Bitcoin Quantum Risiko zwischen Demo und Realität: Project Eleven vergibt 1 BTC für umstrittenen Quantenangriff

Bitcoin Quantum Risiko zwischen Demo und Realität: Project Eleven vergibt 1 BTC für umstrittenen Quantenangriff

Das Bitcoin Quantum Risiko hat am 24. April 2026 eine neue Schlagzeile bekommen. Das Post-Quantum-Startup Project Eleven hat seinen Q-Day Prize über 1 BTC an den unabhängigen Forscher Giancarlo Lelli vergeben, der auf öffentlich zugänglicher IBM-Hardware einen 15-Bit-Schlüssel der elliptischen Kurvenkryptographie gebrochen haben soll. Bitcoin-Entwickler reagierten innerhalb von Stunden mit einem Gegenbeweis.

Project Eleven vergibt am 24. April 2026 ein Bitcoin an Giancarlo Lelli für 15-Bit-Schlüsselbruch

Lelli setzte eine Variante des Shor-Algorithmus auf den IBM-Quantum-Heron-r2-Prozessoren ibm_torino und ibm_fez ein. Code und Ausführungsprotokolle wurden auf GitHub veröffentlicht. Project Eleven bewertet den Bruch als 512-fachen Sprung gegenüber einer vorherigen Demonstration durch Steve Tippeconnic im September 2025, die einen 6-Bit-Schlüssel betraf.

Die Bounty entspricht beim aktuellen Kurs rund 78.000 US-Dollar. Das Unternehmen ist von Coinbase Ventures, Castle Island Ventures, Variant und Balaji Srinivasan finanziert und hat zuletzt 20 Millionen US-Dollar in einer Series A bei einer Bewertung von 120 Millionen eingesammelt. Es vermarktet eigene Post-Quantum-Lösungen.

Suchraum von 32.767 Schlüsseln zeigt das wahre Bitcoin Quantum Risiko in Zahlen

Ein 15-Bit-Schlüssel hat einen Suchraum von 32.767 möglichen Werten. Die secp256k1-Kurve, die Bitcoin tatsächlich nutzt, arbeitet mit 256 Bit. Der Abstand zwischen beiden Werten beträgt den Faktor 2 hoch 241. Project Eleven argumentiert in seiner offiziellen Pressemitteilung, die verbleibende Distanz sei zunehmend ein Engineering-Problem statt einer physikalischen Hürde.

Die Demo lief auf etwa 70 Qubits mit rund 98.000 Gates und einer Gate-Fidelity von 99,5 Prozent. Genau an diesen technischen Werten setzt die Kritik an.

Mainstream-Medien feiern Bitcoin Quantum Risiko-Schlagzeile, Bitcoin-Entwickler widerlegen sie binnen Stunden

Der Sicherheitsforscher Yuval Adam ersetzte den IBM-Quantum-Backend in Lellis Code durch /dev/urandom, den klassischen Linux-Zufallszahlengenerator. Das Ergebnis war identisch. Der ehemalige Bitcoin-Core-Maintainer Jonas Schnelli reproduzierte die Schlüsselrückgewinnung in rund 20 Zeilen Python ohne Quantencomputer. Coinkite-Gründer Rodolfo Novak sprach von klassischen Berechnungen im Quantenkostüm.

Project Elevens Ankündigung auf X trägt mittlerweile eine Community Note. Bei einem Suchraum von 32.767 möglichen Schlüsseln genügt klassisches Sampling, um die Lösung zu finden, ein messbarer Quantenvorteil existiert nicht.

Der eigentliche Befund liegt nicht in der Quantenphysik, sondern in den Anreizsystemen. Ein VC-finanziertes Startup, das Post-Quantum-Lösungen verkauft, hat einen direkten kommerziellen Nutzen aus der Wahrnehmung, dass das Bitcoin Quantum Risiko akut sei. Mainstream-Medien übernahmen die Pressemitteilung, ohne die technische Substanz zu prüfen.

Die offene Bitcoin-Entwicklergemeinschaft brauchte wenige Stunden, um den Befund öffentlich auseinanderzunehmen, weil Code, Daten und Hardware-Spezifikationen offenliegen. Genau diese Verifizierbarkeit ist die strukturelle Eigenschaft, die ein offenes Geldsystem von zentralen Erzählungen unterscheidet. Ein Anreiz, Angst zu verkaufen, kann in einem System mit offener Prüfung nicht lange bestehen.

Wir berichteten über Adam Backs Antwort auf Googles Q-Day-Paper.

Russland Krypto Gesetz: Bitcoin erlaubt im Außenhandel, verboten im Inland

Russland Krypto Gesetz: Bitcoin erlaubt im Außenhandel, verboten im Inland

Das Russland Krypto Gesetz nimmt Gestalt an. Am 22. April 2026 hat die Staatsduma den Entwurf „Über Digitale Währung und Digitale Rechte” in erster Lesung mit 327 von 340 Stimmen verabschiedet. Krypto wird als Eigentum anerkannt und soll im Außenhandel legal werden, während inländische Zahlungen weiter dem Rubel vorbehalten bleiben.

Russland Krypto Gesetz tritt frühestens am 1. Juli 2026 in Kraft

Der Gesetzentwurf trägt die Nummer 1194918-8 und wurde am 1. April von der Regierung in die Duma eingebracht. Nach der ersten Lesung sind noch zwei weitere Lesungen im Parlament erforderlich, anschließend die Zustimmung des Föderationsrats und die Unterschrift des Präsidenten.

Abgeordnete haben zwei Wochen Zeit, Änderungsanträge für die zweite Lesung einzureichen. Frühester Termin für das Inkrafttreten ist der 1. Juli 2026, einzelne Bestimmungen sollen erst später greifen. Das Verbot nicht lizenzierter Vermittler und der P2P-Kriminalisierung tritt am 1. Juli 2027 in Kraft.

Der Oberste Gerichtshof Russlands hat ein begleitendes Strafgesetz vorerst zurückgewiesen, weil das Grundgesetz noch nicht formal verabschiedet ist. Der vollständige Gesetzestext liegt auf der Seite der Staatsduma.

Bitcoin Sanktionsumgehung als zentrales Motiv hinter dem Gesetzentwurf

Stellvertretender Vorsitzender des Duma-Haushaltsausschusses Kaplan Panesh benannte den Zweck offen. Die Einordnung von Krypto als Eigentum erlaube Schutz vor Gericht, auch in Insolvenz- und Scheidungsverfahren, und das Gesetz schaffe eine Ausnahme für den Einsatz im Außenhandel.

Damit könnten russische Unternehmen mit ausländischen Vertragspartnern in Krypto abrechnen und westliche Sanktionen umgehen. Die Bitcoin Sanktionsumgehung ist nicht neu, seit 2024 gibt es eine Pilotphase für genau diesen Zweck. Das neue Gesetz überführt diese Praxis in einen festen Rechtsrahmen.

Erlaubte Anwendungen umfassen Zahlungen für Waren, Dienstleistungen, Wertpapiere, geistiges Eigentum und Vergütungen. Die Bitcoin Sanktionsumgehung ist damit nicht mehr Graubereich, sondern staatlich sanktioniertes Instrument im Außenhandel.

Rubel bleibt Inlandswährung, Zentralbank lenkt Bitcoin Sanktionsumgehung im Außenhandel

Der russische Rubel, einschließlich des geplanten digitalen Rubels, bleibt einziges gesetzliches Zahlungsmittel für inländische Transaktionen. Krypto darf nicht für Gehälter, Waren oder Dienstleistungen innerhalb Russlands verwendet werden. Die Zentralbank erhält weitreichende Befugnisse. Sie lizenziert fünf Klassen von Marktteilnehmern, also Börsen, Broker, Verwaltungsgesellschaften, Verwahrer und Wechselstellen.

Die Bank of Russia erstellt eine Whitelist der handelbaren Coins, erwartet werden Bitcoin, Ethereum, Solana, BNB, TRON und XRP. Nicht qualifizierte Anleger müssen einen Test absolvieren und dürfen pro lizenziertem Vermittler jährlich bis zu 300.000 Rubel investieren. Privacy-Coins bleiben verboten, P2P-Handel wird ab Juli 2027 strafbar, unlizenzierte Geschäfte werden mit bis zu sieben Jahren Haft geahndet.

Das Russland Krypto Gesetz zeigt damit eine Eigenart. Ein sanktionierter Staat nutzt Bitcoin als Werkzeug gegen Dollar-Dominanz und bettet es zugleich in eine staatlich gelenkte Infrastruktur ein, in der die Zentralbank über jede Transaktion entscheidet. Bitcoin wurde als System ohne zentrale Autorität entwickelt, genau diese Eigenschaft macht es für Staaten unter Sanktionsdruck nutzbar.

Zugleich entziehen sich die Anreizsysteme der dezentralen Idee. Selbstverwahrung wird verdrängt, Peer-to-Peer kriminalisiert, der freie Markt ersetzt durch Zentralbank-Whitelist. Was im Außenhandel Souveränität stärkt, reduziert im Inland individuelle Geldautonomie. Die strukturelle Lektion liegt darin, dass der Wettlauf um die Reservewährung nicht zwischen Dollar und Bitcoin verläuft, sondern zwischen staatlich gelenkten und privat gehaltenen Formen von Bitcoin.

Wir berichteten über die europäische Seite dieser Dollar-Debatte und die Forderung der Bundesbank nach Euro-Stablecoins.

BTC Gold Bullenmarkt: Chart-Signal deutet auf Rotation zurück aus Gold

BTC Gold Bullenmarkt: Chart-Signal deutet auf Rotation zurück aus Gold

Der BTC Gold Bullenmarkt gewinnt an Kontur. Der Weekly-RSI auf dem BTC/XAU-Paar ist aus dem überverkauften Bereich unter 30 herausgesprungen, nachdem er dort zum vierten Mal in Bitcoins Geschichte angekommen war. Jede der drei vorherigen Unterschreitungen markierte rückblickend den Beginn eines mehrjährigen Aufwärtstrends.

BTC Gold Bullenmarkt nach vierter RSI-Unterschreitung unter 30

Der Relative Strength Index auf dem Weekly-Chart des BTC/XAU-Paars ist von einem Tief im Bereich von 27 in Richtung 40 gestiegen. Das Signal folgt einem strukturellen Muster: Der Weekly-RSI auf BTC/XAU fiel in 12 Jahren insgesamt vier Mal unter die 30er-Marke.

Im Januar 2015 bei einem BTC-Kurs von rund 152 US-Dollar, im Dezember 2018 bei 3.122 US-Dollar, im Juni 2022 bei etwa 20.000 US-Dollar und zuletzt im Januar 2026. Der CoinDesk-Analyst Omkar Godbole dokumentierte das jüngste Tief bei einem RSI-Wert von 22,20, das tiefste Niveau seit November 2022. Die CoinDesk-Originalanalyse findet ist hier aufrufbar.

Bitcoin Gold Rotation bahnt sich nach 14 Monaten Bärenmarkt an

Gemessen gegen Gold befand sich Bitcoin seit Dezember 2024 in einem Abwärtstrend. Das BTC/XAU-Ratio fiel von einem Hoch bei 37 auf ein Tief um 17 Unzen Gold pro Bitcoin. Gold selbst legte 2025 um rund 64 Prozent zu und überschritt zeitweise 5.000 US-Dollar pro Unze. Der Dollar-Kurs von Bitcoin erreichte zwar im Oktober 2025 mit 126.000 US-Dollar ein Allzeithoch, doch in Gold-Terms zeichnete sich ein anderes Bild.

Die Bitcoin Gold Rotation wäre die Rückkehr des Kapitals aus dem gelben Metall in das digitale Gegenstück, nachdem Anleger in unsicheren Monaten zunächst auf den etablierten Wertspeicher ausgewichen waren. Historische Forward Returns dokumentieren nach den drei vorherigen RSI-Böden Anstiege zwischen 141 und 188 Prozent auf 12-Monats-Sicht und zwischen 359 und 1.044 Prozent auf 24-Monats-Sicht.

Signale aus 2015, 2018 und 2022 markierten jeden Zyklusboden

Die historische Trefferquote des Signals ist hoch, die statistische Aussagekraft begrenzt. Drei Datenpunkte reichen für ein Muster, nicht für einen Beweis. 2022 fiel Bitcoin nach dem RSI-Tief im Juni zunächst noch weiter auf 15.632 US-Dollar nach dem FTX-Kollaps im November, bevor der Aufwärtstrend einsetzte. Der BTC Gold Bullenmarkt wäre damit eine Zone, kein präziser Zeitpunkt. Einzuordnen ist auch die Messwahl.

Gold ist ein Vergleichsmaßstab ohne Geldpolitik, ohne staatliche Steuerung und ohne Emissionsveränderung. Bitcoin gegen Gold zu messen filtert Verzerrungen durch Fiat-Expansion heraus und zeigt Zyklen, die in Dollar-Preisen teilweise unsichtbar bleiben. Beide Assets konkurrieren als knappe Güter in einem System elastischer Geldschöpfung.

Gold ist das älteste Monetärgut mit tausenden Jahren Geschichte, Bitcoin das digitale Gegenstück mit programmatisch fixer Obergrenze bei 21 Millionen Einheiten. Wenn Kapital zwischen beiden rotiert, zeigt das die unterschiedlichen Präferenzen der Anleger für bewährte oder technisch neue Knappheit.

Wer das versteht, erkennt im aktuellen Signal keine Timing-Garantie, sondern die Wiederkehr eines Musters, in dem niedrige Zeitpräferenz im Durchschnitt belohnt wurde.

Wir berichteten bereits über das Tief des BTC/Gold-RSI und warum Bitcoin in Dollar und in Gold zwei komplett verschiedene Geschichten erzählt.

Ethik und Bitcoin: Freiheit, Gleichheit und die Rolle der Dezentralität

Ethik und Bitcoin: Freiheit, Gleichheit und die Rolle der Dezentralität

Ethik und Bitcoin werden selten in einem Atemzug genannt, dabei steckt in jedem Block ein Wertekonzept. Das Protokoll wurde nicht neutral entworfen, sondern als Reaktion auf konkrete Fehlentwicklungen des klassischen Geldsystems. Wer die Bitcoin Zensurresistenz, den Umgang mit Freiheit und die Auswirkungen auf wirtschaftliche Ungleichheit versteht, versteht auch, warum dieses System über reine Technik hinausreicht. Bitcoin bringt ethische Fragen zurück in die Geldtheorie.

Freiheit zwischen Zensurresistenz und Überwachung

Bitcoin ermöglicht Transaktionen ohne die Zustimmung einer zentralen Instanz. Kein Finanzinstitut, keine Regierung und kein Zahlungsdienstleister kann eine gültige Transaktion im Netzwerk blockieren. Darin liegt die Bitcoin Zensurresistenz: Wer den privaten Schlüssel hält, kann Werte übertragen, unabhängig von politischen oder wirtschaftlichen Restriktionen.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zu jedem bestehenden Banksystem, in dem Konten gesperrt, Transaktionen eingefroren oder Zahlungsströme überwacht werden können. Wichtig ist jedoch eine Präzisierung: Bitcoin ist pseudonym, nicht anonym.

Jede Transaktion ist öffentlich einsehbar, Adressen können durch Analyseverfahren mit realen Identitäten verknüpft werden. Freiheit bedeutet hier nicht Unsichtbarkeit, sondern die Abwesenheit einer zentralen Genehmigungsinstanz. Das Netzwerk schützt vor Willkür, nicht automatisch vor Nachverfolgung.

Bitcoin als Werkzeug gegen Kontrollverlust

Zentrale Geldsysteme haben in den letzten Jahrzehnten Mechanismen geschaffen, die den direkten Zugriff auf Vermögen erleichtern. Kontensperrungen, Kapitalverkehrskontrollen, Sanktionen und zuletzt auch Diskussionen um programmierbares Zentralbankgeld zeigen, wie weit diese Eingriffsmöglichkeiten reichen.

Bitcoin setzt dem ein Gegenmodell entgegen: Eigentum ist an den privaten Schlüssel gebunden, nicht an ein Konto. Niemand kann Bitcoin einfrieren, wenn der Schlüssel in eigenen Händen ist. Das macht Bitcoin insbesondere in politisch instabilen Regionen zu einem relevanten Werkzeug, wie die Nutzung in Venezuela, Argentinien und Nigeria zeigt.

Eine ausführliche Darstellung dieses Privatsphäre-Aspekts bietet das Bitcoin Wiki. Die ethische Dimension liegt darin, dass das Protokoll dem Einzelnen die Kontrolle zurückgibt, die staatliche Geldsysteme zunehmend beschränken.

Gleichheit und der Cantillon-Effekt

Das klassische Fiat-Geldsystem funktioniert über die Ausweitung der Geldmenge durch Zentralbanken und Geschäftsbanken. Wer neu geschaffenes Geld zuerst erhält, profitiert überproportional, weil die Preise noch nicht auf das höhere Geldangebot reagiert haben. Wer es zuletzt erhält, verliert Kaufkraft.

Dieses Phänomen beschrieb der irische Ökonom Richard Cantillon bereits im 18. Jahrhundert, weshalb es heute als Cantillon-Effekt bekannt ist. In der Praxis bedeutet das: Banken, Staaten und große Vermögensbesitzer sind näher am Geldhahn, Lohnempfänger und Sparer weit entfernt.

Bitcoin kennt diese Asymmetrie nicht, weil das Angebot programmatisch festgelegt ist und niemand neue Einheiten per Dekret erzeugen kann. Es bleibt allerdings zu beachten, dass auch Bitcoin selbst nicht gleich verteilt ist: Frühe Nutzer haben einen strukturellen Vorteil, und ein großer Teil der Bestände liegt in wenigen Händen.

Ethik und Bitcoin hängen damit direkt zusammen: Ein Geldsystem, das niemand willkürlich ausweiten kann, nimmt eine zentrale Quelle politischer und wirtschaftlicher Umverteilung aus dem Spiel. Das entspricht einem Kerngedanken der Österreichischen Schule.

Friedrich August von Hayek beschrieb im Wissensproblem, dass zentrale Planer niemals genug verteiltes Wissen besitzen, um komplexe Systeme ohne Verlust zu steuern.

Dezentrale Strukturen lösen Probleme verteilt, flexibler und kreativer, weil sie viele Akteure zur gleichen Zeit einbeziehen. Saifedean Ammous überträgt diesen Gedanken in „The Bitcoin Standard“ auf das Geldsystem: Eine feste Geldregel erzeugt längerfristige Planbarkeit und stabilisiert gesellschaftliches Vertrauen stärker als diskretionäre Eingriffe.

Theorie und Praxis bleiben dabei zu unterscheiden. Bitcoin kann Zensurresistenz und programmatische Knappheit technisch garantieren, aber soziale Gerechtigkeit oder Gemeinschaftsbildung entstehen nicht automatisch aus einem Protokoll.

Die ethische Wirkung hängt davon ab, wie das System genutzt und eingebettet wird. Fest steht jedoch: Ethik und Bitcoin sind kein Widerspruch, sondern notwendig miteinander verbunden.

Im vorherigen Artikel haben wir die Bitcoin Entstehungsgeschichte und den Weg vom Whitepaper zum funktionierenden Netzwerk erklärt.

Strategy Wachstumsmodell: Analyst prognostiziert 1 Million BTC bis November 2026

Strategy Wachstumsmodell: Analyst prognostiziert 1 Million BTC bis November 2026

Das Strategy Wachstumsmodell eines Bitcoin-Analysten zeigt eine konkrete Prognose für Saylors Akkumulationspfad. Plan C rechnet mit dem Überschreiten der Millionen-Marke im November 2026. Der Fit beruht auf einer S-Kurve mit festgelegter Obergrenze.

Strategy Wachstumsmodell: Plan C veröffentlicht S-Kurven-Analyse auf X

Der Bitcoin-Analyst Plan C hat am 20. April 2026 eine mathematische Modellierung der Strategy-Akkumulation publiziert. Grundlage sind 107 dokumentierte Käufe seit 2020. Das Strategy Wachstumsmodell verwendet eine logistische Kurve mit festgesetzter Obergrenze von 2,1 Millionen BTC. Die Wachstumsrate k beträgt 0,001853, der Wendepunkt liegt am 6. Januar 2027.

Strategy Bitcoin Wachstumsmodell

Die Kurve erreicht einen Fit-Wert R² von 0,967. Plan C begründet die Wahl der logistischen Funktion damit, dass eine rein exponentielle Fortsetzung der Käufe mathematisch unmöglich ist. Bei Verdopplung alle 1,45 Jahre würde Strategy bis 2034 sämtliche 21 Millionen Bitcoin halten, was durch das Angebotslimit verhindert wird.

Das Strategy Akkumulationsmodell setzt die Decke bei 10 Prozent des maximalen Bitcoin-Angebots. Saylor selbst hat öffentlich einen Zielbereich von 3 bis 7 Prozent genannt. Plan C räumt ein, dass die 2,1-Millionen-Marke eine Setzung ist und statistisch nicht abgeleitet.

1 Million BTC im November 2026: Strategy Wachstumsmodell setzt Meilenstein

Das Strategy Wachstumsmodell projiziert sechs Wegmarken. In drei Monaten, also Juli 2026, erwartet die Kurve 885.224 BTC. Im Oktober 2026 wären es 973.477 BTC. Die Millionen-Marke würde damit in der letzten Novemberwoche 2026 fallen, rund fünf Wochen vor dem Wendepunkt der Kurve.

Ein Jahr später, im April 2027, liegt die Modellprognose bei 1,15 Millionen BTC. Drei Jahre später bei 1,73 Millionen, fünf Jahre später bei 1,99 Millionen. Die Projektion ergibt damit rund 9,48 Prozent des fixen Angebots in einer einzigen Bilanz. Die vollständige Analyse ist auf X abrufbar.

Wichtig: Jede dieser Zahlen hängt an der gesetzten Obergrenze. Liegt das tatsächliche Ziel niedriger, überzeichnet das Modell. Liegt es höher, wären die Projektionen zu konservativ. Das Strategy Wachstumsmodell beschreibt eine mathematisch konsistente Bandbreite, keine gesicherte Prognose.

Strategy Akkumulationsmodell: Wendepunkt der Kurve liegt im Januar 2027

Laut Plan C läuft die schnellste Akkumulationsphase bis etwa 2028. Nach dem Wendepunkt verlangsamt sich das Tempo, die Kurve neigt sich Richtung Sättigung. Das Modell blendet bewusst Kapitalmarkt-Dynamiken, Bitcoin-Preisentwicklung, mNAV-Prämie, regulatorische Ereignisse und Managemententscheidungen aus.

Strukturell liegt hier die eigentliche Einschränkung: Strategy akkumuliert nur, solange die Aktie über dem inneren Bitcoin-Wert notiert und Emissionen akkretiv bleiben. Fällt die Prämie weg, bricht der Mechanismus. Eine rein zeitbasierte Kurve kann das nicht abbilden. Das Strategy Akkumulationsmodell beschreibt keinen physikalischen Prozess, sondern menschliches Handeln unter veränderlichen Anreizen. Kapital sucht sich den Weg des geringsten Widerstands.

Solange Fiat-basierte Emissionen zum Kauf eines Assets mit festem Angebot führen, wirkt der Anreiz. Ändern sich Bedingungen, passt sich das Verhalten an. Der strukturelle Kern bleibt aber: Ein Unternehmen konvertiert beliebig vermehrbares Geld in ein programmatisch begrenztes. Die Projektion mag unpräzise sein, die zugrunde liegende Logik ist es nicht.

Wir berichteten über Strategys jüngsten Milliardenkauf und den Anstieg auf 780.897 BTC.

Grayscale Marktanalyse: Bitcoin-Boden bei 65.000 bis 70.000 Dollar laut Research-Chef Pandl

Grayscale Marktanalyse: Bitcoin-Boden bei 65.000 bis 70.000 Dollar laut Research-Chef Pandl

Die Grayscale Marktanalyse sieht Bitcoin am Wendepunkt. Am 21. April 2026 erklärte Research-Chef Zach Pandl in „The Stack”, der Preis habe einen belastbaren Boden zwischen 65.000 und 70.000 US-Dollar ausgebildet. Parallel flossen im April 1,87 Mrd. US-Dollar in Bitcoin-ETFs.

Grayscale Marktanalyse ruft Bitcoin-Boden bei 65.000 bis 70.000 Dollar aus

Bitcoin notierte am 5. Februar 2026 bei rund 63.000 US-Dollar und hat seither über 20 Prozent zugelegt. Am 22. April lag der Kurs bei über 78.000 US-Dollar, einem 10-Wochen-Hoch.

Die Grayscale Marktanalyse stützt sich dabei auf den sogenannten Realized Price für Coins, die in den letzten ein bis drei Monaten bewegt wurden. Dieser Wert liegt aktuell bei etwa 74.000 US-Dollar und markiert damit die durchschnittliche Kostenbasis der jüngsten Käufer.

Solange der Marktpreis über diesem Niveau bleibt, sinken die unrealisierten Verluste und mit ihnen der kurzfristige Verkaufsdruck. Pandl sieht in dieser Konstellation das technische Fundament eines belastbaren Bodens. Das vollständige Papier erschien auf dem Grayscale-Blog „The Stack”.

Research-Chef Pandl sieht erste Phase eines Bullenmarkts

Zach Pandl war zuvor Macro Strategist bei Goldman Sachs und leitet heute Grayscale Research. Er argumentiert, dass ein weiterer Anstieg die Short-Term-Holder in die Gewinnzone drücken würde, was historisch die erste Phase eines Bullenmarkts kennzeichne. Der Grayscale Bull Market wäre demnach bereits eingeläutet, solange der Preis über der Realized-Price-Marke verharrt.

Parallel verzeichnet der Bull Score Index von CryptoQuant erstmals seit Beginn des aktuellen Bärenmarkts einen neutralen Wert. Nicht alle Analysten teilen die Einschätzung. Benjamin Cowen von Into The Cryptoverse und Joao Wedson von Alphractal erwarten den finalen Boden erst zwischen September und Oktober 2026.

Historisch zeigte der Bull Score Index 2022 eine Woche lang einen neutralen Wert, bevor der Markt weiter fiel. Der Grayscale Bull Market ist damit eine Auslegung, keine Bestätigung.

1,87 Milliarden Dollar ETF-Zuflüsse im April stützen Grayscale Marktanalyse

Die institutionelle Seite unterstreicht das Narrativ mit Zahlen. Bitcoin-ETFs haben im April 2026 rund 1,87 Mrd. US-Dollar an Zuflüssen verzeichnet, der stärkste Wert seit Oktober. Führend waren iShares Bitcoin Trust und das neu aufgelegte Morgan Stanley Bitcoin Trust. Damit ist MicroStrategy nicht mehr der einzige nennenswerte institutionelle Käufer, sondern Teil einer breiteren Positionierung über regulierte Vehikel.

Grayscale ist selbst ein Asset Manager mit Bitcoin-Produkten, ein bullisches Narrativ kanalisiert direkt Kapital in die eigenen Fonds. Das macht die On-Chain-Daten nicht falsch, aber es ist kein neutrales Gutachten.

Die ETF-Zuflüsse zeigen zugleich eine strukturelle Verschiebung: Fiat-Kapital sucht Zugang zu einem Asset mit fixem Angebot von 21 Millionen Einheiten, während die Geldmenge selbst elastisch bleibt. Wer regelmäßig zukauft, senkt den Einfluss einzelner Kurspunkte und folgt einer niedrigen Zeitpräferenz.

Genau diese Logik macht den Unterschied zwischen der Spekulation auf einen Boden und dem Aufbau einer Position über Jahre.

Wir berichteten über den Reserve-Risk-Indikator, der jeden historischen Bitcoin-Boden markiert hat.