Bitcoin Entstehungsgeschichte: Wie ein Konzept zum funktionierenden Netzwerk wurde

Bitcoin Entstehungsgeschichte: Wie ein Konzept zum funktionierenden Netzwerk wurde

Die Bitcoin Entstehungsgeschichte beginnt nicht mit einem Hype, sondern mit einer nüchternen E-Mail an eine kleine Mailingliste. Am 31. Oktober 2008 veröffentlichte Satoshi Nakamoto ein neunseitiges Dokument, das die Grundlage eines ganz neuen Geldsystems beschrieb. Erst rund zehn Wochen später wurde aus dem Konzept funktionierende Software. Wer die Bitcoin dezentrale Governance verstehen will, muss diese frühen Schritte kennen.

Das Whitepaper als konzeptioneller Anfang

Das Bitcoin-Whitepaper erschien am 31. Oktober 2008 um 18:10 UTC auf der sogenannten Cryptography-Mailingliste, einer Plattform, auf der sich Kryptografen und Cypherpunks seit den 1990er-Jahren austauschten. Der Titel lautete „Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“, das Dokument umfasste neun Seiten.

Satoshi Nakamoto, dessen wahre Identität bis heute unbekannt ist, beschrieb darin ein digitales Zahlungssystem ohne zentrale Instanz. Zentral waren die Verknüpfung kryptografischer Signaturen mit einem dezentralen Konsensverfahren sowie die Lösung des sogenannten Double-Spending-Problems.

Die Originalnachricht an die Mailingliste ist im Archiv nachzulesen. Das Whitepaper war keine Produktankündigung, sondern ein technisches Manifest. Es legte fest, wie eine Währung funktionieren müsste, die nicht von Banken oder Regierungen abhängt.

Die Wochen zwischen Idee und Start

Nach der Veröffentlichung des Whitepapers dauerte es rund zehn Wochen, bis das System in Betrieb ging. In dieser Zeit entwickelte Satoshi die erste Bitcoin-Software, tauschte sich mit einzelnen Interessierten auf der Mailingliste aus und verfeinerte die technischen Details. Am 3. Januar 2009 wurde der Genesis-Block gemined, sechs Tage später folgte der Release von Version 0.1 der Software.

Hal Finney, ein erfahrener Kryptograf, war der erste Empfänger einer Bitcoin-Transaktion außer Satoshi selbst. Die frühe Phase war geprägt von sehr wenigen Teilnehmern, minimalem Rechenaufwand und einem Netzwerk im Experimentalstadium. Erst in dieser Übergangszeit wurde aus einem theoretischen Konzept ein Protokoll mit eigener Laufzeit.

Der öffentliche und der private Schlüssel

Im Bitcoin-System gehört einem Nutzer kein Konto, sondern ein Schlüsselpaar. Der öffentliche Schlüssel fungiert als Empfangsadresse, der private Schlüssel als Nachweis des Eigentums. Wer den privaten Schlüssel besitzt, kann Transaktionen signieren und damit Bitcoin bewegen.

Mathematisch basiert das Verfahren auf elliptischer Kurvenkryptografie (Kurve secp256k1, Algorithmus ECDSA), seit dem Taproot-Upgrade 2021 zusätzlich auf Schnorr-Signaturen. Der entscheidende Unterschied zum klassischen Bankenwesen liegt darin, dass Eigentum nicht von einer Institution bestätigt, sondern durch Kryptografie selbst bewiesen wird. Eigentum an Bitcoin ist damit kein Anspruch gegenüber Dritten, sondern ein unmittelbarer Nachweis.

Die Bitcoin Entstehungsgeschichte beschreibt den konkreten Übergang von einer Idee zu einer funktionierenden dezentralen Geldordnung. Was technisch begann, ist ökonomisch ein Bruch mit Jahrzehnten staatlich zentralisierter Geldpolitik. Friedrich August von Hayek beschrieb lange vor Bitcoin die Möglichkeit konkurrierender privater Währungen, die durch Marktdynamiken statt durch Gesetze Vertrauen aufbauen.

Bitcoin ist die erste technische Realisierung dieses Gedankens: ein Geldsystem, das ohne staatlichen Gründungsakt, ohne Zentralbank und ohne Infrastrukturförderung entstand. Die dezentrale Governance stützt sich auf freiwillige Teilnahme, offene Standards und mathematische Regeln.

Wichtig ist dabei eine Unterscheidung: Historisch wurde Bitcoin ohne staatliche Investition entwickelt und gestartet. Heute halten jedoch mehrere Staaten strategische Bitcoin-Reserven, darunter die USA und El Salvador. Das widerspricht dem Protokoll nicht, verändert aber das geopolitische Umfeld.

Saifedean Ammous ordnet diese Entwicklung in „The Bitcoin Standard“ als Beginn einer neuen Phase ein, in der Bitcoin nicht mehr nur individuelle, sondern auch staatliche Nachfrage erzeugt. Theorie und Praxis bleiben dabei zu trennen. Der Ursprung des Netzwerks ist unveränderlich, seine Rolle in der Welt aber offen.

Im vorherigen Artikel haben wir die wichtigsten Fakten zu Bitcoin und den Bitcoin Konsensmechanismus erklärt.

Capital B BTC Kauf: The Blockchain Group erweitert Bestand auf 2.937 BTC

Capital B BTC Kauf: The Blockchain Group erweitert Bestand auf 2.937 BTC

Der Capital B BTC Kauf setzt sich fort. Das an der Euronext Growth Paris gelistete Unternehmen hat am 20. April 2026 zwölf weitere Bitcoin für 0,8 Mio. Euro erworben. Damit steigt der Gesamtbestand der ehemaligen The Blockchain Group auf 2.937 BTC.

Capital B BTC Kauf: 12 Bitcoin zu 62.570 Euro pro Stück erworben

Der Ankauf erfolgte zu einem Durchschnittspreis von 62.570 Euro pro Bitcoin. Finanziert wurde die Transaktion über zwei parallele Kapitalmaßnahmen: Die Ausübung von 16.566.214 BSA-2025-01-Warrants brachte 1,29 Mio. Euro, eine ATM-Kapitalerhöhung mit dem französischen Vermögensverwalter TOBAM weitere 0,22 Mio. Euro.

Der Ausgabepreis der neuen Aktien lag bei 0,60 Euro und damit 15,2 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages. Drei TOBAM-Fonds zeichneten die 370.701 neuen Aktien. Die Verwahrung der erworbenen Bitcoin erfolgt über Swissquote Bank Europe in Luxemburg unter Einsatz der Verwahrungstechnologie des Schweizer Anbieters Taurus. Die vollständigen Details sind der offiziellen Pressemitteilung zu entnehmen.

The Blockchain Group hält 2.937 BTC in der Euronext-Bilanz

Capital B bezeichnet sich als erste Bitcoin Treasury Company Europas. Das Unternehmen hat seit dem ersten Kauf im November 2024 insgesamt 26 Tranchen erworben. Der BTC Yield seit Jahresbeginn 2026 beträgt 1,57 Prozent, der BTC Gain 44,4 BTC, der BTC € Gain 2,93 Mio. Euro. Ziel der Strategie ist laut Unternehmen die Akkumulation von einem Prozent des maximalen Bitcoin-Angebots bis 2033.

Die Aktionärsstruktur ist bemerkenswert konzentriert: Blockstream Capital Partners hält 38,27 Prozent auf voll verwässerter Basis, Blockstream-Mitgründer Adam Back weitere 9,76 Prozent. Zusammen kontrollieren beide Parteien rund 48 Prozent des Unternehmens. Insgesamt sind 274,9 Mio. ausstehende Aktien bei 394,8 Mio. voll verwässerten Aktien im Umlauf.

The Blockchain Group: Bitcoin-Position liegt 28 Prozent unter Einstandspreis

Der durchschnittliche Einstandspreis über alle Käufe beträgt 91.975 Euro pro Bitcoin. Der aktuelle Marktwert der Position liegt laut Capital B bei 193,8 Mio. Euro, die kumulierten Anschaffungskosten bei 270,1 Mio. Euro. Das entspricht einem Buchverlust von rund 28 Prozent.

Die Emission neuer Aktien zu 0,60 Euro mit 15-Prozent-Rabatt zeigt, unter welchem Druck das Modell steht. Jede akkretive Kapitalerhöhung setzt voraus, dass die Aktie über dem Bitcoin-Innenwert notiert. Sinkt der Bitcoin-Kurs weiter oder schmilzt die mNAV-Prämie, wird jede neue Ausgabe für Altaktionäre verwässernd.

Capital B betreibt das gleiche Modell wie Strategy in den USA, aber mit europäischen Rahmenbedingungen, kleinerer Bilanz und ohne die US-typische Kapitalmarkttiefe. Der strukturelle Punkt bleibt derselbe: Ein Unternehmen emittiert beliebig vermehrbares Eigenkapital und konvertiert die Erlöse in ein Asset mit fixem 21-Millionen-Angebot.

Das Modell funktioniert, solange Investoren das Tauschgeschäft als lohnend einschätzen. Bewerten sie es skeptischer, schrumpft die Prämie, und die Akkumulation verliert ihr Anreizsystem. Capital B liefert gerade das Lehrbuchbeispiel dafür, wo diese Mechanik Grenzen findet.

Wir berichteten über den vorherigen Capital B BTC Kauf von 37 Bitcoin.

Bitcoin Militär Strategie: Pentagon testet Proof-of-Work für Netzwerksicherheit

Bitcoin Militär Strategie: Pentagon testet Proof-of-Work für Netzwerksicherheit

Die Bitcoin Militär Strategie der USA tritt aus dem Hintergrund. Admiral Samuel Paparo, Vier-Sterne-Kommandeur des U.S. Indo-Pacific Command, hat am 22. April 2026 im Kongress bestätigt, dass sein Kommando einen aktiven Knoten im Bitcoin-Netzwerk betreibt. Das Ziel: Netzwerksicherheit und Cyber-Abwehr über das Bitcoin-Protokoll.

Admiral Paparo bestätigt US Militär Bitcoin Node vor dem Kongress

Paparo trat am 21. April vor dem Senate Armed Services Committee und am 22. April vor dem House Armed Services Committee auf. Auf die Frage von Senator Tommy Tuberville und später Abgeordnetem Lance Gooden, ob die USA einen Bitcoin-Vorsprung gegenüber China hätten, antwortete Paparo konkret.

Der US Militär Bitcoin Node werde nicht zum Mining genutzt, sondern zur Überwachung und für operative Tests zur Absicherung von Netzwerken. Paparo ergänzte, einige Details dazu könnten nur im klassifizierten Rahmen besprochen werden.

Das Bitcoin Policy Institute schätzt laut Goodens Befragung, dass die USA rund 328.000 BTC halten, China etwa 194.000 BTC. Damit ist das erste Mal öffentlich dokumentiert, dass ein US-Kampfkommando direkt am Bitcoin-Peer-to-peer-Netzwerk teilnimmt. Das vollständige Hearing-Transkript veröffentlichte der Kongressabgeordnete auf seiner Website.

Pentagon nutzt Proof-of-Work als Werkzeug für Netzwerksicherheit

Paparo trennte seine Sichtweise strikt von finanziellen Fragen. Sein Interesse an Bitcoin sei das eines Informatikwerkzeugs, das Kryptografie, Blockchain und Proof-of-Work kombiniere. Der Rechenaufwand des Proof-of-Work könne Kosten für Cyber-Angreifer spürbar erhöhen, weil jede Netzwerkoperation messbare Energieressourcen bindet.

Diese Argumentation geht auf die Softwar-Thesis des Space-Force-Majors Jason Lowery zurück, der Proof-of-Work als Form von Cyber-Machtprojektion analog zu konventionellen militärischen Abschreckungssystemen beschreibt. Paparo selbst beschrieb Bitcoin vor dem Senate Armed Services Committee als wertvolles Informatikwerkzeug für Machtprojektion.

Die Bitcoin Militär Strategie setzt damit auf eine technische Eigenschaft des Protokolls, nicht auf dessen Kurs. Ein Bitcoin-Knoten validiert Transaktionen und Blöcke gegen die Konsensregeln des Netzwerks und ist auf keinen Vermittler angewiesen. Diese Zero-Trust-Architektur ist der Punkt, der militärisch interessant wird.

Bitcoin Militär Strategie trennt Computer Science vom Finanz-Asset

Wichtig ist die bewusste Abgrenzung. Paparo sprach nicht von Reserve, Kursen oder Zahlungsmitteln, das US-Militär interessiere sich für das Protokoll als technisches System. Zugleich verwies er auf den GENIUS Act zu Stablecoins, der die Dollar-Hegemonie stütze, womit Bitcoin als Technik und Stablecoins als Währungspolitik parallel gedacht werden. Die Bitcoin Militär Strategie ist einzuordnen.

Ein Knoten zu betreiben ist technisch trivial, der Nachrichtenwert liegt im öffentlichen Bekenntnis eines Vier-Sterne-Kommandeurs und im Framing als Instrument staatlicher Machtprojektion. Ein Staat nutzt hier ein dezentrales Protokoll ohne zentrale Autorität, um eigene Kontrollfähigkeit zu erweitern.

Bitcoin wurde entwickelt, um außerhalb staatlicher Kontrolle zu existieren, und wird nun zum Werkzeug staatlicher Kräfte, weil das Protokoll weder Freund noch Feind kennt, sondern jedem Teilnehmer die gleichen Regeln aufzwingt. Die strukturelle Verschiebung liegt darin, dass Staaten mit den fixen Regeln eines fremden Protokolls arbeiten, statt diese Regeln selbst zu setzen.

Wir berichteten über das Mined in America Act und die strategische Bitcoin-Reserve als legislativen Rahmen dieser Entwicklung.

Bitcoin Akkumulation 2026 ungleich verteilt: Strategy allein dominiert das Jahr

Bitcoin Akkumulation 2026 ungleich verteilt: Strategy allein dominiert das Jahr

Die Bitcoin Akkumulation 2026 zeigt ein bemerkenswertes Ungleichgewicht zwischen zwei Käufertypen. Während Strategy seit Jahresbeginn 142.000 BTC akkumuliert hat, kommen sämtliche US-Spot-Bitcoin-ETFs zusammen nur auf 8.000 BTC. Das ist ein Verhältnis von fast siebzehn zu eins.

Bitcoin Akkumulation 2026 im Ungleichgewicht: 142.000 BTC gegen 8.000 BTC

Ein Chart der Plattform River, basierend auf Daten von Bitcointreasuries.net, macht die Divergenz sichtbar. Strategy hat zwischen dem 1. Januar und dem 19. April 2026 rund 142.500 BTC gekauft. Die elf US-Spot-Bitcoin-ETFs zusammen haben im selben Zeitraum etwa 8.000 BTC netto aufgebaut.

River Bitcoin Chart

Zeitweise lagen die ETFs sogar bei minus 40.000 BTC, als Anleger im ersten Quartal 2026 Kapital aus den Fonds abzogen. Erst in den vergangenen drei Wochen kehrten die Zuflüsse zurück und beendeten die längere Abflussphase.

Zum Vergleich: Das globale Bitcoin-Mining hat seit Jahresbeginn etwa 49.000 neue BTC geschaffen. Strategy allein hat fast das Dreifache davon erworben.

77.000 BTC allein über STRC: Die stärkste Säule der Bitcoin Akkumulation 2026

Bei Strategy dominiert ein Finanzierungsinstrument die Bitcoin Akkumulation 2026: die variabel verzinsten Vorzugsaktien STRC. 77.000 der 142.000 YTD-Käufe sind über STRC-Emissionen finanziert worden, also rund 54 Prozent. Allein die über STRC finanzierten Käufe sind damit fast zehnmal so groß wie die Netto-Akkumulation aller US-Spot-Bitcoin-ETFs.

Die jüngste Woche bis 19. April illustriert das Tempo: Strategy verkaufte Vorzugsaktien im Wert von 2,18 Mrd. US-Dollar und konvertierte die Erlöse binnen Tagen in 29.254 BTC. Das dokumentiert Bitcointreasuries.net in seiner Analyse.

STRC ist damit kein Nebenprodukt, sondern das zentrale Kapitalinstrument einer wiederholbaren Akkumulationsmaschine.

Wall Street ETFs im Rückstand der Bitcoin Akkumulation 2026

Der Kontrast zu den Wall-Street-ETFs ist strukturell, nicht zufällig. ETFs sind an das Kapital ihrer Anleger gebunden und reagieren prozyklisch: Steigen die Kurse, fließt Geld zu, fallen sie, zieht es ab. Strategy dagegen kauft unabhängig von Marktstimmung, solange der Kapitalmarkt Emissionen aufnimmt.

Das zeigt, dass institutionelle Nachfrage kein monolithischer Block ist, sondern zwei sehr unterschiedliche Anreizsysteme beinhaltet. Der eine Käufertyp verstärkt Trends, der andere läuft gegen sie.

Das Ungleichgewicht der Bitcoin Akkumulation 2026 ist ein struktureller Beleg für das, was Hard-Money-Theoretiker seit Jahrzehnten beschreiben: Kapital fließt dorthin, wo Knappheit auf dauerhafte Nachfrage trifft.

Strategy setzt Fiat-finanzierte Vorzugsdividenden ein, um ein Asset mit fixer Obergrenze von 21 Mio. Einheiten zu kaufen. Jeder Kauf reduziert das zirkulierende Angebot, während 77.000 neue BTC in eine einzige Bilanz wandern.

Das Risiko bleibt: Versiegt der Kapitalmarkt-Zugang oder bricht die Bitcoin-Nachfrage ein, stoppt das Modell. Solange aber beide Bedingungen erfüllt sind, entsteht eine planbare Nachfragestruktur, die ETF-Flows nicht abbilden können.

Wir berichteten über den Strategy-Kauf, der den Bestand auf 780.897 BTC brachte.

Coinbase Quantum Schutz: Neues Paper benennt 6,9 Millionen verwundbare BTC-Adressen

Coinbase Quantum Schutz: Neues Paper benennt 6,9 Millionen verwundbare BTC-Adressen

Der Coinbase Quantum Schutz liegt erstmals schwarz auf weiß vor. Am 21. April 2026 hat der im Januar eingesetzte Beirat sein erstes 50-seitiges Positionspapier veröffentlicht. Rund 6,9 Millionen Bitcoin-Wallets mit offengelegten Public Keys gelten darin als prioritäre Ziele.

Coinbase Beirat veröffentlicht erstes Positionspapier nach drei Monaten Arbeit

Zu den Autoren zählen Dan Boneh vom Stanford Center for Blockchain Research, Justin Drake von der Ethereum Foundation, Sreeram Kannan von EigenLayer sowie Yehuda Lindell, Head of Cryptography bei Coinbase.

Das Papier ordnet sich in eine Reihe von Veröffentlichungen ein, die seit Googles Q-Day-Paper vom 30. März 2026 die Debatte um das Bitcoin Quantum Upgrade antreiben. Das Gremium positioniert sich dabei explizit nicht als Warnung vor einem akuten Ereignis, sondern als Aufruf zur frühzeitigen Planung.

Ein kryptographisch relevanter Quantencomputer liege weiterhin mindestens ein Jahrzehnt entfernt, dennoch brauche die Migration aller Wallets, Börsen und Verwahrer mehrere Jahre. Die Empfehlungen des Coinbase Quantum Schutz decken sich mit der NIST-Richtlinie, die Migration auf quantensichere Algorithmen bis 2035 abzuschließen. Das vollständige Paper findet sich im offiziellen Coinbase-Blog.

6,9 Millionen Bitcoin-Wallets mit offengelegten Public Keys im Fokus

Laut Paper sind rund 6,9 Millionen Bitcoin-Wallets betroffen, deren öffentlicher Schlüssel bereits auf der Blockchain sichtbar ist. Dazu gehören alte P2PK-Adressen aus Bitcoins Frühzeit, darunter auch Satoshis Coinbestand. Sobald ein Quantencomputer aus einem öffentlichen Schlüssel den privaten ableiten kann, wären diese Adressen angreifbar.

Wallets mit ausschließlich empfangenen Transaktionen bleiben dagegen hinter Hashfunktionen verborgen und gelten kurzfristig als sicher. Ein Bitcoin Quantum Upgrade würde neue quantensichere Signaturen einführen, die nach einer Schätzung im Paper bis zu 38-mal mehr Speicherplatz pro Transaktion beanspruchen. Für ein Netzwerk mit festen Blockgrößen ist das keine Parameter-Änderung, sondern eine strukturelle Anpassung.

Bitcoin-Kerninfrastruktur gilt als sicher, Schwachstelle liegt auf Wallet-Ebene

Mining, Hashfunktionen und die Historie der Blockchain gelten laut Beirat als nicht wesentlich gefährdet. Bitcoin ist damit besser gestellt als viele Proof-of-Stake-Netzwerke, deren Validatoren laufend signieren. Der Coinbase Quantum Schutz ist dabei einzuordnen.

Eine Börse mit Verwahrungsgeschäft hat ein Eigeninteresse, Migrationen früh zu strukturieren, weil sie davon operativ und wirtschaftlich profitiert. Die Empfehlungen bleiben technisch fundiert, doch der Weg zu einem Bitcoin Quantum Upgrade läuft nicht über einen Beirat, sondern über verteilten Konsens unter Entwicklern, Minern und Nutzern.

Genau diese Eigenschaft ist kein Defekt, sondern Ausdruck der Dezentralität. Ein Geldsystem mit fixen Regeln ändert sich nur, wenn alle relevanten Akteure zustimmen, was langsamer, aber robuster ist. Fiat-Systeme hängen an der Handlungsfähigkeit weniger Institutionen, Bitcoin dagegen an einem offenen Protokoll ohne zentrale Entscheider. Das Ergebnis ist eine Ordnungsfrage, wer bestimmt, wann Geld angepasst wird, eine Institution oder ein dezentrales Netzwerk.

Wir berichteten über Googles Q-Day-Paper und die neuen Ressourcen-Schätzungen für einen Bitcoin-Angriff.

Bitcoin & Ethereum – Fake Rallye?

Bitcoin & Ethereum – Fake Rallye?

Bitcoin & Ethereum sehen in den letzten Tagen wieder deutlich besser aus. Bitcoin kratzt an der Marke von 80.000 USD und Ethereum erholt sich ebenfalls langsam. Trotzdem hat sich an der globalen Situation wenig geändert. Ist dies in Wirklichkeit eine Fake-Rallye und müssen wir uns in Acht nehmen vor einem weiteren Absturz?

In Kürze

  • Bitcoin Chartanalyse
  • Bitcoin Ausblick
  • Ethereum Chartanalyse

Bitcoin Chartanalyse

Quelle: Tradingview*

In den letzten Tagen sehen wir immer weiter steigende Kurse bei Bitcoin (BTC). Dies hat vor allem vorläufig mit einem möglichen und weiteren Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran zu tun.

Trotzdem bleibt die Straße von Hormuz weiterhin geschlossen. Die Märkte interessiert dies jedoch wenig und sie steigen weiter. Bitcoin hat zum ersten mal seit Monaten die 79.000 USD Marke zurückerobern können, auch wenn dies nur kurz der Fall war.

Übergeordnet ist jedoch das Handelsvolumen weiter rückläufig und die Gefahr, dass wir uns in einer Bearflag befinden, weiterhin sehr hoch. Die großen Widerstände stehen noch vor uns, auch wenn das Momentum derzeit auf unserer Seite ist.

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Bitcoin Ausblick

Quelle: Tradingview*

Blicken wir auf das große Bild, können wir sehen, dass wir uns weiterhin in einer möglichen Welle 4 bewegen. Dies bedeutet, dass die ganze Aufwärtsbewegung die wir derzeit sehen nur eine Korrekturbewegung ist.

Dies würde grundsätzlich auch zu dem niedrigen Volumen passen, welches derzeit im Markt ist. Zwar haben wir weiterhin negative Funding-Rates, dies heißt jedoch nicht, dass der Markt nicht schlagartig drehen kann.

Sollten wir es über die Marke von 80.000 USD schaffen und weiterhin positive Neuigkeiten kommen, wären die nächsten Ziele zwischen 84 – 88.000 USD. Dies halte ich für ein realistisches Ziel, sollten nicht weitere negative News aus dem nahen Osten oder der Wirtschaft kommen. 

Sehen wir uns jedoch die Realität an, ist es weiterhin unwahrscheinlich, dass wir bereits den Boden gesehen haben: Öl Preis über 100%, steigende Anleihen, Inflationsanstieg, mögliche Zinserhöhungen.

Ethereum Chartanalyse

Quelle: Tradingview*

Bei Ethereum sehen wir ein ähnliches Bild. Auch hier sollten wir uns in einer möglichen Welle 4/D befinden. Diese Bewegung sieht mehr nach einer Bärenflagge aus, als nach einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung.

Die gleichen Parameter wie bei Bitcoin schlagen hier auch aus, das niedrige Handelsvolumen und der koordinierte Anstieg. Dies macht die ganze Bewegung sehr trügerisch, vor allem da sich an der Risikobereitschaft, global gesehen, nichts geändert hat.

Somit müssen wir davon ausgehen, dass diese Rallye auch bald Ihr Ende finden wird, Die nächsten Ziele liegen zwischen 2.600 – 2.800 USD. Dort liegt derzeit das Golden-Pocket (0.618 – 0.65 Fib. Level) der letzten Abwärtsbewegung. Hier sollte eine Entscheidung über den weiteren Verlauf fallen.

Klicke hier für die letzte Ripple (XRP) Chartanalyse.

Für eine technische Analyse von Bitcoin, Ethereum, Gold, anderen Altcoins und aktuellen Nachrichten/Ereignissen hat der Autor dieses Video erstellt

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