Trump Finanz Deregulierung zielt auf Fed-Zugang für Nicht-Banken

Trump Finanz Deregulierung zielt auf Fed-Zugang für Nicht-Banken

Die Trump Finanz Deregulierung hat mit einem Dekret vom 19. Mai 2026 einen neuen Schwerpunkt erhalten. Im Zentrum steht die Frage, ob Nicht-Banken künftig direkten Zugang zum Zahlungssystem der US-Notenbank erhalten. Das Dekret ordnet dazu mehrere Überprüfungen an, beschließt aber selbst keine neuen Regeln.

Trump Finanz Deregulierung: Sechs Bundesregulatoren sollen Fintech-Regeln überprüfen

Das Dekret weist die sechs großen US-Finanzaufsichtsbehörden an, ihre bestehenden Vorschriften zu überprüfen. Betroffen sind die Verbraucherschutzbehörde CFPB, die Börsenaufsicht SEC, die Aufsicht für Kreditgenossenschaften NCUA, die Terminmarktaufsicht CFTC, die Einlagensicherung FDIC und die Bankenaufsicht OCC. Ziel ist der Abbau von Vorschriften, die Fintech-Firmen den Markteintritt erschweren und nach Darstellung des Dekrets vor allem etablierte Anbieter schützen.

Besonders kleine und neue Unternehmen sollen leichteren Zugang zu Bank-Lizenzen und Einlagensicherung erhalten. Die Trump Finanz Deregulierung zielt damit auf eine Verschiebung der Wettbewerbsbedingungen im Finanzsektor.

Dekret setzt Fristen von 90 und 180 Tagen für die Regulatoren

Die Regulatoren haben 90 Tage Zeit für die Überprüfung und 180 Tage für erste Maßnahmen. Für die US-Notenbank gilt eine gesonderte Regelung. Die Federal Reserve wird gebeten, innerhalb von 120 Tagen zu prüfen, ob Nicht-Banken und unversicherte Verwahrinstitute direkten Zugang zu ihren Zahlungskonten erhalten können.

Ausdrücklich genannt werden dabei auch Firmen mit Aktivitäten im Bereich digitaler Vermögenswerte. Sprachlich besteht ein wichtiger Unterschied: Während die sechs Behörden angewiesen werden, wird die Notenbank lediglich gebeten.

Diese Formulierung ist kein Zufall, sondern Ausdruck der Unabhängigkeit der Federal Reserve, die der Präsident nicht direkt anweisen kann. Den vollständigen Text des Dekrets veröffentlicht das Weiße Haus auf seiner offiziellen Seite

Trump Finanz Deregulierung zielt auf Abbau von Markteintrittshürden

Der direkte Zugang zu den Zahlungskonten der Notenbank ist der entscheidende Hebel der Trump Finanz Deregulierung. Bislang müssen Nicht-Banken den Umweg über eine Korrespondenzbank nehmen, um am Zahlungsverkehr teilzunehmen. Ein direkter Zugang würde diese Abhängigkeit aufheben und langfristig auch für Bitcoin-Verwahrer oder Zahlungsdienstleister auf Basis des Lightning-Netzwerks relevant werden können.

Hier ist jedoch Genauigkeit geboten. Das Dekret nennt Bitcoin an keiner Stelle, sondern spricht durchgängig von digitalen Vermögenswerten als breiter Kategorie. Es handelt sich zudem nicht um ein Krypto Gesetz Trump, denn ein Gesetz müsste der Kongress verabschieden. Ein Dekret kann Behörden zu Prüfungen anweisen, schafft aber keine neuen Rechte, was der Text in den Schlussbestimmungen ausdrücklich festhält.

Ob aus dem Prüfauftrag ein veränderter Zugang wird, hängt vom Ergebnis der Berichte und vom Willen einer unabhängigen Notenbank ab. Genau hier zeigt sich ein Muster, das über dieses einzelne Dekret hinausweist. Bitcoin benötigt keine staatliche Genehmigung, um zu funktionieren.

Ein Geldsystem mit festen Regeln, das seit über 17 Jahren ohne Unterbrechung Blöcke produziert, ist nicht auf die Zustimmung einer Regierung angewiesen. Die Deregulierung kann den Zugang zur bestehenden Infrastruktur erleichtern, doch der eigentliche Wert eines dezentralen Geldes liegt in seiner Unabhängigkeit von politischen Ankündigungen.

Wir berichteten über das wiederkehrende Muster zwischen Trumps Rhetorik und der tatsächlichen Umsetzung.

Japan US-Anleihen Verkauf erreicht 29,6 Mrd. Dollar: Größter Quartalsverkauf seit 2022

Japan US-Anleihen Verkauf erreicht 29,6 Mrd. Dollar: Größter Quartalsverkauf seit 2022

Der Japan US-Anleihen Verkauf hat im ersten Quartal 2026 ein Volumen von 29,6 Mrd. US-Dollar erreicht. Das ist der größte Quartalsverkauf seit dem zweiten Quartal 2022. Auslöser sind steigende Renditen japanischer Staatsanleihen, die Kapital zurück ins Inland ziehen.

Japan verkauft im ersten Quartal 2026 US-Anleihen für 29,6 Mrd. Dollar

Japanische Investoren haben im ersten Quartal 2026 netto US-Staatsanleihen im Wert von 29,6 Mrd. US-Dollar abgestoßen. Damit bleibt Japan zwar mit rund 1,24 Bio. US-Dollar weiterhin der größte ausländische Halter amerikanischer Staatsschulden, doch die Richtung hat sich gedreht.

Der Verkauf erfolgte parallel zu einer abrupten Neubewertung der Zinserwartungen, nachdem die Energiepreise gestiegen waren. Die offiziellen Bestandsdaten veröffentlicht das US-Finanzministerium im Rahmen des Treasury International Capital System. Der Japan US-Anleihen Verkauf ist damit nicht nur ein einmaliges Ereignis, sondern Teil eines strukturellen Musters.

Größter Quartalsverkauf seit dem zweiten Quartal 2022

Die Bank of Japan hat ihre monatlichen Anleihekäufe von 5,7 Bio. Yen im August 2024 auf rund 2,9 Bio. Yen im ersten Quartal 2026 reduziert. Diese Halbierung der Nachfrage lässt die Renditen japanischer Staatsanleihen steigen. Gleichzeitig hat die Notenbank ihren Leitzins auf 0,75 Prozent angehoben, den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten.

Japanische Lebensversicherer und Pensionsfonds, die jahrelang im Inland keine Rendite fanden, können nun wieder zuhause verdienen, ohne Währungsrisiko einzugehen. Genau dieses Währungsrisiko machte US-Staatsanleihen lange unattraktiv, sobald die Absicherungskosten einberechnet wurden.

Dieser US-Anleihen Ausverkauf aus japanischer Hand ist damit eine logische Reaktion auf veränderte Renditeunterschiede, nicht auf Panik.

JGB-Renditen auf höchstem Stand seit 1997 ziehen Kapital zurück

Die zehnjährige japanische Staatsanleihe rentiert mit rund 2,8 Prozent auf dem höchsten Stand seit Mai 1997, die dreißigjährige überschritt erstmals seit 1999 die Marke von vier Prozent. Der Japan US-Anleihen Verkauf ist die direkte Folge dieser Entwicklung.

Drei Jahrzehnte lang funktionierte die globale Finanzarchitektur über den Yen-Carry-Trade: Investoren liehen sich billiges Geld in Japan und kauften höher rentierende Anlagen wie US-Staatsanleihen. Diese Mechanik kehrt sich nun um. Trotzdem waren japanische Institutionen über die letzten zwölf Monate netto noch Käufer von Auslandsanleihen, die Repatriierung läuft erst an.

Die steigenden Renditen sind dabei kein Zufall, sondern eine Korrekturmaßnahme gegen die Inflation, die das Fiat-System zuvor selbst erzeugt hat. Jahrelange Geldmengenausweitung wird jetzt durch höhere Zinsen abgebremst, was die Schuldenlast für alle Emittenten verteuert.

Der eigentliche Mechanismus liegt tiefer: Ein Staat, der in eigener Währung verschuldet ist, geht nie technisch bankrott, sondern entwertet seine Währung schrittweise. Das System funktioniert exakt wie konstruiert, doch die Kaufkraft jeder Einheit sinkt mit jedem Zyklus.

Das Monopol des US-Dollars als Weltreservewährung beruhte auf der konstanten Nachfrage ausländischer Halter. Wenn der größte davon seine Bestände reduziert, bröckelt dieses Monopol stückweise. Bitcoin steht dem als Geldordnung ohne Schuldenmechanik gegenüber, mit einem auf 21 Mio. Einheiten begrenzten Angebot ohne Verwässerung.

Wir berichteten über die strukturelle Logik der Fiat-Verschuldung.

Ripple (XRP) – War es das?

Während wir an den Aktienmärkten weiter steigende Kurse sehen, können wir dies im Kryptomarkt wohl kaum sagen. Bitcoin (BTC) konnte sich zwar deutlich erholen, Ripple (XRP) befindet sich aber weiterhin in einer Seitwärtsphase. Sogar unser Breakout war nicht erfolgreich. Müssen wir mit dem nächsten Crash rechnen?

In Kürze

  • XRP Chartanalyse
  • XRP Ausblick

XRP Chartanalyse

Quelle: Tradingview*

In der letzten Woche haben wir uns noch darüber unterhalten und nun ist es geschehen. Ripple (XRP) ist aus seinem Symetrical Triangle nach obenhin ausgebrochen und das sogar mit etwas mehr Volumen.

Leider hat dieser Move nur kurzzeitig gehalten und wir konnten nur mit einem Wick aus unserem Widerstand ausbrechen. Mittlerweile stehen wir sogar tiefer und müssen schauen, ob wir zurück in unserem Support kommen.

Derzeit traden wir bei ca. 1,37 USD und das Handelsvolumen ist wieder deutlich zurückgegangen. Wir hatten einen perfekten Fake-Move bekommen, welcher nun dafür sorgen könnte, dass wir weiter abverkauft werden.

Dies wäre für XRP nicht sonderlich gut, dann würde unser übergeordnetes bearishes Szenario in Kraft treten. Hierfür ist es jedoch noch etwas zu früh. Kurzfristig haben wir noch einen Wick bei ca. 1,10 USD, welcher sich der Markt erst einmal holen könnte.

XRP Ausblick

Quelle: Tradingview*

Übergeordnet hat sich jedoch leider ebenfalls nichts geändert. Wir befinden uns weiterhin in einer schwierigen Phase ohne anständige Akkumulation. Sollten wir von einem Boden ausgehen, bräuchten wir deutlich mehr Volumen.

Danach sieht es jedoch derzeit einfach nicht aus. Wir sehen kein Kaufinteresse in dieser Preiszone, sondern immer wieder Abverkäufe sobald wir etwas steigen. Dies ist vor allem daran ersichtlich, dass wir nach obenhin immer wieder Wicks hinterlassen.

In den ETFs ist es derzeit auch relativ ruhig. Zwar bekommen wir weiterhin Käufe, diese sind jedoch nicht so hoch, dass wir davon ausgehen können, dass XRP nun durch die Decke steigen wird.

Deshalb müssen wir auf einen nachhaltigen Move und mögliche positive geopolitische Änderungen warten, die den Kurs nachhaltig ansteigen lassen und uns endlich aus dieser Range verlassen können.

Klicke hier für die letzte Bitcoin & Ethereum Chartanalyse.

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Bitcoin Kardaschow Skala: Wie Geld das Energie-Wachstum verursacht

Bitcoin Kardaschow Skala: Wie Geld das Energie-Wachstum verursacht

Bitcoin Kardaschow Skala bezeichnet die Verbindung zwischen einem astronomischen Modell für zivilisatorischen Fortschritt und der Rolle, die Bitcoin als monetärer Anreiz für den Energieausbau spielen kann. Die Idee stammt von Dhruv Bansal, der in seiner Trilogie Bitcoin Astronomy einen unkonventionellen, aber konsistenten Bogen von Geldtheorie zu Zivilisations-Entwicklung schlägt. Sie ist spekulativ, doch sie liefert einen interessanten Rahmen für die Frage, welche zivilisatorische Wirkung ein hartes Geld mit fester Knappheit haben könnte. Wer Bitcoin in einem größeren historischen Maßstab verstehen will, sollte dieses Modell kennen.

Was die Kardaschow-Skala misst und ihre drei Stufen

Die Kardaschow-Skala ist ein 1964 vom sowjetischen Astrophysiker Nikolai Kardaschow vorgeschlagenes Klassifikationsschema für Zivilisationen. Sie bewertet den technischen Fortschritt einer Gesellschaft anhand ihres absoluten Energieverbrauchs. Kardaschow definierte drei Hauptstufen, die jeweils mehrere Größenordnungen voneinander entfernt liegen.

Eine Typ-I-Zivilisation nutzt die gesamte verfügbare Energie ihres Heimatplaneten, was etwa 10 hoch 17 Watt entspricht. Eine Typ-II-Zivilisation harvestet die Energie eines kompletten Sterns, beispielsweise durch eine hypothetische Dyson-Sphäre, mit etwa 10 hoch 26 Watt.

Eine Typ-III-Zivilisation kontrolliert die Energie einer ganzen Galaxie, bei rund 10 hoch 37 Watt. Diese Klassifikation diente Kardaschow ursprünglich dazu, mögliche Signale extraterrestrischer Zivilisationen einordnen zu können.

Energie als astronomischer Maßstab des Fortschritts

Carl Sagan erweiterte die Kardaschow-Skala später durch eine kontinuierliche Formel, die jede Energiemenge einer fraktionalen Skalenposition zuordnen kann. Nach dieser Formel liegt die Menschheit aktuell bei etwa Typ 0,72 oder 0,73, also weit unter Typ I. Konkret nutzen wir global etwa 10 hoch 13 Watt und müssten den Verbrauch um Faktor 10.000 steigern, um die erste Stufe zu erreichen.

Eine ausführliche Anwendung der Skala auf Bitcoin findet sich in Dhruv Bansals Essay Kardashev Money. Die zentrale Idee der Skala bleibt einfach, denn Energie wird als objektiv messbarer Indikator für technologische Reife verstanden.

Damit unterscheidet sich der Ansatz von BIP-orientierten oder kulturellen Maßstäben, weil Energie eine fundamentalere physikalische Größe ist. Astronomen nutzen die Skala unter anderem in der SETI-Forschung, also der Suche nach außerirdischen technischen Zivilisationen.

Wie Bitcoin in die Bitcoin Kardaschow Skala einordnet, vom Type 0,7 zur Type-I-Zivilisation

Bansal verbindet die Kardaschow-Skala mit Bitcoin in einer einfachen, aber weitreichenden These. Geld und gesellschaftlicher Energieverbrauch entwickeln sich nicht unabhängig voneinander, sondern Geld kann den Energieausbau aktiv vorantreiben.

Dhruv Bansal beschreibt es so:

Geld skaliert mit dem Energieverbrauch einer Gesellschaft. Aber Geld skaliert nicht nur als Reaktion auf den Energieverbrauch der Gesellschaft, es verursacht ihn. Blockchains höheren Typs heben Zivilisationen niedrigeren Typs auf der Kardaschow-Skala empor.

Bitcoin wirkt nach dieser Logik als globaler Anreiz, der Energieerzeuger weltweit motiviert, ihre Produktion auszubauen. Jede zusätzliche Kilowattstunde Strom kann durch Mining unmittelbar in Wert umgesetzt werden, was die Erschließung abgelegener oder bisher unwirtschaftlicher Energiequellen rentabel macht. Die Folie nennt eine spekulative Größenordnung von 200 Jahren, um die der Bitcoin Energie Ausbau den Weg zur Typ-I-Zivilisation verkürzen könnte.

Diese Zahl ist hypothetisch und nicht empirisch belegt, denn niemand kann mit Gewissheit prognostizieren, wie sich monetäre Anreize über Jahrhunderte auf den globalen Energieausbau auswirken. Wichtig bleibt deshalb die saubere Trennung zwischen Theorie und empirischem Befund, denn Bansals These ist plausibel innerhalb der Anreiz-Logik der Österreichischen Schule, aber sie bleibt eine Hypothese und kein nachgewiesenes Naturgesetz.

Auch die Annahme, dass Bitcoin tatsächlich die Funktion eines globalen Tauschmittels einnimmt, ist nicht selbstverständlich, weil das System heute primär als Wertspeicher fungiert. Trotzdem hat das Modell der Bitcoin Kardaschow Skala einen klaren analytischen Wert, denn es zeigt, dass Geldsysteme nicht neutral sind, sondern reale Anreize für die Verteilung knapper Ressourcen setzen.

Was bleibt, ist die Beobachtung, dass die Verbindung zwischen Geld und Energie nicht bei Bansal beginnt, sondern eine alte ökonomische Einsicht ist, denn jedes Geldsystem motiviert eine bestimmte Form von Produktion. Bitcoin in der Kardaschow-Skala zu denken ist damit nicht bloß Spekulation, sondern eine Methode, das Verhältnis von Geldordnung und zivilisatorischer Energieentwicklung systematisch zu betrachten.

Im letzten Bildungsartikel berichteten wir über die Bitcoin Mining Effizienz und die unsichtbaren Kosten des Fiat-Clusters.

Deutsche Anleihen Renditen erreichen 3,19 Prozent: Energiepreise als Auslöser, EZB-Fehlallokation als Ursache

Deutsche Anleihen Renditen erreichen 3,19 Prozent: Energiepreise als Auslöser, EZB-Fehlallokation als Ursache

Die deutschen Anleihen-Renditen haben am 18. Mai 2026 ein Niveau von 3,19 Prozent erreicht. Damit notiert die zehnjährige Bundesanleihe auf dem höchsten Stand seit Mai 2011. Mainstream-Kommentare verweisen auf den Iran-Konflikt und steigende Energiepreise, doch der Bewegung liegt eine tiefere Ursache zugrunde.

EZB hat acht Mal gesenkt, jetzt preisen Märkte drei Erhöhungen ein

Seit Juni 2024 hat die EZB ihren Leitzins acht Mal gesenkt, zuletzt auf 2,0 Prozent. Innerhalb weniger Wochen hat sich die Markterwartung vollständig gedreht. Investoren preisen aktuell drei EZB-Zinserhöhungen für 2026 ein, die erste mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent für Juni.

Diese scharfe Umkehr ist kein Versehen, sondern Symptom einer Geldpolitik, die auf Symptome statt auf Strukturen reagiert. Die Stop-and-Go-Mechanik zwischen Lockerung und Straffung wiederholt sich, was den Anleihenmarkt verunsichert. Die deutschen Anleihen-Renditen folgen dieser Logik, indem sie eine Risikoprämie auf zukünftige Inflation einpreisen.

Externe Schocks bringen die Inflation zurück auf die Tagesordnung, schaffen sie aber nicht

Der Brent-Ölpreis nähert sich seinem Vier-Jahres-Hoch, getrieben vom anhaltenden Iran-Konflikt und der unklaren Lage an der Straße von Hormus. Steigende Energiepreise schlagen direkt in die Verbraucherpreise durch und ziehen die Inflationserwartungen wieder nach oben. Mainstream-Medien fokussieren auf diesen Auslöser, weil er klar messbar und politisch unstrittig ist.

Ein Auslöser ist jedoch kein Erzeuger. Energiepreise verstärken bestehende Inflation, sie schaffen sie nicht aus dem Nichts. Wenn die Geldmenge in den vergangenen Jahren konstant geblieben wäre, würde ein Ölpreisanstieg lediglich zu relativen Preisverschiebungen führen, nicht zu allgemeiner Preissteigerung.

Die EZB-Fehlallokation der letzten Jahre wird durch den Iran-Konflikt nicht erzeugt, sondern lediglich sichtbar. Den aktuellen Renditestand der zehnjährigen Bundesanleihe dokumentiert die Bundesbank in ihrer Übersicht der Staatsanleihen des Euroraums. 

Deutsche Anleihen Renditen reagieren auf jahrelange Geldmengenausweitung und Stop-and-Go der EZB

Die EZB-Bilanz wuchs von rund 1,3 Bio. Euro im Jahr 2007 auf zeitweise 8,8 Bio. Euro und liegt aktuell bei rund 6 Bio. Euro. Die M3-Geldmenge der Eurozone hat sich im selben Zeitraum mehr als verdoppelt. Diese Geldmengenausweitung wirkt mit zeitlicher Verzögerung in die Realwirtschaft. Ein Teil der Inflation zeigte sich zunächst in Immobilien- und Aktienpreisen, ein Teil später in Verbraucherpreisen.

Die Schulden-zu-BIP-Quote der Eurozone steigt laut EU-Kommission bis 2027 auf 90,4 Prozent. Damit sind die Voraussetzungen für strukturell höhere Renditen angelegt, unabhängig vom Iran-Konflikt. Die deutschen Anleihen-Renditen spiegeln diese Lage durch eine höhere Risikoprämie wider. Wer 2020 eine zehnjährige Bundesanleihe bei null Prozent gekauft hat, hat real über 30 Prozent Kaufkraft verloren.

Die Annahme, Staatsanleihen seien risikofrei, basiert auf der Vorstellung, dass Emittenten in eigener Währung nicht ausfallen können. Sie können jedoch durch Geldentwertung defaulten. In einem Geldsystem, das auf permanenter Geldmengenausweitung beruht, ist Preisstabilität strukturell nicht erreichbar.

Bitcoin steht dem als programmatische Alternative gegenüber. Sein Angebot ist auf 21 Mio. Einheiten begrenzt und kann von keiner Institution erweitert werden. Wer Knappheit als Geld-Eigenschaft voraussetzt, hat eine kalkulierbare Alternative.

Wir berichteten über die strukturellen Schwächen der EZB-Inflationsmessung.

Bitcoin Mining Effizienz: Die unsichtbaren Kosten des Fiat-Clusters

Bitcoin Mining Effizienz: Die unsichtbaren Kosten des Fiat-Clusters

Bitcoin Mining Effizienz wird in der öffentlichen Debatte oft auf den absoluten Energieverbrauch reduziert. Diese Verkürzung greift jedoch zu kurz, denn jede ökonomische Aktivität verbraucht Energie, und ob dieser Verbrauch sinnvoll oder verschwenderisch ist, lässt sich nicht objektiv messen. Die Österreichische Schule liefert hier seit über 150 Jahren ein klares analytisches Werkzeug, nämlich die Subjektive Wertlehre. Wer Bitcoin verstehen will, sollte diese Perspektive kennen, denn sie verändert die Frage von einem absoluten Maßstab zu einer relativen Bewertung im Vergleich zum bestehenden Geldsystem.

Energie-Verschwendung als subjektive Bewertung

Verschwendung ist immer ein Werturteil, kein objektiver Befund. Wer ein Auto fährt, einen Computer benutzt oder ein Haus heizt, verbraucht Energie, und ob dieser Verbrauch gerechtfertigt ist, hängt allein davon ab, welchen Nutzen die Person daraus zieht. Genau diese Logik wendet die Bitcoin-Theorie auf das Mining an, denn die Marktteilnehmer, die Strom für Mining bezahlen, tun dies freiwillig.

Sie schätzen den Nutzen, den sie aus Bitcoin ziehen, höher ein als die Kosten der eingesetzten Energie. Wäre das nicht der Fall, würden sie ihre Hardware abschalten und ihren Strom anderweitig verwenden. Damit verschiebt sich die Frage von einer technischen zu einer ökonomischen, denn nur der Marktteilnehmer kann beurteilen, ob ein Energieeinsatz aus seiner Sicht sinnvoll ist.

Bitcoin Mining Effizienz im Licht der Subjektiven Wertlehre nach Menger und Mises

Die theoretische Grundlage dieser Sichtweise ist die Subjektive Wertlehre, die Carl Menger 1871 in seinen Grundsätzen der Volkswirtschaftslehre begründet hat. Menger zeigte, dass der Wert eines Gutes nicht in seinen objektiven Eigenschaften liegt, sondern in der subjektiven Einschätzung des Bewertenden.

Ludwig von Mises baute diese Theorie zu einer umfassenden Handlungslehre aus, in der jede wirtschaftliche Entscheidung als individueller Bewertungsakt verstanden wird. Bitcoin Mining Effizienz lässt sich aus dieser Perspektive nicht in Watt oder Joule messen, sondern nur am subjektiven Nutzen, den die Marktteilnehmer aus dem System ziehen.

Eine ausführliche Diskussion dieses Arguments und der Energie-Frage findet sich auf Saifedean Ammous eigener Webseite. Die Konsequenz ist klar, denn solange Menschen freiwillig für Bitcoin bezahlen, ist die zugrundeliegende Energie per Definition nicht verschwendet.

Bitcoin Mining Effizienz im Vergleich zu den unsichtbaren Säulen des Fiat-Clusters

Die Frage der Bitcoin Mining Effizienz wird interessanter, sobald man sie in Relation zum bestehenden Fiat-Geldsystem stellt. Dieses verbraucht ebenfalls Energie, allerdings über ein weit verzweigtes Cluster aus Banken, Filialen, Geldautomaten, Druckereien, Tresoren, Geldtransporten, Server-Infrastruktur und regulatorischen Behörden.

Hinzu kommen die politischen und teilweise militärischen Strukturen, die Reservewährungs-Positionen wie den US-Dollar absichern. Saifedean Ammous bringt das Argument auf den Punkt.

Saifedean Ammous beschreibt es so:

Wenn die Leute finden, dass der Strom es wert ist, dafür zu bezahlen, ist er nicht verschwendet worden. Diejenigen, die den Strom verbrauchen, werden mit der BTC-Währung belohnt.

Konkrete Zahlen unterstreichen den Vergleich. Nach Daten der US-Notenbank Fed entfallen über acht Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts auf den Finanzsektor, wenn man Mitarbeiter-Vergütung, Steuern und operative Überschüsse zusammenrechnet. Gary Gensler, Vorsitzender der US-Börsenaufsicht und ehemaliger Dozent am MIT, kommt in seinen eigenen Lehrmaterialien zu vergleichbaren Größenordnungen, mit allein 0,5 bis 1 Prozent des globalen BIP nur für den Zahlungsverkehr.

Die Bitcoin relative Kosten in TWh sind im Vergleich zum gesamten Banken-Energieverbrauch nach mehreren Studien geringer, allerdings ist die Methodologie eines direkten Vergleichs umstritten, weil Bitcoin und das Fiat-System unterschiedliche Funktionen erfüllen. Wichtig bleibt deshalb die Trennung zwischen Argument und empirischem Konsens, denn die These der Bitcoin Mining Effizienz gegenüber Fiat ist eine Argumentationslinie der Österreichischen Schule, kein objektiv gemessener Befund.

Die zentrale ökonomische Logik bleibt jedoch belastbar, denn solange Bitcoin-Nutzer freiwillig für die Sicherheit des Netzwerks zahlen, ist diese Sicherheit ihnen den Energieaufwand wert. Carl Mengers Subjektive Wertlehre liefert dafür den theoretischen Rahmen, weil sie zeigt, dass jede ökonomische Bewertung im Auge des Marktteilnehmers entsteht und nicht im Maßstab eines äußeren Beobachters.

Bitcoin Mining Effizienz wird damit zu einer relativen Frage, die nicht in Watt, sondern im Vergleich der gesellschaftlichen Funktionen beurteilt werden muss. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass die übliche Verkürzung auf den absoluten Energieverbrauch ökonomisch unzureichend ist, denn sie ignoriert sowohl den subjektiven Nutzen der Marktteilnehmer als auch die unsichtbaren Kosten des bestehenden Geldsystems.

Im letzten Bildungsartikel berichteten wir über den Bitcoin Nakamoto Nullpunkt und das theoretische Energie-Gleichgewicht des Mining.