Am 22. Juli 2026 tauchte ein neuer Clarity Act Entwurf der Republikaner auf, der erstmals einen eigenen Regelrahmen für dezentrale Finanzen ins US-Recht schreibt. Die Clarity Act Regulierung sieht eine bis 2029 befristete Ethik-Klausel vor und muss den US-Senat noch passieren.

Clarity Act definiert dezentrale Finanzen erstmals im US-Recht

Am Mittwoch, 22. Juli 2026, kursierte in Washington ein neuer Entwurf des Clarity Act, der laut US-Medienberichten erstmals einen eigenständigen Rahmen für dezentrale Finanzprotokolle (DeFi) ins US-Bundesrecht schreibt. Die Clarity Act Regulierung baut auf der Fassung auf, die der Bankenausschuss des Senats am 12. Mai 2026 mit 15 zu 9 Stimmen verabschiedet hatte, einem 309 Seiten starken Gesetzestext.

Kernstück bleibt die sogenannte Blockchain-Regulatory-Certainty-Klausel: Entwickler, die zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf die Vermögenswerte ihrer Nutzer erhalten, gelten demnach nicht als Geldtransmittierer und fallen nicht unter die entsprechende Aufsichtspflicht. Damit unterscheidet der Entwurf erstmals rechtlich zwischen Verwahrern und reiner Protokoll-Software.

Ergänzt wird die Clarity Act Regulierung um ein eigenes DeFi Regelwerk USA für dezentrale Handelsprotokolle sowie einen Insolvenzschutz für Transaktionen mit digitalen Rohstoffen, wie aus der Mai-Fassung des Bankenausschusses hervorgeht.

Neuer DeFi-Regelrahmen durch Clarity Act der Republikaner

Der bekannt gewordene Entwurf löst zugleich einen monatelangen Streit: Er hält an einer Ethik-Klausel fest, die den Handel von Regierungsmitgliedern mit digitalen Vermögenswerten einschränkt, befristet sie aber bis 2029 und verpflichtet Aufsichtsbehörden, die Vorgaben binnen eines Jahres nach Inkrafttreten umzusetzen.

Die Clarity Act Regulierung muss weiterhin durch den gesamten Senat, wo mindestens sieben demokratische Stimmen zu den bisherigen Befürwortern hinzukommen müssen. Nach Angaben des Bankenausschusses des US-Senats soll eine Abstimmung noch vor der Sommerpause im August stattfinden.

Das Repräsentantenhaus hatte eine erste Fassung, den Digital Asset Market Clarity Act, bereits am 17. Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen verabschiedet, mit Unterstützung sämtlicher Republikaner und 78 Demokraten.

Dezentralität zwischen Innovation und behördlicher Kontrolle

Für DeFi-Protokolle schafft der Entwurf erstmals Klarheit darüber, wann eine Anwendung als dezentral gilt und welche Behörde zuständig ist: Die Börsenaufsicht SEC behält die Kontrolle über Erstemissionen, während die Rohstoffaufsicht CFTC den laufenden Handel mit digitalen Rohstoffen wie Bitcoin überwacht.

Der Entwurf verschiebt Entscheidungsmacht von einzelnen Aufsichtsbehörden auf einen festen Gesetzesrahmen, der Zuständigkeiten klar zwischen SEC und CFTC aufteilt. Für Protokolle ohne zentrale Verwahrstelle bedeutet das weniger behördliche Willkür bei der Einstufung als Wertpapier.

Wie viel echte Kontrolle Nutzer über ihre eigenen Coins dadurch behalten, hängt von der endgültigen Fassung im Senat ab. Bis zur Abstimmung bleibt der Clarity Act ein Entwurf, kein geltendes Recht.

Wir berichteten über den Ethik-Streit, der den Zeitplan des Clarity Act zuvor blockiert hatte.

Jonas ist Mitgründer von Krypto Guru und analysiert seit 2019 den Kryptomarkt mit Fokus auf Bitcoin, Makroökonomie und langfristige Markttrends. Seine Schwerpunkte liegen in fundierten Bitcoin Deep Dives, Krypto-Analysen und der verständlichen Einordnung makroökonomischer Entwicklungen. Bei Krypto Guru verantwortet er die strategische Ausrichtung und redaktionelle Qualitätssicherung der Inhalte und bringt dabei auch seine MBA-Expertise ein.