Bitcoin Haltefrist gerettet: Finanzausschuss lehnt Grünen-Antrag ab

Bitcoin Haltefrist gerettet: Finanzausschuss lehnt Grünen-Antrag ab

Die Bitcoin Haltefrist bleibt vorerst bestehen. Der Finanzausschuss des Bundestages hat den Gesetzentwurf von Bündnis 90/Die Grünen abgelehnt, der die einjährige Steuerfreiheit für privat gehaltene Kryptowerte streichen sollte. Für Bitcoin-Halter in Deutschland ändert sich damit zunächst nichts.

Grünen-Antrag zur Bitcoin Haltefrist scheitert an Union und AfD

Der Entwurf der Grünen mit der Drucksachennummer 21/5752 sah vor, Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin und anderen Kryptowerten unabhängig von der Haltedauer mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu besteuern. Die bisherige Bitcoin Haltefrist von zwölf Monaten wäre damit entfallen.

Im Finanzausschuss fand der Vorstoß jedoch keine Mehrheit. Die CDU/CSU-Fraktion argumentierte, der Entwurf hätte keine Gerechtigkeitslücke geschlossen, sondern eine neue geschaffen, da Kryptowerte anders behandelt worden wären als Edelmetalle oder Fremdwährungen.

Die AfD lehnte den Antrag mit dem Hinweis ab, der Staat solle sich auf seine Kernaufgaben beschränken statt neue Steuerquellen zu erschließen. Damit stand die Mehrheit gegen die Abschaffung der Steuerfreiheit fest.

Nur die Linksfraktion stützt die Abschaffung der Bitcoin Haltefrist

Unterstützung erhielten die Grünen allein von der Linksfraktion, die auf einen eigenen Antrag verwies. Die SPD teilt das Ziel einer stärkeren Besteuerung von Kryptowerten, will konkrete Schritte aber von den Vorschlägen des Bundesfinanzministers abhängig machen. Das geht aus der Kurzmeldung des Bundestages hervor.

Die Ablehnung im Ausschuss ist damit kein Schlusspunkt. Bundesfinanzminister Klingbeil hat bereits angekündigt, die Besteuerung von Kryptowerten im Rahmen des Haushalts 2027 zu ändern. Eine abgelehnte Vorlage ist kein verabschiedetes Gesetz, doch das politische Risiko für die Bitcoin Steuerfreiheit bleibt bestehen.

Bitcoin Haltefrist: 47,3 Mrd. Euro Gewinne bleiben überwiegend steuerfrei

Die Grünen stützten ihren Antrag auf eine Studie der Frankfurt School of Finance. Demnach erzielten deutsche Krypto-Anleger 2024 Gewinne von rund 47,3 Mrd. Euro, von denen knapp zwei Drittel dank der Haltefrist steuerfrei blieben. Die Fraktion bezifferte die möglichen Mehreinnahmen auf 11,4 Mrd. Euro, halbierte diese Zahl in der eigenen Kalkulation jedoch.

Solche Summen erklären, warum die Bitcoin Haltefrist ein wiederkehrendes Thema im Bundestag bleibt. Die einjährige Frist ist dabei keine zufällige Lücke, sondern ein bewusster Anreiz, Vermögen langfristig zu halten statt kurzfristig zu handeln. Wer Bitcoin über Jahre als Wertaufbewahrungsmittel hält, trifft eine bewusste Entscheidung gegen ein beliebig vermehrbares Geldsystem.

An der festen Obergrenze von 21 Mio. Einheiten ändert kein nationaler Steuerrahmen etwas, doch eine höhere Besteuerung verschiebt die Anreize zwischen kurzfristigem Handel und geduldigem Sparen. Für deutsche Anleger gilt damit weiterhin: Die Rechtslage ist unverändert, die politische Debatte aber nicht beendet.

Wir berichteten über den koalitionsinternen Streit um die Haltefrist zwischen Merz und Klingbeil.

Nostr VPN Release: Bitcoin-Pionier Martti Malmi veröffentlicht dezentrales Mesh-Netzwerk

Nostr VPN Release: Bitcoin-Pionier Martti Malmi veröffentlicht dezentrales Mesh-Netzwerk

Mit dem jüngsten Nostr VPN Release hat Martti Malmi eine neue Version seines dezentralen Mesh-Netzwerks veröffentlicht. Das Werkzeug ersetzt die zentralen Server klassischer VPN-Dienste durch ein selbstorganisiertes Netz aus gleichberechtigten Knoten. Malmi gehörte zu den ersten Entwicklern, die in der Anfangszeit direkt mit Satoshi Nakamoto an Bitcoin arbeiteten.

Nostr VPN Release: Martti Malmi war einer der ersten Mitstreiter von Satoshi

Martti Malmi, in der frühen Bitcoin-Geschichte unter dem Namen Sirius bekannt, war zwischen 2009 und 2011 einer der wichtigsten Mitarbeiter von Satoshi Nakamoto. Er gestaltete die erste grafische Benutzeroberfläche von Bitcoin mit, verwaltete die Seite bitcoin.org und gründete das spätere Bitcoin-Forum Bitcointalk.

Außerdem empfing er eine der ersten Bitcoin-Transaktionen überhaupt. Der quelloffene Code des aktuellen Projekts liegt auf GitHub und ist in der Sprache Rust geschrieben. Das Nostr VPN Release bringt native Anwendungen für macOS, Linux, Windows und Android sowie ein erweitertes Routing innerhalb des Mesh-Netzwerks.

Nostr VPN Release: Das dezentrale VPN verzichtet auf jeden zentralen Server

Klassische VPN-Dienste leiten den gesamten Datenverkehr über einen zentralen Server, den ein Unternehmen betreibt. Dieser Server sieht die Daten, verlangt eine Registrierung und kann zur Herausgabe von Protokollen gezwungen werden. Das dezentrale VPN von Malmi entfernt diesen zentralen Punkt vollständig.

Die Identität eines Nutzers besteht aus einem selbst erzeugten Nostr-Schlüsselpaar ohne E-Mail und ohne Drittanbieter-Konto. Der öffentliche Schlüssel dient zugleich als Netzwerkadresse. Als Transportschicht dient ein selbstorganisiertes, verschlüsseltes Mesh namens FIPS, in dem sich die Knoten gegenseitig authentifizieren und den Datenverkehr füreinander weiterleiten.

Den vollständigen Quellcode stellt Malmi öffentlich bereit. 

Wie das dezentrale VPN die Kontrolle vom Anbieter zum Nutzer verschiebt

Der entscheidende Unterschied liegt in der Frage, wer die Kontrolle hält. Bei einem kommerziellen Anbieter ist der Nutzer auf dessen Vertrauenswürdigkeit angewiesen, denn der Betreiber kann Daten einsehen, speichern oder weitergeben.

Beim Nostr VPN Release ist der Nutzer selbst der Betreiber, weshalb kein Dritter Protokolle führen kann, die er gar nicht besitzt. Technisch wird die Verbindung durch zwei voneinander unabhängige Verschlüsselungsebenen abgesichert, und bei Verbindungsproblemen greift ein Routing über mehrere Knoten als Rückfallebene.

Diese Architektur überträgt ein Prinzip, das Bitcoin auf den Zahlungsverkehr angewandt hat, auf die Netzwerk-Infrastruktur: die Eliminierung vertrauenswürdiger Dritter, deren Vertrauen zugleich einen einzelnen Angriffs- und Kontrollpunkt darstellt. Einzuordnen bleibt, dass es sich um ein Nischenwerkzeug in aktiver Entwicklung handelt, nicht um ein fertiges Massenprodukt.

Vorhandene Infrastruktur ist nicht dasselbe wie verbreitete Nutzung. Der strukturelle Gedanke dahinter ist jedoch konsistent: Ein System mit festen Regeln, das ohne zentrale Instanz auskommt, ist nicht auf die Zustimmung eines Betreibers angewiesen, der es einschränken, überwachen oder abschalten könnte.

Wer einmal verstanden hat, warum ein Geld ohne vertrauenswürdige Dritte robuster ist, erkennt dasselbe Muster in der Kommunikation wieder.

Wir berichteten über das strukturelle Risiko zentraler Systeme in der Verwahrung.

Trump Finanz Deregulierung zielt auf Fed-Zugang für Nicht-Banken

Trump Finanz Deregulierung zielt auf Fed-Zugang für Nicht-Banken

Die Trump Finanz Deregulierung hat mit einem Dekret vom 19. Mai 2026 einen neuen Schwerpunkt erhalten. Im Zentrum steht die Frage, ob Nicht-Banken künftig direkten Zugang zum Zahlungssystem der US-Notenbank erhalten. Das Dekret ordnet dazu mehrere Überprüfungen an, beschließt aber selbst keine neuen Regeln.

Trump Finanz Deregulierung: Sechs Bundesregulatoren sollen Fintech-Regeln überprüfen

Das Dekret weist die sechs großen US-Finanzaufsichtsbehörden an, ihre bestehenden Vorschriften zu überprüfen. Betroffen sind die Verbraucherschutzbehörde CFPB, die Börsenaufsicht SEC, die Aufsicht für Kreditgenossenschaften NCUA, die Terminmarktaufsicht CFTC, die Einlagensicherung FDIC und die Bankenaufsicht OCC. Ziel ist der Abbau von Vorschriften, die Fintech-Firmen den Markteintritt erschweren und nach Darstellung des Dekrets vor allem etablierte Anbieter schützen.

Besonders kleine und neue Unternehmen sollen leichteren Zugang zu Bank-Lizenzen und Einlagensicherung erhalten. Die Trump Finanz Deregulierung zielt damit auf eine Verschiebung der Wettbewerbsbedingungen im Finanzsektor.

Dekret setzt Fristen von 90 und 180 Tagen für die Regulatoren

Die Regulatoren haben 90 Tage Zeit für die Überprüfung und 180 Tage für erste Maßnahmen. Für die US-Notenbank gilt eine gesonderte Regelung. Die Federal Reserve wird gebeten, innerhalb von 120 Tagen zu prüfen, ob Nicht-Banken und unversicherte Verwahrinstitute direkten Zugang zu ihren Zahlungskonten erhalten können.

Ausdrücklich genannt werden dabei auch Firmen mit Aktivitäten im Bereich digitaler Vermögenswerte. Sprachlich besteht ein wichtiger Unterschied: Während die sechs Behörden angewiesen werden, wird die Notenbank lediglich gebeten.

Diese Formulierung ist kein Zufall, sondern Ausdruck der Unabhängigkeit der Federal Reserve, die der Präsident nicht direkt anweisen kann. Den vollständigen Text des Dekrets veröffentlicht das Weiße Haus auf seiner offiziellen Seite

Trump Finanz Deregulierung zielt auf Abbau von Markteintrittshürden

Der direkte Zugang zu den Zahlungskonten der Notenbank ist der entscheidende Hebel der Trump Finanz Deregulierung. Bislang müssen Nicht-Banken den Umweg über eine Korrespondenzbank nehmen, um am Zahlungsverkehr teilzunehmen. Ein direkter Zugang würde diese Abhängigkeit aufheben und langfristig auch für Bitcoin-Verwahrer oder Zahlungsdienstleister auf Basis des Lightning-Netzwerks relevant werden können.

Hier ist jedoch Genauigkeit geboten. Das Dekret nennt Bitcoin an keiner Stelle, sondern spricht durchgängig von digitalen Vermögenswerten als breiter Kategorie. Es handelt sich zudem nicht um ein Krypto Gesetz Trump, denn ein Gesetz müsste der Kongress verabschieden. Ein Dekret kann Behörden zu Prüfungen anweisen, schafft aber keine neuen Rechte, was der Text in den Schlussbestimmungen ausdrücklich festhält.

Ob aus dem Prüfauftrag ein veränderter Zugang wird, hängt vom Ergebnis der Berichte und vom Willen einer unabhängigen Notenbank ab. Genau hier zeigt sich ein Muster, das über dieses einzelne Dekret hinausweist. Bitcoin benötigt keine staatliche Genehmigung, um zu funktionieren.

Ein Geldsystem mit festen Regeln, das seit über 17 Jahren ohne Unterbrechung Blöcke produziert, ist nicht auf die Zustimmung einer Regierung angewiesen. Die Deregulierung kann den Zugang zur bestehenden Infrastruktur erleichtern, doch der eigentliche Wert eines dezentralen Geldes liegt in seiner Unabhängigkeit von politischen Ankündigungen.

Wir berichteten über das wiederkehrende Muster zwischen Trumps Rhetorik und der tatsächlichen Umsetzung.

Japan US-Anleihen Verkauf erreicht 29,6 Mrd. Dollar: Größter Quartalsverkauf seit 2022

Japan US-Anleihen Verkauf erreicht 29,6 Mrd. Dollar: Größter Quartalsverkauf seit 2022

Der Japan US-Anleihen Verkauf hat im ersten Quartal 2026 ein Volumen von 29,6 Mrd. US-Dollar erreicht. Das ist der größte Quartalsverkauf seit dem zweiten Quartal 2022. Auslöser sind steigende Renditen japanischer Staatsanleihen, die Kapital zurück ins Inland ziehen.

Japan verkauft im ersten Quartal 2026 US-Anleihen für 29,6 Mrd. Dollar

Japanische Investoren haben im ersten Quartal 2026 netto US-Staatsanleihen im Wert von 29,6 Mrd. US-Dollar abgestoßen. Damit bleibt Japan zwar mit rund 1,24 Bio. US-Dollar weiterhin der größte ausländische Halter amerikanischer Staatsschulden, doch die Richtung hat sich gedreht.

Der Verkauf erfolgte parallel zu einer abrupten Neubewertung der Zinserwartungen, nachdem die Energiepreise gestiegen waren. Die offiziellen Bestandsdaten veröffentlicht das US-Finanzministerium im Rahmen des Treasury International Capital System. Der Japan US-Anleihen Verkauf ist damit nicht nur ein einmaliges Ereignis, sondern Teil eines strukturellen Musters.

Größter Quartalsverkauf seit dem zweiten Quartal 2022

Die Bank of Japan hat ihre monatlichen Anleihekäufe von 5,7 Bio. Yen im August 2024 auf rund 2,9 Bio. Yen im ersten Quartal 2026 reduziert. Diese Halbierung der Nachfrage lässt die Renditen japanischer Staatsanleihen steigen. Gleichzeitig hat die Notenbank ihren Leitzins auf 0,75 Prozent angehoben, den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten.

Japanische Lebensversicherer und Pensionsfonds, die jahrelang im Inland keine Rendite fanden, können nun wieder zuhause verdienen, ohne Währungsrisiko einzugehen. Genau dieses Währungsrisiko machte US-Staatsanleihen lange unattraktiv, sobald die Absicherungskosten einberechnet wurden.

Dieser US-Anleihen Ausverkauf aus japanischer Hand ist damit eine logische Reaktion auf veränderte Renditeunterschiede, nicht auf Panik.

JGB-Renditen auf höchstem Stand seit 1997 ziehen Kapital zurück

Die zehnjährige japanische Staatsanleihe rentiert mit rund 2,8 Prozent auf dem höchsten Stand seit Mai 1997, die dreißigjährige überschritt erstmals seit 1999 die Marke von vier Prozent. Der Japan US-Anleihen Verkauf ist die direkte Folge dieser Entwicklung.

Drei Jahrzehnte lang funktionierte die globale Finanzarchitektur über den Yen-Carry-Trade: Investoren liehen sich billiges Geld in Japan und kauften höher rentierende Anlagen wie US-Staatsanleihen. Diese Mechanik kehrt sich nun um. Trotzdem waren japanische Institutionen über die letzten zwölf Monate netto noch Käufer von Auslandsanleihen, die Repatriierung läuft erst an.

Die steigenden Renditen sind dabei kein Zufall, sondern eine Korrekturmaßnahme gegen die Inflation, die das Fiat-System zuvor selbst erzeugt hat. Jahrelange Geldmengenausweitung wird jetzt durch höhere Zinsen abgebremst, was die Schuldenlast für alle Emittenten verteuert.

Der eigentliche Mechanismus liegt tiefer: Ein Staat, der in eigener Währung verschuldet ist, geht nie technisch bankrott, sondern entwertet seine Währung schrittweise. Das System funktioniert exakt wie konstruiert, doch die Kaufkraft jeder Einheit sinkt mit jedem Zyklus.

Das Monopol des US-Dollars als Weltreservewährung beruhte auf der konstanten Nachfrage ausländischer Halter. Wenn der größte davon seine Bestände reduziert, bröckelt dieses Monopol stückweise. Bitcoin steht dem als Geldordnung ohne Schuldenmechanik gegenüber, mit einem auf 21 Mio. Einheiten begrenzten Angebot ohne Verwässerung.

Wir berichteten über die strukturelle Logik der Fiat-Verschuldung.

Deutsche Anleihen Renditen erreichen 3,19 Prozent: Energiepreise als Auslöser, EZB-Fehlallokation als Ursache

Deutsche Anleihen Renditen erreichen 3,19 Prozent: Energiepreise als Auslöser, EZB-Fehlallokation als Ursache

Die deutschen Anleihen-Renditen haben am 18. Mai 2026 ein Niveau von 3,19 Prozent erreicht. Damit notiert die zehnjährige Bundesanleihe auf dem höchsten Stand seit Mai 2011. Mainstream-Kommentare verweisen auf den Iran-Konflikt und steigende Energiepreise, doch der Bewegung liegt eine tiefere Ursache zugrunde.

EZB hat acht Mal gesenkt, jetzt preisen Märkte drei Erhöhungen ein

Seit Juni 2024 hat die EZB ihren Leitzins acht Mal gesenkt, zuletzt auf 2,0 Prozent. Innerhalb weniger Wochen hat sich die Markterwartung vollständig gedreht. Investoren preisen aktuell drei EZB-Zinserhöhungen für 2026 ein, die erste mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent für Juni.

Diese scharfe Umkehr ist kein Versehen, sondern Symptom einer Geldpolitik, die auf Symptome statt auf Strukturen reagiert. Die Stop-and-Go-Mechanik zwischen Lockerung und Straffung wiederholt sich, was den Anleihenmarkt verunsichert. Die deutschen Anleihen-Renditen folgen dieser Logik, indem sie eine Risikoprämie auf zukünftige Inflation einpreisen.

Externe Schocks bringen die Inflation zurück auf die Tagesordnung, schaffen sie aber nicht

Der Brent-Ölpreis nähert sich seinem Vier-Jahres-Hoch, getrieben vom anhaltenden Iran-Konflikt und der unklaren Lage an der Straße von Hormus. Steigende Energiepreise schlagen direkt in die Verbraucherpreise durch und ziehen die Inflationserwartungen wieder nach oben. Mainstream-Medien fokussieren auf diesen Auslöser, weil er klar messbar und politisch unstrittig ist.

Ein Auslöser ist jedoch kein Erzeuger. Energiepreise verstärken bestehende Inflation, sie schaffen sie nicht aus dem Nichts. Wenn die Geldmenge in den vergangenen Jahren konstant geblieben wäre, würde ein Ölpreisanstieg lediglich zu relativen Preisverschiebungen führen, nicht zu allgemeiner Preissteigerung.

Die EZB-Fehlallokation der letzten Jahre wird durch den Iran-Konflikt nicht erzeugt, sondern lediglich sichtbar. Den aktuellen Renditestand der zehnjährigen Bundesanleihe dokumentiert die Bundesbank in ihrer Übersicht der Staatsanleihen des Euroraums. 

Deutsche Anleihen Renditen reagieren auf jahrelange Geldmengenausweitung und Stop-and-Go der EZB

Die EZB-Bilanz wuchs von rund 1,3 Bio. Euro im Jahr 2007 auf zeitweise 8,8 Bio. Euro und liegt aktuell bei rund 6 Bio. Euro. Die M3-Geldmenge der Eurozone hat sich im selben Zeitraum mehr als verdoppelt. Diese Geldmengenausweitung wirkt mit zeitlicher Verzögerung in die Realwirtschaft. Ein Teil der Inflation zeigte sich zunächst in Immobilien- und Aktienpreisen, ein Teil später in Verbraucherpreisen.

Die Schulden-zu-BIP-Quote der Eurozone steigt laut EU-Kommission bis 2027 auf 90,4 Prozent. Damit sind die Voraussetzungen für strukturell höhere Renditen angelegt, unabhängig vom Iran-Konflikt. Die deutschen Anleihen-Renditen spiegeln diese Lage durch eine höhere Risikoprämie wider. Wer 2020 eine zehnjährige Bundesanleihe bei null Prozent gekauft hat, hat real über 30 Prozent Kaufkraft verloren.

Die Annahme, Staatsanleihen seien risikofrei, basiert auf der Vorstellung, dass Emittenten in eigener Währung nicht ausfallen können. Sie können jedoch durch Geldentwertung defaulten. In einem Geldsystem, das auf permanenter Geldmengenausweitung beruht, ist Preisstabilität strukturell nicht erreichbar.

Bitcoin steht dem als programmatische Alternative gegenüber. Sein Angebot ist auf 21 Mio. Einheiten begrenzt und kann von keiner Institution erweitert werden. Wer Knappheit als Geld-Eigenschaft voraussetzt, hat eine kalkulierbare Alternative.

Wir berichteten über die strukturellen Schwächen der EZB-Inflationsmessung.

Strategy Bitcoin Kauf überschreitet erstmals 4 Prozent des Supplys

Strategy Bitcoin Kauf überschreitet erstmals 4 Prozent des Supplys

Der Strategy Bitcoin Kauf erreicht einen neuen Meilenstein. Das Unternehmen erwarb zwischen dem 11. und 17. Mai 2026 weitere 24.869 BTC für 2,01 Mrd. US-Dollar und hält damit erstmals mehr als vier Prozent des fixen Bitcoin-Angebots. Der Gesamtbestand liegt jetzt bei 843.738 BTC.

Strategy Bitcoin Kauf: Größter Wocheneinkauf seit dem April-Großeinkauf

Der aktuelle Strategy Bitcoin Kauf ist der größte seit der April-Sequenz mit dem Spitzeneinkauf von 34.164 BTC. In den vergangenen Wochen waren die Käufe deutlich kleiner ausgefallen, mit Volumina zwischen 1.000 und 5.000 BTC.

Der Sprung auf 24.869 BTC in einer einzigen Woche markiert eine deutliche Beschleunigung der Akkumulation. Das Unternehmen meldet seine Käufe regelmäßig per Form 8-K an die US-Börsenaufsicht SEC und veröffentlicht parallel eine entsprechende Mitteilung. Die Saylor Bitcoin Strategie setzt damit ihren Kurs fort, kontinuierlich Eigen- und Vorzugskapital in Bitcoin zu konvertieren.

Durchschnittspreis von 80.985 US-Dollar liegt über der bisherigen Cost Basis

Der durchschnittliche Kaufpreis dieser Tranche lag bei 80.985 US-Dollar pro Bitcoin und damit über dem bisherigen Durchschnitt der Gesamtposition. Die kumulierte Cost Basis steigt dadurch auf 75.700 US-Dollar pro BTC, nachdem sie zuletzt bei 75.527 US-Dollar lag.

Die jüngsten Wochenkäufe lagen meist unter dem Durchschnittspreis und hatten den Wert sukzessive gesenkt. Der aktuelle Kauf bricht dieses Muster und dokumentiert, dass Strategy auch oberhalb der eigenen Kostenbasis akkumuliert.

Finanziert wurde die Transaktion zu 96 Prozent über die Vorzugsaktie STRC, von der in derselben Woche 19,5 Mio. Aktien für rund 1,95 Mrd. US-Dollar emittiert wurden. Die verbleibende STRC-Kapazität liegt bei 17,5 Mrd. US-Dollar. Das berichtet Strategy in der offiziellen Pressemitteilung

843.738 BTC entsprechen 4,02 Prozent aller je existierenden Bitcoin

Mit dem aktuellen Bestand kontrolliert ein einzelnes börsennotiertes Unternehmen erstmals mehr als ein Fünfundzwanzigstel des programmatisch fixen Bitcoin-Angebots von 21 Mio. Einheiten. Der BTC Yield seit Jahresbeginn klettert damit auf 12,6 Prozent, gemessen als Zuwachs der Bitcoin-Menge pro verwässerter Aktie.

Strukturell zeigt der Strategy Bitcoin Kauf damit eine konsequente Logik: Eigenkapital aus einem unbegrenzt vermehrbaren Geld wird in ein Asset mit endgültiger Obergrenze überführt. Jeder weitere Coin im Bestand wird dem zirkulierenden Angebot dauerhaft entzogen, sofern das Unternehmen an seiner Halte-Strategie festhält.

Diese Akkumulationsgeschwindigkeit dokumentiert eine niedrige Zeitpräferenz, die in einem Geldsystem beliebiger Geldschöpfung kaum vermittelbar wäre. Wer Eigenkapital systematisch in ein knappes Asset konvertiert, vollzieht eine bewusste Geldwahlentscheidung. Die 4-Prozent-Marke ist kein technisches Detail, sondern ein Hinweis darauf, wie schnell sich Bitcoin-Bestände in einzelnen Bilanzen konzentrieren können, wenn die zugrundeliegende Logik einmal akzeptiert ist.

Bitcoin bleibt mit 21 Mio. Einheiten begrenzt, während staatlich emittierte Währungen unbegrenzt ausgeweitet werden können. Wer früh akkumuliert, sichert sich eine Position innerhalb einer endgültigen Obergrenze.

Wir berichteten über Strategys Annäherung an die 4-Prozent-Marke.