Stablecoin Rekord: 7,2 Billionen Dollar übertreffen erstmals das US-Bankensystem

Stablecoin Rekord: 7,2 Billionen Dollar übertreffen erstmals das US-Bankensystem

Der Stablecoin Rekord ist offiziell: Im Februar 2026 haben Stablecoins mit 7,2 Bio. US-Dollar erstmals mehr Transaktionsvolumen verarbeitet als das ACH-Netzwerk der USA mit 6,8 Bio. Der Meilenstein verschiebt die Debatte über digitale Zahlungsinfrastruktur, erfordert aber eine genaue Einordnung

Artemis-Daten bestätigen erstmalige Überholung des ACH-Netzwerks

Die Zahlen stammen von der Analyseplattform Artemis, die das bereinigte 30-Tage-Volumen berechnet. MEV-Aktivitäten und interne Transfers zwischen zentralisierten Börsen wurden dabei herausgerechnet. Das berichtet Artemis auf seinem Stablecoin-Dashboard.

Stablecoin Volumen

Das ACH-System wickelt rund 93 % aller Gehaltszahlungen in den USA ab und gilt als Rückgrat des elektronischen Zahlungsverkehrs. Im März stieg das Stablecoin Volumen weiter auf 7,5 Bio. und lag damit auf ACH-Niveau. Die Überholung im reinen Volumenvergleich bedeutet jedoch nicht, dass Stablecoins das Bankensystem in seiner Funktion ersetzen.

7,2 Billionen Dollar auf Blockchain-Rails in nur 30 Tagen

Der Stablecoin Rekord wird vor allem durch institutionelle Nutzung getrieben. B2B-Settlements und grenzüberschreitende Zahlungen machen den Großteil des Volumens aus, nicht Einzelhandelstransaktionen. Der GENIUS Act, der seit 2025 als regulatorisches Rahmenwerk für Stablecoins in den USA gilt, hat die institutionelle Adoption beschleunigt.

Das gesamte Stablecoin-Supply erreichte im ersten Quartal 2026 rund 315 Mrd. US-Dollar. Seit Oktober 2025 stagniert das Supply allerdings bei etwa 305 Mrd., was darauf hindeutet, dass das Volumenwachstum durch höhere Umlaufgeschwindigkeit entsteht, nicht durch neue Ausgabe. Tether und Circle kontrollieren zusammen über 90 % des Marktes. Galaxy Research hatte bereits Ende 2025 prognostiziert, dass Stablecoins das ACH-Volumen 2026 übertreffen würden.

Dezentrale Schienen, zentrales Geld: Das Stablecoin-Paradox

Die Infrastruktur, auf der Stablecoins laufen, ist (mehr oder weniger) dezentral: Ethereum, Tron und Solana ermöglichen Abwicklung rund um die Uhr ohne Banken als Zwischeninstanz. Doch die Stablecoins selbst bleiben zentralisierte Produkte, deren Herausgeber Guthaben einfrieren, Wallets sperren und regulatorischen Anweisungen folgen können.

Der Stablecoin Rekord zeigt einen Infrastrukturwechsel, keinen Geldwechsel. Stablecoins sind digitale Kopien des US-Dollars und unterliegen derselben Geldpolitik wie ihr Basiswert. Wer 7,2 Bio. US-Dollar in USDT oder USDC bewegt, bewegt Dollar – auf schnelleren Schienen, aber unter gleicher geldpolitischer Kontrolle.

Bitcoin unterscheidet sich davon grundlegend: ein fixes Angebot von 21 Mio. Einheiten, keine zentrale Herausgabe, keine Möglichkeit des Einfrierens. Stablecoins optimieren die Infrastruktur des bestehenden Geldsystems – Bitcoin stellt das Geldsystem selbst in Frage.

Wir berichteten über die Zentralisierungsrisiken bei Stablecoins am Beispiel des Circle Aktie Crashs.

Schwab Bitcoin Handel ab 2026: 36 Millionen Kunden bekommen direkten BTC- und ETH-Zugang

Schwab Bitcoin Handel ab 2026: 36 Millionen Kunden bekommen direkten BTC- und ETH-Zugang

Charles Schwab hat am 3. April 2026 den Start von Schwab Crypto angekündigt. Der größte US-Discount-Broker wird Bitcoin und Ethereum zum direkten Kauf und Verkauf über seine Plattform anbieten. Der Schwab Krypto Einstieg soll in der ersten Jahreshälfte 2026 über die Tochtergesellschaft Charles Schwab Premier Bank erfolgen.

Charles Schwab kündigt Schwab Bitcoin Direkthandel für die erste Jahreshälfte 2026 an

CEO Rick Wurster bestätigte gegenüber CoinDesk, dass Schwab den Spot-Kryptohandel phasenweise ausrollt. Zuerst testen Mitarbeiter die Plattform intern, dann erhalten ausgewählte Kunden Zugang, danach folgt die breite Öffnung. Eine Warteliste ist bereits auf der Schwab-Website aktiv.

Der Schwab Bitcoin Handel beschränkt sich zum Start auf Bitcoin und Ethereum. Kunden brauchen kein separates Wallet und keine Drittanbieter-Börse. Alle Transaktionen laufen innerhalb des bestehenden Schwab-Systems. Der Service ist in allen US-Bundesstaaten verfügbar außer New York und Louisiana.

Schwab plant zusätzlich ein Stablecoin-Angebot nach Verabschiedung des GENIUS Act. Wurster bezeichnete den Schwab Krypto Einstieg als direkte Antwort auf die Kundennachfrage und zeigte sich laut eigener Aussage „extremely confident“ in die technische Umsetzung.

36 Millionen Kundenkonten und 11,9 Billionen Dollar Kundenvermögen als Basis

Schwab verwaltet 11,9 Bio. US-Dollar an Kundenvermögen und bedient rund 36 Millionen Konten. Die Kundenbasis ist überwiegend konservativ: Rentner, Langzeitanleger, 401k- und IRA-Inhaber. Genau diese Gruppe hatte bisher keinen einfachen Zugang zu Bitcoin.

Der Schwab Bitcoin Handel beseitigt die letzte große Hürde für diese Zielgruppe: den Umweg über Krypto-Börsen. Bitcoin erscheint künftig im selben Depot wie Aktien, ETFs und Anleihen. Fidelity und Robinhood bieten bereits Kryptohandel an, Morgan Stanley plant Ähnliches. Schwab war der letzte große Holdout unter den US-Brokern.

Selbst eine minimale Allokation von 1 Prozent aus 11,9 Bio. Dollar Kundenvermögen würde rund 119 Mrd. US-Dollar an potenziellem Kapital darstellen. Zum Vergleich: Die gesamten Bitcoin-ETF-Zuflüsse seit Januar 2024 liegen bei rund 40 Mrd. US-Dollar.

SEC-Klassifizierung vom 17. März: Warum Schwab bisher nur ETF-Zugang bot und jetzt auf Direkthandel umstellt

Schwab bot bisher nur indirektes Krypto-Exposure über ETFs, Futures und kryptobezogene Aktien an. Der Schwab Bitcoin Direkthandel war ohne regulatorische Klarheit nicht umsetzbar. Die gemeinsame SEC-CFTC-Interpretation vom 17. März 2026, die 16 Krypto-Assets als digitale Rohstoffe einstufte, hat diese Lücke geschlossen.

Schwab selbst verwies auf die veränderte regulatorische Landschaft als Grund für den Zeitpunkt. Der Schwab Krypto Einstieg fällt in eine Phase, in der Bitcoin sein schlechtestes Quartal seit 2018 hinter sich hat und der Fear and Greed Index bei 9 steht. Schwab jagt keinen Hype, sondern baut Infrastruktur in einem Bärenmarkt.

Das Muster wiederholt sich: Institutionen kaufen und bauen, wenn Retail verkauft und kapituliert. Wenn der größte Broker der USA Bitcoin als Standardprodukt einführt, verändert das nicht den Preis über Nacht, aber die Struktur dauerhaft. Ein Geldsystem mit festem Angebot, das in die gleiche Infrastruktur integriert wird wie Aktien und Anleihen, wird nicht mehr als Alternative wahrgenommen, sondern als Bestandteil.

Wer Bitcoin neben seiner Apple-Aktie im Depot sieht, stellt nicht mehr die Frage ob Bitcoin ein Asset ist, sondern wie viel Prozent seines Portfolios es sein sollte.

Wir berichteten über die regulatorische Gleichstellung von Bitcoin-ETF-Optionen an der NASDAQ.

EZB DeFi Regulierung: Arbeitspapier stellt Dezentralisierung von Aave, Uniswap, MakerDAO und Ampleforth in Frage

EZB DeFi Regulierung: Arbeitspapier stellt Dezentralisierung von Aave, Uniswap, MakerDAO und Ampleforth in Frage

Die Europäische Zentralbank hat am 26. März 2026 ein Working Paper veröffentlicht, das die Governance-Strukturen von vier großen DeFi-Protokollen untersucht. Das Ergebnis: Die Dezentralisierung ist in allen vier Fällen deutlich geringer als behauptet. Die Studie könnte weitreichende Konsequenzen für die MiCA-Ausnahme haben, die nur für vollständig dezentralisierte Services gilt.

Was die EZB in ihrem Working Paper über vier DeFi-Protokolle herausgefunden hat

Das EZB-Paper mit dem Titel “Who to regulate? Identifying actors within DeFi’s governance” analysiert die Token-Verteilung und Abstimmungsstrukturen von Aave, MakerDAO (jetzt Sky Protocol), Ampleforth und Uniswap anhand von On-Chain-Snapshots aus November 2022 und Mai 2023.

Die EZB DeFi Untersuchung kommt zu einem klaren Ergebnis: Die Governance ist bei allen vier Protokollen hochkonzentriert. Mehr als die Hälfte der Token sind typischerweise an das Protokoll-Team selbst oder an Börsen gebunden.

Binance wurde als größter zentraler Token-Halter über alle vier Protokolle hinweg identifiziert. Bei den Abstimmungen dominieren Stakehodler, deren Identität in rund einem Drittel der Fälle nicht öffentlich bekannt ist. Die Autoren stellen fest, dass es anhand öffentlicher Daten nicht möglich ist zu verifizieren, ob protokoll-eigene Holdings Gründern, Entwicklern oder Treasuries gehören. In dem offiziellen Dokument sind die wichtigsten Datenpunkte zusammenfasst.

Aave-Gründer Stani Kulechov selbst bezeichnete DAO-Governance kürzlich als “extraordinarily difficult”, mit langsamem Entscheidungsprozess, mehreren Abstimmungsrunden und interner Politik.

Warum die Top 100 Halter bei jedem Protokoll über 80 Prozent des Supplys kontrollieren

Bei Aave und Uniswap kontrollieren allein die Top 5 Halter fast die Hälfte aller Tokens. Bei Ampleforth liegt die Konzentration noch höher: Die Top 5 halten fast 60 %. Die Top 100 Halter kontrollieren bei jedem der vier Protokolle über 80 % des gesamten Governance-Token-Supplys.

Bei den Abstimmungen verschärft sich die Konzentration weiter durch das Delegierungssystem: Die 20 größten Wähler bei Ampleforth kontrollieren 96 % der delegierten Stimmrechte. Bei MakerDAO halten die Top 10 Wähler 66 % der Stimmen. Bei Uniswap kontrollieren die Top 18 Wähler 52 %.

Die EZB DeFi Regulierung stellt damit eine Grundannahme des DeFi-Ökosystems in Frage: Dass Governance-Token automatisch zu dezentraler Entscheidungsfindung führen. Die Autoren argumentieren, dass die Konzentration über die Zeit stabil bleibt und kein vorübergehendes Phänomen der Frühphase ist, insbesondere da Aave, Uniswap und MakerDAO mittlerweile fast ein Jahrzehnt existieren.

Das Financial Stability Board hatte ähnliche Warnungen bereits früher ausgesprochen: DeFi-Versprechen der Disintermediation maskieren oft neue Formen der Konzentration, die denen des traditionellen Finanzsystems ähneln.

Was die Governance-Konzentration für die MiCA-Ausnahme bedeutet

MiCA befreit Krypto-Dienstleistungen, die “vollständig dezentralisiert und ohne Intermediär” erbracht werden, von der Regulierung. Die EZB DeFi Regulierung stellt in Frage, ob Aave, Uniswap, MakerDAO und Ampleforth diesen Status plausibel beanspruchen können, wenn mehr als die Hälfte der Governance-Token in manchen Fällen an Gründerteams oder zentralisierte Börsen wie Binance gebunden sind.

Protokolle, die die MiCA-Ausnahme nicht in Anspruch nehmen können, müssten sich als Crypto Asset Service Provider lizenzieren lassen, mit strikten Kapitalanforderungen, Governance-Standards und Verbraucherschutzmaßnahmen. Das Paper betont, dass es die Meinung der Autoren widerspiegelt und keine offizielle EZB-Politik darstellt.

Doch Arbeitspapiere der EZB zeichnen regelmäßig die regulatorische Richtung vor, und die Signalwirkung ist eindeutig: Die EU bereitet den Boden für eine strengere Prüfung von DeFi-Protokollen unter MiCA 2. Bitcoin taucht in der Untersuchung nicht auf, und das ist kein Zufall.

Bitcoin hat kein Governance-Token, kein Gründerteam das Token hält, keine Delegierten deren Identität verschleiert ist, und keine Börse die Abstimmungen kontrolliert. Wer erkennt, dass ein Netzwerk ohne identifizierbare Kontrolleure der einzige Kandidat ist, der den Dezentralisierungstest einer Zentralbank tatsächlich besteht, versteht den strukturellen Unterschied zwischen einem Label und einer Architektur.

Wir berichteten über die SEC-CFTC-Einstufung von 16 Assets als digitale Rohstoffe und die Rolle des CLARITY Acts.

Binance Datenleck 2026: Nicht Binance wurde gehackt, sondern die Geräte der Nutzer

Binance Datenleck 2026: Nicht Binance wurde gehackt, sondern die Geräte der Nutzer

Im Januar 2026 entdeckte Sicherheitsforscher Jeremiah Fowler eine öffentlich zugängliche Datenbank mit 149 Mio. gestohlenen Login-Credentials, darunter rund 420.000 Binance-bezogene Logins. Die Schlagzeile suggeriert einen Börsen-Hack, die Realität ist eine andere: Binance-Server wurden nicht kompromittiert. Die Daten stammen von Infostealer-Malware, die Logins direkt von infizierten Nutzergeräten abgegriffen hat.

Wie 96 GB gestohlene Daten wochenlang offen im Netz lagen

Die Datenbank enthielt rund 96 GB an unverschlüsselten Daten, war ohne Passwort zugänglich und lag mehrere Wochen offen im Netz, bevor sie vom Hosting-Provider nach mehrfacher Meldung durch Fowler offline genommen wurde. Die Datensätze umfassten E-Mail-Adressen, Benutzernamen, Passwörter und direkte Login-URLs für Hunderte von Diensten.

Neben den 420.000 Binance-Logins fanden sich 48 Mio. Gmail-Accounts, 17 Mio. Facebook-Accounts, 6,5 Mio. Instagram-Accounts und Credentials von Banken, Regierungsdomains und Streaming-Diensten. Binance-CSO Jimmy Su stellte in einem offiziellen Blog-Post klar, dass die internen Systeme der Börse nicht betroffen waren und erklärte, die Credentials seien von einem bekannten Akteur gesammelt worden, der über Dark-Web-Marktplätze operiert und Infostealer-Malware einsetzt.

Die Daten wurden nicht durch einen Einbruch bei Binance gesammelt, sondern von Millionen infizierter Geräte weltweit. Jedes kompromittierte Gerät liefert dutzende Logins gleichzeitig: E-Mail, Social Media, Banking und Krypto-Börsen in einem Paket.

Was Nutzer jetzt konkret tun sollten: 2FA, Passwörter, Malware-Scan

Binance empfiehlt drei Sofortmaßnahmen: Erstens ein vollständiger Malware-Scan auf allen Geräten, denn solange ein Gerät infiziert ist, wird jedes neue Passwort sofort wieder abgegriffen. Zweitens das Aktivieren von Hardware-basierter Zwei-Faktor-Authentifizierung, nicht SMS-basiert, da SIM-Swap-Angriffe nach einem Binance Nutzerdaten Leak wahrscheinlicher werden.

Drittens das Ersetzen aller Passwörter durch einzigartige, komplexe Kombinationen über einen Passwort-Manager, da Credential-Reuse der Hauptgrund ist, warum ein einziger kompromittierter Login dutzende Accounts gefährdet. Kaspersky identifizierte im November 2025 eine neue Infostealer-Variante namens Stealka, die sich als Game-Cheats und Mods tarnt und neben Browser-Passwörtern auch Krypto-Wallet-Extensions ausliest.

Die Malware zielt auf über 100 Browser ab, darunter Chrome, Firefox, Brave und Edge, und betrifft mindestens 80 Krypto-Börsen. Binance hat nach eigener Aussage in den letzten Monaten einen deutlichen Anstieg kompromittierter Nutzer-Credentials festgestellt und reagiert mit automatischen Passwort-Resets, Session-Revocations und direkter Benachrichtigung betroffener Accounts.

Wie das Binance Datenleck 2026 den Trend zu Self-Custody beschleunigt

Das Binance Datenleck 2026 illustriert ein strukturelles Problem zentraler Plattformen: Auch wenn die Server sicher sind, bleibt der Nutzer als Angriffsfläche bestehen. Solange Logins auf Geräten gespeichert werden, die mit dem Internet verbunden sind, existiert ein Angriffsvektor, den keine Börse vollständig eliminieren kann. Bei Self-Custody, also der Verwahrung von Bitcoin auf einer eigenen Hardware-Wallet mit privatem Schlüssel, entfällt dieser Vektor.

Es gibt kein Passwort das ein Infostealer abgreifen kann, keinen Login der in einer Datenbank landen kann, und keinen zentralen Account den ein Angreifer übernehmen kann. Die 420.000 kompromittierten Binance-Logins betrafen Nutzer, deren Geräte infiziert waren. Auf einer Hardware-Wallet wären dieselben Nutzer nicht betroffen gewesen, weil der private Schlüssel das infizierte Gerät nie verlässt.

Wer versteht, dass die Sicherheit eines dezentralen Geldsystems nicht von der Verteidigungsfähigkeit einer Plattform abhängt, sondern von der Kontrolle des Einzelnen über seinen privaten Schlüssel, erkennt in diesem Vorfall keine Schwäche von Bitcoin, sondern eine Bestätigung des Grundprinzips: Nicht deine Schlüssel, nicht deine Coins.

Not your keys, not your coins.

Wir berichteten über Self-Custody-Wallets und warum die eigene Verwahrung unverzichtbar ist.

Von reiner Kursabbildung zu 3,1 % Rendite: BlackRock Ethereum ETF macht Staking zum Standardprodukt

Von reiner Kursabbildung zu 3,1 % Rendite: BlackRock Ethereum ETF macht Staking zum Standardprodukt

Der neue BlackRock Ethereum ETF mit dem Ticker ETHB ist seit dem 12. März an der Nasdaq handelbar und kombiniert erstmals bei BlackRock die klassische Kursabbildung von Ethereum mit einer integrierten Staking-Rendite. Der iShares Staked Ethereum Trust startete mit 107 Mio. USD an Seed-Assets, von denen 80 % bereits am ersten Tag gestakt waren, und verzeichnete ein Handelsvolumen von 15,5 Mio. USD. Bloomberg-ETF-Analyst James Seyffart bezeichnete den Auftakt als soliden Start für einen neuen ETF.

Dritter BlackRock Ethereum ETF nach IBIT und ETHA innerhalb von 20 Monaten

Mit ETHB erweitert BlackRock sein Krypto-Lineup auf drei börsengehandelte Produkte. Der iShares Bitcoin Trust (IBIT) verwaltet aktuell über 55 Mrd. USD, der iShares Ethereum Trust (ETHA) rund 6,5 Mrd. USD. Zusammen kontrolliert BlackRock mehr als 130 Mrd. USD in kryptobezogenen Anlageprodukten und vereinnahmte laut eigenen Angaben 95 % aller Zuflüsse in digitale Asset-ETPs im Jahr 2025.

Der neue BlackRock Ethereum ETF richtet sich dabei an Investoren, die nicht nur auf Ethereums Kursentwicklung setzen wollen, sondern gleichzeitig eine laufende Rendite aus dem Staking erzielen möchten. Jay Jacobs, BlackRocks US-Chef für Aktien-ETFs, beschrieb den Launch als ein Produkt der Wahlmöglichkeit, da bestehende ETHA-Halter nun eine ertragsgenerierende Alternative vom selben Emittenten haben.

Nicht erster Staking-ETF am Markt, aber erster mit BlackRock-Reichweite

ETHB ist nicht das erste Ethereum Staking ETF Produkt in den USA. Grayscale aktivierte das Staking für seine ETH- und SOL-Produkte bereits im Oktober 2025, und der REX-Osprey ETH + Staking ETF ging sogar noch einen Monat früher an den Start. Trotzdem verändert ETHB die Dynamik des Marktes grundlegend.

Denn was bei kleineren Anbietern als Nischenprodukt existierte, wird durch BlackRocks Vertriebsreichweite und institutionelle Glaubwürdigkeit zum Standardangebot. Zwischen 70 und 95 % der Ethereum-Bestände werden unter normalen Marktbedingungen über Coinbase Prime gestakt.

Investoren erhalten rund 82 % der Brutto-Staking-Rewards, während BlackRock und Coinbase 18 % als Staking-Gebühr einbehalten. Die Sponsor Fee liegt bei 0,25 %, wurde jedoch im ersten Jahr auf 0,12 % reduziert, sofern das verwaltete Vermögen 2,5 Mrd. USD nicht übersteigt.

Monatliche Ausschüttungen aus Staking-Rewards als neue ETF-Kategorie

Der strukturell bedeutsamste Aspekt des neuen Ethereum Staking ETF ist die monatliche Ausschüttung der Staking-Erträge an die Anteilseigner. Damit schafft BlackRock eine ETF-Kategorie, die es in dieser Form bei Kryptowährungen bisher nicht gab: ein reguliertes Produkt, das gleichzeitig Kursexposure und Yield bietet.

Die annualisierte Staking-Rendite liegt aktuell bei etwa 3,1 %. Ermöglicht wurde der Launch durch zwei regulatorische Veränderungen. Der GENIUS Act, das im Juli 2025 verabschiedete Stablecoin-Rahmenwerk, schuf die Grundlage für ertragsbringende Krypto-Produkte.

Der Abgang von Ex-SEC-Vorsitzendem Gary Gensler, der Staking-Komponenten aus ETF-Anträgen hatte streichen lassen, räumte die letzte Hürde aus dem Weg. Die Implikationen gehen über Ethereum hinaus. Wenn ein gestaktes Proof-of-Stake-Asset in einen regulierten, dividendenzahlenden ETF verpackt werden kann, gilt dieselbe Struktur prinzipiell auch für Solana, Cardano und andere PoS-Netzwerke.

Entsprechende Anträge liegen der SEC bereits vor. Wir berichteten über die Einführung der ersten Ethereum Staking ETFs durch Grayscale.

Kraken erhält Fed-Zugang und wird Partner bei Nasdaqs Tokenisierung

Kraken erhält Fed-Zugang und wird Partner bei Nasdaqs Tokenisierung

Innerhalb von fünf Tagen hat die Kryptobörse Kraken zwei historische Meilensteine erreicht: Am 4. März erhielt ihre Banktochter Kraken Financial als erste Digital-Asset-Bank einen Federal Reserve Master Account. Am 9. März folgte die Ankündigung einer Partnerschaft mit Nasdaq für tokenisierte Aktien. 

In Kürze

  • Kraken Financial ist die erste Digital-Asset-Bank mit einem Federal Reserve Master Account
  • Nasdaq und Krakens Muttergesellschaft Payward entwickeln gemeinsam ein Equity-Token-Design
  • Tokenisierte Aktien sollen 24/7 handelbar sein, mit vollem Stimmrecht und Dividende

Kraken Financial ist die erste Digital-Asset-Bank mit einem Federal Reserve Master Account

Der Fed-Zugang ist ein Novum in der Geschichte der US-Finanzinfrastruktur. Kraken Financial kann jetzt direkt über Fedwire abwickeln, das Zahlungssystem, über das täglich mehr als 4 Bio. US-Dollar fließen. Bisher mussten Kryptobörsen auf Partnerbanken zurückgreifen, um Dollar zu bewegen. Das machte sie abhängig von Dritten, die jederzeit die Zusammenarbeit beenden konnten.

Mit dem Master Account entfällt diese Abhängigkeit. Kraken-Co-CEO Arjun Sethi sprach von der „Konvergenz von Krypto-Infrastruktur und souveränen Finanzschienen”. Senator Cynthia Lummis nannte die Genehmigung einen „watershed moment” für die Krypto-Industrie.

Kraken FED Zugang

Allerdings ist der Zugang begrenzt: Kraken erhält weder Zinsen auf Reserven noch Zugang zum Discount Window der Fed. Die Bankenlobby ICBA warnte, der Zugang könne Risiken für das Finanzsystem bergen.

Nasdaq und Krakens Muttergesellschaft Payward entwickeln gemeinsam ein Equity-Token-Design

Nur fünf Tage nach dem Fed-Meilenstein legte Kraken nach. Nasdaq gab bekannt, mit Payward, Krakens Muttergesellschaft, ein System für die Ausgabe und den Handel tokenisierter Aktien zu entwickeln. Unternehmen, die an der Nasdaq gelistet sind, könnten künftig tokenisierte Versionen ihrer Aktien ausgeben, die auf der Blockchain existieren.

Das Besondere: Der Handel soll nicht über klassische Broker wie Schwab oder TD laufen, sondern über Kraken. Nasdaq-Präsident Tal Cohen sprach von einem „always-on financial ecosystem”, das den Zugang zu Märkten grundlegend verändere.

Payward hat sich in den letzten Monaten durch die Übernahme von NinjaTrader für 1,5 Mrd. US-Dollar und des tokenisierten-Aktien-Spezialisten Backed Finance strategisch positioniert.

Tokenisierte Aktien sollen 24/7 handelbar sein, mit vollem Stimmrecht und Dividende

Der Kern des Nasdaq-Deals: Tokenisierte Aktien wären rund um die Uhr handelbar, 365 Tage im Jahr. Token-Halter behalten dabei dieselben Rechte wie traditionelle Aktionäre – einschließlich Stimmrecht bei Proxy-Abstimmungen und Dividendenansprüchen.

Die Token sollen 1:1 durch echte Aktien gedeckt sein und über die Depository Trust Company abgewickelt werden, damit sie jederzeit in klassische Aktien umtauschbar bleiben. Der Launch ist für Anfang 2027 angepeilt, steht aber unter SEC-Genehmigungsvorbehalt.

Analysten weisen darauf hin, dass 24/7-Handel nicht automatisch glattere Preise bedeutet. Dünnere Liquidität in Nebenzeiten könnte Volatilität verstärken, wie es im Kryptomarkt an Wochenenden regelmäßig zu beobachten ist.

Dass eine Kryptobörse jetzt auf denselben Zahlungsschienen wie JPMorgan operiert und gleichzeitig Nasdaq-Aktien tokenisiert, zeigt, wie schnell sich die Grenzen zwischen traditioneller Finanzwelt und Krypto-Infrastruktur auflösen.

Die Ironie dabei: Die selbe Technologie, die Bitcoin geschaffen hat, um das Bankensystem zu umgehen, wird jetzt von diesem System selbst übernommen.

Wir berichteten bereits über Sichtweisen, dass Investoren die Geschwindigkeit der Tokenisierung von Vermögenswerten unterschätzen.