Ziel einer stärkeren Besteuerung von Kryptowerten, will eigene Schritte aber erst nach Klingbeils Vorschlägen einleiten. Diese Zurückhaltung zeigt, dass selbst innerhalb der Koalition noch keine abgestimmte Linie zur konkreten Ausgestaltung besteht.

Warum CDU/CSU offiziell an der Haltefrist festhält, aber unter Druck steht

Die CDU/CSU-Fraktion lehnte den Grünen-Entwurf mit der Begründung ab, er hätte Kryptowerte steuerlich anders behandelt als Edelmetalle oder Fremdwährungen. Diese Position stützt indirekt den Erhalt der bestehenden Haltefrist, auch wenn die Union das Vorhaben ihres Koalitionspartners nicht offen blockiert.

Gleichzeitig kursierte Ende Juni eine nicht verifizierte E-Mail eines CDU-Abgeordneten, die die Abschaffung als bereits beschlossen darstellte. Das Bundesfinanzministerium erklärte dazu lediglich, weiterhin an einem Referentenentwurf zu arbeiten. Zwischen offizieller Fraktionslinie und einzelnen politischen Signalen besteht ein sichtbarer Widerspruch.

Diese Uneinigkeit legt ein Muster offen: Trifft staatlicher Finanzbedarf auf eine etablierte Steuerregel, verschiebt sich der Druck auf jene Gruppe, die ihre Ersparnisse langfristig statt kurzfristig hält. Die einjährige Haltefrist war ursprünglich ein Anreiz für genau dieses Verhalten, keine zufällige Lücke im Steuerrecht.

Für die Zeitpräferenz einzelner Sparer ändert sich die Kalkulation. Wer heute langfristig hält, kann nicht mehr sicher sein, welche Steuerregeln morgen gelten. Bitcoins Angebot bleibt davon unberührt: fixiert auf 21 Mio. Einheiten, unabhängig von nationalen Steuergesetzen.

Wir berichteten bereits über die Ablehnung des Grünen-Antrags im Finanzausschuss.

Russland Krypto Gesetz: Zentralbank legalisiert Bitcoin für Außenhandel ab September 2026

Russland Krypto Gesetz: Zentralbank legalisiert Bitcoin für Außenhandel ab September 2026

Russlands Zentralbank verschiebt das Krypto Gesetz auf den 1. September 2026. Bitcoin wird damit für den Außenhandel legal, bleibt im Inland aber verboten.

Warum Russland Bitcoin statt US-Dollar für Handelssettlements wählt

Das Russland Krypto Gesetz nimmt konkrete Form an. Auf dem Finanzkongress der Zentralbank kündigte Duma-Ausschussvorsitzender Anatoli Aksakow am 1. Juli an, dass die Regulierung digitaler Währungen zum 1. September 2026 in Kraft treten soll, drei Monate später als ursprünglich geplant.

Der Entwurf erlaubt russischen Unternehmen, digitale Währungen als Gegenleistung in Außenhandelsverträgen einzusetzen, etwa für Waren, Dienstleistungen oder geistiges Eigentum. Innerhalb Russlands bleibt ausschließlich der Rubel gesetzliches Zahlungsmittel.

Hintergrund ist die Abkopplung großer russischer Banken vom SWIFT-System seit 2022. Vielen Unternehmen fehlt seither ein verlässlicher Kanal für Zahlungen in US-Dollar oder Euro. Bitcoin Handelssettlement bietet einen Weg, der unabhängig von westlicher Bankinfrastruktur funktioniert.

Bitcoin als Fluchtventil aus dem Dollar-System

Laut Parlamentskaja Gaseta passierte der Entwurf „Über digitale Währung und digitale Rechte“ bereits am 21. April die erste Lesung in der Staatsduma. Die Verzögerung auf September resultiert laut Aksakow aus der Abstimmung zwischen mehreren Behörden.

Das Motiv ist nicht neu: Seit 2022 suchen sanktionierte Staaten verstärkt nach Alternativen zum dollarbasierten Zahlungssystem. Dedollarisierung Bitcoin ist damit kein isoliertes russisches Phänomen.

Zur Einordnung: Bislang handelt es sich um eine Ankündigung des Inkrafttretedatums, nicht um ein verabschiedetes Gesetz. Zwei weitere Lesungen, die Zustimmung des Föderationsrats und die Unterschrift des Präsidenten stehen noch aus.

Wie Sanktionen Russlands Zentralbank zum Umdenken zwangen

Russlands Haltung zu Kryptowährungen hat sich seit 2022 gewandelt. Ursprünglich verfolgte die Zentralbank einen strikt ablehnenden Kurs. Eingefrorene Devisenreserven und der Ausschluss aus internationalen Zahlungsnetzwerken veränderten diese Position schrittweise.

Die Zentralbank erhält weitreichende Aufsichtsbefugnisse: Sie lizenziert Börsen, Broker, Verwahrer und Wechselstellen und entscheidet, welche digitalen Währungen zugelassen werden. Russlands Krypto Gesetz ist damit kein Freibrief, sondern ein staatlich kontrolliertes System.

Aus Sicht der Geldordnung zeigt der Fall ein Muster: Verweigert eine Zentralmacht den Zugang zu etablierten Zahlungssystemen, suchen Betroffene Alternativen mit geringerer zentraler Kontrolle. Genau diese Anreizstruktur treibt Staaten wie Russland zu Bitcoin.

Bitcoins zentrale Eigenschaft bleibt dabei unverändert: Das Angebot ist durch Programmcode auf 21 Mio. Einheiten begrenzt, keine Institution kann das ändern. Dass ausgerechnet ein historisch ablehnender Staat nun eine regulierte Nutzung vorbereitet, unterstreicht diese Eigenschaft eher, als sie infrage zu stellen.

Wir berichteten bereits über die erste Lesung des Gesetzentwurfs im April.

M2 Geldmenge Rekord: US-Geldmenge übersteigt erstmals 23 Billionen Dollar

M2 Geldmenge Rekord: US-Geldmenge übersteigt erstmals 23 Billionen Dollar

Die US-Geldmenge M2 hat laut Daten der Federal Reserve erstmals die Marke von 23 Billionen US-Dollar überschritten. Der Anstieg setzt den seit 2024 laufenden Wachstumstrend fort und wirft erneut die Frage nach dem Zusammenhang zur Bitcoin-Kursentwicklung auf.

Die US-Geldmenge M2 hat nach Daten der Federal Reserve erstmals die Marke von 23 Billionen US-Dollar überschritten. Für Mai 2026 weist FRED einen Stand von 23.052,3 Mrd. US-Dollar aus, die wöchentliche Reihe zeigt für Anfang Juni bereits 23.062,9 Mrd. US-Dollar. Es ist der höchste je gemessene Stand der US-Geldmenge.

Von 20,4 auf 23 Billionen: Der Wachstumspfad seit 2024 und was die Fed seit Dezember 2025 wieder kauft

Der aktuelle Rekord ist Teil eines Trends seit 2024. Nach einer historischen Kontraktion zwischen Juli 2022 und Ende 2023, als M2 zum ersten Mal seit der Großen Depression um rund 4,5 Prozent schrumpfte, wächst die Geldmenge seither kontinuierlich. Ende 2025 lag M2 noch bei rund 22,4 Billionen US-Dollar, im März 2026 bei 22,69 Billionen, jetzt liegt sie über 23 Billionen.

Ein Treiber ist die Federal Reserve selbst. Seit Dezember 2025 kauft sie über Reserve Management Purchases wieder Treasury Bills, monatlich rund 40 Mrd. US-Dollar. Die Fed nennt das technische Reservesteuerung statt quantitative Lockerung, die Wirkung auf die Liquidität im System ist jedoch dieselbe wie bei früheren Ankaufprogrammen.

Historische Lags zwischen Geldmengenwachstum und Bitcoin-Kurs, und was ein R² von 0,08 über die aktuelle Korrelation aussagt

Historisch folgte Bitcoin auf steigende Liquidität mit einer Verzögerung von 70 bis 90 Tagen. Seit Mitte 2025 hat sich dieses Muster spürbar abgeschwächt. Während die Geldmenge neue Höchststände markiert, hat Bitcoin einen erheblichen Teil seines Oktober-2025-Allzeithochs eingebüßt. Die statistische Erklärungskraft von M2-Veränderungen für Bitcoin-Renditen liegt auf Quartalsbasis bei einem R² von nur 0,08, M2 erklärt damit weniger als ein Fünftel der Kursbewegung.

Institutionelle ETF-Zuflüsse, Treasury-Liquidität und regulatorische Rahmenbedingungen überlagern inzwischen den klassischen M2-Impuls. Wer aus dem Rekordstand automatisch einen bevorstehenden Bitcoin-Anstieg ableitet, überträgt ein Muster, das in dieser einfachen Form seit 2025 nicht mehr trägt.

Warum jede neue Geldeinheit bestehende Einheiten verwässert und was ein fixes Angebot von 21 Mio. Bitcoin dagegenstellt

Der eigentliche strukturelle Punkt liegt nicht in der kurzfristigen Korrelation, sondern in der Mechanik selbst. Jede neue Geldeinheit im System verdünnt die Kaufkraft der bereits bestehenden Einheiten, unabhängig davon, ob sich das sofort im Bitcoin-Kurs zeigt. Der US-Dollar hat seit Gründung der Federal Reserve 1913 rund 96 Prozent seiner Kaufkraft verloren, größtenteils durch genau diesen Mechanismus.

Bitcoin stellt dieser Logik ein Angebot entgegen, das im Protokoll auf 21 Mio. Einheiten fixiert ist und durch keine Zentralbank, keinen Beschluss und kein Ankaufprogramm erweitert werden kann. Das ändert nichts an der kurzfristigen Marktvolatilität, verändert aber die strukturelle Ausgangslage: Ein Geldsystem ohne Obergrenze steht einem System mit fester, überprüfbarer Obergrenze gegenüber.

Wir berichteten bereits im Mai über den vorherigen US-Geldmenge-Rekord und die Frage, wie belastbar die M2-Bitcoin-Korrelation tatsächlich ist.

Binance MiCA Sperre: Millionen EU-Nutzer verlieren Zugang zur größten Börse

Binance MiCA Sperre: Millionen EU-Nutzer verlieren Zugang zur größten Börse

Binance hat es nicht geschafft, bis zum 1. Juli 2026 eine MiCA-Lizenz zu erhalten. Die weltgrößte Krypto-Börse setzt zentrale Dienste für EU-Kunden aus, während nur rund 210 von über 3.000 Firmen die Zulassung bestanden haben.

Seit dem 1. Juli 2026 gilt die MiCA-Verordnung ohne Übergangsfrist in der gesamten EU. Binance, die weltgrößte Krypto-Börse, hat keine Lizenz erhalten und muss zentrale Dienste für EU-Kunden einstellen. Millionen Nutzer in Frankreich, Italien, Spanien und Polen sind direkt betroffen.

Was ab dem 1. Juli für EU-Nutzer konkret wegfällt

Binance stoppt für EU-Kunden neue Spot-Orders, Einzahlungen, Neuregistrierungen sowie Earn- und Staking-Produkte. Bestehende Guthaben bleiben nach Unternehmensangaben zugänglich, Auszahlungen sollen weiterhin funktionieren. Es handelt sich damit um eine Aussetzung regulierter Dienste, nicht um eine Beschlagnahmung von Kundenvermögen.

Die ESMA hatte bereits am 23. Juni klargestellt, dass unlizenzierte Anbieter unverzüglich mit einem geordneten Rückzug aus der EU beginnen müssen. Nutzer nicht autorisierter Plattformen verlieren ab diesem Zeitpunkt den gesetzlichen MiCA-Schutz.

Nur 210 von über 3.000 Firmen bestehen den MiCA-Test

Von mehr als 3.000 Krypto-Unternehmen, die zuvor unter nationalen Registrierungen in der EU tätig waren, erhielten bis zum Stichtag nur rund 210 die vollständige MiCA-Zulassung. Das entspricht einer Erfolgsquote von etwa 7 Prozent. Coinbase, Kraken, OKX und Crypto.com zählen zu den Unternehmen, die ihre Lizenz sichern konnten und nun EU-weit passportieren dürfen.

Binance hatte auf Griechenland als Einstiegspunkt gesetzt, zog den Antrag am 24. Juni jedoch zurück, nachdem sich eine Ablehnung abzeichnete. Berichten zufolge ging es nicht um formale Mängel, sondern um den Fit-and-proper-Test für Eigentümer und Management, konkret um frühere Sanktionen und die Rolle von Mitgründer Changpeng Zhao.

Wie Coinbase, Kraken und OKX die Lizenz sicherten

Die Diskrepanz zwischen Binance und seinen lizenzierten Wettbewerbern zeigt: MiCA zielt nicht allein auf Handelsvolumen oder Infrastruktur, sondern auch auf Governance-Standards und die persönliche Eignung der Verantwortlichen. Binance kündigte an, die Zulassung nun über einen anderen Mitgliedstaat zu suchen, Berichten zufolge Frankreich. Eine Genehmigung dürfte aber frühestens nach dem 1. Juli erfolgen, die Sperre bleibt zunächst bestehen.

Der Fall zeigt exemplarisch, wovon der Zugang zu zentralisierten Kryptobörsen strukturell abhängt: nicht von der Größe oder dem Angebot eines Anbieters, sondern von der Zustimmung einer Aufsichtsbehörde. Wer Vermögenswerte auf einer zentralen Plattform hält, hält sie unter dem Vorbehalt, dass ein Regulierer diesen Zugang jederzeit einschränken kann.

Genau diese Abhängigkeit entfällt bei Bitcoin in Selbstverwahrung. Ein privater Schlüssel unterliegt keiner Lizenzpflicht und keiner Zulassungsprüfung durch eine nationale Behörde. Die MiCA-Sperre von Binance illustriert damit konkret den Unterschied zwischen einem regulierungsabhängigen Zugangsrecht und einem Eigentum, das keine Erlaubnis benötigt.

Wir berichteten über die EZB-Untersuchung zur tatsächlichen Zentralisierung großer DeFi-Protokolle im Kontext der MiCA-Ausnahmeregelung.

Hyperscale Data Bitcoin: 49 BTC Zukauf bringt Treasury auf 780 BTC

Hyperscale Data Bitcoin: 49 BTC Zukauf bringt Treasury auf 780 BTC

Hyperscale Data hat über seine Tochter Ault Capital Group rund 49,25 Bitcoin am offenen Markt zugekauft. Der Gesamtbestand des Unternehmens steigt damit auf 780,48 BTC im Wert von etwa 46,9 Mio. US-Dollar.

Hyperscale Data (NYSE American: GPUS) hat zwischen dem 21. und 29. Juni 2026 rund 49,249 Bitcoin am offenen Markt zugekauft. Der Gesamtbestand des Unternehmens steigt damit auf 780,4838 BTC, verteilt auf die beiden Tochtergesellschaften Sentinum und Ault Capital Group. Der Kauf ist Teil einer kontinuierlichen Treasury-Strategie, die das Unternehmen seit Anfang 2026 verfolgt.

Wie ACG die 49 Bitcoin zwischen dem 21. und 29. Juni akkumulierte

Ault Capital Group, kurz ACG, kaufte die 49,249 BTC direkt am offenen Markt. Zum Bitcoin-Schlusskurs von 60.138 US-Dollar am 29. Juni entspricht das einem Wert von rund 2,9 Mio. US-Dollar für diesen einzelnen Zukauf.

Wichtig für die Einordnung: Diese 2,9 Mio. Dollar beziffern nur die jüngste Tranche, nicht den Gesamtbestand. Der kombinierte Bitcoin-Bestand beider Tochtergesellschaften lag zum 29. Juni bei einem Marktwert von etwa 46,9 Mio. US-Dollar.

Sentinum und ACG: Die zwei Treasury-Motoren des Unternehmens

Hyperscale Data verfolgt eine zweigleisige Strategie zur Bitcoin-Akkumulation. Sentinum betreibt das unternehmenseigene Mining-Rechenzentrum in Michigan und generiert Bitcoin direkt aus dem Betrieb. ACG ergänzt diesen Bestand durch gezielte Käufe am offenen Markt, wenn die Bedingungen dafür passend erscheinen.

Der Bestand ist damit über die vergangenen Monate stetig gewachsen: von rund 617 BTC im März 2026 auf nun 780 BTC Ende Juni. Das Unternehmen hat sich öffentlich das Ziel gesetzt, eine Bitcoin-Treasury im Wert von 100 Mio. US-Dollar aufzubauen, aktuell liegt es bei knapp der Hälfte dieses Ziels.

Gesamtbestand von 780 BTC erreicht Marktwert von 46,9 Mio. Dollar

Neben Bitcoin hält Hyperscale Data auch Cash, Restricted Cash und 10.000 Unzen .999-Silber. In Summe beliefen sich diese Bestände zum 29. Juni auf rund 106,7 Mio. US-Dollar, was laut Unternehmensangaben etwa 117 Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung der GPUS-Aktie entspricht.

Executive Chairman Milton Ault III bezeichnete die Marktreaktion als von den Fakten entkoppelt. Historisch hat die Aktie allerdings uneinheitlich auf Treasury-Meldungen reagiert, teils auch mit deutlichen Kursverlusten trotz wachsender Bitcoin-Bestände, unter anderem wegen Verwässerungsrisiken durch laufende Aktienausgabeprogramme.

Der Fall zeigt ein wiederkehrendes Muster kleinerer börsennotierter Bitcoin-Halter: Der Markt bewertet nicht allein die Bitcoin-Bestände, sondern gewichtet operative Risiken und Kapitalstruktur mit ein. Ein Unternehmen kann Bitcoin akkumulieren und trotzdem an der Börse abgestraft werden, wenn Anleger dem übrigen Geschäftsmodell misstrauen.

Das ändert nichts an der grundsätzlichen Anreizlogik hinter solchen Käufen. Wer als Unternehmen Cashflow in ein Gut mit fixem Angebot statt in eine beliebig vermehrbare Währung umschichtet, verringert die eigene Abhängigkeit von künftiger Geldentwertung. Diese Überlegung bleibt unabhängig davon bestehen, ob der Aktienkurs kurzfristig mitzieht oder nicht.

Wir berichteten über die Anerkennung von Bitcoin-Treasury-Firmen als eigene Aktienkategorie durch die Investmentbank TD Cowen.

Morgan Stanley Sammelklage zeigt Risiko von Drittverwahrung bei Edelmetallen

Morgan Stanley Sammelklage zeigt Risiko von Drittverwahrung bei Edelmetallen

Eine Sammelklage gegen Morgan Stanley zeigt, wie Kunden jahrzehntelang für Edelmetalle zahlten, die möglicherweise nie physisch existierten. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf das Drittverwahrung Risiko.

Die Morgan Stanley Sammelklage aus dem Jahr 2005 zeigt, was mit Vermögenswerten geschieht, die auf dem Papier existieren, physisch aber nicht auffindbar sind. Kunden zahlten über Jahrzehnte Lagergebühren für Edelmetalle, die die Bank nach eigenen Angaben verwahrte. Am Ende stand ein Vergleich über 4,4 Mio. US-Dollar, ohne dass Morgan Stanley ein Fehlverhalten eingestand.

Morgan Stanley Sammelklage deckt Lücke zwischen Zahlung und Lagerung auf

Im August 2005 reichte der Anleger Selwyn Silberblatt aus Maine die Morgan Stanley Sammelklage gegen Morgan Stanley DW Inc. ein, eine Vorgängergesellschaft der heutigen Bank. Die Klage richtete sich gegen die Praxis, Kunden Edelmetalle zu verkaufen, die angeblich vollständig in ihrem Eigentum standen und sicher gelagert wurden.

Tatsächlich, so der Vorwurf, tätigte Morgan Stanley für einen Teil der Kunden keine konkrete Investition oder erwarb Edelmetalle von geringerem Wert als vereinbart. Betroffen waren Käufe zwischen Februar 1986 und Januar 2007. Der Fall verdeutlicht ein strukturelles Drittverwahrung Risiko: Eine Gebührenrechnung allein beweist nicht, dass ein allokiertes Gut existiert.

Morgan Stanley Sammelklage endet mit 4,4 Millionen Dollar Vergleich

Der Fall wurde vor dem US-Bundesbezirksgericht für den südlichen Bezirk von New York verhandelt. Morgan Stanley einigte sich mit den Klägern auf einen Vergleich in Höhe von 4,4 Mio. US-Dollar, bestehend aus 1,5 Mio. US-Dollar in bar sowie Leistungen im Wert von rund 2,9 Mio. US-Dollar in Form veränderter Geschäftspraktiken.

Ein Schuldeingeständnis war damit nicht verbunden, die Bank begründete den Vergleich mit den Kosten eines langwierigen Rechtsstreits. Details hält die Vergleichsübersicht fest. Erst eine geprüfte, allokierte Lagerung schließt die Lücke zwischen Zahlung und Eigentum.

Zwei Jahrzehnte Lagergebühren ohne Gegenwert: Die Morgan Stanley Sammelklage

Das Problem ist strukturell und nicht auf eine Anlageklasse beschränkt. Wer Verwahrung an einen Dritten delegiert, überträgt die Kontrolle über dessen tatsächliche Existenz. Ein Anreizsystem, in dem Verwahrer laufende Gebühren erhalten, ohne dass Kunden die Bestände unabhängig prüfen können, begünstigt genau diese Lücke.

Bitcoin unterscheidet sich hier strukturell. Wer Bitcoin in Selbstverwahrung hält, ist nicht auf die Zusicherung eines Dritten angewiesen, dass ein Bestand existiert. Das feste Angebot von 21 Mio. Bitcoin und die öffentlich überprüfbare Blockchain ersetzen Vertrauen in eine Institution durch mathematische Nachprüfbarkeit. Die Morgan Stanley Sammelklage zeigt damit exemplarisch, warum die Frage nach echtem Eigentum älter ist als Bitcoin, aber durch Bitcoin erstmals technisch lösbar wird.

Wir berichteten über die Abkehr von zentraler Verwahrung.