Bitcoin Quantenrisiko: 30,2 Prozent des Angebots zeigen sichtbare Schlüssel

Bitcoin Quantenrisiko: 30,2 Prozent des Angebots zeigen sichtbare Schlüssel

Eine neue Analyse beziffert das Bitcoin Quantenrisiko genauer. Nach Daten der Analysefirma Glassnode zeigen 6,04 Mio. BTC, also 30,2 Prozent des ausgegebenen Angebots, einen bereits sichtbaren öffentlichen Schlüssel. Die übrigen 13,99 Mio. BTC bleiben im Ruhezustand verdeckt.

Bitcoin Quantenrisiko: 6,04 Mio. BTC mit sichtbarem Public Key

Der Punkt ist technisch, aber entscheidend. Viele Bitcoin-Adressen verbergen den öffentlichen Schlüssel zunächst hinter einer Hash-Funktion. Erst wenn von einer Adresse Coins ausgegeben werden, wird dieser Schlüssel auf der Blockchain sichtbar.

Für heutige Rechner ist das kein praktisches Problem. Für einen ausreichend leistungsfähigen Quantencomputer könnte ein offenliegender Schlüssel jedoch zur Schwachstelle werden, weil sich daraus theoretisch der private Schlüssel ableiten ließe.

Wie hoch die exponierte Menge ist, weist Glassnode in einem Bericht vom 20. Mai. Maschinen, die einen solchen Angriff durchführen könnten, existieren bislang nicht.

30,2 Prozent exponiert: Bitcoin Quantenrisiko in Zahlen

Glassnode trennt die exponierte Menge in zwei Kategorien. Die strukturelle Exponierung umfasst 1,92 Mio. BTC oder 9,6 Prozent und betrifft Adresstypen, die den Schlüssel bauformbedingt offenlegen. Den größeren Teil macht die operative Exponierung aus: 4,12 Mio. BTC oder 20,6 Prozent, entstanden durch Adressrecycling, Teilausgaben oder Verwahrverhalten.

Allein börsenbezogene Bestände stehen dabei für 1,63 Mio. BTC. Damit liegt der überwiegende Anteil des gemessenen Bitcoin Quantenrisikos nicht in der Konstruktion des Protokolls, sondern im Umgang mit den Coins. Wallet-Hygiene und Verwahrpraxis bestimmen, wie groß die sichtbare Angriffsfläche tatsächlich ist.

Bitcoin Quantenrisiko: Glassnode liefert eine Datenlinse, keine Prognose

Glassnode ordnet das Quantenrisiko zugleich ein und betont, dass die Auswertung keine Aussage darüber trifft, ob oder wann praktische Quantenangriffe möglich werden. Sie ist als Datenlinse gedacht, nicht als Prognose und nicht als Urteil über einen einzelnen Verwahrer. Damit verschiebt sich der Blick vom Schreckensbild zur nüchternen Bestandsaufnahme.

Für die Einordnung folgt daraus zweierlei. Der größere Teil des Bitcoin Quantenrisikos ist Verhaltenssache und lässt sich durch saubere Adressnutzung und Selbstverwahrung verringern. Der strukturelle Rest verlangt mittelfristig eine Umstellung auf quantenresistente Signaturen, die nur über einen breit abgestimmten Prozess gelingen kann. Genau das fällt Bitcoin schwerer als zentral gesteuerten Netzwerken, weil Änderungen die Zustimmung vieler unabhängiger Teilnehmer brauchen.

Diese Langsamkeit schützt vor übereilten Eingriffen, kostet bei einem kryptografischen Umbruch aber Zeit. Unberührt bleibt das eigentliche Fundament: Die Obergrenze von 21 Mio. Einheiten und die Knappheit von Bitcoin hängen nicht daran, welcher Signaturtyp die Coins absichert.

Wir berichteten über das anstehende Bitcoin Quantencomputer Upgrade und die Migrationsfrage https://krypto-guru.de/news/bitcoin-quantencomputer-upgrade-google/

 

Bitcoin Klimaneutralität: Wie Mining überschüssige Energie nutzbar macht

Bitcoin Klimaneutralität: Wie Mining überschüssige Energie nutzbar macht

Bitcoin Klimaneutralität ist eines der umstrittensten Themen in der öffentlichen Debatte um Proof-of-Work. Kritiker stellen den Energieverbrauch des Netzwerks als Belastung dar, doch ein Blick in die Praxis zeigt ein anderes Bild: Mining greift dort auf Strom zurück, wo dieser ohnehin verloren ginge. Damit verschiebt sich die Frage von „Wie viel Energie verbraucht Bitcoin?” zu „Welche Energie wird überhaupt verbraucht?”.

Stranded Energy als ökonomisches Problem

Stranded Energy bezeichnet Energie, die zwar produziert werden kann, aber keinen wirtschaftlich tragfähigen Abnehmer findet. Das betrifft entlegene Wasserkraftwerke, Erdgasvorkommen weit von Pipelines entfernt oder Solar- und Windparks ohne ausreichende Netzanbindung. Ohne lokale Nachfrage oder Übertragungsinfrastruktur verfällt diese Energie ungenutzt oder wird abgefackelt.

Die Internationale Energieagentur beziffert die globale Abregelung erneuerbarer Energie für 2023 auf rund 1.300 Terawattstunden, also mehr als den gesamten Jahresverbrauch Japans. Daneben werden Milliarden Kubikmeter Erdgas weltweit jährlich an Bohrinseln abgefackelt, weil ein Transport unwirtschaftlich wäre.

Stranded Energy ist also kein technisches Randproblem, sondern ein systemischer Verlust in der globalen Energiewirtschaft. Genau hier setzt die Debatte um Bitcoin Klimaneutralität an: Wer ungenutzte Energie verwertet, verursacht keine zusätzlichen Emissionen, sondern nutzt bestehende Verluste.

Warum erneuerbare Überschüsse verloren gehen

Erneuerbare Energiequellen liefern unregelmäßig. Wind weht nicht auf Bestellung, die Sonne scheint zeitweise stärker, als das Netz aufnehmen kann. Wenn ein Stromnetz mehr Energie aufnimmt als es transportieren oder speichern kann, müssen Erzeuger ihre Anlagen drosseln, also Strom künstlich vernichten. Dieser Vorgang heißt Curtailment.

In Deutschland werden so jährlich mehrere Terawattstunden Windstrom abgeregelt, in China wurde während der Regenzeit ein erheblicher Teil der Wasserkraft in Sichuan ungenutzt gelassen. Eine ausführliche Erklärung zum Energieverbrauch im Proof-of-Work-Modell findet sich auf River Learn.

Speicherlösungen wie Batterien sind teuer und nur in begrenztem Umfang verfügbar, sodass Überschüsse häufig schlicht verschwendet werden. Das eigentliche Problem ist nicht zu wenig erneuerbare Energie, sondern fehlende Abnehmer zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Bitcoin Mining als flexibler Energieabnehmer

Bitcoin-Mining hat drei Eigenschaften, die es zum idealen Abnehmer von Stranded Energy machen: Mining ist standortunabhängig, skalierbar und unterbrechbar. Eine Mining-Anlage kann an einem entlegenen Wasserkraftwerk genauso betrieben werden wie an einer Erdgasquelle in Texas oder einer Geothermiequelle in Island. Die Hardware lässt sich in Containern liefern, die Last kann in Minuten hoch- und heruntergefahren werden.

Genau diese Flexibilität nutzen Unternehmen wie Crusoe Energy, die nach eigenen Angaben 2023 rund 680.000 Tonnen Treibhausgasemissionen vermieden haben, indem sie Erdgas direkt vor Ort in Strom für Mining verwandelten, statt es abzufackeln. In Bhutan und El Salvador läuft Mining auf Wasserkraft und Geothermie, in West-Texas auf gestrandetem Wind- und Solarstrom.

Der Cambridge-Report weist für 2025 einen Anteil von 52,4 Prozent erneuerbarer Energien im globalen Mining aus, bei nur etwa 0,08 Prozent Anteil an den globalen CO2-Emissionen. Damit lässt sich Bitcoin Klimaneutralität nüchtern einordnen. Mining erschließt Energiequellen, die sonst keinen Markt finden, und verwandelt einen Verlust in eine wirtschaftliche Aktivität.

Aus Sicht der Österreichischen Schule ist das ein Lehrbuchbeispiel für spontane Ordnung im Sinne Hayeks: Niemand plant zentral die Erschließung von Stranded Energy, doch der Anreiz, Mining-Erträge zu maximieren, treibt die dezentrale Suche nach billigstem Strom an.

Saifedean Ammous beschreibt Bitcoin als Hard Money, dessen feste Knappheit den Anreiz erzeugt, jede verfügbare Energieeinheit produktiv einzusetzen. Wichtig bleibt die Trennung von Theorie und Praxis: Vollständige Klimaneutralität ist ein Zielzustand, kein gegenwärtiger Stand.

Solange ein Teil der Hashrate weiterhin auf Erdgas und Kohle läuft, bleibt die CO2-Bilanz positiv, wenn auch im einstelligen Promillebereich der globalen Emissionen. Was sich strukturell zeigt: Bitcoin Mining überschüssige Energie zu verwerten, ist kein Zufall, sondern ökonomische Konsequenz der Geldordnung selbst.

Im vorherigen Bildungsartikel berichteten wir über die Kardaschow-Skala und den Zusammenhang zwischen Geld und Energiewachstum.

Mark Cuban Bitcoin Verkauf: Milliardär trennt sich vom Großteil seiner Bestände

Mark Cuban Bitcoin Verkauf: Milliardär trennt sich vom Großteil seiner Bestände

Der Investor Mark Cuban hat seine Bitcoin-Bestände nach eigenen Angaben weitgehend verkauft. In einem Interview erklärte der Milliardär und frühere Eigentümer der Dallas Mavericks, Bitcoin habe den Faden verloren und erfülle seine frühere Erwartung nicht mehr. Der Schritt fällt auf, weil Cuban lange zu den prominenten Befürwortern digitaler Vermögenswerte zählte.

Mark Cuban Bitcoin: Milliardär verkauft Großteil seiner Bestände

Cuban gehörte über Jahre zu den Investoren, die Bitcoin offen zugesprochen haben. Sein Portfolio war zuletzt nach Berichten zu rund 60 Prozent in Bitcoin gewichtet, und davon hat er nun den Großteil veräußert. Begründet wird der Verkauf nicht mit einem technischen Defekt, sondern mit einer enttäuschten Erwartung an die Kursentwicklung.

Wichtig ist dabei die Trennung, die Cuban selbst zieht: Seine Kritik richtet sich gegen Bitcoin als Anlage, nicht gegen die gesamte Branche. Token und Meme-Münzen bezeichnete er im selben Interview als wertlos.

Der Mark Cuban Bitcoin Verkauf ist damit kein pauschales Urteil über digitale Vermögenswerte, sondern eine konkrete Abkehr von einer einzelnen Anlagethese.

Mark Cuban Bitcoin: Gold legt zu, Bitcoin gibt nach

Den Auslöser sieht Cuban im Verhalten der Kurse während des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Gold legte in dieser Phase deutlich zu, während Bitcoin nachgab. Genau hier habe sich für ihn die These vom besseren Gold nicht bestätigt. Das geht aus seinem Interview mit Front Office Sports hervor.

Bitcoin notiert aktuell um 77.600 US-Dollar und liegt damit rund 29 Prozent unter dem Vorjahresniveau sowie etwa 38 Prozent unter dem Allzeithoch von rund 126.000 US-Dollar. Festzuhalten ist, dass es sich um eine Bewertung über wenige Monate handelt.

Eine andere Auswertung kommt sogar zu dem Ergebnis, dass Bitcoin gegenüber Gold im fraglichen Zeitraum nicht schlechter abschnitt. Der Mark Cuban Bitcoin Verkauf beruht damit auf einer Lesart der kurzfristigen Kursbewegung, nicht auf einem strukturellen Befund.

Mark Cuban Bitcoin: Vom besseren Gold zur enttäuschten Absicherung

Aus dieser Perspektive wird verständlich, was sich verschoben hat. Cuban hatte Bitcoin als das knappere, bessere Gold betrachtet und erwartet, dass es in Krisen zuverlässig steigt. Diese Erwartung ist die eines Anlegers, der eine kurzfristige Absicherung sucht. Ein einzelner Verkauf, auch der eines bekannten Investors, entscheidet jedoch nicht über die langfristige Rolle von Bitcoin.

Die Spot-ETFs halten zusammen weiterhin über 100 Mrd. US-Dollar, der Ausstieg eines Einzelnen spiegelt das institutionelle Verhalten nicht wider. Der eigentliche Punkt liegt im Zeithorizont. Wer Bitcoin als Absicherung über wenige Monate misst, beurteilt ein Geld nach den Maßstäben eines Wertpapiers. Die Eigenschaft, die Bitcoin von staatlichem Geld unterscheidet, ist nicht der Kurs in einer einzelnen Krise, sondern das fest auf 21 Mio.

Einheiten begrenzte Angebot, das keine Stelle nachträglich ausweiten kann. Eine Absicherung gegen die Entwertung von Fiat-Geld ergibt sich aus dieser Knappheit über lange Zeiträume, nicht aus dem Gleichlauf mit Gold an einem bestimmten Stichtag. Der Mark Cuban Bitcoin Verkauf zeigt damit weniger über Bitcoin als über die Erwartung, die an es herangetragen wird.

Wir berichteten über Bitcoins Rolle als Wertspeicher und die Reihenfolge seiner Monetarisierung.

Bitcoin Haltefrist gerettet: Finanzausschuss lehnt Grünen-Antrag ab

Bitcoin Haltefrist gerettet: Finanzausschuss lehnt Grünen-Antrag ab

Die Bitcoin Haltefrist bleibt vorerst bestehen. Der Finanzausschuss des Bundestages hat den Gesetzentwurf von Bündnis 90/Die Grünen abgelehnt, der die einjährige Steuerfreiheit für privat gehaltene Kryptowerte streichen sollte. Für Bitcoin-Halter in Deutschland ändert sich damit zunächst nichts.

Grünen-Antrag zur Bitcoin Haltefrist scheitert an Union und AfD

Der Entwurf der Grünen mit der Drucksachennummer 21/5752 sah vor, Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin und anderen Kryptowerten unabhängig von der Haltedauer mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu besteuern. Die bisherige Bitcoin Haltefrist von zwölf Monaten wäre damit entfallen.

Im Finanzausschuss fand der Vorstoß jedoch keine Mehrheit. Die CDU/CSU-Fraktion argumentierte, der Entwurf hätte keine Gerechtigkeitslücke geschlossen, sondern eine neue geschaffen, da Kryptowerte anders behandelt worden wären als Edelmetalle oder Fremdwährungen.

Die AfD lehnte den Antrag mit dem Hinweis ab, der Staat solle sich auf seine Kernaufgaben beschränken statt neue Steuerquellen zu erschließen. Damit stand die Mehrheit gegen die Abschaffung der Steuerfreiheit fest.

Nur die Linksfraktion stützt die Abschaffung der Bitcoin Haltefrist

Unterstützung erhielten die Grünen allein von der Linksfraktion, die auf einen eigenen Antrag verwies. Die SPD teilt das Ziel einer stärkeren Besteuerung von Kryptowerten, will konkrete Schritte aber von den Vorschlägen des Bundesfinanzministers abhängig machen. Das geht aus der Kurzmeldung des Bundestages hervor.

Die Ablehnung im Ausschuss ist damit kein Schlusspunkt. Bundesfinanzminister Klingbeil hat bereits angekündigt, die Besteuerung von Kryptowerten im Rahmen des Haushalts 2027 zu ändern. Eine abgelehnte Vorlage ist kein verabschiedetes Gesetz, doch das politische Risiko für die Bitcoin Steuerfreiheit bleibt bestehen.

Bitcoin Haltefrist: 47,3 Mrd. Euro Gewinne bleiben überwiegend steuerfrei

Die Grünen stützten ihren Antrag auf eine Studie der Frankfurt School of Finance. Demnach erzielten deutsche Krypto-Anleger 2024 Gewinne von rund 47,3 Mrd. Euro, von denen knapp zwei Drittel dank der Haltefrist steuerfrei blieben. Die Fraktion bezifferte die möglichen Mehreinnahmen auf 11,4 Mrd. Euro, halbierte diese Zahl in der eigenen Kalkulation jedoch.

Solche Summen erklären, warum die Bitcoin Haltefrist ein wiederkehrendes Thema im Bundestag bleibt. Die einjährige Frist ist dabei keine zufällige Lücke, sondern ein bewusster Anreiz, Vermögen langfristig zu halten statt kurzfristig zu handeln. Wer Bitcoin über Jahre als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine bewusste Entscheidung gegen ein beliebig vermehrbares Geldsystem.

An der festen Obergrenze von 21 Mio. Einheiten ändert kein nationaler Steuerrahmen etwas, doch eine höhere Besteuerung verschiebt die Anreize zwischen kurzfristigem Handel und geduldigem Sparen. Für deutsche Anleger gilt damit weiterhin: Die Rechtslage ist unverändert, die politische Debatte aber nicht beendet.

Wir berichteten über den koalitionsinternen Streit um die Haltefrist zwischen Merz und Klingbeil.

Bitcoin als Energietreiber: Wie Mining erneuerbare Energien rentabel macht

Bitcoin als Energietreiber: Wie Mining erneuerbare Energien rentabel macht

Bitcoin als Energietreiber zu beschreiben mag zunächst paradox klingen, denn die öffentliche Debatte fokussiert meist auf den Stromverbrauch des Mining. Eine genauere ökonomische Betrachtung zeigt jedoch, dass Bitcoin Mining ein Anreizsystem schafft, das die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien deutlich verbessert. Energiequellen, die ohne Mining unrentabel oder ungenutzt blieben, werden durch die Existenz eines globalen, flexiblen Käufers wirtschaftlich verwertbar. Wer die Beziehung zwischen Bitcoin und erneuerbaren Energien verstehen will, sollte diese Anreizlogik genau betrachten.

Volatilität und Überschuss bei Wind und Solar

Wind- und Solarenergie haben einen strukturellen ökonomischen Nachteil, denn ihre Produktion ist volatil und zeitlich nicht steuerbar. In sonnenreichen oder windstarken Stunden wird oft mehr Strom produziert, als die regionale Nachfrage aufnehmen kann. Ein klassisches Beispiel ist West Texas, wo nach Daten von Lancium-Geschäftsführer Shaun Connell im Jahr 2020 zwischen 10 und 20 Prozent aller Stunden negative Strompreise auftraten.

Negative Preise bedeuten, dass Erzeuger zahlen müssen, damit ihr Strom überhaupt abgenommen wird. Hinzu kommt die geographische Lücke, denn West Texas verfügt über etwa 34 Gigawatt Erzeugungskapazität, aber nur 5 Gigawatt regionale Nachfrage und 12 Gigawatt Übertragungskapazität ins übrige Netz.

Damit bleibt ein erheblicher Teil der erneuerbaren Energie ungenutzt, was als Curtailment bezeichnet wird. Wer in solchen Regionen erneuerbare Erzeugung ausbauen will, scheitert oft an der Frage, wie der Überschuss-Strom rentabel verwertet werden kann.

Bitcoin als Energietreiber für unrentable Quellen

Genau hier setzt die Funktion von Bitcoin als Energietreiber an. Mining-Operationen sind hochflexibel, denn sie können innerhalb von Sekunden hoch- und runtergefahren werden, sobald ihre wirtschaftliche Grundlage es erfordert. Bei Strompreisen unter dem Mining-Break-Even kaufen sie Energie, bei Spitzenpreisen schalten sie ab und profitieren teilweise zusätzlich von Demand-Response-Programmen, die ihnen für das Abschalten Ausgleichszahlungen leisten.

Eine empirische Analyse dieses Effekts in Texas haben Nic Carter und Shaun Connell im Bitcoin Magazine veröffentlicht. Sie zeigen, dass Bitcoin und erneuerbare Energien in einer komplementären Beziehung stehen, weil Mining genau die Last bringt, die volatile Erzeugung benötigt.

Damit wird ein vorher unrentables Solar- oder Windprojekt durch die zusätzliche Mining-Nachfrage rentabel. Investoren erhalten eine deutlich verbesserte Kalkulationsgrundlage, was den Ausbau weiter beschleunigt.

Mining als Käufer letzter Instanz

Im Kern wirken Bitcoin-Miner als Käufer letzter Instanz für Energie, die sonst keinen direkten Markt findet. Diese Funktion betrifft drei Hauptkategorien gestrandeter Energie. Erstens regional, also abgelegene Wasserkraft- oder Geothermie-Projekte ohne Anschluss an Verbrauchszentren. Zweitens zeitlich, also Wind- und Solarspitzen außerhalb der Lastnachfrage.

Drittens prozessbedingt, also Erdgas an Ölfeldern, das ohne Pipeline-Anschluss verbrannt würde. In allen drei Fällen verbessert die Mining-Nachfrage die ökonomische Bilanz der Energieerzeugung erheblich.

Konkrete Beispiele finden sich weltweit, von Wasserkraft in Paraguay und Bhutan über Geothermie in Island und El Salvador bis zu Solar- und Wind-Operationen in West Texas. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass dieser Effekt nicht aus politischer Subvention oder ideologischer Motivation entsteht, sondern aus reiner Marktlogik.

Ludwig von Mises hat genau diesen Mechanismus beschrieben, wenn er erklärt, dass Marktpreise als Signale wirken und Ressourcen ihrer effizientesten Verwendung zuführen. Bitcoin Mining verstärkt diese Signale, weil es Energiepreise auf einem globalen Markt mit klaren Bedingungen erfasst. Wichtig bleibt jedoch die saubere Trennung zwischen Theorie und Praxis, denn nicht jedes Mining-Projekt nutzt Erneuerbare und der Übergang zu sauberer Energie ist nicht automatisch oder vollständig.

Aktuelle Schätzungen sehen den Anteil erneuerbarer Energie im Bitcoin Mining bei etwa 50 bis 60 Prozent, mit klar steigender Tendenz seit dem China-Verbot 2021. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass die Verbindung zwischen Bitcoin und erneuerbaren Energien nicht zufällig ist, sondern aus dem Zusammentreffen einer flexiblen, globalen Nachfrage mit volatilen, lokalen Erzeugungsformen entsteht. So fügt sich Bitcoin als Energietreiber in die Logik der Österreichischen Schule, weil es den Markt überall dort schafft, wo Energie sonst ungenutzt bliebe.

Im letzten Bildungsartikel berichteten wir über die Bitcoin Kardaschow Skala und die These, wie Geld den zivilisatorischen Energieausbau verursachen kann.

Nostr VPN Release: Bitcoin-Pionier Martti Malmi veröffentlicht dezentrales Mesh-Netzwerk

Nostr VPN Release: Bitcoin-Pionier Martti Malmi veröffentlicht dezentrales Mesh-Netzwerk

Mit dem jüngsten Nostr VPN Release hat Martti Malmi eine neue Version seines dezentralen Mesh-Netzwerks veröffentlicht. Das Werkzeug ersetzt die zentralen Server klassischer VPN-Dienste durch ein selbstorganisiertes Netz aus gleichberechtigten Knoten. Malmi gehörte zu den ersten Entwicklern, die in der Anfangszeit direkt mit Satoshi Nakamoto an Bitcoin arbeiteten.

Nostr VPN Release: Martti Malmi war einer der ersten Mitstreiter von Satoshi

Martti Malmi, in der frühen Bitcoin-Geschichte unter dem Namen Sirius bekannt, war zwischen 2009 und 2011 einer der wichtigsten Mitarbeiter von Satoshi Nakamoto. Er gestaltete die erste grafische Benutzeroberfläche von Bitcoin mit, verwaltete die Seite bitcoin.org und gründete das spätere Bitcoin-Forum Bitcointalk.

Außerdem empfing er eine der ersten Bitcoin-Transaktionen überhaupt. Der quelloffene Code des aktuellen Projekts liegt auf GitHub und ist in der Sprache Rust geschrieben. Das Nostr VPN Release bringt native Anwendungen für macOS, Linux, Windows und Android sowie ein erweitertes Routing innerhalb des Mesh-Netzwerks.

Nostr VPN Release: Das dezentrale VPN verzichtet auf jeden zentralen Server

Klassische VPN-Dienste leiten den gesamten Datenverkehr über einen zentralen Server, den ein Unternehmen betreibt. Dieser Server sieht die Daten, verlangt eine Registrierung und kann zur Herausgabe von Protokollen gezwungen werden. Das dezentrale VPN von Malmi entfernt diesen zentralen Punkt vollständig.

Die Identität eines Nutzers besteht aus einem selbst erzeugten Nostr-Schlüsselpaar ohne E-Mail und ohne Drittanbieter-Konto. Der öffentliche Schlüssel dient zugleich als Netzwerkadresse. Als Transportschicht dient ein selbstorganisiertes, verschlüsseltes Mesh namens FIPS, in dem sich die Knoten gegenseitig authentifizieren und den Datenverkehr füreinander weiterleiten.

Den vollständigen Quellcode stellt Malmi öffentlich bereit. 

Wie das dezentrale VPN die Kontrolle vom Anbieter zum Nutzer verschiebt

Der entscheidende Unterschied liegt in der Frage, wer die Kontrolle hält. Bei einem kommerziellen Anbieter ist der Nutzer auf dessen Vertrauenswürdigkeit angewiesen, denn der Betreiber kann Daten einsehen, speichern oder weitergeben.

Beim Nostr VPN Release ist der Nutzer selbst der Betreiber, weshalb kein Dritter Protokolle führen kann, die er gar nicht besitzt. Technisch wird die Verbindung durch zwei voneinander unabhängige Verschlüsselungsebenen abgesichert, und bei Verbindungsproblemen greift ein Routing über mehrere Knoten als Rückfallebene.

Diese Architektur überträgt ein Prinzip, das Bitcoin auf den Zahlungsverkehr angewandt hat, auf die Netzwerk-Infrastruktur: die Eliminierung vertrauenswürdiger Dritter, deren Vertrauen zugleich einen einzelnen Angriffs- und Kontrollpunkt darstellt. Einzuordnen bleibt, dass es sich um ein Nischenwerkzeug in aktiver Entwicklung handelt, nicht um ein fertiges Massenprodukt.

Vorhandene Infrastruktur ist nicht dasselbe wie verbreitete Nutzung. Der strukturelle Gedanke dahinter ist jedoch konsistent: Ein System mit festen Regeln, das ohne zentrale Instanz auskommt, ist nicht auf die Zustimmung eines Betreibers angewiesen, der es einschränken, überwachen oder abschalten könnte.

Wer einmal verstanden hat, warum ein Geld ohne vertrauenswürdige Dritte robuster ist, erkennt dasselbe Muster in der Kommunikation wieder.

Wir berichteten über das strukturelle Risiko zentraler Systeme in der Verwahrung.