Bitcoin Prognose von 844.000 Dollar: Was hinter dem viralen Liquiditätsmodell steckt

Bitcoin Prognose von 844.000 Dollar: Was hinter dem viralen Liquiditätsmodell steckt

Eine virale Bitcoin Prognose macht gerade die Runde: Bitcoin sei 56 Prozent unter seinem fairen Wert und könnte bis auf 844.000 US-Dollar steigen. Grundlage ist ein einzelnes Modell, das den Bitcoin-Preis aus der US-Geldmenge ableitet. Die Rechnung ist nachvollziehbar, die Schlussfolgerung verdient eine nüchterne Einordnung.

Bitcoin Prognose reicht von 174.000 bis 844.000 Dollar

Die Bitcoin Prognose stammt von einem Einzelaccount auf der Plattform X und arbeitet mit dem Verhältnis von Bitcoin zu Gold. Aktuell kostet ein Bitcoin rund 16,8 Unzen Gold, das Modell verortet den fairen Wert bei 38,5 Unzen.

Daraus ergibt sich der genannte Abschlag von 56 Prozent. Umgerechnet auf den Goldpreis von rund 4.525 US-Dollar je Unze nennt das Modell einen fairen Bitcoin-Preis von 174.000 US-Dollar, also das 2,3-fache des heutigen Kurses.

Bitcoin Prognose 844k Chart

Mit zusätzlichem Aufschlag erreicht die Bitcoin Prognose 384.000 US-Dollar und im Extremfall 844.000 US-Dollar. Szenarien für die kommenden zwölf Monate spielen verschiedene Wachstumsraten der Geldmenge durch und reichen von 244.000 bis 403.000 US-Dollar.

Bitcoin Prognose stützt sich allein auf die Geldmenge M2

Der Kern des M2-Modells ist eine statistische Regression. Sie setzt das logarithmierte Verhältnis von Bitcoin zu Gold ins Verhältnis zur logarithmierten US-Geldmenge M2, mit Wochendaten seit 2013. Das Bestimmtheitsmaß R² liegt bei 0,84, was bedeuten soll, dass die Geldmenge 84 Prozent der Bewegung erklärt.

Die zugrunde liegende Datenreihe stammt von der US-Notenbank und ist öffentlich einsehbar. Die Aussage lautet, dass allein die Ausweitung der Geldmenge den fairen Wert treibt, ohne Adoptionskurve und ohne institutionelle Käufe. Genau an diesem Punkt verdient die Bitcoin Prognose eine genauere Betrachtung.

Bitcoin Prognose verwechselt Korrelation mit Kursgarantie

Ein hoher R²-Wert klingt überzeugend, ist bei zwei langfristig steigenden Kurven aber wenig aussagekräftig. Laufen zwei Reihen über Jahre gemeinsam nach oben, ergibt sich fast zwangsläufig eine hohe Korrelation, auch ohne festen Zusammenhang. Dazu kommt ein zweiter Punkt: Das Verhältnis von Bitcoin zu Gold stieg seit 2013 um mehr als das Tausendfache, die Geldmenge nur etwa um das Doppelte.

Die unterstellte faire Linie bildet damit überwiegend Bitcoins Adoptionsanstieg ab, nicht die Geldmenge allein. Aussagekräftiger als jedes Kursziel ist deshalb der strukturelle Hintergrund. Eine Notenbank kann die Geldmenge jederzeit politisch ausweiten, während das Angebot an Bitcoin bei 21 Mio. Einheiten fest verankert und nicht verhandelbar ist.

Wer langfristig denkt, wägt ein Geld mit fester Regel gegen ein Geld ab, dessen Menge von politischen Entscheidungen abhängt. Eine Regression beschreibt die Vergangenheit, sie ist aber kein Naturgesetz und keine Garantie für einen künftigen Kurs.

Wir berichteten über ein weiteres Modell, das Bitcoins Kursverlauf mit einer einzigen Formel zu erklären versucht.

Bitcoin im Einzelhandel: Carrefour-Markt zahlt 20 Prozent für den Aufbau einer Bitcoin-Reserve

Bitcoin im Einzelhandel: Carrefour-Markt zahlt 20 Prozent für den Aufbau einer Bitcoin-Reserve

Eine virale Meldung behauptet, Bitcoin im Einzelhandel sei bei Carrefour in Frankreich angekommen, samt 20 Prozent Rabatt und Verweis auf über 14.000 Filialen. Richtig ist der Rabatt, falsch ist die Größenordnung. Hinter der Schlagzeile steht eine einzige Franchise-Filiale, nicht der Konzern.

Bitcoin im Einzelhandel über das Lightning-Netzwerk an der Kasse

Bitcoin im Einzelhandel funktioniert in diesem Fall über das Lightning-Netzwerk, eine zweite Schicht auf der Bitcoin-Blockchain, die Zahlungen in Sekunden und zu sehr geringen Gebühren abwickelt. Möglich ist das in einem Carrefour Express in Arcachon an der französischen Atlantikküste.

Die Filiale akzeptiert Bitcoin bereits seit Herbst 2024, neu ist seit Januar 2026 ein Preisnachlass für diese Zahlungsart. Beim Bezahlen scannt der Kunde einen Code, die Lightning-Zahlung wird sofort bestätigt. Carrefour ist als Gruppe einer der größten Einzelhändler der Welt mit Filialen in rund 40 Ländern. Genau diese Größe wird in der viralen Darstellung mit der Einzelaktion einer Filiale vermengt.

Bitcoin im Einzelhandel mit 20 Prozent Rabatt auf den ganzen Einkauf

Der Rabatt beträgt 20 Prozent und gilt auf den gesamten Einkauf, ohne Begrenzung auf einzelne Abteilungen. Voraussetzung ist allein, dass der Kunde in Bitcoin zahlt, der Nachlass ist also freiwillig und kein Zwang. Bitcoin im Einzelhandel ist damit an dieser Kasse vom Zahlungsmittel zum Preishebel geworden.

Die Entscheidung trifft der Betreiber der Filiale selbst, es gibt keine Bestätigung und keine Vorgabe der Carrefour-Gruppe. Andere Läden im französischen Carrefour-Netz, etwa in der Normandie, akzeptieren Bitcoin ebenfalls, allerdings ohne diesen Preisnachlass. Eine konzernweite Einführung über die gesamte Kette existiert nicht.

Nicht 14.000 Filialen, sondern ein Rabatt als Einkaufspreis für eine Bitcoin-Reserve

Die Schlagzeile von über 14.000 Filialen beschreibt die Größe des Konzerns, nicht die Reichweite des Rabatts. Dieser Unterschied zwischen vorhandener Infrastruktur und tatsächlicher Verbreitung ist der Kern der Sache. Wirtschaftlich ergibt der Schritt aus Sicht des Händlers durchaus Sinn. Er verzichtet auf einen Teil der heutigen Einnahme und erhält dafür Bitcoin, den er in Eigenverwahrung hält.

Der Rabatt ist damit weniger ein Werbegeschenk als ein Einkaufspreis für den Aufbau einer eigenen Reserve. Sein Beweggrund ist die Absicherung gegen die schleichende Entwertung des Euro, dessen Menge politisch ausgeweitet werden kann, während das Angebot an Bitcoin fest begrenzt ist.

Für einen einzelnen Laden ist das eine bewusste Wette, für die gesamte Kette mit dünnen Margen wäre derselbe Rabatt nicht tragfähig. Bitcoin im Einzelhandel zeigt hier also nicht den Durchbruch, sondern einen klar umrissenen Einzelfall mit nachvollziehbarem Anreiz.

Wir berichteten über Square, das Bitcoin-Zahlungen bei Millionen US-Händlern automatisch aktiviert hat.

Luxemburg Bitcoin ETF: Staatsfonds investiert 0,75 Prozent seines Vermögens in Bitcoin

Luxemburg Bitcoin ETF: Staatsfonds investiert 0,75 Prozent seines Vermögens in Bitcoin

Der Luxemburg Bitcoin ETF ist jetzt amtlich. Der geprüfte Jahresabschluss 2025 des Fonds souverain intergénérationnel du Luxembourg, des staatlichen Generationenfonds, weist erstmals ein Bitcoin-Engagement aus. Rund 7,9 Mio. Euro flossen im vierten Quartal in drei US-Produkte, was zum Jahresende 0,75 Prozent des Fondsvermögens entspricht.

Luxemburg Bitcoin ETF in der geprüften Jahresbilanz bestätigt

Angekündigt hatte Finanzminister Gilles Roth den Schritt bereits im Oktober 2025 zur Haushaltsvorlage 2026. Eine politische Ankündigung ist jedoch noch keine umgesetzte Bilanzposition. Erst der von EY geprüfte und vom Regierungsrat genehmigte Jahresabschluss bestätigt den Luxemburg Bitcoin ETF mit konkreten Zahlen.

Drei Zeilen im Anhang weisen Anschaffungskosten von rund 7,9 Mio. Euro und einen Marktwert von 5,87 Mio. Euro zum 31. Dezember 2025 aus. Daraus ergibt sich ein nicht realisierter Buchverlust von 2,02 Mio. Euro, also minus 25,6 Prozent auf die Kosten.

Damit ist Luxemburg der erste Staatsfonds der Eurozone mit einem ausgewiesenen Bitcoin-Bestand. Das Engagement bleibt mit 0,75 Prozent zudem unter dem eigenen strategischen Zielwert von einem Prozent.

Luxemburg Bitcoin ETF verteilt auf drei US-Anbieter

Der Luxemburg Bitcoin ETF besteht aus drei getrennten Produkten, dem iShares Bitcoin Trust von BlackRock, dem Bitwise Bitcoin ETF und dem ARK 21Shares Bitcoin ETF. Alle drei sind US-Spot-Produkte, die physisches Bitcoin halten und es nicht über Terminkontrakte abbilden.

Sie unterliegen der US-Börsenaufsicht SEC und sind an der Nasdaq notiert, nicht der luxemburgischen Finanzaufsicht CSSF oder einem europäischen Fondsregime. Die Aufteilung auf drei Anbieter verteilt das Gegenparteirisiko auf der Ebene der Verwalter.

Die offizielle Einordnung des Schritts findet sich bei der staatlichen Finanzplatzagentur Luxembourg for Finance. Möglich wurde die Allokation durch eine neue Anlagepolitik, die der Fonds im Juli 2025 beschloss und die bis zu 15 Prozent alternative Anlagen erlaubt.

Erster Eurozonen-Staatsfonds mit Bitcoin und nur einem Verwahrer

Trotz der Streuung auf drei Verwalter bleibt ein Punkt offen. Alle drei Produkte lassen das physische Bitcoin beim selben Verwahrer liegen, bei Coinbase Custody. Das operative Risiko bündelt sich damit bei einem einzigen Akteur, und der Staat hält eine Forderung auf Bitcoin über regulierte Fonds, nicht die Schlüssel selbst.

Wirtschaftlich erklärt sich der Schritt aus dem Auftrag des Fonds, der über Jahrzehnte für künftige Bürger spart. Wer so langfristig plant, bewertet ein Geld danach, ob es seine Kaufkraft erhält. Klassische Anleihereserven verlieren durch die laufende Ausweitung der Geldmenge an Wert, während Bitcoin mit seiner festen Obergrenze von 21 Mio. Einheiten nicht beliebig vermehrbar ist.

Der Buchverlust ist bei diesem Zeithorizont nachrangig, und der Bericht nimmt die hohe Schwankung ausdrücklich in Kauf. Aussagekräftiger als die Summe ist deshalb das Signal, dass ein europäischer Staat ein knappes und programmatisch begrenztes Gut erstmals als Baustein seiner Reserve einordnet.

Wir berichteten über den strategischen Wettlauf zwischen den Großmächten um staatliche Bitcoin-Reserven.

Gold als Geld: Wie der klassische Goldstandard funktionierte

Gold als Geld: Wie der klassische Goldstandard funktionierte

Gold als Geld hat über Jahrtausende die Funktion eines universellen Tauschmittels erfüllt und prägt bis heute das Verständnis dessen, was hartes Geld auszeichnet. Unter dem klassischen Goldstandard zwischen 1815 und 1914 bildete Gold die Grundlage praktisch aller großen Währungen. Die Geldmenge war an die Goldreserven gebunden, die Preisbildung an die Gewichtseinheit des Edelmetalls. Dieser Artikel zeigt, wie Gold zur universellen Geldordnung wurde und welche Brücke daraus zu Bitcoin führt.

Gold als universelle Tauschware

Im klassischen Goldstandard war Gold die Ware, die in praktisch allen Tauschvorgängen akzeptiert wurde. Seine Eigenschaften erfüllten die Kriterien der Marktfähigkeit besser als jede andere Ware: Es ist haltbar, fungibel, leicht erkennbar und nur in begrenzten Mengen verfügbar.

Diese Eigenschaften machten Gold über Kontinente und Kulturen hinweg zu einer gemeinsamen Geldgrundlage. Wer Gold besaß, konnte sicher sein, dass auch andere es jederzeit akzeptieren würden. Daraus ergab sich ein Selbstverstärkungseffekt: Je mehr Akteure Gold als Geld annahmen, desto stärker stieg seine Marktfähigkeit.

Anders als bei staatlich verordnetem Geld war diese Akzeptanz nicht erzwungen, sondern entstand aus subjektiven Marktentscheidungen. Damit war Gold als Geld kein Konstrukt der Politik, sondern Ergebnis spontaner Ordnung.

Gewichtseinheit als Norm und Wettbewerb der Münzprägeanstalten

Die Recheneinheit des Goldstandards leitete sich direkt aus der Gewichtseinheit des Goldes ab. Im Deutschen Kaiserreich entsprach beispielsweise eine Mark 0,35842 Gramm Feingold, im britischen Pfund-Sterling-Standard eine festgelegte Goldmenge je Münze.

Diese Standardisierung machte Werte über Grenzen hinweg vergleichbar und schuf die Grundlage für stabile Wechselkurse. Die eigentliche Prägung übernahmen staatliche wie private Münzanstalten, die historisch zumindest teilweise im Wettbewerb miteinander standen.

Im 19. Jahrhundert dominierten allerdings staatliche Monopole; der theoretische Wettbewerb der Prägeanstalten bleibt aber ein wichtiger Punkt in der Geldtheorie der Österreichischen Schule, die für eine freie Geldwahl als Gegengewicht zur staatlichen Geldmacht argumentiert.

Die Teilbarkeit des Goldes erlaubte feinkörnige Preise, weil sich beliebige Gewichte abgrenzen ließen. Eine ausführliche Darstellung der Geldgeschichte mit Fokus auf Goldstandard und staatliche Eingriffe bietet Murray Rothbard in seinem Werk „What Has Government Done to Our Money?„, abrufbar.

Bitcoin als digitales Gold mit fester Obergrenze

Bitcoin tritt in dieser Tradition als digitales Gold an. Seine Eigenschaften greifen die Stärken des Edelmetalls auf und übertragen sie in das digitale Zeitalter. Bitcoin ist programmatisch knapp mit einer harten Obergrenze von 21 Millionen Einheiten, beliebig teilbar in 100 Millionen Satoshis pro Einheit, weltweit übertragbar und ohne staatliche Vermittlung verwahrbar. Während Gold an physische Lagerung und Transport gebunden ist, lässt sich Bitcoin über das Internet in Sekunden bewegen.

Die feste Obergrenze macht Bitcoin in seiner Knappheit sogar berechenbarer als Gold, dessen Bestand jährlich um etwa ein bis zwei Prozent durch Bergbau wächst. Aus Sicht der Österreichischen Schule erfüllt Bitcoin die Funktionen, die Gold als Geld im klassischen Standard hatte, in technologisch erweiterter Form. Geld-Informationsfunktion, Kalkulationsgrundlage und Wertaufbewahrung lassen sich theoretisch in einem dezentralen Netzwerk abbilden.

Saifedean Ammous hat dieses Argument in „The Bitcoin Standard“ entfaltet und Bitcoin als logische Fortführung der Geldgeschichte beschrieben. Theoretisch ist die Einordnung schlüssig, in der Praxis steht Bitcoin allerdings deutlich am Anfang. Während der klassische Goldstandard über 100 Jahre weltweit etabliert war, ist Bitcoin etwa 15 Jahre alt und noch kein flächendeckendes Tauschmittel.

Bitcoin wird heute überwiegend als digitaler Wertspeicher genutzt, nicht als alltägliche Recheneinheit. Hartgeldbasierte Wirtschaft im historischen Sinne bedeutete unter dem Goldstandard tatsächliche Stabilität von Preisen und Wechselkursen; ob Bitcoin diese Funktion über lange Zeiträume tatsächlich übernimmt, lässt sich seriös erst rückblickend beurteilen. Die Frage ist nicht, ob Bitcoin als digitales Gold technisch die Eigenschaften eines harten Geldes erfüllt, sondern ob er sich als globale Geldordnung tatsächlich durchsetzt.

Im vorherigen Bildungsartikel berichteten wir über Bitcoin als Recheneinheit und den Weg vom Tauschmittel zum Maß ökonomischer Berechnung.

BlackRock Tokenisierung: Antrag bringt 7 Mrd US-Dollar an US-Staatsanleihen auf die Blockchain

BlackRock Tokenisierung: Antrag bringt 7 Mrd US-Dollar an US-Staatsanleihen auf die Blockchain

Die BlackRock Tokenisierung erreicht den klassischen Geldmarkt: Der größte Vermögensverwalter der Welt hat bei der US-Börsenaufsicht beantragt, die Anteile eines knapp 7 Mrd US-Dollar schweren Treasury-Fonds als Token auf Ethereum abzubilden. Damit rückt institutionelles Kapital ein Stück näher an öffentliche Blockchains. Was nach einem großen Schritt klingt, ist zunächst ein Antrag und kein zugelassenes Produkt.

SEC-Antrag bringt einen Treasury-Fonds als ERC-20 auf Ethereum

BlackRock reichte Anfang Mai 2026 zwei Anträge bei der Börsenaufsicht ein. Der erste betrifft eine tokenisierte Anteilsklasse für den BlackRock Select Treasury Based Liquidity Fund, einen regulierten Geldmarktfonds. Dieser Fonds investiert ausschließlich in kurzlaufende US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von höchstens 93 Tagen und in kurzfristige besicherte Geldgeschäfte. 

Die Anteile sollen über ERC-20-Token auf Ethereum abgebildet werden, während BNY Mellon das offizielle Register führt. Ein zweiter Antrag betrifft ein neu geschaffenes Reserve-Vehikel auf Blockchain-Basis. Beide Schritte bauen auf dem Fonds BUIDL auf, den BlackRock 2024 startete und der inzwischen rund 2,5 Mrd US-Dollar verwaltet.

BlackRock Tokenisierung verlagert Geldmarktanteile auf eine öffentliche Chain

Mit der BlackRock Tokenisierung wandern die Eigentumsnachweise eines etablierten Geldmarktfonds auf eine öffentliche Blockchain. Tokenisiert wird dabei das Register, es wird kein Geld in Token investiert. Die hinterlegten Werte bleiben kurzlaufende US-Staatsanleihen, neu ist allein die Form, in der Anteile gehalten und übertragen werden.

Adressiert wird vor allem der Markt der an den US-Dollar gebundenen Token, deren Halter so in ein reguliertes, verzinstes Produkt wechseln könnten, ohne den Umweg über ein Bankkonto.

Der breitere Hintergrund ist ein wachsender Markt, denn tokenisierte Staatsanleihen erreichen inzwischen rund 14 Mrd US-Dollar, der größere Teil davon auf Ethereum. Für die Einordnung als Adoptionssignal zählt vor allem, dass hier der größte Vermögensverwalter der Welt diesen Weg geht und nicht ein Nischenanbieter.

BlackRock Tokenisierung lässt die Kontrolle bei den Institutionen

Die BlackRock Tokenisierung läuft zwar über eine öffentliche Blockchain, die Kontrolle bleibt aber bei den bekannten Akteuren. BNY Mellon führt das offizielle Register, und die Token sind über eine Identitätsprüfung an zugelassene Anleger gebunden, bei einer Mindestanlage von 3 Mio US-Dollar.

Es handelt sich also um erlaubnispflichtiges Fiat auf einer Blockchain, nicht um ein offenes Netzwerk, und bisher liegt nur ein Antrag ohne Starttermin vor. Die eigentliche Einordnung betrifft das Geld selbst. Tokenisiertes Fiat beschleunigt die Abwicklung, ändert aber nichts an der Natur des zugrundeliegenden US-Dollars, der beliebig ausgeweitet werden kann.

Eine programmierbare Hülle macht eine weiche Währung nicht knapp. Genau hier unterscheidet sich Bitcoin grundlegend, denn seine Obergrenze von 21 Mio. Einheiten liegt im Protokoll und nicht im Ermessen einer Institution.

Die Adoption der On-Chain-Abwicklung zeigt damit die Richtung, in die sich Geld bewegt, während die härteste Form dieser Entwicklung weiterhin Bitcoin bleibt.

Wir berichteten über BlackRocks Bewegungen im Bitcoin-ETF-Markt.

Wachsende Bitcoin Akzeptanz: 18 Firmen erproben Brücke zwischen Zentralbankgeld und Blockchain

Wachsende Bitcoin Akzeptanz: 18 Firmen erproben Brücke zwischen Zentralbankgeld und Blockchain

Die wachsende Bitcoin Akzeptanz zeigt sich nicht nur an Kursen oder Unternehmensbilanzen, sondern zunehmend an der Infrastruktur des Finanzsystems selbst. Die Bank of England erprobt in einem neuen Testlauf, wie ihr Abwicklungssystem mit externen digitalen Ledgern zusammenarbeiten kann. Achtzehn Firmen sind daran beteiligt.

Notenbank rückt an tokenisierte Abwicklung heran

Im Zentrum steht RT2, das erneuerte Abwicklungssystem der Bank of England, das seit April 2025 in Betrieb ist. Darauf aufbauend entwickelt die Notenbank eine sogenannte Synchronisationsfunktion. Sie soll es erlauben, Zahlungen in Zentralbankgeld nur dann zu vollziehen, wenn zugleich ein Vermögenswert auf einem externen Ledger den Besitzer wechselt.

Diese gekoppelte Abwicklung gilt als zentraler Baustein, um tokenisierte Wertpapiere oder andere digitale Vermögenswerte sicher gegen Zentralbankgeld zu verrechnen. Getestet wird das Verfahren in der sogenannten Synchronisation Lab, einer Simulation, die im Frühjahr 2026 startet und rund sechs Monate läuft.

Die Einzelheiten dazu hat die Bank of England veröffentlicht. Echte Zahlungen fließen dabei nicht.

Wachsende Bitcoin Akzeptanz: Achtzehn Firmen im Notenbank-Testlauf

An dem Testlauf nehmen achtzehn Organisationen teil, darunter der Zahlungsdienstleister Swift, die London Stock Exchange Group sowie Anbieter aus dem Blockchain-Umfeld wie Chainlink und Quant. Dass eine Notenbank dieses Ranges digitale Ledger ernsthaft als Gegenstück zu ihrem eigenen System behandelt, ist ein Beleg für die wachsende Bitcoin Akzeptanz auf institutioneller Ebene, auch wenn Bitcoin selbst nicht Teil des Versuchs ist.

Akzeptiert wird hier zunächst die Technologie und die Vorstellung, dass digitale Vermögenswerte fester Bestandteil des Finanzsystems werden. Wichtig ist die Einordnung: Die Teilnahme bedeutet keine Billigung durch die Bank, und die Notenbank ist nicht verpflichtet, auf die Ergebnisse zu reagieren.

Quant etwa ist einer von achtzehn Teilnehmern, nicht ein eigens ausgewählter Partner. Die institutionelle Bitcoin Akzeptanz wächst damit über das Umfeld, nicht über eine Aussage der Zentralbank zu Bitcoin.

Was die Bank of England an Blockchain übernimmt und was nicht

Aufschlussreich ist, was die Bank of England übernimmt und was nicht. Übernommen werden Konzepte wie Tokenisierung, programmierbare Bedingungen und die gekoppelte, gleichzeitige Abwicklung zweier Vorgänge. Nicht übernommen werden die Eigenschaften, die Bitcoin überhaupt erst auszeichnen: Dezentralität, Erlaubnisfreiheit und ein festes Angebot. Zentralbankgeld bleibt zentral kontrolliert und kann jederzeit ausgeweitet werden.

Für die Einordnung der wachsenden Bitcoin Akzeptanz folgt daraus ein wichtiger Unterschied. Dass Notenbanken und große Institute die Schienen für digitale Vermögenswerte bauen, normalisiert das Umfeld, in dem auch Bitcoin gehandelt und verwahrt wird, und erhöht die Glaubwürdigkeit der gesamten Anlageklasse.

Was diese Institutionen jedoch nicht nachbilden können, ist die Knappheit selbst. Digitales Zentralbankgeld lässt sich beliebig vermehren, die Obergrenze von 21 Mio. Bitcoin dagegen steht fest und hängt an keiner politischen Entscheidung. Die Akzeptanz der Infrastruktur wächst, das Alleinstellungsmerkmal von Bitcoin als knappes, erlaubnisfreies Geld bleibt davon unberührt.

Wir berichteten über den digitalen Euro und Bitcoin als zensurfreies Gegenmodell.