KI Wallet Wiederherstellung: Claude soll seit 2015 gesperrtes Bitcoin-Wallet entsperrt haben

KI Wallet Wiederherstellung: Claude soll seit 2015 gesperrtes Bitcoin-Wallet entsperrt haben

Eine viral verbreitete KI Wallet Wiederherstellung sorgt seit dem 13. Mai für Diskussion. Ein pseudonymer X-Nutzer behauptet, das Sprachmodell Claude von Anthropic habe ihm geholfen, ein seit 2015 gesperrtes Bitcoin-Wallet mit fünf BTC zu öffnen. Der Thread erreichte innerhalb weniger Stunden über sechs Millionen Aufrufe. Die Schilderung ist anonym und stützt sich allein auf Screenshots des Nutzers.

Bitcoin-Adresse seit April 2015 inaktiv, acht Wochen Brute-Force ohne Ergebnis

Die On-Chain-Daten stützen zumindest einen Teil der geschilderten KI Wallet Wiederherstellung. Die betroffene Bitcoin-Adresse mit dem Anfang „14VJyS“ hatte seit April 2015 keine einzige Transaktion mehr verzeichnet, bevor die Mittel nun bewegt wurden.

Der Nutzer, der unter dem Pseudonym Cprkrn auftritt, gibt an, das Passwort des Wallets vor elf Jahren als Student geändert und anschließend vergessen zu haben. Acht Wochen lang habe er versucht, das Passwort mit der Open-Source-Software btcrecover zu rekonstruieren.

Nach eigenen Angaben prüfte er rund 3,5 Billionen Kombinationen ohne jeden Erfolg. Die Adresse hielt zum Zeitpunkt der Reaktivierung einen Bestand im Gegenwert von etwa 400.000 US-Dollar.

Claude identifizierte einen Fehler in der Open-Source-Software btcrecover

Als letzter Versuch lud Cprkrn nach eigener Darstellung sämtliche Dateien seines alten Studienrechners in Claude hoch. Das Sprachmodell habe dort eine ältere Wallet-Backup-Datei aus der Zeit vor der Passwortänderung gefunden.

Zudem habe Claude einen Fehler in btcrecover identifiziert. Die Software kombinierte einen sogenannten Shared Key und das geprüfte Passwort nicht korrekt. Diese Beschreibung des Vorgangs hat Cprkrn am 13. Mai 2026 in einem Thread auf X öffentlich gemacht.

Nach Behebung des Fehlers und mit der älteren Datei sei die Entschlüsselung im ersten Anlauf gelungen. Die KI Wallet Wiederherstellung folgte damit auf eine klassische Datei-Forensik, nicht auf einen Angriff gegen Bitcoin selbst.

KI Wallet Wiederherstellung beruht im Fall Cprkrn auf einer Mnemonic aus einem Notizbuch

Die Schlagzeile, Claude habe das Wallet „geknackt“, trifft die Sachlage nicht. Ohne die im Notizbuch notierte Mnemonic und die alte Wallet-Datei hätte das Sprachmodell nach aktueller Datenlage keinen Zugang erzeugen können, und Bitcoin selbst zeigt im gesamten Vorgang keinerlei Anzeichen einer Schwächung. Die kryptographische Architektur des Netzwerks funktioniert wie vorgesehen.

Was die Episode deutlich macht, ist eine strukturelle Eigenschaft der Selbstverwahrung: Wer Bitcoin außerhalb zentraler Verwahrer hält, übernimmt die volle Verantwortung für jeden einzelnen Zugangsbaustein. Geht ein Baustein verloren, ist der Zugriff praktisch nicht wiederherstellbar, solange nicht ein zweites Fragment existiert.

Künstliche Intelligenz kann hier als Werkzeug der digitalen Forensik wirken, nicht als Ersatz für fehlende Schlüssel. Die Geschichte verschiebt damit keine Sicherheitsfrage am Bitcoin-Netzwerk, sondern die Frage, wie Anwender ihre eigenen Zugangsbausteine sichern.

Wir berichteten über die strukturelle Abkehr vieler Bitcoin-Halter von zentraler Verwahrung.

Bitcoin Steuerfreiheit Ende oder doch nicht: 3 Szenarien der Reform

Bitcoin Steuerfreiheit Ende oder doch nicht: 3 Szenarien der Reform

Ob das Bitcoin Steuerfreiheit Ende tatsächlich kommt, hängt von politischen Mehrheiten und verfassungsrechtlichen Grenzen ab. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat im Eckwertebeschluss zum Haushalt 2027 eine Krypto-Steuerreform angekündigt, deren konkrete Form bis Anfang Juli 2026 offen bleibt. Drei Szenarien sind realistisch.

Klingbeils Eckwertebeschluss vom 29. April 2026 als Ausgangspunkt

Auf der Bundespressekonferenz am 29. April 2026 hat Klingbeil die Anpassung der Krypto-Besteuerung im Eckwertebeschluss zum Bundeshaushalt 2027 bestätigt. Zusammen mit der Bekämpfung von Finanz- und Steuerkriminalität soll die Reform rund 2 Mrd. Euro pro Jahr einbringen. Bitcoin gilt nach §23 EStG als sonstiges Wirtschaftsgut mit einjähriger Haltefrist.

Der Bundesfinanzhof hat diese Einordnung 2023 bestätigt, das Bundesfinanzministerium hat sie zuletzt im Schreiben vom 6. März 2025 erneut präzisiert. Die offizielle Norm ist auf der Webseite des Bundesministeriums der Justiz dokumentiert.

Welche konkrete Form die Reform annehmen soll, hat Klingbeil bisher offen gelassen. Ob das Bitcoin Steuerfreiheit Ende tatsächlich kommt oder die Reform milder ausfällt, hängt von der Ausgestaltung im Gesetzentwurf ab.

Drei Szenarien: Harter Schnitt, Stichtag oder gescheiterte Reform

Aus den bisher verfügbaren Eckdaten lassen sich drei Szenarien für das Bitcoin Steuerfreiheit Ende ableiten. Das erste Szenario beschreibt einen harten Schnitt, bei dem die einjährige Haltefrist vollständig fällt und durch eine pauschale Besteuerung ersetzt wird, etwa nach Vorbild der Kapitalertragsteuer.

Bitcoin-Gewinne wären in dieser Variante unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig, auch für Altbestände. Verfassungsrechtlich wäre dieses Modell wegen des Vertrauensschutzes angreifbar. Das zweite Szenario führt eine Stichtag-Regelung ein. Käufe vor dem Stichtag bleiben unter der bisherigen einjährigen Haltefrist, neue Käufe unterliegen dem neuen Regime.

Dieses Modell entspricht der Investmentsteuerreform 2018 und der österreichischen Lösung von 2022 und ist verfassungsrechtlich am sichersten. Im dritten Szenario scheitert die Reform an der Mehrheitslage.

Ohne CDU/CSU lässt sich Klingbeils Vorhaben im Bundestag nicht durchsetzen. Die Union verweist auf den Koalitionsvertrag und die Steuersystematik, in der Bitcoin gleich behandelt wird wie Gold und Fremdwährungen.

Bitcoin Steuerfreiheit Ende: Welche Form die Reform realistisch annehmen kann

Die wahrscheinlichste Form der Reform ist die Stichtag-Regelung. Sie verbindet die fiskalischen Ziele der Bundesregierung mit den verfassungsrechtlichen Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts und reduziert den politischen Widerstand. Klingbeils Schweigen zum Bestandsschutz spricht für diese Variante, weil Vagheit bis zur Etatreife strategisch sinnvoll ist.

Trotzdem bleibt die Krypto Steuerfreiheit für Bestandshalter erst dann gesichert, wenn ein Stichtag offiziell definiert ist. Bis dahin lebt der Markt mit Unsicherheit. Die einjährige Haltefrist war über Jahre ein bewusster Anreiz für langfristiges Sparen, kein Steuerschlupfloch. Wer Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine Geldwahlentscheidung gegen ein elastisches Fiat-System.

Die strukturelle Knappheit der 21 Mio. Einheiten bleibt davon unberührt. Was sich verändern kann, ist der nationale Steuerrahmen. Was sich nicht verändert, ist die Logik harter Geldformen. Wer auf programmatische Knappheit setzt, hält auch dann, wenn der Steuerrahmen härter wird. Die Reform entscheidet damit weniger über Bitcoin selbst als über die Anreize, die das deutsche Steuerrecht für langfristiges Halten setzen will.

Wir berichteten über die Bitcoin Steuerlücke und Klingbeils Sprachstrategie zur Reform.

Bitcoin Bestandsschutz: Klingbeil schweigt zur entscheidenden Frage

Bitcoin Bestandsschutz: Klingbeil schweigt zur entscheidenden Frage

Beim Bitcoin Bestandsschutz bleibt die zentrale Frage für deutsche Halter offen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat auf der Bundespressekonferenz am 29. April 2026 eine Krypto-Steuerreform angekündigt, die Behandlung von Altbeständen aber unbeantwortet gelassen. Verfassungsrechtlich ist die Frage längst durch das Bundesverfassungsgericht vorstrukturiert.

Klingbeil verweigert auf der Bundespressekonferenz Stellungnahme zum Bestandsschutz

Am 29. April 2026 hat Klingbeil auf der Bundespressekonferenz die geplante Anpassung der Krypto-Besteuerung im Eckwertebeschluss zum Haushalt 2027 bestätigt. Auf direkte Nachfrage zum Bitcoin Bestandsschutz verwies er auf die Etatreife Anfang Juli 2026.

Bis dahin bleibt unklar, ob ein Stichtag eingeführt wird, ab dem nur neue Käufe der geänderten Regelung unterliegen, oder ob auch vor diesem Datum gekaufte Bitcoin-Bestände betroffen sind.

Im Eckwertebeschluss selbst findet sich keine Bestandsregel. Die Bundesregierung hat damit eine zentrale Frage der Reform offen gelassen, obwohl die Eckpunkte sonst detailliert ausgestaltet sind.

Bundesfinanzminister bleibt zur Behandlung der Altbestände vage

Die Vagheit ist nicht zufällig. Eine konkrete Aussage zum Bestandsschutz hätte unmittelbare Marktwirkung. Würde Klingbeil heute bestätigen, dass Bitcoin-Käufe vor einem Stichtag steuerfrei bleiben, könnte dies einen Akkumulationsschub auslösen. Würde er das Gegenteil ankündigen, wären Verkaufsbewegungen wahrscheinlich.

Beide Ergebnisse sind politisch unerwünscht, weil sie die Mehreinnahmen-Schätzungen beeinflussen. Aus Sicht der Halter erzeugt diese Vagheit jedoch erhebliche Planungsunsicherheit. Bestandsschutz Klingbeil bleibt damit eine politische Variable, an der sich die Härte der Reform entscheiden wird.

Verfassungsrechtlich ist die Frage allerdings durch den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 7. Juli 2010 vorstrukturiert.

BVerfG Beschluss 2010 setzt Grenzen für rückwirkende Besteuerung

Im Verfahren 2 BvL 14/02 hat der Zweite Senat genau jene Norm geprüft, die heute für Bitcoin relevant ist: §23 EStG. Das Gericht entschied, dass eine echte Rückwirkung bei belastenden Steuern grundsätzlich unzulässig ist. Bei unechter Rückwirkung muss der Gesetzgeber dem Vertrauensschutz hinreichend Rechnung tragen.

Konkret: Wertsteigerungen, die bis zur Verkündung des neuen Gesetzes entstanden sind und unter dem alten Recht steuerfrei realisierbar gewesen wären, dürfen rückwirkend nicht erfasst werden. Auf Bitcoin übertragen heißt das: Wer vor der Gesetzesverkündung gekauft und die einjährige Haltefrist überschritten hat, müsste im Vertrauensschutz stehen.

Auch die Investmentsteuerreform 2018 lief nach diesem Muster, Aktien und Fonds vor 2009 blieben dauerhaft steuerlich begünstigt. Österreich wählte 2022 die gleiche Logik mit einer Stichtag-Regelung. Eine vollständig rückwirkende Besteuerung wäre damit verfassungsrechtlich angreifbar. Ein klar geregelter Bitcoin Bestandsschutz für Altbestände wäre der saubere Weg, der politische und verfassungsrechtliche Erfordernisse zugleich erfüllt.

Die einjährige Haltefrist war über Jahre ein bewusster Anreiz für langfristiges Sparen, kein Steuerschlupfloch. Wer Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine Geldwahlentscheidung gegen ein elastisches Fiat-System. Die strukturelle Knappheit der 21 Mio. Einheiten bleibt davon unberührt.

Was sich politisch ändern kann, ist der nationale Steuerrahmen. Was sich verfassungsrechtlich nicht ändern kann, ist der Schutz von Vermögensdispositionen, die unter geltendem Recht getroffen wurden.

Wir berichteten über Bitcoin Käufe vor 2027 und den Bestandsschutz als Schlüsselfrage der Reform.

Bitcoin Makro Indikator: Kupfer-Gold-Verhältnis dreht vom Mehrjahres-Tief

Bitcoin Makro Indikator: Kupfer-Gold-Verhältnis dreht vom Mehrjahres-Tief

Ein viraler TradingView-Chart bringt einen alten Bitcoin Makro Indikator zurück ins Gespräch. Das Kupfer-Gold-Verhältnis dreht im Mai 2026 aus einem Mehrjahres-Tief, der MACD zeigt erstmals seit 2021 wieder einen bullischen Crossover. Drei vorherige Crossover seit 2013 lagen jeweils vor starken Bitcoin-Anstiegen.

Vier MACD-Crossover seit 2013 im Kupfer-Gold-Verhältnis

Der virale TradingView-Chart von Cantonese Cat zeigt vier markierte MACD-Crossover im Kupfer-Gold-Verhältnis seit 2013. Die ersten drei datieren aus 2013, 2017 und 2021, der vierte aus dem Mai 2026. Im selben Zeitraum lief das Kupfer-Gold-Verhältnis langfristig nach unten und befindet sich aktuell mit rund 0,00136 nahe dem Tief der letzten zwei Jahrzehnte.

Im späten 2025 lag der Wert bei 0,00116, dem niedrigsten Stand seit über 20 Jahren. Daten zur Kupfer-Preisentwicklung stellt die Federal Reserve Bank of St. Louis öffentlich zur Verfügung.

Bitcoin Kupfer Korrelation

Quelle: X

Bitcoin handelt aktuell um 80.733 US-Dollar, rund 37 Prozent unter dem Oktober-2025-Allzeithoch von 126.198 US-Dollar. Die Markierungen im Chart suggerieren ein wiederkehrendes Muster zwischen Crossover und Bitcoin-Anstieg.

Bitcoin Makro Indikator: Was die vier markierten Bullish Crosses zeigen

Das Kupfer-Gold-Verhältnis ist als Indikator für Risikoneigung etabliert. Kupfer als Industrierohstoff steigt typischerweise in Phasen wirtschaftlicher Expansion, Gold profitiert in defensiven Phasen. Ein steigendes Verhältnis signalisiert wachsende Risikoneigung, ein fallendes Verhältnis Vorsicht. Goldman Sachs hat Bitcoin in einer 2021er Analyse als digitales Kupfer charakterisiert, das auf Wachstumserwartungen reagiert.

Macro-Investoren wie Stanley Druckenmiller und Jeffrey Gundlach nutzen das Verhältnis seit Jahren als Frühindikator für globale Wirtschaftszyklen. Eine 2025 im Journal of Alternative Investments veröffentlichte Stanford-Studie identifizierte drei Phasen, in denen Bewegungen im Kupfer-Gold-Verhältnis Bitcoin-Trends mit drei bis sechs Monaten Vorlauf vorausgingen.

Der Bitcoin Makro Indikator wirkt damit nicht über einen mechanischen Zusammenhang, sondern über die strukturelle Logik, dass beide Assets von Liquidität und Risikoneigung profitieren.

Crossover Mai 2026: Erstmals seit Jahren wieder bullish

Der aktuelle Crossover im Mai 2026 ist der erste seit dem 2021er Signal. Vier Datenpunkte über 13 Jahre sind allerdings keine statistisch belastbare Grundlage für eine Prognose. Die Schwäche des Modells zeigt das Jahr 2022: Während Bitcoin von 69.000 US-Dollar auf rund 15.500 US-Dollar einbrach, fiel auch das Kupfer-Gold-Verhältnis. Der Indikator hat den Crash also nicht antizipiert, sondern parallel mitgemacht.

Hinzu kommt eine aktuelle Verzerrungsquelle: Goldman Sachs Research erwartet für Mitte 2026 einen 15-Prozent-Zoll der USA auf raffiniertes Kupfer. Eine durch Zölle ausgelöste Kupfer-Preissteigerung hätte mit globaler Wachstumserwartung wenig zu tun, würde das Verhältnis aber dennoch nach oben treiben.

Wer den Bitcoin Makro Indikator nüchtern liest, sieht eine Trendumkehr aus dem Tief mit potenziell verzerrten Daten. Wer Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine Geldwahlentscheidung gegen ein elastisches Fiat-System.

Die strukturelle Knappheit der 21 Mio. Einheiten bleibt davon unberührt, unabhängig vom makroökonomischen Umfeld. Was sich verändern kann, ist das Umfeld, das Bitcoin am Markt bewertet. Was sich nicht verändert, ist die programmatische Endlichkeit des Angebots.

Genau diese Unabhängigkeit von einzelnen Indikatoren ist das eigentliche Argument für hartes Geld.

Wir berichteten über das Bitcoin Makro Signal aus US- und China-Anleihen und seinen vierten Crossover.

Bitpanda gegen Klingbeil: Demuth nennt deutsche Krypto Steuerpläne extrem dumm

Bitpanda gegen Klingbeil: Demuth nennt deutsche Krypto Steuerpläne extrem dumm

Bitpanda gegen Klingbeil: Eric Demuth, Mitgründer der österreichischen Krypto-Plattform, hat Klingbeils Steuerpläne öffentlich als „extrem dumme Entscheidung” bezeichnet. Hintergrund ist die Erfahrung aus Österreich, das die Krypto-Haltefrist bereits 2022 abgeschafft hat. Die dortigen Steuereinnahmen blieben weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.

Klingbeil verspricht 2 Milliarden Euro durch Krypto Steuer im Haushalt 2027

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat am 29. April 2026 auf der Bundespressekonferenz die geplante Anpassung der Krypto-Besteuerung im Eckwertebeschluss zum Haushalt 2027 bestätigt. Zusammen mit der Bekämpfung von Finanz- und Steuerkriminalität soll die Reform rund 2 Mrd. Euro pro Jahr einbringen.

Details bleiben bis zur Etatreife Anfang Juli 2026 offen. Die naheliegendste Form ist die Abschaffung der einjährigen Haltefrist nach §23 EStG, nach der Bitcoin-Gewinne nach zwölf Monaten steuerfrei sind. Eine nachvollziehbare Hochrechnung der Mehreinnahmen liefert die Bundesregierung bisher nicht.

Bitpanda gegen Klingbeil: Mitgründer kontert mit klarer Position

Eric Demuth, Mitgründer der Krypto-Plattform Bitpanda, hat sich am 12. März 2026 auf X mit deutlichen Worten gegen die deutschen Pläne positioniert. Bitpanda ist Krypto-Anbieter mit Sitz in Wien und führt seit Januar 2024 die österreichische Kapitalertragsteuer auf Krypto-Gewinne automatisch ab.

Die Grundlage dafür ist im Steuerinformationsbereich des österreichischen Finanzministeriums dokumentiert. Das Unternehmen hat ein erkennbares Geschäftsinteresse am deutschen Markt und spendete im Bundestagswahlkampf 2025 rund 1,7 Mio. Euro an verschiedene Parteien.

Demuth schrieb am 12. März 2026 auf X:

Die Abschaffung der Haltefrist in Österreich war eine extrem dumme Entscheidung. Die Idee wurde damals massiv von Krypto-Tax-Startups und deren Consulting-Umfeld gepusht, die Politiker mit Fantasiezahlen und hohen Steuereinnahmen geblendet haben, um ihr eigenes Geschäftsmodell zu stärken.

Die Positionierung von Bitpanda gegen Klingbeil ist damit nicht nur eine politische Position, sondern eine Branchen-Stellungnahme aus erster Hand. Die operative Umsetzung der KESt-Pflicht habe bei Bitpanda erhebliche Ressourcen gebunden und andere Produktentwicklungen verzögert.

Demuth zerlegt das 2 Milliarden Euro Versprechen mit Wiener Daten

Aus einer parlamentarischen Anfrage des österreichischen NEOS-Abgeordneten Christoph Pramhofer geht hervor, dass Österreich 2024 lediglich 33,8 Mio. Euro durch die Krypto-KESt eingenommen hat. Das entspricht rund 0,57 Prozent des gesamten österreichischen KESt-Aufkommens.

Die ursprüngliche Erwartung der österreichischen Regierung lag bei bis zu 300 Mio. Euro pro Jahr. Hochgerechnet auf die deutsche Marktgröße ergäbe das rund 100 Mio. Euro, weit entfernt von Klingbeils 2 Mrd. Euro. Damit verschiebt sich der Streit Bitpanda gegen Klingbeil von Rhetorik zu empirischer Argumentation. Bezeichnend ist, dass 2024 ein Bullenmarktjahr war, in dem überdurchschnittlich viele Gewinne realisiert wurden.

In schwächeren Marktphasen liegen Steuereinnahmen aus Krypto-Gewinnen noch niedriger. Die einjährige Haltefrist war über Jahre ein bewusster Anreiz für langfristiges Sparen, kein Steuerschlupfloch. Wer Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine Geldwahlentscheidung gegen ein elastisches Fiat-System.

Ein Steuersystem, das diesen Anreiz beseitigt, verschiebt die Beweislast zurück zum Halter und erhöht die Zeitkosten der Verwahrung, ohne die strukturelle Knappheit der 21 Mio. Einheiten zu verändern. Der Streit um die Haltefrist ist damit nicht nur fiskalisch, sondern eine Frage der Anreize, die das Steuerrecht setzt, und der Versprechen, die empirisch belegbar sein müssen.

Wir berichteten über die offizielle Ankündigung der Krypto-Steuerreform durch Klingbeil.

Bitcoin Haltefrist Aus: Merz kontert Klingbeil und beruft sich auf den Koalitionsvertrag

Bitcoin Haltefrist Aus: Merz kontert Klingbeil und beruft sich auf den Koalitionsvertrag

Das mögliche Bitcoin Haltefrist Aus stößt innerhalb der eigenen Koalition auf Widerstand. Bundeskanzler Friedrich Merz hat öffentlich erklärt, der Koalitionsvertrag schließe Steuererhöhungen aus. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat trotzdem Eckwerte beschlossen, die genau eine solche Anpassung vorsehen.

Klingbeil kündigt Krypto Steuerreform für Haushalt 2027 an

Auf der Bundespressekonferenz am 29. April 2026 hat Klingbeil bestätigt, dass die Bundesregierung die Besteuerung von Kryptowährungen ändern will. Konkret geht es um eine Anpassung im Eckwertebeschluss zum Bundeshaushalt 2027, den das Kabinett am gleichen Tag verabschiedet hat.

Zusammen mit der Bekämpfung von Finanz- und Steuerkriminalität soll die neue Krypto-Besteuerung rund 2 Mrd. Euro pro Jahr einbringen. Die offizielle Position der Bundesregierung ist auf der Webseite zum Kabinettsbeschluss dokumentiert.

Details zur konkreten Ausgestaltung will Klingbeil erst zur Etatreife Anfang Juli 2026 vorlegen. Ob die einjährige Haltefrist nach §23 EStG vollständig abgeschafft oder nur eingeschränkt wird, bleibt damit zunächst offen. Das Bitcoin Haltefrist Aus wäre die naheliegendste Form, um die angepeilten Mehreinnahmen zu generieren.

Merz beruft sich öffentlich auf den Koalitionsvertrag

Friedrich Merz hat in einer öffentlichen Stellungnahme zum Eckwertebeschluss erklärt:

Wir haben einen Koalitionsvertrag und wir haben uns in diesem Koalitionsvertrag darauf verständigt, dass die Steuern nicht erhöht werden. Und dieser Koalitionsvertrag gilt.

Diese Aussage steht in deutlichem Spannungsverhältnis zu Klingbeils Plänen. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD ist eine Anpassung der Krypto-Haltefrist nicht vereinbart. Die CDU/CSU-Fraktion verweist zudem auf die steuerliche Systematik nach §23 EStG. Bitcoin wird darin gleich behandelt wie Gold, Fremdwährungen und sonstige Wirtschaftsgüter im Privatvermögen. Eine isolierte Abschaffung allein für Bitcoin würde diese Systematik durchbrechen, ohne Verankerung im Koalitionsvertrag.

CDU CSU Fraktion sieht keinen Anlass zur Änderung der Haltefrist

Olav Gutting, finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, hat die Position der Union klar formuliert. Aus Sicht der Fraktion bestehe kein Anlass, an der bewährten Regelung etwas zu ändern.

Damit wird die Mehrheitsfrage zur entscheidenden politischen Hürde. Ohne die Stimmen der CDU/CSU-Fraktion lässt sich Klingbeils Reform im Bundestag nicht durchsetzen, auch die AfD positioniert sich klar gegen das Bitcoin Haltefrist Aus. Hinter den Kulissen sollen sich Merz und Klingbeil laut Berichten dennoch auf eine Reform verständigt haben.

Das Bitcoin Haltefrist Aus berührt damit nicht nur Steuerpolitik, sondern auch die Glaubwürdigkeit von Wahlversprechen. Wer Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine bewusste Geldwahlentscheidung gegen ein elastisches Fiat-System. Die einjährige Haltefrist war über Jahre ein bewusster Anreiz für langfristiges Sparen, kein Schlupfloch.

Ein Steuersystem, das diesen Anreiz beseitigt, verschiebt die Beweislast zurück zum Halter und erhöht die Zeitkosten der Verwahrung. In einem Geldsystem mit fester Obergrenze von 21 Mio. Einheiten bleibt die strukturelle Knappheit unverändert, unabhängig davon, wie der nationale Steuerrahmen aussieht. Was sich verändert, ist die Verteilung dieser Knappheit zwischen den Haltern.

Wir berichteten über die offizielle Ankündigung der Krypto-Steuerreform durch Klingbeil.